Pfarrer Robert Mäder: Geistige Weltherrschaft

Hört eine Geschichte. Als zu Sao Paulo in Brasilien die Tren­nung von Kirche und Staat durchgeführt wurde, mussten auch alle äußeren Zeichen der Religion aus den öffentlichen Gebäu­den verschwinden. Die Katholiken erhoben Protest und ver­langten vor allem Wiedereinführung der Kruzifixe in den Ge­richtssälen. Eine ungeheure Bewegung bildete sich im Volke. Ein Widerstand gegen die öffentliche Meinung war nicht mehr möglich.

Der Tag der Wiedereinführung kam. 20 000 Männer ström­ten an diesem Tage in Sao Paulo zusammen. Der Bürgermeister nahm das Kreuz in Empfang, reichte es vielen vornehmen Her­ren und Damen zum Kusse und trug es dann hinab auf die Straße. Beim Erscheinen des Kreuzes entblößten alle das Haupt und aus Tausenden von Kehlen entrang sich der Ruf: Es lebe Jesus, der Gekreuzigte! Eine Prozession begann. Ein Triumphzug.

Schluchzend vor Rührung knieten die Leute am Wege. Die Soldaten salutierten ehrfurchtsvoll. 12 Musikkorps spielten. Aus den Fenstern ergoss sich ein förmlicher Blumenregen auf das Bild des Gekreuzigten. Unmittelbar hinter dem Kreuz kam die Nationalfahne. Die Begeisterung erreichte ihren Höhe­punkt, als man vor dem Gerichtsgebäude anlangte, wo auf einem Balkon die geistlichen und weltlichen Würdenträger den Zug erwarteten. In feierlicher Weise wurde das Kruzifix in das Gerichtsgebäude getragen. Ungeheures Beifallrufen der Menge begleitete den Akt. Zum Schluss zog das Volk in den Saal und defilierte ehrfurchtsvoll vor dem Kruzifix.

Altes Europa, wirst du auch noch einmal Zeuge eines so er­habenen Schauspieles sein? Wirst du auch eine Jugend finden, die das Kreuz im Triumph wieder zurückführt in die Parla­mente, in die Schulen, in die Gerichte, auf die öffentlichen Plätze? Und wenn der Tag dieser Kreuzerhöhung kommt, wer­det Ihr dabei sein? Darum dreht sich der Kampf. Jetzt meint man, dass es nur um die Futtertröge und die Weideplätze gehe. Aber je höher die Sündflut anschwillt, desto klarer wird es werden, dass der politische, soziale und religiöse Weltkrieg ein Kampf ums Ganze wird, ein Kampf um Gott und Teufel.

Das Thema der jungen katholischen Aktion, an deren Wiege der zehnte Pius stand, ist die Vorbereitung der großen Welt­offensive, die zum Zweck hat, die Welt dem, dem sie gehört, zurückzuerobern aus der Hand desjenigen, der sie gestohlen hat, des Liberalismus, seines Vaters, seiner Brüder und seiner Söhne.

Darin sehe ich die Bedeutung der katholischen Tagungen. Die Katholikentage sind entweder ausgesprochen katholische Tage oder sie sind nichts. Die Katholikentage beschäftigen sich entweder mit dem ewig jungen, großen Problem der gei­stigen Welteroberung oder sie sind überflüssig, und man muss mit ihnen aufräumen im Interesse der Sparsamkeit und der öffentlichen Ehrlichkeit. Wir betrachten es als die Aufgabe der Katholikentage, allüberall Larven herunterzureißen.

Also das Thema der katholischen Versammlungen: Mitar­beit und Vorbereitung der geistigen Weltherrschaft des katho­lischen Glaubens, Proklamierung einer geistigen Weltoffensive, die zum Ziel hat, das Kreuz des Meisters wieder aufzupflanzen auf allen Rathäusern, auf allen Schulen, auf allen Fabriken.

Wir sind klein und arm geworden. Wir haben Krone, Thron und Zepter verloren. Wir regieren nicht mehr. Wir haben das katholische Selbstbewusstsein und das Gefühl der einstigen Macht eingebüßt. Wir sind die unendlich Bescheidenen. Kein feuriges Erobererblut mehr in unsern Adern. Kein Wille zur Herrschaft mehr!

Einst regierte die Kirche. Wie ein Bienenstock durch die Bienen gebaut wird, so ist nach einem Ausspruch Gibbons Europa durch die Bischöfe gebaut worden. Das durch die Kir­che christianisierte Europa war kein Paradies, kein absolutes Ideal, aber es war unter der ernsten und mütterlichen Leitung der Kirche im allgemeinen eine Domäne des Friedens und der Wohlfahrt. Die Gesellschaft, das, was man die öffentliche Luft nennen kann, war katholisch. Die Kirche war zugleich die europäische Regierung, nicht die politische Regierung der Re­gierungen — das wollen wir nicht — aber die geistige Regie­rung der Völker. Diese Zeit ist vorbei! Wir regieren nicht mehr.

Wir waren einst Meister im Schweizerhaus. Wir haben es gezimmert. Wir, die alten katholischen Schweizer. Sie waren keine Heiligen. Sie hatten auch ihre Schwächen und Fehler. Aber die Geschichte beweist, dass die Barometer der Religion und des Patriotismus und der Vaterlandsgröße in der Schwei­zergeschichte immer gleichzeitig steigen und fallen. Je katholi­scher, desto vaterländischer. Die großen Tage der Schweizer­geschichte waren alles Tage, die im Zeichen der Kirche stan­den, wo man weder von Protestantismus noch Liberalismus etwas wusste. Wir haben das Schweizerhaus gezimmert

Jetzt ist der Liberalismus und das Freimaurertum, morgen vielleicht der Sozialismus Herr im Hause, und wir wohnen als Minderberechtigte droben in der Mansarde oder drunten im Keller. Wenn wir an unsere Ausnahmegesetze, an unsere Ent­rechtung und Zurücksetzung im öffentlichen Leben denken, müssen wir sagen: Wir tragen Ketten und Fesseln an Händen und Füßen. Wir regieren nicht mehr.

Allein wir wollen gerecht sein. Wir wollen nicht nur die der­zeitigen Machthaber anklagen. Wir regieren nicht einmal dort, wo wir die Mehrheit sind. Wir reden von blühendem kirch­lichem Leben, und es sei ferne von mir, zu bestreiten, dass See­leneifer und katholische Aktion an manchen Orten Großes ge­schaffen haben. Ich konstatiere nur die allgemeine Tatsache: Wir regieren nicht mehr.

Auf welchem Gebiete regieren wir in den katholischen Ge­genden? In der Presse, die vielleicht zu 90 Prozent in den Händen des Liberalismus, des Protestantismus, des Freimaurer­tums, des Judentums, des Sozialismus, des Interkonfessionalis­mus, des Modernismus, des Materialismus, des Geschäftska­tholizismus, der Charakterlosigkeit und der Feigheit liegt?

Wo regieren, wir in den katholischen Gegenden? In der Schule, wo wir zur Wahl der Lehrer und der Lehrmittel nichts oder wenig zu sagen haben, wenn wir vom Recht, Steuern zu zahlen, absehen; in der Schule, wo wir uns von liberaler Seite den modernen geistigen bethlehemitischen Kindleinmord stumpf und gewissenlos gefallen lassen, ohne dass wir aufste­hen, Boykott und Streik erklären und sagen: Das dulden wir nicht. Und dort, wo wir regieren sollten, wo es sich um ausge­sprochen katholische Schulen handelt, wie schüchtern und zurückhaltend sind wir vielfach, wie furchtsam im Unterricht und in der Beeinflussung der Jugend!

Wo regieren wir? In der Werkstatt und Fabrik, wo so oft nicht christliche Geschäfts- und Arbeitsmoral, die Grundsätze der Gerechtigkeit, der Liebe und des gegenseitigen Vertrauens herrschen, sondern Protzentum, schrankenlose Geldgier auf der einen, Hass, Neid, klassenkämpferische revolutionäre Ge­sinnung auf der andern Seite? Im modernen Erwerbsleben, wo es so wenig katholische Arbeitgeber gibt, die nicht vom wirt­schaftlichen Liberalismus, so wenig Arbeiter, die nicht vom Sozialismus und Materialismus verseucht sind? Seien wir ehr­lich: Wir regieren nicht mehr.

Der Katholizismus existiert noch in der Einsiedelei des Pri­vatkämmerchens individueller Frömmigkeit, aber er ist nicht mehr öffentliche Macht. Von der Politik wollen wir gar nicht reden, zu einer Zeit, wo kein einziger Staat der Erde von wirk­lich katholischen Ideen geleitet wird. Das Kreuz ist fort, wo man hinschaut.

Wir regieren nicht mehr. Das ist nicht das Schlimmste. Es gibt auch Könige mit Ketten an den Füßen, Könige, an die man glaubt und vor denen man sich verbeugt, trotzdem sie ihrer Herrschaft beraubt worden sind. Das Schlimmste ist, dass wir Katholiken ohne viel Protest zuschauten, wie der Thron der Kirche, der Herrin der Völker, ins Museum wanderte und dem Katholizismus Mantel und Zepter abgenommen wurde.

Das Schlimmste ist, dass wir Katholiken selber allmählich nicht mehr an das geistige Königtum der Kirche glauben, und dass uns der Gedanke einer geistigen Weltherrschaft so fremd und unerhört geworden ist, dass wir ob solch kühner und ex­tremer Sprache erschrecken und umschauen, ob es ja niemand anders gehört habe. Das ist das Verhängnisvolle, dass wir die geistige Weltherrschaft gar nicht mehr wollen. Wir wollen nur noch mitleben, mitreden, mitregieren. Wir wollen nicht mehr erobern und wollen nicht mehr siegen.

Der Gedanke der Parität und des Proporzes ist vom politi­schen Gebiet unbewusst auch auf das religiöse übertragen wor­den. Wir sehen das Heil der Welt in der Gleichberechtigung von Wahrheit und Irrtum, Glaube und Unglaube, Gerechtig­keit und Ungerechtigkeit, Autorität und Umsturz! Katholische Kirche und Sekten, Freimaurertum und Judentum, Liberalis­mus und Sozialismus sollen die Weltkarte brüderlich teilen. Wir wollen nicht mehr den Thron, auch wenn wir die Macht dazu hätten, wir wollen ihn grundsätzlich nicht mehr! Wir wollen nur noch einen grünen Sessel!

Wir wollen nicht mehr das Ganze. Wir wollen nur noch einen Teil. Wir glauben nicht mehr an einen Weltherrschafts­beruf der katholischen Wahrheit. So sehr ist uns die biblische Wahrheit fremd geworden, dass der, der den Himmel gemacht und die Erde, dessen Privateigentum die fünf Weltteile, der die Völker des Weltalls durch den Rechtstitel der Erlösung sich ein zweites Mal zu eigen gemacht, dass er und sein Wille, sein Wort und Gesetz mit Ausschluss jedes Mitregenten zur Allein­herrschaft und Weltherrschaft berufen ist. Das ist die große Sünde des liberalen Jahrhunderts — der öffentliche Abfall vom ersten Gebot, das will, dass keine fremden Götter neben Gott sitzen.

Die Kirche ist kein Geheimbund. Ihre Papiere liegen nicht in verborgenen Archiven. Was sie will, das soll und darf die ganze Welt erfahren. Ihr Regierungsprogramm birgt keine Hinter­gedanken, kennt aber auch keine Furcht: Wir wollen das Ganze. Wir wollen den Thron. Wenn man Freimaurer ist, dann will man, dass die Phrase der Loge die ganze Welt be­herrsche. Wenn man Freimaurer ist, ist es klar, dass man das will. Man kann grundsätzlich gegen die Freimaurerei sein und in ihr das Tier des Abgrundes sehen, wie es von der geheimen Offenbarung geschildert wird. Aber wenn man einmal der Loge das Recht der Existenz einräumt, muss man folgerichtig auch einverstanden sein, dass sie überall sein will. Wenn man liberal ist, will man, dass die ganze Welt liberal sei, und wenn man Sozialist ist, will man, dass der Sozialismus von der ge­samten Menschheit angenommen, geglaubt und verwirklicht werde.

Das liegt in der Natur jeden Programms. Wenn mir etwas, sei ich wer ich will, Evangelium ist, dann will ich, dass es in der ganzen Welt verkündet werde. Es ist somit klar, dass der über­zeugte Katholik Tag und Nacht nichts anderes denkt und nichts anderes will, als dass der Thron der Kirche zum Wohl und Heil der Menschheit wieder aus dem mittelalterlichen Museum herausgeholt werde. Daran arbeiten wir. Das will die junge katholische Bewegung.

Man sage nicht, das sei leere, unausführbare Theorie. Das ist nicht leere Theorie. Das ist katholisch. Was ist der Katholizis­mus? Die Allgemeinheit! Die Weltbeherrschung! So las ich auf dem ersten Blatt der Weltliteratur. Der Geist Gottes schwebte über den Wassern, über dem brausenden, rauschen­den Chaos der Urwelt. Er gab dem Leblosen das Leben, dem Ungeordneten Zahl und Maß, Gewicht und Gesetz. Auf den geheimnisvollen Kräften und Gesetzen, welche der Heilige Geist in jenen Urzeiten in den Stoff hineinsenkte, beruht die ganze jetzige Naturwissenschaft und Technik. Sie ist ein Nach­denken und Nachprobieren dessen, was der Geist Gottes vor Jahrtausenden vorgedacht und vorgemacht hat.

Unsere Lehrbücher der Astronomie, der Optik, der Akustik, der Elektrizität, der Mechanik und der Chemie sind kleine, schwache Auszüge aus dem Buche der Schöpfung, verfasst und herausgegeben von dem, der am Anfange schwebte über den Wassern. Also das Erste, das ist der Geist. Der Geist schuf den Stoff. Der Geist belebte den Stoff. Der Geist beherrschte den Stoff. Also Weltbeherrschung durch den Geist!

Wenn der Heilige Geist an der Pfingsten herabstieg über eine neue, geistige Schöpfung, dann tat er es, um eine neue Welt zu schaffen. Gottesreich ist Weltreich. Also über die Kirchtürme hinaus! Über die Landesmarken hinaus! Über die Sprach­grenzen hinaus! Kein Winkelchristentum! Kein Landes-Chri­stentum! Kein Nationalchristentum! Gottes Reich ist Welt­reich! Gottes Gesetz ist Weltgesetz! Gottes Kirche ist Welt­kirche! Weltmachtstellung der Gebote! Weltmachtstellung der Sakramente! Das ist der Katholizismus nach Bibel und Über­lieferung: Weltbeherrschung! Geistige Weltbeherrschung!

Das ist der Gedanke, den Pius X. zum Programm wählte: Alles erneuern in Christus! Hört: Alles! Benedikt XV. griff die Idee wieder auf und rief: Die soziale Herrschaft Christi! Also, was wir wollen, ist nicht leere Theorie, sondern uraltes, bibli­sches und katholisches Programm! Wir glauben nur an einen Gott! Proporz und Parität haben im ersten Gebot keine Gel­tung. Die geistige Weltherrschaft Christi, des Sohnes Gottes, durch Petrus und seine Kirche, das Ziel aller katholischen Her­zen und aller katholischen Geister!

Ich gebe es gerne zu: Diese Theorie klingt nicht modern. Sie widerspricht dem Geiste aller Verfassungen, die zur Stunde in Kraft sind. Sie ist im schärfsten Gegensatz zur herrschenden liberalen Phrase! Sie stimmt auch im allgemeinen nicht überein mit der Praxis. Das kümmert uns wenig. Die Theorie darf sich, wenn sie einmal wahr ist, niemals nach der Praxis richten, son­dern die Praxis muss sich immer nach der Theorie richten, wie sich die Sonne niemals nach den Uhren richtet, sondern die Uhren nach der Sonne.

Wenn Uhr und Sonne nicht übereinstimmen, so ist der Feh­ler immer bei den Uhren, nie bei der Sonne! Die Uhren müs­sen korrigiert werden, die Uhren allein. Die Sonne ist die ka­tholische Wahrheit. Die Uhr ist unser Gewissen. Die mensch­liche Praxis muss also nach der göttlichen Theorie umgestaltet werden, immer, überall, in allen Dingen.

Wir wissen, wie spät es ist nach der vatikanischen Stern­warte. Wir dürfen nicht ruhen und rasten, bis alle Uhren, die Privatuhren, die Familienuhren, die Rathausuhren, die Schul­uhren, die Fabrikuhren nach der ewigen Wahrheitssonne ge­richtet sind. Unbekümmert um Erfolg oder Misserfolg! Wir arbeiten aus Pflicht und nicht aus Spekulation oder einem ge­wissen katholischen Sport.

Ich weiß, dass die geistige Weltherrschaft der katholischen Kirche nicht das Werk eines Tages ist und auch nicht das Werk der Gewalt sein darf. Ich weiß es, dass sie vor allem das Werk der göttlichen Gnade, des Gebetes und des guten Bei­spieles sein wird. Aber das weiß ich auch, dass die Erneuerung der Welt mit der Erneuerung der Geister beginnen muss. Alle diejenigen, welche mit allen möglichen Reformvorschlägen, mit menschlicher Klugheit und menschlicher Tatkraft allein glauben die Welt retten zu können, irren sich und fallen von Täuschung zu Täuschung, von Misserfolg zu Misserfolg, bis zur vollendeten Verzweiflung.

Die Welt wird heute wie vor 1900 Jahren nur auf einem Wege gerettet: Man muss die volle ungeschmälerte katholische Wahrheit nehmen und unter die Geister werfen, schriftlich und mündlich, theoretisch und praktisch, bis alles durchsäuert ist. Zuerst müssen wir katholisch glauben, dann erst werden wir katholisch handeln. Zuerst müssen wir den Mut haben, den neunten Glaubensartikel von der heiligen, katholischen, alleinseligmachenden Kirche durchzudenken bis zu den letzten Fol­gerungen und Forderungen, religiös, öffentlich, politisch, so­zial.

Aber die Wahrheit bedarf nicht nur der Köpfe, die sie den­ken. Sie bedarf auch der Zungen, die sie aussprechen. Wir müssen, nachdem wir einmal in allen Fasern davon durchdrun­gen sind, von unserer herrlichen katholischen Sache überall und zu allen Zeiten, wo zwei oder drei von uns zusammenkom­men, davon reden. Sie muss die leitende Idee unserer Gesprä­che werden. So werden wir einander Mut machen, und es wird ein Gefühl heiliger Unbesiegbarkeit und froher Siegeszuver­sicht unsere Arbeit stählen, die darin besteht, das Zeichen der Erlösung auf den Zinnen der Zukunft aufzupflanzen. Das ist der Sinn der jungen katholischen Bewegung, des neuen Kreuz­zuges.

Im Vertrauen auf Gott wollen wir es uns noch einmal in den Kopf setzen: Die Sache unserer Kirche, welche die Sache der Menschheit ist, muss siegen. Vor Jahren erliess in Frankreich der Verein der katholischen Jugend eine Einladung an alle seine Mitglieder, in ganz Frankreich die Kreuzbilder an den Wegen wieder anzubringen. Der Aufruf hatte einen großarti­gen Erfolg. Das war katholische Arbeit! Das war das Wahr­zeichen katholischer Wiedergeburt.

Katholische Jugend! Die katholische Wahrheit bedarf, nach­dem sie Köpfe gefunden hat, die sie durchdenken, und Zun­gen, die sie verkünden, auch der Hände, die sie in die Tat um­setzen. Diese Köpfe, diese Zungen und diese Hände sollen die Eurigen sein. Eure Parole sei die des groß–en Pius X.: Unsere Politik das Kreuz!

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Quelle: Robert Mäder – DIE GANZEN – Ein Appell an die Jugend – Ein Appell an die Männer
(Die Artikel stammen aus den Jahen 1919 und 1921)