Der Text der Papstpredigt in Santiago: Der Katalog der Seligpreisungen

Messe in Santiago de Chile (AFP or licensors)

Predigt von Papst Franziskus bei der Messfeier für Frieden und Gerechtigkeit im Parque O’Higgins, Santiago de Chile.

»Als Jesus die vielen Menschen sah« (Mt 5,1). In diesen ersten Worten aus dem Evangelium finden wir die Haltung, mit der Jesus uns entgegengehen will, dieselbe Haltung, mit der Gott sein Volk immer überrascht hat (vgl. Ex 3,7). Die erste Haltung Jesu ist es, nach den Gesichtern der Seinen Ausschau zu halten und sie anzublicken. Diese Gesichter setzen die abgründige Liebe Gottes in Bewegung. Es waren nicht Ideen oder Konzepte, die Jesus bewegten… es sind die Gesichter, die Personen; es ist das Leben, das nach dem Leben ruft, das der Vater uns übermitteln will.

Als er die vielen Menschen sah, traf Jesus auf die Gesichter der Menschen, die ihm folgten, und das Schönste ist es zu sehen, dass sie ihrerseits im Blick Jesu das Echo ihres Suchens und Sehnens finden. Aus dieser Begegnung entsteht dieser Katalog der Seligpreisungen, die der Horizont sind, dem zu folgen wir eingeladen und herausgefordert sind. Die Seligpreisungen entstehen nicht aus einer passiven Haltung angesichts der Realität; ebenso wenig können sie nicht von einem Zuschauer kommen, der zu einem traurigen Aufzeichner von Statistiken des Geschehenden wird. Sie gehen nicht von Unheilspropheten aus, die sich daran erfreuen, Hoffnungslosigkeit zu säen. Und auch nicht aus Trugbildern, die uns mit einem „Klick“ in einem Augenblick Glück versprechen. Im Gegenteil, die Seligpreisungen haben ihren Ursprung im mitfühlenden Herzen Jesu, das den Herzen der Menschen begegnet, die nach einem gesegneten Leben suchen und sich danach sehnen; von Menschen, die mit dem Leid vertraut sind; die die Bestürzung und den Schmerz kennen, der entsteht, wenn „der Boden unter den Füßen bebt“ oder „die Träume weggespült werden“ und die Arbeit eines ganzen Lebens zusammenbricht; aber noch besser kennen sie die Beharrlichkeit und den Kampf um das Vorwärtskommen, das Wiederaufbauen und das Wiederanfangen.

Wie sehr kennt sich das chilenische Herz mit Wiederaufbau und Neuanfang aus; wie sehr wisst ihr um das Aufstehen nach so vielen Stürzen! An dieses Herz wendet sich Jesus; für dieses Herz sind die Seligpreisungen gemeint!

Die Seligpreisungen entstehen nicht aus nörglerischen Haltungen und auch nicht aus dem „billigen Geschwätz“ derjenigen, die glauben, alles zu wissen, aber sich für nichts und niemandem einsetzen wollen und schließlich jede Möglichkeit lahmlegen, Wandlungs- und Wiederaufbauprozesse in unseren Gemeinschaften, in unserem Leben anzustoßen. Die Seligpreisungen kommen aus dem barmherzigen Herzen, das nicht müde wird zu hoffen. Und es erfährt: Die Hoffnung ist »der neue Tag, die Ausrottung des Stillstands, das Abschütteln einer negativen Niedergeschlagenheit« (Pablo Neruda, El habitante y su esperenza, 5).

Wenn Jesus den Armen, den Weinenden, den Trauernden, den Geduldigen, denjenigen, der vergeben hat, seligpreist … rottet er schließlich die lähmende Bewegungslosigkeit desjenigen aus, der glaubt, dass die Dinge sich nicht ändern können, desjenigen, der aufgehört hat, an die verwandelnde Macht von Gott Vater und an seine Brüder zu glauben, insbesondere an seine gebrechlichsten, an die verworfenen Brüder. Wenn Jesus die Seligpreisungen verkündet, so rüttelt er diese Resignation, den negativen Zusammenbruch auf, der uns glauben macht, dass man besser lebt, wenn man vor den Problemen flüchtet, wenn wir die anderen meiden; wenn wir uns in unseren Bequemlichkeiten verstecken oder einschließen, wenn wir in einem betäubenden Konsumismus einschlafen (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 2): diese Resignation, die uns dazu führt, uns von allen zu isolieren, abzuspalten, zu trennen; uns angesichts des Lebens und des Leidens der anderen blind zu stellen.

Die Seligpreisungen sind dieser neue Tag für alle, die weiterhin auf die Zukunft setzen, weiter träumen, weiter sich vom Geist Gottes berühren und antreiben lassen.

Stellen wir uns einmal vor, dass Jesus vom Cerro Renca oder der Puntilla kommt und zu uns sagt: Selig seid ihr … Ja, selig seid ihr; selig seid ihr, die ihr euch vom Geist Gottes anstecken lasst und für diesen neuen Tag kämpft und arbeitet, für dieses neue Chile, denn euch wird das Himmelreich gehören. »Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden« (Mt 5,9).

Angesichts der Resignation, die unsere lebenswichtigen Verbindungen wie billiges Gerede unterhöhlt und uns spaltet, sagt uns Jesus: Selig, die sich für die Versöhnung einsetzen. Glücklich, die fähig sind, sich die Hände schmutzig zu machen und dafür zu arbeiten, dass die anderen in Frieden leben können. Glücklich, die sich abmühen, um keine Spaltung zu säen. Auf diese Weise macht uns die Seligpreisung zu Friedensstiftern; sie lädt uns ein, uns dafür zu engagieren, dass der Geist der Versöhnung Raum unter uns gewinne. Willst du Glück? Willst du Seligkeit? Glücklich sind, die dafür arbeiten, dass andere ein glückliches Leben führen können. Willst du Frieden, so arbeite für den Frieden.

Ich kann nicht umhin, diesen großen Hirten Santiagos zu erwähnen, der einmal bei einem Te Deum sagte: »„Wenn du den Frieden willst, arbeite für die Gerechtigkeit“ … Und wenn jemand uns fragt: „Was ist die Gerechtigkeit?“ oder auch, ob sie vielleicht nur darin besteht, „nicht zu stehlen“, werden wir ihm sagen, dass es eine andere Gerechtigkeit gibt: die nämlich, die verlangt, dass jeder Mensch als Mensch behandelt wird« (Card. Raúl Silva Henríquez, Homilie bei der ökumenischen Feier des Te Deum, 18. September 1977).

Den Frieden auf einen Schlag durch Nähe, durch Verbundenheit säen! Dadurch, dass wir auf einen Schlag aus unseren Häusern kommen und die Gesichter anschauen, dem begegnen, dem es schlecht geht, der nicht als Person, als würdiger Sohn dieses Landes behandelt wurde. Dies ist die einzige Weise, die wir haben, um eine Zukunft des Friedens zu schmieden, um wieder ein Geflecht der Wirklichkeit zu weben, das sich nicht auftrennt. Der Arbeiter für den Frieden weiß, dass es oftmals notwendig ist, große oder subtile Engherzigkeit oder Machtstreben zu überwinden, die aus dem Anspruch entstehen, aufzusteigen und „sich einen Namen zu machen“, um Ansehen auf Kosten anderer zu erlangen. Der Arbeiter für den Frieden weiß, dass es nicht genügt zu sagen: Ich tue niemandem etwas Schlechtes, wie der heilige Alberto Hurtado sagte: »Es ist sehr gut, nichts Schlechtes zu tun, aber es ist sehr schlecht, nichts Gutes zu tun« (Meditación radial, April 1944).

Den Frieden aufzubauen ist ein Prozess, der uns zusammenruft und unsere Kreativität anregt, um Beziehungen zu pflegen, die im Nachbarn nicht einen Fremden, einen Unbekannten sehen, sondern einen Sohn dieses Landes.

Empfehlen wir uns der Unbefleckten Jungfrau, die vom Cerro San Cristobal diese Stadt behütet und begleitet. Sie möge uns helfen, den Geist der Seligpreisungen zu leben und zu ersehnen; damit man in allen Ecken dieser Stadt gleichsam wie ein Flüstern höre: »Selig die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden« (Mt 5,9).

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Quelle

Kardinal Dolan: Kampf gegen Abtreibung ist Kampf gegen ‚Kraft der Finsternis‘

Cardinal Timothy Dolan at the Vigil for Life at the Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception, January 18, 2018. Credit: Jonah McKeown/CNA.

Tausende Jugendliche, hunderte Priester, dutzende Bischöfe und Kardinäle bei großer Gebetsvigil in Washington DC – Fotos, Video – kath.net-Bericht von Roland Noé direkt aus Washington DC.

Washington DC. (kath.net/rn)
Was für ein liturgisches „Event“. Wenige Stunden vor dem großen Marsch für das Leben in Washington DC fand in einer überfüllten katholischen Basilika eine große Gebetsvigil für das Leben statt, die mit einer Heiligen Messe begann. Bereits zwei Stunden vor Beginn war die Basilika mit vielen tausenden überwiegend jungen Menschen so voll, dass kein freier Sitzplatz mehr zu finden war. Die Gläubigen standen dichtgedrängt auf jeder möglichen Fläche, die noch irgendwie frei zugänglich war. So war man bei der Hl. Messe von Schülern einer katholischen Mädchenschule, Schülern einer Jesuitenschule, jungen Marinesoldaten, einem jungen Ehepaar und einer Ordensschwestern umzingelt, fast alle lächelten einem freundlich zu. Die Ordner waren zum Teil mit dem Ansturm völlig überfordert, doch sie agierten mit „italienischer“ Flexibilität und ohne „deutsche“ Ordnungsgründlichkeit.

„For the sake of His sorrowful Passion, have mercy on us and on the whole world“ (Durch Sein schmerzhaftes Leiden habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.), tönte es vor der Hl. Messe tausendfach beim Gebet des Barmherzigkeitsrosenkranzess.

An den Feierlichkeiten nahmen neben vielen hunderten Priestern auch dutzende Kardinäle und Bischöfe teil und zeigten eindrucksvoll, dass ein Pro-Life-Engagement in den USA von einer großen katholischen Breite mitgetragen wird, etwas, was man aus dem deutschsprachigen Raum nicht kennt. Der Einzug der Priester und Bischöfe dauerte mehr als 15 Minuten, man staunte, wie viele hunderte Priester man im liturgischen Altarraum in der wunderschönen Basilika unterbringen konnte. Mit liturgischen Gesängen, die unter die Haut gingen, erlebte man dann einen Gottesdienst, der mit jeder großen Papstmesse ganz leicht mithalten kann. „Es war Himmel auf Erden“, meinte ein Teilnehmer nach der Heiligen Messe.

Hauptzelebrant der Feier war Timothy Kardinal Dolan aus New York. Dieser erinnerte daran, dass die Schlacht um das Ende der Abtreibung nicht alleine auf dem politischen Felde gewonnen werde. Zuerst sei dies ein geistlicher Kampf, bei dem Abtreibung als „Kraft der Finsternis“ anerkannt werden müsse. „Die Kräfte, denen wir begegnen, sind nicht nur diejenigen die wir sehen, diese sind bedrohlich genug. Ich fürchte, dass wir gegen Mächte kämpfen, die wir nicht sehen. Diese Mächte sind stärker als alles in der Schöpfung.“ Nur Christus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, könne uns hier retten.

Dolan erinnerte dann daran, dass Papst Franziskus zuletzt diese Kräfte als „Wegwerfgesellschaft“ bezeichnet und Johannes Paul II von einer Kultur des Todes gesprochen hatte. „Papst Franziskus hat uns oft daran erinnert, dass wir Narren wären, wenn wir die Macht Satans nicht ernst nähmen. Wir sind heute Abend hier um zu beten, nicht als Krieger, sondern als Aposteln des Lebens, als Apostel, nicht solche, die mit Geld, mit Hass oder destruktiven Worten, sondern solche, die mit Liebe und Freude bewaffnet sind.“

Der Kardinal erinnerte auch an Martin Luther King, der für Zivilrechte für diejenigen eingetreten war, die von gewissen Rechten ausgeschlossen wurden. Pro-Life-Anwälte müssen daher dafür eintreten, dass die kleinen Kinder ebenfalls Zivilrechte bekommen. Ein Teil des Kampfes für das Leben ist daher die Lobby-Arbeit für das Leben. Dolan ermutigte die Teilnehmer, dies den gewählten Politikern immer wieder auch mitzuteilen. Dies müssen die Stimme der vielen Millionen hören. „Wir sind hier um zu sagen, dass wir nicht aufgeben werden.“

Bemerkenswert beim Gottesdienst war auch, dass im liturgischen Heft für die Feier an die Richtlinien zum Empfang der Heiligen Kommunion der US-Bischofskonferenz erinnert wurde, etwas, das nicht einmal bei normalen Papstmessen stattfindet. So wird daran hingewiesen, dass beispielsweise Nicht-Christen die Heilige Eucharistie unter keinen Umständen empfangen können und Mitglieder von anderen christlichen Bekenntnissen normalerweise auch nicht zur Heiligen Eucharistie zugelassen sind.

Am Ende der Heiligen Messe freuten sich die deutschsprachigen Teilnehmer dann über ein bekanntes Lied: „Holy God, We Praise Thy Name“ („Großer Gott, wir loben Dich.) Nach dem Auszug begann die lange Nacht des Gebetes. Viele Priester hörten auch Beichte, manche Jugendliche stärkten sich zuerst beim Starbucks in der Nähe der Basilika, um dann an der Anbetung teilzunehmen. Ein kleines Fazit: Um die katholische Kirche in den USA muss man sich angesichts dieses kraftvollen Auftretens deutlich weniger Sorgen machen als um die katholische Kirche in unseren Breitengraden.

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Quelle

OFFIZIELLE FOTOGRAFIEN VON/MIT LUCIA DE JESUS DOS SANTOS, FATIMA

D. José e a Irmã Lúcia

Bischof José Alves Correia da Silva und Schwester Luzia

 

Irmã Lúcia na Capelinha das Aparições

Sr. Luzia in der Erscheinungs-Kapelle

 

Sr Lucia Tuy

Sr. Luzia in Tuy

 

D. João Venâncio, Paulo VI e a Irmã Lúcia

Bischof João Venâncio, Papst Paul VI. und Schwester Luzia am 13. Mai 1967

 

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Schwester Luzia in Fatima am 13. Mai 1967

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Schwester Luzia in Fatima am 13. Mai 1967

 

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Sr. Luzia in Fatima am 13. Mai 1967

 

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Sr. Luzia in Fatima am 13. Mai 1967

 

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Sr. Luzia in Fatima am 13. Mai 1967

 

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Johannes Paul II. vor der Erscheinungs-Kapelle – 13. Mai 1982

 

Papa João Paulo II e a Irmã Lúcia 13.5.1982

Papst Johannes Paul II. mit Sr. Luzia – am 13. Mai 1982

 

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Sr. Luzia mit Papst Johannes Paul II. in der „Cova da Iria“ – 13. Mai 1982

 

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Sr. Luzia (de Jesus) mit Papst Johannes Paul II.

 

João Paulo II dá a comunhão à Irmã Lúcia 13.5.1991

Johannes Paul II gibt Luzia die hl. Kommunion – am 13. Mai 1991

 

Madre Superiora, João Paulo II, Irmã Lúcia e D. Alberto 13.5.1991

Die Mutter Oberin, Johannes Paul II., Sr. Luzia und Bischof Alberto – am 13. Mai 1991

 

Johannes Paul II. mit Luzia in Fatima 13.5.1991

Johannes Paul II. mit Luzia in Fatima 13.5.1991

 

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Papst Johannes Paul II. mit Sr. Luzia – am 13. Mai 1991

 

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Papst Johannes Paul II. und Sr. Luzia – am 13. Mai 1991

 

Papa João Paulo II e a Irmã Lúcia 13.5.1991

Papst Johannes Paul II. und Sr. Luzia – am 13. Mai 1991

 

Irmã Lúcia, D. Serafim e João Paulo II 13.5.2000

Sr. Luzia, Bischof Serafim und Johannes Paul II. am 13. Mai 2000

 

Papa João Paulo II e a Irmã Lúcia 13.5.2000

Papst Johannes Paul II. mit Sr. Luzia – am 13. Mai 2000

 

Irmã Lúcia junto à pia baptismal, na igreja de Fátima 16.5.2000 2

Sr. Luzia beim Taufbecken in der Kirche von Fatima – am 16. Mai 2000

 

Padre Luís Kondor com a Irmã Lúcia 16.5.2000 2

Pater Luís Kondor mit Sr. Luzia – am 16. Mai 2000

 

Padre Luís Kondor com a Irmã Lúcia 16.5.2000

Pater Luís Kondor mit Sr. Luzia – am 16. Mai 2000

 

Padre Luís Kondor com a Irmã Lúcia

Pater Luís Kondor mit Sr. Luzia – am 16. Mai 2000

 

Irmã Lúcia junto à pia baptismal, na igreja de Fátima

Sr. Luzia am Taufbecken in der Kirche von Fatima – am 16. Mai 2000

Irmã Lúcia na Loca do Cabeço

Sr. Luzia beim Erscheinungs-Hügel des Engels

 

Irmã Lúcia nos Valinhos 16.5.2000

Sr. Luzia an der Erscheinungsstelle genannt Valinhos, 3 km vom Fatima-Heiligtum entfernt, Ort der 4. Erscheinung der Gottesmutter am 19. August 1917

 

Irmã Lúcia nos Valinhos

Sr. Luzia in den Valinhos – Ort der 4. Erscheinung

 

Irmã Lúcia sai da sua casa, em Aljustrel

Sr. Luzia beim Verlassen ihres Hauses in Aljustrel

 

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Sr. Luzia mit Frau Dr. Branca-Paul — Siehe dazu auch: The Call to Fatima

 

 

Treffen mit Priestern und Ordensleuten: „Das Volk Gottes braucht keine Superhelden“

Papst Franziskus in der Kathedrale von Santiago de Chile

Berufungen zum Priester- oder Ordensleben sind persönlich, aber immer auch Teil einer größeren Gruppe, es gibt keine „Selfie“-Berufungen. In einer langen Ansprache wandte sich Papst Franziskus an diesem Dienstag in der Kathedrale von Santiago an Priester, Ordensleute und Seminaristen.

Bernd Hagenkord SJ, Vatikan

Der niedergeschlagene Petrus, der Petrus der Barmherzigkeit erfährt, der verklärte Petrus: Die Person des Jüngers und Apostels stehe für beide Dimensionen, die persönliche und die gemeinschaftliche, so der Papst, an der Geschichte vom Fischfang nach der Auferstehung (Joh 21:1-19) könne man sehen, was das bedeute.

Aus der Niedergeschlagenheit heraus

Da sei zunächst die Niedergeschlagenheit. Jesus war tot und obwohl einige dem Auferstandenen schon begegnet seien, habe dieses Ereignis so stark [gewirkt], dass sie Zeit brauchten, um das Geschehen zu verstehen. Dieser Tod habe „einen Sturm an inneren Kämpfen“ in den Herzen der Jünger ausgelöst, „Petrus hatte ihn verleugnet, Judas hatte ihn verraten, die anderen waren geflohen und hatten sich versteckt.“

“ Die größte aller Versuchungen ist, sich beim Nachgrübeln über die eigene Hoffnungslosigkeit aufzuhalten ”

Zeiten von solcher Niedergeschlagenheit hätten ihre eigenen Versuchungen, legte der Papst den Text aus. „Die Versuchung, über Ideen zu diskutieren, den Aufgaben nicht die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, sich zu sehr auf die Verfolger zu fixieren … Und ich glaube, die größte aller Versuchungen ist, sich beim Nachgrübeln über die eigene Hoffnungslosigkeit aufzuhalten“.

Ein Zustand der Unruhe

Etwas von dieser Niedergeschlagenheit lasse auch die Situation von Priestern und Ordensleuten in Chile erkennen, „Neben der Treue der großen Mehrheit ist auch das Unkraut des Bösen und als dessen Folge Skandale und Glaubensabfall angewachsen. Ein Zustand der Unruhe.“ Er wisse um den Schmerz, ausgelöst durch die Missbrauchsfälle, Schmerz vor allem wegen des Schadens und Leidens der Opfer und ihrer Familien und des betrogenen Vertrauens wegen. Schmerz dann aber auch, weil diese Missbrauchsfälle Misstrauen und Infragestellungen ausgelöst hätten, einen Mangel an Vertrauen.

„Ich weiß, dass ihr manchmal in der U-Bahn oder auf der Straße beschimpft worden seid und dass ihr an vielen Orten einen hohen Preis zahlen müsst, wenn ihr Priesterkleidung tragt“, so der Papst. „Aus diesem Grund schlage ich vor, dass wir Gott um die klare Einsicht bitten, die Realität beim Namen zu nennen, um die Kraft um Vergebung zu bitten und um die Fähigkeit zu lernen auf das zu hören, was Er uns sagt.“

Neue Situationen ohne Patentrezept

Die Gesellschaft verändere sich, auch Chile sei keine Ausnahme. Neue und unterschiedliche kulturelle Formen entstünden, die sich nicht an gewohnten Modelle anpassten. „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir oft nicht wissen, mit diesen neuen Situationen umzugehen“, in jedem Fall sei ein Zurücksehnen nach einer angeblich guten Vergangenheit – den „Fleischtöpfen Ägyptens“ – der falsche Weg, das lasse vergessen, „dass das Gelobte Land vor uns liegt“. Die Kirche müsse die Welt sehen, wie sie sei, ob es nun gefalle oder nicht.

“ Wir müssen uns bewusst sein, dass wir oft nicht wissen, mit diesen neuen Situationen umzugehen ”

In den Worten des Evangeliums: Die Netze blieben leer, die Fischer kehren heim mit leeren Händen, niedergeschlagen, eine „Stunde der Wahrheit im Leben der ersten Gemeinde.“

Der Schwäche ins Gesicht sehen

Der Kirche könne dasselbe passieren wie damals Petrus und den Jüngern, „es gibt Momente, in denen wir nicht unserem Ruhm, sondern unserer Schwäche ins Gesicht sehen.“

Dem begegnet Jesus mit der Frage „liebst du mich mehr als diese?“ „Jesus tadelt nicht und verurteilt nicht. Sein einziger Wunsch ist es, Petrus zu retten. Er möchte ihn vor der Gefahr retten, in seiner Sünde eingeschlossen zu bleiben und auf der Verzweiflung aufgrund seiner Schwäche ‚herumzukauen‘.“ Es sei eine zerstörerische Einstellung, sich selbst zum Opfer zu machen und all das Gute zu vergessen.

“ Jesus tadelt nicht und verurteilt nicht. Sein einziger Wunsch ist es, Petrus zu retten. Er möchte ihn vor der Gefahr retten, in seiner Sünde eingeschlossen zu bleiben ”

Hier werde „ein Apostel geboren“, sagte der Papst, nur das Erbarmen Gottes hält ihn, bei allen Grenzen, Sünden und Versagen. „Wir sind als Männer und Frauen gesandt, die sich bewusst sind, dass ihnen vergeben worden ist. Das ist die Quelle unserer Freude.“ Eine verwundete Kirche könne die Wunden der Welt verstehen und zu heilen versuchen, sie stelle sich nicht in den Mittelpunkt und glaube nicht, perfekt zu sein. „Das Bewusstsein, das wir verwundet sind, macht uns frei“, denn „das Volk Gottes erwartet und braucht keine Superhelden.“

Die Pädagogik Jesu

Wahre Größe komme aus dem Dienst, so der Papst, das sei die „Pädagogik unseres Herrn“.

„Mit Blick auf den niedergeschlagenen und den verwandelten Petrus sind wir eingeladen, uns von einer niedergeschlagenen und hoffnungslosen Kirche in eine Kirche zu wandeln, die Dienerin der vielen Niedergeschlagenen ist, die Seite an Seite mit uns leben. Eine Kirche, die fähig ist, ihrem Herrn im Hungernden, im Gefangenen, im Dürstenden, im Heimatlosen, im Nackten, im Kranken zu dienen … (Mt 25,35).“ Das sei nicht etwa Bevormundung oder eine reine „Wohlfahrtsmentalität“, das sei Bekehrung des Herzens.

Die eigene und die gemeinschaftliche Berufung zu leben, dazu erneut „Ja“ zu sagen sei er gekommen. Das müsse allerdings im Realismus geschehen. Denn ein solcher Realismus stütze sich auf den Blick Jesu.

(VN)

Lesen Sie auch:

Papstansprache beim Treffen mit Priestern und Ordensleuten

BREAKING: President Trump proclaims January 16 ‘Religious Freedom Day’

Donald Trump speaks at the 2016 Values Voter Summit.

WASHINGTON D.C., January 16, 2018 (LifeSiteNews) – President Donald Trump proclaimed January 16, 2018  „Religious Freedom Day.“ LifeSiteNews is pleased to provide Trump’s entire declaration.

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RELIGIOUS FREEDOM DAY, 2018

BY THE PRESIDENT OF THE UNITED STATES OF AMERICA

A PROCLAMATION

Faith is embedded in the history, spirit, and soul of our Nation.  On Religious Freedom Day, we celebrate the many faiths that make up our country, and we commemorate the 232nd anniversary of the passing of a State law that has shaped and secured our cherished legacy of religious liberty.

Our forefathers, seeking refuge from religious persecution, believed in the eternal truth that freedom is not a gift from the government, but a sacred right from Almighty God.  On the coattails of the American Revolution, on January 16, 1786, the Virginia General Assembly passed the Virginia Statute of Religious Freedom.  This seminal bill, penned by Thomas Jefferson, states that, „all men shall be free to profess, and by argument to maintain, their opinions in matters of religion, and that the same shall in no wise diminish, enlarge, or affect their civil capacities.“  Five years later, these principles served as the inspiration for the First Amendment, which affirms our right to choose and exercise faith without government coercion or reprisal.

Today, Americans from diverse ethnic and religious backgrounds remain steadfast in a commitment to the inherent values of faith, honesty, integrity, and patriotism.  Our Constitution and laws guarantee Americans the right not just to believe as they see fit, but to freely exercise their religion.  Unfortunately, not all have recognized the importance of religious freedom, whether by threatening tax consequences for particular forms of religious speech, or forcing people to comply with laws that violate their core religious beliefs without sufficient justification.  These incursions, little by little, can destroy the fundamental freedom underlying our democracy.  Therefore, soon after taking office, I addressed these issues in an Executive Order that helps ensure Americans are able to follow their consciences without undue Government interference and the Department of Justice has issued guidance to Federal agencies regarding their compliance with laws that protect religious freedom.  No American — whether a nun, nurse, baker, or business owner — should be forced to choose between the tenants of faith or adherence to the law.

The United States is also the paramount champion for religious freedom around the world, because we do not believe that conscience rights are only for Americans.  We will continue to condemn and combat extremism, terrorism, and violence against people of faith, including genocide waged by the Islamic State of Iraq and Syria against Yezidis, Christians, and Shia Muslims.  We will be undeterred in our commitment to monitor religious persecution and implement policies that promote religious freedom.  Through these efforts, we strive for the day when people of all faiths can follow their hearts and worship according to their consciences.

The free exercise of religion is a source of personal and national stability, and its preservation is essential to protecting human dignity.  Religious diversity strengthens our communities and promotes tolerance, respect, understanding, and equality.  Faith breathes life and hope into our world.  We must diligently guard, preserve, and cherish this unalienable right.

NOW, THEREFORE, I, DONALD J. TRUMP, President of the United States of America, by virtue of the authority vested in me by the Constitution and the laws of the United States, do hereby proclaim January 16, 2018, as Religious Freedom Day.  I call on all Americans to commemorate this day with events and activities that remind us of our shared heritage of religious liberty and teach us to secure this blessing both at home and abroad.

IN WITNESS WHEREOF, I have hereunto set my hand this sixteenth day of January, in the year of our Lord two thousand eighteen, and of the Independence of the United States of America the two hundred and forty-second.

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US Supreme Court Justice: Daily Mass helps me do my job the ‘right way’

Supreme Court Justice Clarence Thomas 

January 15, 2018 (LifeSiteNews) – Justice Clarence Thomas goes to Mass before work not out of habit, but because it gives him the “strength to do what I have to do every day.”

The Catholic justice, who is in his 27th term in the U.S. Supreme Court, said in a recent interview that daily Mass helps him do his “job, a secular job, in the right way and for the right reasons.”

Faith in God, he said, “gives you the wisdom, the insights, the capacity to do the work, to decide these things, the discipline. It gives content and meaning to the oath I took. At the end of my oath — and for this job I had to take two — you say ‘So help me God.’ It’s an oath to God. So, if you have a strong faith in God, then that oath gains in meaning and content,” he said.

Thomas — known for upholding lifemarriage and the Constitution — said the path of his life, with its beginnings in economic deprivation, his family contending with illiteracy and dysfunction, then leading to the Supreme Court, is owed to divine providence.

Thomas’ father left the family when he was two, and his mother struggled to make ends meet. They lost their house to a fire, leading to Thomas’s grandfather taking the family in when he was seven. The grandparents sent their grandson to an all-black Catholic school run by white nuns where Thomas learned about the Catholic faith.

It was from his illiterate grandfather that Thomas said he learned the values of humility, patience, and persistence.

Thomas recalled his grandfather telling him as late as the 1980’s, “Boy, you have to stand up for what you believe in.”

The Daily Caller report said Thomas faces constant vilification and defamation in his role as a Supreme Court justice.

Adversity ensued prior to his final confirmation on the Court as he faced allegations of sexual harassment from former employee Anita Hill. Hill claimed Thomas made unwelcome advances and spoke to her in sexually graphic terms. Thomas denied the allegations and was eventually confirmed. Thomas famously called the experience a high-tech lynching for uppity blacks.

His dissenting opinion on a homsexual „marriage“ case in July 2015 which said in part that the slaves in pre-Civil War America retained their human dignity even though the government failed to recognized it got him called “a clown in blackface sitting on the Supreme Court” by former Star Trek actor and openly gay LGBT-proponent George Takei.

In a 17-page dissent to the 2016 Whole Woman’s Health v. Hellerstedt ruling, Thomas denounced „the court’s habit of applying different rules to different constitutional rights – especially the putative right to abortion.” The 5-3 Court ruling reversed a Texas pro-life law requiring abortionists to have admitting privileges to hospitals and abortion facilities to meet more rigorous health standards.

“As the court applies whatever standard it likes to any given case, nothing but empty words separates our constitutional decisions from judicial fiat,“ he wrote.

Justice Thomas joined the conservative dissent to the 2015 Obergefell v. Hodges Supreme Court decision imposing legalized homosexual „marriage“ in the U.S. He wrote that the ruling holds “potentially ruinous consequences for religious liberty.” His prophetic words were quickly realized as small business owners across the country began experiencing legal challenges from LGBT-activists for upholding the biblical definition of marriage and refusing to offer their services for homosexual „marriages.“

Justice Thomas said in the interview that he often recites the Catholic Litany of Humility prayer to maintain focus and perspective on worldly things.

What really matters, he told The Daily Caller, is whether you do what you are called to do.

Faith, Thomas said, gives him “the strength to do what I have to do every day, to assert the independence, to be willing to take the beatings, the criticism, the unfairness.”

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