Schweiz: Frau des heiligen Nikolaus heiligsprechen!

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Bruder Klaus verlässt seine Frau Dorothee und die Familie

Die Ehefrau des Schweizer Heiligen und Mystikers Bruder Klaus von Flüe, Dorothee, soll nach Wunsch des Bruder-Klausen-Kaplans, Pater Josef Rosenast, heiliggesprochen werden. „Weil Niklaus von Flüe und Dorothee zusammengehören“, begründete er seinen Einsatz. Dorothee habe zehn Kinder großgezogen, als Nikolaus von Flüe den „Ruf Gottes gehört“ und als Einsiedler die Familie verlassen habe. Sie sei „in unserer heutigen Zeit und der zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber Glaubensfragen“ ein Vorbild. Auch wäre es wunderbar, wenn die beiden als „heiliges Paar“ gelten würden, fügte er an. Der Kaplan des Bruder-Klausen-Zentrums werde jedoch nicht aktiv um ein Gesuch bei der Heiligsprechungskongregation in Rom stellen. „Aber wenn ich mal Personen aus dem Vatikan treffe, werde ich meinen Wunsch sicher deponieren“, so Pater Rosenast. „Übrigens hatte Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in der Schweiz (am 14. Juni 1984, Anm. d. Red.) immer von der ,heiligmäßigen´ Dorothee gesprochen“, sagte er abschließend.

Für den Luzerner Kirchenhistoriker Markus Ries stehen die Chancen schlecht, dass Dorothee von Flüe heiliggesprochen werde. Das sagte er der „Luzerner Zeitung“. Voraussetzung für eine Heiligsprechung sei, dass eine Person eine sehr große Verehrung erfahre, wie das etwa bei Mutter Theresa der Fall sei. „Bei Dorothee wird zwar anerkannt, wie groß ihre Bedeutung für Niklaus von Flüe war“, so Markus Ries. Eine weltweite Verehrung erfahre sie aber nicht. „Wenn ganze Pilgerbusse nur wegen Dorothee nach Sachseln kämen, wenn es einen Dorothee-Feiertag gäbe und die Zeitungen eine Sonderausgabe über Dorothee brächten – dann beispielsweise würde sich der Vatikan eine Heiligsprechung überlegen.“

(kath.ch 07.01.2017 mg)

TOD, EINBETTUNG UND BEISETZUNG VON JOHANNES PAUL II. SELIGEN ANGEDENKENS

A banner depicting Blessed John Paul II hangs from the facade of St. Peter's Basilica at the Vatican April 25. The banner was hung the morning of April 25 in advance of the April 27 canonization of Blesseds John XXIII and John Paul. At left is a statue of St. Peter. (CNS photo/Paul Haring) (April 25, 2014)

A banner depicting Blessed John Paul II hangs from the facade of St. Peter’s Basilica at the Vatican April 25. The banner was hung the morning of April 25 in advance of the April 27 canonization of Blesseds John XXIII and John Paul. At left is a statue of St. Peter. (CNS photo/Paul Haring) (April 25, 2014)

Im Licht des von den Toten auferstandenen Christus ist am 2. April im Jahr des Herrn 2005 abends um 21.37 Uhr, als sich der Samstag schon dem Ende zuneigte und wir in den Tag des Herrn, den zweiten Sonntag der Osterzeit oder Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit, eingetreten sind, der geliebte Hirte der Kirche, Johannes Paul II., von dieser Welt zum Vater heimgegangen. Die ganze Kirche hat sein Hinscheiden betend begleitet, besonders die jungen Menschen.

Johannes Paul II. war der 264. Papst. Die Erinnerung an ihn bleibt im Herzen der ganzen Kirche und aller Menschen lebendig.

Karol Wojtyla, der am 16. Oktober 1978 zum Papst gewählt wurde, ist am 18. Mai 1920 in Wadowice, einer Stadt fünfzig Kilometer von Krakau entfernt, geboren und zwei Tage später in der Pfarrkirche von dem Priester Franciszek Zak getauft worden.

Mit neun Jahren empfing er die Erstkommunion, und mit achtzehn Jahren wurde er gefirmt. Auf diese Sakramente stützte er sich, als er nach Aussetzung des Studiums, weil die nationalsozialistische Besatzungsmacht die Universität geschlossen hatte, von 1940 bis 1944 zuerst in einem Steinbruch und dann in der Chemiefabrik Solvay arbeitete.

Da er sich zum Priestertum berufen fühlte, besuchte er ab 1942 das geheime Priesterseminar von Krakau. Am 1. November 1946 erhielt er in Krakau durch Handauflegung von Kardinal Adam Sapieha die Priesterweihe. Danach wurde er nach Rom geschickt, wo er zuerst die Lizenz, dann das Doktorat in Theologie erwarb; seine Dissertation hatte die Glaubenslehre beim heiligen Johannes vom Kreuz zum Thema: Doctrina de fide apud Sanctum Ioannem a Cruce.

Danach kehrte er nach Polen zurück, wo er verschiedene pastorale Aufgaben wahrnahm und einige theologische Disziplinen lehrte. Am 4. Juli 1958 wurde er von Pius XII. zum Weihbischof von Krakau ernannt und im Jahr 1964 von Paul VI. zum Erzbischof für eben diesen Sitz bestimmt. Als Erzbischof von Krakau nahm er am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. Am 26. Juni 1967 hat ihn Paul VI. in das Kardinalskollegium aufgenommen.

Im Konklave wurde er am 16. Oktober 1978 von den Kardinälen zum Papst gewählt und nahm den Namen Johannes Paul II. an. Am 22. Oktober, Tag des Herrn, trat er feierlich sein Petrusamt an.

Das Pontifikat Johannes Pauls II. war eines der längsten in der Geschichte der Kirche. In diesem Zeitraum hat es in verschiedenen Gegenden der Welt große Veränderungen gegeben. Dazu zählt der Fall der kommunistischen Regime einiger Nationen, wozu der Papst selbst viel beigetragen hat. Um das Evangelium zu verkündigen, unternahm er viele Reisen in verschiedene Nationen.

Das Petrusamt hat er mit seinem entschlossenen missionarischen Geist ausgeübt, indem er alle seine Kräfte einsetzte, wenn ihn die sollicitudo omnium Ecclesiarum – die Sorge um alle Kirchen – und ebenso die Liebe zu allen Menschen dazu anhielten. Mehr als jeder seiner Vorgänger ist er mit dem Volk Gottes und mit den Amtsträgern der Nationen bei Gottesdiensten, bei den General- und Sonderaudienzen und bei den Pastoralbesuchen persönlich zusammengetroffen.

Seine Liebe zu den jungen Menschen bewog ihn, die Weltjugendtage einzuführen, zu denen sich Millionen von Jugendlichen aus allen Teilen der Welt einfanden.

Er hat den Dialog mit den Juden und mit vielen Repräsentanten anderer Religionen gefördert und ihre Anhänger bisweilen, vornehmlich in Assisi, zu Gebetstreffen für den Frieden zusammengerufen.

Das Kardinalskollegium hat er durch die Ernennung von 231 Kardinälen (und einen »in pectore«) beträchtlich erweitert. Er hat fünfzehn Versammlungen der Bischofssynode einberufen, nämlich sieben ordentliche Vollversammlungen und acht Sondersynoden. Er hat zahlreiche Diözesen und Kirchenbezirke vor allem in Osteuropa errichtet.

Er hat die Reform des Codex des kanonischen Rechtes und des Gesetzbuches der katholischen Ostkirchen abgeschlossen und die Römische Kurie neu geordnet.

Als »sacerdos magnus« hat er in der Diözese Rom und auf dem ganzen Erdkreis den Dienst der heiligen Liturgie in voller Treue gegenüber dem Zweiten Vatikanischen Konzil ausgeübt. Auf beeindruckende Weise hat er liturgisches Leben und Spiritualität sowie das kontemplative Gebet, besonders die eucharistische Anbetung und das Gebet des heiligen Rosenkranzes, gefördert (vgl. Apostolisches Schreiben Rosarium Virginis Mariae).

Unter der Führung des Papstes hat sich die Kirche gemäß den von ihm selbst mit dem Apostolischen Schreiben Tertio millennio adveniente vorgegebenen Richtlinien dem dritten Jahrtausend genähert und das Große Jubiläum des Jahres 2000 gefeiert. Hierauf ist sie in das neue Zeitalter eingetreten, wofür sie Ratschläge und Anleitungen in dem Apostolischen Schreiben Novo millennio ineunte erhielt, mit dem der Papst den Gläubigen den Weg in die Zukunft zeigte.

Durch das Jahr der Erlösung, das Marianische Jahr und das Jahr der Eucharistie hat er die spirituelle Erneuerung der Kirche gefördert. In hohem Maße galten seine Bemühungen den Selig- und Heiligsprechungen, um auf unzählige Beispiele von Heiligkeit in der heutigen Zeit hinzuweisen, die ein Ansporn für die Menschen unserer Zeit sein sollen. Die heilige Theresia vom Kinde Jesu hat er zur Kirchenlehrerin erklärt.

Das Lehramt hat Johannes Paul II. in reichhaltiger Weise ausgeübt. Als Bewahrer des Glaubensgutes hat er sich klug und mutig um die Förderung der katholischen theologischen, moralischen und geistlichen Lehre bemüht und sich während seines gesamten Pontifikats gegen Tendenzen gewandt, die im Gegensatz zur wahren Tradition der Kirche stehen.

Zu den wichtigsten Dokumenten zählen vierzehn Enzykliken, fünfzehn Nachsynodale Apostolische Schreiben, elf Apostolische Konstitutionen, fünfundvierzig Apostolische Schreiben, außerdem die Katechesen bei den Generalaudienzen und die in allen Teilen der Welt gehaltenen Ansprachen. Durch sein Lehramt hat Johannes Paul II. das Gottesvolk gestärkt und ihm die theologische Lehre (vor allem in den drei wichtigen Enzykliken Redemptor hominis, Dives in misericordia, Dominum et vivificantem), die Lehre über den Menschen und die Soziallehre (in den Enzykliken Laborem exercens, Sollicitudo rei socialis, Centesimus annus), die Morallehre (in den Enzykliken Veritatis splendor, Evangelium vitae), die Lehre über den Ökumenismus (in der Enzyklika Ut unum sint), die Lehre über die Mission (in der Enzyklika Redemptoris missio), die Mariologie (in der Enzyklika Redemptoris Mater) vermittelt.

Er veranlaßte die Herausgabe des Katechismus der Katholischen Kirche im Licht der Offenbarung, wie das Zweite Vatikanische Konzil sie maßgebend erhellt hat. Er hat auch einige Bücher als Privatgelehrter veröffentlicht.

Den Höhepunkt hat sein Lehramt in der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia und in dem Apostolischen Schreiben Mane nobiscum Domine im Jahr der Eucharistie erreicht.

Johannes Paul II. hat allen Menschen ein bewundernswertes Zeugnis an Frömmigkeit, heiligmäßigem Leben und universaler Väterlichkeit hinterlassen.

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(Die Zeugen der Exequien und der Beisetzung…)

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CORPUS IOANNIS PAULI II P.M.
VIXIT ANNOS LXXXIV, MENSES X DIES XV
ECCLESIAE UNIVERSAE PRAEFUIT
ANNOS XXVI MENSES V DIES XVII

Semper in Christo vivas, Pater Sancte!

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Quelle

Heiligsprechungen auf dem Petersplatz: ein Fest der Weltkirche

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Heiligsprechungen auf dem Petersplatz: ein Fest der Weltkirche

Es war ein Fest der Weltkirche: Papst Franziskus hat an diesem Sonntag bei strahlendem Sonnenschein sieben Christen aus unterschiedlichen Weltgegenden und Epochen, darunter zwei Märtyrer, heilig gesprochen. An der Feier auf dem Petersplatz nahmen 80.000 Menschen teil. Aus dem Ausland waren hochrangig bestückte Delegationen gekommen, darunter Argentiniens Präsident Mauricio Macri und die französische Ministerin Ségolène Royal. Das Evangelium wurde auf Latein und Griechisch vorgetragen, Fürbitten gab es u.a. auf Chinesisch und Guaranì – ein Zeichen für die Universalität der Kirche.

Vor Beginn der Messfeier wurden die Biographien der neuen Heiligen vorgelesen, dann sprach der Papst die offizielle Heiligsprechungsformel. Von der Fassade des Petersdoms hingen die Porträts der Heiligen herab, darunter auch – ganz links – der argentinische Priester Brochero, der dem Papst besonders am Herzen liegt. Das Porträt zeigt ihn auf seinem Maultier sitzend, von dem der Heilige fast unzertrennlich war; so ein Porträt mit Maultier sieht man nicht alle Tage am Petersdom hängen.

Beten, Kämpfen, Siegen

In seiner Predigt sprach Franziskus über drei Eigenschaften, die die neuen Heiligen aus seiner Sicht auszeichneten: Beten, Kämpfen und Siegen. „Beten also. Wie Mose, der vor allem ein Mann Gottes, ein Mann des Gebets war… Beten ist der Stil des geistlichen Lebens, das die Kirche von uns verlangt: nicht um den Krieg zu gewinnen, sondern um den Frieden zu gewinnen! … Die Müdigkeit ist unvermeidbar, und gelegentlich können wir nicht mehr, aber mit der Unterstützung der Brüder und Schwestern geht unser Gebet weiter, bis der Herr sein Werk zu Ende führt.“

Jesus fordere seine Jünger im Evangelium dazu auf, „allzeit zu beten und darin nicht nachzulassen“ (Lk 18,1). Diese Standhaftigkeit im Gebet sei, so gab der Papst zu, keine einfache Sache. „Aber Herr, wie ist es möglich, darin nicht nachzulassen. Wir sind doch Menschen … auch Mose ist müde geworden! …“ Es stimmt, jeder von uns wird müde. Aber wir sind nicht allein, wir sind Teil eines Leibes. Wir sind Glieder des Leibes Christi, der Kirche, deren Arme Tag und Nacht erhoben sind dank der Gegenwart des auferstandenen Christus und seines Heiligen Geistes.“

Das „Geheimnis des Gebets“ bestehe gerade in seiner Unermüdlichkeit, so Papst Franziskus: „Zu Gott schreien und nicht nachlassen.“ „Beten heißt nicht, in eine ideale Welt zu fliehen, sich in eine falsche egoistische Ruhe zurückzuziehen. Im Gegenteil, beten heißt kämpfen und zulassen, dass auch der Heilige Geist in uns betet. Der Heilige Geist nämlich lehrt uns beten, er leitet uns im Gebet, er macht, dass wir als Söhne und Töchter beten.“

Heilige seien Menschen, „die ganz und gar ins Geheimnis des Gebets eintreten“ und die „mit dem Gebet kämpfen, indem sie den Heiligen Geist in sich beten und kämpfen lassen“, so der Papst.

„Sie kämpfen mit all ihren Kräften bis zum Äußersten und siegen, aber nicht allein: der Herr siegt in und mit ihnen. Auch diese sieben Zeugen, die heute heiliggesprochen wurden, haben mit dem Gebet den guten Kampf des Glaubens und der Liebe gekämpft. Deshalb blieben sie fest im Glauben mit einem bereitwilligen und treuen Herzen. Durch ihr Vorbild und ihre Fürsprache gewähre Gott auch uns, Männer und Frauen des Gebets zu sein; Tag und Nacht zu ihm zu schreien, ohne darin nachzulassen…“

(rv 16.10.2016 sk)


 

Wer sind die neuen Heiligen?

Die Weltkirche hat ab diesem Sonntag sieben neue Heilige – aber sie unter einen Hut zu bekommen, ist schwierig. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Zeiten und Weltgegenden. Eine Übersicht.

Zwei der neuen Heiligen sind Märtyrer: José Sánchez del Río und Salomone Leclercq. José Sánchez war Mexikaner – ein Junge von gerade mal vierzehn Jahren. Er wurde 1928 während der antikatholischen Revolution in Mexiko und der Revolte der „Cristeros“ umgebracht. Trotz der Folter weigerte er sich, seinem Glauben abzuschwören. Auf dem Leichnam fand man einen Zettel für seine Mutter: „Ich verspreche dir, im Paradies schon mal einen guten Platz für euch alle vorzubereiten.“

Andere Zeiten, dasselbe Schicksal: Märtyrer Nummer zwei ist Salomone Leclercq, ein Christlicher Schulbrüder. Er starb während der Französischen Revolution, ein Opfer der sogenannten Septembermassaker von 1792. Leclercq hatte sich geweigert, den Eid auf die neuen Herren in Paris zu leisten, weil das gleichbedeutend war mit seiner Aufgabe des Priesteramts. „Bruder Salomon lebte in einer sehr turbulenten Epoche, in der speziell Ordensleute verfolgt wurden“, erklärt Schulbrüder-Provinzial Jean-Paul Aleth im Gespräch mit Radio Vatikan. „Er wurde zusammen mit etwa hundert anderen Priestern festgenommen und dann hingerichtet. Ein entschlossener, freier Pädagoge war er, er hatte vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Schichten unterrichtet.“

Der dritte Heilige liegt dem argentinischen Papst ganz besonders am Herzen: José Gabriel del Rosario Brochero, der sogenannte „Cura Brochero“. Ein einfacher argentinischer Priester vom Land, der im 19. Jahrhundert enorme Strecken auf einem Maultier zurücklegte, um den Ärmsten das Evangelium zu bringen. Ein Priester, der „nach seinen Schafen riecht“, die Formulierung stammt vom Papst. „Das ist ein gutes Vorbild nicht nur für unser Land, sondern für die ganze Kirche“, sagt uns Bischof Santiago Olivera von Cruz del Eje. „Ein guter Hirte, der an die Peripherie ging und der das Zweite Vatikanische Konzil gewissermaßen vorweggenommen hat. Obwohl er über hundert Jahre alt wurde, ging er von Ranch zu Ranch, von Haus zu Haus, um seine Leute aufzusuchen…“

Zumindest sprachlich auf einer Wellenlänge mit dem „Cura Brochero“: der neue Heilige aus Spanien. Bischof Manuel González Garcá aus Palencia, gestorben 1940, Gründer von zwei Gemeinschaften, die sich besonders der eucharistischen Verehrung verschrieben haben. Bekannt als der „Bischof der aufgegebenen Tabernakel“.

Zwei weitere Heilige sind ebenfalls Ordensgründer: der Brasilianer Lodovico Pavoni, dessen „Arbeiterbrüder“ sich während der Industriellen Revolution um ausgebeutete junge Leute kümmerten, und der Süditaliener Alfonso Maria Fusco, dessen Schwesterngemeinschaft den Bauern im Süden nahe war, als sie nach der Einigung Italiens ins Abseits gerieten.

Der siebte Heilige von diesem Sonntag ist eine Frau: die französische Mystikerin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit. Die Unbeschuhte Karmelitin starb 1906 mit nur 26 Jahren; ihre schwere Krankheit und ihre Leiden opferte sie für das Heil der Seelen und aller Entmutigten auf. „Sie war von sehr strahlendem, einnehmendem Wesen“, sagt ihr Biograph Patrick-Marie Favotte, ein Pfarrer aus Burgund. „Sie war eine herausragende Kommunikatorin, die ihre ansteckende Freude an andere weitergab. Eine Frau, die keine halben Sachen machte. Wenn sie sich Christus hingab, dann eben ganz! … Ihre Schriften, vor allem Briefe, sind von einer sehr zugänglichen Spiritualität. Wenn man das heute liest, denkt man unwillkürlich: Das hat sie für mich geschrieben!“

(rv 16.10.2016 sk)

Neue Horizonte der Freude und der Hoffnung

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Eucharistiefeier zum Jubiläum der Haupt- und Ehrenamtlichen im Dienst der Barmherzigkeit mit Heiligsprechung der seligen Mutter Teresa von Kalkutta

Homilie von Papst Franziskus am 4. September

Vatikanstadt. Mutter Teresa ist jetzt offiziell heilig. Papst Franziskus erklärte die Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin, die durch ihren Einsatz in den Slums von Kalkutta bekannt wurde, am Sonntag, 4. September, auf dem Petersplatz zum verehrungswürdigen Vorbild für Katholiken. Zu der festlichen Zeremonie versammelten sich mehr als 100.000 Gläubige. 13 Staats- und Regierungschefs waren angereist, unter ihnen Indiens Ministerpräsident Narendra Modi.

Nach der Heiligsprechung lud der Papst 1500 Obdachlose und Arme aus ganz Italien zum Mittagessen in den Vatikan ein. 250 Mutter-Teresa-Schwestern servierten den Gästen im Vorraum der Audienzhalle Pizza Napoletana. Unterstützt wurden sie von 50 Angehörigen des männlichen Ordenszweigs. Gebacken wurde die neapolitanische Spezialität von 20 Pizzabäckern aus der süd­italienischen Stadt, die mit drei Pizzaöfen angereist waren. Der Gottesdienst mit der Heilig­sprechung fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 1000 Polizisten und Spezialkräfte waren im Einsatz. Weltweit übertrugen 120 Sendeanstalten die Heiligsprechung. In seiner Predigt sagte der Papst:

»Wer begreift, was der Herr will?« (Weish 9,13). Diese Frage aus dem Buch der Weisheit, die wir in der ersten Lesung gehört haben, stellt uns unser Leben als ein Geheimnis vor Augen, dessen Interpretationsschlüssel wir nicht besitzen. Die Protagonisten der Geschichte sind immer zwei: Gott auf der einen Seite und die Menschen auf der anderen. Unsere Aufgabe besteht darin, den Ruf Gottes wahrzunehmen und dann seinen Willen anzunehmen. Um ihn aber ohne Zögern anzunehmen, fragen wir uns: Was ist Gottes Wille?

Im selben Abschnitt aus dem Buch der Weisheit finden wir die Antwort: »Die Menschen lernten, was dir gefällt« (V. 18). Um den Ruf Gottes zu prüfen, müssen wir uns fragen und begreifen, was ihm gefällt. Viele Male verkünden die Propheten, was dem Herrn wohlgefällig ist. Ihre Botschaft findet eine wunderbare Zusammenfassung in dem Satz: »Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer« (Mt 9,13; vgl. Hos 6,6). Gott gefällt jedes Werk der Barmherzigkeit, denn in dem Mitmenschen, dem wir helfen, erkennen wir das Angesicht Gottes, das niemand sehen kann (vgl. Joh 1,18).

Und jedes Mal, wenn wir uns den Bedürfnissen der Brüder und Schwestern zuneigen, haben wir Jesus zu essen und zu trinken gegeben, haben wir den Sohn Gottes bekleidet, unterstützt und besucht (vgl. Mt 25,40). Kurzum, wir haben das Fleisch Christi berührt.

Wir sind also aufgerufen, konkret umzusetzen, was wir im Gebet erbitten und im Glauben bekennen. Es gibt keine Alternative zur Nächstenliebe: Alle, die sich in den Dienst der Mitmenschen stellen, lieben Gott, selbst wenn sie es nicht wissen (vgl. 1 Joh 3,16-18; Jak 2,14-18). Das christliche Leben besteht jedoch nicht bloß darin, im Moment der Not Hilfe zu leisten. Wenn es so wäre, handelte es sich gewiss schon um eine schöne Gesinnung menschlicher Solidarität, die eine unmittelbare Wohltat auslöst, aber es wäre steril, weil es keine Wurzeln hätte. Der Einsatz, den der Herr verlangt, ist dagegen eine Berufung zur Nächstenliebe, mit der jeder Jünger Christi sein Leben in Jesu Dienst stellt, um jeden Tag in der Liebe zu wachsen.

Im Evangelium haben wir gehört: »Viele Menschen begleiteten ihn [Jesus]« (Lk 14,25). Heute sind diese »vielen Menschen« vertreten durch die weite Welt des Volontariats, die aus Anlass des Jubiläums der Barmherzigkeit hier zusammengeströmt ist.

Ihr seid jene Menschenmenge, die dem Meister folgt und seine konkrete Liebe zu jedem Menschen sichtbar macht. So richte ich an euch die Worte des Apostels Paulus: »Es hat mir viel Freude und Trost bereitet, dass durch dich, Bruder, und durch deine Liebe die Herzen der Heiligen ermutigt worden sind« (Phlm 7). Wie viele Herzen werden durch die freiwilligen Helfer ermutigt! Wie viele Hände unterstützt, wie viele Tränen getrocknet; wie viel Liebe wird im verborgenen, demütigen und selbstlosen Dienst ausgegossen! Dieser lobenswerte Dienst lässt den Glauben sprechen – lässt den Glauben sprechen – und drückt die Barmherzigkeit des himmlischen Vaters aus, der den Notleidenden nahekommt.

Jesus nachzufolgen ist ein ernstes und zugleich frohes Unterfangen; es verlangt Radikalität und Mut, um den göttlichen Meister im Ärmsten und in dem, der vom Leben Ausgeschlossenen zu erkennen und ihm zu Diensten zu sein. Darum erwarten die Freiwilligen, die aus Liebe zu Jesus den Letzten und Bedürftigsten dienen, keinerlei Dank und keinen Lohn, sondern verzichten auf all das, weil sie die wahre Liebe entdeckt haben. Und jeder von uns kann sagen: Wie der Herr im Moment der Not auf mich zugekommen ist und sich mir zugeneigt hat, so gehe auch ich auf ihn zu und neige mich denen zu, die den Glauben verloren haben oder leben, als gäbe es Gott nicht. Ebenso widme ich mich den jungen Menschen ohne Werte und Ideale, den Familien in einer Krise, den Kranken und Gefangenen, den sich selbst überlassenen Minderjährigen wie auch den alleingelassenen alten Menschen. Wo immer eine ausgestreckte Hand um Hilfe bittet, um wieder aufzustehen, da müssen unsere Gegenwart und die Gegenwart der Kirche Unterstützung und Hoffnung geben. Und dies muss ich in lebendiger Erinnerung an die mir gegenüber ausgestreckte Hand des Herrn tun, als ich am Boden lag.

Mutter Teresa war in ihrem ganzen Leben eine großherzige Ausspenderin der göttlichen Barmherzigkeit, indem sie durch die Aufnahme und den Schutz des menschlichen Lebens – des ungeborenen wie des verlassenen und ausgesonderten – für alle da war. Sie setzte sich für den Schutz des Lebens ein und betonte immer wieder, dass »der ungeborene Mensch der schwächste, der kleinste und der ärmlichste ist«. Sie beugte sich über die Erschöpften, die man am Straßenrand sterben ließ, weil sie die Würde erkannte, die Gott ihnen verliehen hatte. Sie erhob ihre Stimme vor den Mächtigen der Welt, damit sie angesichts der Verbrechen – angesichts der Verbrechen! – der Armut, die sie selbst geschaffen hatten, ihre Schuld erkennen sollten. Die Barmherzigkeit war für sie das »Salz«, das jedem ihrer Werke Geschmack verlieh, und das »Licht«, das die Dunkelheit derer erhellte, die nicht einmal mehr Tränen hatten, um über ihre Armut und ihr Leiden zu weinen.

Ihre Mission in den Randzonen der Städte und den Randzonen des Lebens bleibt in unserer Zeit ein beredtes Zeugnis für die Nähe Gottes zu den Ärmsten der Armen. Heute übergebe ich diese beispielhafte Gestalt einer Frau und einer gottgeweihten Person der ganzen Welt des Volontariats: Möge sie euer Vorbild an Heiligkeit sein! Ich denke, dass wir vielleicht ein bisschen Schwierigkeiten haben werden, sie heilige Teresa zu nennen. Ihre Heiligkeit ist uns so nah, so zärtlich und fruchtbar, dass wir wohl spontan weiter »Mutter Teresa« sagen werden. Diese unermüdliche Arbeiterin der Barmherzigkeit helfe uns, immer besser zu begreifen, dass das einzige Kriterium für unser Handeln die gegenleistungsfreie Liebe ist, die unabhängig von jeder Ideologie und jeder Bindung ist und sich über alle ergießt, ohne Unterscheidung der Sprache, der Kultur, der Ethnie oder der Religion. Mutter Teresa sagte gern: »Vielleicht spreche ich nicht ihre Sprache, aber ich kann lächeln.« Tragen wir ihr Lächeln in unserem Herzen und schenken wir es allen, denen wir auf unserem Weg begegnen, besonders den Leidenden.

Auf diese Weise werden wir einer entmutigten Menschheit, die Verständnis und Zärtlichkeit braucht, Horizonte der Freude und der Hoffnung eröffnen.

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Quelle: Osservatore Romano 36/2016

„Heilige Teresa von Kalkutta, bete für uns!“

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Heiligsprechung Mutter Teresa, 4. September 2016 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Zusammenfassung der Dankeshomilie von
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin

Als einen Stift in den Händen Gottes habe sich Mutter Teresa von Kalkutta selbst gern bezeichnet, erklärte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin während der heutigen Dankesmesse auf dem Petersplatz anlässlich der gestrigen Kanonisation Mutter Teresas.

Die Gläubigen sollten für das heldenhafte Zeugnis der Heiligen, für Mutter Teresa von Kalkutta, Spiegel und Beipiel der Liebe Gottes, danken. Kardinal Parolin hob die Liebe, Barmherzigkeit, Freude und Unterstützung hervor, die Mutter Teresa den Ärmsten und Ausgestoßenen geschenkt habe, seitdem sie 1946 ihre Berufung vernommen hatte. Sie habe ihre Augen für das Elend geöffnet und sich in den Dienst der Ärmsten gestellt. Die Gläubigen seien aufgerufen ihrem Beispiel zu folgen und ihre Augen nicht vor der Not des Nächsten zu verschließen.

Mutter Teresa habe im Antlitz der Armen das Antlitz Christi erblickt und mit grenzenloser Liebe geantwortet. Sie habe erkannt, dass die härteste Form der Armut sei, sich nicht geliebt, nicht erwünscht und verachtet zu fühlen. Einsamkeit ziehe sich durch alle sozialen Schichten, erklärte der Kardinalstaatssekretär.

Kardinalstaatssekretär Parlolin legte dar, wie sehr sich Mutter Teresa für den Schutz des ungeborenen Lebens eingesetzt habe. Demütig und unermüdlich habe die Heilige gewirkt, so dass es schmerze. In ihrer Ansprache zur Verleihung des Friedensnobelpreises am 11. Dezember 1979 erklärte sie, wahre Liebe schmerze; auch Jesus habe gelitten. In ihren Häusern habe sie in englischer Sprache den Satz „I thirst“ (Ich dürste) anbringen lassen.

Kardinalstaatssekretär Parolin erinnerte zum Abschluss seiner Homilie daran, dass am Todestag der Heiligen, dem 5. September 1997, in Kalkutta für einige Minuten alle Lichter gelöscht worden seien. „Mutter Teresa war auf dieser Erde ein transparentes Zeichen, das den Himmel anzeigte. … Heilige Teresa von Kalkutta, bete für uns!“

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Quelle

Radio Vatikan: Heilige Messe und Heiligsprechung von Mutter Teresa von Kalkutta

Il libretto della canonizzazione

Conferenza Stampa per la Canonizzazione della Beata Teresa di Calcutta, 02.09.2016
Homily by H.E. Card. Angelo Sodano at the Funeral Mass
for Mother Teresa of Calcutta, 13 September 1997

Zur Heiligsprechung von Mutter Teresa: die Papstpredigt im Wortlaut: „MUTTER TERESA WAR FÜR ALLE DA“

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Hier lesen Sie die Homilie des Heiligen Vaters bei der Eucharistiefeier zur Heiligsprechung von Mutter Teresa von Kalkutta auf dem Petersplatz, vom 4. September 2016.

» Wer begreift, was der Herr will? « (Weish 9,13). Diese Frage aus dem Buch der Weisheit, die wir in der ersten Lesung gehört haben, stellt uns unser Leben als ein Geheimnis vor Augen, dessen Interpretationsschlüssel wir nicht besitzen. Die Protagonisten der Geschichte sind immer zwei: Gott auf der einen Seite und die Menschen auf der anderen. Unsere Aufgabe besteht darin, den Ruf Gottes wahrzunehmen und dann seinen Willen anzunehmen. Um ihn aber ohne Zögern anzunehmen, fragen wir uns: Was ist Gottes Wille in meinem Leben?

Im selben Abschnitt aus dem Buch der Weisheit finden wir die Antwort: » Die Menschen lernten, was dir gefällt « (V. 18). Um den Ruf Gottes zu prüfen, müssen wir uns fragen und begreifen, was ihm gefällt. Viele Male verkünden die Propheten, was dem Herrn wohlgefällig ist. Ihre Botschaft findet eine wunderbare Zusammenfassung in dem Satz: » Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer « (Mt 9,13; vgl. Hos 6,6). Gott gefällt jedes Werk der Barmherzigkeit, denn in dem Mitmenschen, dem wir helfen, erkennen wir das Angesicht Gottes, das niemand sehen kann (vgl. Joh 1,18). Jedes Mal, wenn wir uns den Bedürfnissen der Brüder und Schwestern zuneigen, haben wir Jesus zu essen und zu trinken gegeben, haben wir den Sohn Gottes bekleidet, unterstützt und besucht (vgl. Mt 25,40).

Wir sind also aufgerufen, konkret umzusetzen, was wir im Gebet erbitten und im Glauben bekennen. Es gibt keine Alternative zur Nächstenliebe: Alle, die sich in den Dienst der Mitmenschen stellen, lieben Gott, selbst wenn sie es nicht wissen (vgl. 1 Joh 3,16-18; Jak 2,14-18). Das christliche Leben besteht jedoch nicht bloß darin, im Moment der Not Hilfe zu leisten. Wenn es so wäre, handelte es sich gewiss schon um eine schöne Gesinnung menschlicher Solidarität, die eine unmittelbare Wohltat auslöst, aber es wäre steril, weil es keine Wurzeln hätte. Der Einsatz, den der Herr verlangt, ist dagegen eine Berufung zur Nächstenliebe, mit der jeder Jünger Christi sein Leben in Jesu Dienst stellt, um jeden Tag in der Liebe zu wachsen.

Im Evangelium haben wir gehört: » Viele Menschen begleiteten ihn [Jesus] « (Lk 14,25). Heute sind diese „vielen Menschen“ vertreten durch die weite Welt des Volontariats, die aus Anlass des Jubiläums der Barmherzigkeit hier zusammengeströmt ist. Ihr seid jene Menschenmenge, die dem Meister folgt und seine konkrete Liebe zu jedem Menschen sichtbar macht. So richte ich an euch die Worte des Apostels Paulus: » Es hat mir viel Freude und Trost bereitet, dass durch dich, Bruder, und durch deine Liebe die Herzen der Heiligen ermutigt worden sind « (Phlm 7). Wie viele Herzen werden durch die freiwilligen Helfer ermutigt! Wie viele Hände unterstützt, wie viele Tränen getrocknet; wie viel Liebe wird im verborgenen, demütigen und selbstlosen Dienst ausgegossen! Dieser lobenswerte Dienst lässt den Glauben sprechen und drückt die Barmherzigkeit des himmlischen Vaters aus, der den Notleidenden nahekommt.

Jesus nachzufolgen ist ein ernstes und zugleich frohes Unterfangen; es verlangt Radikalität und Mut, um den göttlichen Meister im Ärmsten zu erkennen und ihm zu Diensten zu sein. Darum erwarten die Freiwilligen, die aus Liebe zu Jesus den Letzten und Bedürftigsten dienen, keinerlei Dank und keinen Lohn, sondern verzichten auf all das, weil sie die wahre Liebe entdeckt haben. Wie der Herr im Moment der Not auf mich zugekommen ist und sich mir zugeneigt hat, so gehe auch ich auf ihn zu und neige mich denen zu, die den Glauben verloren haben oder leben, als gäbe es Gott nicht. Ebenso widme ich mich den jungen Menschen ohne Werte und Ideale, den Familien in einer Krise, den Kranken und Gefangenen, den sich selbst überlassenen Minderjährigen wie auch den alleingelassenen alten Menschen. Wo immer eine ausgestreckte Hand um Hilfe bittet, um wieder aufzustehen, da müssen unsere Gegenwart und die Gegenwart der Kirche Unterstützung und Hoffnung geben.

Mutter Teresa war in ihrem ganzen Leben eine großherzige Ausspenderin der göttlichen Barmherzigkeit, indem sie durch die Aufnahme und den Schutz des menschlichen Lebens – des ungeborenen wie des verlassenen und ausgesonderten – für alle da war. Sie setzte sich für den Schutz des Lebens ein und betonte immer wieder, dass „der ungeborene Mensch der schwächste, der kleinste und der ärmlichste ist“. Sie beugte sich über die Erschöpften, die man am Straßenrand sterben ließ, weil sie die Würde erkannte, die Gott ihnen verliehen hatte. Sie erhob ihre Stimme vor den Mächtigen der Welt, damit sie angesichts der Verbrechen der Armut, die sie selbst geschaffen hatten, ihre Schuld erkennen sollten. Die Barmherzigkeit war für sie das „Salz“, das jedem ihrer Werke Geschmack verlieh, und das „Licht“, das die Dunkelheit derer erhellte, die nicht einmal mehr Tränen hatten, um über ihre Armut und ihr Leiden zu weinen.

Ihre Mission in den Randzonen der Städte und den Randzonen des Lebens bleibt in unserer Zeit ein beredtes Zeugnis für die Nähe Gottes zu den Ärmsten der Armen. Heute übergebe ich diese beispielhafte Gestalt einer Frau und einer gottgeweihten Person der ganzen Welt des Volontariats: Möge sie euer Vorbild an Heiligkeit sein!

Es fällt schwer, sie Heilige Teresa zu nennen. Ich denke, wir können sie weiterhin Mutter Teresa bezeichnen.

Diese unermüdliche Arbeiterin der Barmherzigkeit helfe uns, immer besser zu begreifen, dass das einzige Kriterium für unser Handeln die gegenleistungsfreie Liebe ist, die unabhängig von jeder Ideologie und jeder Bindung ist und sich über alle ergießt, ohne Unterscheidung der Sprache, der Kultur, der Ethnie oder der Religion. Mutter Teresa sagte gern: „Vielleicht spreche ich nicht ihre Sprache, aber ich kann lächeln.“ Tragen wir ihr Lächeln in unserem Herzen und schenken wir es allen, denen wir auf unserem Weg begegnen, besonders den Leidenden. Auf diese Weise werden wir einer entmutigten Menschheit, die Verständnis und Zärtlichkeit braucht, Horizonte der Freude und der Hoffnung eröffnen.

(rv 04.09.2016 mg)

Petersplatz Heiligsprechung Mutter Teresa

Siehe dazu auch: