Die Konzilserklärung über die Religionsfreiheit – „Dignitatis Humanae“

Dignitatis Humanae“ will eine „Grundlegung der Religionsfreiheit, des Rechtes der Person und der Gemeinschaft auf gesellschaftliche und bürgerliche Freiheit in religiösen Belangen“ sein und es will diese Begründung auch „im Lichte der Offenbarung“ festigen.

Grundsätzlich falsch ist meines Erachtens aber schon einmal, dass die „Erklärung über die Religionsfreiheit“ voraussetzt, dass es nur noch den „laizistischen, säkularen Staat“ gibt, also den Staat, der getrennt ist von der Religion; denn nach Gottes Willen sollte Kirche und Staat idealerweise und immer (noch) möglichst weitgehend eine Einheit (einen Verbund) bilden (vgl. der vorchristliche Bund Gottes mit seinem auserwählten Volk und das Königtum Christi auf Erden).

„Dignitatis Humanae“ fußt auf falschen Prämissen und  ist  vom (neo-)modernistischen Geist durchseucht. Teile dieses Konzilsdokumentes sind zwar einigermaßen korrekt. Zum Beispiel Abschnitt 1 (Vorwort); treffend formuliert ist da der Passus: „Gott selbst hat dem Menschengeschlecht Kenntnis gegeben von dem Weg, auf dem die Menschen, ihm dienend, in Christus erlöst und selig werden können. Diese einzige wahre Religion, so glauben wir, ist verwirklicht in der katholischen, apostolischen Kirche, die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten. Er sprach ja zu den Aposteln: ‚Gehet hin, und lehret alle Völker, taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe‘ (Mt 28,19-20). Alle Menschen sind ihrerseits verpflichtet, die Wahrheit, besonders in dem, was Gott und seine Kirche angeht, zu suchen und die erkannte Wahrheit aufzunehmen und zu bewahren.“ Gewiss, die „moralische Pflicht der Menschen und der Gesellschaften gegenüber der wahren Religion und der einzigen Kirche Christi“ berührt und bindet die Menschen in ihrem Gewissen, aber stimmt es, dass die Wahrheit anders nicht Anspruch erhebt als kraft der Wahrheit selbst, die sanft und zugleich stark den Geist durchdringt? Damit die Wahrheit die Menschen überhaupt in ihrem Gewissen berühren und binden kann, muss sie ihnen doch verkündet und gelehrt werden, muss sie also ihren Geist durchdringen. Und sie kann ihnen nur „beigebracht“ werden, wenn die Wahrheit frei, ohne Behinderung, verkündet und gelehrt werden kann. Die Unwahrheit und die Irrlehre aber behindern oder verunmöglichen sogar die Verkündigung und Lehre der Wahrheit. Die (meisten) Menschen, die in einer unwahren Religion aufwachsen und leben, suchen „die Wahrheit, besonders in dem, was Gott und seine Kirche angeht“ auch nicht. Sie halten ja ihre unwahre Religion für die wahre und die einzig wahre für die (eine) falsche. Religiöse Wahrheit und Unwahrheit dürfen also nicht auf die gleiche Stufe gestellt werden, dürfen somit (vom Anspruch der Wahrheit her) im öffentlichen Raum nicht die gleiche Freiheit genießen.

Im Abschnitt 4 finden wir die Passage: „Die Sozialnatur des Menschen erfordert aber, dass der Mensch innere Akte der Religion nach außen zum Ausdruck bringt, mit anderen in religiösen Dingen in Gemeinschaft steht und seine Religion gemeinschaftlich bekennt. Es geschieht also ein Unrecht gegen die menschliche Person und gegen die Ordnung selbst, in die die Menschen von Gott hineingestellt sind, wenn jemandem die freie Verwirklichung der Religion in der Gesellschaft verweigert wird, vorausgesetzt, dass die gerechte öffentliche Ordnung gewahrt bleibt“.

Erstens ist es falsch zu sagen, die Menschen seien von Gott „in die/eine Ordnung hineingestellt“. Es ist doch absurd zu behaupten, Gott habe uns in die herrschende Ordnung hineingestellt. Wir sind es, nicht Er, die es soweit gebracht haben, dass die meisten Menschen statt in eine gottgewollte Ordnung in eine gottfeindliche Unordnung hineingestellt werden. Zweitens ist auch hier „die gerechte öffentliche Ordnung“ nicht definiert. Gerecht ist eine öffentliche Ordnung nur dann, wenn sie den Gesetzen Gottes entspricht. Und drittens gibt es für (katholische) Christen nur eine (einzige) wahre Religion, nur eine Religion, die den Gesetzen Gottes entspricht [vgl. Abschnitt 1 DH: „Diese einzige wahre Religion, so glauben wir, ist verwirklicht in der katholischen, apostolischen Kirche, die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten.“]. Mithin sind alle anderen sogenannten „Religionen“ unwahr; sie sind Bekenntnisse und gesellschaftliche Zusammenschlüsse, die dem Sein und Wollen und Wirken Gottes nicht entsprechen, sondern widersprechen; sie sind also ungerecht; sie können nicht dazu beitragen, „dass die gerechte öffentliche Ordnung gewahrt bleibt„.

Wenn also das Konzilsdokument die „freie Verwirklichung der Religion in der Gesellschaft“ schon allein davon abhängig macht, „dass die gerechte öffentliche Ordnung gewahrt bleibt“, um wieviel mehr gilt dann das bisher und von allem Anfang an von der katholischen Kirche immer bekannte und angewandte Prinzip: nur die Wahrheit hat ein Anrecht auf Freiheit; nur die wahre Religion mit dem wahren Sittengesetz kann zurecht den Anspruch auf freie Ausübung in der Gesellschaft erheben. Religiöse und moralische Irrlehre haben kein Anrecht, keinen Anspruch auf freie öffentliche Ausübung und Verbreitung. Es geschieht (also) kein Unrecht gegen die menschliche Person, wenn ihr die Verwirklichung von Widergöttlichem, von Gottsträflichem  in der Gesellschaft verweigert wird. Ihr wird ja überdies auch alles staatlich (gesellschaftlich), rein weltlich Gesetzeswidrige verweigert.

In Abschnitt 3 heißt es doch treffend: „Die höchste Norm des menschlichen Lebens ist das göttliche Gesetz selber, das ewige, objektive und universale, durch das Gott nach dem Ratschluss seiner Weisheit und Liebe die ganze Welt und die Wege der Menschengemeinschaft ordnet, leitet und regiert.“ Gott kann aber die Wege der Menschengemeinschaften nur ordnen, leiten und regieren, wenn oder insofern sie Seinem Widersacher nicht die Freiheit gewähren, Sein Ordnen, Leiten und Regieren zu stören und oder gar zu zerstören. Genau das aber tun die „Religionen“, die nicht von Gott sind, sondern (letztlich) von seinem Widerpart.

Gewiss „werden die (Grund-)Gebote des göttlichen Gesetzes vom Menschen (auch) durch die Vermittlung seines Gewissens erkannt und anerkannt“. Aber doch nur durch das von GOTT erleuchtete Gewissen und nicht durch das durch den Diabolos verfälschte, vergiftete, verfinsterte, abgestumpfte, verschüttete Gewissen. Der Mensch kann also – mindestens im öffentlichen Bereich – gezwungen werden, gegen sein irrendes Gewissen zu handeln und darf auch daran gehindert werden, gemäß seinem irregeführten Gewissen zu handeln. Und wer entscheidet, ob und inwieweit ein Gewissen gesund oder krank, gottesgesetz-konform oder gottesgesetz-widersprechend ist? Das Lehr- und Hirtenamt der Kirche Christi, der römisch-katholischen apostolischen Kirche, die autoritativ ihren Einfluss ausüben muss auf jede öffentliche Gesetzgebung.

Wie in unserem schon einleitend gesagt, ist es für Christen und namentlich für die Führerschaft der Christenheit völlig verfehlt, davon auszugehen, dass der „Staat“ weltanschauungsneutral zu sein hat. Der „Staat“ (der Staatsapparat) wird gebildet, verwaltet und geführt von Menschen. Und da GOTT der Schöpfer, Eigentümer, Erzieher, Lehrer und Richter aller Menschen ist, gibt es keine Menschen, die außerhalb Seiner Oberhoheit und Seines Einflusses stehen, die Ihm gegenüber „neutral“ sein können/dürfen, auch wenn sie im Dienste des Staates, also ihrer Mit-Menschen, ihre Funktion(en) ausüben. Der Wesenszweck der staatlichen Gewalt besteht nicht in der Sorge nur für das zeitliche Gemeinwohl, sondern in der Sorge für das umfassende Gemeinwohl mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, wobei das Gemeinwohl eben nicht auf ein zeitliches beschränkt werden kann. Das Wohl des Einzelnen wie das Gemein-Wohl umfasst immer das Gesamt-Wohl des Menschen: Leib und Seele, Zeit und Ewigkeit, Diesseits und Jenseits, Erde und Himmel. Jeder Staat, jede Gesellschaft besteht (ausschließlich) aus Menschen, die zum ewigen glückseligen Leben mit Gott berufen sind, und die – wenn sie dieses Ziel nicht anstreben und nicht erreichen – ein ewiges unseliges („un-wohles“, unheiles, unheiliges) Leben in Gottferne erleiden müssen. Der „Staat“ hat also die Aufgabe, mit seinen zeitlichen und irdischen Mitteln nebst der Ermöglichung eines geordneten, friedlichen, ersprießlichen Zusammenlebens das rechte, richtige, wahre religiöse (und sittliche) Leben der Bürger anzuerkennen, zu schützen, zu fördern, zu begünstigen und dementsprechend das falsche, irrige, schein- und anti-religiöse, gemein-schädliche Leben in der Öffentlichkeit möglichst zu verhindern und wenn nicht verhinderbar, höchstens (in Grenzen) zu tolerieren.

Die Sozialnatur des Menschen wie auch der Religion verlangt gewiss (religiöse) Gemeinschaft(en). Und den einzelnen Menschen kommt zwar die Freiheit als Freisein vom Zwang, „in religiösen Dingen“ (auch) nach ihrem irrigen Gewissen zu handeln, zu, aber nur persönlich und privat, nicht öffentlich. In Gemeinschaft und öffentlich zu agieren, darf ein nach Gottes Gesetzen konstituierter und geführter Staat jenen nicht gestatten, die Seine (Gottes) Gesetze und Gebote missachten und verachten. Das heißt: Gemeinschaften, die das ewige Heil behindern oder verhindern, steht nicht rechtens die Freiheit zu (wie es in DH Abschnitt 4 heißt), „sich gemäß ihren eigenen Normen zu leiten, der Gottheit in öffentlichem Kult Ehre zu erweisen, ihre Glieder durch Unterricht zu unterstützen und jene Einrichtungen zu fördern, in denen die Glieder zusammenarbeiten, um das eigene Leben nach ihren religösen Grundsätzen zu ordnen“; denn die „Gottheit“ falscher Religionen ist eben nicht die wirkliche, wahre Gottheit; sie ist immer eine (bloße) menschliche Einbildung, ein Phantasieprodukt, ein Zerrbild, ein Idol, ein Abgott, ein Götzenbild, und damit ist ein ihr geltender Kult nicht Verehrung „der Gottheit“, sondern Verunehrung des einzig wahren Gottes, ja letztlich (sträfliche) Gotteslästerung. In gleicher Weise steht solchen pseudoreligiösen Gemeinschaften auch nicht das Recht zu, „ihre eigenen Amtsträger auszuwählen, zu erziehen, zu ernennen und zu versetzen, mit religiösen Autoritäten und Gemeinschaften in anderen Teilen der Erde in Verbindung zu treten, religiöse Gebäude zu errichten und zweckentsprechende Güter zu erwerben und zu gebrauchen“. Und sie haben auch nicht das Recht, „keine Behinderung bei der öffentlichen Lehre und Bezeugung ihres Glaubens in Wort und Schrift zu erfahren“. Sie müssen nach Gottes Gesetz vielmehr mittels staaticher Vorschriften und Gesetze („durch Mittel der Gesetzgebung und durch verwaltungsrechtliche Maßnahmen“) daran gehindert werden.

Die Familie ist „eine Gesellschaft eigenen und ursprünglichen Rechtes“. Ihr steht tatsächlich das Recht zu, ihr häusliches religiöses Leben unter der Leitung der Eltern in Freiheit zu ordnen. Das gilt jedoch nur für die Familie, die diesen Namen verdient, die wirklich eine solche ist, nämlich eine Familie nach dem Willen und den Gesetzen Gottes, ihres Ursprungs. Eine Schein-Familie, eine Familie, die die göttlichen Kriterien nicht erfüllt, die den Anordnungen Gottes widerspricht, hat in einer gottgewollten und gottwohlgefälligen zivilen Ordnung kein eigenes und ursprüngliches Recht. Deren Eltern haben kein Recht, „die Art der religiösen Erziehung ihrer Kinder gemäß ihrer eigenen (irrigen) religiösen Überzeugung zu bestimmen, in Freiheit Schulen und andere Erziehungseinrichtungen zu wählen“. Und die Rechte solcher Eltern werden nicht verletzt, wenn deren Kinder „gezwungen werden, einen Schulunterricht zu besuchen, der der (irrigen) religiösen Überzeugung der Eltern nicht entspricht“; denn kein Mensch hat vor Gott das Recht, andere Menschen, auch die eigenen Kinder, zu verführen, vom Unterricht über die wahre Religion abzuhalten und auszuschließen.

Wie gesagt, es ist ein kapitaler Fehler, in einem christlichen, katholischen, vatikanischen, päpstlichen Dokument von „den Religionen“ zu sprechen, die im Kollektiv „der Religion“ zusammen gesehen und -beurteilt werden als ein Wert, ja Wertvolles, als ein Gut und Positivum, wie im Abschnitt 3: „Es geschieht also ein Unrecht gegen die menschliche Person und gegen die Ordnung selbst, in die die Menschen von Gott hineingestellt sind, wenn jemand(em) die freie Verwirklichung der Religion in der Gesellschaft verweigert wird…“ oder in Abschnitt 4: „Die Sozialnatur des Menschen wie auch der Religion selbst verlangt religiöse Gemeinschaften“ und: „Schließlich ist in der gesellschaftlichen Natur des Menschen und im Wesen der Religion selbst das Recht begründet, wonach Menschen aus ihrem eigenen religiösen Sinn sich frei versammeln oder Vereinigungen für Erziehung, Kultur, Caritas und soziales Leben schaffen können“.

Denn „im Wesen der Religion selbst“ ist ihre Einzigkeit begründet wie auch im Wesen Gottes Seine Einzigkeit begründet ist. Es gibt folglich nur eine einzige Religion, die wesentlich Religion ist, das heißt: übernatürlicher Lebensstrom von Gott zum Menschen und vom Menschen zu Gott. Und diese eine und einzige wahre Religion darf nicht auf ihre unwesentlichen, nurmenschlichen, bloßnatürlichen, irdischen Konstrukte und Pseudo- und Nachahmerprodukte herabgestuft und ihnen gleichgestellt werden. Die Menschen können „aus ihrem eigenen religiösen Sinn“ die Religion nicht schaffen; sie können sich ihr nur öffnen und sie annehmen und erfassen; denn sie ist eine Gnadengabe Gottes. Die einzig mögliche Religion setzt den einzig möglichen Gott voraus. Alle Bürger aller Staaten, und damit auch alle Regierenden und Verwaltenden, haben (also) die selben religiösen Pflichten und Rechte, „die aus der Treue der Menschen gegenüber Gott und seinem heiligen Willen hervorgehen“. Ihre „Menschenrechte“ sind nur dann „unverletzlich“, wenn sie den Gesetzen, dem Willen des einen, einzigen, wahren Gottes und Seiner Religion entsprechen. In einer richtigen, gerechten, gottkonformen Rechtsordnung des Staates kann deshalb zurecht immer nur der einen einzigen Religion und religiösen Gemeinschaft „spezielle bürgerliche Anerkennung gezollt werden“. „Gegen den Willen Gottes und gegen die geheiligten Rechte der Person und der Völkerfamilie gehandelt“ wird somit immer (vor allem) dann, „wenn auf irgendeine Weise Gewalt angewendet wird zur Zerstörung oder Behinderung der (einen und einzigen wahren, der christlichen) Religion, sei es im ganzen Menschengeschlecht oder in irgendeinem Lande oder in einer bestimmten Gemeinschaft“.

So wie es nur eine einzige wahre Religion gibt, die christliche, so gibt es auch nur ein einziges objektives gottgemäßes „Sittengesetz“, das christliche. Die „personale und soziale Verantwortung“, „Gerechtigkeit und Menschlichkeit“ definieren sich anhand dieses allgemeingültigen, universalen, göttlichen Sittengesetzes, das eingebettet ist in die eine und einzige wahre Religion. Der Gebrauch der personalen und sozialen Freiheit(en) innerhalb der menschlichen Gesellschaft ist deshalb den „umgrenzenden Normen“ dieses einen wahren Sittengesetzes unterworfen. Es steht also der christlichen Staatsgewalt, und nur ihr, zu, der bürgerlichen Gesellschaft (für die pflichtgemäße Wahrung der öffentlichen Sittlichkeit) den Schutz zu gewähren gegen Missbräuche, „die unter dem Vorwand der Religionsfreiheit vorkommen können“. Denn „Menschen, die die Dinge (nach eigener Entscheidung) im Licht der Wahrheit beurteilen, ihr Handeln verantwortungsbewusst ausrichten und bemüht sind, was immer wahr und gerecht ist, zu erstreben, ordnen sich gerne gemäß der wahren sittlichen Ordnung der (gerechten) gesetzlichen Autorität unter und leisten ihr bereitwillig den schuldigen Gehorsam.

Im Teil II des Konzilsdokuments über die Religionsfreiheit (Abschnitt 9) wird behauptet, dass „besonders die religiöse Freiheit in der Gesellschaft völlig im Einklang mit der Freiheit des christlichen Glaubensaktes“ sei, dass also die vom 2. Vaticanum definierte Religionsfreiheit „im Lichte der Offenbarung“ gesehen werden könne/müsse. Es wird zwar eingestanden, dass „die Offenbarung das Recht auf Freiheit von äußerem Zwang in religiösen Dingen nicht ausdrücklich lehrt“, aber dann doch versucht, diese neue „Lehre über die Religionsfreiheit“ auf „die allgemeinen Prinzipien“ „der Würde der menschlichen Person“ zu gründen. Die Lehre der katholischen Kirche war jedoch bis zum 2. vatikanischen Konzil immer die, dass nur die eine wahre göttliche Religion in der Öffentlichkeit (in der Gesellschaft, im Staate) ein Recht, einen Anspruch auf Freiheit, auf ungehinderte Entfaltung, Betätigung, auf uneingeschränkten Vollzug hat. Siehe päpstliche Dokumente, z.B. zum „Syllabus„, oder z.B.:

Über die Trennung von Kirche und Staat (Hl. Papst Pius X. „Vehementer Nos“):

„Der Grundsatz, dass Staat und Kirche getrennt werden müssten, ist fürwahr ein ganz falscher und im höchsten Grade verderblicher Grundsatz. – Denn wer sich auf den Boden der Annahme stellt, dass der Staat sich in keiner Weise um die Religion bekümmern dürfe, fügt zuvörderst Gott ein großes Unrecht zu, der ebenso Begründer und Erhalter der menschlichen Gesellschaft als des Lebens der einzelnen Menschen ist. Deshalb kann sich der Kult nicht auf das Gebiet des Privatlebens zurückziehen, sondern er muss ein öffentlicher sein. – Ferner liegt diesem Grundsatz deutlich genug die Leugnung des Übernatürlichen zu Grunde. Denn es werden hierbei die staatlichen Unternehmungen ganz allein nach den Aussichten für die Wohlfahrt dieses sterblichen Lebens bemessen, welche ja wohl die nächste Angelegenheit der bürgerlichen Gesellschaft ist; die höchste Angelegenheit der Bürger aber, die ewige Seligkeit, welche jenseits des kurzen Erdenlebens uns sich darbietet, vernachlässigt er vollständig als eine dem Staate fremde Sache. Und doch sollte das Staatswesen gemäß der ganzen Ordnung der wandelbaren irdischen Dinge für die Erreichung des absoluten, höchsten Gutes nicht hinderlich, sondern förderlich sein. – Sodann durchbricht er die von Gott mit höchster Weisheit getroffene Ordnung der menschlichen Dinge, welche ohne Zweifel die Eintracht zwischen der religiösen und der bürgerlichen Gesellschaft erheischt. Denn da beide, wiewohl auf getrenntem Gebiete für sich, doch eine Herrschaft über dieselben Menschen ausüben, so müssen sich oft die Verhältnisse so gestalten, dass Kenntnisnahme davon und Beurteilung auf beiden Seiten erforderlich wird. Wo nun der Staat mit der Kirche keine Beziehungen unterhält, da werden solche Verhältnisse leicht zum Anlass von für beide Seiten recht bittern Streitigkeiten, welche den Sinn für die Wahrheit zu großer Verwirrung der Gemüter trüben. – Das hat schließlich auch für den Staat sehr große Nachteile im Gefolge. Bei Zurücksetzung der Religion kann die bürgerliche Gesellschaft nicht blühen und fest bestehen bleiben. Jene ist der oberste Führerin und Lehrerin für den Menschen in Sachen der gewissenhaften Beobachtung von Recht und Pflicht.“

Christus hat selbstverständlich die Freiheit des Menschen in Erfüllung der Pflicht, dem Wort Gottes zu glauben, beachtet; aber eben: „dem Wort Gottes zu glauben“ und nicht: jedem beliebigen Wort zu glauben, das sich als „Wort Gottes“ ausgibt, es aber nicht ist, nicht sein kann, da es dem wahren Wort Gottes offensichtlich und nachweisbar widerspricht. Selbstverständlich soll der Mensch freiwillig durch seinen Glauben Gott anworten, soll also niemand gegen seinen Willen zur Annahme des Glaubens gezwungen werden dürfen. Doch es entspricht absolut nicht völlig der Wesensart des Glaubens, dass in religiösen Dingen jede Art von Zwang von seiten der Menschen ausgeschlossen ist. Denn als „religiöse Dinge“ gelten heute in der säkularen, laizistischen Gesellschaft durchaus auch Dinge, die religions(be)hindernd und -zerstörend sind. Alle Menschen sind von ihrem Erlöser Christus losgekauft und zur Annahme an Sohnes Statt berufen, mit vernunftgemäßen und freiem Glaubensgehorsam dem sich offenbarenden Gott anzuhangen und den christlichen Glauben in ihrer ganzen Lebensführung tatkräftig zu bekennen. Gott ruft alle Menschen zu Seinem Dienst im Geiste und in der Wahrheit; denn Er „will, dass alle Menschen selig werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4) und sie werden deshalb durch diesen Ruf im Gewissen verpflichtet, aber nicht gezwungen. Denn Er nimmt Rücksicht auf die Würde der von ihm geschaffenen menschlichen Person, die nach eigener Entscheidung in Freiheit leben soll. Aber diese Freiheit berechtigt weder die einzelne Person noch Interessensgemeinschaften (sogenannte Religionsgemeinschaften), die göttliche Religion und die göttlichen Sitten mittels ihrer Gegen-„Religion“, die Sitten mittels ihrer Un-Sitten in der Öffentlichkeit zu konkurrenzieren und zu verdrängen, d.h. „Unkraut zu säen“ und damit den „Weizen“ zu ersticken. Gewiss lehnte es Christus ab, ein politischer Messias zu sein, der äußere Machtmittel anwendet. Damit hat Er aber nicht gelehrt und nicht angeordnet, dass Seine Kirche keine Politik machen und keine äußeren Machtmittel haben und einsetzen dürfe. Die Kirche hatte in ihren Blütezeiten als „äußere Machtmittel“ die Machtmittel des mit ihr verbundenen christlichen Staates. Denn Christi Reich wird auch (wenn notwendig) mit dem „Schwert“ beschützt und kann (bleibend) nur gefestigt werden im Bezeugen und Hören der Wahrheit und in der Kraft der Liebe, in der Christus, am Kreuz erhöht, die Menschen an sich zieht, wenn Sein Reich von den Seinen wachsam, tatkräftig „befestigt“ wird und von Seinen Feinden nicht „erstickt“, verwüstet und zerstört wird (werden kann). Denn die göttliche Kraft des Wortes Gottes ist nur dann imstande, die gottwidrigen Mächte zu zerstören und die Menschen dahin zu führen, an Christus zu glauben und ihm zu gehorchen, wenn die staatliche Autorität eine von Gott legitimierte ist und somit die Menschen nicht dahin (ver-)führt, nicht an Christus zu glauben und ihm nicht zu gehorchen. Obwohl es bei Römer 13,1 ff heißt: „Jedermann unterwerfe sich der obrigkeitlichen Gewalt; denn es gibt keine Gewalt außer von Gott [es gibt keine Gewalt, die nicht von Gott stammt]; die bestehenden Gewalten aber sind von Gott angeordnet. Wer also sich der Gewalt widersetzt, der widersetzt sich der Anordnung Gottes; die sich aber dieser widersetzen, ziehen sich selbst ihr Strafgericht zu“, so gilt es zu bedenken, dass hier nur die rechtmäßige, von Gott (implizit) bevollmächtigte Gewalt gemeint sein kann, niemals aber die Gewalt im Dienste letztlich Seines Widersachers, des Satans. Ja, die Lehre der Kirche, dass niemand zum Glauben gezwungen werden darf, hat die Zeiten überdauert. Aber dass „in der bürgerlichen Gesellschaft in religiösen Dingen die Würde der Person des Menschen vor jedem menschlichen (also auch rechtsstaatlichen) Zwang geschützt werden müsse“, gehörte nie zur Lehre, die sie (die Kirche) von ihrem Meister und von den Aposteln empfangen hatte. Dem Geist des Evangeliums ist sie tatsächlich „wenig entsprechend“, ja ihr sogar entgegengesetzt.

Treffend sagt das Dokument indessen im Paragraph 13: „Im Rahmen alles dessen, was zum Wohl der Kirche, ja auch zum Wohl der irdischen Gesellschaft selbst gehört und was immer und überall gewahrt und gegen alles Unrecht zu verteidigen ist, steht sicherlich mit an erster Stelle, dass die Kirche eine so große Handlungsfreiheit genießt, wie sie die Sorge für das Heil der Menschen erfordert. In der Tat ist sie etwas Heiliges, diese Freiheit, mit der der eingeborene Sohn Gottes die Kirche beschenkt hat, die er sich in seinem Blute erwarb. Sie gehört in Wahrheit der Kirche so sehr zu eigen, dass, wer immer gegen sie streitet, gegen den Willen Gottes handelt. Die Freiheit der Kirche ist das grundlegende Prinzip in den Beziehungen zwischen der Kirche und den öffentlichen Gewalten sowie der gesamten bürgerlichen Ordnung.“ Und weiter: „In der menschlichen Gesellschaft und angesichts einer jeden öffentlichen Gewalt erhebt die Kirche Anspruch auf Freiheit als geistliche, von Christus dem Herrn gestiftete Autorität, die kraft göttlichen Auftrags die Pflicht hat, in die ganze Welt zu gehen, um das Evangelium allen Geschöpfen zu verkündigen.“ „Denn nach dem Willen Christi ist die katholische Kirche die Lehrerin der Wahrheit; ihre Aufgabe ist es, die Wahrheit, die Christus ist, zu verkündigen und authentisch zu lehren, zugleich auch die Prinzipien der sittlichen Ordnung, die aus dem Wesen des Menschen selbst hervorgehen, autoritativ zu erklären und zu bestätigen.“ „Denn der Jünger hat gegenüber Christus, dem Meister, die ernste Pflicht, die von ihm empfangene Wahrheit immer vollkommener kennenzulernen, in Treue zu verkünden und kraftvoll zu verteidigen (unter Ausschluss aller Mittel, die dem Geist des Evangeliums entgegengesetzt sind).“

Die Kirche kann aber nur in dem Maße das Evangelium allen Geschöpfen verkündigen und zum Wohl der irdischen Gesellschaft für alle die Lehrerin der Wahrheit sein und die Prinzipien der sittlichen Ordnung autoritativ erklären und zu deren Beobachtung und Einhaltung führen, als die öffentlichen Gewalten sowie die gesamte bürgerliche Ordnung sie durch ein Gewährenlassen derjenigen, die im Namen ihrer „Religion“ das Evangelium verleugnen und bekämpfen und die sittliche Ordnung untergraben, an ihrem heilsschädlichen Tun wirksam hindern.

Die „Religionsfreiheit“ im Sinne des Konzilsdokuments „Dignitatis Humanae“ ist also dem Geist des Evangeliums und der jahrtausendealten Lehre und Tradition der Kirche entgegengesetzt. Und die Früchte, die dieses Dokument seit dem 7. Dezember 1965 hervorgebracht hat, lassen dessen falschen Geist erkennen. Der Sauerteig des Evangeliums ist so im Geist der Menschen geschwunden und hat viel dazu beigetragen, dass die Menschen im Laufe der Zeit die Würde ihrer Person immer weniger erkannten. Und darum muss (spätestens) jetzt (wieder) die Überzeugung heranreifen, in religiösen Dingen müsse sie [die menschliche Person] in der bürgerlichen Gesellschaft vor jedem antichristlichen Einfluss geschützt werden. Also: keine Freiheit für „die Religionen„, sondern Freiheit nur für die Religion. Nur die Wahrheit macht frei. Jede Unwahrheit macht unfrei, setzt in Gefangenschaft, versklavt. Die Würde der menschlichen Person wird besonders durch „religiöse“ Unwahrheit verletzt, die verhindert, dass sie zur eigentlichen, ewigen, übernatürlichen, vollendeten Würde gelangen kann.

Paul Otto Schenker

DAS II. VATIKANISCHE KONZIL(1962-1965) UND SEINE FOLGEN

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Matthäus 7,20)

Ich bin überzeugt, dass der ganze gegenwärtige (immer noch) anhaltende Niedergang und Zerfall der Christenheit und damit der abendländischen Gesellschaft hauptsächlich zurückzuführen ist auf das Großereignis der Römisch-Katholischen Kirche genannt II. Vaticanum. Dieses jüngste Konzil der höchsten Repräsentanten der Kirche Christi (Papst und Bischöfe) war der Auslöser gewaltiger und folgendschwerer geistig-geistlicher Erschütterungen und Zerstörungen. Was an diesem Konzil und darauf folgend geschah, wurde nicht ohne Grund „die französische Revolution in der Kirche“ oder sogar „die kopernikanische Wende“ geheißen. Das, was anfänglich als „Aggiornamento“, als „Updating“, als „zeitgemäße Erneuerung“, als „Retouche“ der Kirche bezeichnet wurde, entartete in der Folge schnell zu einem abbruchbegleiteten, umstürzlerischen Umbau und Neubau mit „unkontrolliertem Wildwuchs“. Viel Fassadenhaftes ließ man dabei bestehen, aber es wurde zum bloßen Stabilisierungsgerüst einer von vielen einflussreichen Kräften gewollten, geplanten Re-Konstruktion. Nach dem Konzil war die katholische Kirche nach innen und nach außen nicht mehr dieselbe, die sie vorher während rund 2000 Jahren war. Die Gestalt und die innere und äußere Haltung, die sie von da an annahm, war eine andere, eine weltoffene, weltfreundliche, ja geradezu welteuphorische. Sie wollte sich ganz bewusst modern und aufgeschlossen zeigen gegenüber dem Zeitgeist. Sie wollte auch modern sein. Sie wollte nicht mehr ausschließen und ausgegrenzt sein, nicht mehr moralisieren, nicht mehr mit Extra-Autorität auftreten, keine Dogmen verkünden, nicht mehr verurteilen, sondern einfach ihren demütigen, schlichten pastoralen Beitrag anbieten, ihren wohlwollenden, brüderlichen Beistand leisten einer Welt, die (ohnehin) grundsätzlich nach Gott sucht. Sie wollte die ganze Welt mit sich versöhnen. Sie wollte ihre Güte und Menschenfreundlichkeit zelebrieren. Sie wollte im Forum aller humanistischen Werke als humanistisch(st)e Institution anerkannt sein.

Sie hatte mit ihrer Pastoralkonstitution „über die Kirche in der Welt von heute“, mit „Erklärungen“ wie jener „über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen – ‚Nostra aetate‚“ und „über die Religionsfreiheit – ‚Dignitatis humanae‚, bisher Undenkbares und stets Bekämpftes als „neue Gebote“, als neue „Verpflichtungen“ für ihre Gläubigen aufgestellt. Sie hatte die jahrhundertealte heilige Liturgie radikal neu geordnet und ziemlich rücksichtslos verordnet. Sie hatte den Ökumenismus (mit den vom römischen Apostolischen Stuhl getrennten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften) neu, dem bisher Geltenden entgegengesetzt definiert.

Noch während des Konzils und vor allem darauf folgend teilten sich die Geister in Progressive und Traditionstreue, in Konservative und Neuerer, und später die Traditionstreuen in (dennoch) „papstverbundene“ und „pastplose“, letztere genannt „Sedisvakantisten“.

Bis rund 1960, kann man sagen, war die römisch-katholische Kirche, insbesondere was ihre Führung betrifft, eine zuverlässige, einheitliche, sich selbst treue, der Welt gegenüber unbeugsame Vertreterin unseres HERRN und GOTTES JESUS CHRISTUS in allen Belangen der Lehre und der Moral. Dann geschah der große Dammbruch. Sie gab die Verteidigung, die Abwehr, den Widerstand, den sie bisher heroisch geleistet hatte, urplötzlich auf. Sie wollte sich eines Besseren besinnen. Sie wollte neue Wege gehen, sie wollte „ins Freie der weiten Welt“. Sie öffnete ihre Hochburg; sie riss Fenster und Tore auf. Sie ließ ihre Fallbrücken herunter und lud die Welt ein – zu einem „Tag der offenen Türe“. Und „die Welt“ samt dem kamufflierten Teufel drang ein. Und sie (und er mit ihr) blieb drinnen und drängte die guten, besten, wachsamsten und darum protestierenden, Ungemach prophezeienden Geister in düstere Nebenkammern und finstere Verliese und aus ihrem Haus hinaus. Das Sagen und Bestimmen hatten fortan die Modernen, die Modernisten, die Fortschreitenden, die Fortschrittlichen, die Anti-Konservativen, die Traditions-Überdrüssigen, die Reformer, die „Revisionisten“. Sofort forderten sie den vorbehaltlosen, unbedingten bis blinden Gehorsam ein, den sie selber vorher gegenüber der wahren Autorität nicht (mehr) leisten wollten. Und die gehorsamsgewohnte Herde stutzte, zögerte zwar anfänglich, protestierte auch da und dort, ergab sich aber schließlich den Weisungen von oben in der (unerleuchteten) Annahme, es sei doch alles von bestem Licht, vom Lichte des Heiligen Geistes, Frucht eines neuen pfingstlichen Wehens.

Und unterdessen sind die Früchte dieses „Sacrosanctum Conciliums“ gereift, sichtbar(er) geworden, aufgegangen. Schon allein die einschlägigen Statistiken offenbaren es: seither ging es mit fast allem das Herz und Wesen des Katholischen Ausmachenden (nur oder schwergewichtig) abwärts: Priester, Ordensleute, Missionare, Gottesdienst, Kirchen(gebäuden), Ehe, Familie, Werke, Schule, Parteien, Politik, Medien! Vieles ist unwiederbringlich zerstört. Die Geister, die man rief, wird man jetzt nicht mehr los!

Dieses Konzil wollte kein typisches, dogmatisches Konzil, sondern ein „Pastoral-Konzil“ sein. Es enthält zwar auch „dogmatische Komponenten“, durchaus auch Richtiges, Gutes, Echt-Vertiefendes. Aber es ist nun einmal eine unbestreitbare und unwiderlegbare Tatsache, dass es auch schwach bis total falsch Formuliertes, Missverständliches, ja mit der Vergangenheit Unvereinbares enthält! Es ist also nicht alles einfach „sakrosankt“, unantastbar, unhinterfragbar, unwiderruflich!

Paul Otto Schenker

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Il cavallo di Troia: Jacques Maritain nella Dignitatis Humanae

„Dignitatis Humanae“ will eine „Grundlegung der Religionsfreiheit, des Rechtes der Person und der Gemeinschaft auf gesellschaftliche und bürgerliche Freiheit in religiösen Belangen“ sein und es will diese Begründung auch „im Lichte der Offenbarung“ festigen.

Grundsätzlich falsch ist unseres Erachtens aber schon einmal, dass die „Erklärung über die Religionsfreiheit“ voraussetzt, dass es nur noch den „laizistischen, säkularen Staat“ gibt, also den Staat, der getrennt ist von der Religion; denn nach Gottes Willen sollte Kirche und Staat idealerweise und immer (noch) möglichst weitgehend eine Einheit (einen Verbund) bilden (vgl. der vorchristliche Bund Gottes mit seinem auserwählten Volk und das Königtum Christi auf Erden).

„Dignitatis Humanae“ fußt auf falschen Prämissen und  ist  vom (neo-)modernistischen Geist durchseucht. Teile dieses Konzilsdokumentes sind zwar einigermaßen korrekt. Zum Beispiel Abschnitt 1 (Vorwort); treffend formuliert ist da der Passus: „Gott selbst hat dem Menschengeschlecht Kenntnis gegeben von dem Weg, auf dem die Menschen, ihm dienend, in Christus erlöst und selig werden können. Diese einzige wahre Religion, so glauben wir, ist verwirklicht in der katholischen, apostolischen Kirche, die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten. Er sprach ja zu den Aposteln: ‚Gehet hin, und lehret alle Völker, taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe‘ (Mt 28,19-20). Alle Menschen sind ihrerseits verpflichtet, die Wahrheit, besonders in dem, was Gott und seine Kirche angeht, zu suchen und die erkannte Wahrheit aufzunehmen und zu bewahren.“ Gewiss, die „moralische Pflicht der Menschen und der Gesellschaften gegenüber der wahren Religion und der einzigen Kirche Christi“ berührt und bindet die Menschen in ihrem Gewissen, aber stimmt es, dass die Wahrheit anders nicht Anspruch erhebt als kraft der Wahrheit selbst, die sanft und zugleich stark den Geist durchdringt? Damit die Wahrheit die Menschen überhaupt in ihrem Gewissen berühren und binden kann, muss sie ihnen doch verkündet und gelehrt werden, muss sie also ihren Geist durchdringen. Und sie kann ihnen nur „beigebracht“ werden, wenn die Wahrheit frei, ohne Behinderung, verkündet und gelehrt werden kann. Die Unwahrheit und die Irrlehre aber behindern oder verunmöglichen sogar die Verkündigung und Lehre der Wahrheit. Die (meisten) Menschen, die in einer unwahren Religion aufwachsen und leben, suchen „die Wahrheit, besonders in dem, was Gott und seine Kirche angeht“ auch nicht. Sie halten ja ihre unwahre Religion für die wahre und die einzig wahre für die (eine) falsche. Religiöse Wahrheit und Unwahrheit dürfen also nicht auf die gleiche Stufe gestellt werden, dürfen somit (vom Anspruch der Wahrheit her) im öffentlichen Raum nicht die gleiche Freiheit genießen. 

Im Abschnitt 4 finden wir die Passage: „Die Sozialnatur des Menschen erfordert aber, dass der Mensch innere Akte der Religion nach außen zum Ausdruck bringt, mit anderen in religiösen Dingen in Gemeinschaft steht und seine Religion gemeinschaftlich bekennt. Es geschieht also ein Unrecht gegen die menschliche Person und gegen die Ordnung selbst, in die die Menschen von Gott hineingestellt sind, wenn jemandem die freie Verwirklichung der Religion in der Gesellschaft verweigert wird, vorausgesetzt, dass die gerechte öffentliche Ordnung gewahrt bleibt“.

Erstens ist es falsch zu sagen, die Menschen seien von Gott „in die/eine Ordnung hineingestellt“. Es ist doch absurd zu behaupten, Gott habe uns in die herrschende Ordnung hineingestellt. Wir sind es, nicht Er, die es soweit gebracht haben, dass die meisten Menschen statt in eine gottgewollte Ordnung in eine gottfeindliche Unordnung hineingestellt werden. Zweitens ist auch hier „die gerechte öffentliche Ordnung“ nicht definiert. Gerecht ist eine öffentliche Ordnung nur dann, wenn sie den Gesetzen Gottes entspricht. Und drittens gibt es für (katholische) Christen nur eine (einzige) wahre Religion, nur eine Religion, die den Gesetzen Gottes entspricht [vgl. Abschnitt 1 DH: „Diese einzige wahre Religion, so glauben wir, ist verwirklicht in der katholischen, apostolischen Kirche, die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten.“]. Mithin sind alle anderen sogenannten „Religionen“ unwahr; sie sind Bekenntnisse und gesellschaftliche Zusammenschlüsse, die dem Sein und Wollen und Wirken Gottes nicht entsprechen, sondern widersprechen; sie sind also ungerecht; sie können nicht dazu beitragen, „dass die gerechte öffentliche Ordnung gewahrt bleibt„.

Wenn also das Konzilsdokument die „freie Verwirklichung der Religion in der Gesellschaft“ schon allein davon abhängig macht, „dass die gerechte öffentliche Ordnung gewahrt bleibt“, um wieviel mehr gilt dann das bisher und von allem Anfang an von der katholischen Kirche immer bekannte und angewandte Prinzip: nur die Wahrheit hat ein Anrecht auf Freiheit; nur die wahre Religion mit dem wahren Sittengesetz kann zurecht den Anspruch auf freie Ausübung in der Gesellschaft erheben. Religiöse und moralische Irrlehre haben kein Anrecht, keinen Anspruch auf freie öffentliche Ausübung und Verbreitung. Es geschieht (also) kein Unrecht gegen die menschliche Person, wenn ihr die Verwirklichung von Widergöttlichem, von Gottsträflichem  in der Gesellschaft verweigert wird. Ihr wird ja überdies auch alles staatlich (gesellschaftlich), rein weltlich Gesetzeswidrige verweigert.

In Abschnitt 3 heißt es doch treffend: „Die höchste Norm des menschlichen Lebens ist das göttliche Gesetz selber, das ewige, objektive und universale, durch das Gott nach dem Ratschluss seiner Weisheit und Liebe die ganze Welt und die Wege der Menschengemeinschaft ordnet, leitet und regiert.“ Gott kann aber die Wege der Menschengemeinschaften nur ordnen, leiten und regieren, wenn oder insofern sie Seinem Widersacher nicht die Freiheit gewähren, Sein Ordnen, Leiten und Regieren zu stören und oder gar zu zerstören. Genau das aber tun die „Religionen“, die nicht von Gott sind, sondern (letztlich) von seinem Widerpart.

Gewiss „werden die (Grund-)Gebote des göttlichen Gesetzes vom Menschen (auch) durch die Vermittlung seines Gewissens erkannt und anerkannt“. Aber doch nur durch das von GOTT erleuchtete Gewissen und nicht durch das durch den Diabolos verfälschte, vergiftete, verfinsterte, abgestumpfte, verschüttete Gewissen. Der Mensch kann also – mindestens im öffentlichen Bereich – gezwungen werden, gegen sein irrendes Gewissen zu handeln und darf auch daran gehindert werden, gemäß seinem irregeführten Gewissen zu handeln. Und wer entscheidet, ob und inwieweit ein Gewissen gesund oder krank, gottesgesetz-konform oder gottesgesetz-widersprechend ist? Das Lehr- und Hirtenamt der Kirche Christi, der römisch-katholischen apostolischen Kirche, die autoritativ ihren Einfluss ausüben muss auf jede öffentliche Gesetzgebung.

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Wie schon einleitend gesagt, ist es für Christen und namentlich für die Führerschaft der Christenheit völlig verfehlt, davon auszugehen, dass der „Staat“ weltanschauungsneutral zu sein hat. Der „Staat“ (der Staatsapparat) wird gebildet, verwaltet und geführt von Menschen. Und da GOTT der Schöpfer, Eigentümer, Erzieher, Lehrer und Richter aller Menschen ist, gibt es keine Menschen, die außerhalb Seiner Oberhoheit und Seines Einflusses stehen, die Ihm gegenüber „neutral“ sein können/dürfen, auch wenn sie im Dienste des Staates, also ihrer Mit-Menschen, ihre Funktion(en) ausüben. Der Wesenszweck der staatlichen Gewalt besteht nicht in der Sorge nur für das zeitliche Gemeinwohl, sondern in der Sorge für das umfassende Gemeinwohl mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, wobei das Gemeinwohl eben nicht auf ein zeitliches beschränkt werden kann. Das Wohl des Einzelnen wie das Gemein-Wohl umfasst immer das Gesamt-Wohl des Menschen: Leib und Seele, Zeit und Ewigkeit, Diesseits und Jenseits, Erde und Himmel. Jeder Staat, jede Gesellschaft besteht (ausschließlich) aus Menschen, die zum ewigen glückseligen Leben mit Gott berufen sind, und die – wenn sie dieses Ziel nicht anstreben und nicht erreichen – ein ewiges unseliges („un-wohles“, unheiles, unheiliges) Leben in Gottferne erleiden müssen. Der „Staat“ hat also die Aufgabe, mit seinen zeitlichen und irdischen Mitteln nebst der Ermöglichung eines geordneten, friedlichen, ersprießlichen Zusammenlebens das rechte, richtige, wahre religiöse (und sittliche) Leben der Bürger anzuerkennen, zu schützen, zu fördern, zu begünstigen und dementsprechend das falsche, irrige, schein- und anti-religiöse, gemein-schädliche Leben in der Öffentlichkeit möglichst zu verhindern und wenn nicht verhinderbar, höchstens (in Grenzen) zu tolerieren.

Die Sozialnatur des Menschen wie auch der Religion verlangt gewiss (religiöse) Gemeinschaft(en). Und den einzelnen Menschen kommt zwar die Freiheit als Freisein vom Zwang, „in religiösen Dingen“ (auch) nach ihrem irrigen Gewissen zu handeln, zu, aber nur persönlich und privat, nicht öffentlich. In Gemeinschaft und öffentlich zu agieren, darf ein nach Gottes Gesetzen konstituierter und geführter Staat jenen nicht gestatten, die Seine (Gottes) Gesetze und Gebote missachten und verachten. Das heißt: Gemeinschaften, die das ewige Heil behindern oder verhindern, steht nicht rechtens die Freiheit zu (wie es in DH Abschnitt 4 heißt), „sich gemäß ihren eigenen Normen zu leiten, der Gottheit in öffentlichem Kult Ehre zu erweisen, ihre Glieder durch Unterricht zu unterstützen und jene Einrichtungen zu fördern, in denen die Glieder zusammenarbeiten, um das eigene Leben nach ihren religösen Grundsätzen zu ordnen“; denn die „Gottheit“ falscher Religionen ist eben nicht die wirkliche, wahre Gottheit; sie ist immer eine (bloße) menschliche Einbildung, ein Phantasieprodukt, ein Zerrbild, ein Idol, ein Abgott, ein Götzenbild, und damit ist ein ihr geltender Kult nicht Verehrung „der Gottheit“, sondern Verunehrung des einzig wahren Gottes, ja letztlich (sträfliche) Gotteslästerung. In gleicher Weise steht solchen pseudoreligiösen Gemeinschaften auch nicht das Recht zu, „ihre eigenen Amtsträger auszuwählen, zu erziehen, zu ernennen und zu versetzen, mit religiösen Autoritäten und Gemeinschaften in anderen Teilen der Erde in Verbindung zu treten, religiöse Gebäude zu errichten und zweckentsprechende Güter zu erwerben und zu gebrauchen“. Und sie haben auch nicht das Recht, „keine Behinderung bei der öffentlichen Lehre und Bezeugung ihres Glaubens in Wort und Schrift zu erfahren“. Sie müssen nach Gottes Gesetz vielmehr mittels staaticher Vorschriften und Gesetze („durch Mittel der Gesetzgebung und durch verwaltungsrechtliche Maßnahmen“) daran gehindert werden.

Die Familie ist „eine Gesellschaft eigenen und ursprünglichen Rechtes“. Ihr steht tatsächlich das Recht zu, ihr häusliches religiöses Leben unter der Leitung der Eltern in Freiheit zu ordnen. Das gilt jedoch nur für die Familie, die diesen Namen verdient, die wirklich eine solche ist, nämlich eine Familie nach dem Willen und den Gesetzen Gottes, ihres Ursprungs. Eine Schein-Familie, eine Familie, die die göttlichen Kriterien nicht erfüllt, die den Anordnungen Gottes widerspricht, hat in einer gottgewollten und gottwohlgefälligen zivilen Ordnung kein eigenes und ursprüngliches Recht. Deren Eltern haben kein Recht, „die Art der religiösen Erziehung ihrer Kinder gemäß ihrer eigenen (irrigen) religiösen Überzeugung zu bestimmen, in Freiheit Schulen und andere Erziehungseinrichtungen zu wählen“. Und die Rechte solcher Eltern werden nicht verletzt, wenn deren Kinder „gezwungen werden, einen Schulunterricht zu besuchen, der der (irrigen) religiösen Überzeugung der Eltern nicht entspricht“; denn kein Mensch hat vor Gott das Recht, andere Menschen, auch die eigenen Kinder, zu verführen, vom Unterricht über die wahre Religion abzuhalten und auszuschließen.

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Wie gesagt, es ist ein kapitaler Fehler, in einem christlichen, katholischen, vatikanischen, päpstlichen Dokument von „den Religionen“ zu sprechen, die im Kollektiv „der Religion“ zusammen gesehen und -beurteilt werden als ein Wert, ja Wertvolles, als ein Gut und Positivum, wie im Abschnitt 3: „Es geschieht also ein Unrecht gegen die menschliche Person und gegen die Ordnung selbst, in die die Menschen von Gott hineingestellt sind, wenn jemand(em) die freie Verwirklichung der Religion in der Gesellschaft verweigert wird…“ oder in Abschnitt 4: „Die Sozialnatur des Menschen wie auch der Religion selbst verlangt religiöse Gemeinschaften“ und: „Schließlich ist in der gesellschaftlichen Natur des Menschen und im Wesen der Religion selbst das Recht begründet, wonach Menschen aus ihrem eigenen religiösen Sinn sich frei versammeln oder Vereinigungen für Erziehung, Kultur, Caritas und soziales Leben schaffen können“.
Denn „im Wesen der Religion selbst“ ist ihre Einzigkeit begründet wie auch im Wesen Gottes Seine Einzigkeit begründet ist. Es gibt folglich nur eine einzige Religion, die wesentlich Religion ist, das heißt: übernatürlicher Lebensstrom von Gott zum Menschen und vom Menschen zu Gott. Und diese eine und einzige wahre Religion darf nicht auf ihre unwesentlichen, nurmenschlichen, bloßnatürlichen, irdischen Konstrukte und Pseudo- und Nachahmerprodukte herabgestuft und ihnen gleichgestellt werden. Die Menschen können „aus ihrem eigenen religiösen Sinn“ die Religion nicht schaffen; sie können sich ihr nur öffnen und sie annehmen und erfassen; denn sie ist eine Gnadengabe Gottes. Die einzig mögliche Religion setzt den einzig möglichen Gott voraus. Alle Bürger aller Staaten, und damit auch alle Regierenden und Verwaltenden, haben (also) die selben religiösen Pflichten und Rechte, „die aus der Treue der Menschen gegenüber Gott und seinem heiligen Willen hervorgehen“. Ihre „Menschenrechte“ sind nur dann „unverletzlich“, wenn sie den Gesetzen, dem Willen des einen, einzigen, wahren Gottes und Seiner Religion entsprechen. In einer richtigen, gerechten, gottkonformen Rechtsordnung des Staates kann deshalb zurecht immer nur der einen einzigen Religion und religiösen Gemeinschaft „spezielle bürgerliche Anerkennung gezollt werden“. „Gegen den Willen Gottes und gegen die geheiligten Rechte der Person und der Völkerfamilie gehandelt“ wird somit immer (vor allem) dann, „wenn auf irgendeine Weise Gewalt angewendet wird zur Zerstörung oder Behinderung der (einen und einzigen wahren, der christlichen) Religion, sei es im ganzen Menschengeschlecht oder in irgendeinem Lande oder in einer bestimmten Gemeinschaft“.
So wie es nur eine einzige wahre Religion gibt, die christliche, so gibt es auch nur ein einziges objektives gottgemäßes „Sittengesetz“, das christliche. Die „personale und soziale Verantwortung“, „Gerechtigkeit und Menschlichkeit“ definieren sich anhand dieses allgemeingültigen, universalen, göttlichen Sittengesetzes, das eingebettet ist in die eine und einzige wahre Religion. Der Gebrauch der personalen und sozialen Freiheit(en) innerhalb der menschlichen Gesellschaft ist deshalb den „umgrenzenden Normen“ dieses einen wahren Sittengesetzes unterworfen. Es steht also der christlichen Staatsgewalt, und nur ihr, zu, der bürgerlichen Gesellschaft (für die pflichtgemäße Wahrung der öffentlichen Sittlichkeit) den Schutz zu gewähren gegen Missbräuche, „die unter dem Vorwand der Religionsfreiheit vorkommen können“. Denn „Menschen, die die Dinge (nach eigener Entscheidung) im Licht der Wahrheit beurteilen, ihr Handeln verantwortungsbewusst ausrichten und bemüht sind, was immer wahr und gerecht ist, zu erstreben, ordnen sich gerne gemäß der wahren sittlichen Ordnung der (gerechten) gesetzlichen Autorität unter und leisten ihr bereitwillig den schuldigen Gehorsam.

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Im Teil II des Konzilsdokuments über die Religionsfreiheit (Abschnitt 9) wird behauptet, dass „besonders die religiöse Freiheit in der Gesellschaft völlig im Einklang mit der Freiheit des christlichen Glaubensaktes“ sei, dass also die vom 2. Vaticanum definierte Religionsfreiheit „im Lichte der Offenbarung“ gesehen werden könne/müsse. Es wird zwar eingestanden, dass „die Offenbarung das Recht auf Freiheit von äußerem Zwang in religiösen Dingen nicht ausdrücklich lehrt“, aber dann doch versucht, diese neue „Lehre über die Religionsfreiheit“ auf „die allgemeinen Prinzipien“ „der Würde der menschlichen Person“ zu gründen. Die Lehre der katholischen Kirche war jedoch bis zum 2. vatikanischen Konzil immer die, dass nur die eine wahre göttliche Religion in der Öffentlichkeit (in der Gesellschaft, im Staate) ein Recht, einen Anspruch auf Freiheit, auf ungehinderte Entfaltung, Betätigung, auf uneingeschränkten Vollzug hat. Siehe päpstliche Dokumente, z.B. zum „Syllabus„, oder z.B.:

Über die Trennung von Kirche und Staat (Hl. Papst Pius X. „Vehementer Nos“):

„Der Grundsatz, dass Staat und Kirche getrennt werden müssten, ist fürwahr ein ganz falscher und im höchsten Grade verderblicher Grundsatz. – Denn wer sich auf den Boden der Annahme stellt, dass der Staat sich in keiner Weise um die Religion bekümmern dürfe, fügt zuvörderst Gott ein großes Unrecht zu, der ebenso Begründer und Erhalter der menschlichen Gesellschaft als des Lebens der einzelnen Menschen ist. Deshalb kann sich der Kult nicht auf das Gebiet des Privatlebens zurückziehen, sondern er muss ein öffentlicher sein. – Ferner liegt diesem Grundsatz deutlich genug die Leugnung des Übernatürlichen zu Grunde. Denn es werden hierbei die staatlichen Unternehmungen ganz allein nach den Aussichten für die Wohlfahrt dieses sterblichen Lebens bemessen, welche ja wohl die nächste Angelegenheit der bürgerlichen Gesellschaft ist; die höchste Angelegenheit der Bürger aber, die ewige Seligkeit, welche jenseits des kurzen Erdenlebens uns sich darbietet, vernachlässigt er vollständig als eine dem Staate fremde Sache. Und doch sollte das Staatswesen gemäß der ganzen Ordnung der wandelbaren irdischen Dinge für die Erreichung des absoluten, höchsten Gutes nicht hinderlich, sondern förderlich sein. – Sodann durchbricht er die von Gott mit höchster Weisheit getroffene Ordnung der menschlichen Dinge, welche ohne Zweifel die Eintracht zwischen der religiösen und der bürgerlichen Gesellschaft erheischt. Denn da beide, wiewohl auf getrenntem Gebiete für sich, doch eine Herrschaft über dieselben Menschen ausüben, so müssen sich oft die Verhältnisse so gestalten, daß Kenntnisnahme davon und Beurteilung auf beiden Seiten erforderlich wird. Wo nun der Staat mit der Kirche keine Beziehungen unterhält, da werden solche Verhältnisse leicht zum Anlaß von für beide Seiten recht bittern Streitigkeiten, welche den Sinn für die Wahrheit zu großer Verwirrung der Gemüter trüben. – Das hat schließlich auch für den Staat sehr große Nachteile im Gefolge. Bei Zurücksetzung der Religion kann die bürgerliche Gesellschaft nicht blühen und fest bestehen bleiben. Jene ist der oberste Führerin und Lehrerin für den Menschen in Sachen der gewissenhaften Beobachtung von Recht und Pflicht.“

Christus hat selbstverständlich die Freiheit des Menschen in Erfüllung der Pflicht, dem Wort Gottes zu glauben, beachtet; aber eben: „dem Wort Gottes zu glauben“ und nicht: jedem beliebigen Wort zu glauben, das sich als „Wort Gottes“ ausgibt, es aber nicht ist, nicht sein kann, da es dem wahren Wort Gottes offensichtlich und nachweisbar widerspricht. Selbstverständlich soll der Mensch freiwillig durch seinen Glauben Gott antworten, soll also niemand gegen seinen Willen zur Annahme des Glaubens gezwungen werden dürfen. Doch es entspricht absolut nicht völlig der Wesensart des Glaubens, dass in religiösen Dingen jede Art von Zwang von seiten der Menschen ausgeschlossen ist. Denn als „religiöse Dinge“ gelten heute in der säkularen, laizistischen Gesellschaft durchaus auch Dinge, die religions(be)hindernd und -zerstörend sind. Alle Menschen sind von ihrem Erlöser Christus losgekauft und zur Annahme an Sohnes Statt berufen, mit vernunftgemäßen und freiem Glaubensgehorsam dem sich offenbarenden Gott anzuhangen und den christlichen Glauben in ihrer ganzen Lebensführung tatkräftig zu bekennen. Gott ruft alle Menschen zu Seinem Dienst im Geiste und in der Wahrheit; denn Er „will, dass alle Menschen selig werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4) und sie werden deshalb durch diesen Ruf im Gewissen verpflichtet, aber nicht gezwungen. Denn Er nimmt Rücksicht auf die Würde der von ihm geschaffenen menschlichen Person, die nach eigener Entscheidung in Freiheit leben soll. Aber diese Freiheit berechtigt weder die einzelne Person noch Interessensgemeinschaften (sogenannte Religionsgemeinschaften), die göttliche Religion und die göttlichen Sitten mittels ihrer Gegen-„Religion“, die Sitten mittels ihrer Un-Sitten in der Öffentlichkeit zu konkurrenzieren und zu verdrängen, d.h. „Unkraut zu säen“ und damit den „Weizen“ zu ersticken. Gewiss lehnte es Christus ab, ein politischer Messias zu sein, der äußere Machtmittel anwendet. Damit hat Er aber nicht gelehrt und nicht angeordnet, dass Seine Kirche keine Politik machen und keine äußeren Machtmittel haben und einsetzen dürfe. Die Kirche hatte in ihren Blütezeiten als „äußere Machtmittel“ die Machtmittel des mit ihr verbundenen christlichen Staates. Denn Christi Reich wird auch (wenn notwendig) mit dem „Schwert“ beschützt und kann (bleibend) nur gefestigt werden im Bezeugen und Hören der Wahrheit und in der Kraft der Liebe, in der Christus, am Kreuz erhöht, die Menschen an sich zieht, wenn Sein Reich von den Seinen wachsam, tatkräftig „befestigt“ wird und von Seinen Feinden nicht „erstickt“, verwüstet und zerstört wird (werden kann). Denn die göttliche Kraft des Wortes Gottes ist nur dann imstande, die gottwidrigen Mächte zu zerstören und die Menschen dahin zu führen, an Christus zu glauben und ihm zu gehorchen, wenn die staatliche Autorität eine von Gott legitimierte ist und somit die Menschen nicht dahin (ver-)führt, nicht an Christus zu glauben und ihm nicht zu gehorchen. Obwohl es bei Römer 13,1 ff heißt: „Jedermann unterwerfe sich der obrigkeitlichen Gewalt; denn es gibt keine Gewalt außer von Gott [es gibt keine Gewalt, die nicht von Gott stammt]; die bestehenden Gewalten aber sind von Gott angeordnet. Wer also sich der Gewalt widersetzt, der widersetzt sich der Anordnung Gottes; die sich aber dieser widersetzen, ziehen sich selbst ihr Strafgericht zu“, so gilt es zu bedenken, dass hier nur die rechtmäßige, von Gott (implizit) bevollmächtigte Gewalt gemeint sein kann, niemals aber die Gewalt im Dienste letztlich Seines Widersachers, des Satans. Ja, die Lehre der Kirche, dass niemand zum Glauben gezwungen werden darf, hat die Zeiten überdauert. Aber dass „in der bürgerlichen Gesellschaft in religiösen Dingen die Würde der Person des Menschen vor jedem menschlichen (also auch rechtsstaatlichen) Zwang geschützt werden müsse“, gehörte nie zur Lehre, die sie (die Kirche) von ihrem Meister und von den Aposteln empfangen hatte. Dem Geist des Evangeliums ist sie tatsächlich „wenig entsprechend“, ja ihr sogar entgegengesetzt.
Treffend sagt das Dokument indessen im Paragraph 13: „Im Rahmen alles dessen, was zum Wohl der Kirche, ja auch zum Wohl der irdischen Gesellschaft selbst gehört und was immer und überall gewahrt und gegen alles Unrecht zu verteidigen ist, steht sicherlich mit an erster Stelle, dass die Kirche eine so große Handlungsfreiheit genießt, wie sie die Sorge für das Heil der Menschen erfordert. In der Tat ist sie etwas Heiliges, diese Freiheit, mit der der eingeborene Sohn Gottes die Kirche beschenkt hat, die er sich in seinem Blute erwarb. Sie gehört in Wahrheit der Kirche so sehr zu eigen, dass, wer immer gegen sie streitet, gegen den Willen Gottes handelt. Die Freiheit der Kirche ist das grundlegende Prinzip in den Beziehungen zwischen der Kirche und den öffentlichen Gewalten sowie der gesamten bürgerlichen Ordnung.“ Und weiter: „In der menschlichen Gesellschaft und angesichts einer jeden öffentlichen Gewalt erhebt die Kirche Anspruch auf Freiheit als geistliche, von Christus dem Herrn gestiftete Autorität, die kraft göttlichen Auftrags die Pflicht hat, in die ganze Welt zu gehen, um das Evangelium allen Geschöpfen zu verkündigen.“ „Denn nach dem Willen Christi ist die katholische Kirche die Lehrerin der Wahrheit; ihre Aufgabe ist es, die Wahrheit, die Christus ist, zu verkündigen und authentisch zu lehren, zugleich auch die Prinzipien der sittlichen Ordnung, die aus dem Wesen des Menschen selbst hervorgehen, autoritativ zu erklären und zu bestätigen.“ „Denn der Jünger hat gegenüber Christus, dem Meister, die ernste Pflicht, die von ihm empfangene Wahrheit immer vollkommener kennenzulernen, in Treue zu verkünden und kraftvoll zu verteidigen (unter Ausschluss aller Mittel, die dem Geist des Evangeliums entgegengesetzt sind).“
Die Kirche kann aber nur in dem Maße das Evangelium allen Geschöpfen verkündigen und zum Wohl der irdischen Gesellschaft für alle die Lehrerin der Wahrheit sein und die Prinzipien der sittlichen Ordnung autoritativ erklären und zu deren Beobachtung und Einhaltung führen, als die öffentlichen Gewalten sowie die gesamte bürgerliche Ordnung sie durch ein Gewährenlassen derjenigen, die im Namen ihrer „Religion“ das Evangelium verleugnen und bekämpfen und die sittliche Ordnung untergraben, an ihrem heilsschädlichen Tun wirksam hindern. Die „Religionsfreiheit“ im Sinne des Konzilsdokuments „Dignitatis Humanae“ ist also dem Geist des Evangeliums und der jahrtausendealten Lehre und Tradition der Kirche entgegengesetzt. Und die Früchte, die dieses Dokument seit dem 7. Dezember 1965 hervorgebracht hat, lassen dessen falschen Geist erkennen. Der Sauerteig des Evangeliums ist so im Geist der Menschen geschwunden und hat viel dazu beigetragen, dass die Menschen im Laufe der Zeit die Würde ihrer Person immer weniger erkannten. Und darum muss (spätestens) jetzt (wieder) die Überzeugung heranreifen, in religiösen Dingen müsse sie [die menschliche Person] in der bürgerlichen Gesellschaft vor jedem antichristlichen Einfluss geschützt werden. Also: keine Freiheit für „die Religionen„, sondern Freiheit nur für die Religion. Nur die Wahrheit macht frei. Jede Unwahrheit macht unfrei, setzt in Gefangenschaft, versklavt. Die Würde der menschlichen Person wird besonders durch „religiöse“ Unwahrheit verletzt, die verhindert, dass sie zur eigentlichen, ewigen, übernatürlichen, vollendeten Würde gelangen kann.

Paul Otto Schenker

Nostra Aetate und die jüdische Religion

Zitat aus „Nostra Aetate„: (Siehe auch meinen Beitrag: „Konzilserklärung „Nostra Aetate“ über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen“)

Die jüdische Religion

4. Bei ihrer Besinnung auf das Geheimnis der Kirche gedenkt die Heilige Synode des Bandes, wodurch das Volk des Neuen Bundes mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden ist.

So anerkennt die Kirche Christi, daß nach dem Heilsgeheimnis Gottes die Anfänge ihres Glaubens und ihrer Erwählung sich schon bei den Patriarchen, bei Moses und den Propheten finden.

Sie bekennt, daß alle Christgläubigen als Söhne Abrahams dem Glauben nach (Gal 3,7) in der Berufung dieses Patriarchen eingeschlossen sind und daß in dem Auszug des erwählten Volkes aus dem Lande der Knechtschaft das Heil der Kirche geheimnisvoll vorgebildet ist. Deshalb kann die Kirche auch nicht vergessen, daß sie durch jenes Volk, mit dem Gott aus unsagbarem Erbarmen den Alten Bund geschlossen hat, die Offenbarung des Alten Testamentes empfing und genährt wird von der Wurzel des guten Ölbaums, in den die Heiden als wilde Schößlinge eingepfropft sind (Röm 11,17-24). Denn die Kirche glaubt, daß Christus, unser Friede, Juden und Heiden durch das Kreuz versöhnt und beide in sich vereinigt hat (Eph 2,14-16). Die Kirche hat auch stets die Worte des Apostels Paulus vor Augen, der von seinen Stammverwandten sagt, daß “ihnen die Annahme an Sohnes Statt und die Herrlichkeit, der Bund und das Gesetz, der Gottesdienst und die Verheißungen gehören wie auch die Väter und daß aus ihnen Christus dem Fleische nach stammt” (Röm 9,4-5), der Sohn der Jungfrau Maria.

Auch hält sie sich gegenwärtig, daß aus dem jüdischen Volk die Apostel stammen, die Grundfesten und Säulen der Kirche, sowie die meisten jener ersten Jünger, die das Evangelium Christi der Welt verkündet haben.

Wie die Schrift bezeugt, hat Jerusalem die Zeit seiner Heimsuchung nicht erkannt (Lk 19,44), und ein großer Teil der Juden hat das Evangelium nicht angenommen, ja nicht wenige haben sich seiner Ausbreitung widersetzt (Röm 11,28). Nichtsdestoweniger sind die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt um der Väter willen; sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich (Röm 11,28-29). Mit den Propheten und mit demselben Apostel erwartet die Kirche den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm “Schulter an Schulter dienen” (Soph 3,9) (Jes 66,23; Ps 65,4; Röm 11,11-32).

Da also das Christen und Juden gemeinsame geistliche Erbe so reich ist, will die Heilige Synode     die gegenseitige Kenntnis und Achtung fördern, die vor allem die Frucht biblischer und theologischer Studien sowie des brüderlichen Gespräches ist.

Obgleich die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern auf den Tod Christi gedrungen haben (Joh 19,6), kann man dennoch die Ereignisse seines Leidens weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen.

Gewiß ist die Kirche das neue Volk Gottes, trotzdem darf man die Juden nicht als von Gott verworfen oder verflucht darstellen, als wäre dies aus der Heiligen Schrift zu folgern. Darum sollen alle dafür Sorge tragen, daß niemand in der Katechese oder bei der Predigt des Gotteswortes etwas lehre, das mit der evangelischen Wahrheit und dem Geiste Christi nicht im Einklang steht.

Im Bewußtsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Haßausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemandem gegen die Juden gerichtet haben. Auch hat ja Christus, wie die Kirche immer gelehrt hat und lehrt, in Freiheit, um der Sünden aller Menschen willen, sein Leiden und seinen Tod aus unendlicher Liebe auf sich genommen, damit alle das Heil erlangen. So ist es die Aufgabe der Predigt der Kirche, das Kreuz Christi als Zeichen der universalen Liebe Gottes und als Quelle aller Gnaden zu verkünden.

Mein Kommentar:

Es geht hier also um „die jüdische Religion“. Und was ist damit gemeint? Natürlich die „Religion“ derjenigen Juden, die JESUS CHRISTUS als (den verheißenen) Messias, als ERLÖSER, als GOTTES SOHN, als GOTT (auch heute noch) ablehnen, die Sein Heilsangebot (auch heute noch) ausschlagen und als Folge davon Sein REICH, Seine HERRSCHAFT, die Kirche, das neue Volk Gottes, aktiv und/oder passiv bekämpfen. Es geht also um Christus- und damit Gottes- und Kirchen-Feinde. Und es geht um eine Christus-, GOTTES- und kirchenfeindliche „Religion“.

Sind diese Juden „mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden“? Nein! Sie sind, wie die Muslime, nur „fleischlich“ mit ihm verbunden, während tatsächlich „alle Christgläubigen, und nur sie, Söhne (Kinder) Abrahams dem Glauben nach sind (Gal 3,7).

Kann die Kirche, „das Volk des Neuen Bundes“ mit diesen Juden, die nicht mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden sind, geistlich verbunden sein? Nein! Das neue Volk Gottes kann geistlich nur verbunden sein mit den CHRIST-gläubigen Juden, mit jenen des Alten Bundes also, die echt und wahr und treu an den verheißenen Messias glaubten, und mit jenen des Neuen Bundes, die echt, wahr und treu an CHRISTUS glaub(t)en, die sich taufen ließen und damit „aus dem Lande der (geistigen) Knechtschaft ausgezogen“ sind.

Die Kirche, das neue Volk Gottes, hat also „die Offenbarung des Alten Testamentes“ nicht von diesen Juden empfangen, die CHRISTUS verleugneten. Und sie wird „genährt von der Wurzel des guten Ölbaums, in den die Heiden als wilde Schösslinge eingepfropft sind“, also nur von jenen Juden, die „Kinder Abrahams dem Glauben nach“ sind, wie die Patriarchen, Moses und die Propheten. Aber sie wird nur auch von dieser Wurzel genährt. Niemals ausschließlich. Viel mehr und entscheidend genährt wird die Kirche direkt von JESUS CHRISTUS, dem GOTT-MENSCHEN (dem Sohn der Jungfrau Maria, der nur dem Fleische nach von den Juden, vom „guten Ölbaum“, abstammt) und von dem von IHM bis zum Ende der Welt gesandten HEILIGEN GEIST, dem göttlichen Geist, der vom Vater und vom Sohne ausgeht. Der heilige Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer, Kapitel 9, Verse 4-5: „Sind sie (meine Stammesgenossen dem Fleische nach) doch Israeliten, denen die Gotteskindschaft zuteil geworden ist und die Herrlichkeit und der Bund und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen. Ihnen gehören die Väter an, und aus ihnen stammt dem Fleische nach der Messias, der GOTT ist, über allem, hochgelobt in Ewigkeit. Amen.“

Er schreibt dann aber auch: „Denn nicht alle, die aus Israel sind, sind Israeliten. Noch sind alle Kinder, welche Nachkommen Abrahams sind.“ (Röm. 9, 7) Die christusfeindlichen und damit gottfeindlichen Juden sind also keine echten „Israeliten“ und keine „Kinder Abrahams“. Aus diesen stammen also auch nicht „die Apostel, die Grundfesten und Säulen der Kirche wie die meisten jener ersten Jünger, die das Evangelium Christi der Welt verkündet haben“. Denn diese haben „die Zeit ihrer Heimsuchung nicht erkannt und das Evangelium nicht angenommen, ja haben sich seiner Ausbreitung widersetzt.

Diese Juden sind keineswegs „um der Väter willen immer noch von Gott geliebt“, sondern nur jene, die nach göttlicher Vor(her)sehung den Glauben an CHRISTUS annehmen (werden). Man vergleiche dazu Paulus im ersten Brief an die Thessaloniker, 2. Kapitel, 14-16: „Ihr seid ja, meine Brüder, Nachahmer geworden der Gemeinden Gottes, die in Judäa sind in Christus Jesus; denn ihr habt von euren Landsleuten dasselbe erdulden müssen, was jene von den Juden. Diese haben sogar den Herrn Jesus und die Propheten getötet und uns verfolgt. Sie missfallen Gott und sind allen Menschen feind. Sie wollen uns wehren, den Heiden zu predigen, dass sie des Heiles teilhaftig werden. So häufen sie immerfort Sünde auf Sünde. Aber schon ist Gottes Zorn über sie gekommen in vollem Maße.“ Und ebenso: Apokalypse 3,9: „Siehe, Leute aus der Synagoge Satans führe ich zu dir, Leute, die sich Juden nennen – doch sie sind es nicht, sondern lügen.“ Paulus hatte vor seiner Bekehrung auch zu diesen gehört: Galater 1,13-14: „Ihr habt ja von meinem einstigen Wandel im Judentum gehört: ich verfolgte die Kirche Gottes über die Maßen und suchte sie zu vernichten. Vor vielen meiner Altersgenossen in meinem Volke tat ich mich zuvor in meiner Leidenschaft für das Judentum und zeigte mich als übertriebenen Eiferer für die Überlieferungen meiner Väter.“

Diesen widerspenstigen, verstockten, eifernden Juden gilt, was JESUS nach Johannes 8, 37-47 spricht: „Ich weiß, dass ihr Kinder (Nachkommen) Abrahams seid. Allein ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort in euch erfolglos bleibt. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe, ihr aber tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Da erwiderten sie: Unser Vater ist Abraham. Jesus sprach darauf: Wenn ihr Kinder Abrahams seid, so tuet auch Abrahams Werke. Jetzt wollt ihr mich töten, mich, der ich euch doch die Wahrheit verkündet habe, die ich von Gott gehört. So etwas hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters. Da sprachen sie: Wir sind nicht im Ehebruch geboren. Wir haben Einen Vater, Gott. Darauf Jesus: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr doch mich lieben. Ich bin von Gott ausgegangen und gekommen. Nicht bin ich von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr habt den Teufel zum Vater, und die Begierden eures Vaters wollt ihr erfüllen. Er war von Anfang an ein Menschenmörder und ist in der Wahrheit nicht bestanden, weil in ihm keine Wahrheit ist. Wenn er Lügen redet, redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. Wenn aber ich die Wahrheit rede, so glaubt ihr mir nicht. Wer aus euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich euch die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, der hört Gottes Wort. Darum hört ihr es nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.

Diese Juden also, die nicht auf Gottes Wort hören wollten, „die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern“ waren es auch, die „auf den Tod Christi gedrungen haben“. Und diesen Juden muss man „die Ereignisse seines Leidens (und Sterbens) zur Last legen“. Und den heutigen Juden? Sicher all jenen heutigen Juden, die sich bewusst und überlegt GEGEN Jesus Christus stellen. Aber selbstverständlich haben auch die übrigen Menschen, die Gottes Wort nicht hören (wollen), Anteil, Schuld an den „Ereignissen seines Leidens (und Sterbens)“. Und ALLE (nicht nur die Juden), die wissentlich und willentlich in dieser Ablehnung des ERLÖSERS bis zum Tode verharren, werden von Gott „verworfen und verflucht“. Das ist „aus der Heiligen Schrift zu folgern“ und „steht mit der evangelischen Wahrheit und dem Geiste Christi im Einklang“. Das Gegenteil nicht!

Die Kirche hat also mit den christusfeindlichen Juden „kein gemeinsames Erbe“, sondern nur mit den christusgläubigen Juden. Wenn „Antisemitismus“ Judenfeindlichkeit besagen soll, dann ist die Kirche, sind die Glieder der Kirche „antisemitisch“ gegenüber jenen „Juden, die keine Juden sind“, sondern Anti-Christen, die die Zeit ihrer Heimsuchung nicht erkennen und das Evangelium nicht annehmen, ja sich seiner Ausbreitung widersetzen. Und mit diesen Juden kann die Kirche keine „gemeinsame biblische und theologische Studien“ betreiben, kein „brüderliches Gespräch“ führen, ohne Verrat an ihrem Auftrag zu üben: „das Kreuz Christi als Zeichen der universalen Liebe Gottes und als Quelle aller Gnaden zu verkünden“ – es also auch den noch ungläubigen, verblendeten, verstockten zu PREDIGEN, auf dass auch sie das HEIL erlangen; denn NUR IN IHM IST HEIL, IST RETTUNG, IST ERLÖSUNG, IST EWIGES SELIGES LEBEN!

Paul Otto Schenker

Konzilserklärung „Nostra Aetate“ über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen

Ich veröffentliche hier als Erstes den vollständigen Text aus dem Vatikanischen Archiv; anschließend werde ich Passagen daraus, besonders im Hinblick auf die muslimische „Religion“, kritisch kommentieren:

Einführung

1. In unserer Zeit, da sich das Menschengeschlecht von Tag zu Tag enger zusammenschließt und die Beziehungen unter den verschiedenen Völkern sich mehren, erwägt die Kirche mit um so größerer Aufmerksamkeit, in welchem Verhältnis sie zu den nichtchristlichen Religionen steht. Gemäß ihrer Aufgabe, Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern, fasst sie vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft untereinander führt.

Alle Völker sind ja eine einzige Gemeinschaft, sie haben denselben Ursprung, da Gott das ganze Menschengeschlecht auf dem gesamten Erdkreis wohnen ließ (1); auch haben sie Gott als ein und dasselbe letzte Ziel. Seine Vorsehung, die Bezeugung seiner Güte und seine Heilsratschlüsse erstrecken sich auf alle Menschen (2), bis die Erwählten vereint sein werden in der Heiligen Stadt, deren Licht die Herrlichkeit Gottes sein wird; werden doch alle Völker in seinem Lichte wandeln (3).

Die Menschen erwarten von den verschiedenen Religionen Antwort auf die ungelösten Rätsel des menschlichen Daseins, die heute wie von je die Herzen der Menschen im tiefsten bewegen: Was ist der Mensch? Was ist Sinn und Ziel unseres Lebens? Was ist das Gute, was die Sünde? Woher kommt das Leid, und welchen Sinn hat es? Was ist der Weg zum wahren Glück? Was ist der Tod, das Gericht und die Vergeltung nach dem Tode? Und schließlich: Was ist jenes letzte und unsagbare Geheimnis unserer Existenz, aus dem wir kommen und wohin wir gehen?

Die verschiedenen Religionen

2. Von den ältesten Zeiten bis zu unseren Tagen findet sich bei den verschiedenen Völkern eine gewisse Wahrnehmung jener verborgenen Macht, die dem Lauf der Welt und den Ereignissen des menschlichen Lebens gegenwärtig ist, und nicht selten findet sich auch die Anerkenntnis einer höchsten Gottheit oder sogar eines Vaters. Diese Wahrnehmung und Anerkenntnis durchtränkt ihr Leben mit einem tiefen religiösen Sinn.

Im Zusammenhang mit dem Fortschreiten der Kultur suchen die Religionen mit genaueren Begriffen und in einer mehr durchgebildeten Sprache Antwort auf die gleichen Fragen. So erforschen im Hinduismus die Menschen das göttliche Geheimnis und bringen es in einem unerschöpflichen Reichtum von Mythen und in tiefdringenden philosophischen Versuchen zum Ausdruck und suchen durch aszetische Lebensformen oder tiefe Meditation oder liebend-vertrauende Zuflucht zu Gott Befreiung von der Enge und Beschränktheit unserer Lage. In den verschiedenen Formen des Buddhismus wird das radikale Ungenügen der veränderlichen Welt anerkannt und ein Weg gelehrt, auf dem die Menschen mit frommem und vertrauendem Sinn entweder den Zustand vollkommener Befreiung zu erreichen oder – sei es durch eigene Bemühung, sei es vermittels höherer Hilfe – zur höchsten Erleuchtung zu gelangen vermögen. So sind auch die übrigen in der ganzen Welt verbreiteten Religionen bemüht, der Unruhe des menschlichen Herzens auf verschiedene Weise zu begegnen, indem sie Wege weisen: Lehren und Lebensregeln sowie auch heilige Riten.

Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet.

Unablässig aber verkündet sie und muss sie verkündigen Christus, der ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat (4).

Deshalb mahnt sie ihre Söhne, dass sie mit KIugheit und Liebe, durch Gespräch und Zusammenarbeit mit den Bekennern anderer Religionen sowie durch ihr Zeugnis des christlichen Glaubens und Lebens jene geistlichen und sittlichen Güter und auch die sozial-kulturellen Werte, die sich bei ihnen finden, anerkennen, wahren und fördern.

Die muslimische Religion

3. Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde (5), der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.

Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.

Die jüdische Religion

4. Bei ihrer Besinnung auf das Geheimnis der Kirche gedenkt die Heilige Synode des Bandes, wodurch das Volk des Neuen Bundes mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden ist.

So anerkennt die Kirche Christi, dass nach dem Heilsgeheimnis Gottes die Anfänge ihres Glaubens und ihrer Erwählung sich schon bei den Patriarchen, bei Moses und den Propheten finden.

Sie bekennt, dass alle Christgläubigen als Söhne Abrahams dem Glauben nach (6) in der Berufung dieses Patriarchen eingeschlossen sind und dass in dem Auszug des erwählten Volkes aus dem Lande der Knechtschaft das Heil der Kirche geheimnisvoll vorgebildet ist. Deshalb kann die Kirche auch nicht vergessen, dass sie durch jenes Volk, mit dem Gott aus unsagbarem Erbarmen den Alten Bund geschlossen hat, die Offenbarung des Alten Testamentes empfing und genährt wird von der Wurzel des guten Ölbaums, in den die Heiden als wilde Schößlinge eingepfropft sind (7). Denn die Kirche glaubt, daß Christus, unser Friede, Juden und Heiden durch das Kreuz versöhnt und beide in sich vereinigt hat (8). Die Kirche hat auch stets die Worte des Apostels Paulus vor Augen, der von seinen Stammverwandten sagt, dass „ihnen die Annahme an Sohnes Statt und die Herrlichkeit, der Bund und das Gesetz, der Gottesdienst und die Verheißungen gehören wie auch die Väter und daß aus ihnen Christus dem Fleische nach stammt“ (Röm 9,4-5), der Sohn der Jungfrau Maria.

Auch hält sie sich gegenwärtig, dass aus dem jüdischen Volk die Apostel stammen, die Grundfesten und Säulen der Kirche, sowie die meisten jener ersten Jünger, die das Evangelium Christi der Welt verkündet haben.

Wie die Schrift bezeugt, hat Jerusalem die Zeit seiner Heimsuchung nicht erkannt (9), und ein großer Teil der Juden hat das Evangelium nicht angenommen, ja nicht wenige haben sich seiner Ausbreitung widersetzt (10). Nichtsdestoweniger sind die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt um der Väter willen; sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich (11). Mit den Propheten und mit demselben Apostel erwartet die Kirche den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm „Schulter an Schulter dienen“ (Soph 3,9) (12).

Da also das Christen und Juden gemeinsame geistliche Erbe so reich ist, will die Heilige Synode die gegenseitige Kenntnis und Achtung fördern, die vor allem die Frucht biblischer und theologischer Studien sowie des brüderlichen Gespräches ist.

Obgleich die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern auf den Tod Christi gedrungen haben (13), kann man dennoch die Ereignisse seines Leidens weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen.

Gewiss ist die Kirche das neue Volk Gottes, trotzdem darf man die Juden nicht als von Gott verworfen oder verflucht darstellen, als wäre dies aus der Heiligen Schrift zu folgern. Darum sollen alle dafür Sorge tragen, dass niemand in der Katechese oder bei der Predigt des Gotteswortes etwas lehre, das mit der evangelischen Wahrheit und dem Geiste Christi nicht im Einklang steht.

Im Bewusstsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle VerfoIgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemandem gegen die Juden gerichtet haben. Auch hat ja Christus, wie die Kirche immer gelehrt hat und lehrt, in Freiheit, um der Sünden aller Menschen willen, sein Leiden und seinen Tod aus unendlicher Liebe auf sich genommen, damit alle das Heil erlangen. So ist es die Aufgabe der Predigt der Kirche, das Kreuz Christi als Zeichen der universalen Liebe Gottes und als Quelle aller Gnaden zu verkünden.

Universale Brüderlichkeit

5. Wir können aber Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern. Das Verhalten des Menschen zu Gott dem Vater und sein Verhalten zu den Menschenbrüdern stehen in so engem Zusammenhang, dass die Schrift sagt: „Wer nicht liebt, kennt Gott nicht“ (1 Joh 4,8).

So wird also jeder Theorie oder Praxis das Fundament entzogen, die zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk bezüglich der Menschenwürde und der daraus fließenden Rechte einen Unterschied macht.

Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht. Und dementsprechend ruft die Heilige Synode, den Spuren der heiligen Apostel Petrus und Paulus folgend, die Gläubigen mit leidenschaftlichem Ernst dazu auf, dass sie „einen guten Wandel unter den Völkern führen“ (1 Petr 2,12) und womöglich, soviel an ihnen liegt, mit allen Menschen Frieden halten (14), so dass sie in Wahrheit Söhne des Vaters sind, der im Himmel ist (15).

28. Oktober 1965
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Anmerkungen:

1) Vgl. Apg 17,26.

2) Vgl. Weish 8,1; Apg 14,17; Röm 2,6-7; 1 Tim 2,4.

3) Vgl. Apg 21,23f.

4) Vgl. 2 Kor 5,18-19.

5) Vgl. Gregor VII., Ep. III.,21 ad Anazir (Al-Nasir), regem Mauritaniæ, ed. E. Caspar in MGH, Ep. sel. II, 1920, I, 288, 11-15; PL 148, 451 A.

6) Vgl. Gal 3,7.

7) Vgl. Röm 11,17-24.

8.) Vgl. Eph 2,14-16.

9) Vgl. Lk 19,44.

10) Vgl. Röm 11,28

11) Vgl. Röm 11,28-29; vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium: AAS 57 (1965) 20.

12) Vgl. Jes 66,23; Ps 65,4; Röm 11,11-32.

13) Vgl. Joh 19,6.

14) Vgl. Röm 12,18.

15) Vgl. Mt 5,45.

 

Mein Kommentar:

Vorspann: Diese „Erklärung“ vom 28. Oktober 1965 des II. Vatikanischen Konzils ist ein Haupt-Auslöser der enormen Fehl-Entwicklung seither im Verständnis der und im Verhältnis zu den nicht-christlichen „Religionen“ wie auch, als Folge davon, in der Einordnung der christlichen Religion. Auf dieses Konzilsdokument stützen sich die Päpste zur Rechtfertigung ihrer tabu-brechenden „Aktionen“ und theologischen Neu-Interpretationen. Insbesondere Johannes Paul II hat, als geistliche Autorität der ganzen Welt, durch Wort und Tat, praktisch alle bisherigen Grenzen aufgebrochen, sich über fast alle vormaligen Einschränkungen hinweggesetzt unter geringschätziger Missachtung der von Christus persönlich und Seinen Aposteln und Apostelnachfolgern aufgestellten Warnschilder und Verbotssignale.

Gemäß ihrer Aufgabe, Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern, fasst sie vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft untereinander führt.

Ist es die Aufgabe der Kirche Christi, Einheit und Liebe unter den Menschen zu fördern? Nein, jedenfalls nicht in der hier formulierten Weise. Primäre Aufgabe der Kirche ist es, Jesus Christus zu verkündigen und dabei in Kauf zu nehmen, dass damit nicht „Einheit und Liebe“ unter den Menschen gefördert wird, sondern das Gegenteil bewirkt wird: Zwietracht, Feindschaft und Hass. „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert (der Geisterscheidung).“ Da die Kirche die mystische Braut Christi ist, muss auch sie mit ihrem Bräutigam sagen: „Ich bin nicht gekommen, ich bin nicht dazu da, um Einheit und Liebe unter den Menschen zu fördern, sondern um alle Menschen alles halten zu lehren, was mein Bräutigam, Christus, uns zu halten geboten hat.“ Wenn die Kirche „vor allem“ das ins Auge fasst, was den Menschen gemeinsam ist“, dann fasst sie eben gezwungenermaßen nicht den HERRN und Seinen Willen, Seinen Auftrag und Sein Gesetz ins Auge, sondern das „Neutrale“ an den und im Menschen, das Nicht-Gott-Bezogene, das Natürliche, das Zeitliche, das Vergängliche. „Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern“, d.h. ein Leben in Frieden, „Befreiung von der Enge und Beschränktheit seiner Lage“, von „der Unruhe des menschlichen Herzens“, „höchste Erleuchtung“, bei Anerkenntnis des „radikalen Ungenügens der veränderlichen Welt“, strebt der Mensch auch natürlicherweise an, auch ohne Christentum, auch gegen Gott und gegen Christus.

Alle Völker sind ja eine einzige Gemeinschaft, sie haben denselben Ursprung, da Gott das ganze Menschengeschlecht auf dem gesamten Erdkreis wohnen ließ (1); auch haben sie Gott als ein und dasselbe letzte Ziel.

Alle Menschen und alle Völker wären eine einzige Gemeinschaft und hätten Gott als ein und dasselbe letzte Ziel, wenn alle ihren Schöpfer und Erlöser, ihren wahren Gott, anerkennen und nach Seinen Geboten wandeln würden. Da sie nun aber einmal weit davon entfernt sind, diese Prämisse zu erfüllen, sind sie, trotz des gemeinsamen Ursprungs, keine Gemeinschaft, haben sie das Wesentliche nicht gemein, unterscheiden sie sich im Wichtigsten und geraten sie darob in Auseinandersetzungen, in Unfrieden, in Streit, in Entzweiung, in Krieg.

Seine [Gottes] Vorsehung, die Bezeugung seiner Güte und seine Heilsratschlüsse erstrecken sich auf alle Menschen (2), bis die Erwählten vereint sein werden in der Heiligen Stadt, deren Licht die Herrlichkeit Gottes sein wird; werden doch alle Völker in seinem Lichte wandeln (3).

Mit diesen Sätzen wird suggeriert, dass alle Menschen und alle Völker in der (ewigen) „Heiligen Stadt“, (dereinst im Himmel,) in Gottes Lichte wandeln werden, unabhängig davon, ob sie sich zu Jesus Christus und Seinem Evangelium bekannt haben oder nicht. Richtig ist, dass sich Gottes Güte und Heilsratschlüsse auf alle Menschen erstrecken. Aber „erwählt“ werden nur jene sein, die Seine Güte dankbar anerkennen und Seine Heilsratschlüsse ausführen und erfüllen, die „in Seinem Lichte wandeln“. Und das sind nicht „alle Menschen“ und „alle Völker“. („Viele sind berufen, aber nur wenige auserwählt.“)

Die Menschen erwarten von den verschiedenen Religionen Antwort auf die ungelösten Rätsel des menschlichen Daseins, die heute wie von je die Herzen der Menschen im tiefsten bewegen: Was ist der Mensch? Was ist Sinn und Ziel unseres Lebens? Was ist das Gute, was die Sünde? Woher kommt das Leid, und welchen Sinn hat es? Was ist der Weg zum wahren Glück? Was ist der Tod, das Gericht und die Vergeltung nach dem Tode? Und schließlich: Was ist jenes letzte und unsagbare Geheimnis unserer Existenz, aus dem wir kommen und wohin wir gehen?

„Antwort auf die ungelösten Rätsel des menschlichen Daseins“ haben diejenigen Menschen in ausreichendem Maße, ja in Fülle erhalten, die an Jesus Christus glauben, Sein Wort, Seine Verkündigung, Seine Lehre zur Gänze annehmen und in Seiner heiligmachenden Gnade leben. Ungelöste Rätsel wie die aufgeführten, gibt es demnach nur für diejenigen, die nicht an den Mensch gewordenen Gott glauben.

So erforschen im Hinduismus die Menschen das göttliche Geheimnis und bringen es in einem unerschöpflichen Reichtum von Mythen und in tiefdringenden philosophischen Versuchen zum Ausdruck und suchen durch aszetische Lebensformen oder tiefe Meditation oder liebend-vertrauende Zuflucht zu Gott Befreiung von der Enge und Beschränktheit unserer Lage.

Die Menschen, die sich zum „Hinduismus“ bekennen, erforschen nicht „das göttliche Geheimnis“; denn wenn sie es wirklich täten, wären sie schon längst darauf gestoßen: nämlich auf die Offenbarung Gottes („des göttlichen Geheimnisses“) in und durch Jesus Christus. Ihr „Erforschen“ schließt zum vornherein das Licht aus, das sie erleuchten und auf den Weg, zur Lösung des Geheimnisses, bringen könnte. Seit 2000 Jahren und mehr ziehen sie es vor, statt ans Licht zu kommen, in ihrer Finsternis von Mythen und damit in der Enge und Beschränktheit ihrer Lage, im Kreislauf ihrer „Wiedergeburt“ zu verharren. Die Sendboten des Retters und Erlösers weisen sie ab und nehmen damit nicht „liebend-vertrauende Zuflucht zu Gott“, sondern zu ihren Göttern, respektive Götzen, die letztlich nichts anderes als „gefallene Geister“, Daemonen, sind.

In den verschiedenen Formen des Buddhismus wird das radikale Ungenügen der veränderlichen Welt anerkannt und ein Weg gelehrt, auf dem die Menschen mit frommem und vertrauendem Sinn entweder den Zustand vollkommener Befreiung zu erreichen oder – sei es durch eigene Bemühung, sei es vermittels höherer Hilfe – zur höchsten Erleuchtung zu gelangen vermögen.

Der Buddhismus kennt weder einen allmächtigen Gott noch eine unsterbliche Seele. Zu einer tatsächlichen, wahren „Erleuchtung“ und gar „höchsten Erleuchtung“ und damit zum „Zustand vollkommener Befreiung vom radikalen Ungenügen der veränderlichen Welt“ kann es im Buddhismus auch „mit frommem und vertrauendem Sinn“ durch eigene Bemühungen und schon gar „vermittels höherer Hilfe“ nicht kommen, da alles nach einem Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt, im gottlosen Nirvana und letztlich im Parinirvana endet. Das Anerkennen des „radikalen Ungenügens der veränderlichen Welt“ ist zudem nichts Positives und nichts Ehrenwertes. Unsere veränderliche Welt ist für uns Menschen nur dann „ungenügend“, wenn wir bei ihr stehen bleiben, wenn wir uns nicht über sie zum wahren Gott erheben. Alles, was Gott gemacht hat, ist nicht nur „genügend“, sondern vollkommen, vollkommen angemessen. Unvollkommen und ungenügend wird alles immer erst durch des Menschen Abkehr von Gott und Auflehnung gegen Ihn und Seine Gesetze und Gebote. Licht und damit Erleuchtung und damit das Erreichen eines „Zustandes vollkommener Befreiung“ (von Sünde und Tod) gibt es nur vom christlichen Gott. („Und das Licht leuchtete in die Finsternis; aber die Finsternis hat es nicht begriffen… Er [Jesus, das Wort Gottes] war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn geworden. Allein die Welt hat Ihn nicht erkannt. Er kam in Sein Eigentum, doch die Seinigen nahmen Ihn nicht auf. Allen aber, die Ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, all denen, die an seinen Namen glauben…“)

So sind auch die übrigen in der ganzen Welt verbreiteten Religionen bemüht, der Unruhe des menschlichen Herzens auf verschiedene Weise zu begegnen, indem sie Wege weisen: Lehren und Lebensregeln sowie auch heilige Riten.

All die Wege, die die übrigen in der ganzen Welt verbreiteten nichtchristlichen „Religionen“ weisen, ihre Lehren und Lebensregeln, um „der Unruhe des menschlichen Herzens zu begegnen“, sind völlig untaugliche Mittel, ja sie verhindern durch ihre Wirkung das Suchen und Verlangen nach der gesunden, heilsamen Nahrung, die Gott auch für sie bereithält. Sie sind also Hindernisse, ja Gefängnisse für die solcherweise Betörten, Betrogenen, „hinter’s Licht“ Geführten und dort Gehaltenen.

Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet.

Natürlich ist in jeder Weltanschauung manches, für sich, isoliert, betrachtet, „richtig“ und „(relativ) wahr“. So wie in einer vergifteten Speise auch noch „Speise“ ist und nicht nur „Gift“, so wie ein Abweg auch noch ein Weg ist, so ist jede nichtchristliche Religion gerade durch ihre (scheinbar) positiven Aspekte und Elemente verführerisch. Es ist immer das „Gute“ am Schlechten, das das Schlechte für den Menschen „attraktiv“, „genießbar“ macht. Die katholische Kirche muss, müsste deshalb alles ablehnen, was in diesen falschen Religionen für „wahr und heilig“ gilt, weil dieses „Wahre“ und „Heilige“ dem absolut Unwahren und Unheiligen dient! So nützt Gebet und Fasten und Opfern gegenüber einem Götzen nichts, vielmehr hält solche Handlungs- und Lebensweise, das Befolgen solcher Vorschriften und Lehren den Betreffenden nur gefangen in einer rein eingebildeten, bzw. ihm aufgezwungenen, Para-Religiosität.

Unablässig aber verkündet sie und muss sie verkündigen Christus, der ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat (4).

Deshalb mahnt sie ihre Söhne, dass sie mit Klugheit und Liebe, durch Gespräch und Zusammenarbeit mit den Bekennern anderer Religionen sowie durch ihr Zeugnis des christlichen Glaubens und Lebens jene geistlichen und sittlichen Güter und auch die sozial-kulturellen Werte, die sich bei ihnen finden, anerkennen, wahren und fördern.

Nun kommt Christus also doch noch „zum Zug“. „Unablässig aber verkündet sie und muss sie verkünden Christus, der ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6) Bis hierher stimmt die Aussage. Aber was geschieht seit 1965 diesbezüglich durch die Kirchenführung (Papst und Bischöfe)? Wird Christus gegenüber allen Nicht-Christen wirklich nach wie vor verkündet? So wie man es vor dem II. Vatikanum immer getan hat? Auch in den Missionen? Wie wird Christus seit diesem Dekret gegenüber den Muslimen, den Juden, den Hindus, den Buddhisten, etc. verkündet? Unablässig und als der (einzige) Weg, die(alleinige) Wahrheit und das (exklusive) Leben? In Christus finden die Menschen nicht „die Fülle des religiösen Lebens“, das sie ohne Ihn auch schon, aber noch nicht in Vollendung, gefunden hätten, sondern überhaupt erst das eigentliche religiöse Leben. Außerhalb Christi gibt es kein wahres, wirkliches religiöses Leben; denn Christus ist GOTT, der ALLEINIGE GOTT, und alle Religion ohne Ihn und gar gegen Ihn ist keine Religion. In Ihm und durch Ihn und mit Ihm hat Gott „alles“ mit Sich versöhnt; aber wer nicht in Ihm und durch Ihn und mit Ihm glaubt und lebt, ist mit Gott nicht versöhnt. So ist ein Muslim, solange er Muslim bleibt und sich nicht zu Jesus Christus bekehrt, unversöhnt mit Gott. Er kann zwar gerettet werden, aber nur wenn er in unüberwindlicher Unwissenheit zum Erlöser nach bestem Wissen und Gewissen „natürlich fromm“ lebt. Das gilt gleicherweise für die Juden, Hindus, Buddhisten, etc.

Deshalb mahnt sie (die Kirche) ihre Söhne, dass sie… jene geistlichen und sittlichen Güter… anerkennen, wahren und fördern. – [Statt „Söhne“ müsste es hier korrekt „Kinder“ heißen (figli heißt eben nicht nur „Söhne“, sondern auch „Kinder“!) Die Kirche hat ja nebst „Söhnen“ auch noch „Töchter“.] Wie sollen wir katholischen Christen die geistlichen = religiösen Güter z.B. der Muslime anerkennen, wahren und fördern? Das ist ja geradezu eine „Ermahnung“ oder „Aufforderung“ zur Apostasie! Es gibt doch in den nicht-christlichen „Religionen“ keine geistlichen und sittlichen Güter, die es in der christlichen nicht gäbe, die als spezifisch nicht-christliche anerkennens-, bewahrens-, ja fördernswert wären!

Die muslimische Religion

3. Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde (5), der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.

Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.

„Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat.“ Es ist einfach grotesk. Da treten 33 Jahre vor dem Jahr 2000 rund 2000 Bischöfe in Rom zusammen, um über ein solches Dekret zu beraten und ihm in dieser End-Fassung mit ihrer Unterschrift zuzustimmen und es damit der ganzen Kirche Christi als ihre (neue) Erkenntnis und verbindliche Lehre vorzulegen! Entweder hatten diese Oberhirten keine blasse Ahnung, was der Islam wirklich ist, weil sie je weder den Koran richtig gelesen, geschweige studiert haben, noch die Geschichte dieser durch und durch gewalttätigen Irr-Religion zur Kenntnis genommen haben, und wenn das der Fall gewesen wäre, hätten sie allein schon deshalb keine Aussage über den Islam abgeben dürfen. Oder sie waren schon derart degeneriert in ihrem Christsein, dass sie unfähig waren, die absolute Erhabenheit und Einzig(artig)keit des christlichen Glaubens zu erkennen. Richtig müsste dieser Satz etwa so lauten: „Mit höchstem Bedauern und mit tiefster Wehmut betrachtet die Kirche auch die Muslim, die statt den alleinigen Gott Jesu Christi den durch Mohammed als einer der schlimmsten Irrlehrer total entstellten Gott als „Allah“ anbeten, den toten und nicht seienden, entsetzlich unbarmherzigen und nur mit Waffengewalt mächtigen, den Widersacher des Schöpfers Himmels und der Erde, der seit seinem Sturz zu den Menschen gesprochen hat: ihr sollt Gott nicht dienen, sondern mir, ‚Allah‘.“ Wie konnte es nur zu einer solchen Verfinsterung der Geister kommen? Das Salz ist schal geworden. Das Licht ist nur noch mottende Glut. Jahrzehnte falscher, (neo-)modernistischer Theologie (und Pastoral) gehen solcher Entgleisung voraus.

„Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten“ – „und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen“. Das – nämlich „sie anerkennen Jesus nicht als Gott“ – ist hier so beiläufig gesagt, wie wenn es gar nicht ins Gewicht fiele, Hauptsache, sie verehren ihn doch als Propheten. Dabei ist genau dies das Zentralste ihrer Häresie. Wer (bewusst) nicht an die Gottheit Christi glaubt, findet kein Wohlgefallen bei Gott. Da nützt auch eine „Verehrung Jesu als Propheten“ nichts. Da hatten die Arianer und haben die Neu-Arianer und z.B. die Zeugen Jehovas, noch eine viel höhere Meinung über Jesus. Und auch das nützt ihnen nichts, dass sie „seine jungfräuliche Mutter ehren und bisweilen in Frömmigkeit anrufen“, denn die Mutter Jesu ist etwas ganz Anderes und viel Erhabeneres als das wofür die Muslime sie halten. Sie ist – eben weil Christus GOTT ist – die Mutter Gottes oder Gottes-Mutter und die Gottes-Gebärerin, weil Sie den GOTT-Menschen empfangen, im Schoße getragen, geboren hat! Und Sie ist die Königin Himmels und der Erde, und Sie ist mit Ihrem göttlichen Sohne, dem All-Herrscher, dem Pantokrator, in alle Ewigkeit die All-Herrscherin.

Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.

Ja, klar, (auch) die Anhänger Mohammeds erwarten (wie die Christen), dass Gott ihr Glauben, Beten und Fasten und ihre Almosen mit ewiger Glückseligkeit vergilt. Wer möchte schon ausgeschlossen sein von solchem Glück? Aber Christus hat gesagt: „Niemand kommt zum Vater, außer durch Mich.“ (Jo 14,6) Und: „Es ist in keinem anderen Heil; denn kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, durch den wir selig werden sollen.“ (Apg 4,12) Und: „Wer nicht aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste wiedergeboren wird, der kann in das Reich Gottes nicht eingehen.“ (Jo 3,5) Und der große Kirchenlehrer Augustinus hält fest: „Alles kann einer außerhalb der Kirche finden, nur nicht das Heil.“ (Aug. s. ad Caes. eccl pl. 7 (43:695) Und „Alles außerhalb der Kirche ist verworfene Welt, die Kirche ist versöhnte Welt.“ (Aug. s. 96,7,8 (38:599) Und schließlich Laktanz (inst. div. 4,30,IIf.): „Nur… die katholische Kirche hat die wahre Gottesverehrung bewahrt. Sie ist der Quell der Wahrheit, die Wohnung des Glaubens, der Tempel Gottes. Wer nicht in sie eintritt oder aus ihr austritt, der begibt sich der Hoffnung des Lebens und des Heils. Schmeichle sich niemand mit hartnäckigem Festhalten an Streitpunkten. Denn es geht um sein Leben und sein Heil; und wer nicht mit Vorbedacht und Sorgfalt für sein Heil sorgt, der hat es verwirkt und verloren.“

Nur jene, die an Unkenntnis der wahren Religion leiden, wenn diese Unkenntnis unüberwindlich ist, werden deswegen, wenn sie anderseits das Naturgesetz und dessen von Gott in aller Herzen geschriebene Gebote sorgfältig beobachten sowie mit Gehorsamsbereitschaft für Gott ein anständiges und ordentliches Leben führen, in keine Schuld vor Gottes Augen verstrickt und mit Hilfe der göttlichen Erleuchtung und Gnade das ewige Leben erlangen können, denn Gott, der den Geist, die Gesinnung, die Gedanken und die ganze Einstellung jedes Menschen vollkommen klar vor Augen hat, durchschaut und kennt, kann bei Seiner höchsten Güte und Milde keineswegs zulassen, dass jemand mit ewigen Peinen bestraft wird, der sich keine freiwillige Schuld zugezogen hat. (Pius IX.)

Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.

„Die Heilige Synode ermahnt alle, das Vergangene beiseite zu lassen“! Also, die Geschichte sozusagen auszublenden, das Geschehene zu ignorieren! So zu tun, als habe es diesbezüglich nichts Erinnerungswürdiges gegeben. Welch eine Zumutung! Die Feindschaft(en) zwischen Christen und Muslimen einfach „unter den Tisch wischen“, um sich (endlich) gegenseitig verstehen zu können! Diese „Logik“ könnte man doch auf alles Gott-Feindliche anwenden! Auch auf den Ur- und Erzfeind Gottes, Satan! Es ist doch „im Lauf der Jahrhunderte“ „zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Gott und ihm gekommen! Der hat auch (entsetzlich) gelitten unter dem Unverstandensein von seiten Gottes und Seiner Getreuen! Der wäre auch heilfroh, man hätte mehr Verständnis für ihn. Was hat er schon für „soziale Gerechtigkeit“ gekämpft, z.B. im (gottlosen) Kommunismus, was hat er für seine „sittlichen Güter“ gestritten mit seinem Befreiungskampf von der „Bevormundung durch die Kirche“ und „für die Freiheit aller Menschen“ (von Gottes tyrannischen Gesetzen)! Man greift sich an den Kopf. Wie ist es nur möglich, dass eine „Heilige Synode“ von mehr als 2000 Bischöfen so etwas Unheiliges produzieren und der Welt vorsetzen kann als „Ermahnung an alle“! Wir (fried- und freiheit-liebenden) Christen sollen also (lernen) Verständnis (zu) haben für diejenigen, die uns mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln bekämpfen und unseren Frieden und unsere Freiheit rauben und uns am liebsten ausrotten wollen?! Wäre die „Heilige Synode“ tatsächlich eine vom Heiligen Geist geführte und inspirierte Versammlung gewesen, hätte sie das Wort Gottes nach Antwort auf die erkannten Probleme erforscht. Und dann hätte sie z.B. diese Anweisung des göttlichen Geistes gefunden: „Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen in Schafskleidern zu euch, innen aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten könnt ihr sie erkennen.“ (Mt 7,15) Die klägliche Synode aber gibt uns die Anweisung: Hütet euch keineswegs vor dem falschen Propheten Mohammed; denn er ist das Gegenteil von einem reißenden Wolf: er ist ein echtes Schaf, sozusagen „das Lamm Allah’s“; ihr müsst euch nur bemühen, ihn und seine Sendung zu verstehen, dann werdet ihr seine guten Früchte erkennen!

(Den Abschnitt über die jüdische Religion behandle ich hier bewusst nicht! Ich werde aber auch dazu meine ausführliche Stellungnahme abgeben!)

Universale Brüderlichkeit

5. Wir können aber Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern. Das Verhalten des Menschen zu Gott dem Vater und sein Verhalten zu den Menschenbrüdern stehen in so engem Zusammenhang, daß die Schrift sagt: „Wer nicht liebt, kennt Gott nicht“ (1 Joh 4,8).

So wird also jeder Theorie oder Praxis das Fundament entzogen, die zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk bezüglich der Menschenwürde und der daraus fließenden Rechte einen Unterschied macht.

Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht. Und dementsprechend ruft die Heilige Synode, den Spuren der heiligen Apostel Petrus und Paulus folgend, die Gläubigen mit leidenschaftlichem Ernst dazu auf, daß sie „einen guten Wandel unter den Völkern führen“ (1 Petr 2,12) und womöglich, soviel an ihnen liegt, mit allen Menschen Frieden halten (14), so daß sie in Wahrheit Söhne des Vaters sind, der im Himmel ist (15).

Nun hat die Kirche Christi während rund 2000 Jahren „die brüderliche Haltung“ all jenen gegenüber immer „verweigert“, die ihrer Führung im Auftrage Christi nicht gefolgt sind, angefangen von den Irrlehrern und Schismatikern schon zu Zeiten der Apostel, über alle (ernsthaften) Oppositionellen im Laufe der Jahrhunderte. Sie hat es nicht geduldet und konnte es nicht dulden, dass Unkraut in ihren heiligen Garten gesät und gepflanzt wurde. Die ganze Kirchengeschichte kann man auch als ein Sich-Reinhalten von aller Ansteckung von geistiger Krankheit, von Unwahrheit und Falschheit sehen durch das entschlossene Ausmerzen mit dem Verdikt: „Anathema sit!“ Sie müßte sich also gegenüber allen Abweichlern und Besserwissern, gegenüber allen Verurteilten und Ausgeschlossenen, nachträglich entschuldigen; denn sie hätte somit jedesmal, wenn sie einen Kirchenbann aussprach, „nicht geliebt“ und „Gott nicht gekannt“!

So wird also jeder Theorie oder Praxis das Fundament entzogen, die zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk bezüglich der Menschenwürde und der daraus fließenden Rechte einen Unterschied macht. Wenn die Kirche Christi jenen gegenüber, die sie in irgendeiner Weise bekämpften, „die brüderliche Haltung verweigert“ hat, dann hätte sie nach dieser Auffassung „zwischen Mensch und Mensch bezüglich der Menschenwürde und der aus ihr fließenden Rechte einen (unzulässigen, verwerflichen) Unterschied gemacht“; sie hätte also die Menschenwürde der Verurteilten und Ausgeschlossenen verletzt!

„Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht.“ Zurecht verwirft sie jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes willen“! Aber verwirft sie zurecht jede Diskriminierung um seiner Religion willen? Völlig zu unrecht! Es ist sogar Pflicht eines jeden Christgläubigen, die Geister zu unterscheiden (engl. discriminate). „Glaubt nicht jedem Geiste, sondern prüft (diskriminiert) die Geister, ob sie aus Gott sind; denn es sind schon viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen.“ (I Jo 4,1.) Die Kirche Christi muß ihre Feinde erkennen und von ihren Gliedern unterscheiden, und wenn sie feststellt, dass sie bösartig sind, muss sie sie auch diskriminieren im Sinne von „herabsetzen“ und „herabwürdigen“. Auch der Gottessohn Selber hat dies getan: „Ihr Otterngezücht, ihr Natternbrut!“

Und dementsprechend ruft die Heilige Synode, den Spuren der heiligen Apostel Petrus und Paulus folgend, die Gläubigen mit leidenschaftlichem Ernst dazu auf, daß sie „einen guten Wandel unter den Völkern führen“ (1 Petr 2,12) und womöglich, soviel an ihnen liegt, mit allen Menschen Frieden halten (14), so daß sie in Wahrheit Söhne des Vaters sind, der im Himmel ist (15).

Nun, „die Heilige Synode“ hat mit diesem ganzen Dokument bewiesen, dass sie „den Spuren der heiligen Apostel Petrus und Paulus“ nicht folgte, ja sie gar nicht als Richtschnur und Anleitung benutzte. Aber dieser „leidenschaftliche Aufruf“ ginge, für sich allein stehend, gewiss in Ordnung; denn ein guter Christ soll immer, soviel an ihm liegt, mit allen Menschen Frieden halten; aber keineswegs darf er dies tun auf Kosten seines Glaubens und Zeugnisses. Die „universale Brüderlichkeit“ bleibt eine Schimäre, solange Satan der Fürst dieser Welt ist. Nur im „Reich Gottes“ herrscht „universale Brüderlichkeit“. Papst Leo XIII. schrieb in seiner Enzyklika „Humanum genus“: „Nachdem das Menschengeschlecht durch den Neid des Teufels von Gott, dem Schöpfer und Spender der himmlischen Güter, so kläglich abgefallen ist, hat es sich in zwei verschiedene und einander entgegengesetzte Lager geteilt; das eine kämpft unausgesetzt für Wahrheit und Tugend, das andere für alles, was der Wahrheit und Tugend widerstreitet. Das eine ist das Reich Gottes auf Erden, nämlich die wahre Kirche Christi, wer ihm wahrhaft und zu seinem Heile angehören will, der muss Gott und seinem Eingeborenen Sohne mit ganzer Seele und mit voller Hingebung seines Willens dienen. Das andere ist das Reich des Satans, dem alle jene botmäßig und zu eigen sind, die dem verhängnisvollen Beispiel ihres Führers und unserer Stammeltern gefolgt sind, dem ewigen göttlichen Gesetz den Gehorsam veweigern und vieles mit Verachtung Gottes, ja gegen Gott Selbst zu unternehmen suchen.“

Paul Otto Schenker

ISLAM BEDEUTET EROBERUNG UND UNTERWERFUNG

Am 16.03.2019 fand in München eine Demonstration der Bürgerbewegung Pax Europa statt. Dabei las Michael Stürzenberger zwei hitzigen Muslimen aus dem Koran vor.

Die Führer der Christenheit (in Kirche und Politik) wären schon längst und schon immer berufen gewesen, den Islam, dieses schnaubende Ungeheuer, in aller Offenheit und Furchtlosigkeit aufs entschiedenste zu bekämpfen und alle Welt zu tatkräftigem Widerstand sowohl gegen seinen Bestand wie vor allem gegen seine Ausbreitung aufzurufen. Stattdessen verpassen sie ihm seit nunmehr Jahrzehnten dauernd den Anstrich einer valablen, wenn nicht gar gleichwertigen, Religion, die überall auf der Welt ihren Platz neben der jüdischen und der christlichen (et alia) habe.

Dass wir diese gegenwärtigen schlimmen Zustände in Europa insbesondere und darüber hinaus auf der ganzen Welt mit dem Islam haben, „verdanken“ wir in allererster Linie dem Klerus der Kirche, der katholischen Kirche, der römisch-katholischen, apostolischen Kirche, dem Klerus hoher und höchster Stufe: Bischöfen, Kardinälen und Päpsten. Der Anfang dazu wurde gesetzt beim 2. Vatikanischen Konzil in Rom, mit der Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen vom 28. Oktober 1965.

Zitat aus «Nostra Aetate»:

3. Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde (5), der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.
Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.

Mit diesem Bekenntnis und Zeugnis der höchsten Autorität der Kirche wurde der Islam vor aller Welt als eine Religionsgemeinschaft dargestellt, die durchaus Hochachtung verdient und mit der man zusammenarbeiten sollte. Und so breitete sich ab dem 28. Oktober 1965 bis 1978 unter dem Pontifikat Papst Pauls VI. und den nachfolgenden Päpsten, bei den christlichen Gläubigen die Überzeugung aus, dass die Muslime den gleichen Gott anbeten wie wir und dass sie grund-friedlich sind.

Für Einsichtige, jedenfalls für Christus- und damit Gott-Erleuchtete, ist der Islam für die heilsbedürftigen Menschen unheilbringend, ja tödlich, wie es der Krebs (eine bösartige Tumorerkrankung) ist im menschlichen Körper. Es gälte, ihn entschlossen unschädlich zu machen, global! Jedoch, die Christenführer sind größtmehrheitlich umnachtet und selbst schon vergiftet, weil sie das Licht, das in die Welt gekommen ist, um die Finsternis zu erhellen, unter den „Scheffel“ stellen und an seiner Stelle multireligiöses Feuer(blend)werk zünden. So wird das lebensgefährliche Geschwür weiter ungehindert, ja gefördert wachsen, bis es womöglich alles Noch-Gesunde in ebensolches Geschwür umgewandelt haben wird.

Doch unser wahrer Gott, JESUS CHRISTUS, wird das nicht bis zum (bittersten) Ende zulassen. ER wird eingreifen – mit Macht und HERRlichkeit! Was aber wird alles noch geschehen müssen, bis den zur Führung (und zur Christusnachfolge) Berufenen die Augen aufgehen?

Paul Otto Schenker

 

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Benedikt XVI. zum Hochfest der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria – 2005

EUCHARISTIEFEIER ANLÄSSLICH DES 40. JAHRESTAGES DES
ABSCHLUSSES DES II. ÖKUMENISCHEN VATIKANISCHEN KONZILS

PREDIGT VON BENEDIKT XVI.

Hochfest der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria
Donnerstag, 8. Dezember 2005

Liebe Mitbrüder im Bischofs- und Priesteramt,
liebe Brüder und Schwestern!

Vor 40 Jahren, am 8. Dezember 1965, vollzog Papst Paul VI. auf dem Vorplatz dieser Petersbasilika den feierlichen Abschluß des II. Vatikanischen Konzils. Es war nach dem Wunsch von Johannes XXIII. am 11. Oktober 1962, damals Fest der Mutterschaft Mariens, eröffnet worden und fand seinen Abschluß am Tag der Unbefleckten Empfängnis. Ein marianischer Rahmen umgibt also das Konzil. Tatsächlich ist es aber viel mehr als ein Rahmen: Es ist eine Orientierung für den ganzen Verlauf des Konzils. Ebenso wie seinerzeit die Konzilsväter verweist es auch uns auf das Bild der Jungfrau, die zuhört, die im Wort Gottes lebt, die die Worte, die von Gott zu ihr gelangen, in ihrem Herzen bewahrt und die sie begreifen lernt, indem sie sie gleichsam zu einem Mosaik zusammenfügt (vgl. Lk 2,19.51); es verweist uns auf die große Glaubende, die sich demütig und vertrauensvoll in die Hände Gottes übergibt, indem sie sich seinem Willen überläßt; es verweist uns auf die demütige Mutter, die, wenn es die Sendung des Sohnes verlangt, in den Hintergrund tritt, und zugleich auf die mutige Frau, die unter dem Kreuz steht, während die Jünger die Flucht ergreifen. In seiner Ansprache anläßlich der Promulgation der Konzilskonstitution über die Kirche hatte Paul VI. Maria als »tutrix huius Concilii« – »Beschützerin dieses Konzils« – bezeichnet (vgl. Oecumenicum Concilium Vaticanum II, Constitutiones Decreta Declarationes, Vatikanstadt 1966, S. 986) und mit unverkennbarer Bezugnahme auf den von Lukas überlieferten Pfingstbericht (Apg 1,12–14) gesagt, die Konzilsväter hätten sich »cum Maria, Matre Iesu« – »mit Maria, der Mutter Jesu« – in der Konzilsaula versammelt und würden nun auch in ihrem Namen aus ihr hinausgehen (ebd., S. 985).

Unauslöschlich bleibt in meinem Gedächtnis der Augenblick, in dem sich die Konzilsväter, als sie seine Worte hörten: »Mariam Sanctissimam declaramus Matrem Ecclesiae« – »Wir erklären die seligste Jungfrau Maria zur Mutter der Kirche« –, spontan von ihren Sitzen erhoben und stehend applaudierten und auf diese Weise der Gottesmutter, unserer Mutter, der Mutter der Kirche huldigten. In der Tat faßte der Papst mit diesem Titel die marianische Lehre des Konzils zusammen und bot den Schlüssel zu deren Verständnis. Maria steht nicht nur in einer einzigartigen Beziehung zu Christus, dem Sohn Gottes, der als Mensch ihr Sohn werden wollte. Indem sie vollkommen mit Christus verbunden ist, gehört sie auch vollkommen zu uns. Ja, wir können sagen, Maria ist uns so nahe wie kein anderer Mensch, weil Christus Mensch für die Menschen ist und sein ganzes Sein ein »Sein für uns« ist. Christus als Haupt ist, wie die Konzilsväter sagen, nicht von seinem Leib, der Kirche, zu trennen; er bildet zusammen mit ihr sozusagen ein einziges lebendiges Subjekt. Die Mutter des Hauptes ist auch die Mutter der ganzen Kirche; sie wird sozusagen sich selbst vollkommen entzogen; sie gibt sich ganz Christus hin und wird mit ihm uns allen geschenkt. Denn je mehr sich die menschliche Person hingibt, um so mehr findet sie sich selbst.

Das Konzil wollte uns sagen: Maria ist so in das große Geheimnis der Kirche eingewoben, daß sie und die Kirche ebenso wenig voneinander zu trennen sind wie sie und Christus. Maria ist Spiegelbild der Kirche, sie nimmt sie in ihrer Person vorweg und bleibt in allen Turbulenzen, die die leidende und sich abmühende Kirche heimsuchen, immer der Stern des Heils. Sie ist ihre wahre Mitte, der wir vertrauen, auch wenn uns ihre Randbereiche so oft schwer auf der Seele lasten. Dies alles hat Papst Paul VI. bei der Verkündigung der Konstitution über die Kirche mittels eines neuen, tief in der Überlieferung verwurzelten Titels in der Absicht herausgestellt, die innere Struktur der auf dem Konzil entwickelten Lehre über die Kirche zu erhellen. Das II. Vaticanum sollte über die institutionellen Glieder der Kirche sprechen: über die Bischöfe und über den Papst, über die Priester, die Laien und die Ordensleute in ihrer Gemeinschaft und in ihren Beziehungen zueinander; es sollte die pilgernde Kirche beschreiben, »die in ihrem eigenen Schoß Sünder umfaßt; die zugleich heilig und stets der Reinigung bedürftig ist…« (Lumen gentium, 8). Aber diese »petrinische« Dimension der Kirche ist in jener »marianischen« Dimension enthalten. In Maria, der unbefleckt Empfangenen, begegnen wir dem unentstellten Wesen der Kirche. Von ihr sollen wir lernen, selber zu »kirchlichen Seelen« zu werden, wie sich die Konzilsväter ausdrückten, damit auch wir, nach dem Wort des hl. Paulus, »schuldlos« vor den Herrn treten können, so wie er uns von Anfang an haben wollte (vgl. Kol 1,22; Eph 1,4).

Aber nun müssen wir uns fragen: Was bedeutet »Maria, die unbefleckt Empfangene«? Hat uns dieser Titel etwas zu sagen? Die Liturgie des heutigen Tages erklärt uns den Inhalt dieses Wortes in zwei großartigen Bildern. Da ist zuerst der wundervolle Bericht von der Ankündigung des Kommens des Messias an Maria, die Jungfrau aus Nazaret. Der Gruß des Engels ist aus Fäden des Alten Testaments, besonders aus dem Buch des Propheten Zefanja, gewoben. Er zeigt, daß Maria, die einfache Frau aus der Provinz, die aus einem priesterlichen Geschlecht stammt und das große priesterliche Erbe Israels in sich trägt, der »heilige Rest« Israels ist, auf den sich die Propheten zu allen Zeiten der Drangsal und Finsternis bezogen haben. In ihr ist das wahre, das reine Zion, die lebendige Wohnstatt Gottes, gegenwärtig. In ihr wohnt der Herr, in ihr findet er seinen Ort der Ruhe. Sie ist das lebendige Haus Gottes, der nicht in steinernen Häusern wohnt, sondern im Herzen des lebendigen Menschen. Sie ist der Sproß, der in der dunklen Winternacht der Geschichte aus dem Baumstumpf Davids hervorsprießt. In ihr erfüllt sich das Psalmwort: »Das Land gab seinen Ertrag« (Ps 67,7). Sie ist der junge Trieb, aus dem der Baum der Erlösung und der Erlösten heranwächst. Gott ist nicht gescheitert, wie es gleich am Anfang der Geschichte mit Adam und Eva oder während des Babylonischen Exils vielleicht scheinen mochte und wie es sich zur Zeit Mariens neuerlich abzuzeichnen schien, als Israel zu einem bedeutungslosen Volk in einem besetzten Land geworden war, wo kaum Zeichen seiner Heiligkeit zu erkennen waren. Gott ist nicht gescheitert. In der Schlichtheit des Hauses von Nazaret lebt das heilige Israel, der lautere Rest. Gott hat sein Volk gerettet und rettet es auch weiterhin. Seine Geschichte beginnt von neuem zu leuchten von dem Baumstumpf aus, der zu einer neuen lebendigen Kraft wird, die Orientierung gibt und die Welt durchdringt. Maria ist das heilige Israel; sie sagt »Ja« zum Herrn, sie stellt sich ihm voll zur Verfügung und wird so zum lebendigen Tempel Gottes.

Das zweite Bild ist viel schwieriger und dunkler. Diese Metapher aus dem Buch Genesis spricht zu uns aus einer großen historischen Distanz und läßt sich nur mühsam erklären; erst im Laufe der Geschichte war es möglich, ein tieferes Erfassen des dort Berichteten zu entwickeln. Es wird vorausgesagt, daß während der ganzen Geschichte der Kampf zwischen dem Menschen und der Schlange, das heißt zwischen dem Menschen und den Mächten des Bösen und des Todes, weitergehen wird. Es wird jedoch auch vorhergesagt, daß »die Nachkommenschaft« der Frau eines Tages siegen und der Schlange, dem Tod, den Kopf zertreten wird; es wird vorhergesagt, daß die Nachkommenschaft der Frau – und in ihr die Frau und Mutter – siegen wird und daß auf diese Weise, nämlich durch den Menschen, Gott siegen wird. Wenn wir zusammen mit der glaubenden und betenden Kirche hörend an diesen Text herangehen, dann können wir beginnen zu verstehen, was die Ursünde, die Erbsünde ist, und auch, was der Schutz vor dieser Erbsünde ist, was die Erlösung ist.

Was für ein Bild wird uns in diesem Abschnitt vor Augen geführt? Der Mensch vertraut nicht auf Gott. Von den Worten der Schlange verführt, hegt er den Verdacht, daß Gott letzten Endes ihm etwas von seinem Leben wegnehme, daß Gott ein Konkurrent sei, der unsere Freiheit einschränke, und daß wir erst dann im Vollsinn Menschen sein würden, wenn wir Gott zurückgesetzt haben; kurz, daß wir nur auf diese Weise unsere Freiheit voll verwirklichen können. Der Mensch lebt in dem Verdacht, die Liebe Gottes erzeuge eine Abhängigkeit und er müsse sich von dieser Abhängigkeit befreien, um vollkommen er selbst zu sein. Der Mensch will seine Existenz und die Fülle seines Lebens nicht von Gott empfangen. Er will selber vom Baum der Erkenntnis die Macht dazu erlangen, die Welt zu formen, Gott zu werden, indem er sich auf eine Stufe mit Ihm erhebt, und den Tod und die Finsternis mit eigener Kraft zu besiegen. Er will nicht auf die Liebe zählen, die ihm nicht zuverlässig erscheint; er zählt einzig und allein auf die Erkenntnis, da sie ihm die Macht verleiht. Anstatt auf die Liebe setzt er auf die Macht, mit der er sein Leben selbständig in die Hand nehmen möchte. Und indem er das tut, vertraut er der Lüge statt der Wahrheit und stürzt so mit seinem Leben ins Leere, in den Tod. Liebe ist nicht Abhängigkeit, sondern Geschenk, das uns leben läßt. Die Freiheit eines Menschen ist die Freiheit eines begrenzten Wesens und ist daher selbst begrenzt. Wir können sie nur als geteilte Freiheit, in der Gemeinschaft der Freiheiten, besitzen: Nur wenn wir in rechter Weise miteinander und füreinander leben, kann sich die Freiheit entfalten. Aber wir leben in rechter Weise, wenn wir gemäß der Wahrheit unseres Seins, das heißt nach dem Willen Gottes leben. Denn der Wille Gottes ist für den Menschen nicht ein ihm von außen auferlegtes Gesetz, das ihn einengt, sondern das seiner Natur wesenseigene Maß, ein Maß, das in ihn eingeschrieben ist und ihn zum Abbild Gottes und somit zum freien Geschöpf macht. Wenn wir gegen die Liebe und gegen die Wahrheit – also gegen Gott – leben, zerstören wir uns gegenseitig und zerstören die Welt. Dann finden wir nicht das Leben, sondern handeln im Interesse des Todes. Das alles wird mit den unvergänglichen Bildern in der Geschichte vom Sündenfall und von der Vertreibung des Menschen aus dem irdischen Paradies erzählt.

Liebe Brüder und Schwestern! Wenn wir über uns und über unsere Geschichte aufrichtig nachdenken, müssen wir sagen, daß mit diesem Bericht nicht nur die Geschichte des Anfangs, sondern die Geschichte aller Zeiten beschrieben wird und daß wir alle einen Tropfen des Giftes von jener Denkweise in uns tragen, wie sie in den Bildern aus dem Buch Genesis veranschaulicht wird. Diesen Gifttropfen nennen wir Erbsünde. Gerade am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis taucht in uns der Verdacht auf, daß eine Person, die gar nicht sündigt, im Grunde genommen langweilig sei; daß etwas in ihrem Leben fehle, nämlich die dramatische Dimension, autonom zu sein; daß die Freiheit, nein zu sagen, hinabzusteigen in die Dunkelheiten der Sünde und des Selber-machen-Wollens zum wahren Menschsein gehöre; daß man nur dann die ganze Weite und Tiefe unseres Menschseins, des wahren Wir-selbst-Seins bis zum Letzten ausnützen könne; daß wir diese Freiheit auch gegen Gott auf die Probe stellen müssen, um wirklich voll und ganz wir selbst zu werden. Mit einem Wort, wir meinen, daß das Böse im Grunde genommen gut sei, daß wir es, zumindest ein wenig, brauchen, um die Fülle des Seins zu erleben. Wir meinen, daß Mephistopheles – der Versucher – Recht habe, wenn er sagt, daß er die Kraft sei, die »stets das Böse will und stets das Gute schafft« (J. W. von Goethe, Faust I, 3). Wir meinen, ein wenig mit dem Bösen zu paktieren, sich ein wenig Freiheit gegen Gott vorzubehalten, sei im Grunde genommen gut, vielleicht sogar notwendig.

Wenn wir uns allerdings die Welt um uns herum anschauen, können wir sehen, daß es sich eben nicht so verhält; daß vielmehr das Böse den Menschen immer vergiftet, ihn nicht erhöht, sondern ihn erniedrigt und demütigt, ihn nicht größer, reiner und reicher macht, sondern ihm schadet und ihn kleiner werden läßt. Das müssen wir vor allem am Tag der Unbefleckt Empfangenen lernen: Der Mensch, der sich vollkommen in die Hände Gottes übergibt, wird keine Marionette Gottes, keine langweilige, angepaßte Person; er verliert seine Freiheit nicht. Nur der Mensch, der sich ganz Gott anvertraut, findet die wahre Freiheit, die große und schöpferische Weite der Freiheit des Guten. Der Mensch, der sich zu Gott hinwendet, wird nicht kleiner, sondern größer, denn durch Gott und zusammen mit Ihm wird er groß, wird er göttlich, wird er wirklich er selbst. Der Mensch, der sich in die Hände Gottes übergibt, entfernt sich nicht von den anderen, indem er sich in sein privates Heil zurückzieht; im Gegenteil, nur dann erwacht sein Herz wirklich und er wird zu einer einfühlsamen und daher wohlwollenden und offenen Person.

Je näher der Mensch Gott ist, desto näher ist er den Menschen. Das sehen wir an Maria. Der Umstand, daß sie ganz bei Gott ist, ist der Grund dafür, daß sie auch den Menschen so nahe ist. Deshalb kann sie die Mutter jeden Trostes und jeder Hilfe sein: Jeder kann es in seiner Schwachheit und Sünde wagen, sich in jeder Art von Not an diese Mutter zu wenden, denn sie hat Verständnis für alles und ist die für alle offene Kraft der schöpferischen Güte. Ihr hat Gott sein Bild aufgeprägt, das Bild dessen, der dem verlorenen Schaf bis in die Berge und bis in die Stacheln und Dornen der Sünden dieser Welt nachgeht, indem er sich von der Dornenkrone dieser Sünden verwunden läßt, um das Schaf auf seine Schultern zu nehmen und es nach Hause zu tragen. Als Mutter, die mitleidet, ist Maria die vorweggenommene Gestalt und das bleibende Bildnis des Sohnes. Und so sehen wir, daß auch das Bild der Schmerzensmutter, der Mutter, die das Leiden und die Liebe des Sohnes teilt, ein wahres Bild der Immaculata ist. Ihr Herz hat sich durch das Mit-Gott-Leben und Mit-Gott-Fühlen geweitet. In ihr ist uns Gottes Güte sehr nahe gekommen. So steht Maria vor uns als Zeichen des Trostes, der Ermutigung und der Hoffnung. Sie wendet sich an uns und sagt: »Hab’ Mut, es mit Gott zu wagen! Versuche es! Hab’ keine Angst vor Ihm! Hab’ Mut, das Wagnis des Glaubens einzugehen! Hab’ Mut, dich auf das Wagnis der Güte einzulassen! Laß dich für Gott gewinnen, dann wirst du sehen, daß gerade dadurch dein Leben weit und hell wird, nicht langweilig, sondern voll unendlicher Überraschungen, denn Gottes unendliche Güte erschöpft sich niemals!«

Wir wollen an diesem Festtag dem Herrn danken für das große Zeichen seiner Güte, das er uns in Maria, seiner Mutter und der Mutter der Kirche, geschenkt hat. Wir wollen ihn bitten, Maria auf unserem Weg Raum zu geben – als Licht, das uns hilft, unsererseits zum Licht zu werden und dieses Licht in die Nächte der Geschichte hineinzutragen. Amen.

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Quelle