Nachklang Amazonien-Synode: Pachamama ist keine Götzenanbetung

Die Feier in den Vatikanischen Gärten (ANSA)

Der emeritierte Bischof von San Cristobal de las Casas in Mexiko, Felipe Arizmendi Esquivel, hat die Zeremonie in den Vatikanischen Gärten zur Eröffnung der Amazonien-Synode verteidigt. In einem Gastbeitrag für die Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“ geht er auf die Bedeutung der Figuren und Rituale der Indigenen ein.

Wie der emeritierte Bischof zu Beginn seines Beitrags festhielt, sorgte die Zeremonie, an der auch Papst Franziskus teilnahm, „für großes Aufsehen“. Einige hätten die Rituale und die verwendeten Figuren verurteilt und dies als Götzenverehrung angeprangert. Konkret ging es um eine angebliche Anbetung der „Mutter Erde“ und anderer „Gottheiten“, die man unter dem Begriff „Pachamama“ kennt.

Nun wendet Bischof Arzimendi ein, dass „nichts davon“ stimme. Es habe sich nicht um Göttinnen gehandelt und es habe auch kein Götzenkult stattgefunden. „Es waren Symbole der amazonischen Realitäten und Erfahrungen, die nicht nur kulturell, sondern auch religiös zu verstehen sind – aber das hat nichts mit Anbetung zu tun, denn die gebührt allein Gott“, präzisiert der Bischof.

Es sei eine „große Unverschämtheit“, den Papst als Götzendiener zu brandmarken, „denn das war er nicht, und er wird es auch nie sein“. Arzimendi erinnert auch daran, dass der Papst am Ende der Zeremonie in den Vatikanischen Gärten um eine kurze Ansprache gebeten worden sei – „und er sich darauf beschränkte, das Vaterunser zu beten“. „Es gibt keinen anderen Gott als unseren Vater im Himmel“, betont der Bischof in seinem Artikel.

Er habe vor Jahren ein Treffen des lateinamerikanischen Bischofsrats CELAM koordiniert, bei dem es um die verschiedenen Namen ging, die die Indigenen Gott geben, erzählt Arzimendi. Und auf seine Frage, ob die Indigenen Pachamama (Mutter Erde) und Inti (Vater Sonne) als Götter betrachteten, habe man ihm folgende schöne Antwort gegeben: „Das sind sie nur für die Indigenen, die nicht evangelisiert worden sind.“ Wer evangelisiert worden sei, der betrachte sie als „beste Gaben Gottes“, Zeichen der Liebe Gottes, und nicht als Gottheiten.

„Wenn ich in meiner früheren Diözese mit großer Zuneigung und Respekt von ,Mutter Erde´ reden hörte, fühlte ich mich dabei immer etwas unbehaglich, weil ich mir sagte: ,Meine einzigen Mütter sind meine Mutter, die Jungfrau Maria und die Kirche.´ Und wenn ich sah, dass die Indigenen niederknieten, um die Erde zu küssen, fühlte ich noch mehr Unbehagen. Aber je länger ich mit den Indigenen lebte, umso besser verstand ich, dass sie sie nicht als Göttin verehren, sondern dass sie sie schätzen, sie als wahre Mutter und Teil der Schöpfung betrachten. Schließlich ist es die Erde, die uns ernährt, uns Wasser, Luft und alles gibt, was wir zum Leben brauchen: sie betrachten sie also nicht als Göttin, sie beten sie nicht an – sie drücken nur ihren Respekt ihr gegenüber aus, und das tun sie, indem sie Gott im Gebet für sie danken.“

Im Aparecida-Dokument werde die Erde ebenfalls als „Mutter“ bezeichnet und zwar nach dem Beispiel des Heiligen Franz von Assisi, „der bestimmt kein Götzendiener war“, so Arzimendi. Und um jeden Zweifel an der Haltung des Papstes auszuräumen, genüge es, sich an das zu erinnern, was er in „Laudato si“ geschrieben habe. Dort heißt es, dass wenn man das Spiegelbild Gottes in allem, was existiert, wahrnehme, dann hege das Herz den Wunsch, „dem Herrn für alle seine Geschöpfe“ im Gebet zu danken.

_______

Quelle

Dokumentiert: Predigt des Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr zu 30 Jahre Mauerfall

Bischof Ulrich Neymeyr Foto: Bistum Mainz via Wikimedia (CC BY-SA 3.0 de)

Von CNA Deutsch/EWTN News

09 November, 2019 / 11:10 AM

Zum 30. Gedenktag des Mauerfalls predigte der Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr im ökumenischen Gottesdienst anlässlich des gemeinsamen Gedenkens des Freistaates Thüringen und des Landes Hessen am 9. November 2019 in Großburschla. CNA Deutsch dokumentiert den vollen Wortlaut:

Wer den 9. November 1989 bewusst miterlebt hat, wird die beglückende, ja fast berauschende Erfahrung nie wieder vergessen. Durch die Medien konnten alle die emotionalen Erfahrungen des Mauerfalls und der Grenzöffnung miterleben. Viele DDR-Bürger fuhren fassungslos über die ehemals martialische und todbringende Grenze. Im Westen wurden Quartiere gemacht für die Besucher aus dem Osten.

Ich war damals Verantwortlicher im Mainzer Priesterseminar und wir wussten: Am nächsten Tag kommen die Erfurter. Am Wochenende haben wir mit ihnen den Psalm 126 gesungen, den wir auch eben miteinander gebetet haben: „Als der Herr das Los der Gefangenschaft Zions wendete, da waren wir alle wie Träumende. Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Da sagte man unter den anderen Völkern. Der Herr hat an ihnen Großes getan. Ja Großes hat der Herr an uns getan, da waren wir fröhlich.“ (Psalm 126,1-3).

Dieser uralte Psalm besingt die Rückkehr des Volkes Israel aus dem Babylonischen Exil im 6. Jahrhundert vor Christus. Der 1989 regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, hat mit fast denselben Worten gesagt: „Heute Nacht waren wir das glücklichste Volk der Welt.“

Das Volk Israel schreibt die Beendigung der Gefangenschaft in Babylon dem Herrn, also Gott zu. Obwohl sie wussten, dass es der Perserkönig Kyros war, der entsprechend seiner toleranten Religionspolitik den Juden erlaubt hatte, nach Jerusalem zurückzukehren und den Tempel wiederaufzubauen.

Auch beim Ende der SED-Herrschaft im Jahr 1989 bedankten sich viele gläubige Menschen bei Gott, vor allem jene, die sich in den ökumenischen Friedensgebetsgruppen zusammengetan hatten. Auch sie wussten, dass der Mauerfall nicht nur ihren Gebeten zu verdanken war, sondern auch oppositionellen Gruppen und den vielen Menschen, die überall in der DDR mutig und gewaltlos für eine Veränderung der Verhältnisse demonstriert hatten, weil sie nicht weiterleben wollten mit der Mauer, der Überwachung durch die Staatssicherheit, der ökologischen Katastrophe und der desaströsen Wirtschaft. Die friedliche Revolution ist das Werk vieler, denen Dank und Anerkennung gebührt und auf die alle Deutschen zu Recht stolz sein können und stolz sein sollten.

Als wir im November 1989 den Psalm 126 beteten, habe ich nicht verstanden, warum dieser Psalm so weitergeht: „Wende doch Herr unser Geschick, wie du versiegte Bäche wieder füllst im Südland. Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. Sie gehen hin unter Tränen und tragen den Samen zur Aussaat.“ (Psalm 126,4-6). Später habe ich diese Verse verstanden. Denn die Wendeerfahrungen der Menschen im sogenannten „Beitrittsgebiet“ sind mit der Metapher von den „versiegten Bächen im Südland“ (Psalm 126,4) gut beschrieben.

Ich gebe zu, dass ich von diesen Erfahrungen im Westen nicht allzu viel mitbekommen habe, obwohl die Medien darüber berichteten. In den fünf Jahren, in denen ich Bischof von Erfurt bin, habe ich vieles gehört und vieles dazugelernt und ziehe noch einmal meinen Hut vor der Lebensleistung der Menschen hier. Was verharmlosend als „gebrochene Erwerbsbiografie“ bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit eine brutale Lebenserfahrung für viele Menschen gewesen, an deren Folgen sie noch immer zu tragen haben: Einarbeiten in einen neuen, oft schlecht bezahlten Beruf, langjährige Arbeitslosigkeit und als deren Folge heute eine geringe Rente oder zerrissene Familien.

Auch für die Israeliten war die Zeit nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil äußerst entbehrungsreich und steinig. In dieser Zeit ist der Psalm 126 entstanden. Er erinnert an die beglückende Erfahrung des Endes der Gefangenschaft. Er betet darum, dass Gott das Geschick der Heimgekehrten zum Besseren wendet und er bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass zwar mit Tränen gesät, aber mit Jubel geerntet wird.

Diese drei Säulen – Erinnerung, Bitte und Hoffnung – verbinden Juden und Christen in ihrer lebendigen Glaubensbeziehung zum Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der auch der Gott und Vater Jesu ist. Israel ist und bleibt das erwählte Volk Gottes, mit dem Gott einen unwiderruflichen Bund geschlossen hat und das Gott durch die Geschichte begleitet. Auch wir Christen verstehen uns als das Volk eines Bundes, den Gott mit uns geschlossen hat.

Juden und Christen pflegen nicht nur die Erinnerung an beglückende Ereignisse, sondern auch an bedrückende und schuldbeladene Erfahrungen. So vergessen wir auch heute nicht, dass der 9. November auch der Tag des Gedenkens an die Zerstörung jüdischer Gotteshäuser, Einrichtungen und Geschäftshäuser ist. Als am Abend des 9. November 1989 in Berlin die Mauer fiel, fand in der Synagoge eine Gedenkveranstaltung für die brennenden Synagogen des 9. November 1938 statt, bei der Rabbiner Ernst Stein das Totengebet sprach. Rabbiner Ernst Stein ist am 21. März dieses Jahres verstorben. Deswegen möchte ich an seine mahnenden Worte zum Mauerfall erinnern:

„Die Mauer war das letzte große, sichtbare und spürbare Ding, das an das große Unheil erinnert hat, das hier in den vorhergegangenen Zeiten der NS-Herrschaft stattgefunden hat. Das war es. Und wenn heute darüber Ballons aufgestiegen werden lassen, so ist das unerträglich, ohne das andere auch zu erwähnen. Die Mauer hatte eine ganz andere Funktion für mich. Sie war ein Zeichen.“

Die Mauer als Mahnmal an die menschenverachtende und judenhassende NS-Diktatur ist vor 30 Jahren gefallen. Das darf nicht heißen, dass die Erinnerungskultur an die Schoa fällt. Wir sind sie den Opfern schuldig und der Kultur in Deutschland heute. Aus diesem Grund gilt auch heute am Tag der Erinnerung an den Mauerfall unser Gedenken den Opfern dieser unmenschlichen Grenze und der SED-Diktatur.

Zur Erinnerung gehören in der jüdisch-christlichen Tradition die Bitte und die Hoffnung; die Bitte, dass Gott immer wieder eingreift, um die Geschicke der Menschen zum Guten zu wenden, und die Hoffnung, dass nicht neue Grenzen gezogen werden, sondern dass sich Grenzen öffnen, die Hoffnung, dass die Fehler, die bei der Wiedervereinigung gemacht wurden, aufgearbeitet werden können, und die Hoffnung, dass innere Einheit unseres Landes weiter vorankommt.

_______

Quelle

Nach Kirchenplünderung in Chile: Bischof fordert Ende der Gewalt

Ein Plünderer mit einer Christus-Statue Foto: Kirche in Not Chile

Mit großer Schärfe hat der Apostolische Administrator von Santiago de Chile, Bischof Celestino Aós, die Plünderung und Profanierung einer Kirche in der Hauptstadt des Landes verurteilt.

Das berichtet ACI Prensa, die spanischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch.

„Unsere katholische Kirche der Pfarrei Mariä Himmelfahrt wurde gestern Abend geplündert,  die Kirchenbänke und andere Gegenstände wurden entfernt und verbrannt, die Wände wurden mit Beleidigungen und Parolen zerkratzt, die Heiligenstatuen wurden zerstört“, so Aós in einer Stellungnahme.

Leider sei die gewaltsame Schändung kein Einzelfall, sondern einer von mehreren in den vergangenen Tagen, so der Prälat.

Zusammen mit der Gottesmutter Maria drücke er mit den Gläubigen den Schmerz, die Trauer, die Wut und Unruhe aus, die alle angesichts der Verbrechen empfänden – und betone die „absolute Ablehnung“ jedweder Form von Gewalt.

Am vergangenen Freitag, den 8. November, war eine Gruppe von Demonstranten gewaltsam in die Pfarrei Mariä Himmelfahrt eingedrungen, um Bänke, Beichtstühle und religiöse Statuen und Bilder zu stehlen und damit eine Barrikade zu errichten.

Bild auf Twitter anzeigenBild auf Twitter anzeigenBild auf Twitter anzeigen

Die Kirche aus dem Jahr 1876 befindet sich in der Nähe der Plaza Italia, wo eine Demonstration gegen die Regierung Sebastián Piñeras stattfand.

Die Gruppe der Demonstranten plünderte nicht nur die Kirche, sondern zündete auch den Hauptsitz der Universität Pedro de Valdivia an, der sich ebenfalls nahe der Plaza Italia befindet.

„Uns schmerzen die materiellen Schäden, die letztendlich das Leben der Ärmsten treffen, aber vor allem schmerzen uns die Personen, die verletzt wurden, und die Toten. Für die Verstorbenen richten wir unser Gebet zum Gott der Barmherzigkeit“, erklärte der Prälat.

Der Bischof rief dazu auf, „für die Opfer, für alle, die leiden“ den Schutz der Jungfrau Maria zu erbitten und gemeinsam „drei Ave Maria für die Vergebung unserer Sünden zu beten, denn Gewalt und Ungerechtigkeit sind Beleidigungen Gottes und unsere Brüder und Schwestern. Ich schlage vor, dass sich jeder von uns, jede Gemeinde, zu einer solidarischen Aktion verpflichtet. In unserem Umfeld gibt es Menschen die leiden, die Gesellschaft und Hilfe brauchen.“

„Mit der ganzen Kraft unserer Stimme bitten wir unsere Brüder, unsere Mitbürger im Land, dass diese Gewalt ein Ende habe“, fuhr Aos fort.

„Euch, lieber Pfarrer und liebe Gemeindemitglieder der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, gilt unsere Verbundenheit und unsere Solidarität in eurem Schmerz. Euch allen, liebe Schwestern und Brüder im Glauben, wiederhole ich mit dem Apostel: Lasst euch nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute.“

Am Ende betonte der Bischof, dass „es Zeit ist, zur Jungfrau Maria zu eilen, und unseren Einsatz zu erneuern, Werkzeuge des Friedens zu sein.

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält.“

Susanne Finner trug zur Berichterstattung bei.

_______

Quelle

Analyse: Ein „Synodaler Weg“ am Rande des Abgrunds?

Papst Franziskus lauscht den Worten von Kardinal Reinhard Marx (rechts) während des Ad-limina-Besuchs der deutschen Bischöfe. Foto: L’Osservatore Romano

Von AC Wimmer

FULDA , 27 September, 2019 / 11:16 AM (CNA Deutsch).-

Viele Fragen über den „Synodalen Prozess“ stehen noch offen. Eines ist diese Woche sehr klar geworden: Wenn am Ersten Advent offiziell der Startschuss für den „Synodalen Weg“ fällt, dann wird es weiterhin ein steiniger Pfad sein, am Rande des Abgrunds der Frustration, vor der Rudolf Voderholzer deutlich gewarnt hat.

Das Minderheitenvotum von immerhin 12 Bischöfen zeigt zudem, was die Stimmen katholischer Laien in den Sozialen Medien lautstark seit Wochen bekräftigen: Bedenken gibt es nicht nur in der Bischofskongregation und bei Papst Franziskus. Über die Agenda, Foren und Form der Beteiligung des Zentralkomitees deutscher Katholiken (ZdK) machen sich auch viele Laien im Land Sorgen – und allein der Rückzug der prominenten Theologin Marianne Schlosser spricht Bände darüber, wie nahe auch der „Synodale Weg“ an theologische Abgründe führen kann.

Vor Kardinal Reinhard Marx und Bischof Franz-Josef Bode, die gemeinsam mit Vertretern des ZdK-Präsidiums den Weg vorangehen wollen, steht eine doppelt riskante Aufgabe.

Auf den Punkt gebracht ist das erste Risiko die Frage, wie der in Deutschland bewußt als „Reformprozess“ bezeichnete Höhenweg einerseits den durch jahrzehntelanges Appeasement ausgeuferten Erwartungen auch nur annähernd gerecht werden kann, wie sie zum Beispiel Politiker öffentlich fordern, die im Zentralkomitee der deutschen Katholiken nun auch darüber mitbestimmen wollen.

In Spannung dazu andererseits: Die Bedenken sowohl im Vatikan wie Teilen der Weltkirche, sowie unter vielen einfachen Katholiken.

Abseits von Polemik und Politik stellt sich zwingend daher die Frage, wie sich die Teilnehmer dieses „Prozesses sui generis“ wirklich dem Primat der Evangelisierung stellen werden, gemäß den Erwartungen von Papst Franziskus – zumal es weiterhin kein eigenes Forum zum Thema gibt: Das ist die Herausforderung, der sich die neuen Statuten des Prozesses stellen müssen.

Das Echo auf die von Kardinal Marx geäußerte und begründete Hoffnung, dass am deutschen „Synodalen Weg“ tatsächlich ein Vorbild für die Weltkirche zu finden sein wird, ist – bislang – ausgeblieben. Vereinzelt haben sich allenfalls kritische Stimmen zu Wort gemeldet.

Wie tief Abgründe klaffen können, zeigt ein Blick über den Atlantik. Dramatisch äußerte sich der Erzbischof Samuel J. Aquila von Denver (Colorado, USA): In seiner Kolumne im „Denver Catholic“ am 26. September schrieb der Erzbischof von einem „möglichen deutschen Schisma“.

„Leider laufen die jüngsten Entwicklungen in der Kirche in Deutschland, angeführt von Kardinal Marx und den meisten deutschen Bischöfen, Gefahr, die Einheit der universalen Kirche zu beeinträchtigen. Diese Bischöfe und eine große Gruppe von Laien planen, eine Synode abzuhalten, die verbindliche Abstimmungen darüber trifft, ob Inhalte der Glaubenslehre verändert werden sollen“, schreibt Aquila.

Dies sei nicht nur „enttäuschend“, so der Erzbischof. Eine falsch verstandene Freiheit sei „die Ursache von Schismen im Lauf der gesamten Kirchengeschichte“ und davor bereits im Volke Israels gewesen.

„Doch wie wir aus den Worten Christi wissen, ist es wichtig, dass die Gläubigen geeint bleiben“, bekräftigt der Erzbischof.

Dass davon gar keine Rede sein kann: Das haben mehrere Bischöfe, allen voran Kardinal Marx, wiederholt betont und klargestellt. Die gegenseitige Wahrnehmung bleibt indessen eine offensichtlich große Herausforderung, auch im Interesse der Einheit.

„Warum sind die deutschen Bischöfe in einer solchen Eile?“ – Dieser Frage widmet sich im britischen „Catholic Herald“ Christopher Altieri. Er schreibt, die deutschen Bischöfe würden aus der besonderen Situation ihres Landes heraus agieren. Die Katholische Kirche in Deutschland sei zwar derzeit noch reich, aber wohl nicht mehr lange: Es drohe ein Kollaps an Kirchensteuereinnahmen durch die vielen Austritte und den Geburtenmangel, der auch einen Verlust an Einfluss in Rom wie der Weltkirche bringen werde.

In einer Hinsicht werden sich alle Beobachter einig sein: Es wird ein „heißer“ Advent.

_______

Quelle

#Splashamama -„Warum ich diese Figuren in den Tiber werfen musste!“

4. November 2019, 09:32

„Mir ging es ausschließlich darum, diesen sichtbaren Verstoß gegen das erste Gebot unmöglich zu machen“ – KATH.NET-Interview mit dem Österreicher Alexander T., der die #Pachamama-Statuen in den Tiber geworfen hat

Wien (kath.net)
In Rom haben sich während der Amazonas-Synode Katholiken dagegen zur Wehr gesetzt, in der katholischen Kirche Santa Maria in Traspontina im Rahmen einer die Synode begleitenden Veranstaltung mehrfach mit sogenannten Pachamama-Figuren „beglückt“ worden zu sein. Aktivisten haben diese aus der Kirche entnommen und dann in den Tiber geworfen. Hauptinitiator der Aktion war Alexander T. – kath.net-durfte mit dem Österreicher ein Gespräch über diese Aktion führen:

kath.net: Du hast gemeinsam mit anderen diese umstrittenen „Pachamama“-Figuren aus der römischen Kirche Santa Maria in Traspontina entfernt und in den Tiber geworfen. Wie kam es zu der Idee und was war Deine Motivation?

Alexander T.:
Als ich das erste Mal von der Synode hörte, habe ich begonnen, mich tiefgehend mit ihr zu beschäftigen. Zum Beginn der Synode bin ich dann nach Rom geflogen, um an mehreren Konferenzen teilzunehmen, die aus diesem Anlass stattgefunden haben. So hatte ich auch die Möglichkeit, mir die Kirche Santa Maria in Traspontina anzusehen. In der Kirche waren viele Freiwillige, die uns ausführlich über die Anliegen der Organisation „REPAM“ informiert haben, sozusagen die Vertretung einiger Indigener aus dem Amazonasgebiet. Vieles, was ich da gehört habe, fand ich wirklich schrecklich. Beispielsweise, dass es nicht gewollt ist, die Indigenen Menschen zu taufen. Auch Bischof Kräutler hat sich dementsprechend geäußert. Dann kam die Sprache auf die Statuen, die dort standen, und mir wurde erklärt, dass es sich hierbei um Fruchtbarkeitssymbole handelt und um die Darstellung von „Mutter Erde“.

Spätestens hier war mir völlig klar, dass es sich um etwas handelt, das im klaren Widerspruch zur katholischen Lehre steht. Als dann am selben Tag noch diese Rituale in den Gärten des Vatikans stattgefunden haben, reifte in mir der Gedanke, diese Statuen aus der Kirche zu entfernen. Zwei Wochen später habe ich dann den Entschluss gefasst, bin hingeflogen und habe es getan.

kath.net: War es notwendig, die Figuren in den Tiber zu werfen?

Alexander: Ich wollte dafür sorgen, dass diese Götzen nicht mehr in der Kirche und zu kirchlichen Zwecken benutzt werden. Daher schien es mir symbolisch am besten, sie in den Tiber zu werfen.

kath.net: Für diese Aktion gab es viel Lob von Katholiken, aber auch viel Kritik, unter anderem von Papst Franziskus selber. Wie gehst Du mit der Kritik um?

Alexander: Die Kritik galt vor allem meiner vermeintlichen Motivation. Viele sahen dahinter einen Akt gegen die Indigenen oder gegen den Heiligen Vater. Das ist aber nicht der Fall. Mir ging es ausschließlich darum, diesen sichtbaren Verstoß gegen das erste Gebot unmöglich zu machen. Es ist auch gelungen! Bei der Abschlussveranstaltung der Synode waren die Statuen nicht dabei.

kath.net: Bischof Kräutler möchte die nackten ‚Pachamama‘-Figuren auch in der Liturgie integrieren. Was sagst Du dazu?

Alexander: Das ist nicht möglich, wenn wir katholisch bleiben wollen. Entweder wir glauben an den dreifaltigen Schöpfergott, der die Erde geschaffen hat und uns seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sünden. Gott, der uns über alles liebt und uns daher retten will. Oder wir glauben daran, dass „Mutter Erde“ eine Göttin ist, mit all ihren Fehlern. Wenn die Erde Gott wäre, so wären ja auch alle Krankheiten, Missstände, all das physische Leid auch Gott. Gott hat aber alles perfekt geschaffen. Er hat uns zwar die Freiheit geschenkt, uns auch gegen Ihn entscheiden zu können, dennoch hat Er das Schlechte dieser Welt nicht geschaffen.

Daher ist es nicht möglich, die „Pachamamas“ in der Kirche zu nutzen. Es ist überhaupt nicht möglich, sie generell kirchlich als das anzuerkennen, was sie darstellen, nämlich eben jene „Mutter Erde“.

kath.net: Warum jetzt das „Outing“ und sind eventuell noch andere Protestaktionen geplant?

Alexander: Wären Namen und Gesichter früher bekannt gewesen, hätte sich jeder nur auf die Personen gestürzt, die daran beteiligt waren. Wir wollten, dass die Sache selbst im Mittelpunkt steht. Die Synode dient der Beratung des Heiligen Vaters. Da die Synodenväter den traditionellen Standpunkt der Kirche allerdings kaum berücksichtigt haben, wollten wir durch diese Aktion dem Heiligen Vater zeigen, dass viele Gläubige der traditionellen Lehre der Kirche sehr anhängen und überzeugt sind, dass diese nichts an ihrer Gültigkeit verloren hat.

Wir planen, für diese Überzeugungen auch in Zukunft einzutreten, sehen es aber nicht als unsere Aufgabe, Aktionismus zu betreiben. Dennoch wollten wir der Aktion ein Gesicht geben, da wir uns nicht verstecken möchten. Wichtig ist, dass die Menschen wieder die Lehre Christi unseres Herrn verstehen. Dann können sie den Problemen dieser Welt souverän entgegentreten. Wenn die Kirche die Lehre zu Gunsten des Zeitgeists verändert, verlieren die Gläubigen den Halt.

kath.net: Danke für das Interview

Alexander: Why we threw the Pachamama idols into the Tiber river



ODER VIMEO:

Why we threw the Pachamama idols into the Tiber river from kath.net on Vimeo.

Wurf der Pachamama-Statuen in den Tiber

Pachamamafiguren bei offizieller Zeremonie/Vatikanische Gärten in Anwesenheit von Papst Franziskus


Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!

_______

Quelle

UNBEQUEME WAHRHEITEN IM DEUTSCHEN BUNDESTAG

https://platform.twitter.com/widgets.js

Allerheiligen und Allerseelen: Papst ruft zum Friedhofbesuch auf

Papst Franziskus beim Mittagsgebet (AFP or licensors)

Papst Franziskus wird die Allerseelenmesse an einem besonderen Ort zelebrieren: wie er selbst beim Angelus zum Hochfest Allerheiligen an diesem Freitag bekannt gab, wird er am Samstag in den Katakomben der Priscilla die Messe feiern. Dabei rief er die Gläubigen dazu auf, wenn möglich einen Besuch und ein Gebet an den Gräbern ihrer Lieben einzuplanen.

Die Feste von Allerheiligen und Allerseelen seien eine Gelegenheit, sich an das Band zu erinnern, „das zwischen der Kirche des Himmels und der Kirche der Erde bestehe, zwischen uns und unseren Lieben, die ins andere Leben eingetreten sind“, so der Papst: 

„Morgen Nachmittag werde ich mich für die Feier der Eucharistie in die Priscilla-Katakomben begeben, eine der Begräbnisstätten der ersten Christen Roms. In diesen Tagen, in denen leider auch negative Botschaften mit Blick auf den Tod und die Toten verbreitet werden, lade ich dazu ein, wenn möglich einen Besuch und ein Gebet auf dem Friedhof nicht zu vernachlässigen.“

Radio Vatikan wird die Messfeier aus der Priscilla-Katakombe live und mit deutschem Kommentar übertragen. Ebenfalls übertragen wird, wie gewohnt, das Mittagsgebet am kommenden Sonntag. Live und mit deutschem Kommentar werden wir auch die Messe übertragen, die Papst Franziskus am Montag im Petersdom für die im Lauf des Jahres verstorbenen Kardinäle und Bischöfe hält: Sie beginnt am 4. November um 11.30 Uhr. Die Übertragungen können Sie verfolgen über unsere Homepage sowie über unseren Youtube-Kanal.

(vaticannews – cs)

LESEN SIE AUCH: