‚Erschütternde Untreue der österreichischen Bischöfe‘

Katholischer Philosoph Josef Seifert übt schwere Kritik an der österreichischen Bischofskonferenz und an Kardinal Schönborn, weil diese zum 50. Jubiläum von Humanae Vitae nur Gegner auf den Websites und via kathpress zu Wort kommen lassen

Wien (kath.net)
Der bekannte österreichische, katholische Philosoph Josef Seifert hat gegenüber dem US-Magazin „OnePeterFive“ schwere Kritik an der österreichischen Bischofskonferenz und an Kardinal Schönborn geübt, weil diese zur 50-Jahresfeier von Humanae vitae via Kathpress nicht weniger als fünf Artikel von Moraltheologen und anderen Katholiken veröffentlichen ließen, die die Enzyklika mehr oder weniger offen angreifen. Seifert kritisierte in dem Zusammenhang vor allem den Wiener Kardinal, weil dieser noch 2008 in einem Hirtenwort die Mariatroster Erklärung mit ihrem „verwaschenen doppelzüngigen Lob“ als Irrtum bezeichnet habe. Wörtlich stellte Seifert fest: „Sie stellen nicht nur die zentrale Aussage und in Humanae Vitae verkündete Wahrheit, dass jeder Akt der Empfangnisverhütung in sich schlecht ist, in Frage, sondern führen zur Unterstützung ihres Irrtums auch noch allgemeinere schwerste und geradezu absurde Irrtümer an, wie etwa den des Moraltheologen Lintner, der behauptet, das moralische Gesetz müsse sich einer Entwicklung unterwerfen, wenn ein Großteil der Menschen ihm nicht folgt und sich nicht nach HV richtet. Wird etwa der Ehebruch gut, weil sehr viele Menschen ihre Ehe brechen? Wird die Abtreibung gut oder zu einer weniger schweren Sünde, ja ist sie nicht mehr ein himmelschreiendes Verbrechen, weil Millionen sie begehen? Wird das Gebot, Gott über alles zu lieben, außer Kraft gesetzt, weil ein Großteil der Menschen es heute bricht? Nichts könnte absurder sein als ein solcher historischer ethischer Relativismus. Und doch finden wir diesen absurden Irrtum sogar auf bischöflichen Webseiten zur 50 Jahresfeier von Humanae Vitae.“

Der bekannte österreichische Philosoph hoffe, dass die österreichischen Bischöfe endlich die Wahrheit der 2008 von Kardinal Schönborn ausgesprochenen Worte begreifen und einstimmig die verkehrte Maria Troster Erklärung widerrufen werden und sich kompromisslos und klar für die Wahrheit der Lehren von Humanae Vitae und Familaris Consortio aussprechen werden. „Empfängnisverhütung ist aus vielen Gründen in sich schlecht (nicht nur, weil die Pille zwei frühabtreibende Wirkungen hat und daher in einem erheblichen Prozentsatz ihrer Anwendung Mord ist und weil Verhütung den prokreativen vom unitiven Sinn des ehelichen Aktes loslöst).“ Wörtlich meint Seifert dann: „Was für eine Schande für die Kirche in Österreich, das 50. Jubiläum von Humanae Vitae in der Kirche Österreichs durch eine Orgie ihrer Gegner auf bischöflichen Webseiten zu begehen!“

Der Philosoph fragt sich, warum die österreichischen Bischöfe nicht Artikel auf ihre Webseite setzen und Redner „zu einer Tagung über Humanae Vitae einladen, die, wie der exzellente österreichische Priester, Pfarrer und Professor in Heiligenkreuz Helmut Prader, Humanae Vitae wunderbar begründen und eine ausgedehnte Pastoral betreiben, die die Wahrheit dieser Enzyklika vielen Ehepaaren und Brautpaaren in beglückender und klarer Form vermittelt? „Auch Weihbischof Andreas Laun, der vielleicht als einziger österreichischer Bischof durchwegs klare Worte über Humanae Vitae gesprochen hat, sowie Bischof Athanasius Schneider, der durch seine schlichte Klarheit unter allen Bischöfen der Welt herausragt und sich oft in wunderbarer Weise zu HV geäußert hat, sollte zu einer solchen Jubiläums-Tagung über Humane Vitae als Redner eingeladen werden und ihre Vorträge oder Aufsätze sollten die bischöflichen österreichischen Webseiten zieren und von der gegenwärtigen Schmach der dort publizierten Aufsätze befreien.“

Vgl. dazu auch: Kardinal Schönborn 2008: ‚Europa hat dreimal Nein zu seiner eigenen Zukunft gesagt‘

Archivvideo: KATH.NET-Interview mit Prof. Seifert

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Artikel auf http://www.kath.net/news/64516, 19 Juli 2018, 16:01

Papst Franziskus an die Teilnehmer des Internationalen Symposiums über die Katechese

Pope Francis Tour of Buenos Aires

BOTSCHAFT VON PAPST FRANZISKUS
AN DIE TEILNEHMER DES INTERNATIONALEN SYMPOSIUMS
ÜBER DIE KATECHESE

[BUENOS AIRES, 11.-14. JULI 2017]

An Seine Exzellenz Ramón Alfredo Dus
Erzbischof von Resistencia
Präsident der Bischöflichen Kommission
für Katechese und biblische Pastoral


Lieber Bruder!

Einen herzlichen Gruß an Sie und an alle, die an den verschiedenen Bildungstreffen teilnehmen werden, die die Bischöfliche Kommission für Katechese und biblische Pastoral organisiert hat. Als der heilige Franz von Assisi von einem seiner Anhänger inständig gebeten wurde, dass er ihn predigen lehre, antwortete er folgendermaßen: »Bruder, [wenn wir die Kranken besuchen, den Kindern helfen und die Armen speisen], dann predigen wir schon.« In dieser schönen Lektion ist die Berufung und die Aufgabe des Katecheten enthalten.

Zunächst einmal ist die Katechese keine »Arbeit « oder Aufgabe, die außerhalb der Person des Katecheten liegt, sondern man »ist« Katechet, und das ganze Leben dreht sich um diese Sendung. Katechet zu »sein« ist in der Tat eine Berufung zum Dienst in der Kirche: Was man vom Herrn als Geschenk erhalten hat, muss man seinerseits weitergeben. Darum muss der Katechet ständig zu jener ersten Verkündigung oder dem »Kerygma« zurückkehren, die das Geschenk ist, das sein Leben verändert hat. Es ist die grundlegende Verkündigung, die immer wieder im Leben des Christen widerhallen muss, und noch mehr in jenem, der berufen ist, den Glauben zu verkündigen und zu lehren. »Es gibt nichts Solideres, nichts Tieferes, nichts Sichereres, nichts Dichteres und nichts Weiseres als diese Verkündigung « (Evangelii gaudium, 165). Diese Verkündigung muss den Glauben begleiten, der in der Frömmigkeit unseres Volkes bereits vorhanden ist. Es ist notwendig, Sorge zu tragen für das ganze Potential der Frömmigkeit und der Liebe, das in der Volksfrömmigkeit enthalten ist, damit nicht nur die Glaubensinhalte vermittelt, sondern auch eine wahre Schule für das Bildungsgeschehen geschaffen wird, in der man das Geschenk des Glaubens, das man empfangen hat, pflegt, um in Taten und Worten die Gnade widerzuspiegeln, Jünger Jesu zu sein.

Der Katechet ist von Christus her und mit Christus auf dem Weg. Er ist kein Mensch, der von seinen eigenen Ideen und seinen eigenen Vorlieben ausgeht, sondern sich von ihm anblicken lässt, mit jenem Blick, der das Herz brennen lässt. Je mehr Jesus den Mittelpunkt in unserem Leben einnimmt, desto mehr lässt er uns aus uns selbst hinausgehen, nimmt uns selbst aus dem Mittelpunkt und macht uns zum Nächsten der anderen. Diese Dynamik der Liebe ist wie die Bewegung des Herzens: »Systole und Diastole«.

Sie zieht sich zusammen, um dem Herrn zu begegnen und öffnet sich sofort wieder, um Zeugnis zu geben von Jesus und von Jesus zu sprechen, Jesus zu verkündigen. Er selbst gibt uns das Beispiel dafür: Er zog sich zurück, um zum Vater zu beten, und gleich darauf ging er hinaus zur Begegnung mit denen, die hungerten und dürsteten nach Gott, um sie zu heilen und zu retten. Hier entsteht die Bedeutung der »mystagogischen« Katechese: Sie ist die ständige Begegnung mit dem Wort Gottes und mit den Sakramenten und nicht nur eine Angelegenheit, die vor der Feier der Sakramente der christlichen Initiation erledigt werden muss. Das christliche Leben ist ein Prozess des Wachstums und der Integration aller Dimensionen des Menschen auf einem gemeinschaftlichen Weg des Hörens und der Antwort (vgl. Evangelii gaudium, 166).

Der Katechet ist außerdem kreativ; er sucht verschiedene Mittel und Formen, um Christus zu verkündigen. Es ist schön, an Jesus zu glauben, denn er ist »der Weg und die Wahrheit und das Leben« (Joh 14,6) und erfüllt unser Dasein mit Freude und Frohsinn. Das Streben danach, Jesus als die höchste Schönheit zu vermitteln, bringt uns dazu, neue Zeichen und Formen für die Weitergabe des Glaubens zu finden. Die Mittel können verschieden sein, aber wichtig ist, sich den Stil Jesu vor Augen zu halten, der sich den Menschen anpasste, die ihm gegenüberstanden, um ihnen die Liebe Gottes nahezubringen. Man muss sich »ändern«, sich anpassen können, um die Botschaft näherzubringen, auch wenn sie immer dieselbe ist, denn Gott ändert sich nicht, sondern macht alle Dinge in sich neu. Beim kreativen Streben danach, Jesus den anderen zu vermitteln, dürfen wir keine Angst haben, denn er geht uns bei dieser Aufgabe voraus. Und er ist bereits im heutigen Menschen und wartet dort auf uns.

Liebe Katecheten, ich danke euch für das, was ihr tut, vor allem aber dafür, dass ihr mit dem Gottesvolk unterwegs seid. Ich ermutige euch, frohe Botschafter zu sein, Hüter des Guten und der Schönheit, die im treuen Leben des missionarischen Jüngers erstrahlen. Jesus segne euch, und die allerseligste Jungfrau, wahre »Erzieherin im Glauben«, beschütze euch. Und bitte, vergesst nicht, für mich zu beten.

Aus dem Vatikan, am 5. Juli 2017

Franziskus

Pius XII. und die Rettung der Juden Roms

Pope Pius XII sits in front of a microphone prepared to give a radio address in this 1943 file photo. During World War II, the pontiff made many pleas for peace through Vatican Radio. (CNS photo) (April 28, 2006) See VATICAN LETTER April 28, 2006.

Neue Dokumente beweisen die entscheidende Rolle, die der Papst für die Rettung der römischen jüdischen Gemeinde gespielt hat. Ist das Ende der konstruierten ‚Schwarzen Legende’ nahe? Wer hat sie geschaffen?

Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Seit vielen Jahren kämpft die amerikanische Stiftung „Pave the Way“ unter der Leitung des Juden Gary Krupp dafür, dass die historische Wahrheit über das Wirken und die Rolle Papst Pius’ XII. während des II. Weltkriegs zur Rettung der Juden ans Licht kommt. Vor einigen Tagen lieferte „Pave the Way“ gegenüber der internationalen Nachrichtenagentur Zenit weitere Elemente, um die tragischen Umstände des 16. Oktobers 1943 rekonstruieren zu können. An jenem Tag begannen in Rom die Verhaftungen der Juden. Über 1.000 von rund 12.400 römischen Juden wurden verschleppt und fanden in Auschwitz den Tod. Die neue Sicht auf jenen Tag und die ihn begleitenden Umstände wurde durch die Forschungsarbeit des deutschen Historikers Michael Hesemann möglich. Hesemann arbeitete in den Archiven der deutschen Pfarrei Roms „Santa Maria dell’Anima“.

Wie Gary Krupp erklärte, hätten viele Menschen Pius XII. aufgrund seines „Schweigens“ während der Verhaftungswelle in Rom und der Verschleppung von 1.007 Juden kritisiert. Diese Kritiker würden sprechen, ohne vom direkten Eingreifen des Papstes Kenntnis zu haben, das darauf ausgerichtet gewesen sei, die Verhaftungen am 16. Oktober 1943 zu beenden. Die neuen Entdeckungen würden zeigen, wie Pius XII. direkt dafür gearbeitet habe, dass die Verhaftungen bis um 14:00 Uhr desselben Tages, an dem sie begonnen hatten, ein Ende finden. Leider jedoch sei es ihm nicht gelungen, die Abfahrt des Zuges mit dem 1.007 Juden nach Auschwitz zu verhindern. Durch das direkte Eingreifen des Papstes wurden laut Krupp mehr als 11.400 Juden gerettet.

Nachdem Pius XII. am Morgen des 16. Oktobers 1943 von den Verhaftungen erfahren habe, habe er sofort einen offiziellen Protest beim deutschen Botschafter in Rom angeordnet, wobei er gewusst habe, dass dieser zu nichts führen würde. Daher habe der Papst seinen Neffen, Fürst Carlo Pacelli, zum österreichischen Bischof und Rektor von „Santa Maria dell’Anima“ Alois Hudal gesandt, der viele Deutsche in Rom gekannt und gute Beziehungen zu den Nationalsozialisten gehabt habe. Hudal sollte einen Brief an den Gouverneur von Rom, General Stahel, schreiben und um eine Beendigung der Verhaftungen bitten. Hudal habe in seinem Schreiben darauf verwiesen, dass das Verhalten der Nationalsozialisten gegenüber den Juden Roms die Gefahr eines offenen Protestes des Papstes mit sich bringe. Der Brief Hudals sei dann von P. Pankratius Pfeiffer SDS, dem Generalsuperior der Salvatorianer, zu Stahel gebracht worden, der diesen sofort an die GESTAPO Roms und an Heinrich Himmler weitergeleitet habe.

Der Reichsführer SS habe aufgrund des Sonderstatus Roms ein sofortiges Ende der Verhaftungen angeordnet. Dennoch sei es Pius XII. nicht gelungen, die 1.007 bereits verhafteten Juden zu retten. Hesemann betonte, dass der Papst gezwungen gewesen sei, zu schweigen, um eine Wiederaufnahme der Verhaftungen zu vermeiden. Des weiteren gebe es das Dokument der SS mit dem Befehl, 8.000 römische Juden zu verhaften und in das Konzentrationslager Mauthausen zu überführen, um sie dort als Geiseln festzuhalten. Es sei anzunehmen, dass der Vatikan der Überzeugung war, über deren Freilassung zu verhandeln, sollte dies notwendig werden.

Krupp zeigte sich davon überrascht, dass sich bisher keiner der notorischen Kritiker Papst Pius’ XII. die Mühe gemacht habe, die seit 2006 bis zum Jahr 1939 offenen vatikanischen Archive zu sichten. Ebenso habe keiner den Antrag gestellt, das Archiv der Stiftung zu bearbeiten, das kostenlos online, jedoch „restricted“ zur Verfügung stehe (46.000 Seiten). Für Krupp ist es klar, dass Pius XII. alles in seiner Möglichkeit Stehende getan hatte, während er von feindlichen Mächten mit dem Tod bedroht und von infiltrierten Spionen umgeben wurde.

Die Arbeit von „Pave the Way“ zeigt eindeutig, dass die seit 1963 bestehende, durch Rolf Hochhuths Theaterstück „Der Stellvertreter“ initiierte „schwarze Legende“ des „schweigenden Papstes“ falsch ist. Bis 1963 wurde Pius XII. einstimmig wegen seines Verhaltens während des II. Weltkrieges sowie der Rolle der Kirche bei ihrem Versuch, Juden zu retten, gelobt. Wie konnte es dazu kommen, dass durch ein Theaterstück bedingt einer der größten Päpste des 20. Jahrhunderts verleumdet und diese Verleumdung zur „geschichtlichen Wahrheit“ hochstilisiert wurde?

Das Entstehen der „Schwarzen Legende“ und die Rolle der Sowjetunion: ein EX-Securitade-Offizier spricht. Eine erstaunliche Geschichte 

Generalleutnant Ion Mihai Pacepa ist einer der hochrangigsten Geheimdienstoffiziere, die je aus dem Einflussbereich des ehemaligen Sowjet-Blocks desertiert haben. Bereits vor seiner Desertion im Jahr 1978 war der Zwei-Sterne-General des unter dem Diktator Nicolae Ceauşescu sehr mächtigen rumänischen Geheimdienstes „Securitade“ ein Spion der amerikanischen CIA („Central Intelligence Agency“). Pacepa nahm damals gleichzeitig die Funktion des Verantwortlichen für Information des „Conducators“ wahr und diente als Chef des Auslandsgeheimdienstes sowie als Staatssekretär im rumänischen Innenministerium. Nach seiner Desertion arbeitete er in verschiedenen Bereichen mit den amerikanischen Geheimdiensten zusammen, um den Zusammenbruch des kommunistischen Sowjetimperiums zu beschleunigen.

Im September 1978 wurde Pacepa zu zwei Todesstrafen verurteilt. Erst im Jahr 1999 hob das Oberste Gericht Rumäniens die Todesstrafen wieder auf. Gleichzeitig wurden ihm vom Gericht sein militärischer Rang sowie die von Ceauşescu konfiszierten Güter zurückerstattet. Die Regierung Rumäniens verweigerte allerdings die Umsetzung dieses Urteils. Erst im Dezember 2004 wurde ihm sein militärischer Rang wieder definitiv anerkannt.

Die Fahnenflucht des Securitade-Offiziers kann als einer der schwersten Schläge gegen den Ostblock angesehen werden, der zusammen mit anderen dann nach weiteren elf Jahren zum endgültigen Zusammenbruch des Sowjetimperiums und insbesondere der rumänischen kommunistischen Gewaltherrschaft geführt hat. Der Name Pacepa ist für immer mit dem persönlichen Untergang eines der grausamsten kommunistischen Herrscher verbunden.

Am 25. Januar 2007 veröffentlichte General Pacepa in der in New York erscheinenden Zweiwochenzeitschrift „National Review“ einen längeren Artikel mit dem Titel: „Moskaus Angriff gegen den Vatikan“. Pacepa vertritt darin die Ansicht, dass es in der Zeit des Kalten Krieges zu einem der Hauptanliegen des sowjetischen Geheimdienstes KGB gehört habe, die Kirche zu diffamieren, um sie ihrer Glaubwürdigkeit zu berauben. Zu den Hauptzielen dieser besonders seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts inszenierten Kampagne gehörte laut Pacepas Ausführungen Papst Pius XII.

Die Geheimoperation des Kremls, die unter dem Codenamen „Seat 12“ anlief, zielte nach Angaben Pacepas darauf ab, den Ruf des Vatikans in den Schmutz zu ziehen, indem Pius XII. als ein eifriger Sympathisant des Nationalsozialismus und als Antisemit porträtiert wurde. Die Aktion begann im Jahr 1960: Nikita Chruschtschow gab sein Einvernehmen zum Plan „Top Secret“ der Zerstörung der moralischen Autorität des Vatikans in Westeuropa. Dass Pius XII. bewusst zum Ziel gewählt wurde, hing damit zusammen, dass er im Jahr 1958 gestorben war. Somit stand ein sowohl für den KGB als auch für die von ihm infiltrierten Stellen übliches Handlungsschema zur Verfügung: „Dead men cannot defend themselves“ – „Tote Männer können sich nicht mehr verteidigen“, so die Devise des KGB.

Um die Spitzelarbeit vorwärts zu bringen, mussten der Vatikan selbst und dabei vor allem seine Archive (das Geheimarchiv sowie das Archiv des Staatsekretariats und die Apostolische Bibliothek) infiltriert werden. Es war Aufgabe Pacepas, diese Arbeit zu organisieren, um ein möglichst realistisches Bild der Verleumdung aufzubauen.

Zwischen 1960 und 1962 durchforsteten nach dem Bericht des Generals drei als Priester getarnte Unteroffiziere des rumänischen Geheimdienstes Unterlagen über Papst Pius XII. Persönliche Briefe des Papstes, Aufzeichnungen, Redemanuskripte und anderes mehr geriet in die Hände des KGB (hierbei ist anzumerken, dass Pacepa bei seiner Erzählung der Fakten ein Fehler unterlaufen ist, der noch zu klären sein wird: Er spricht von Agenten, die Dokumente aus dem Geheimarchiv kopiert oder entfernt hätten; die Akten Pius XII. jedoch befanden sich zur damaligen Zeit noch nicht im Geheimarchiv. Es ist wahrscheinlich, dass Pacepa das Geheimarchiv mit den Archiven des Staatssekretariats verwechselt hat).

In den folgenden Jahren ging die Saat des sowjetischen Propagandaangriffs auf. Wie Pacepa erklärt, hat das Projekt „Seat 12“ in einem Werk des deutschen Autors Rolf Hochhuth, das als „dokumentarisches Theaterstück“ getarnt gewesen sei, eine seiner wirksamsten Verwirklichungen gefunden. Laut Pacepa wurde das Werk mit Hilfe des KGB und der in seiner Hand befindlichen vatikanischen Dokumente konstruiert. Im Jahr 1963 wurde das Verleumdungsstück gegen Pius XII. in Berlin uraufgeführt. Der KGB hatte sein Ziel erreicht: Unter freiwilliger oder unbewusster Mitarbeit einiger Instanzen des westlichen kulturellen Lebens und insbesondere der links-orientierten Kulturelite konnten eine Lüge und eine geheimdienstliche Materialorganisation zur „geschichtlichen Wahrheit“ avancieren. Pacepa stellte fest, dass viele Menschen noch nie etwas von Hochhuth und seinem Werk gehört hätten, aber dennoch der festen Überzeugung seien, dass Pius XII. „ein kalter und schlechter Mann war, der die Juden hasste und Hitler bei deren Vernichtung half“. Die Strategie des KGB hinterlässt noch heute ihre Spuren.

„Während der letzten 16 Jahre“, so Pacepa im Jahr 2007, „wurde in Russland die Religionsfreiheit wieder hergestellt, und eine neue Generation kämpfte darum, eine neue nationale Identität zu entwickeln“. Es sei nur zu hoffen, dass Präsident Wladimir Putin stark genug sei, die Archive des KGB zu öffnen, damit alle sehen könnten, „wie die Kommunisten einen der bedeutendsten Päpste des letzten Jahrhunderts verleumdet haben“.

P. Peter Gumpel SJ ist seit 1984 Untersuchungsrichter des Heiligen Stuhls für Selig- und Heiligsprechungsprozesse und beschäftigt sich in besonderer Weise mit dem Verfahren der Seligsprechung Pius XII. Dem Jesuiten wurde im Jahr 2007 der Text des ehemaligen Geheimdienstoffiziers Pacepa 24 Stunden nach dessen Erscheinen zugestellt. Nach eingehendem Studium übermittelte er diesen auch an die zuständigen vatikanischen Stellen. Die Frage, ob dieser Text der Wahrheit entspreche und ob er eine realistische Beschreibung des „Angriffs“ des kommunistischen Imperiums auf die Kirche gibt, bejahte Gumpel. Die Inhalte seien überprüfbar. Es liege zudem auf der Hand, dass der Vatikan und die Kirche ein klares Ziel der sowjetischen Propaganda gewesen seien. Es sei eindeutig, dass sich die Hauptzielsetzung der aggressiven Verleumdungskampagne gegen Pius XII. gerichtet habe. Gleiches gelte für die Äußerungen Pacepas zur Funktion und zu den „Diensten“ Hochhuths gegenüber dem KGB. Für Gumpel ist es eine Tatsache, dass das Stück Hochhuths in allen Ländern des Ostblocks wenigsten einmal im Jahr pflichtmäßig aufgeführt werden musste.

Pius XII. sei zum Hauptziel auserkoren worden, da das Moskauer Regime ihm seine eindeutige und harte antikommunistische Haltung nie verziehen habe. P. Gumpel erläuterte, dass Italien im Jahr 1948 Gefahr lief, durch einen möglichen Wahlsieg der Kommunistischen Partei in das Einflussgebiet der Sowjetunion zu fallen. Die katholische Kirche habe deshalb die so genannten „Comitati Civici“ (Bürgerkomitees) eingerichtet, deren Aufgabe es gewesen sei, in einer durchdringenden Aktion den Sieg der Kommunisten zu verhindern. Der entschlossenen Initiative von Pius XII. sei es zu verdanken gewesen, dass Italien damals der Gefahr, eine kommunistische Republik zu werden, entronnen sei. Moskau habe somit seinen Hass auf Pius XII. konzentriert. Die Kampagne gegen den Papst sei dann im Westen von vielen Medien bewusst oder unbewusst aufgenommen worden.

Eine der Reaktionen der Kirche bestand nach Angaben Gumpels darin, einen Großteil der Dokumente, die sich auf die Zeit des Pontifikats von Pius XII. beziehen, bereits in den 60er-Jahren zu veröffentlichen. Normalerweise müssen zwischen dem Tod eines Papstes und der Veröffentlichung der entsprechenden Dokumente aus den verschiedenen Archiven 70 Jahre vergehen. Nach dem Tod Pius XII. im Jahr 1958 hätten die Archivare also gedacht, dass sie bis zum Jahr 2028 Zeit hätten. Insofern sei für die Sichtung der Dokumente aus der Zeit von 1939 bis 1958 kein zusätzliches Personal eingestellt worden. Die Dokumente seien ungesichtet und ungeordnet in Schachteln gestapelt worden. Niemand hätte etwas vom Vorhaben Moskaus geahnt. Paul VI. habe dann die Voraussetzungen für eine entsprechende Reaktion seitens der Kirche geschaffen, doch leider sei es schon zu spät gewesen.

Fazit: Seit fast 50 Jahren wird ein Papst verleumdet und eine Fiktion als historische Wirklichkeit ausgegeben. Dank Einrichtungen wie „Pave the Way“ und einer ernsthaften wissenschaftlichen Forschung bleibt zu hoffen, dass Mystifikationen aufrecht als solche anerkannt und die Beleidigungen gegen einen heiligen Papst eingestellt werden.

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Quelle

Papst Franziskus an die Priester der Schönstatt-Bewegung

Schoenstatt Fathers‘ [Arizona] Retreat Summer 2018

ANSPRACHE VON PAPST FRANZISKUS
AN DIE PRIESTER DER SCHÖNSTATT-BEWEGUNG

 Konsistoriensaal
Donnerstag, 3. September  2015

[Multimedia]


 

Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst!

Ich freue mich, bei dieser Begegnung mit euch zusammen zu sein. Juan Pablo danke ich für seine Worte und auch für das Zeugnis der Zuneigung im Namen der Mitglieder der Bewegung. Die Begegnung vom letzten Jahr habe ich noch in lebendiger Erinnerung. Das 5. Generalkapitel, das ihr soeben abgeschlossen habt, fand im Jahr des 50. Jubiläums der Gründung des Instituts durch Pater Josef Kentenich statt. Und nach den Jahren dieser Wegstrecke wollt ihr dafür Sorge tragen, das Gründungscharisma lebendig zu erhalten und auch die Fähigkeit, es an die Jüngeren weiterzugeben.

Es ist auch mir ein Anliegen, dass sie das Charisma beibehalten und weitergeben, so dass es ihr Leben und ihre Sendung weiterhin inspirieren und stützen möge. Ihr wisst, dass ein Charisma kein Ausstellungsstück im Museum ist, das dort unangetastet in der Vitrine bleibt, um betrachtet zu werden, und nichts weiter. Die Treue, das Charisma in seiner Reinheit erhalten, das bedeutet nicht, es in einer versiegelten Flasche zu verschließen, als wäre es destilliertes Wasser, das von außen nicht verunreinigt werden darf. Nein, das Charisma bewahrt man nicht, indem man es absondert. Man muss es öffnen und es herauskommen lassen, damit es mit der Wirklichkeit in Kontakt kommt, mit den Menschen, mit ihren Sorgen und Problemen. Und so, in dieser fruchtbaren Begegnung mit der Realität wächst das Charisma, erneuert sich. Auch die Wirklichkeit verändert, verwandelt sich durch die geistliche Kraft, die dieses Charisma in sich trägt. Pater Kentenich hat das sehr gut zum Ausdruckgebracht, wenn er sagte, dass man »die Hand am Puls der Zeit und das Ohr am Herzen Gottes« haben muss. Das sind die beiden Pfeiler eines wahren geistlichen Lebens. Auf der einen Seite: der Kontakt mit Gott. Er hat Priorität. Er hat uns zuerst geliebt. Bevor uns etwas in den Sinn kommt, ist er uns mit seiner übergroßen Liebe bereits zuvorgekommen. Und der heilige Paulus ermahnt  uns, uns selbst nichts zuzuschreiben, als  wenn es von uns käme, weil jede Fähigkeit von Gott kommt (vgl. 2 Kor 3,4-6).

In der heutigen Lesehore war in der Lesung aus einem Text vom heiligen Gregor dem Großen die Rede vom Priester, der mitten in seinem Volk als Wächter steht, um zu sehen, was von weitem kommt (vgl. Homilien zu Ezechiel, I,II,4). Ich meine hier einen wachen Priester, denn der eingeschlafene Priester sieht nichts, so hoch er auch stehen mag. So ist der Priester. Wie seine Brüder steht auch er im Tal seiner Schwachheit, seiner geringen Kraft. Aber der Herr beruft ihn, damit er in der Höhe steht, damit er auf den Wachturm des Gebets steigt, zur Höhe Gottes empor. Er beruft ihn zu einem Dialog mit ihm: Dialog der Liebe, von Vater zu Sohn, von Bruder zu Bruder, Dialog, in dem man den Herzschlag Gottes spürt und  lernt, weiter in die Ferne zu sehen, tiefer zu sehen.

Mich hat die Gestalt des Mose immer beeindruckt, der mitten in seinem Volk stand, mitten in Schwierigkeiten, den Auseinandersetzungen mit dem Pharao, den schweren Problemen, die er lösen musste. Zum Beispiel als er am Ufer des Meeres stand und das Heer des Pharao kommen sah: »Was mache ich jetzt?« Ein Mann, den Gott berufen hat, Wächter zu sein. Er ließ ihn in die Höhe aufsteigen und sprach von Angesicht zu Angesicht mit ihm. Was für ein toller Kerl, hätten wir gesagt. Und was sagt die Bibel? Dass er der demütigste Mensch auf Erden war. Es gab keinen anderen Menschen, der so demütig war wie Mose. Wenn wir uns bis auf den Wachturm des Gebets erheben lassen, bis zur Höhe der Vertrautheit mit Gott, um den Brüdern zu dienen, dann ist die Demut das Zeichen dafür. Ich weiß nicht, setzt euch damit auseinander. Wenn ihr dagegen ein wenig »den großen Mann spielt«, ein wenig überheblich seid, dann deshalb, weil wir auf halbem Weg sind oder glauben, uns selbst zu genügen. Der Herr wartet auf uns im Gebet – Bitte unterlasst es nicht! –, in der Betrachtung seines Wortes, im Stundengebet.

Es ist kein guter Weg, das Gebet zu vernachlässigen, oder schlimmer noch, es aufzugeben mit der Ausrede eines aufzehrenden Dienstes, denn »wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut« (Ps 127,1). Es wäre ein großer Irrtum, zu meinen, dass das Charisma lebendig bleibt, wenn man sich auf die äußeren Strukturen, auf die vorgegebenen Modelle, auf Methoden oder die Form konzentriert. Gott befreit uns vom Geist des Funktionalismus. Die Lebendigkeit des Charismas ist verwurzelt in der »ersten Liebe« (vgl. Offb 2,4). Aus dem zweiten Kapitel des Propheten Jeremia: »Ich denke an deine Jugendtreue, an die Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüste gefolgt bist.« Die erste Liebe, zur ersten Liebe zurückkehren. Die erste Liebe, die jeden Tag erneuert wird: in der Bereitschaft, zu hören und mit der Großherzigkeit des Verliebten zu antworten, sowie in der Betrachtung, bei der wir uns der Neuheit des Heiligen Geistes öffnen, den Überraschungen, wie du gesagt hast. Lassen wir uns vom Herrn überraschen  und dass er uns Wege der Gnade in unserem Leben eröffnet. Dann findet in uns diese gesunde und notwendige Dezentrierung statt, in der wir zur Seite treten, damit Christus der Mittelpunkt unseres Lebens sei. Bitte, seid dezentriert! Niemals im Zentrum.

Der zweite Pfeiler wird mit den Worten bezeichnet: »den Puls der Zeit fühlen«, den Puls der Realität, der Menschen. Man darf keine Angst vor der Realität haben. Und die Realität muss man nehmen, wie es kommt, so wie der Torhüter: Wenn der Ball geschossen wird, versucht er ihn von dort, aus der Richtung abzufangen, aus der er kommt. Dort wartet der Herr auf uns, dort teilt er sich uns mit, dort offenbart er sich uns. Der Dialog mit Gott im Gebet führt uns auch dahin, seine Stimme in den Menschen und Situationen zu hören, die uns umgeben. Es sind nicht zwei verschiedene Ohren, eines für Gott und ein anderes für die Realität. Wenn wir mit unseren Brüdern und Schwestern zusammen sind, vor allem mit jenen, die in unseren Augen und denen der Welt weniger angenehm sind, was sehen wir da? Werden wir uns bewusst, dass Gott sie liebt, dass sie dasselbe Fleisch haben, das Christus angenommen hat, oder bleibe ich ihren Problemen gegenüber gleichgültig? Um was bittet mich der Herr in dieser Situation? Den Puls der Realität zu fühlen, erfordert die Betrachtung, die vertraute Beziehung zu Gott, das beständige und sehr häufig langweilige Gebet, das aber in den Dienst mündet. Im Gebet lernen wir, keinen weiten Bogen zu machen um Christus, der in seinen Brüdern leidet. Im Gebet lernen wir das Dienen. Dienen ist das vorherrschende Merkmal im Leben eines Priesters! Nicht umsonst ist unser priesterliches Dienstamt ein Dienst am allgemeinen Priestertum, das aus der Taufe kommt. Ihr seid praktisch die letzte Wirklichkeit der von Pater Kentenich gegründeten Bewegung und das enthält eine große Lehre, es ist etwas sehr Schönes.

»Die Letzten sein«, das spiegelt ganz klar den Platz, den die Priester in Bezug auf ihre Brüder und Schwestern einnehmen. Der Priester steht nicht höher und auch nicht weiter vorne als die anderen, sondern er geht an ihrer Seite und liebt sie mit der Liebe Christi, der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele (vgl. Mt 20,28). Ich denke, das ist im Grunde das, was euer Gründer für die Priester im Sinn hatte: der Kirche, allen Gemeinschaften, der Bewegung uneigennützig dienen, um deren Einheit und Sendung zu bewahren. Der Priester muss einerseits auf den Wachturm der Kontemplation steigen, um in das Herz Gottes einzutreten, auf der anderen Seite muss er sich klein machen – im christlichen Leben bedeutet Fortschritte machen sich klein machen –, er muss sich klein machen im Dienen und die Wunden seiner Brüder und Schwestern waschen, versorgen und verbinden. So viele tödliche und geistige Wunden, die sie abseits vom Weg des Lebens zu Boden drücken. Bitten wir den Herrn, uns Schultern zu verleihen wie seine, die stark sind, um uns alle aufzuladen, die keine Hoffnung haben, die verirrt zu sein scheinen, jene, denen man nicht einmal einen Blick gönnt… Und, bitte, er möge uns befreien vom »escalafonismo« [Karrierismus] in unserem Leben als Priester. Zweifelsohne ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe, die erträglich und sogar schön wird durch die priesterliche Brüderlichkeit. Bitte, niemals allein. Den priesterlichen Dienst darf man nicht auf individuelle oder, noch schlimmer, auf individualistische Weise verstehen. Die Brüderlichkeit ist eine große Schule der Jüngerschaft. Sie setzte eine große Hingabe an Gott und an die Brüder voraus. Sie hilft uns, in der Liebe und in der Einheit zu wachsen, und bewirkt, dass unser Lebenszeugnis fruchtbarer wird.

Nicht wir sind es, die wir unsere Brüder auswählen. Aber wir sind es doch, die die bewusste und fruchtbare Entscheidung treffen können, sie so zu lieben, wie sie sind, mit ihren Fehlern und Tugenden, mit ihren Grenzen und Potentialen. Bitte, in euren Gemeinschaften darf es niemals Gleichgültigkeit geben. Verhaltet euch menschlich. Wenn es Diskussionen oder Meinungsverschiedenheiten gibt, dann macht euch keine Sorgen. Besser die Hitze der Diskussion als die Kälte der Gleichgültigkeit, die das wahre Grab der brüderlichen Liebe ist. Letztendlich kann man mit Liebe, Verständnis, Dialog, echter Zuneigung, Gebet und Buße alles überwinden, und die Brüderlichkeit gewinnt neue Kraft und neuen Elan. Das erfüllt euer Priestertum mit Freude. Lernt, euch zu ertragen, zu streiten und zu vergeben. Lernt vor allem, einander zu lieben.

Kontemplation, Dienst, Brüderlichkeit. Diese drei Haltungen, die im priesterlichen Leben eine Hilfe sein können, möchte ich euch mit auf den Weg geben Erlaubt mir, euch am Schluss unserer Begegnung in aller Demut drei Dinge zu empfehlen. Erstens: Begleitet die Familien und wendet ihnen eure Sorge zu. Sie brauchen die Begleitung, damit sie ihren Bund des Lebens und der Liebe heilig leben können, vor allem jene, die Momente der Krise oder Schwierigkeiten durchmachen. Zweitens und mit dem Blick auf das kommende Jubiläum der Barmherzigkeit: Widmet dem Sakrament der Versöhnung viel Zeit. Seid sehr vergebungsvoll, bitte. Mir tut es gut, mich an einen Pater in Buenos Aires zu erinnern, der groß ist in der Vergebung. Er ist fast genauso alt wie ich, und manchmal kommt ihm der Zweifel, dass er zuviel vergeben hat. Eines Tages habe ich ihn gefragt: »Und was machst du, wenn dir Zweifel kommen?« »Ich gehe in die Kapelle, blicke auf den Tabernakel und sage: ›Herr, vergib mir, heute habe ich zu viel vergeben. Aber es ist klar, dass du es bist, der mir das schlechte Beispiel gegeben hat!‹“« Unsere Gemeinden sollen Zeugen der Barmherzigkeit und der Zärtlichkeit Gottes sein. Drittens bitte ich euch, für mich zu betten, weil ich es brauche. Ich vertraue euch liebevoll der Fürsorge unserer Dreimal Wunderbaren Mutter an. Und Gott segne euch. Danke.

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Quelle

JOSEMARÍA ESCRIVÁ DE BALAGUER

Kurzbiographie

Aus dem Apostolischen Schreiben zur Seligsprechung des ehrwürdigen Dieners Gottes Josefmaria Escrivá de Balaguer, Priester, Gründer des Opus Dei:

»Der Gründer des Opus Dei erinnerte daran, daß die universale Berufung zur Fülle der Gemeinschaft mit Christus zugleich dazu führt, in allem menschlichen Tun Gott begegnen zu können. (…) Als Meister des inneren Lebens erreichte er den Gipfel der Kontemplation durch beständiges Gebet und kontinuierliche Abtötung, durch beharrliche Arbeit und einzigartige Fügsamkeit gegenüber den Eingebungen des Heiligen Geistes und vermochte so der Kirche ›zu dienen, wie sie selbst möchte, daß man ihr dient‹.«

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Ein helles und frohes Zuhause

Josefmaria Escrivá de Balaguer kommt am 9. Januar 1902 im nordspanischen Barbastro zur Welt. Er ist das zweite von sechs Kindern der Eheleute José Escrivá und María Dolores Albás. Seine Eltern – fromme Katholiken – lassen ihn am 13. Januar taufen und sind darauf bedacht, ihn durch ihr eigenes Beispiel in ein Leben als Christ einzuführen: in die Wertschätzung der Beichte und der häufigen heiligen Kommunion, ein vertrauensvolles Beten, eine herzliche Verehrung zur Gottesmutter und den Geist tätiger Nächstenliebe gegenüber bedürftigen und notleidenden Menschen.

Josefmaria wächst als froher, aufgeweckter, ausgelassener und bescheidener Junge auf und erweist sich als guter Schüler, intelligent und mit einer wachen Beobachtungsgabe. Zu seiner Mutter hat er ein warmherziges Verhältnis, mit dem Vater verbindet ihn großes Vertrauen und aufrichtige Freundschaft. Früh bereits nimmt ihn der Herr in die Schule des Leidens, als zwischen 1910 und 1913 seine drei jüngeren Schwestern sterben und 1914 die Familie vor dem finanziellen Ruin steht. Ein Jahr später ziehen die Escrivás nach Logroño um, denn dort hat der Vater eine neue berufliche Arbeit gefunden, die seiner Familie ein bescheidenes Auskommen ermöglicht.

In die Wintermonate 1917/18 fällt ein Erlebnis, das sein künftiges Leben prägt: Logroño wird über Weihnachten von starken Schneefällen heimgesucht, da entdeckt Josefmaria eines Morgens überfrorene nackte Fußspuren im Schnee, die von einem unbeschuhten Karmelitermönch stammen. Das wirft in dem Jungen die Frage auf: »Wenn Menschen aus Liebe zu Gott und zum Nächsten zu solchen Opfern bereit sind, könnte ich da nicht auch dem Herrn etwas anbieten?« In seinem Herzen entsteht eine gottgewirkte Unruhe: »Ich begann zu ahnen, was LIEBE ist, und mir klar darüber zu werden, daß mein Herz nach etwas Großem verlangte, das Liebe wäre«, sagt er später. Ohne genau zu wissen, um was der Herr ihn bittet, entschließt er sich, Priester zu werden, denn, so denkt er sich, dann bin ich für das, was immer Gott auch mit mir vorhat, verfügbarer.

Die Priesterweihe

Nach dem Abitur nimmt er das Studium im Priesterseminar von Logroño auf, das er 1920 im Seminar von Saragossa fortsetzt und an der dortigen Päpstlichen Universität abschließt. Auf Anraten seines Vaters und mit Erlaubnis der zuständigen kirchlichen Behörde beginnt er ein Jurastudium in Saragossa. Seine hochherzige und frohe, schlichte und gelassene Art machen ihn unter seinen Mitstudenten sehr beliebt. Seine Frömmigkeit, sein Ordnungssinn und sein Studieneifer wirken ansteckend auf seine Kommilitonen, so daß ihn der Erzbischof von Saragossa 1922 mit zwanzig Jahren zum Superior des Priesterseminars ernennt.

Während dieser Zeit verbringt er viele Stunden im Gebet vor dem Allerheiligsten – seine Liebe zur Eucharistie schlägt tiefe Wurzeln –, und täglich sucht er das Gnadenbild der Muttergottes von Pilar auf mit der Bitte im Herzen, der Herr möge ihm seinen Willen eröffnen: »Seit jenen Vorahnungen von der Liebe Gottes«, sagte er später am 2. Oktober 1968, »suchte ich trotz meiner Winzigkeit das zu tun, was er von diesem armseligen Werkzeug erwartete. (…) Und in jener sehnsüchtigen Unruhe betete ich, betete und betete in beständigem Flehen. Ohne Unterlaß wiederholte ich die Worte: Domine, ut sit!, Domine, ut videam!, wie jenes arme Geschöpf im Evangelium, das zu Gott ruft, weil er alles vermag. Herr, daß ich sehe!, Herr, daß es geschehe! Und im festen Vertrauen auf meine himmlische Mutter wiederholte ich die Worte: Domina, ut sit!, Domina, ut videam! Maria hat mir stets geholfen, die Wünsche ihres Sohnes herauszufinden.«

Am 27. November 1924 stirbt unerwartet José Escrivá an plötzlichem Herzversagen. Am 28. März 1925 weiht Bischof Miguel de los Santos Díaz Gómara Josefmaria in der Seminarkirche San Carlos in Saragossa zum Priester; in der Gnadenkapelle der Basilika von Pilar feiert er zwei Tage darauf seine erste heilige Messe. Schon am nächsten Tag begibt er sich als Pfarrvikar nach Perdiguera, einer kleinen Landgemeinde.

Mit Einwilligung seines Erzbischofs zieht er im April 1927 nach Madrid, um dort in Jura zu promovieren, was damals nur an der Universidad Central in Madrid möglich war. Sein geistlicher Eifer bringt ihn sehr bald in Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen: Studenten, Künstlern, Arbeitern, Intellektuellen, Priestern … Seine besondere Sorge gilt den Kindern und Bedürftigen in den Madrider Slums, denen er täglich viele Stunden widmet.

Gleichzeitig hält er seine Mutter und Geschwister mit Unterricht in Jura finanziell über Wasser. Für die Familie Escrivá ist es eine entbehrungsreiche Zeit, die sie mit großer Würde und Zuversicht durchlebt. Josefmaria gegenüber spart der Herr angesichts der Großherzigkeit des jungen Priesters nicht mit außerordentlichen Gnadenerweisen, die seinem Dienst an der Kirche und den Seelen in reichem Maße zugute kommen.

Die Gründung des Opus Dei

Am 2. Oktober 1928 kommt das Opus Dei zur Welt. Josefmaria hat sich zu Tagen innerer Einkehr zurückgezogen. Während er Notizen von gottgegebenen inneren Anregungen aus den vergangenen Jahren im Gebet betrachtet, sieht er plötzlich – mit diesem Verb hat er stets den Impuls zur Gründung umschrieben – die Sendung, die Gott ihm anvertrauen will. Er soll innerhalb der Kirche einen neuen Weg der Berufung bahnen: das Bemühen um Heiligkeit und die apostolische Sorge um andere verbreiten durch die Heiligung der gewöhnlichen Arbeit inmitten der Welt, ohne den angestammten Platz zu verlassen. Wenig später, am 14. Februar 1930, eröffnet ihm der Herr, daß sich der Geist des Opus Dei gleicherweise auch an Frauen richtet.

Mit Leib und Seele widmet sich Josefmaria von nun an seinem Sendungsauftrag. Er verbreitet unter Männern und Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten das Ideal, sich ganz der Nachfolge Christi zu verschreiben, den Nächsten zu lieben und sich im täglichen Leben zu heiligen. Dabei sieht er sich nicht als ein Neuerer oder Reformer, denn er ist zutiefst davon überzeugt, daß Jesus Christus immer der ganz Neue ist und der Heilige Geist die Kirche fortwährend verjüngt, der zu dienen Gott das Opus Dei ins Leben gerufen hat. Im Wissen darum, daß es sich um ein durch und durch übernatürliches Unternehmen handelt, gründet der junge Priester seine Sendung auf Gebet und Buße, frohgemute Gotteskindschaft und unermüdliche apostolische Arbeit. Um ihn scharen sich Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, besonders Studenten. Er entfacht in ihnen den ehrlichen Wunsch, sich um andere zu kümmern und sie aufzurütteln, »Christus in alle menschlichen Tätigkeiten hineinzutragen durch eine geheiligte Arbeit, die einen selbst wie auch die anderen heiligt«. Die apostolischen Initiativen der Mitglieder des Opus Dei sollen kraft göttlicher Gnade alles Geschaffene auf Gott ausrichten, so daß Christus alles in allem ist; »Jesus Christus kennenlernen, anderen helfen, ihn kennenzulernen, ihn überallhin tragen«. So versteht man seinen Ausruf: »Die Wege Gottes im Irdischen haben sich aufgetan!«

Die apostolische Ausbreitung

Wegen der Schlüsselrolle, die er Wissenschaft und Kultur für die Ausbreitung des Glaubens beimißt, ruft er im Jahre 1933 eine Akademie für Universitätsstudenten ins Leben. 1934 erscheint – zunächst unter dem Titel Geistliche Betrachtungen – die erste Ausgabe seines Buches Der Weg, das heute mit 4,5 Millionen Exemplaren in 44 Sprachen weltweit verbreitet ist.

Der Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs im Jahre 1936 verhindert die Ausbreitung des Opus Dei über Madrid hinaus. Trotz brutaler antikirchlicher Ausschreitungen verausgabt sich Josefmaria, gestützt auf Gebet und Buße, heroisch in der apostolischen Sorge um andere. Diese Leidensjahre der Kirche sind gleichwohl eine Zeit geistlichen und apostolischen Wachsens und einer vermehrten Hoffnung. Als der Bürgerkrieg 1939 endet, gibt der Gründer des Opus Dei der apostolischen Arbeit in ganz Spanien neue Impulse. Zahlreiche Universitätsstudenten kann er davon überzeugen, viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen für Christus zu gewinnen und die Größe ihrer christlichen Berufung zu entdecken.

Er gilt als heiligmäßiger Priester. Viele Bischöfe übertragen ihm Besinnungstage für ihren Klerus und für Laien katholischer Organisationen. Auch Ordensleute bitten ihn um Exerzitien, was er nie ausschlägt.

Während er 1941 in Lerida Besinnungstage für Priester hält, stirbt seine Mutter, die für die apostolische Arbeit des Werkes eine große Stütze war. Gegen den Gründer bricht in dieser Zeit eine Welle von Unverständnis und Widerspruch los. Der Bischof von Madrid, Leopoldo Eijo y Garay, gewährt ihm daraufhin seine aufrichtige Unterstützung und dem Werk die erste kirchenrechtliche Anerkennung. Gebet und gute Laune helfen Josefmaria über diese Widrigkeiten hinweg, wohl wissend, daß alle, »die in der Gemeinschaft mit Jesus Christus ein frommes Leben führen wollen, verfolgt werden« (2 Tim 3,12). Angesichts der Beleidigungen empfiehlt er seinen geistlichen Söhnen, zu verzeihen und zu vergessen: »schweigen, beten, arbeiten und lächeln« ist seine Devise.

1943 sieht Josefmaria während der Feier der heiligen Messe im Licht einer neuen Gründungsgnade die Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz innerhalb des Opus Dei, um diejenigen als Priester inkardinieren zu können, die aus den Reihen der Laien-Mitglieder die Weihe empfangen. Die volle Zugehörigkeit von Laien und Priestern zum Opus Dei und ihr Zusammenwirken in den apostolischen Tätigkeiten des Werkes sind ein Spezifikum des Gründungscharismas, das die Kirche, als sie dem Werk 1982 das juristische Kleid einer Personalprälatur zuerkennt, bestätigt. Am 25. Juni 1944 erhalten drei Ingenieure – unter ihnen auch Alvaro del Portillo, der spätere erste Nachfolger des Gründers – die Priesterweihe. In der Folge werden zu Lebzeiten des Gründers etwa tausend Mitglieder des Opus Dei zu Priestern geweiht.

Die Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz, die untrennbar zur Prälatur Opus Dei gehört, widmet sich – immer in Übereinstimmung mit dem Oberhirten der jeweiligen Diözese – außerdem der geistlichen Bildungsarbeit unter dem Diözesanklerus und den Priesteramtskandidaten. Ihr können sich auch Diözesanpriester anschließen, ungeachtet ihrer bleibenden Zugehörigkeit zum Klerus der jeweiligen Diözese.

Römisch und universal

Kaum daß der Bürgerkrieg beendet ist, geht Josefmaria daran, der apostolischen Arbeit in anderen Ländern den Weg zu bahnen, denn – so seine feste Überzeugung – »Jesus möchte, daß sein Werk von Beginn an zutiefst weltumspannend ist, katholisch«. 1946 verlegt er seinen Wohnsitz nach Rom, um die päpstliche Anerkennung des Werkes vorzubereiten. Am 24. Februar 1947 gewährt Papst Pius XII. das decretum laudis und am 16. Juni 1950 die endgültige Anerkennung. Ab jetzt können auch Nichtkatholiken und Nichtchristen Mitarbeiter im Werk werden, indem sie seine apostolischen Unternehmungen mit Arbeit, Spenden und Gebet unterstützen.

In Rom richtet das Opus Dei seinen Zentralsitz ein, damit deutlich wird, worum es dem Werk in seiner gesamten Tätigkeit geht, nämlich »der Kirche zu dienen, wie ihr gedient sein will«, eng vereint mit dem Stuhl Petri und dem Episkopat. Wiederholt drücken die Päpste Pius XII. und Johannes XXIII. dem Werk gegenüber ihre Liebe und Wertschätzung aus; Paul VI. bezeichnet 1964 das Opus Dei als »lebendiges Zeichen der immerwährenden Jugend der Kirche«.

Auch in diesem Lebensabschnitt des Gründers fehlt es nicht an harten Prüfungen: sein Gesundheitszustand ist stark beeinträchtigt, u.a. leidet er mehr als zehn Jahre lang an einem starken Diabetes, von dem er 1954 wie durch ein Wunder geheilt wird; hinzu kommen große finanzielle Engpässe sowie Schwierigkeiten, die die weltweite Ausbreitung des Werkes mit sich bringt. Er strahlt jedoch stets Freude aus, ist doch »die wahre Tugend nicht traurig oder unsympathisch, sondern liebenswürdig und froh«. Aus seiner beständig guten Laune spricht seine unbedingte Liebe zum göttlichen Willen.

»Die Welt ist klein, wenn die Liebe groß ist«: Um diese Welt mit dem Licht Christi zu erhellen, kommt er gern der Bitte zahlreicher Bischöfe nach, durch das Apostolat des Opus Dei der Welt das Licht des Evangeliums zu bringen. Es entstehen die unterschiedlichsten Initiativen wie berufsbildende Schulen, Landwirtschaftsschulen, Universitäten, Studentenheime, Krankenhäuser, medizinische Versorgungsstationen usw. Diese Tätigkeiten, die er gern »ein Meer ohne Ufer« nannte, verdanken sich dem Initiativgeist gewöhnlicher Christen, die für konkrete Nöte vor Ort mit laikaler Mentalität und beruflicher Kompetenz nach Lösungswegen suchen. Rasse, Religion oder soziale Herkunft spielen dabei keine Rolle. Die durch und durch christliche Prägung geht Hand in Hand mit einem tiefen Respekt gegenüber der Freiheit der Gewissen.

Als Papst Johannes XXIII. ein Ökumenisches Konzil ankündigt, betet der Gründer und bittet andere um ihr Gebet für »einen glücklichen Ausgang einer so bedeutenden Initiative wie das Zweite Vatikanum«, wie es in einem Brief 1962 heißt. In seinem Verlauf bestätigt das feierliche Lehramt der Kirche so grundlegende Züge im Geist des Werkes wie den universalen Ruf zur Heiligkeit, die berufliche Arbeit als Angelpunkt der Heiligkeit und des Apostolates, den Wert wie auch die legitimen Grenzen christlicher Freiheit in zeitbedingten Fragen, die Heilige Messe als »Mitte und Wurzel« des inneren Lebens … Der Gründer trifft sich mit zahlreichen Konzilsvätern und Beratern, die in ihm einen authentischen Vorläufer bedeutender Konzilsaussagen sehen. Zutiefst verbunden mit den Lehren des Konzils, sorgt er dafür, daß diese weltweit in den Bildungsinitiaven des Werkes umgesetzt werden.

Heilig inmitten der Welt

»Fern am Horizont verbinden sich Himmel und Erde; doch vergiß nicht, in deinem Herzen als Sohn Gottes ist es, wo sie sich in Wahrheit vereinen.« Unermüdlich weist Josefmaria Escrivá darauf hin, daß das innere Leben Vorrang haben muß vor jeglicher organisatorischen Tätigkeit. »Die Weltkrisen sind Heiligenkrisen«, schreibt er im Weg; Heiligkeit verlangt eine enge Verzahnung von Gebet, Arbeit und apostolischem Tun in einer »Einheit des Lebens«, für die sein eigener Lebenswandel der beste Beweis ist. Um sich in der täglichen Arbeit heiligen zu können, ist es unerläßlich, ein Mensch des Gebetes und eines tiefen inneren Lebens zu sein. Dann »wird aus allem Gebet, alles bringt uns Gott näher, nährt den beständigen Umgang mit Ihm vom Morgen bis zum Abend. Jegliche Arbeit kann zu Gebet werden, und jede Arbeit, die Gebet ist, ist auch Apostolat.«

Sein glühendes inneres Leben, das ihn kontemplativ sein läßt inmitten der Welt, ist der Grund für die ungewöhnliche Fruchtbarkeit seiner Sendung. Es speist sich aus Gebet und Sakramenten, aus einer leidenschaftlichen Liebe zur Eucharistie, aus der Begegnung mit dem Herrn in der heiligen Messe, die zum Herzstück seines Lebens wird, aus einer zärtlichen Liebe zur Gottesmutter, zum heiligen Josef und zu den Schutzengeln; aus seiner Treue zur Kirche und zum Papst.

Die endgültige Begegnung mit dem dreifaltigen Gott

Während seiner letzten Lebensjahre unternimmt der Gründer des Opus Dei wiederholt katechetische Reisen durch Europa und nach Südamerika. Bei zahlreichen Treffen in schlichter und familiärer Atmosphäre vor oft mehreren tausend Zuhörern spricht er über Gott, die Sakramente, christliche Frömmigkeit, Heiligung der Arbeit, die Liebe zur Kirche und zum Papst. Am 28. März 1975 feiert er sein goldenes Priesterjubiläum. »Nach 50 Jahren bin ich immer noch wie ein stammelndes Kind: ich beginne und beginne immer wieder aufs neue in meinem täglichen inneren Kampf. Und so bis ans Ende meiner Tage: stets aufs neue beginnend.«

Am 26. Juni 1975 um die Mittagszeit stirbt der Gründer in seinem Arbeitszimmer an Herzversagen. Sein letzter Blick gilt einem Bild der Gottesmutter. Zu diesem Zeitpunkt ist das Werk mit 60.000 Mitgliedern aus 80 Ländern weltweit tätig. Die geistlichen Schriften des Gründers (Der Weg, Der Rosenkranz, Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer, Christus begegnen, Freunde Gottes, Der Kreuzweg, Die Spur des Sämanns, Im Feuer der Schmiede) sind in Millionen Exemplaren verbreitet.

Nach seinem Tod bitten viele Menschen den Papst um die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses. Am 17. Mai 1992 erhebt Papst Johannes Paul II. Josefmaria Escrivá vor Hunderttausenden auf dem Petersplatz zur Ehre der Altäre. Am 21. September 2001 anerkennt die zuständige ordentliche Kardinals- und Bischofsversammlung der Kongregation für die Heiligsprechungen einmütig den Wunder-Charakter einer Heilung auf die Fürsprache des Seligen. Das entsprechende Dekret wird in Gegenwart des Heiligen Vaters am 20. Dezember verlesen. Am 26. Februar 2002 wird in Anwesenheit des Papstes in einem ordentlichen öffentlichen Konsistorium nach Anhörung der anwesenden Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe der Tag der Heiligsprechung des Seligen auf den 6. Oktober 2002 festgesetzt.

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Quelle

Homilie des Gründers des Opus Dei auf dem Campus der Universität von Navarra (Pamplona, Spanien, 8. Oktober 1967)

8. Oktober 1967. Zum ersten Mal wird eine Messe im Freien auf dem Campus der jungen Universität von Navarra gefeiert. Nach der Lesung des Evangeliums nimmt Josefmaria Escrivá ein Manuskript zur Hand. Er tritt langsam ans Mikrophon und liest – für ihn, der die lebendige, direkte Predigt liebte, eine Ausnahme – seine Homilie. Er wollte sich genau an den Text halten. An einen bis ins Detail ausgearbeiteten, genauen Text.

Kraftvoll erklingen seine Worte und finden Widerhall in vielen Herzen. Noch 50 Jahre später beflügeln sie Männer und Frauen auf der ganzen Welt, um Gott im gewöhnlichen Alltag zu suchen.

Diese Predigt ist ein Schlüsseltext: Der hl. Josefmaria stellt den Geist des Opus Dei bündig vor.

Homilie des Gründers auf dem Campus der Universität von Navarra (Pamplona, Spanien, 8. Oktober 1967):

Gerade habt ihr die feierliche Lesung von zwei Stellen aus der Heiligen Schrift vernommen, die zum Meßformular des 21. Sonntags nach Pfingsten gehören. Durch das Hören des Wortes Gottes habt ihr euch bereits in den Bereich hineinversetzt, in dem sich meine Worte an euch bewegen möchten. Es sind Worte eines Priesters an eine große Familie von Kindern Gottes in der heiligen Kirche, Worte also, die übernatürlich sein sollen, die von der Größe Gottes und der Größe seines Erbarmens zu den Menschen sprechen und euch auf die eindrucksvolle Eucharistiefeier vorbereiten sollen, die wir heute auf dem Campus der Universität begehen.

Betrachtet einen Augenblick diese Tatsache, die ich gerade erwähnt habe. Wir feiern jetzt die heilige Eucharistie, das sakramentale Opfer des Leibes und Blutes des Herrn, jenes Geheimnis des Glaubens, das alle Geheimnisse des Christentums in sich vereint. Wir feiern die heiligste und erhabenste Handlung, die wir Menschen – dank der Gnade Gottes – in diesem Leben zu vollziehen vermögen. Denn wenn wir den Leib und das Blut des Herrn empfangen, dann entledigen wir uns dadurch in gewisser Weise bereits der Fesseln von Raum und Zeit und vereinigen uns mit Gott im Himmel, wo Christus selbst jede Träne unserer Augen trocknen wird, wo der Tod nicht mehr sein wird, noch Trauer, noch Klagen, denn die alte Welt ist ja vergangen (Offb. 21,4).

Diese tiefe und so tröstliche Wahrheit, der eschatologische Sinn der Eucharistie, wie die Theologen zu sagen pflegen, kann jedoch auch mißverstanden werden. Und in der Tat geschieht das immer dann, wenn man versucht, das christliche Leben rein geistig oder, besser gesagt, rein spiritualistisch aufzufassen; als ein Leben, das nur für jene makellosen, außergewöhnlichen Menschen bestimmt ist, die sich nicht mit den niedrigen Dingen dieser Welt einlassen oder sie allenfalls dulden als jenen Gegensatz zum Leben des Geistes, der nun einmal unvermeidlich ist, solange wir noch auf Erden weilen.

Bei einer solchen Sicht der Dinge wird das Gotteshaus zum einzig wahren Standort des christlichen Lebens. Christsein bedeutet dann, zur Kirche zu gehen, an sakralen Zeremonien teilzunehmen und sich in einer kirchlich geprägten Umgebung abzukapseln, in einer isolierten Welt, die sich als Vorhalle des Himmels darstellt, während die gewöhnliche Welt draußen ihre eigenen Wege geht. Die Lehre des Christentums und das Leben der Gnade würden so den mühsamen Gang der menschlichen Geschichte allenfalls streifen, ihm jedoch niemals wirklich begegnen.

Während wir uns an diesem Oktobermorgen darauf vorbereiten, das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung des Herrn zu feiern, wollen wir dieser verfälschten Form des Christentums ein klares Nein entgegensetzen. Achtet für einen Augenblick auf den äußeren Rahmen unserer Eucharistie, unserer Danksagung: Wir befinden uns in einem einzigartigen Gotteshaus: Das Kirchenschiff ist der Campus der Universität, das Altarbild die Universitätsbibliothek, dort stehen die Maschinen zur Errichtung neuer Gebäude, und über uns wölbt sich der Himmel von Navarra…

Bestätigt euch dieses Bild nicht in klarer und unvergeßlicher Weise, daß das alltägliche Leben der wahre Ort eurer christlichen Existenz ist? Dort, unter euren Mitmenschen, in euren Mühen, eurer Arbeit und eurer Liebe, dort ist der eigentliche Ort eurer tagtäglichen Begegnung mit Christus. Dort, inmitten der durch und durch materiellen irdischen Dinge müssen wir uns bemühen, heilig zu werden, indem wir Gott und allen Menschen dienen.

Ich werde nicht müde, diese Lehre der Heiligen Schrift zu wiederholen: Die Welt ist nicht schlecht, denn sie ist aus den Händen Gottes hervorgegangen. Sie ist Gottes Werk, und Gott betrachtete sie und sah, daß sie gut war (vgl. Gen 1,7ff. ). Wir Menschen mit unseren Sünden und Treulosigkeiten sind es, die sie schlecht und häßlich machen. Zweifelt nicht daran: Für euch, Männer und Frauen der Welt, steht jede Flucht vor den ehrbaren Wirklichkeiten des alltäglichen Lebens im Gegensatz zum Willen Gottes.

Macht euch in dieser Stunde mit neuer Klarheit bewußt, daß Gott euch aufruft, ihm gerade in den materiellen, weltlichen Aufgaben des menschlichen Lebens und aus ihnen heraus zu dienen. Im Labor, im Operationssaal eines Krankenhauses, in der Kaserne, auf dem Lehrstuhl einer Universität, in der Fabrik, in der Werkstatt, auf dem Acker, im Haushalt, in diesem ganzen, unendlichen Feld der menschlichen Arbeit wartet Gott Tag für Tag auf uns. Seid davon überzeugt: Jede noch so alltägliche Situation birgt etwas Heiliges, etwas Göttliches in sich, und euch ist aufgegeben, das zu entdecken.

Den Studenten und Arbeitern, die ich in den dreißiger Jahren um mich sammelte, pflegte ich zu sagen, sie müßten lernen, das geistliche Leben zu materialisieren. Ich wollte sie damit vor der damals wie heute so häufigen Versuchung bewahren, eine Art Doppelleben zu führen: auf der einen Seite das Innenleben, der Umgang mit Gott, und auf der anderen Seite, säuberlich getrennt davon, das familiäre, berufliche und soziale Leben, ein Leben voll irdischer Kleinigkeiten.

Nein! Es darf kein Doppelleben geben. Wenn wir Christen sein wollen, können wir diese Art von Bewußtseinsspaltung nicht mitmachen; denn es gibt nur ein einziges Leben, welches aus Fleisch und Geist besteht, und dieses einzige Leben muß an Leib und Seele geheiligt und von Gott erfüllt werden, dem unsichtbaren Gott, dem wir in ganz sichtbaren und materiellen Dingen begegnen.

Es gibt keinen anderen Weg. Entweder lernen wir, den Herrn in unserem alltäglichen Leben zu entdecken, oder wir werden ihn niemals finden. Es tut unserer Zeit not, der Materie und den ganz gewöhnlich erscheinenden Situationen ihren edlen, ursprünglichen Sinn zurückzugeben, sie in den Dienst des Reiches Gottes zu stellen und sie dadurch, daß sie zum Mittel und zur Gelegenheit unserer ständigen Begegnung mit Jesus Christus werden, zu vergeistigen.

Der echt christliche Geist, der ja die Auferstehung des Fleisches bekennt, hat sich zu allen Zeiten gegen eine falsche Spiritualisierung empört, ohne Furcht, deshalb als Materialismus verurteilt zu werden. Ja, es ist durchaus berechtigt, von einem christlichen Materialismus zu sprechen, der sich mutig allen geistverneinenden Materialismen entgegenstellt.

Was sind denn die Sakramente – Spuren der Menschwerdung, wie die Alten sagten – anders als eine klare Offenbarung dieses Weges, den Gott gewählt hat, um uns zu heiligen und zum Himmel zu führen? Seht ihr nicht, wie Gott sich in jedem einzelnen Sakrament der Materie als Werkzeug bedient, um uns seine Liebe in ihrer ganzen schöpferischen und erlösenden Kraft mitzuteilen? Was ist denn die Eucharistie, die wir in wenigen Augenblicken feiern werden, anders als der anbetungswürdige Leib und das Blut unseres Erlösers, die uns durch die unscheinbare Materie dieser Welt, durch Wein und Brot, die vom Menschen angebauten Früchte der Natur (Gaudium et Spes, 38), dargeboten werden, wie das letzte Ökumenische Konzil sagt?

Wie gut begreiflich ist es, daß der heilige Paulus schreibt: Alles gehört euch, ihr aber gehört Christus und Christus Gott (1 Kor 3,22-23). Er meint jene aufsteigende Bewegung, die der Heilige Geist, der in unseren Herzen wohnt, in der Welt hervorrufen will; eine Bewegung, die von der Erde aufsteigt bis zur Herrlichkeit Gottes. Und damit es ganz klar bleibt, daß diese Bewegung selbst die scheinbar prosaischsten Wirklichkeiten umfaßt, schreibt der heilige Paulus an anderer Stelle: Möget ihr also essen oder trinken oder sonst etwas tun, tut alles zur Ehre Gottes (Kor 10,31).

Diese Lehre der Heiligen Schrift, die, wie ihr wißt, zum Kern der Spiritualität des Opus Dei gehört, muß euch dazu führen, eure Arbeit so vollkommen wie möglich zu verrichten, Gott und eure Mitmenschen gerade dadurch zu lieben, daß ihr in die Kleinigkeiten des Alltags Liebe hineinlegt. So werdet ihr die Spur des Göttlichen entdecken, die in den kleinen Dingen verborgen liegt. Wie treffend sind jene Verse des Dichters: Despacito, y buena letra: / el hacer las cosas bien / importa más que el hacerlas (Wohlgesetzt und ohne Hast; es geht ums Tun, gut getan. A. Machado, „Poesias completas“ CL VI. -Proverbios y cantares XXIV. Espasa-Calpe, Madrid 1940).

Ich versichere euch, wenn ein Christ die unbedeutendste Kleinigkeit des Alltags mit Liebe verrichtet, dann erfüllt sich diese Kleinigkeit mit der Größe Gottes. Das ist der Grund, warum ich immer und immer wieder betone, daß die christliche Berufung darin besteht, aus der Prosa des Alltags epische Dichtung zu machen. Himmel und Erde scheinen sich am Horizont zu vereinigen; aber nein, in euren Herzen ist es, wo sie eins werden, wenn ihr heiligmäßig euren Alltag lebt…

Heiligmäßig euren Alltag leben – mit diesen Worten meine ich die ganze Breite eures christlichen Schaffens. Laßt falschen Idealismus, Träume und Phantastereien beiseite, laßt beiseite alles, was ich Blechmystik (S. Anm.) zu nennen pflege: wenn ich doch ledig geblieben wäre, wenn ich doch einen anderen Beruf gewählt hätte, wenn ich doch eine bessere Gesundheit besäße, wenn ich noch jung wäre, wenn ich doch schon alt wäre…! Haltet euch vielmehr nüchtern an die ganz materielle und unmittelbare Wirklichkeit, denn dort ist der Herr: Seht meine Hände und meine Füße; ich bin es, sagt Jesus nach seiner Auferstehung. Rührt mich an und überzeugt euch: Ein Geist hat ja nicht Fleisch und Bein, wie ihr es an mir seht (Lk 24,39).

Wie viele Bereiche eures Lebens werden durch diese Wahrheit erhellt. Denkt zum Beispiel an euer Verhalten als Staatsbürger im öffentlichen Leben. Wer davon überzeugt ist, daß die Welt – und nicht nur das Gotteshaus – der Ort seiner Begegnung mit Christus ist, der liebt diese Welt wirklich; er bemüht sich um eine gute wissenschaftliche und berufliche Ausbildung, bildet sich in voller Freiheit seine eigene Meinung über die Probleme, die ihm begegnen, und trifft dementsprechend auch seine persönlichen Entscheidungen. Als Christ wird er seinen Entscheidungen eine persönliche Besinnung vorausgehen lassen, in der er sich demütig darum bemüht, den Willen Gottes in den kleinen und großen Ereignissen seines Lebens zu erkennen.

Einem Christen wird es jedoch niemals einfallen zu glauben oder gar zu sagen, daß er sich vom Gotteshaus zur Welt herabläßt, um dort die Kirche zu repräsentieren, oder daß seine Ansichten die einzig katholischen Lösungen für die entsprechenden Probleme darstellen. So etwas darf nicht sein! Das wäre Klerikalismus, offizieller Katholizismus, oder wie ihr es sonst nennen wollt. In jedem Fall würde so der wahren Natur der Dinge Gewalt angetan. Eure Aufgabe ist es, überall eine echte Laienmentalität zu verbreiten, aus der sich drei Schlußfolgerungen ergeben:

* man muß anständig genug sein, um die eigene Verantwortung auf sich zu nehmen;

* man muß christlich genug sein, um auch jene Brüder im Glauben zu respektieren, die in Fragen, die der freien Meinung überlassen sind, andere Ansichten vertreten als man selbst;

* und man muß katholisch genug sein, um sich der Kirche nicht für eigene Zwecke zu bedienen und sie nicht in rein menschliche Gruppeninteressen hineinzuziehen.

Es versteht sich von selbst, daß sich diese Vorstellungen von einem heiligmäßig gelebten Alltag kaum verwirklichen lassen, wenn man nicht im Besitz jener vollen Freiheit ist, die dem Menschen – auch nach der Lehre der Kirche – aufgrund seiner Würde als Ebenbild Gottes zusteht. Die persönliche Freiheit – wenn ich von Freiheit spreche, meine ich natürlich immer eine verantwortungsbewußte Freiheit – besitzt eine wesenhafte Bedeutung für das christliche Leben.

Versteht also meine Worte als das, was sie sind: als Aufforderung, tagtäglich und nicht nur in besonderen Notsituationen eure Rechte auszuüben, ehrlich eure staatsbürgerlichen Pflichten in Politik, Wirtschaft, Universität und Beruf zu erfüllen und mutig die Folgen eurer persönlichen Entscheidungen sowie die Bürde der euch zustehenden Autonomie auf euch zu nehmen. Diese christliche Laienmentalität wird euch dazu befähigen, jede Form von Intoleranz und Fanatismus zu meiden; oder positiv ausgedrückt: sie wird euch helfen, in Frieden mit all euren Mitbürgern zusammenzuleben und das friedliche Zusammenleben in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft zu fördern.

Ich weiß, daß es eigentlich überflüssig ist, an all diese Dinge zu erinnern, die ich seit so vielen Jahren immer von neuem wiederhole; die Hochschätzung der persönlichen Freiheit, des friedlichen Zusammenlebens und gegenseitigen Verständnisses ist ja ein wesentlicher Bestandteil der Botschaft, die das Opus Dei verbreitet. So brauche ich wohl auch nicht ein weiteres Mal darauf hinzuweisen, daß die Männer und Frauen, die sich entschlossen haben, Christus im Opus Dei zu dienen, ganz normale Staatsbürger sind, die sich bemühen, ihre christliche Berufung in ernster Verantwortung und mit all ihren Konsequenzen zu leben.

Nichts unterscheidet die Mitglieder des Opus Dei von ihren Mitbürgern; andererseits aber haben sie – abgesehen vom Glauben – nichts mit den Ordensleuten gemein. Ich liebe die Ordensleute, ich schätze und bewundere ihr klösterliches Leben, ihr Apostolat und ihre Lostrennung von der Welt, den contemptus mundi. Sie sind andere Zeichen der Heiligkeit in der Kirche. Aber mir hat der Herr nicht die Berufung eines Ordensmannes gegeben, und sie für mich zu wollen wäre verkehrt. Genauso wie keine Autorität auf Erden mich zwingen kann zu heiraten, so kann auch niemand mich verpflichten, Ordensmann zu werden. Ich bin Weltpriester, ein Priester Jesu Christi, der die Welt leidenschaftlich liebt.

Zusammen mit mir, einem sündigen Menschen, sind viele andere Christus nachgefolgt: Ein geringer Prozentsatz von Priestern, die früher als Laien im Berufsleben gestanden haben; dann eine große Zahl von Weltpriestern aus vielen Diözesen der ganzen Welt, die auf diese Weise ihren Gehorsam gegenüber dem zuständigen Bischof, ihre Liebe und die Wirksamkeit ihrer diözesanen Arbeit festigen und bekräftigen; sie halten die Arme weit geöffnet wie die Arme des Gekreuzigten, damit alle Menschen in ihrem Herzen Platz finden. Wie ich leben sie mitten in der Welt und mitten unter den Menschen, die sie lieben. Und schließlich jene große Schar von Männern und Frauen der verschiedenen Nationalitäten, Sprachen und Rassen, die – in der Mehrzahl verheiratet, viele andere unverheiratet – von ihrer beruflichen Arbeit leben und aktiv an der wichtigen Aufgabe mitarbeiten, die Gesellschaft menschlicher und gerechter zu machen. Seite an Seite mit ihren Mitmenschen gehen sie in persönlicher Verantwortung – ich betone es – ihrer täglichen Arbeit nach, haben Erfolge und Mißerfolge, bemühen sich, ihre Rechte und Pflichten in der Gesellschaft ernst zu nehmen. Sie betrachten sich nicht als etwas Besonderes, sondern verhalten sich, mit Natürlichkeit, wie jeder andere verantwortungsbewußte Christ, wie einer unter ihren Berufskollegen. Aber sie bemühen sich, jenes göttliche Leuchten zu entdecken, das selbst aus den ganz alltäglichen Wirklichkeiten hervorbricht.

Auch die Einrichtungen, die das Opus Die als Vereinigung unterhält, besitzen diese durch und durch säkularen, welthaften Merkmale. Es handelt sich nicht um kirchliche Unternehmungen, die im Namen und Auftrag der kirchlichen Hierarchie verwirklicht werden, sondern einfach um Stätten menschlicher, kultureller und sozialer Bildung, die von Laien ins Leben gerufen und geleitet werden, von Laien, die sich allerdings darum bemühen, in diesen Einrichtungen das Licht des Evangeliums und die Wärme der Liebe Christi zu verbreiten. So ist es zum Beispiel nicht Aufgabe des Opus Dei, noch wird es dies jemals sein, Priesterseminare zu leiten, in denen die Bischöfe, vom Heiligen Geist eingesetzt (Apg 20,28), ihre zukünftigen Priester ausbilden. Hingegen fördert das Opus Dei in der ganzen Welt Bildungszentren für Industrie und Landarbeiter, Grundschulen, Mittelschulen und Hochschulen, sowie vielfältige andere Einrichtungen, denn sein apostolisches Arbeitsfeld – so schrieb ich vor vielen Jahren – ist wie ein Meer ohne Ufer.

Aber warum soll ich mich länger dabei aufhalten, da doch eure Gegenwart beredter ist als viele Worte. Ihr Freunde der Universität von Navarra seid Menschen, die wissen, daß der Fortschritt der Gesellschaft wesentlich von ihnen selbst abhängt. Eure herzliche Teilnahme, euer Gebet und eure opferbereite Hilfe haben nichts mit katholischem Konfessionalismus zu tun. Vielmehr ist eure Mitarbeit ein klares Zeugnis staatsbürgerlicher Gesinnung, die sich um das zeitliche Gemeinwohl kümmert; sie ist der Beweis dafür, daß eine Universität aus der freien Initiative des Volkes gegründet und unterhalten werden kann.

Und so möchte ich von neuem allen für die Mitarbeit an unserer Universität danken, der Stadt Pamplona, der Provinz von Navarra sowie den Freunden der Universität, die aus allen Gegenden Spaniens stammen und unter denen sich zu meiner großen Freude auch Nichtspanier sowie Nichtkatholiken und Nichtchristen finden, die mit Taten beweisen, daß sie Ziel und Geist des Unternehmens verstanden haben.

Sie alle haben Anteil daran, daß die Universität ein immer lebendigerer Brennpunkt staatsbürgerlicher Freiheit, wissenschaftlicher Ausbildung und beruflichen Eifers wird und der Hochschulbildung neue Anregungen vermittelt. Eure großzügige Hilfe ist die Grundlage für die Verwirklichung einer umfassenden Aufgabe, die zur Entfaltung der menschlichen Wissenschaft, zum sozialen Fortschritt und zur Bildung im Glauben beiträgt.

Die Leute von Navarra haben diese Tatsache klar erkannt und sie sehen in ihrer Universität nicht zuletzt einen Faktor für den wirtschaftlichen und besonders für den sozialen Fortschritt der Region; denn die Universität hat vielen ihrer Kinder einen Zugang zu akademischen Berufen eröffnet, der sonst zumindest schwieriger und in gewissen Fällen unmöglich gewesen wäre. Die klare Erkenntnis, welche Bedeutung die Universität für die Region erlangen würde, war ohne Zweifel der Grund für die Unterstützung, die Navarra der Universität von Anfang an gewährt hat, eine Unterstützung, die sicher von Tag zu Tag immer weitgreifender und großzügiger wird sein müssen.

Ich hoffe noch immer – denn es wäre nur gerecht und ist auch in vielen Ländern üblich -, daß eines Tages auch der spanische Staat bereit sein wird, die Last eines Unternehmens zu erleichtern, das keinen privaten Nutzen sucht, sondern sich vielmehr ausschließlich dem Dienst an der Gesellschaft widmet und sich bemüht, wirksam am gegenwärtigen und zukünftigen Wohl des ganzen Landes mitzuarbeiten.

Und jetzt erlaubt mir, daß ich mich einen Augenblick bei einem anderen Aspekt des alltäglichen Lebens aufhalte, der mir ganz besonders am Herzen liegt. Ich meine die menschliche Liebe, die lautere Liebe zwischen Mann und Frau in Brautstand und Ehe. Seit über vierzig Jahren werde ich nicht müde, in Wort und Schrift zu wiederholen, daß diese heilige menschliche Liebe keineswegs etwas nur Erlaubtes oder Geduldetes am Rande der wahren Werte des Geistes ist, wie der falsche Spiritualismus meinen könnte, den ich vorhin erwähnte. Heute beginnen das endlich auch diejenigen zu begreifen, die bisher kein Verständnis dafür aufbrachten.

Die Liebe, die zu Ehe und Familie führt, kann zugleich ein Weg Gottes, ein herrlicher Weg der Berufung und der rückhaltlosen Hingabe an den Herrn sein. Versucht, eure Arbeit so vollkommen wie möglich zu tun, sagte ich vorhin; erfüllt mit Liebe die kleinen Dinge des Alltags, entdeckt – ich wiederhole es – jenes göttliche Etwas, das im Kleinen verborgen liegt. Hier, in diesem so lebendigen Bereich der menschlichen Liebe, gewinnt diese Lehre eine ganz besondere Bedeutung.

Professoren, Studenten und die ihr sonst eure Arbeit der Universität von Navarra widmet: Ihr wißt, daß ich Maria, der „Mutter der schönen Liebe“, eure Liebe anempfohlen habe. Dort steht jene kleine Kapelle, die wir zu ihrer Ehre auf dem Universitätsgelände errichtet haben, damit sie euer Gebet und die Darbringung eurer lauteren Liebe annehme und segne.

Wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott empfangen habt, und daß ihr nicht mehr euch selbst angehört? (1 Kor 6,19) Wie oft werdet ihr vor dieser Statue Mariens, der Mutter der schönen Liebe, mit einem freudigen Ja auf die Frage des Apostels antworten: Ja, wir wissen es, und mit deiner mächtigen Hilfe, Jungfrau und Mutter Gottes, wollen wir es so leben!

Und ihr werdet den Wunsch verspüren zu beten, jedesmal wenn ihr diese eindrucksvolle Wirklichkeit bedenkt: Etwas so Materielles wie meinen Leib hat sich der Heilige Geist erwählt, um darin Wohnung zu nehmen… ich gehöre nicht mehr mir selbst… mein Leib und meine Seele – mein ganzes Sein – ist Eigentum Gottes… Und dieses Gebet wird reich an praktischen Folgen sein, die sich alle aus dem ergeben, was Paulus sagt: Verherrlicht also Gott in eurem Leibe (1 Kor 6,20).

Außerdem müßt ihr euch dessen bewußt sein, daß nur unter denen, die die menschliche Liebe in dieser ihrer ganzen Tiefe begreifen und schätzen, auch ein Verständnis für jenes andere erhabene Gut aufkommen kann, von dem Jesus spricht (vgl. Mt19,11); für jenes reine Gnadengeschenk Gottes, das dazu drängt, Leib und Seele dem Herrn hinzugeben und ihm ohne die Mittlerschaft irdischer Liebe ein ungeteiltes Herz darzubringen.

Ich komme zum Schluß. Zu Beginn sagte ich, daß ich von der Größe und vom Erbarmen Gottes zu euch sprechen wollte; und mir scheint, daß ich das getan habe, indem ich von einem heiligmäßig gelebten Alltag sprach. Ein heiligmäßiges Leben mitten in den irdischen Wirklichkeiten, ohne Lärm, in Einfachheit und Wahrhaftigkeit ist das heute nicht der ergreifendste Ausdruck der magnalia Dei (Sir 18,5), des machtvollen Erbarmens, das Gott zu allen Zeiten bewiesen hat und stets weiter beweist, um die Welt zu retten?

Und jetzt möchte ich euch mit den Worten des Psalms bitten, euch mit mir in Gebet und Lobpreis zu vereinen: Magnificate Dominum mecum et extollamus nomen eius simul (Ps 33,4): Verherrlicht den Herrn mit mir! Laßt uns gemeinsam seinen Namen preisen! Mit anderen Worten: Laßt uns aus dem Glauben leben.

Laßt uns den Schild des Glaubens nehmen, den Helm des Heiles und das Schwert des Geistes, das Wort Gottes (Eph 6,11ff. ), schreibt Paulus an jener Stelle des Briefes an die Epheser, die wir vorhin in der Liturgie des Wortes gehört haben.

Glauben: Wie nötig haben wir Christen diese Tugend, ganz besonders in diesem Jahr des Glaubens, das unser Heiliger Vater Paul VI. ausgerufen hat. Ohne den Glauben fehlt das eigentliche Fundament für die Heiligung des alltäglichen Lebens.

Ein lebendiger Glaube tut uns not, besonders jetzt, da wir uns dem mysterium fidei (1 Tim 3,9), der heiligen Eucharistie, nahen und an dem Ostergeheimnis des Herrn teilnehmen, an dem Geheimnis, das das ganze Erbarmen Gottes zu den Menschen einschließt und verwirklicht.

Glauben brauchen wir, um zu bekennen, daß sich in wenigen Augenblicken hier auf diesem Altar das Werk unserer Erlösung erneuert (Oratio super oblata des 9. Sonntags nach Pfingsten). Glauben, um das Credo aus ganzem Herzen zu beten und hier in dieser Gemeinde, um den Altar versammelt, die Gegenwart Christi zu erfahren, der uns cor unum et anima una (Apg 4,32), zu einem Herz und einer Seele werden läßt und uns in eine Familie, in Kirche verwandelt: in die eine, heilige, katholische, apostolische und römische, das heißt weltweite Kirche.

Und Glauben brauchen wir schließlich, geliebte Söhne und Töchter, um der Welt zu zeigen, daß dies alles nicht bloße Zeremonien und schöne Worte sind, sondern eine göttliche Wirklichkeit, die wir den Menschen durch das Zeugnis eines alltäglichen Lebens darbieten – eines gewöhnlichen Lebens, das mit der Hilfe der Gottesmutter geheiligt wird im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

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Quelle 1Quelle 2

Wohnt Gott hier nicht mehr? Wenn die entweihte Kirche zur Buchhandlung oder Tanzbar wird

Von Angela Ambrogetti

VATIKANSTADT , 13 July, 2018 / 10:06 AM (CNA Deutsch).-

Eines der bekanntesten Beispiele ist die Boekhandel Dominicanen in Maastricht, eine wunderschöne gotische Kirche aus dem Jahre 1294, die gleichzeitig mit dem Kloster erbaut wurde.

Sie wurde schon im Jahre 1796 entweiht und für alles Mögliche genutzt. Die Architekten Merkx + Girod verwandelten sie in eine Buchhandlung. Dabei behielen sie die tragenden Strukturen bei und nutzten des Presbyterium als Bar, mit einem provozierenden Tisch in Kreuzform in der Mitte.

Die Restaurierung fand 2006 statt und jährlich suchen rund 700.000 Menschen die Buchhandlung auf. Mehr für den Besuch der Kirche als für den Kauf von Büchern. Die Dominikanerkirche ist eine gotische Klosterkirche im Zentrum der Stadt Maastricht.

Sie ist nur eines – vielleicht das bekannteste – Beispiel für das ernsthafte Problem der Auflassung von Kultstätten und die alternative Nutzung von kirchlichen Kulturgüter, insbesondere in Europa. Über dieses Thema wird man, dank des Päpstlichen Rates für die Kultur, der italienischen Bischofskonferenz und der Päpstlichen Universität Gregoriana mit ihrem Fachbereich für kirchliche Kulturgüter, am 29. und 30. November 2018 in Rom auf der Konferenz anlässlich des Europäischen Jahr des Kulturerbes sprechen.

Um sich auf dieses Ereignis vorzubereiten, hat man auch den Fotowettbewerb #nongerchurches gestartet. Die Idee ist, auf Instagramm Originalfotos, Fotos von katholischen Gebäuden oder Kultstätten zu teilen, die aufgelassen oder wieder genutzt werden oder wurden.

Das Problem der Auflassung und Wiederverwendung von Kultstätten ist nicht neu in der Geschichte; aber heute scheint es dringlicher zu sein.

Ebenfalls in Holland ist eines der größten Probleme, mit dem sich die Diözese Utrecht beschäftigen muss, die Verwaltung der Kathedrale der heiligen Katharine.

Auch in diesem Fall handelt es sich um eine gotische Kirche mit großer kunstgeschichtlicher Bedeutung, die sehr hohe Instandhaltungskosten mit sich bringt. In Holland sind Kirchen, auch denkmalgeschützte Kirchen, im Besitz der Diözese oder der Pfarreien und der Staat greift dort nicht unterstützend ein, wie etwa in Italien.

In Maastricht zum Beispiel werden die beiden historischen Kirchen des heiligen Servatius, des Missionars Hollands, und die Liebfrauenbasilika durch die Bezahlung von Eintrittskarten und durch die volkstümliche Verehrung des Gnadenbildes der Muttergottes „Stella Maris“ (Stern des Meeres) erhalten. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Auch in Italien gibt es viele Beispiele von verlassenen und neu genutzten Kultstätten. Man denke nur an die ehemalige Kirche in der Straße Piero della Francesco in Mailand, die zu einer Disco umgewandelt wurde. Es gibt unendlich viele Beispiele.

Aber es gibt auch einige schöne Geschichten von wieder geöffneten Kirchen, wie jener des heiligen Andreas in Melzo. Dank der Arbeit eines Vereines wird sie heute wieder für Gottesdienste genutzt.

Dieses Thema drängt sich der Kirche aufgrund der fortschreitende Säkularisierung der Gesellschaft noch mehr auf. Dabei geht es auch darum, ein größeres Bewusstsein für den historisch-künstlerischen und symbolischen Wert zu schaffen, den ein Kirchengebäude und die darin aufbewahrten Kunstwerke besitzen.

Es stellt sich also die Frage: Wohnt Gott nicht mehr hier?

Das ist auch das Thema des Wettbewerbs, der in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich für architektonische Kulturgüter und Landschaft der Universität Sapienza in Rom und den Zeitschriften Arte Christiana, Casabella und Chiesa Oggi durchgeführt wird. Eine Expertenjury wird die Bilder auswählen, die dann in der Fotoausstellung beim internationalen Kongress im Quadriportikus der Päpstlichen Universität Gregoriana zu sehen sein werden.

Bis zum 15. Oktober kann man Fotos oder Bilder posten.

In den beiden Konferenztagen im November wird man zuerst das schwerwiegende und dringliche Problem der Auflassung von Kirchen und deren neuer Nutzung behandeln. Im Anschluss wird es um die Verwaltung und Wertschätzung des kirchlichen kulturellen Erbes als Aspekt bei den pastoralen Aktivitäten der Diözesen gehen.

An den Veranstaltungen am Vormittag können alle am Thema Interessierten teilnehmen. Die Nachmittage sind den Delegaten der Bischofskonferenzen aus Europa, Nordamerika und Ozeanien vorbehalten.

Die Lage in diesen Ländern ist nämlich sehr ähnlich und es verbinden sie dieselben Probleme in der Verwaltung des kulturellen Erbes.

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Quelle