Die Jungfrau Maria erscheint +500’000 Menschen in Ägypten

 

Als die Gottesmutter in Zeitoun erschien…

1968 erschien die Gottesmutter Maria in Ägypten. Nicht nur Christen sahen die Erscheinung, sondern auch Muslime – Leseprobe aus dem Buch „Jesus in Ägypten. Das Geheimnis der Kopten“ von Michael Hesemann

München (kath.net) Zeitoun/Kairo, 2.4.1968: Ein muslimischer Wachmann, der in der Busgarage der Staatlichen Verkehrsgesellschaft in der Toman-Bey-Straße arbeitete, war der erste, der sie sah. Das war abends gegen 20.30 Uhr, die Sonne war gerade untergegangen und die nächtliche Dunkelheit breitete sich aus, während in der Straße schon die orangeglühende Straßenbeleuchtung flackerte. Doch Abdel Aziz Ali zog etwas in seinen Bann, das es eigentlich nicht geben dürfte. Auf dem Dach der gegenüberliegenden koptischen Marienkirche stand eine leuchtende Frau. „Schaut mal das Licht da auf der Kirche!“, rief er den Mechanikern des Betriebes zu, dann sahen auch sie es. Das „Licht“ hatte die Gestalt eines schmalen, jungen Mädchens, das, ganz in weiß gekleidet, neben dem Kreuz auf der mittleren, größten Kuppel des vanillefarbenen Gotteshauses kniete. Dort, wo es steil und eigentlich lebensgefährlich war.

„Seien Sie vorsichtig!“, rief einer der Mechaniker der vermeintlichen Selbstmörderin zu. Ein anderer telefonierte mit der Polizei, die bald darauf eintraf. Längst hatte sich eine Traube von Schaulustigen gebildet, die von der Strasse aus ebenfalls die „Selbstmörderin“ gesehen hatten und jetzt abwarten wollten, was weiter geschehen würde.

„Die Gestalt des Mädchens wurde immer klarer“, berichtete später einer von ihnen, der koptische Bäcker Ibrahim Yussuf, „allmählich erkannte man deutlich eine junge, schöne Frau, die ein schimmerndes Kleid aus weißem Licht trug und in den Händen einen grünen Olivenzweig hielt. Plötzlich erschien eine ganze Formation bemerkenswert weiß leuchtender Tauben über ihrem Kopf. In diesem Augenblick war uns klar, dass es keine Selbstmörderin sein konnte, dass es eine himmlische Erscheinung war!“

Um sicher zu sein, richtete die Polizei ihre Scheinwerfer auf sie. Doch die zusätzliche Beleuchtung ließ die Frau nur noch heller strahlen. Jemand stellte die Straßenbeleuchtung ab, doch das änderte nichts an der Leuchtkraft der hellen Gestalt, die plötzlich aufstand und umher ging. Dabei war sie von einem Lichtschein umgeben, der von ihr auszugehen schien.

In diesem Augenblick zerriss ein Schrei das andächtige Murmeln, das bislang die Erscheinung begleitet hatte: „Das ist kein Mensch. Das ist die Jungfrau Maria, die Mutter des Lichtes!“ Mit einem Mal ertoste donnernder Applaus, während Stimmen zum Gesang ansetzten, die ersten Kirchenlieder ertönten. Sie rühmten Gott, der es seiner Mutter gestattet hatte, nach fast 2000 Jahren wieder nach Ägypten zurückzukehren. Bis nach Mitternacht dauerte die Erscheinung an, dann verschwand sie urplötzlich.

Doch die Madonna kam wieder. Gleich in der nächsten Nacht und an vielen weiteren Tagen, ein Jahre lang, danach sporadisch, bis zu ihrer letzten Erscheinung am 29. Mai 1971. Mal war sie allein, mal in Begleitung leuchtender Tauben, die sie umkreisten, auf die Kuppel der Kirche zurasten und urplötzlich verschwanden oder am Himmel Formationen in Kreuzform bildeten. Einige Male war die Kuppel der Kirche in süß duftenden Weihrauch gehüllt. Nicht selten sandte die heilige Jungfrau Lichtwellen aus, die alle Anwesenden erfassten. Die längste Erscheinung, zu der es am 30. April 1968 kam, dauerte über zwei Stunden, nämlich von 2.45 bis 5.00 Uhr früh. Hunderttausende, nach offiziellen Schätzungen bis zu einer Million Menschen, sahen die Frau aus Licht in Zeitoun: Christen wie Moslems, Ägypter ebenso wie Amerikaner und Europäer.

Foto der Erscheinung von Zeitoun, aufgenommen von dem Moslem Ali Ibrahim, einem Direktor des Ägyptischen Museums in Kairo.

Nachdem die ersten Zeitungen über die Erscheinungen berichtet hatten, berief der koptische Papst Kyrill VI. eine Untersuchungskommission ein. Am 23. April 1968 trafen die mit dieser Aufgabe betrauten Bischöfe an der Marienkirche von Zeitoun ein. Nachdem sie die ersten Augenzeugen, die muslimischen Garagenarbeiter, befragt hatten, wurden auch sie Zeugen des Wunders. In ihrem offiziellen Bericht stellten sie fest: „Wir haben selbst die heilige Jungfrau gesehen. Zunächst von himmlischem Licht umhüllt, dann wieder direkt. Sie bewegte sich um die Kirchenkuppel, kniete vor dem Kreuz auf der Kuppel und segnete die versammelten Menschen.“

Ein Mitglied der Untersuchungskommission war Anba Athanasius, Erzbischof von Beni Suef in Oberägypten. Er erinnerte sich später:

„Das erste, was wir sahen, als wir gegen 23.00 Uhr nach Zeitoun kamen, war etwas unterhalb der nordöstlichen Kuppel. Es war nur eine Silhouette, nicht sehr hell, die langsam aufstieg. Zuerst sah ich sie kaum, dann nahm ich sie schwach wahr. Ich sagte den Leuten, dass ich dazu nicht aussagen könnte, wenn das alles gewesen wäre.

Vor der Kirche war eine große Menschenansammlung und wir standen dort bis 3.45 Uhr früh. Als der Morgen schon dämmerte, kamen einige meiner Begleiter, die auf der Nordseite der Kirche gewacht hatten, angelaufen und riefen mir zu: ‚Die Dame ist über der Mittelkuppel‘. Man sagte mir, eine Art Wolke hätte die Kuppel verhüllt, als plötzlich ein fluoreszierendes Licht wie eine Lampe den Himmel erhellte. Plötzlich stand sie da in voller Gestalt!

Die Menge war in heller Aufregung. Es war schwer, sich an den Menschen vorbeizudrängen, doch ich versuchte es und stand schließlich direkt vor der Kirche.

Da war sie, schwebte fünf oder sechs Meter über der Kuppel, hoch im Himmel, wie eine phosphorisierende Statue, aber keineswegs steif wie eine Statue. Ihr Körper und ihre Kleidung bewegten sich. Es war schwer, die Stellung zu halten, da die Menschen von allen Seiten drängelten, vielleicht Hunderttausend waren es in dieser Nacht. Der Zaun rund um den Hof der Kirche wurde einfach niedergetrampelt. So zog ich mich in ein kleines Haus des Bürokomplexes südlich der Kirche zurück. Von dort aus beobachtete ich die Gestalt eine Stunde lang, von vier bis fünf Uhr. Sie verschwand nie. Die Madonna schaute nach Norden, winkte, segnete die Menschen, manchmal in der Richtung, in der ich stand. Ihr Gewand wehte im Wind. Sie war sehr still aber voller Glanz und Würde. Es war etwas wirklich Übernatürliches und eindeutig aus dem Himmel.“

Vor allem aber waren die Kommissionsmitglieder beeindruckt von den vielen Heilungen, zu denen es in Zeitoun gekommen war. Minutiös untersuchte der medizinische Berater der Kommission, Prof. Dr. Shafik Abdel-Malek, jeden einzelnen Fall. Bei einem Mann war ein zitronengroßes Krebsgeschwür in der Blase verschwunden. Eine Frau konnte ihre seit zwölf Jahren gelähmte Hand wieder bewegen. Bei einem Mediziner (!) wurde eine Hernie (Eingeweidebruch) über Nacht geheilt. Die Frau des muslimischen Straßenbaudirektors von Kairo, der die Ärzte eine unheilbare Lähmung des linken Beins diagnostiziert hatten, rief die „Mutter des Lichtes“ um Hilfe an – und konnte wieder laufen. Eine weitere Muslima wurde von einer schweren Schilddrüsenerkrankung kuriert. Ein blinder und stummer Moslem gewann Augenlicht und Sprache wieder.

Das Zeugnis seiner Bischöfe und die vielen Heilungen waren für Kyrill VI. Beweis genug. Am 4. Mai 1968 veröffentlichte der 116. Nachfolger des hl. Markus die folgende Erklärung:

„Der apostolische Stuhl (von Alexandria, Anm. d. Verf.) verkündet hiermit mit absolutem Glauben und Gewissheit, mit Freude und Dank an den allmächtigen Gott, dass die heilige und gesegnete Mutter des Lichtes in klarer und deutlich umrissener Form an mehreren Nächten erschien – und weiter erscheint (…) bis auf den heutigen Tag. Dies geschah in der nach ihr benannten koptisch-orthodoxen Kirche an der Toman-Bey-Straße in Zeitoun, Kairo. Diese Kirche liegt auf dem Weg, den die Heilige Familie während ihres Aufenthaltes in Ägypten nahm. “

In der Tat liegt die Kirche von Zeitoun nur zwei Kilometer vom Marienbaum von Matariya entfernt; es ist also zumindest denkbar, dass die Heilige Familie die Stätte passierte. Jedenfalls führten die Erscheinungen dazu, dass man Zeitoun fortan in die Liste der Orte, die von der Heiligen Familie besucht worden waren, aufnahm, was zumindest verrät, wie flexibel die koptische Tradition ist.

Natürlich besuchten auch Yuliya und ich bei unserem Aufenthalt in Kairo die Marienkirche von Zeitoun. Sie ist ein architektonisches Kleinod, das, von einer Mauer umgeben, inmitten eines kleinen Gartens liegt. Palmen, Rosen, Granatäpfel und Maulbeerbäume wachsen hier und bilden einen schönen Kontrast zu dem vanillegelben Gotteshaus mit seinen fünf sahneweißen Kuppeln, die aus Zuckerguss sein könnten. Ein reicher Landbesitzer, Khalil Ibrahim, hatte es errichten lassen, nachdem ihm 1918 im Traum die Gottesmutter erschienen war. Sie bat ihn, ihr auf einem seiner Grundstücke eine Kirche zu bauen und versprach, nach 50 Jahren dorthin zurückzukehren. So beauftragte er den italienischen Architekten Leomingelli mit der Planung; byzantinische Kirchen einschließlich der Hagia-Sophia-Kathedrale von Konstantinopel (heute: Istanbul) dienten nur allzu offensichtlich als Vorbild. Er konnte nicht ahnen, dass die Bilder ihrer Kuppeln ein halbes Jahrhundert später um die Welt gehen würden.

Als ich am 10. März 2010 das erste Mal nach Zeitoun kam, war ich überrascht, wie mondän das Viertel ist, in dem sich die Kirche befindet. Die Straßen sind ungewohnt sauber, die Häuser in bestem Zustand, die Menschen gut gekleidet. Hier, in Kairos Gartenvorstadt, wohnt eine urbane Mittelschicht, westlich orientiert, meist akademisch gebildet und modern. Hier hätte man am wenigsten eine Marienerscheinung erwartet.

Die ersten Fotos der Menschen, die auf die Gottesmutter warteten und Zeugen des Wunders wurden, sind heute in einem Säulengang im Innenhof der Kirche ausgestellt. Sie zeigen Männer in Anzug und Krawatte, viele Brillenträger mit modischen Haarschnitten. Wer glaubt, dass sich Marienerscheinungen vorwiegend in entlegenen Gegenden vor einer entsprechend ungebildeten und abergläubischen Landbevölkerung ereignen, wird hier eines Besseren belehrt.

Ich sprach einen älteren Priester an, der in der Kirche seinen Dienst tat und sich als Abuna Zadik vorstellte. Er war Student der Ingenieurswissenschaften gewesen, als auch er 1968 Zeuge der Erscheinungen wurde, durch die er schließlich seine Berufung fand.

„Wir waren damals alle noch am Boden zerstört. Die Niederlage im Sechstagekrieg war für uns eine nationale Katastrophe gewesen“, erklärte er uns. Für die Kopten war dadurch eine gefährliche Situation entstanden. Muslimische Prediger hatten sie zu Kollaborateuren der Israelis erklärt, ihnen die Schuld an der Niederlage gegeben. Die ersten von ihnen forderten bereits, nicht nur die Juden, sondern auch die Christen aus dem Land zu vertreiben. Die koptische Kirche war in der Defensive. Papst Kyrill VI. untersagte fortan allen Kopten, bei Strafe der Exkommunikation, nach Jerusalem zu pilgern, „solange die heiligen Stätten in zionistischer Hand sind“; eine Regelung, die bis heute gilt. Es durfte keinen Zweifel am Patriotismus seiner Gläubigen geben. Doch dann kam ihnen die Gottesmutter zu Hilfe.

„Sie hielt den Ölzweig als Zeichen des Friedens in den Händen“, war Abuna Zadik überzeugt, „und sie kam in der Osterzeit, um uns zu sagen: Ich weiß, meine Kinder, dass ihr jetzt nicht zu mir kommen könnt. Darum komme ich zu euch, damit ihr seht, dass ich euch nie alleine lasse.“

Auch die Muslime verstanden das Zeichen. Immerhin wird die Mutter Jesu auch im Qur’an verehrt. Eine ganze Sure, die 19., trägt den Titel Maryam. Selbst dass sie als Jungfrau gebar, billigt ihr das Buch Muhammads zu, nur nicht den Status, Gottesmutter zu sein. Trotzdem wird Maria von vielen muslimischen Frauen in Ägypten heimlich verehrt, schon weil sie für ein anderes Frauenbild als das ihres Glaubens steht.
„Wissen Sie, dass sogar unser muslimischer Präsident Nasser die Gottesmutter von Zeitoun gesehen hat?“
„Wirklich?“
Abuna Zadik bestand darauf: „Er hatte in der Presse von den Erscheinungen gelesen. Seine Limousine parkte drüben in der Garage der staatlichen Verkehrsgesellschaft. Natürlich zeigte er sich nicht, das war ein privater Besuch, doch jeder der Priester in unserer Kirche wusste Bescheid. Zwei Nächte lang stand er da, wartete. Dann wurde er belohnt. Er sah die Heilige Jungfrau.“

Kurz darauf gab das ägyptische Informationsministerium bekannt:
„Eine offizielle Untersuchung wurde durchgeführt und kam zu dem Ergebnis, dass es eine unbestreitbare Tatsache ist, dass die Gesegnete Jungfrau Maria auf der Kirche von Zeitoun in einem klaren und leuchtenden Körper erscheint, der von allen Anwesenden vor der Kirche gesehen wird, gleich ob sie Christen oder Moslems sind.“

„Durch die Erfahrung des Präsidenten wurde das da möglich“, meinte Abuna Zadik und zeigte auf die andere Seite der Straße. Dort erhebt sich, groß und dickbäuchig wie ein Walfisch, die moderne Kirche der Erscheinung der Heiligen Jungfrau, 1970 errichtet, als das kleine Gotteshaus unter dem Ansturm der Pilger aus allen Nähten zu platzen drohte. Sie steht auf dem Gelände der einstigen staatlichen Busgarage.

„Präsident Nasser hat dieses Bauland gestiftet“, beteuerte uns der Abuna. Diese unerwartete Geste eines muslimischen Präsidenten war an sich schon Beweis genug, dass die Geschichte des Priesters stimmen musste.

Nasser war nicht der einzige prominente Zeuge, der als Skeptiker gekommen war. Auch der evangelische Pastor und Koptologe Otto Meinardus konnte nicht glauben, was man ihm aus Zeitoun berichtete. So fuhr er eines Abends selbst hin, zusammen mit seiner amerikanischen Frau. Es dauerte nicht lange, dann sah das Paar ebenfalls, wie eine leuchtende Gestalt hinter einer der Kuppeln erschien. „Das ist Caspar, der freundliche Geist!“, entfuhr es Frau Meinardus. Später, in seinem Buch Auf den Spuren der Heiligen Familie beschreibt der Deutsche die Erscheinung als „manchmal rötlich-goldene, manchmal grünlich-blaue Halbfigur“ und bezeugt: „Mehrere Abende habe ich einwandfrei die Lichterscheinungen gesehen, das Beten, Rufen, Schreien der Tausenden von Gläubigen vernommen, die Maria, ihre Herrin und Gottesmutter, zu erblicken glaubten.“

„Die Erscheinung war so real, dass sie sogar fotografiert werden konnte“, versicherte Abuna Zadik und führte uns zu einer Schautafel mit den Originalaufnahmen des Wunders von Zeitoun. Sie alle zeigen, was die Zeugen beschrieben: Leuchtende Tauben am Himmel, die Kuppel der Kirche in Rauch, Nebel und Licht gehüllt, darin, aber auch ganz frei schwebend, eine leuchtende Gestalt. Jeder Christ würde sie sofort als die Gottesmutter erkennen.

Mindestens bei zweien der Bilder ist jede Manipulation ausgeschlossen: Sie hat der US-Physiker Prof. John Jackson von der U.S. Air Force Academy in Colorado Springs in einem amerikanischen Speziallabor untersuchen lassen. Auf dem einen Bild leuchtet die Madonna so stark, dass sich ihr Licht in der Linse spiegelt. Bei dem anderen scheinen die Kuppeln der Kirche, das Kreuz, selbst die Köpfe der Schaulustigen regelrecht zu glühen; Hinweis auf eine koronare Entladung, deren Ursache unbekannt ist.

„Weißt du, was mir bei diesen Fotos auffällt?“, fragte meine Verlobte Yuliya, die als studierte Kunstgeschichtlerin gleich die Antwort lieferte: „Die Art und Weise, wie Maria dort erscheint, hat nichts mit der traditionellen koptischen Ikonografie zu tun. Überhaupt nicht mit der Ikonografie der Ostkirchen. Die ganze Gestik entstammt der katholischen Bilderwelt. Auf einem der Fotos steht die Madonna leicht gebeugt, die Hände gefaltet, so, wie sie Bernadette Subirous in Lourdes erschien oder wie sie auf der Tilma von Guadalupe in Mexiko zu sehen ist. Auf einem anderen Foto schwebt sie mit ausgestreckten Händen vor der Kuppel der Kirche von Zeitoun wie auf der Wundertätigen Medaille.“

Jetzt fiel das auch mir auf. Natürlich kannte ich beide Gnadenbilder, war in Lourdes gewesen und in dem Haus der Vinzentinerinnen in der rue du Bac in Paris, wo die 24-jährige Novizin Catherine Labouré am 17. November 1830 ihre zweite Marienerscheinung hatte. Damals beauftragte die Gottesmutter sie, nach dem Bild, das sie ihr offenbart hatte, eine Medaille prägen zu lassen. Sie zeigt die Jungfrau, wie sie auf der Erdkugel steht, aus ihren geöffneten Handflächen strömt Licht. Über eine Milliarde dieser Medaillen wurden seitdem produziert, unzählige Katholiken sind von ihrer Wunderkraft überzeugt.

Vielleicht war gerade das die Botschaft Mariens – ein ökumenischer Appell an die Konfessionen: „Versöhnt Euch! Ich segne die Kirche der Kopten, wie ich die katholische Kirche gesegnet habe. Ich liebe beide Kirchen und fordere Euch auf, die von Menschen gemachte Spaltung von Chalcedon zu überwinden, auf dass ihr wieder eine Kirche werdet.“

Immerhin fand 1968 die 1900-Jahrfeier des Martyriums des hl. Markus statt, gab Rom den Kopten zumindest einen Teil seiner Reliquien zurück, setzte damals der Dialog zwischen den Kirchen ein.

Tatsächlich bewirkten die Erscheinungen von Zeitoun, dass die Kopten sich der westlichen, speziell der süditalienischen Ikonografie zuwandten, was freilich manchmal zu Ergebnissen von zweifelhaftem Kunstgeschmack führte. So werden süßliche Heiligenbildchen in Bonbonfarben, meist in China für den neapolitanischen Markt produziert, in vielen Dorfkirchen direkt neben den altehrwürdigen Ikonen platziert. Natürlich werden beide gerne mit blinkenden Lichterketten geschmückt, den schillernden Trophäen einer geglückten Globalisierung.

Ökumenisch und international war aber auch das Interesse an Zeitoun. Selbst Papst Paul VI. im fernen Rom interessierte sich für die Erscheinungen und bat Kardinal Stephanos I. Sidarouss, den Patriarchen der Koptisch-Katholischen Kirche, um einen Bericht. Seine gut 200 000 Gläubigen zelebrieren im koptischen Ritus, sind aber mit Rom uniert. Seit 1895 existiert diese Kirche, die ihre Entstehung Papst Leo XIII. verdankt. „Es ist zweifellos eine echte Erscheinung“, stellte der Kardinalpatriarch in seinem Bericht nach Rom fest, „die von vielen koptischen Katholiken gesehen wurde, die unser volles Vertrauen genießen. (…) Dieses einzigartige Wunder birgt eine Botschaft voller Güte in sich, die aus der Kirche von Zeitoun einen Pilgerort von weltweiter Bedeutung werden lässt.“

kath.net-Buchtipp:
Jesus in Ägypten
Das Geheimnis der Kopten. Vorwort Bischof Anba Damian
Von Michael Hesemann
363 Seiten; m. 17 SW-Fotos, 17 Farbfotos
2012 Herbig
ISBN 978-3-7766-2697-1
Preis 25.70 EUR

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Quelle

Ägpyten: Etwa sechzig Kirchen geschlossen

Straßenszene in Mina Habib (Minya)

Die deutsche „Gesellschaft für bedrohte Völker“ wirft den ägyptischen Behörden vor, die Religionsfreiheit koptischer Christen willkürlich einzuschränken. Mindestens 58 christliche Kirchen seien in den letzten Monaten auf staatliche Anordnung hin geschlossen worden, angeblich aus Sicherheitsgründen, so der von Göttingen aus operierende Verband. Er spricht von einem „massiven Eingriff in die Glaubensfreiheit“ koptischer Christen im mehrheitlich islamischen Ägypten.

Viele der geschlossenen Kirchen liegen nach Angaben des Verbands in von Kopten bewohnten Dörfern in Oberägypten. Muslime aus der Nachbarschaft hätten gegen die Kirchen protestiert, und die Kirchen seien von Sicherheitskräften angeblich nicht wirksam vor Terrorangriffen zu schützen. Landesweit haben die Behörden nach Angaben des Verbands seit 2012 insgesamt 67 Kirchen geschlossen, davon allein 15 im Bezirk Minya. Nur neun Gotteshäuser seien seither wiedereröffnet worden.

(pm 12.09.2017 sk)

„Durch Wasser und Blut“

Besuch Bei Tawadros II., 28. April 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Papstansprache beim Treffen mit dem
koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II.
Volltext

Am Schluß seines ersten Reisetages besuchte Papst Franziskus am heutigen Freitag, dem 28. April 2017, den koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. in seiner Residenz bei der Kairoer Markus-KathedraleEr hielt dabei eine Ansprache, die wir hier in der offiziellen Übersetzung übernehmen.

Nach der Unterzeichnung des Entwurfs einer gemeinsamen Erklärung, begaben Franziskus und Tawadros II. sich zur nahegelegenen Boutrosiya-Kirche, die sich auf dem Gelände der Markus-Kathedrale befindet. Bei der Kirche, die am 11. Dezember 2016 Ziel eines blutigen Attentats war, bei dem insgesamt 29 Menschen getötet wurden, hielt Franziskus auf Spanisch ein spontanes Gebet. 

„Herr Jesus, ich bitte Dich, segne uns. Segne meinen Bruder, Papst Tawadros II., und segne alle Brüder, die Bischöfe, die hier sind. Segne alle christlichen Brüder. Führe uns auf den Weg der Nächstenliebe, des Zusammenarbeitens, des gemeinsamen Tisches der Eucharistie. Amen“, so sprach er.

***

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!
[
Al Massih kam, bilhakika kam!]

Eure Heiligkeit, lieber Bruder,

vor kurzem haben wir das große Hochfest Ostern begangen, die Mitte des christlichen Lebens. Dieses Jahr hatten wir die Gnade, es am selben Tag zu feiern. Wir haben so im Gleichklang die Botschaft der Auferstehung verkündet und dabei auf gewisse Weise wieder die Erfahrung der ersten Jünger gemacht: An jenem Tag »freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen« (Joh 20,20). Diese Osterfreude wird heute durch das Geschenk vermehrt, im Gebet gemeinsam den Auferstandenen anbeten zu können und in seinem Namen einander erneut den heiligen Friedenskuss und den Friedensgruß zu geben. Dafür danke ich sehr: Auf meinem Weg hierher als Pilger war ich gewiss, den Segen eines Bruders zu empfangen, der mich erwartet hat. Groß war die Vorfreude, uns wieder zu treffen: Ich habe nämlich den Besuch Eurer Heiligkeit in Rom kurz nach meiner Wahl, am 10. Mai 2013, in lebendiger Erinnerung. Dieses Datum wurde zum glücklichen Anlass, jedes Jahr den Tag der koptisch-katholischen Freundschaft zu begehen.

In der Freude darüber, unseren ökumenischen Weg brüderlich fortzusetzen, möchte ich vor allem an jenen Meilenstein in den Beziehungen zwischen dem Stuhl Petri und dem Stuhl des Markus erinnern, nämlich die Gemeinsame Erklärung, die vor über vierzig Jahren von unseren Vorgängern am 10. Mai 1973 unterzeichnet wurde. »Nach einer jahrhundertelangen, schwierigen geschichtlichen Entwicklung«, in der »theologische Unterschiede entstanden sind, die von nichttheologischen Faktoren« und von einem zunehmend allgemeinen Misstrauen »genährt und verstärkt wurden«, ist man an jenem Tag mit Gottes Hilfe dazu gelangt, gemeinsam anzuerkennen, dass Christus »vollkommener Gott in Bezug auf seine Gottheit und vollkommener Mensch in Bezug auf seine Menschheit ist« (Gemeinsame Erklärung des Heiligen Vaters Paul VI. und Seiner Heiligkeit Amba Shenouda III., 10. Mai 1973). Aber nicht weniger aktuell und weniger wichtig sind die unmittelbar vorausgehenden Worte, mit denen wir »unseren Herrn und Gott, der unser aller Erlöser und König ist, bekannt haben, Jesus Christus«. Mit diesen Aussagen haben der Stuhl des Markus und der Stuhl Petri die Herrschaft Jesu feierlich verkündet: Gemeinsam haben wir bekannt, dass wir alle Jesus angehören und Er unser alles ist.

Darüber hinaus haben wir verstanden, dass wir als die Seinen nicht mehr daran denken können, jeder für sich auf seinem Weg voranzuschreiten. Denn so würden wir seinen Willen verraten, dass die Seinen »alle […] eins sein« sollen, »damit die Welt glaubt« (Joh17,21). Im Angesicht des Herrn, der wünscht, dass wir »vollendet« sind »in der Einheit« (17,23), ist es uns nicht mehr möglich, uns hinter den Vorwänden unterschiedlicher Interpretationen und auch nicht hinter Jahrhunderten einer Geschichte und von Traditionen, die uns einander entfremdet haben, zu verstecken. Wie Seine Heiligkeit Johannes Paul II. hier sagte: »In dieser Hinsicht dürfen wir keine Zeit verlieren! Unsere Gemeinschaft in dem einen Herrn Jesus Christus, in dem einen Heiligen Geist und in der einen Taufe ist bereits eine tiefe und fundamentale Wirklichkeit« (Ansprache bei der ökumenischen Begegnung, Kairo, 25. Februar 2000). Es gibt in diesem Sinn nicht nur eine Ökumene der Gesten, Worte und Bemühungen, sondern eine schon wirksame Gemeinschaft, die jeden Tag in der lebendigen Beziehung mit dem Herrn Jesus wächst und im Glauben, den wir bekennen, verwurzelt ist sowie in unserer Taufe wahrhaft begründet ist und darin, dass wir in ihm »neue Schöpfung« (2 Kor 5,17) sind: kurzum, es ist »ein Herr, ein Glaube, eine Taufe« (Eph 4,5). Von hier gehen wir immer aus, um das Kommen des so ersehnten Tags zu beschleunigen, an dem wir in voller und sichtbarer Gemeinschaft am Altar des Herrn versammelt sein werden.

Auf diesem leidenschaftlichen Weg, der, wie das Leben, nicht immer einfach und geradlinig ist – der Herr aber fordert uns auf, darauf weiter zu gehen –, sind wir nicht allein. Es begleitet uns eine unermessliche Schar von Heiligen und Märtyrern, die schon in voller Einheit uns dazu drängt, hier unten ein lebendiges Abbild des »Jerusalem oben« (Gal 4,26) zu sein. Unter ihnen freuen sich heute gewiss auf besondere Weise die Heiligen Petrus und Markus über unsere Begegnung. Das Band, das sie vereint, ist groß. Es genügt, daran zu denken, dass der heilige Markus das Glaubensbekenntnis des Petrus in die Mitte seines Evangeliums stellte: »Du bist der Christus!« Es war die Antwort auf die immer aktuelle Frage Jesu: »Ihr aber, für wen haltet ihr mich?« (Mk 8,29). Auch heute wissen viele Menschen keine Antwort auf diese Frage zu geben; es fehlt selbst an denen, die sie stellen, und vor allem an denen, die sie mit der Freude, Jesus zu kennen, beantworten – dieselbe Freude, mit der wir in der Gnade ihn gemeinsam bekennen.

Gemeinsam sind wir also gerufen, den Herrn zu bezeugen und der Welt unseren Glauben zu bringen, vor allem in der Weise, die dem Glauben eigen ist: das heißt den Glauben leben, weil die Gegenwart Jesu im Leben vermittelt wird und die Sprache der unentgeltlichen und konkreten Liebe spricht. Als orthodoxe Kopten und Katholiken können wir immer mehr diese gemeinsame Sprache der Liebe sprechen: Bevor wir eine wohltätige Initiative ergreifen, wäre es schön, uns zu fragen, ob wir sie mit unseren Brüdern und Schwestern unternehmen können, mit denen wir den Glauben an Jesus teilen. Wenn wir die Gemeinschaft im konkreten Alltag durch unser gelebtes Zeugnis aufbauen, so wird der Geist es nicht versäumen, von der Vorhersehung bestimmte ungeahnte Wege zur Einheit zu eröffnen.

Eben mit diesem konstruktiven apostolischen Geist fahren Eure Heiligkeit fort, der koptisch-katholischen Kirche eine echte und brüderliche Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Für diese Nähe danke ich sehr. Sie hat ihren lobenswerten Ausdruck im Nationalen Rat der Christlichen Kirchen Ausdruck gefunden, den Sie ins Leben gerufen haben, damit die an Christus Glaubenden immer mehr gemeinsam wirken können zum Wohl der gesamten Gesellschaft Ägyptens. Ich habe auch die großzügige Gastfreundschaft bei der 13. Begegnung der Gemischten Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und den Orthodoxen Orientalischen Kirchen sehr geschätzt, die auf Ihre Einladung hin letztes Jahr hier stattgefunden hat. Es ist ein schönes Zeichen, dass die nächste Begegnung dieses Jahr in Rom abgehalten wird, gleichsam als Ausdruck einer besonderen Kontinuität zwischen den Stühlen des Markus und des Petrus.

In der Heiligen Schrift scheint Petrus irgendwie die Zuneigung des Markus zu erwidern, indem er ihn »mein[en] Sohn« (1 Petr 5,13) nennt. Aber die brüderliche Verbundenheit des Evangelisten und seine apostolische Tätigkeit betreffen auch den heiligen Paulus, der vor seinem Märtyrertod in Rom von der nützlichen Hilfe des Markus zum Dienst spricht (vgl. 2 Tim 4,11) und ihn mehrfach erwähnt (vgl. Phlm 24; Kol 4,10). Brüderliche Liebe und gemeinsame Sendung: das ist die Botschaft, die uns das Wort Gottes und unsere Anfänge übermitteln. Wir haben die Freude, die Saat des Evangeliums weiterhin zu begießen und mit Gottes Hilfe gemeinsam wachsen zu lassen (vgl. 1 Kor 3,6-7).

Das Reifen unseres ökumenischen Weges wird auf geheimnisvolle und mehr denn je aktuelle Weise auch von einer wahren und eigentlichen Ökumene des Blutes getragen. Der heilige Johannes schreibt, dass Jesus »durch Wasser und Blut gekommen ist« (1 Joh 5,6); wer an ihn glaubt, »besiegt die Welt« (1 Joh 5,5). Durch Wasser und Blut: wenn wir ein neues Leben in unserer gemeinsamen Taufe leben, ein Leben in beständiger Liebe für alle, auch auf Kosten der Hingabe des Blutes. Wie viele Märtyrer in diesem Land haben von den ersten Jahrhunderten des Christentums an den Glauben auf heroische Weise bis zum Äußersten gelebt, indem sie lieber ihr Blut vergossen, als den Herrn zu verleugnen und den Verlockungen des Bösen oder auch nur der Versuchung nachzugeben, dem Bösen mit dem Bösen zu antworten. Das ehrwürdige Martyrologium der Koptischen Kirche bezeugt dies gut. Erst kürzlich ist leider das unschuldige Blut wehrloser Gläubiger auf grausame Weise vergossen worden. Lieber Bruder, wie das himmlische Jerusalem eines ist, so ist unser Martyrologium eines; eure Leiden sind auch unsere Leiden, und ihr unschuldiges Blut vereint uns. Setzen wir uns, gestärkt durch euer Zeugnis, dafür ein, uns der Gewalt zu widersetzen, indem wir das Gute predigen und säen und so die Eintracht wachsen lassen und die Einheit bewahren. Beten wir, dass die vielen Opfer den Weg in eine Zukunft in der vollen Einheit untereinander und des Friedens aller auftun.

Die wunderbare Geschichte der Heiligkeit dieses Landes ist nicht nur aufgrund des Opfers der Märtyrer eine besondere. Als kaum die Verfolgungen der Antike zu Ende gegangen waren, kam eine Lebensform auf, die in Hingabe an den Herrn nichts für sich zurückhielt: In der Wüste nahm das Mönchtum seinen Anfang. So folgte auf die großen Zeichen, die Gott in der Vergangenheit in Ägypten und am Roten Meer gewirkt hatte (vgl. Ps 106,21-22), das Wunder eines neuen Lebens, das die Wüste in Heiligkeit erblühen ließ. In Verehrung für dieses gemeinsame Erbe bin ich als Pilger in dieses Land gekommen, wohin der Herr selbst sich gerne hinbegibt: Hier kam er in Herrlichkeit auf den Berg Sinai hinab (vgl. Ex 24,16); hier fand er in Demut Zuflucht als Kind (vgl. Mt 2,14).

Eure Heiligkeit, lieber Bruder, derselbe Herr schenke uns, dass wir uns heute gemeinsam als Pilger der Gemeinschaft und als Verkünder des Friedens aufmachen. Auf diesem Weg möge uns diejenige an der Hand nehmen, die Jesus hierher begleitet hat und die seit dem Altertum von der großen theologischen Tradition Ägyptens als Theotokos – Gottesgebärerin – angerufen wurde. In diesem Ehrentitel verbinden sich auf wunderbare Weise die Menschheit und die Gottheit, denn in der Mutter ist Gott für immer Mensch geworden. Die heilige Jungfrau Maria, die uns immer zu Jesus führt, die vollkommene Symphonie des Göttlichen mit dem Menschlichen, möge weiter ein Stück Himmel auf unsere Erde bringen.

© Copyright – Libreria Editrice Vaticana

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Quelle

Wie eine Rückkehr ins Haus des Evangelisten Markus

Kairo / Wikimedia Commons – Raduasandei, Public Domain

Erinnerungen an Besuch Papst Johannes Pauls II. am Nil

Papst Franziskus reist am kommenden Freitag nach Ägypten. Der letzte Besuch eines Papstes dort fand im Februar 2000 statt. Im Vorbereitungsteam war damals der Deutsche Monsignore Joachim Schroedel. Fast zwanzig Jahre, bis August 2014, war der Geistliche im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz der Seelsorger der deutschsprachigen Katholiken in Ägypten, zuständig auch noch für acht weitere Länder. Der Monsignore aus dem Bistum Mainz unterstützt nun den Apostolischen Vikar in Alexandria, Bischof Zaki, in der Seelsorge für die Deutschsprachigen. ZENIT-Korrespondentin Michaela Koller befragte ihn nach seinen Erinnerungen an den Besuch Papst Johannes Pauls II. im Land am Nil:

Sie haben im Jahr 2000 den Papstbesuch Johannes Paul II. in Ägypten mit vorbereitet. Was war Ihre Aufgabe?

Msgr. Joachim Schroedel: Vor siebzehn Jahren bedeutete die Vorbereitung eines Papstbesuches vor allem die Kommunikation im Inneren des Landes. Es war immerhin der erste Besuch des Nachfolgers des Apostels Petrus in Ägypten. Hier galt es, nicht zuletzt auch den muslimischen Repräsentanten des Staates und hoher muslimischer Institutionen, Kenntnisse zu vermitteln. Logistisch waren die Probleme sicherlich geringer, denn der Heilige Vater hatte ja mit zwei Übernachtungen und drei Besuchstagen ein eher entzerrtes Programm. Zur Vorbereitung gehörte dann auch die konkrete Durchführung samt Berichterstattung für die Medien.

Wie war damals die Reaktion der Christen auf den Besuch? Sprachen sie mit einer Stimme oder reagierten sie je nach Konfession unterschiedlich?

Msgr. Joachim Schroedel: Alle Christen Ägyptens freuten sich! Und sehr viele Muslime sagten, es sei eine große Ehre, die der Papst auch ihnen erweisen würde. Natürlich freuten sich die etwa 200.000 Katholiken besonders. Immerhin kam ihr Haupt zu ihnen, um ihnen Mut zu machen. Die Beziehungen zwischen den orientalischen Kirchen und der Kirche Roms war damals eher distanziert. Doch hat auch der damals regierende Patriarch der koptisch-orthodoxen Kirche, Shenuda III., bei einem Empfang für die Ökumene Kairos bekannt: ‚Heiliger Vater, wir lieben Ägypten – und wir lieben Sie!‘ Und Johannes Paul II. hatte herzlich bekannt, er käme “nach Hause”, ins Haus des Evangelisten Markus, der ja ein Schüler des Petrus war.

Bemerkenswert war die Bezeichnung der Zehn Gebote als “moralisches Universalgesetz”, gültig zu jeder Zeit und an jedem Ort. Wissen Sie etwas über die muslimischen Reaktionen darauf?

Msgr. Joachim Schroedel: Der Heilige Vater hatte es hervorragend verstanden, auch die muslimische Mehrheit in seinen Besuch einzubeziehen, obwohl anders als beim Besuch von Franziskus, es nur einen “Höflichkeitsbesuch” beim Großscheich der Al Azhar gab. Die 10 Gebote als “Universalgesetz” zu bezeichnen, das für jeden Menschen gilt, war keine neue Theorie. Doch hat dieses Wort neu auch bei den Muslimen gewirkt. Ebenso bemerkenswert war, daß der Papst mehr auf den “Dialog der Kulturen” abhob als auf den “Dialog der Religionen”. Ich hoffe, daß Papst Franziskus auf der gleichen Ebene weiter denkt.

Welche längerfristigen Auswirkungen hatte der Besuch – besonders mit Blick auf die Ökumene und den interreligiösen Dialog?

Msgr. Joachim Schroedel: Nach siebzehn Jahren kann man sagen, die Beziehungen zwischen den Kirchen des Orients und des Okzidents haben sich wesentlich verbessert. Der katholische Patriarch, Ibrahim Sidraq, und der koptisch-orthodoxe Patriarch, Tawadros II., sind, so kann man es sehen, Freunde geworden. Beim kommenden Besuch des Papstes wird auch der griechisch-orthodoxe Patriarch Bartholomaios aus Konstantinopel anwesend sein – ein nochmals größeres Zeichen wachsender Ökumene. Die Gespräche mit den Muslimen werden weiter geführt. Doch sollte dabei wirklich der Ansatz Johannes Pauls II. vom Dialog der Kulturen voran getrieben werden.

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Ägypten: Christen aus dem Sinai bitten um Hilfe

Auf der Flucht: Kopten vom Sinai bei der Ankunft in Ismailia

Die Christen aus dem Sinai bitten um Hilfe: Unversehens sind sie ins Visier islamistischer Terroristen gerückt. Viele Kopten verlassen deshalb Arish, die Hauptstadt der ägyptischen Halbinsel. Ganze Familien sind auf der Flucht. Erstes Ziel: Kairo oder Alexandrien. Der koptisch-katholische Bischof von Gizeh, Antonios Aziz Mina, spricht von einer gezielten Christenverfolgung durch islamistische Terroristen. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt er aber auch, dass nicht nur Christen das Ziel der Angriffe seien.

„Sie führen diese Attentate gegen alle aus, also nicht nur gegen Christen. Es geht den Terroristen darum, Ägypten ins Chaos zu stürzen und eine Destabilisierung herbeizuführen. Sie wollen die Touristen fernhalten, denn sie wissen genau, dass Ägypten vom Tourismus abhängig ist.“

Im Sinai sei der sogenannte Sinai-IS präsent. Es handele sich um eine Gruppe von Terroristen, die mit dem sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) in Verbindung steht. Diese Terroristen ziehen durch die Dörfer im Norden des Sinai und brandmarken alle von Christen bewohnten Häusern mit dem arabischen Buchstaben „N“ für Nazarener – also die Umschreibung für Christen.

„Die geflüchteten Christen kommen zu uns und befinden sich im Schock-Zustand“, sagt der armenisch-katholische Bischof von Alexandrien, Krikor Koussa im Gespräch mit Radio Vatikan. „Es gibt unter ihnen viele Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Alle haben Angst, dass aus dem Sinai das wird, was wir im Irak und in Syrien erlebt haben. Sie kommen zu uns und haben nichts mehr, kein Haus und keine Güter. Wir nehmen sie mit Liebe auf, und gerade in diesem Augenblick der Fastenzeit betrachten wir es als Pflicht, ihnen beizustehen, wie uns Christus gelehrt hat.“

Die Gewalt gegenüber Christen sei brutal und „eines Menschen nicht würdig“, pflichtet der koptisch-katholische Bischof Aziz Mina bei. „Mehr denn je ist es wichtig, wie uns Papst Franziskus lehrt, für die verfolgten Christen zu beten. Diese Kultur des Hasses muss ein Ende finden.“ Die ägyptische Regierung bekämpft seit Jahren islamistische Terroristen auf dem Sinai – mit eher mäßigem Erfolg.

(rv 04.03.2017 mg)

Ägypten: Christen zwischen Angst und Gottvertrauen Koptischer Bischof zur aktuellen Lage nach Anschlag in Kairo

Coptic Orthodox Pope Tawadros II led the funeral for the victims of the bomb that exploded on 11.12.2016 during Sunday Mass in a chapel at Cairo's main Coptic Cathedral. Please always watermark these pictures when using them online.

Coptic Orthodox Pope Tawadros II led the funeral for the victims of the bomb that exploded on 11.12.2016 during Sunday Mass in a chapel at Cairo’s main Coptic Cathedral.
Please always watermark these pictures when using them online.

Pressemitteilung von KIRCHE IN NOT vom 30. Dezember 2016

Der jüngste Anschlag auf die Gottesdienstbesucher in der Kirche St. Peter und Paul in Kairo hat nach Einschätzung des koptisch-katholischen Bischofs Kyrillos William Samaan die Angst vor weiteren Terroranschlägen unter den Christen des Landes entfacht. Am dritten Adventssonntag war in dem Gotteshaus in der ägyptischen Hauptstadt eine Bombe detoniert. Sie riss 26 Menschen in den Tod, 35 wurden schwer verletzt. Wenig später bekannte sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu dem Anschlag. Obwohl seine Bischofsstadt Assiut gut fünf Autostunden von Kairo entfernt liegt, seien die Auswirkungen des Attentats auch dort zu spüren, berichtet Samaan. Mit Andrea Krogmann sprach er über die Folgen und die politische Aufarbeitung des Anschlags.

Andrea Krogmann: Bischof Kyrillos, wie bewerten Sie die gegenwärtige Lage in Ägypten?
Bischof Kyrillos William Samaan: Der brutale Anschlag auf Gläubige in Kairo hat bei allen Christen große Trauer ausgelöst. Wir sind sehr betroffen. Am Dienstag vor Weihnachten hat die koptische Kirche den 26. Märtyrer des jüngsten Anschlags erhalten: Ein zehnjähriges Mädchen ist seinen Verletzungen erlegen. Trauer und Angst sind groß. Gleichzeitig erleben wir viel Gottvertrauen und Stärke. Wie schon bei vorhergehenden Anschlägen ist es auch diesmal so: Wenn Terror verübt wird, um Menschen vom Gottesdienst abzuhalten, kommen noch mehr als sonst.

Wie haben die Muslime und die Regierung auf den Anschlag reagiert?
Wir erfahren viel Solidarität und Mitgefühl! Viele haben angerufen oder sind vorbeigekommen, um uns ihr Mitgefühl auszusprechen. Der Staat hat sofort reagiert und Untersuchungen aufgenommen. Das ist sehr bedeutsam. Denn viele Menschen denken, dass die Polizei und der Staat christenfeindliche Anschläge billigen. Das ist diesmal anders. Ein Präsident, der selbst zur Trauerfeier kommt und jedem Angehörigen der getöteten Christen und allen Kirchenvertretern die Hand schüttelt, das ist ein starkes Zeichen!

Hat der Anschlag in Kairo die Angst vor weiteren Anschlägen geschürt?
Ja, die Angst wächst. Der „Islamische Staat“ hat weitere Anschläge angekündigt. Wir Kopten feiern Weihnachten – nach westlichem Kalender – ja erst am 7. Januar. Was dann passieren wird, wissen wir nicht.

Gibt es besondere Sicherheitsmaßnahmen?
Die verantwortlichen Kräfte sind zu uns gekommen und haben uns um Zusammenarbeit gebeten. Zusätzlich zum äußeren Schutz, der in ihrer Hand liegt, wollen sie unsere Leute trainieren und ihnen zeigen, auf was sie achten müssen. Unter anderem sollen unsere Pfadfinder, die an den kirchlichen Hochfesten die Ordnungsdienste in der Kirche übernehmen, ein ziviles Sicherheitstraining von den Behörden erhalten. Vor unserer Kathedrale wurden Metalldetektoren aufgestellt. Das ist teuer, aber wichtig. Zwar kennen wir unsere Gemeindemitglieder, aber gerade zu Festen kommen viele Fremde.

Fühlen sich die Christen damit ausreichend geschützt?
Vor vielen Kirchen sind schon seit Jahren Soldaten postiert. Das Problem ist aber, dass sie nicht sehr gut ausgerüstet sind. Das muss jetzt besser werden. Aber an den großen Festtagen gibt es natürlich auch außergewöhnliche Maßnahmen wie Straßensperren und erhöhtes Sicherheitsaufgebot. Das erhöht das Sicherheitsgefühl. Aber einen vollkommenen Schutz gibt es nicht.

Welchen Weihnachtswunsch haben Sie für Ihr Land und Ihre Gläubigen?
Natürlich wünsche ich mir Frieden für unser Land. Wir sehen die Anstrengungen unseres Präsidenten, der eine gute, sichere Zukunft für Ägypten will. Diese Bemühungen werden untergraben durch die Terrorakte. Das Land braucht Ruhe, auch wegen des Tourismus, der eine unserer wichtigsten Einnahmequellen ist. Ohne diese Ruhe kommen keine Touristen. Ohne ausländische Gäste und Wirtschaftspartner steigt die Armut. Und Armut erzeugt immer mehr Extremismus.

Rund zehn Prozent der Einwohner Ägyptens sind Christen, die meisten von ihnen sind koptisch-orthodox. Gut eine Viertelmillion Katholiken leben im Land, sie gehören mehrheitlich der koptisch-katholischen Kirche an. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt die christliche Minderheit Ägyptens seit vielen Jahren. Neben dem Bau und dem Unterhalt von Kirchen fördert das Hilfswerk auch Jugendprojekte und setzt sich für benachteiligte Frauen ein. Um weiter helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter www.spendenhut.deoder an:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Ägypten

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Kardinal Schönborn besucht „Müllmenschen“ von Kairo

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Der Wiener Erzbischof bei Treffen mit den christlichen Müllmenschen
vom Mukattam von deren Glauben tief beeindruckt.

Kardinal Christoph Schönborn hat bei seinem Besuch in Ägypten am Dienstag, 25. Oktober 2016 die „Zabbaleen“, die christlichen Müllsammler, von Kairo besucht. Am Fuße des Mukattam, einem Steinplateau im Südosten Kairos, leben rund 30.000 dieser Menschen. Sie tragen die Hauptlast der Müllentsorgung in der mit knapp acht Millionen Einwohnern größten Stadt der arabischen Welt. Der gesammelte Müll wird von den Menschen in und vor ihren Wohnhäusern meist mit bloßen Händen sortiert und danach einer Wiederverwertung zugeführt. Die hygienischen Bedingungen in der Stadt der Müllmenschen ist denkbar schlecht, Krankheiten sind entsprechend häufig.

Insgesamt gibt es in Kairo sieben solcher christlicher Siedlungen wie am Mukattam. Die Besonderheit der von Kardinal Schönborn besuchten Ansiedlung der „Zabbaleen“: Sie haben in das umliegende Kalksteinmassiv beeindruckende Kirchen und Grotten gegraben. Am größten ist die Grottenkirche der Jungfrau Maria und des Heiligen Sama’an. Sie bietet Platz für mehr als 10.000 Gläubige. Insgesamt gibt es in dem Komplex fünf Kirchen und mehrere weitere unterirdische Versammlungsräume. 25 koptische Priester mit einem eigenen Bischof an der Spitze sorgen für die Seelsorge. Alle Kirchen und Grotten entstanden zwischen 1974 und 1992.

Kardinal Schönborn zeigte sich von den Kirchen und Grotten beeindruckt, noch mehr aber von der tiefen Frömmigkeit der Menschen. „Sie alle leben davon, was andere wegwerfen“, so der Wiener Erzbischof bei der Begegnung mit mehreren hundert Müllsammlern. Dass diese Menschen trotz ihrer so schwierigen Lebensbedingungen nicht verzweifeln, sondern so tief im Glauben verwurzelt sind, sei ein wertvolles Zeugnis für alle Christen, sagte Schönborn.

Bekannt wurden die Müllsammler von Kairo durch die belgisch-französische katholische Ordensfrau Sr. Emmanuelle Cinquin (1908-2008). Sie hat für die „Zabbaleen“ ein großes Sozialwerk ins Leben gerufen, das heute von der koptisch-orthodoxen Ordensfrau Sr. Sarah geleitet wird. Sr. Emmanuelle wurde als „Mutter der Müllmenschen“ bekannt, mehr als zwei Jahrzehnte lang lebte sie zwischen 1971 und 1993 in einer Müllsiedlung mit den Menschen.

Ägyptische Wüstenklöster

Kardinal Schönborn hält sich derzeit zu einem mehrtägigen Besuch in Ägypten auf. Begleitet wird er u.a. vom koptischen Bischof von Österreich Anba Gabriel. Die Reise dient vor allem der Vertiefung der Beziehungen zwischen der katholischen und koptischen Kirche.

Auf dem Besuchsprogramm standen auch mehrere der bis ins 4. Jahrhundert zurückreichenden Wüstenklöster, darunter das Kloster Mar Mina westlich von Alexandrien. Das heutige Kloster wurde ab 1959 nahe den Ruinen der einstigen „Stadt des Heiligen Minas“ errichtet, die in der Spätantike eine der wichtigsten christlichen Pilgerstätten des Mittelmeerraums war. Im 13. Jahrhundert wurde der umfangreiche Klosterkomplex zerstört. Die Ausgrabungen der historischen Stätte begannen Anfang des 20. Jahrhunderts.

Das neu errichtete Kloster dürfte seinem antiken Vorgänger aber kaum nachstehen. Der Klosterkomplex umfasst zahlreiche Kirchen, Beherbergungsgebäude und Wirtschaftsbetriebe. 120 Mönche leben in Mar Minas, das jedes Jahr von hunderttausenden Gläubigen verschiedener Konfessionen besucht wird. An hohen Feiertagen werden in den zahlreichen Kirchen bis zu 50 Gottesdienste gefeiert.

Der Wiener Erzbischof war auch im Makarius-Kloster im Wadi Natrun zu Gast. Dieses Mitte des 4. Jahrhunderts gegründete Kloster zählt ebenfalls zu den ältesten und bedeutendsten Klöstern Ägyptens. Vor rund 50 Jahren lebten nur mehr sechs alte Mönche in der umfangreichen Klosteranlage, bevor es ab Ende der 1960er-Jahre wiederbelebt wurde. Heute gehören dem Kloster rund 150 Mönche an, es besitzt Betriebe sowie große landwirtschaftliche Flächen und beschäftigt hunderte Arbeitnehmer.

Kardinal Schönborn besuchte außerdem die Bibliothek von Alexandria sowie die koptische Markuskathedrale in der zweitgrößten Stadt Ägyptens. Der erste Vorgängerbau der Kathedrale geht auf das Jahr 311 zurück. Im Verlauf der Zeit wurde das Gotteshaus immer wieder zerstört und wiederaufgebaut. Alexandria ist der historische Sitz des Papst-Patriarchen der koptischen Kirche. Das jeweilige Oberhaupt – derzeit ist es Papst-Patriarch Tawadros II. – trägt deshalb auch offiziell den Titel „Patriarch von Alexandria“.

Die koptisch-orthodoxe Kirche ist eine der ältesten Kirchen der Welt. Ihre Wurzeln liegen in Ägypten, weltweit gehören ihr laut Schätzungen bis zu 14 Millionen Gläubige, von denen 12 Millionen in Ägypten leben. Der Sitz des Patriarchats ist Kairo. In Österreich, wo die koptisch-orthodoxe Kirche staatlich seit April 2003 anerkannt ist, gibt es aktuell etwas mehr als 10.000 koptisch-orthodoxe Christen – die meisten davon in Wien – mit mittlerweile rund 15 Priestern, elf Kirchen sowie einem Kloster im niederösterreichischen Obersiebenbrunn.

erstellt von: red/kap, 26.10.2016
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