Papst spricht Opfer protestantischer Verfolgung heilig

Spricht im Oktober Opfer protestantischer Verfolgung heilig: Papst Franziskus

Papst Franziskus spricht im Oktober dreißig Katholiken heilig, die im 17. Jahrhundert von Protestanten ermordet wurden. Das gab er bei dem am Donnerstag im Vatikan abgehaltenen Konsistorium der Kardinäle bekannt. Die Gruppe der Märtyrer wurde 1645 im nordbrasilianischen Sao Goncalo do Amarante während eines Gottesdienstes von calvinistischen Söldnern der niederländischen Kolonialherren getötet. Im Jahr 2000 sprach Johannes Paul II. (1978-2005) 30 von den 69 Katholiken selig.

Heiliggesprochen werden am 15. Oktober in Rom durch Papst Franziskus neben dem Jesuiten Andre de Soveral auch der in Portugal geborene Priester Ambrosio Francisco Ferro sowie 28 Laien. Ebenfalls spricht Franziskus am selben Tag die mexikanischen Jugendlichen Cristobal (+1527), Antonio und Juan (+1529) heilig, die sich geweigert hatten, einem Aztekengott Opfer zu bringen und in Polygamie zu leben, außerdem den spanischen Priester Faustino Miguez Gonzales (1831-1925), Gründer des Ordens der Kalasantinerinnen und eines Instituts zur Unterrichtung von Frauen sowie den Minoritenbruder und Missionaren Lucantonio Falcone (1669-1739).

(kap 20.04.2017 gbs)

Fatima: Die drei Hirtenkinder und die Wunderheilung des kleinen Lucas

João Batista & Lucila Yurie, Eltern Des Kleinen Lucas, Fatima / © ZENIT – AB

Pilgerreise am 12. und 13. Mai 2017

Den drei Hirtenkindern, Lucia, Jacinta und Francisco, erschien die Jungfrau Maria im Jahr 1917 sechs Mal, das erste Mal am 13. Mai. Lucia war damals zehn Jahre alt, ihre beiden Cousins, Francisco und Jacinta, jeweils neun und sieben Jahre alt. Während der Erscheinungen konnte nur Lucia sehen, hören und sprechen, Jacinta sehen und hören, Francisco nur sehen. Daher berichteten nur die beiden Mädchen über das Geschehene.

Durch die Erscheinungen änderte sich das Leben der drei Hirtenkinder, die ein einfaches und gläubiges Elternhaus hatten, grundlegend. Täglich beteten sie den Rosenkranz und mussten Anfeindungen und Anschuldigungen ertragen. Jacinta und Francisco starben nur wenige Jahre nach den Marienerscheinungen an der Spanischen Grippe, Francisco am 4. April 1919 und Jacinta am 20. Februar 1920.

Lucia, die wie ihre beiden Cousins in Aljustrel geboren war, hatte bereits 1915 eine Vision, wie sie später in ihren Erinnerungen berichtete. Nach der letzten Marienerscheinung 1917 lebte sie im Kolleg von Villar in Porto, danach, vom 17. Mai 1946 bis zu ihrem Tod am 13. Februar 2005, in Klausur im Karmel von Santa Teresa.

1922 verfasste Sr. Lucia die erste Niederschrift der Marienerscheinungen, 1924 wurde sie von einer offiziellen Kommission zu den Ereignissen in Fatima befragt. Sechs Jahre später, am 13. Oktober 1930, veröffentlichte der Bischof von Leiria einen Pastoralbrief zum Kult Unserer Lieben Frau von Fatima. Sr. Lucia verfasste von 1935 bis 1992 ihre Erinnerungen in sechs Teilen.

Am 3. Februar 2008 wurde der Seligsprechungsprozess für Sr. Lucia dos Santos eingeleitet und damit die übliche Fünfjahresfrist in ihrem Fall aufgehoben. Ihre Seligsprechung erfolgte am 13. Februar 2017.

Jacinta und Francisco wurden am 13. Mai 2000 seliggesprochen. Ihre Heiligsprechung am 13. Mai 2017 erfolgte aufgrund der Anerkennung eines Wunders, der Heilung eines kleinen Jungen aus Brasilien, der am 3. März 2013 im Alter von fünf Jahren einen schweren Unfall erlitten hatte.

Der kleine Lucas war beim Spielen aus dem Fenster in 6,50 Meter Tiefe gestürzt. Das Kind fiel ins Koma; die behandelnden Ärzte schätzten die Überlebenschancen des kleinen Jungen sehr gering ein. Die Eltern beteten in ihrer Verzweiflung zu Unserer Lieben Frau von Fatima und baten auch eine Schwesterngemeinschaft um Gebete.

Der Zustand ihres Sohnes verschlechterte sich besorgniserregend, doch am 9. März erwachte der kleine Lucas aus dem Koma, begann zu sprechen und nach seiner Schwester zu fragen. Am 15. März konnte er aus dem Krankenhaus entlassen werden. Von dem schweren Unfall sind Lucas keinerlei Folgeschäden geblieben. Wissenschaftlich ist seine Heilung nicht erklärbar.

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Quelle

Heiligsprechung in Fatima: Klammern wir uns Maria an

Papst in Fatima

Mit einem langen Applaus haben die Pilger und Gläubige im portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima den Papst am Samstagvormittag willkommen geheißen. Bei dem Gottesdienst unter strahlendem Sonnenschein nahmen tausende Menschen teil. Zuvor hatte Franziskus die alte Rosenkranzbasilika von Fatima besucht und betete vor den Gräbern der drei Seherkinder Francisco Marto, Jacinta Marto und Lucia dos Santos, die sich dort befinden. Der Platz zwischen den beiden Basiliken von Fatima war bereits zwei Stunden vor dem Gottesdienst weithin gefüllt. Viele Pilger hatten mit Schlafsäcken oder einfachen Rettungsdecken auf dem Areal übernachtet, berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur. Franziskus war im Exerzitienhaus „Nossa Senhora do Carmo“ unmittelbar neben dem Wallfahrtsgelände untergebracht.

Bis zum letzten Atemzug

Zu Beginn der Feier an diesem Samstag stellte der Bischof von Fatima, António Augusto dos Santos Marto, das Leben der beiden neuen Heiligen vor: Francisco und Jacinta Marto. Die Lesungen und das Tagesevangelium drehten sich allesamt um der Muttergottes. Der Papst rief die Gläubigen auf, „uns wie Kinder“ an sie zu klammern. Denn auf diese Weise könnten die Gläubigen in der Hoffnung leben, die sich auf Jesus stützt und die Menschen immer trägt – „bis zum letzten Atemzug“. Zu Beginn seiner Predigt ging er auf das Erlebnis der Seherkinder von Fatima ein. Unzählige Gnaden seien der Muttergottes von Fatima zu verdanken, so Franziskus. Hundert Jahre seien seit ihrer Erscheinung am Himmel vergangenen und „vom hoffnungsvollen Portugal aus“ haben ihr Lichtmantel „über die vier Himmelsrichtungen der Erde“ sich ausgebreitet. Die beiden neuen Heiligen seien für alle ein Vorbild, da sie die göttliche Gegenwart zu einem festen Bestandteil ihres Lebens machten.

Einhüllendes Licht

Maria ist erschienen, um an das „Licht Gottes zu erinnern, das in uns wohnt und uns umhüllt“: In seiner Predigt bei der Messe in Fatima betonte Papst Franziskus die Metapher des einhüllenden Lichts, die besonders wichtig ist für den Marienwallfahrtsort. „Gemäß dem gläubigen Empfinden vieler, wenn nicht sogar aller Pilger ist Fatima vor allem dieser Lichtmantel. Er bedeckt uns hier wie an jedem anderen Ort der Erde, wenn wir unter dem Schutz der Jungfrau Maria Zuflucht nehmen, um sie zu bitten, wie es das Salve Regina lehrt: ‚Zeige uns Jesus’.“ Die drei Hirtenkinder, denen die Muttergottes vor genau 100 Jahren begegnet war, hatte Ähnlichkeit wie die Maria aus der Offenbarung des Johannes, von der in der Lesung die Rede war, „eine Frau, mit der Sonne bekleidet.“ „Liebe Pilger, wir haben eine Mutter“, so Papst Franziskus.

Die drei Kinder hatten sich ihrem eigenen Zeugnis nach im Licht Gottes befunden, das von der Gottesmutter ausstrahlte. „Sie hüllt sie in den Mantel des Lichtes, das Gott ihr gegeben hatte.“ Zu Beginn der Messfeier hatte Papst Franziskus zwei der Seherkinder, Jacinta und Francisco Marto, heilig gesprochen. Das dritte Kind, Lucia dos Santos, war 2005 gestorben, für sie läuft das Seligsprechungsverfahren.

„Ich konnte nicht umhin, hierher zu kommen“

Der Papst bedankte sich bei allen Anwesenden, weil sie ihn auf dieser für ihn wichtigen Pilgerfahrt begleitet haben. „Ich konnte nicht umhin, hierher zu kommen, um die Jungfrau und Mutter Maria zu verehren und ihr ihre Söhne und Töchter anzuvertrauen. Unter ihrem Schutzmantel gehen sie nicht verloren“, so der Papst wörtlich. Der Fürsprache der Gottesmutter bedarf die ganze Menschheit, insbesondere die Kranken und Behinderten, die Gefangenen und Arbeitslosen, die Armen und Verlassenen, fügte Franziskus an; ihr beständiges Gebet und ihre Verehrung für die Gottesmutter sei Beispiel für viele geworden, und das nicht nur in Portugal sondern auf der ganzen Welt.

Hoffnung für andere sein

Jeder sei selber eine Hoffnung für die anderen. Das fordere von jedem Gläubigen eine „regelrechte Mobilisierung gegen die Gleichgültigkeit“. Diese Gleichgültigkeit lasse das Herz erstarren und verschlimmere die Kurzsichtigkeit gegenüber den Mitmenschen. Doch das Leben könne nur durch ein anderes Leben überleben, aber dazu bedarf es der Großzügigkeit der Menschen. Jesus sei im Schoß der Jungfrau Mensch geworden, diese Menschheit werde nie wieder aufgeben. „Wie einen Anker machen wir unsere Hoffnung in jener Menschheit fest, die im Himmel zur Rechten des Vaters ihren Platz genommen hat“, so der Papst weiter. „Diese Hoffnung möge der Antrieb für unser aller Leben sein!“

Mobilisierung gegen die Gleichgültigkeit

„Darum bitte ich für alle meine Brüder und Schwestern, für die Getauften und die ganze Menschheit, insbesondere für die Kranken und Behinderten, die Gefangenen und Arbeitslosen, die Armen und Verlassenen“, so der Papst, um dann mit einem paradoxen Gebet fortzufahren. „Liebe Brüder und Schwestern, beten wir zu Gott in der Hoffnung, dass uns die Menschen anhören werden; und wenden wir uns an die Menschen in der Gewissheit, dass uns Gott zu Hilfe kommt.“ Wenn Gott wie die Seher-Kinder schrieben die Einsatz und so Erfüllung der je eigenen Pflichten verlange, „so setzt er damit eine regelrechte allgemeine Mobilisierung gegen diese Gleichgültigkeit in Gang, die unser Herz erstarren lässt und unsere Kurzsichtigkeit verschlimmert. Wir wollen keine gescheiterte Hoffnung sein!“ Es gelte, das Antlitz Jesu zu suchen, der in die Welt gekommen sei und sich erniedrigt habe, bis zum Kreuz. So könne man „das junge und schöne Gesicht der Kirche wiederentdecken (…), das strahlt, wenn sie missionarisch, einladend, frei, treu, arm an Mitteln und reich an Liebe ist.“

Jeder sei ein Wächter der Welt unter dem Schutz Mariens, sagte der Papst abschließend. Zur Gabenbereitung brachte die Familie, deren Kind auf die Fürsprache der beiden Seherkinder geheilt wurde, die Gaben zum Altar. Zum Schluss der Feier gab es noch einen Segen für die Kranken.

(rv 13.05.2017 mg/ord)

Kardinal Van Thuan: Ein weiterer Schritt zur Seligsprechung

François Xavier Nguyen Van Thuan & Schwester / Quelle: Privat

Papst hat am Donnerstag den heroischen Tugendgrad
des am 16. September 2002 verstorbenen
vietnamesischen Kardinals anerkannt

Papst Franziskus hat am Donnerstag den heroischen Tugendgrad des am 16. September 2002 verstorbenen vietnamesischen Kardinals François Xavier Nguyen Van Thuan anerkannt. Das ist die Vorstufe zur Seligsprechung. Das kirchenrechtliche Verfahren wurde im Jahr 2007 auf diözesaner Ebene eröffnet und im Juli 2013 abgeschlossen. Der damalige Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden hatte am selben Tag wie Jorge Mario Bergoglio die Kardinalswürde erhalten, zusammen mit 42 weiteren kirchlichen Würdenträgern am 21. Februar 2001, im Rahmen der bis dahin größten Kardinalsversammlung der Kirchengeschichte. Francois Xavier Nguyen Van Thuan war einmal Häftling der Kommunisten in Vietnam gewesen.

Im goldenen Messgewand saß der selige Papst Johannes Paul II., bereits durch Krankheit gezeichnet, und überreichte einem nach dem anderen Pileolus (Scheitelkäppchen) und Birett in Rot. Für die Kurie durfte der Vietnamese ein Jahr zuvor zu den Fastenexerzitien predigen. In aufrichtigster Demut hatte er dabei Momente der Schwäche während seiner Gefangenschaft offengelegt: Ein Mann, der einmal ganz unten war. „Ich erlebte die Sinnlosigkeit“, bekannte er. „Aber ich kann bezeugen, dass der Vater mich nicht verlassen hat und dass er mir Kraft gegeben hat“, heißt es in den unter dem deutschen Titel „Hoffnung, die uns trägt“ veröffentlichten Exerzitien.

Es gibt eine berühmte Szene in dem Film „In den Schuhen des Fischers“ von 1968 mit Anthony Quinn, der die Geschichte eines kirchlichen Würdenträgers erzählt, der wie Nguyen Van Thuan lange Jahre in kommunistischen Umerziehungslagern verbracht hatte. In der Geschichte wird die Hauptfigur zunächst zum Kardinal kreiert, dann schließlich zum Papst gewählt. In einer Sitzung des kommunistischen Politbüros lachen die Mitglieder schallend, als sie ihren ehemaligen politischen Häftling in einer Fernsehsequenz auf der Loggia oberhalb der Portale des Petersdomes sehen. Möglicherweise wird den Parteibonzen in Vietnam aber an jenem Februartag das Lachen im Hals stecken geblieben sein. Filmreif war das Leben dieses kleinen, charismatischen Kardinals gewesen, denn es gibt über ihn bereits einen Dokumentarstreifen.

Kardinal Nguyen Van Thuan wurde 1975 kurze Zeit nach seiner Ernennung zum Erzbischof-Koadjutor von Saigon von den kommunistischen Machthabern verhaftet und saß 13 Jahre lang hinter Gittern, davon neun Jahre in Einzelhaft. Das Regime hielt ihn für einen gefährlichen Ursupator, während er Mitgefangene und Wärter durch seine Nächstenliebe und besondere Gabe zu Verzeihen überzeugte. Nach seiner Freilassung, nicht zuletzt aufgrund internationalen Drucks und einer Schwächung des Ostblocks, beeilten sich die Machthaber, ihn ins Exil zu schicken. Im Jahr 1994 wurde er Vizepräsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden und ab 1998 leitete er dieses römische Dikasterium.

Seine jüngste Schwester, 69-jährige Elizabeth Nguyen berichtete einmal, dass der Kardinal oft gefragt wurde, wie er die Kraft zu dieser Liebe und zum Verzeihen fand. „Er sagte, dass es das Wort Gottes war, in der Schrift und im Gebet sowie der Leib Christi in der Eucharistie“. Mit seinem festen Glauben sei er auf dem Weg der Nachfolge für die Mitgefangenen zum anderen Christus geworden. Erst habe er mit seinem Gefangenenschicksal gehadert, keinen Sinn darin erkennen können, hinter Gittern zu versauern, während draußen die Gläubigen eines Hirten bedurften. In Rom hatte er studiert und war mit 47 Jahren schon Erzbischof-Koadjutor geworden. Dann aber habe er erkennt, dass seine neue Diözese sein Gefängnis war. Er sah, dass dort das Volk Gottes auf seinen Dienst wartete. Thuan habe den Willen Gottes auf diese Weise immer mehr angenommen, was anhand zahlreicher Briefe, die er aus der Haft schrieb, zu belegen ist. „Als ein Gefangener lehrte er uns, unseren Glauben in Freiheit zu bewahren“, sagte Elizabeth Nguyen.

Um Eucharistie feiern zu können, ließ er sich nach einem vorher verabredeten Code Messwein und Hostien ins Gefängnis schicken. Der Messwein war als Magenmedizin getarnt und die Hostien steckten zwischen den Batterien einer Taschenlampe. Ein paar Tropfen Wein konsekrierte er in seiner Handinnenfläche. Eines Tages fand er bei der harten Feldarbeit im Acker eine winzige Flasche, die er in seine Zelle schmuggelte und dort als Kelch verwendete. Die Kommunion konnte er gläubigen Mitgefangenen austeilen, in dem er die Hostien in Zigarettenpapier einwickelte.

Da er niemanden aus seinem Herz ausschloss, wie er selbst später schrieb, freundeten selbst Wärter sich mit ihm an. „Ich möchte gern ein Holzstück in Kreuzesform zurechtschneiden“, sagte er einem von ihnen frei heraus. Der Mann ließ sich überreden und besorgte ihm Holz, das Van Thuan zu einem Kreuz schnitzte und in einem Stück Seife verbarg. Sogar ein Elektrokabel und zwei kleine Zangen erhielt er auf diese Weise. Der Wärter, der damit ein deutliches Risikio einging, vertraute ihm: Eine Kette entstand. Beides, Kreuz und Kette, verwendete Kardinal Nguyen Van Thuan später noch in Freiheit für sein Pectorale (Brustkreuz). Es sollte ihn daran erinnern: „Nur die christliche Liebe kann die Herzen verändern, nicht Waffen, nicht Drohungen, nicht Medien.“ Viele Menschen, die diesen ungewöhnlichen Bischof in der Haft kennenlernten, fanden durch ihn zum Glauben, darunter auch knallharte und korrupte Kommunisten.

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Quelle

Schweiz: Frau des heiligen Nikolaus heiligsprechen!

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Bruder Klaus verlässt seine Frau Dorothee und die Familie

Die Ehefrau des Schweizer Heiligen und Mystikers Bruder Klaus von Flüe, Dorothee, soll nach Wunsch des Bruder-Klausen-Kaplans, Pater Josef Rosenast, heiliggesprochen werden. „Weil Niklaus von Flüe und Dorothee zusammengehören“, begründete er seinen Einsatz. Dorothee habe zehn Kinder großgezogen, als Nikolaus von Flüe den „Ruf Gottes gehört“ und als Einsiedler die Familie verlassen habe. Sie sei „in unserer heutigen Zeit und der zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber Glaubensfragen“ ein Vorbild. Auch wäre es wunderbar, wenn die beiden als „heiliges Paar“ gelten würden, fügte er an. Der Kaplan des Bruder-Klausen-Zentrums werde jedoch nicht aktiv um ein Gesuch bei der Heiligsprechungskongregation in Rom stellen. „Aber wenn ich mal Personen aus dem Vatikan treffe, werde ich meinen Wunsch sicher deponieren“, so Pater Rosenast. „Übrigens hatte Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in der Schweiz (am 14. Juni 1984, Anm. d. Red.) immer von der ,heiligmäßigen´ Dorothee gesprochen“, sagte er abschließend.

Für den Luzerner Kirchenhistoriker Markus Ries stehen die Chancen schlecht, dass Dorothee von Flüe heiliggesprochen werde. Das sagte er der „Luzerner Zeitung“. Voraussetzung für eine Heiligsprechung sei, dass eine Person eine sehr große Verehrung erfahre, wie das etwa bei Mutter Theresa der Fall sei. „Bei Dorothee wird zwar anerkannt, wie groß ihre Bedeutung für Niklaus von Flüe war“, so Markus Ries. Eine weltweite Verehrung erfahre sie aber nicht. „Wenn ganze Pilgerbusse nur wegen Dorothee nach Sachseln kämen, wenn es einen Dorothee-Feiertag gäbe und die Zeitungen eine Sonderausgabe über Dorothee brächten – dann beispielsweise würde sich der Vatikan eine Heiligsprechung überlegen.“

(kath.ch 07.01.2017 mg)

TOD, EINBETTUNG UND BEISETZUNG VON JOHANNES PAUL II. SELIGEN ANGEDENKENS

A banner depicting Blessed John Paul II hangs from the facade of St. Peter's Basilica at the Vatican April 25. The banner was hung the morning of April 25 in advance of the April 27 canonization of Blesseds John XXIII and John Paul. At left is a statue of St. Peter. (CNS photo/Paul Haring) (April 25, 2014)

A banner depicting Blessed John Paul II hangs from the facade of St. Peter’s Basilica at the Vatican April 25. The banner was hung the morning of April 25 in advance of the April 27 canonization of Blesseds John XXIII and John Paul. At left is a statue of St. Peter. (CNS photo/Paul Haring) (April 25, 2014)

Im Licht des von den Toten auferstandenen Christus ist am 2. April im Jahr des Herrn 2005 abends um 21.37 Uhr, als sich der Samstag schon dem Ende zuneigte und wir in den Tag des Herrn, den zweiten Sonntag der Osterzeit oder Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit, eingetreten sind, der geliebte Hirte der Kirche, Johannes Paul II., von dieser Welt zum Vater heimgegangen. Die ganze Kirche hat sein Hinscheiden betend begleitet, besonders die jungen Menschen.

Johannes Paul II. war der 264. Papst. Die Erinnerung an ihn bleibt im Herzen der ganzen Kirche und aller Menschen lebendig.

Karol Wojtyla, der am 16. Oktober 1978 zum Papst gewählt wurde, ist am 18. Mai 1920 in Wadowice, einer Stadt fünfzig Kilometer von Krakau entfernt, geboren und zwei Tage später in der Pfarrkirche von dem Priester Franciszek Zak getauft worden.

Mit neun Jahren empfing er die Erstkommunion, und mit achtzehn Jahren wurde er gefirmt. Auf diese Sakramente stützte er sich, als er nach Aussetzung des Studiums, weil die nationalsozialistische Besatzungsmacht die Universität geschlossen hatte, von 1940 bis 1944 zuerst in einem Steinbruch und dann in der Chemiefabrik Solvay arbeitete.

Da er sich zum Priestertum berufen fühlte, besuchte er ab 1942 das geheime Priesterseminar von Krakau. Am 1. November 1946 erhielt er in Krakau durch Handauflegung von Kardinal Adam Sapieha die Priesterweihe. Danach wurde er nach Rom geschickt, wo er zuerst die Lizenz, dann das Doktorat in Theologie erwarb; seine Dissertation hatte die Glaubenslehre beim heiligen Johannes vom Kreuz zum Thema: Doctrina de fide apud Sanctum Ioannem a Cruce.

Danach kehrte er nach Polen zurück, wo er verschiedene pastorale Aufgaben wahrnahm und einige theologische Disziplinen lehrte. Am 4. Juli 1958 wurde er von Pius XII. zum Weihbischof von Krakau ernannt und im Jahr 1964 von Paul VI. zum Erzbischof für eben diesen Sitz bestimmt. Als Erzbischof von Krakau nahm er am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. Am 26. Juni 1967 hat ihn Paul VI. in das Kardinalskollegium aufgenommen.

Im Konklave wurde er am 16. Oktober 1978 von den Kardinälen zum Papst gewählt und nahm den Namen Johannes Paul II. an. Am 22. Oktober, Tag des Herrn, trat er feierlich sein Petrusamt an.

Das Pontifikat Johannes Pauls II. war eines der längsten in der Geschichte der Kirche. In diesem Zeitraum hat es in verschiedenen Gegenden der Welt große Veränderungen gegeben. Dazu zählt der Fall der kommunistischen Regime einiger Nationen, wozu der Papst selbst viel beigetragen hat. Um das Evangelium zu verkündigen, unternahm er viele Reisen in verschiedene Nationen.

Das Petrusamt hat er mit seinem entschlossenen missionarischen Geist ausgeübt, indem er alle seine Kräfte einsetzte, wenn ihn die sollicitudo omnium Ecclesiarum – die Sorge um alle Kirchen – und ebenso die Liebe zu allen Menschen dazu anhielten. Mehr als jeder seiner Vorgänger ist er mit dem Volk Gottes und mit den Amtsträgern der Nationen bei Gottesdiensten, bei den General- und Sonderaudienzen und bei den Pastoralbesuchen persönlich zusammengetroffen.

Seine Liebe zu den jungen Menschen bewog ihn, die Weltjugendtage einzuführen, zu denen sich Millionen von Jugendlichen aus allen Teilen der Welt einfanden.

Er hat den Dialog mit den Juden und mit vielen Repräsentanten anderer Religionen gefördert und ihre Anhänger bisweilen, vornehmlich in Assisi, zu Gebetstreffen für den Frieden zusammengerufen.

Das Kardinalskollegium hat er durch die Ernennung von 231 Kardinälen (und einen »in pectore«) beträchtlich erweitert. Er hat fünfzehn Versammlungen der Bischofssynode einberufen, nämlich sieben ordentliche Vollversammlungen und acht Sondersynoden. Er hat zahlreiche Diözesen und Kirchenbezirke vor allem in Osteuropa errichtet.

Er hat die Reform des Codex des kanonischen Rechtes und des Gesetzbuches der katholischen Ostkirchen abgeschlossen und die Römische Kurie neu geordnet.

Als »sacerdos magnus« hat er in der Diözese Rom und auf dem ganzen Erdkreis den Dienst der heiligen Liturgie in voller Treue gegenüber dem Zweiten Vatikanischen Konzil ausgeübt. Auf beeindruckende Weise hat er liturgisches Leben und Spiritualität sowie das kontemplative Gebet, besonders die eucharistische Anbetung und das Gebet des heiligen Rosenkranzes, gefördert (vgl. Apostolisches Schreiben Rosarium Virginis Mariae).

Unter der Führung des Papstes hat sich die Kirche gemäß den von ihm selbst mit dem Apostolischen Schreiben Tertio millennio adveniente vorgegebenen Richtlinien dem dritten Jahrtausend genähert und das Große Jubiläum des Jahres 2000 gefeiert. Hierauf ist sie in das neue Zeitalter eingetreten, wofür sie Ratschläge und Anleitungen in dem Apostolischen Schreiben Novo millennio ineunte erhielt, mit dem der Papst den Gläubigen den Weg in die Zukunft zeigte.

Durch das Jahr der Erlösung, das Marianische Jahr und das Jahr der Eucharistie hat er die spirituelle Erneuerung der Kirche gefördert. In hohem Maße galten seine Bemühungen den Selig- und Heiligsprechungen, um auf unzählige Beispiele von Heiligkeit in der heutigen Zeit hinzuweisen, die ein Ansporn für die Menschen unserer Zeit sein sollen. Die heilige Theresia vom Kinde Jesu hat er zur Kirchenlehrerin erklärt.

Das Lehramt hat Johannes Paul II. in reichhaltiger Weise ausgeübt. Als Bewahrer des Glaubensgutes hat er sich klug und mutig um die Förderung der katholischen theologischen, moralischen und geistlichen Lehre bemüht und sich während seines gesamten Pontifikats gegen Tendenzen gewandt, die im Gegensatz zur wahren Tradition der Kirche stehen.

Zu den wichtigsten Dokumenten zählen vierzehn Enzykliken, fünfzehn Nachsynodale Apostolische Schreiben, elf Apostolische Konstitutionen, fünfundvierzig Apostolische Schreiben, außerdem die Katechesen bei den Generalaudienzen und die in allen Teilen der Welt gehaltenen Ansprachen. Durch sein Lehramt hat Johannes Paul II. das Gottesvolk gestärkt und ihm die theologische Lehre (vor allem in den drei wichtigen Enzykliken Redemptor hominis, Dives in misericordia, Dominum et vivificantem), die Lehre über den Menschen und die Soziallehre (in den Enzykliken Laborem exercens, Sollicitudo rei socialis, Centesimus annus), die Morallehre (in den Enzykliken Veritatis splendor, Evangelium vitae), die Lehre über den Ökumenismus (in der Enzyklika Ut unum sint), die Lehre über die Mission (in der Enzyklika Redemptoris missio), die Mariologie (in der Enzyklika Redemptoris Mater) vermittelt.

Er veranlaßte die Herausgabe des Katechismus der Katholischen Kirche im Licht der Offenbarung, wie das Zweite Vatikanische Konzil sie maßgebend erhellt hat. Er hat auch einige Bücher als Privatgelehrter veröffentlicht.

Den Höhepunkt hat sein Lehramt in der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia und in dem Apostolischen Schreiben Mane nobiscum Domine im Jahr der Eucharistie erreicht.

Johannes Paul II. hat allen Menschen ein bewundernswertes Zeugnis an Frömmigkeit, heiligmäßigem Leben und universaler Väterlichkeit hinterlassen.

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(Die Zeugen der Exequien und der Beisetzung…)

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CORPUS IOANNIS PAULI II P.M.
VIXIT ANNOS LXXXIV, MENSES X DIES XV
ECCLESIAE UNIVERSAE PRAEFUIT
ANNOS XXVI MENSES V DIES XVII

Semper in Christo vivas, Pater Sancte!

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Quelle

Heiligsprechungen auf dem Petersplatz: ein Fest der Weltkirche

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Heiligsprechungen auf dem Petersplatz: ein Fest der Weltkirche

Es war ein Fest der Weltkirche: Papst Franziskus hat an diesem Sonntag bei strahlendem Sonnenschein sieben Christen aus unterschiedlichen Weltgegenden und Epochen, darunter zwei Märtyrer, heilig gesprochen. An der Feier auf dem Petersplatz nahmen 80.000 Menschen teil. Aus dem Ausland waren hochrangig bestückte Delegationen gekommen, darunter Argentiniens Präsident Mauricio Macri und die französische Ministerin Ségolène Royal. Das Evangelium wurde auf Latein und Griechisch vorgetragen, Fürbitten gab es u.a. auf Chinesisch und Guaranì – ein Zeichen für die Universalität der Kirche.

Vor Beginn der Messfeier wurden die Biographien der neuen Heiligen vorgelesen, dann sprach der Papst die offizielle Heiligsprechungsformel. Von der Fassade des Petersdoms hingen die Porträts der Heiligen herab, darunter auch – ganz links – der argentinische Priester Brochero, der dem Papst besonders am Herzen liegt. Das Porträt zeigt ihn auf seinem Maultier sitzend, von dem der Heilige fast unzertrennlich war; so ein Porträt mit Maultier sieht man nicht alle Tage am Petersdom hängen.

Beten, Kämpfen, Siegen

In seiner Predigt sprach Franziskus über drei Eigenschaften, die die neuen Heiligen aus seiner Sicht auszeichneten: Beten, Kämpfen und Siegen. „Beten also. Wie Mose, der vor allem ein Mann Gottes, ein Mann des Gebets war… Beten ist der Stil des geistlichen Lebens, das die Kirche von uns verlangt: nicht um den Krieg zu gewinnen, sondern um den Frieden zu gewinnen! … Die Müdigkeit ist unvermeidbar, und gelegentlich können wir nicht mehr, aber mit der Unterstützung der Brüder und Schwestern geht unser Gebet weiter, bis der Herr sein Werk zu Ende führt.“

Jesus fordere seine Jünger im Evangelium dazu auf, „allzeit zu beten und darin nicht nachzulassen“ (Lk 18,1). Diese Standhaftigkeit im Gebet sei, so gab der Papst zu, keine einfache Sache. „Aber Herr, wie ist es möglich, darin nicht nachzulassen. Wir sind doch Menschen … auch Mose ist müde geworden! …“ Es stimmt, jeder von uns wird müde. Aber wir sind nicht allein, wir sind Teil eines Leibes. Wir sind Glieder des Leibes Christi, der Kirche, deren Arme Tag und Nacht erhoben sind dank der Gegenwart des auferstandenen Christus und seines Heiligen Geistes.“

Das „Geheimnis des Gebets“ bestehe gerade in seiner Unermüdlichkeit, so Papst Franziskus: „Zu Gott schreien und nicht nachlassen.“ „Beten heißt nicht, in eine ideale Welt zu fliehen, sich in eine falsche egoistische Ruhe zurückzuziehen. Im Gegenteil, beten heißt kämpfen und zulassen, dass auch der Heilige Geist in uns betet. Der Heilige Geist nämlich lehrt uns beten, er leitet uns im Gebet, er macht, dass wir als Söhne und Töchter beten.“

Heilige seien Menschen, „die ganz und gar ins Geheimnis des Gebets eintreten“ und die „mit dem Gebet kämpfen, indem sie den Heiligen Geist in sich beten und kämpfen lassen“, so der Papst.

„Sie kämpfen mit all ihren Kräften bis zum Äußersten und siegen, aber nicht allein: der Herr siegt in und mit ihnen. Auch diese sieben Zeugen, die heute heiliggesprochen wurden, haben mit dem Gebet den guten Kampf des Glaubens und der Liebe gekämpft. Deshalb blieben sie fest im Glauben mit einem bereitwilligen und treuen Herzen. Durch ihr Vorbild und ihre Fürsprache gewähre Gott auch uns, Männer und Frauen des Gebets zu sein; Tag und Nacht zu ihm zu schreien, ohne darin nachzulassen…“

(rv 16.10.2016 sk)


 

Wer sind die neuen Heiligen?

Die Weltkirche hat ab diesem Sonntag sieben neue Heilige – aber sie unter einen Hut zu bekommen, ist schwierig. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Zeiten und Weltgegenden. Eine Übersicht.

Zwei der neuen Heiligen sind Märtyrer: José Sánchez del Río und Salomone Leclercq. José Sánchez war Mexikaner – ein Junge von gerade mal vierzehn Jahren. Er wurde 1928 während der antikatholischen Revolution in Mexiko und der Revolte der „Cristeros“ umgebracht. Trotz der Folter weigerte er sich, seinem Glauben abzuschwören. Auf dem Leichnam fand man einen Zettel für seine Mutter: „Ich verspreche dir, im Paradies schon mal einen guten Platz für euch alle vorzubereiten.“

Andere Zeiten, dasselbe Schicksal: Märtyrer Nummer zwei ist Salomone Leclercq, ein Christlicher Schulbrüder. Er starb während der Französischen Revolution, ein Opfer der sogenannten Septembermassaker von 1792. Leclercq hatte sich geweigert, den Eid auf die neuen Herren in Paris zu leisten, weil das gleichbedeutend war mit seiner Aufgabe des Priesteramts. „Bruder Salomon lebte in einer sehr turbulenten Epoche, in der speziell Ordensleute verfolgt wurden“, erklärt Schulbrüder-Provinzial Jean-Paul Aleth im Gespräch mit Radio Vatikan. „Er wurde zusammen mit etwa hundert anderen Priestern festgenommen und dann hingerichtet. Ein entschlossener, freier Pädagoge war er, er hatte vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Schichten unterrichtet.“

Der dritte Heilige liegt dem argentinischen Papst ganz besonders am Herzen: José Gabriel del Rosario Brochero, der sogenannte „Cura Brochero“. Ein einfacher argentinischer Priester vom Land, der im 19. Jahrhundert enorme Strecken auf einem Maultier zurücklegte, um den Ärmsten das Evangelium zu bringen. Ein Priester, der „nach seinen Schafen riecht“, die Formulierung stammt vom Papst. „Das ist ein gutes Vorbild nicht nur für unser Land, sondern für die ganze Kirche“, sagt uns Bischof Santiago Olivera von Cruz del Eje. „Ein guter Hirte, der an die Peripherie ging und der das Zweite Vatikanische Konzil gewissermaßen vorweggenommen hat. Obwohl er über hundert Jahre alt wurde, ging er von Ranch zu Ranch, von Haus zu Haus, um seine Leute aufzusuchen…“

Zumindest sprachlich auf einer Wellenlänge mit dem „Cura Brochero“: der neue Heilige aus Spanien. Bischof Manuel González Garcá aus Palencia, gestorben 1940, Gründer von zwei Gemeinschaften, die sich besonders der eucharistischen Verehrung verschrieben haben. Bekannt als der „Bischof der aufgegebenen Tabernakel“.

Zwei weitere Heilige sind ebenfalls Ordensgründer: der Brasilianer Lodovico Pavoni, dessen „Arbeiterbrüder“ sich während der Industriellen Revolution um ausgebeutete junge Leute kümmerten, und der Süditaliener Alfonso Maria Fusco, dessen Schwesterngemeinschaft den Bauern im Süden nahe war, als sie nach der Einigung Italiens ins Abseits gerieten.

Der siebte Heilige von diesem Sonntag ist eine Frau: die französische Mystikerin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit. Die Unbeschuhte Karmelitin starb 1906 mit nur 26 Jahren; ihre schwere Krankheit und ihre Leiden opferte sie für das Heil der Seelen und aller Entmutigten auf. „Sie war von sehr strahlendem, einnehmendem Wesen“, sagt ihr Biograph Patrick-Marie Favotte, ein Pfarrer aus Burgund. „Sie war eine herausragende Kommunikatorin, die ihre ansteckende Freude an andere weitergab. Eine Frau, die keine halben Sachen machte. Wenn sie sich Christus hingab, dann eben ganz! … Ihre Schriften, vor allem Briefe, sind von einer sehr zugänglichen Spiritualität. Wenn man das heute liest, denkt man unwillkürlich: Das hat sie für mich geschrieben!“

(rv 16.10.2016 sk)