PAPST BENEDIKT XVI.: „In Jesus Christus ist Gottes Sohn, GOTT SELBST, EIN MENSCH GEWORDEN.“

Die WEIHNACHTSZEIT ist liturgisch noch nicht vorbei. Zur Belebung und Stärkung unseres reinen, vollständigen, katholischen Glaubens und gleichzeitig zur Abweisung jeglicher Verleumdung des Heiligen Vaters Benedikt XVI. durch Verschwörungs-Schriften wie (z.B.) diejenigen aus dem Verlag „Pro Fide Catholica“ und der Zeitschrift CHIESA VIVA, veröffentliche ich hier die Homilie, die Papst Benedikt XVI. in der Mitternachtsmesse am 24.12.2005 im Petersdom gehalten hat. Weitere werden folgen!

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HEILIGE MESSE UM MITTERNACHT

FEST DER GEBURT DES HERRN

PREDIGT VON PAPST BENEDIKT XVI.

Petersdom
Samstag, 24. Dezember 2005

„Der Herr sprach zu mir: ‚Mein Sohn bist du; heute habe ich dich gezeugt.” Mit diesen Worten aus dem Psalm 2 eröffnet die Kirche die Mitternachtsmesse zu Weihnachten, mit der wir die Geburt unseres Erlösers Jesus Christus im Stall zu Bethlehem feiern. Einst hat dieser Psalm dem Krönungsritual der Könige von Juda zugehört. Das Volk Israel wußte sich durch seine Erwählung in besonderer Weise als Gottes Sohn, als von Gott angenommen. Der König war nun die Verkörperung dieses Volkes, und seine Erhebung auf den Thron war so ein feierlicher Akt der Adoption durch Gott selber, durch den er irgendwie in das Geheimnis Gottes selbst einbezogen wurde. In der Nacht von Bethlehem haben diese Worte, die stets mehr Ausdruck einer Hoffnung als gegenwärtiger Wirklichkeit waren, einen neuen und unerwarteten Sinn angenommen. Das Kindlein in der Krippe ist wirklich Gottes Sohn. Gott ist nicht ewige Einsamkeit, sondern ein Kreis der Liebe in Hingabe und Zurückschenken: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Mehr noch:  Zu ihm sagt der Vater:„Mein Sohn bist du. ”Das ewige Heute Gottes ist in das vergängliche Heute dieser Welt herabgestiegen und zieht unser vergehendes Heute in Gottes immerwährendes Heute hinein. Gott ist so groß, daß er klein werden kann. Gott ist so mächtig, daß er sich wehrlos machen kann und als wehrloses Kindlein auf uns zugeht, damit wir ihn lieben können. Gott ist so gut, daß er auf seinen göttlichen Glanz verzichtet und in den Stall herabsteigt, damit wir ihn finden können und so seine Güte auch uns berührt, uns ansteckt, durch uns weiterwirkt. Das ist Weihnachten: „Mein Sohn bist du; heute habe ich dich gezeugt.“ Gott ist einer von uns geworden, damit wir mit ihm sein, ihm ähnlich werden können. Er hat das Kind in der Krippe zu seinem Zeichen gewählt: So ist er. So lernen wir ihn kennen. Und über jedem Kind steht etwas vom Strahl dieses Heute, von der göttlichen Nähe, die wir lieben und der wir uns beugen sollen – über jedem Kind, auch über dem ungeborenen.

Hören wir ein zweites Wort aus der Liturgie dieser Heiligen Nacht, diesmal dem Buch des Propheten Jesaja entnommen: „Über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf“ (9, 1). Das Wort Licht durchzieht die ganze Liturgie dieser heiligen Messe. Es klingt wieder an in der Lesung aus dem Brief des heiligen Paulus an Titus: „Die Gnade ist erschienen“ (2, 11). Der Ausdruck „ist erschienen“ gehört dem griechischen Sprachbereich zu und besagt dort dasselbe, was im Hebräischen „ein Licht strahlte auf“ heißt: Die „Erscheinung“ – die „Epiphanie“ – ist das Hereinleuchten von Gottes Licht in eine Welt voller Dunkel und voller ungelöster Fragen. Schließlich erzählt uns das Evangelium davon, daß den Hirten der Glanz Gottes erschien und daß er sie „umstrahlte“ (Lk 2, 9). Wo Gottes Herrlichkeit erscheint, da wird es hell in der Welt. „Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm“, sagt uns der heilige Johannes (1 Joh, 1,5). Licht ist Quelle von Leben.

Licht bedeutet aber vor allem Erkenntnis, bedeutet Wahrheit im Gegensatz zum Dunkel der Lüge und der Unwissenheit. So läßt Licht uns leben, zeigt uns den Weg. Licht bedeutet aber dann, weil es Wärme schenkt, auch Liebe. Wo Liebe ist, geht ein Licht auf in der Welt; wo Haß ist, ist die Welt finster. Ja, im Stall von Bethlehem ist das große Licht erschienen, auf das die Welt wartet. In dem Kind, das da im Stall liegt, zeigt Gott seine Herrlichkeit – die Herrlichkeit der Liebe, die sich selbst verschenkt und die sich aller Größe begibt, um uns auf den Weg der Liebe zu führen. Das Licht von Bethlehem ist nicht mehr erloschen. In allen Jahrhunderten hat es Menschen berührt, hat es sie umstrahlt. Wo der Glaube an dieses Kind aufging, da blühte auch die Caritas auf – die Güte für die anderen, das Zugehen auf die Schwachen, auf die Leidenden; die Gnade des Verzeihens. Von Bethlehem her zieht sich eine Lichtspur, eine Spur der Liebe und der Wahrheit durch die Jahrhunderte: Wenn wir auf die Heiligen hinschauen von Paulus über Augustinus hinauf zu Franz von Assisi und Dominikus, über Franz Xaver und Teresa von Avila bis herauf zu Mutter Teresa – dann sehen wir diesen Strom der Güte, diesen Weg des Lichtes, der sich immer neu am Geheimnis von Bethlehem entzündet, an dem Gott, der ein Kind geworden ist. Der Gewalt dieser Welt hält Gott seine Güte in diesem Kind entgegen und ruft uns auf, dem Kind zu folgen.

Zusammen mit dem Christbaum haben uns unsere Freunde aus Österreich auch eine kleine Flamme mitgebracht, die sie in Bethlehem entzündet hatten, um uns zu sagen: Das eigentliche Geheimnis, um das es an Weihnachten geht, ist das innere Leuchten, das von diesem Kinde kommt. Lassen wir uns von diesem inneren Leuchten anstecken, das Flämmchen von Gottes Güte in unserem Herzen entzünden und tragen wir alle durch unsere Liebe Licht in die Welt; lassen wir dieses Licht nicht auslöschen durch die Zugluft der Zeit. Hüten wir es treulich und schenken wir es weiter. In dieser Nacht, in der wir auf Bethlehem schauen, wollen wir aber auch ganz besonders für den Geburtsort des Erlösers beten und für die Menschen, die dort leben und leiden. Wir wollen beten um Frieden im Heiligen Land: Herr, schau auf diesen Fleck Erde hin, der dir so lieb ist als deine menschliche Heimat. Laß dort dein Licht aufleuchten. Laß dort Friede werden.

Mit dem Wort Friede sind wir beim dritten Leitwort der Liturgie dieser Heiligen Nacht angelangt. Das Kind, das Jesaja voraussagt, wird von ihm Friedensfürst genannt. Von seiner Regierung wird gesagt: Der Friede wird ohne Ende sein. Den Hirten wird im Evangelium die Herrlichkeit Gottes in der Höhe angekündigt und der Friede auf Erden. Früher lasen wir: Friede den Menschen, die guten Willens sind; in der neuen Übersetzung heißt es: den Menschen seiner Gnade. Was bedeutet diese Änderung? Zählt der gute Wille nicht mehr? Oder fragen wir besser: Welche Menschen sind es, die Gottes Gnade erfahren, weil er sie liebt, und warum liebt er sie? Ist er parteilich? Liebt er nur Bestimmte und überläßt die anderen sich selber? Das Evangelium antwortet uns auf diese Frage, indem es uns Menschen zeigt, die von Gott geliebt sind. Da sind einzelne – Maria, Josef, Elisabeth, Zacharias, Simeon, Anna usw. Aber da sind auch zwei Gruppen von Menschen: die Hirten und die Weisen aus dem Morgenland. Bleiben wir in dieser Nacht bei den Hirten. Was sind das für Menschen? In ihrer Umwelt waren Hirten verachtet; sie galten als unzuverlässig und wurden als Zeugen bei Gericht nicht zugelassen. Aber was waren sie wirklich? Gewiß keine großen Heiligen, wenn man darunter Menschen mit heroischer Tugend versteht. Es waren einfache Seelen. Das Evangelium läßt einen Zug aufscheinen, der dann in den Worten Jesu eine große Rolle spielen wird: Es sind wachende Menschen. Das gilt zunächst in dem äußeren Sinn, daß sie nachts bei ihren Schafen wachten. Aber es gilt in einem tieferen Sinn: Sie sind ansprechbar für Gott. Ihr Leben ist nicht in sich selbst geschlossen; ihr Herz steht offen. Irgendwie im tiefsten warten sie auf ihn. Ihre Wachheit ist Bereitschaft – Bereitschaft zum Hören, Bereitschaft zum Aufbrechen; sie ist Warten auf das Licht, das uns den Weg zeigt. Darum geht es. Gott liebt alle, denn alle sind seine Geschöpfe. Aber manche Menschen haben ihre Seele zugemacht; seine Liebe findet keinen Eingang bei ihnen. Sie meinen, Gott nicht zu brauchen; sie wollen ihn nicht. Andere, die vielleicht auch in moralischer Hinsicht armselig und sündig sind, leiden doch darunter. Sie warten auf Gott. Sie wissen, daß sie seine Güte brauchen, auch wenn sie keine genaue Vorstellung davon haben. In ihre wartende Offenheit kann Gottes Licht hineintreten und mit ihm sein Friede. Gott sucht Menschen, die seinen Frieden weitertragen. Bitten wir ihn, daß er unser Herz nicht verschlossen findet. Machen wir uns bereit, aktive Träger seines Friedens zu sein – gerade in dieser Zeit.

Unter den Christen hat das Wort Friede dann eine ganz besondere Bedeutung angenommen: Es wurde ein Name für die heilige Eucharistie. In ihr ist sein Friede da. Durch all die Orte, in denen Eucharistie gefeiert wird, spannt er ein Netz des Friedens über die Welt. Die eucharistischen Gemeinden sind ein weltweites Königreich des Friedens.

Wenn wir Eucharistie feiern, sind wir in Bethlehem, im „Haus des Brotes“. Christus gibt sich uns und gibt uns seinen Frieden. Er gibt ihn, damit wir das Licht des Friedens in uns tragen und es weitergeben; damit wir Friedensstifter werden und so zum Frieden in der Welt beitragen. So bitten wir ihn: Herr, mache deine Verheißung wahr. Laß Frieden werden, wo Unfrieden ist. Laß Liebe aufstehen, wo Haß ist. Laß Licht werden, wo Dunkel ist. Mache uns zu Trägern deines Friedens. Amen.

DER HEILIGE PAPST JOHANNES PAUL II.: AD IESUM PER MARIAM!

EUCHARISTIEFEIER AUF DEM PETERSPLATZ ZUM ABSCHLUSS DES
XX. INTERNATIONALEN MARIOLOGISCH-MARIANISCHEN KONGRESSES

PREDIGT VON JOHANNES PAUL II.

Sonntag, 24. September 2000

Liebe Brüder und Schwestern!

1. »Und er stellte ein Kind in ihre Mitte…« (Mk 9,36). Diese einzigartige Geste Jesu, die uns im soeben verkündeten Evangelium in Erinnerung gerufen wurde, folgt unmittelbar auf jene Ermahnung, mit der der Meister die Jünger aufgefordert hatte, nicht der Macht, sondern dem Dienen den Vorrang zu geben. Diese Lehre mußte die Zwölf zutiefst treffen, denn sie hatten soeben »miteinander darüber gesprochen, wer (von ihnen) der Größte sei« (Mk 9,34). Offensichtlich hielt es der Meister für angebracht, eine solch anspruchsvolle Lehre mit der Ausdruckskraft dieser zärtlichen Geste zu verdeutlichen. Ein Kind, das – den damaligen Vorstellungen entsprechend – kaum von Bedeutung war, schloß er in seine Arme und identifizierte sich gewissermaßen mit ihm: »Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf« (Mk 9,37).

Diese einzigartige Episode aus dem Evangelium dient bei der heutigen Eucharistiefeier, die den 20. Internationalen Mariologisch-marianischen Kongreß und die Internationale Heiligjahrfeier der Marienheiligtümer beschließt, als Ausgangspunkt für unsere Reflexionen. Sie enthält nicht nur eine moralische Lehre, sondern sie ist in erster Linie von christologischer und indirekt auch vonmarianischer Bedeutung.

In der Umarmung des Kindes offenbart Christus vor allem die große Empfindsamkeit seines Herzens, das zu tiefer Sensibilität und Zuneigung fähig ist. Es zeigt sich hier insbesondere dieZärtlichkeit des Vaters, der ihn im Heiligen Geist von Ewigkeit an liebt und in seinem menschlichen Antlitz den »geliebten Sohn« erkennt, an dem er Gefallen findet (vgl. Mk 1,11; 9,7). Dann ist da diezutiefst weibliche und mütterliche Zärtlichkeit, mit der Maria ihn während der langen Jahre, die sie im Haus von Nazaret verbrachten, umsorgt hat. Vor allem im Mittelalter verweilte die christliche Tradition oft vor dem Bildnis der Jungfrau mit dem Jesuskind in ihren Armen. So wendet sich etwa Aelred von Rievaulx mit liebevollen Worten an Maria und fordert sie auf, den nach drei Tagen im Tempel wiedergefundenen Sohn in die Arme zu schließen (vgl. Lk 2,40–50): »Nimm ihn, den du liebst, in deine Arme, liebreichste Frau, halte ihn fest umfangen, umarme und küsse ihn, gleiche die drei Tage seiner Abwesenheit durch vielfache Freude und Wonne aus« (De Iesu puero duodenni8: SCh 60, S. 64).

2. »Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein« (Mk 9,35). Die sinnbildliche Umarmung des Kindes verdeutlicht die ganze Kraft dieses Grundsatzes, der in der Person Jesu, und dann auch in Maria, seine beispielhafte Verwirklichung findet.

Niemand kann wie Jesus von sich sagen, der »Erste« zu sein, denn er ist »der Erste und der Letzte«, »das Alpha und das Omega« (vgl. Offb 22,13), der Abglanz der Herrlichkeit des Vaters (vgl. Hebr1,3). Bei seiner Auferstehung hat Gott ihm den »Namen verliehen, der größer als alle Namen ist« (Phil 2,9). Doch auf seinem Leidensweg erwies er sich auch als der »Letzte von allen«. Als »Diener aller« zögerte er nicht, seinen Jüngern die Füße zu waschen (vgl. Joh 13,14).

Ganz von nahem folgt ihm Maria in dieser Selbsterniedrigung nach! Sie, die zur göttlichen Mutterschaft auserwählt war und durch dieses herausragende Gnadengeschenk den Vorrang vor allen anderen Kreaturen hatte, sieht sich vor allem als »Magd des Herrn« (Lk 1,38,48) und widmet sich vollkommen dem Dienst am Sohn Gottes. Sie wird auch bereitwillig zur »Magd« der Brüder, wie aus verschiedenen Episoden des Evangeliums – von der Heimsuchung bis zur Hochzeit von Kana – deutlich hervorgeht.

3. Der von Jesus im Evangelium verkündete Grundsatz verdeutlicht somit auch die Größe Marias.Ihre »Vorrangstellung« gründet auf ihrer »Demut«. Und eben diese Demut ist es, die sie mit Gott verbindet, der sie mit seinen Gaben reich beschenkt und zur »kecharitomene«, zur Begnadeten (Lk 1,28), macht. Sie selbst bekennt im Magnifikat: »Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut … Denn der Mächtige hat Großes an mir getan« (Lk 1,48–49).

Während des soeben abgeschlossenen mariologischen Kongresses habt ihr eure Aufmerksamkeit auf jene »großen Taten« gerichtet, die an Maria gewirkt worden sind. Ihr habt über ihre innerste und tiefste Dimension nachgedacht, nämlich jene ihrer ganz besonderen trinitarischen Beziehung. Maria ist die »Theotokos«, die Mutter des eingeborenen Sohnes Gottes: Daher ist es durchaus nicht verwunderlich, daß auch ihre Beziehung zum Vater und zum Heiligen Geist einzigartiger Natur sein muß.

Diese Beziehung befreite sie in ihrem Leben auf Erden jedoch keineswegs von den Mühen und Nöten des menschlichen Daseins: Maria teilte voll und ganz die alltägliche Wirklichkeit vieler einfacher Familien ihrer Zeit, denn auch sie mußte Armut, Leid, Flucht, Exil, Verständnislosigkeit erdulden. Somit wird sie durch ihre spirituelle Größe keineswegs »in die Ferne gerückt«: Sie ist unseren Weg gegangen und hat uns auf dem »Pilgerweg des Glaubens« (Lumen gentium, 58)begleitet. Doch auf ihrem inneren Weg hielt sie in absoluter Treue am Plan Gottes fest. In eben dieser grenzenlosen Treue gründet auch die unendliche Größe, die sie zum »bescheidensten und höchsten der Geschöpfe« macht (Dante Alighieri, Die Göttliche Komödie, deutsch von Karl Vossler, Gütersloh).

4. Wir sehen in Maria vor allem die »bevorzugte geliebte Tochter« (Lumen gentium, 53) des Vaters. Wir alle sind von Gott berufen, »seine Söhne zu werden durch Jesus Christus« (Eph 1,5), »Söhne im Sohn«. Für Maria gilt dies jedoch in ganz besonderer Weise, denn ihr kommt das Privileg zu, mit voller menschlicher Wahrheit die Worte Gottes über Jesus zu wiederholen: »Du bist mein Sohn« (vgl. Lk 3,22; 2,48). Für ihre Aufgaben als Mutter ist sie mit außerordentlicher Heiligkeit ausgestattet worden, in der der Blick des Vaters ruht.

Eine einzigartige Beziehung verbindet Maria mit der zweiten trinitarischen Person, dem fleischgewordenen Wort, aufgrund ihrer unmittelbaren Mitwirkung am Geheimnis der Menschwerdung. Sie ist die Mutter, und als solche wird sie von Christus verehrt und geliebt. Zugleich erkennt sie in ihm ihren Herrn und Gott: sie wird seine aufmerksame und treue Schülerin(vgl. Lk 2,19.51) und seine großmütige Gefährtin (Lumen gentium, 61) im Werk der Erlösung. Im fleischgewordenen Wort und in Maria ist die unendliche Distanz zwischen dem Schöpfer und seinem Geschöpf zu größter Nähe geworden. Sie bilden jenen heiligen Raum der geheimnisvollen Vermählung zwischen der göttlichen und menschlichen Natur, jenen Ort, an dem sich die Dreifaltigkeit erstmals offenbart und wo Maria die neue Menschheit verkörpert, bereit, in gehorsamer Liebe den Dialog des Bundes wieder aufzunehmen.

5. Was läßt sich über ihre Beziehung zum Heiligen Geist sagen? Maria ist das makellose »Heiligtum«, in dem er seine Wohnstatt nimmt. Die christliche Tradition sieht Maria als Urbild der gehorsamen Antwort auf den inneren Anruf des Geistes, als Vorbild einer bedingungslosen Annahme seiner Gnadengaben. Der Geist festigt ihren Glauben, stärkt ihre Hoffnung, entfacht die Flamme der Liebe. Durch den Geist wird ihre Jungfräulichkeit fruchtbar, und aus ihm entspringt ihr Freudengesang. Der Geist erleuchtet ihr Nachsinnen über das Wort und hilft ihr, nach und nach die Sendung des Sohnes zu verstehen. Und wiederum ist es der Geist, der sie in ihrer Verzweiflung auf dem Kalvarienberg stützt und der sie, mit den Aposteln im Gebet verharrend, am Pfingstmorgen auf die volle Ausgießung der Gnadengaben vorbereitet.

6. Liebe Brüder und Schwestern! Dieses Geheimnis der Gnade zeigt deutlich, daß die beiden Ereignisse, die mit dieser Eucharistiefeier zu Ende gehen – der Internationale Mariologisch-marianische Kongreß und die Internationale Heiligjahrfeier der Marienheiligtümer – vortrefflich in dieses Jubiläumsjahr passen. Ist es denn nicht das 2000jährige Jubiläum der Geburt Christi, das wir feiern? Es versteht sich demnach von selbst, daß das Jubiläum des Sohnes auch das Jubiläum der Mutter ist!

Daher wäre es wünschenswert, daß zu den Früchten dieses Gnadenjahres nicht nur die tiefere Liebe zu Christus, sondern auch eine erneuerte Marienverehrung gehören. Ja, Maria muß intensiv geliebt und verehrt werden, jedoch mit jener wahren Hingabe, die

in der Heiligen Schrift und der Tradition verwurzelt sein muß und hierbei vor allem die Liturgie zur Geltung kommen läßt und in ihr eine sichere Orientierung für die unmittelbarsten Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit findet;

in dem Bemühen zum Ausdruck kommen muß, der »Allerseligsten« auf dem Weg zur persönlichen Vollkommenheit nachzueifern;

frei sein muß von jeder Form des Aberglaubens und nichtiger Leichtgläubigkeit, um, im Einklang mit dem Urteil der Kirche, im richtigen Sinn jene außerordentlichen Erscheinungen aufzunehmen, durch die sich die selige Jungfrau gelegentlich für das Wohl des Gottesvolkes mitteilt;

fähig sein muß, stets zum Ursprung der Größe Marias zurückzufinden und zum immerwährenden lobpreisenden Magnifikat an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist zu werden.

7. Liebe Brüder und Schwestern! »Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, nimmt mich auf«, sagt uns Jesus im Evangelium. Ebenso könnte er sagen: »Wer meine Mutter aufnimmt, nimmt mich auf.« Und Maria, die ihrerseits mit kindlicher Liebe angenommen wird, deutet auf ihren Sohn, so wie damals bei der Hochzeit zu Kana: »Was er euch sagt, das tut« (Joh 2,5).

Dies, meine Lieben, gibt euch die heutige Jubiläumsfeier, die Christus und seine allerheiligste Mutter in einem einzigen Lobpreis vereint, mit auf den Weg. Ein jeder von euch möge reiche spirituelle Früchte erhalten und zur wahren Erneuerung des Lebens ermutigt werden. Ad Iesum per Mariam! [Durch Maria zu Jesus!] Amen.

Beweise, dass Papst Benedikt XVI. an die GOTTHEIT CHRISTI glaubt

Jesus in der Geschichte

Es gibt einen neuen Anfang „in“ der Geschichte und einen neuen Anfang „der“ Geschichte in Jesus Christus, in dem, der Mensch und Gott ist. Mit Jesus, der von Gott kommt, beginnt eine neue Geschichte, die durch sein Ja zu seinem Vater Gestalt erhält und daher nicht auf den Stolz einer falschen Emanzipation, sondern auf die Liebe und die Wahrheit gegründet ist. (Generalaudienz, 10. Dezember 2008)

Jene die ihn suchen werden ihn finden

Den Gott, der aus Liebe unser Bruder geworden ist, finden auch heute jene, die ihn in ihrem Leben erwarten und ihn suchen; jene, die ihm ihr Herz zuwenden, verlangen danach, sein Antlitz zu schauen und zum Kommen seines Reiches beizutragen. Jesus wird es in seiner Verkündigung selbst sagen: es sind die Armen im Geist, die Notleidenden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit Hungernden, die Barmherzigen, die, die ein reines Herz haben, die Friedensstifter, die um der Gerechtigkeit Willen Verfolgten (vgl. Mt 5,3-10). All diese werden in Jesus das Antlitz Gottes erkennen und wie die Hirten von Bethlehem mit einem von der Freude seiner Liebe erneuerten Herzen nach Hause aufbrechen. (Botschaft zum Segen „Urbi et Orbi“, 25. Dezember 2008)

Der Höhepunkt des Gebets

Es liegt mir sehr daran hervorzuheben, dass die Verklärung Jesu im Wesentlichen eine vom Gebet getragene Erfahrung gewesen ist (vgl. Lk 9,28.29). Das Gebet erreicht nämlich seinen Höhepunkt und wird somit zum Quell inneren Lichtes, wenn der Geist des Menschen mit dem Geist Gottes übereinkommt und sich beider Willen verschmilzt, um gleichsam eine Einheit zu bilden. (Angelus, 8. März 2009)

Im Augenblick der Verklärung

In jenem Augenblick sah Jesus, wie sich das Kreuz vor ihm abzeichnete, das äusserste Opfer, das notwendig ist, um uns von der Herrschaft der Sünde und des Todes zu befreien. Und in seinem Herzen wiederholte er erneut sein „Amen“. Er sagte: Ja, ich bin bereit, Vater, dein Wille der Liebe geschehe, und wie es nach der Taufe im Jordan geschehen war, kamen vom Himmel die Zeichen des Wohlgefallens Gottvaters: das Licht, das Christus verklärte, und die Stimme, die ihn als „den geliebten Sohn“ verkündete (Mk 9,7). (Angelus, 8. März 2009)

Den Willen des Vaters vollbringen

Die Zeit der Worte und der Reden hat ihr Ende gefunden: es ist die entscheidende Stunde gekommen, für die der Sohn Gottes in die Welt gekommen ist, und obwohl seine Seele erschüttert ist, ist er bereit, bis zum äussersten den Willen des Vaters zu vollbringen. Und das ist der Wille Gottes: uns das ewige Leben zu geben, das wir verloren haben. Damit dies aber Wirklichkeit werde, muss Jesus wie ein Weizenkorn sterben, das Gottvater in die Welt ausgesät hat. Nur so wird eine neue Menschheit aufkeimen und wachsen können, die von der Herrschaft der Sünde befreit und daher fähig ist, in Brüderlichkeit zu leben, als Söhne und Töchter des einen Vaters im Himmel. (Angelus, 29. März 2009)

Der Sohn Gottes ist der Massstab

Gegen einen verbreiteten Relativismus, der nichts als endgültig anerkennt und dazu neigt, das eigene Ich und seine Launen zum letzen Maßstab zu machen, setzen wir einen anderen Maßstab entgegen: den Sohn Gottes, der auch wahrer Mensch ist. Er ist der Maßstab des wahren Humanismus. (Ansprache bei der Begegnung mit den Bischöfen von Angola in der Apostolischen Nuntiatur in Luanda, 20. März 2009)
Hingabe Jesu an den Vater

„Was ist das für ein Mensch“, so fragen sich die Jünger erstaunt und verängstigt, „dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?“(Mk 4,41). Ihr Glaube ist noch nicht fest, er ist noch im Entstehen begriffen; es handelt sich um eine Mischung aus Furcht und Vertrauen; die vertrauensvolle Hingabe Jesu an den Vater ist hingegen vollkommen und rein. Daher, wegen dieser Macht der Liebe, kann er während des Sturmes schlafen, vollkommen sicher in Gottes Umarmung. (Predigt bei der Eucharistiefeier in San Giovanni Rotondo, 21. Juni 2009)

Jesu Furcht und Angst

Es wird der Moment kommen, in dem auch Jesus Furcht und Angst empfinden wird: wenn seine Stunde kommt, wird er die ganze Schwere der Sünden der Menschheit auf sich lasten spüren, wie eine hohe Welle, die auf ihn niederzugehen droht. Das wird allerdings ein schrecklicher Sturm sein, kein kosmischer, sondern ein geistlicher Sturm. Es wird der letzte, äusserste Ansturm des Bösen gegen den Sohn Gottes sein. (Predigt bei der Eucharistiefeier in San Giovanni Rotondo, 21. Juni 2009)

Seine freie Wahl

Das radikale und wahre Teilen unserer Natur, ein Teilen in allem ausser der Sünde, führte ihn bis an jene Grenze, die das Zeichen unserer Endlichkeit ist, nämlich den Tod. Aber das alles war nicht das Ergebnis eines dunklen Mechanismus oder eines blinden Schicksals: Es war vielmehr seine freie Wahl durch die grossherzige Zustimmung zum Heilsplan des Vaters. Und der Tod, dem er entgegenging – fügt Paulus hinzu – war der Tod am Kreuz, der erniedrigendste und entwürdigendste, den man sich überhaupt vorstellen kann. All das hat der Herr des Universums aus Liebe zu uns vollbracht. (Generalaudienz, 8. April 2009)

Die Sichtbarkeit Gottes wahrnehmen

Es gibt eine gewisse Sichtbarkeit Gottes in der Welt, und der Kirche, die wir wahrzunehmen lernen müssen. Gott hat den Menschen nach seinem Bild geschaffen, aber dieses Bild ist von soviel Schmutz der Sünde bedeckt worden, infolge dessen Gott gleichsam nicht mehr durchschien. So ist der Sohn Gottes wahrer Mensch geworden, vollkommenes Bild Gottes. In Christus können wir so auch das Antlitz Gottes betrachten und lernen, selbst wahre Menschen zu sein, wahre Bilder Gottes. (Generalaudienz, 29. April 2009)

Gott hat ein sichtbares Menschenantlitz

Es gibt etwas Neues in der Welt – die einzige wirklich Neuigkeit -, dass Gott ein Mensch geworden ist, dass er Materie an sich genommen hat und ein sichtbares Menschenantlitz hatte. Und so ist wirklich Neues geschehen, das dann bedeutet, dass nun im Gesicht Christi und in den Gesichtern der Heiligen uns Gott begegnet und auch abgebildet werden kann. Gott hat der Materie einen neuen Rang gegeben, indem er selbst Leib geworden ist. Durch die Inkarnation wohnt er im Leiblichen und kann so auch im Leiblichen und Sichtbaren verehrt werden.

Der höchste Würdetitel: Sohn Gottes

Wir dürfen nicht vergessen, dass der höchste Würdetitel Jesu Christi der des „Sohnes“ ist, Sohn Gottes; die göttliche Würde wird mit einem Wort benannt, das sich dauerhaft bezieht auf das demütige Kindsein in der Krippe von Betlehem. Doch steht das Kindsein in einer einzigartigen Entsprechung zur Göttlichkeit, die die Göttlichkeit des „Sohnes“ ist. (Generalaudienz, 23. Dezember 2009)

Dein Wille geschehe

Der Primat Gottes: Wir sehen im „Vater Unser“, dass die ersten drei Bitten sich auf diesen Primat Gottes Beziehen: dass der Name Gottes geheiligt werde, dass die Achtung des göttlichen Geheimnisses lebendig sei und unser ganzes Leben beseele; dass „das Reich Gottes komme“ und „sein Wille geschehe“, sind zwei verschiedene Seiten derselben Medaille; wo der Wille Gottes getan wird, da ist bereits der Himmel, beginnt auch auf Erden ein bisschen Himmel, und wo der Wille Gottes getan wird, ist das Reich Gottes gegenwärtig. Denn das Reich Gottes ist nicht eine Reihe von Dingen, das Reich Gottes ist die Gegenwart Gottes, die Vereinigung des Menschen mit Gott. Und zu diesem Ziel will Jesus uns führen. (Predigt in der Pfarrkirche „Sant’ Anna“ im Vatikan, 5. Februar 2006)

Sein Blick…

Auch heute ist Jesus bewegt und schaut auf die Menschen und Völker. Er schaut sie an im Bewusstsein, dass der göttliche „Plan“ sie zum Heile ruft. Jesus kennt die Hindernisse, die diesem Plan entgegenstehen, und hat mit den Vielen Mitleid: Er ist entschlossen, sie vor den Wölfen zu verteidigen selbst um den Preis seines Lebens. Mit solchem „Blick“ umfasst Jesus die einzelnen wie die Vielen und vertraut alle dem Vater an, indem er sich selbst als Sühneopfer hingibt. (Botschaft zur Fastenzeit, 29. September 2005)

Christus selber kommt

Durch den apostolischen Dienst ist es also Christus selbst, der zu dem kommt, der zum Glauben berufen ist. Der Abstand der Jahrhunderte ist überwunden, und der Auferstandene bringt sich, lebendig und wirksam, für uns im Heute der Kirche und der Welt dar. Das ist unsere grosse Freude. Im lebendigen Fluss der Tradition ist Christus nicht zweitausend Jahre entfernt, sondern wirklich unter uns gegenwärtig und schenkt uns die Wahrheit, schenkt uns das Licht, das uns leben und den Weg in die Zukunft finden lässt. (Generalaudienz, 3. Mai 2006)

Die Schönheit

In Christus treffen die Schönheit der Wahrheit und die Schönheit der Liebe aufeinander; aber die Liebe schliesst bekanntlich auch die Bereitschaft zum Leiden ein, eine Bereitschaft, die bis zur Hingabe des Lebens für diejenigen, die man liebt, gehen kann (vgl. Joh 15,13)! Christus, der „die Schönheit aller Schönheit“ ist, wie der hl. Bonaventura zu sagen pflegte (Sermones dominicales 1,7), wird im Herzen des Menschen gegenwärtig und zieht ihn zu seiner Berufung, die die Liebe ist. Durch diese ausserordentliche Anziehungskraft wird die Vernunft aus ihrer Trägheit geweckt und für das Geheimnis geöffnet. So offenbart sich die erhabene Schönheit der barmherzigen Liebe Gottes und zugleich die Schönheit des nach dem Abbild Gottes geschaffenen Menschen, der von der Gnade erneuert wird und zur ewigen Herrlichkeit bestimmt ist. (Botschaft an den II. Weltkongress der kirchlichen Bewegungen und neuen Gemeinschaften, 22. Mai 2006)

Christus und die Kirche

In der Menschwerdung des Sohnes Gottes erkennen wir die Anfänge der Kirche. Alles kommt von dort her. Jede geschichtliche Verwirklichung der Kirche und auch jede ihrer Institutionen muss sich zurückbesinnen auf Christus, fleischgewordenes Wort Gottes. Er ist es, den wir immer feiern: der Immanuel, der Gott-mit-uns, durch den sich der Heilswille des Vaters erfüllt hat. (Predigt am Hochfest der Verkündigung des Herrn, 25. März 2006)

Gegenwart

Auf unserem Lebensweg sind wir uns vielleicht nicht immer der Gegenwart Jesu bewusst. Aber gerade diese lebendige und treue Gegenwart, die Gegenwart im Werk der Schöpfung, die Gegenwart im Wort Gottes und in der Eucharistie, in der Gemeinschaft der Gläubigen und in jedem vom kostbaren Blut Christi erlösten Menschen, diese Gegenwart ist die unerschöpfliche Quelle der menschlichen Kraft. Jesus von Nazareth, Gott, der Mensch geworden ist, ist an unserer Seite in guten wie in schlimmen Stunden und dürstet nach dieser Bindung, die in Wirklichkeit das Fundament wahren Menschseins ist. In der Offenbarung lesen wir folgende bedeutsame Worte: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir“ (Offb 3,20). (Ansprache bei der Begegnung mit den Jugendlichen in Krakau, 27. Mai 2006)

Blick in sein Inneres

In Jesus Christus ist Gott Mensch geworden und hat uns sozusagen gestattet, einen Blick in das Innere Gottes zu werfen. Und dort sehen wir etwas völlig Unerwartetes: In Gott gibt es ein Ich und ein Du. Der geheimnisvolle Gott ist keine unendliche Einsamkeit; er ist ein Ereignis der Liebe. Wenn wir beim Anblick der Schöpfung glauben, den Schöpfergeist, Gott selbst, erahnen zu können, beinahe als schöpferische Mathematik, als Macht, die die Gesetze der Welt und ihre Ordnung formt und dann wiederum auch als Schönheit – dann erfahren wir jetzt: Der Schöpfergeist hat ein Herz. Er ist die Liebe. Es gibt den Sohn, der mit dem Vater spricht. Und beide sind eins im Geist, der sozusagen die Atmosphäre des Schenkens und des Liebens ist, das aus ihnen einen einzigen Gott macht. Diese Einheit der Liebe, die Gott ist, ist eine viel erhabenere Einheit als es die Einheit eines kleinsten nicht mehr teilbaren Teilchens sein könnte. Gerade der dreieinige Gott ist der einzige eine Gott. (Predigt bei der Pfingstvigil, 3. Juni 2006)

Das Gebet Jesu ist die Grenze für die Macht des Bösen

Er [Jesus] sagt, dass der Satan verlangt hat, die Jünger wie Weizen sieben zu dürfen. Das ruft uns den Abschnitt aus dem Buch Hiob ins Gedächtnis, in dem der Satan von Gott die Erlaubnis fordert, Hiob Schaden zuzufügen. Der Teufel – der Verleumder Gottes und der Menschen – will dadurch beweisen, dass es keine wahre Frömmigkeit gibt, sondern dass im Menschen alles immer und ausschliesslich auf den Nutzen ausgerichtet ist. Im Falle des Hiob gesteht Gott dem Satan die verlangte Freiheit zu, um gerade so sein Geschöpf, den Menschen, und sich selbst verteidigen zu können. Und so geschieht es auch mit den Jüngern Jesu – Gott gibt zu allen Zeiten dem Satan eine gewisse Freiheit. Uns erscheint es oft, als liesse Gott dem Satan zuviel Freiheit, als gäbe er ihm die Befugnis, uns in einer Weise zu erschüttern, die zu schrecklich ist, und dies scheint unsere Kräfte zu übersteigen und uns zu sehr zu belasten. Immer wieder werden wir zu Gott schreien: O weh, sieh das Elend deiner Jünger an, ach, beschütze uns! Jesus fährt in der Tat fort: „Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt“ (Lk 22,32). Das Gebet Jesu ist die Grenze, die der Macht des Bösen gesetzt wird. Das Beten Jesu ist der Schutz der Kirche. (Predigt am Hochfest Peter und Paul, 29. Juni 2006)

Komm, Herr Jesus

Johannes, der „Seher von Patmos“, kann sein Buch mit einem letzten Wunsch sehnsuchtsvoller Erwartung schliessen. Er erfleht das endgültige Kommen des Herrn: „Komm, Herr Jesus!“ (Offb 22.20). Es ist eines der wichtigsten Gebete der frühen Christenheit, das vom hl. Paulus auch in seiner aramäischen Form überliefert wurde: „Marana tha“. Und dieses Gebet – „Unser Herr, komm!“ (Kor 26,22) – hat verschiedene Dimensionen. Natürlich ist es vor allem die Erwartung des endgültigen Sieges des Herrn, des neuen Jerusalem, des Herrn, der kommt und die Welt verwandelt. Aber zugleich ist es auch ein eucharistisches Gebet: „Komm Jesus, komm jetzt!“ Und Jesus kommt, nimmt sein endgültiges Kommen vorweg. So sagen wir voll Freude zugleich: „Komm jetzt und komm in endgültiger Weise!“ Dieses Gebet hat noch eine dritte Bedeutung: „Du bist schon gekommen, Herr! Wir sind uns deiner Gegenwart unter uns sicher. Sie ist unsere freudige Erfahrung. Aber komme endgültig!“ Und so beten wir mit dem hl. Paulus, mit dem „Seher vom Patmos“ und mit der frühen Christenheit: „Komm, Herr Jesus! Komm und verwandle die Welt! Komm schon heute, und es siege der Frieden!“ Amen! (Generalaudienz, 23. August 2006)

Ein Weg sein, um zu IHM zu führen

Kurz vor dem Leiden Jesu, traten einige Griechen, die sich zum Paschafest im Jerusalem aufhielten, „an Philippus heran … und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus“ (Joh 12,20-22). […] Vor allem tritt er in diesem Fall als Vermittler zwischen der Anfrage einiger Griechen – wahrscheinlich sprach er griechisch und konnte als Übersetzer fungieren – und Jesus auf; auch wenn er sich mit Andreas, dem anderen Apostel mit einem griechischen Namen, zusammenschliesst, ist dennoch er es, an den jene Fremden sich wenden. Das lehrt uns, dass auch wir immer bereit sein müssen, einerseits Fragen und Bitten, von welcher Seite sie auch kommen mögen, anzunehmen und sie andererseits an den Herrn zu richten, den einzigen, der sie ganz erfüllen kann. Es ist nämlich wichtig zu wissen, dass nicht wir die eigentlichen Adressaten der Bitten derer sind, die an uns herantreten, sondern der Herr: Zu ihm müssen wir jeden hinführen, der sich in Not befindet; jeder von uns muss ein Weg sein, der zu ihm führt! (Generalaudienz, 6. September 2006)

Bundeslade

Der „Gesalbte“ ist Christus. Christus, der Sohn Gottes selbst, ist Mensch geworden. Und die Bundeslade, die wahre Wohnung Gottes in der Welt, nicht aus Holz, sondern aus Fleisch und Blut, ist die Gottesmutter, die sich mit dem Herrn als Bundeslade anbietet und lädt uns ein, ebenfalls lebendige Wohnung Gottes in der Welt zu sein. (Generalaudienz, 14. September 2005)

Seine Rache ist die Güte

Die Welt braucht Gott. Wir brauchen Gott. Welchen Gott brauchen wir? In der Esten Lesung sagt der Prophet zu einem unterdrückten Volk: „Die Rache Gottes wird kommen“ (vgl. Jes. 35,4). Wir können uns gut ausdenken, wie die Menschen sich das vorgestellt haben. Aber der Prophet selber sagt dann, worin diese Rache besteht, nämlich in der heilenden Güte Gottes. Und die endgültige Auslegung des Prophetenwortes finden wir in dem, der für uns am Kreuz gestorben ist – in Jesus, dem menschgewordenen Sohn Gottes, der uns hier so eindringlich anschaut. Seine „Rache“ ist das Kreuz: das Nein zur Gewalt, die „Liebe bis zum Ende“. Diesen Gott brauchen wir. Wir verletzen nicht den Respekt vor anderen Religionen und Kulturen, wir verletzen nicht die Ehrfurcht vor ihrem Glauben, wenn wir uns laut und eindeutig zu dem Gott bekennen, der der Gewalt sein Leiden entgegengestellt hat; der dem Bösen und seiner Macht gegenüber als Grenzen und Überwindung sein Erbarmen aufrichtet, Ihn bitten wir, dass er unter uns sei und dass er uns helfe, ihm glaubwürdige Zeugen zu sein. Amen. (Predigt auf dem Gelände „Neue Messe“, München, 10. September 2006)

Sein Zelt unter uns

Das Wort ist Fleisch geworden und hat sein Zelt unter uns aufgeschlagen (Joh 1,14). Gott ist nicht weit weg von uns, irgendwo im fernen Weltraum, wo niemand hinkommen kann. Er hat sein Zelt aufgeschlagen bei uns: In Jesus ist er einer von uns geworden, mit Leib und Blut wie wir. Das ist sein Zelt. Und er ist bei der Himmelfahrt nicht irgendwohin weit weggegangen. Sein Zelt, er selbst mit seinem Leib als einer von uns bleibt bei uns. Wir können du zu ihm sagen, mit ihm reden. Er hört auf uns, und wenn wir aufmerksam sind, hören wir auch, dass er Antworten gibt. (Ansprache bei der Vesper in München, 10. September 2006)

Das menschliche Antlitz Gottes

Heute, wo wir die Pathologien und die lebensgefährlichen Erkrankungen der Religion und der Vernunft sehen, die Zerstörungen des Gottesbildes durch Hass und Fanatismus, ist es wichtig, klar zu sagen, welchem Gott wir glauben und zu diesem menschlichem Antlitz Gottes zu stehen. Erst das erlöst uns von der Gottesangst, aus der letztlich der modernen Atheismus geboren wurde. Erst dieser Gott erlöst uns von der Weltangst und von der Furcht vor der Leere des eigenen Daseins. Erst durch das Hinschauen auf Jesus Christus wird die Freude an Gott voll, wird zur erlösten Freude. (Predigt bei der Eucharistiefeier in Regensburg, 12. September 2006)

Er bezeugt die Wahrheit, dass Gott Liebe ist

Was aber ist die „Wahrheit“, die Christus in der Welt zu bezeugen gekommen ist? Seine gesamte Existenz offenbart, dass Gott Liebe ist: Das also ist die Wahrheit, für die er mit dem Opfer seines eigenen Lebens auf Golgota ein vollkommenes Zeugnis abgelegt hat. Das Kreuz ist der „Thron“, von dem aus er das erhabene Königtum Gottes, der die Liebe ist, offenbart hat: durch seine Selbsthingabe zur Sühne der Sünden der Welt hat er die Macht des „Herrschers dieser Welt“ (vgl. Joh 12,31) besiegt und hat endgültig das Reich Gottes errichtet. Dieses Reich wird sich am Ende der Zeiten in seiner ganzen Fülle offenbaren, nachdem alle Feinde, und zuletzt auch der Tod, unterworfen sein werden (vgl. 1 Kor 15,25-26). Dann wird der Sohn das Reich dem Vater übergeben, und schliesslich wird Gott „alles und in allem“ (1 Kor 15,28) sein. Der Weg, um dieses Ziel zu erreichen, ist lang und erlaubt keine Abkürzungen, denn jeder Mensch muss die Wahrheit der Liebe Gottes aus freiem Willen annehmen. Er ist Liebe und Wahrheit, und weder die Liebe noch die Wahrheit drängen sich je auf: Sie klopfen an die Tür des Herzens und des Verstandes, und dort, wo sie eintreten dürfen, bringen sie Frieden und Freude. Das ist Gottes Art zu herrschen; das ist sein Heilsplan, ein „Geheimnis“ im biblischen Sinne des Wortes, das heisst ein Plan, der sich nach und nach in der Geschichte offenbart. (Angelus, 26. November 2006)

Gegengewicht

Mir scheint, wir müssen tiefer gehen, wir müssen zum Herrn selber gelangen, der die Wiedergutmachung für die Sünde der Welt angeboten hat, und wieder gutzumachen versuchen, das heisst, einen Ausgleich herstellen zwischen dem Mehr an Bösem und dem Mehr an Gutem. So dürfen wir in der Waage der Welt nicht dem Negativen dieses grosse Übergewicht belassen, sondern müssen dem Guten ein mindestens gleiches Gewicht geben. Dieser Grundgedanke stützt sich auf alles, was Christus getan hat. Das ist, soweit ich es zu verstehen vermag, der Sinn des eucharistischen Opfers. Diesem grossen Gewicht des Bösen, das es in der Welt gibt und das die Welt nach unten zieht, setzt der Herr ein anderes grösseres Gewicht entgegen, das Gewicht der unendlichen Liebe, die in diese Welt eintritt. Das ist der entscheidende Punkt: Gott ist immer das absolute Gute, aber gerade dieses absolute Gute tritt in das Spiel der Geschichte ein; Christus wird hier gegenwärtig und erleidet das Böse bis zum Ende; auf diese Weise schafft er ein Gegengewicht von absolutem Wert. Das Mehr an Bösem, das es immer gibt, wenn wir die Proportionen nur empirisch sehen, wird vom unermesslichen Mehr des Guten, des Leidens des Gottessohnes überwunden. (Begegnung mit den Priestern der Diözese Rom, 22. Februar 2007)

Das Mehr des Herrn

Wenn wir das Gewicht des Bösen in der Welt sehen, das ständig wächst, das in der Geschichte absolut die Oberhand zu haben scheint, könnte man – wie der hl. Augustinus in einer Meditation sagt – schier verzweifeln. Doch wir sehen, dass es ein noch grösseres Mehr in der Tatsache gibt, dass Gott selbst in die Geschichte eingetreten ist, an der Geschichte teilgehabt und gelitten hat bis ans Ende. Das ist der Sinn der Wiedergutmachung. Dieses Mehr des Herrn ist für uns ein Aufruf dazu, uns auf seine Seite zu stellen, auch mit unserer Schwachheit einzutreten in dieses grosse Mehr an Liebe und es gegenwärtig zu machen. Wir wissen, dass dieses Mehr auch für uns nötig war, denn auch in unserem Leben gibt es das Böse. Wir alle leben dank des Mehr des Herrn. Aber er macht uns dieses Geschenk, damit wir, wie der Brief an die Kolosser sagt, an seinem Überfluss teilhaben und – sagen wir – diesem Überfluss konkret in unserer geschichtlichen Situation noch weiter vermehren können. (Begegnung mit den Priester der Diözese Rom, 22. Februar 2007)

Der Vater ist nicht grausam

Er [der hl. Gregor von Nazianz] sagt: Der Vater wollte nicht das Blut des Sohnes, der Vater ist nicht grausam, man muss das nicht dem Willen des Vaters zuschreiben; aber die Geschichte wollte es so, die Notwendigkeiten und Missverhältnisse der Geschichte wollten es; man musste in diese Missverhältnisse eintreten und hier das wahre Gleichgewicht wieder herstellen. Das ist sehr einleuchtend. Aber mir scheint, wir verfügen noch nicht hinreichend über die Sprache, um diese Tatsache uns und dann auch den anderen verständlich zu machen. Man muss nicht einem grausamen Gott das Blut Gottes darbringen, sondern Gott selber muss mit seiner Liebe in die Leiden der Geschichte eintreten, um nicht nur ein Gleichgewicht zu schaffen, sondern ein Mehr an Liebe, das stärker ist als das Übergewicht an Bösem, das es gibt. Dazu lädt uns der Herr ein. (Begegnung mit den Priestern der Diözese Rom, 22. Februar 2007)

Der letzte Akt der Liebe

Jesus, der in die Totenwelt hineintritt, trägt die Wundmale: Seine Verwundung, sein Leiden ist Macht geworden, ist Liebe, die den Tod überwindet. Er begegnet Adam und allen in der Nacht des Todes wartenden Menschen. Man glaubt bei ihrem Anblick förmlich, das Gebet des Jona zu hören: “ Aus der Tiefe der Unterwelt schrie ich um Hilfe, und du hörtest meinen Ruf“ (2,3). Der Sohn Gottes hat sich in der Inkarnation mit dem Wesen Mensch – mit Adam geeint. Aber erst in dem Augenblick, in dem er den letzten Akt der Liebe vollzieht und absteigt in die Nacht des Todes, vollendet er den Weg der Inkarnation. Durch sein Sterben nimmt er Adam, nimmt er die wartenden Menschen an die Hand und führt sie ans Licht. (Predigt in der Feier der Osternacht, 7. April 2007)

Nichts Verkürztes akzeptieren

Immer öfter müssen sich die Christen unserer Zeit der Tendenz entgegenstellen, ein verkürztes Christusbild zu akzeptieren, in dem Christus als aussergewöhnlicher Mensch bewundert, aber im tiefen Geheimnis seiner Gottheit abgelehnt wird. Auch Franziskus erfährt eine Art Verkürzung, wenn man ihn als Zeugen für Werte heranzieht, die gewiss wichtig sind und von der heutigen Kultur geschätzt werden, dabei aber vergisst, dass die tiefste Entscheidung – man kann sagen das Herzstück seines Lebens – die Entscheidung für Christus war. (Ansprache bei Begegnung mit dem Klerus und den Ordensleuten in Assisi, 17. Juni 2007)

Der Herr klopft an!

Der Herr steht an der Tür – an der Tür der Welt und an der Tür jedes einzelnen Herzens. Er klopft an, um eingelassen zu werden: die Menschwerdung Gottes, sein Fleischwerden soll bis ans Ende der Zeiten andauern. Alle sollen in Christus in einem einzigen Leib vereint werden: Das sagen uns die grossen Christushymen im Epheserbrief und im Kolosserbrief. Christus klopft an. Auch heute braucht er Menschen, die ihm sozusagen ihren Leib zur Verfügung stellen, die ihm die Materie der Welt und ihres Lebens schenken und auf diese Weise der Vereinigung zwischen Gott und der Welt, der Versöhnung des Universums dienen. (Predigt bei der Weihe von neuernannten Bischöfen, 29. September 2007)

Ein zentrales Heilsgeheimnis

„Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Der Sohn Gottes von Ewigkeit ist in die Zeit eingetreten und Sohn Marias, ein Menschenkind, geworden. Uns in unserer Zeit fällt es zuweilen schwer, einen Bezug zu diesem zentralen Heilsgeheimnis zu finden. Aber die Welt ist finster, wenn es nicht den gibt, der sie zusammenhält und der uns den Weg zeigt. Und deswegen dürfen und müssen wir uns von innen her auch gerade heute freuen, dass er da ist, dass Gott in unserer Mitte ist und dass wir sein Angesicht kennen, in dem Kind von Betlehem wissen, wohin das Leben führt und wie es zu leben ist. Und deswegen ist es auch wichtig, dass wir selber von dem Glauben uns erfüllen lassen und auch anderen davon Zeugnis geben, sein Licht in dieser Welt präsent halten. (Generalaudienz, 19. Dezember 2007)

Das Beten Christi

Das Beten Christi erreicht seinen Höhepunkt am Kreuz, als er die letzen Worte spricht, die die Evangelisten aufgezeichnet haben. Dort, wo er verzweifelt ruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46; Mk 15,34; vgl. Ps 22,1), macht sich Jesus in Wirklichkeit die Bitte dessen zu eigen, der von den Feinden umringt ist und niemanden ausser Gott hat, an den er sich wenden kann, und der jenseits aller menschlichen Möglichkeiten die göttliche Gnade und Rettung erfährt. (Predigt bei Aschermittwochsliturgie, 6. Februar 2008)

Die Freundschaft mit Jesus Christus lehren

Wie findet man Gott, wie soll man Gott wählen. Hier kommen wir zum Evangelium: Gott ist kein Unbekannter, keine Hypothese – vielleicht über den ersten Anfang des Kosmos. Gott hat Fleisch und Blut. Er ist einer von uns. Wir kennen sein Angesicht, seinen Namen. Er ist Jesus Christus, der im Evangelium zu uns spricht. Er ist Mensch und Gott. Und weil er Gott ist, hat er den Menschen gewählt, damit wir Gott wählen können. Man muss also Jesus kennenlernen und dann mit ihm Freundschaft schliessen, um mit ihm zu gehen. Mir scheint, dass dies der grundlegende Punkt unserer Seelsorge für die Jugendlichen ist, für alle, aber besonders für die Jugendlichen: Die Aufmerksamkeit muss auf die Entscheidung für Gott gelenkt werden, der das Leben ist – auf die Tatsache, dass Gott da ist und dass er auf sehr konkrete Weise da ist. Und man muss die Freundschaft mit Jesus Christus lehren. (Audienz für die Pfarrer und den Klerus der Diözese Rom, 7. Februar 2008)

Am brechen des Brotes erkannten sie ihn

Der Herr ist im ganzen Kirchenjahr, besonders aber in der Karwoche und in der Osterwoche mit uns unterwegs und erklärt uns die Schrift, lässt uns dieses Geheimnis begreifen: alles spricht von ihm und das sollte auch unsere Herzen brennen lassen, so dass auch uns die Augen aufgehen können. Der Herr ist bei uns, er zeigt uns den wahren Weg. Wie die beiden Jünger Jesus am Brotbrechen erkannten, so erkennen auch wir beim Brechen des Brotes seine Gegenwart. Die Emmausjünger erkannten ihn wieder und erinnerten sich an Momente, wo Jesus das Brot gebrochen hatte. Und dieses Brotbrechen lässt uns an die erste Eucharistie denken, die im Rahmen des Letzten Abendmahls gefeiert wurde, wo Jesus das Brot brach und so seinen Tod und seine Auferstehung vorwegnahm, indem er sich selbst den Jüngern hingab.
Jesus bricht das Brot auch mit uns und für uns, er wird in der Heiligen Eucharistie bei uns gegenwärtig, er gibt sich uns hin und öffnet unsere Herzen. In der Heiligen Eucharistie, in der Begegnung mit seinem Wort, können an diesem doppelten Tisch des Wortes und des konsekrierten Brotes und Weines auch wir Jesus begegnen und erkennen. Jeden Sonntag erlebt die Gemeinde so wieder das Ostern des Herrn und nimmt vom Heiland sein Testament der Liebe und des brüderlichen Dienstes entgegen (Generalaudienz, 26. März 2008)

Eine neue Weise des Seins

Es ist nicht so, als ob Jesus nach einem kurzen Besuch auf der Welt nun einfach wieder weggehen und zum Vater zurückkehren würde. Das Hinübergehen ist eine Verwandlung. Er nimmt sein Fleisch, sein Menschsein mit. Im Kreuz, in der Hingabe seiner selbst wird er umgeschmolzen in eine neue Weise des Seins, in der er nun immer zugleich beim Vater und bei den Menschen ist. Das Kreuz, den Akt der Tötung wandelt er um in einen Akt der Hingabe, der Liebe bis ans Ende. (Predigt in der Messe „in Coena Domini“ am Gründonnerstag, 20. März 2008)

Jesu Heimkehr zum Vater

In seiner Abschiedsrede an die Jünger stellt Jesus nachdrücklich die Wichtigkeit seiner „Heimkehr zum Vater“ heraus, die Krönung seiner ganzen Sendung: er ist nämlich in die Welt gekommen, um den Menschen zu Gott zurückzubringen, nicht auf einer ideellen Ebene – als Philosoph oder Weisheitslehrer -, sondern ganz konkret als Hirt, der die Schafe zurück in ihren Stall führen will. Diesen „Auszug“ hin zur himmlischen Heimat, den Jesus im eigenen Leib erlebt hat, hat er allein für uns auf sich genommen. Für uns ist er vom Himmel herabgestiegen, und für uns fuhr er zu ihm auf, nachdem er dem Menschen, erniedrigt bis zum Tod am Kreuze, ganz gleich geworden war und den Abgrund der grössten Gottesferne berührt hatte.
Gerade aus diesem Grund hat Gott an ihm gefallen gefunden und „ihn über alle erhöht“ (Phil 2,9), wobei er ihm die Fülle seiner Herrlichkeit wiedererstattet, jetzt aber zusammen mit unserem Menschsein. Gott im Menschen – der Mensch in Gott: das ist nunmehr keine theoretische, sondern eine konkrete Wahrheit. Daher ist die christliche Hoffnung, die in Christus gründet, keine Illusion, sondern, wie der Brief an die Hebräer sagt: „in ihr haben wir einen sicheren und festen Anker der Seele“ (Hebr 6,19), einen Anker, der in den Himmel eindringt, wohin Christus uns vorangegangen ist. (Angelus, 4. Mai 2008)

Die Fruchtbarkeit der Liebe erkennen

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12,24). So kündigt der Evangelist Johannes die Verherrlichung Christi durch das Geheimnis seines Todes am Kreuz an. Gerade in der Osterzeit nehmen diese Worte im Licht des Wunders der Auferstehung eine noch tiefere und einprägsamere Bedeutung an. Auch wenn man in ihnen eine gewisse Trauer Jesu wegen der bevorstehenden Trennung von seinen Jüngern spürt, so ist es auch wahr, dass er auf das Geheimnis des Sieges über die Macht des Todes hinweist. Der Tod hat nicht das letzte Wort, er ist nicht das Ende von allem, sondern kann, da er durch das Kreuzesopfer erlöst wurde, nunmehr der Übergang zur Freude ohne Ende sein. Jesus sagt: „Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben (Joh 12,25). Wenn wir also akzeptieren, für unseren Egoismus tot zu sein, wenn wir es ablehnen, uns in uns selbst zu verschliessen, und bereit sind, unser Leben Gott und den Brüdern hinzugeben, werden auch wir die reiche Fruchtbarkeit der Liebe erkennen können. Und die Liebe stirbt nicht. (Predigt beim Requiem für den verstorbenen Kardinal Alfonso López Trujillo, 23. April 2008)

Das Drama unserer Erlösung

In diesem Drama der Agonie Jesu, der Todesangst, des Gegensatzes zwischen dem menschlichen Willen, nicht zu sterben, und dem göttlichen Willen, der sich dem Tod ausliefert, in diesem Drama von Getsemani verwirklicht sich das ganze menschliche Drama, des Drama unserer Erlösung. (Generalaudienz, 25. Juni 2008)

Christus hatte einen menschlichen Willen

Maximus [hl. Maximus „Confessor“] akzeptierte keinerlei Verkürzung der menschlichen Natur Christi. Es war die Theorie entstanden, nach welcher es in Christus nur einen Willen, nämlich den göttlichen, gäbe. Um die Einzigkeit seiner Person zu verteidigen, leugnete man einen richtiggehenden menschlichen Willen in ihm. Und auf den ersten Blick könnte es auch als Gut erscheinen, dass Christus nur einen Willen hat. Aber der Hl. Maximus verstand sogleich, dass dies das Geheimnis der Erlösung zerstören würde, weil eine willenlose Menschheit, ein Mensch, der keinen Willen hat, kein wahrer Mensch ist, sonder ein amputierter Mensch. Somit wäre der Mensch Jesus Christus kein wirklicher Mensch gewesen, er hätte nicht das Drama des Menschseins erlebt, das ja gerade in der Schwierigkeit besteht, unseren Willen an die Wahrheit des Seins anzugleichen. (Generalaudienz, 25. Juni 2008)

Dem Willen des Vaters gehorchen

Petrus ist nach menschlicher Logik davon überzeugt, dass Gott es seinem Sohn nie erlauben würde, seine Sendung durch den Tod am Kreuz zu beenden. Indessen weiss Jesus, dass ihn der Vater in seiner unendlichen Liebe zu den Menschen gesandt hat, um das Leben für sie hinzugeben, und dass es recht ist, dass es so geschieht, auch wenn dies das Leiden und das Kreuz mit sich bringt. Andererseits weiss er auch, dass das letzte Wort die Auferstehung sein wird. Obwohl der Protest des Petrus in gutem Glauben und wahrer Liebe zum Meister vorgebracht wurde, klingt er für Jesus wie eine Versuchung, eine Aufforderung, sich selbst zu retten, während er nur dadurch, dass er sein Leben verliert, dieses als neues und ewiges Leben für uns alle empfangen wird. (Angelus, 31. August 2008)

Die Schwere unserer Krankheit forderte Sein ganzes Blut

Wenn der Sohn Gottes leiden und am Kreuz sterben musste, um uns zu retten, so geschah dies gewiss nicht in Folge eines grausamen Planes des himmlischen Vaters. Der Grund dafür ist die Schwere der Krankheit, von der er uns heilen musste. Ein so ernsthaftes und tödliches Übel, dass es sein ganzes Blut erforderte. Denn mit seinem Tod und seiner Auferstehung hat Jesus die Sünde und den Tod besiegt und so die Herrschaft Gottes wiederhergestellt. Aber der Kampf ist noch nicht ausgestanden: das Böse existiert und leistet Widerstand in jedem Menschenalter, auch in unseren Tagen. Was sonst sind die Schrecken des Krieges, die Gewalttätigkeiten gegen die Unschuldigen, das Elend und die Ungerechtigkeit, welche die Schwachen plagen, als der Widerstreit des Bösen gegen Gottes Reich? Und wie sollte man auf so viel Bosheit anders antworten, als mit der Liebe, die den Hass besiegt, des Lebens, das den Tod nicht fürchtet? Dies ist dieselbe geheimnisvolle Kraft, die Jesus anwandte, zum Preis dafür, nicht verstanden und von vielen der Seinen verlassen zu werden. (Angelus, 31. August 2008)

„Abba – Vater“

Auf dem Ölberg, im Augenblick der äussersten Angst Jesu (vgl. Mk 14,36), hatten die Jünger, bevor sie einschliefen, gehört, wie er mit dem Vater sprach und ihn „Abba – Vater“ nannte. Das ist ein sehr vertrauliches Wort, das unserem „Papa“ gleichkommt und nur von Kindern in Verbundenheit mit ihrem Vater gebraucht wird. Bis zu jenem Augeblick war es undenkbar, dass ein Jude ein derartiges Wort benutzte, um sich an Gott zu wenden: aber Jesus – da er ja der wahre Sohn Gottes ist – spricht in dieser Stunde der Vertrautheit so und sagt: „Abba, Vater.“
In den Briefen des hl. Paulus an die Römer und an die Galater taucht dieses Wort „Abba“, das die Ausschliesslichkeit der Sohnschaft Jesu zum Ausdruck bringt, überraschenderweise aus dem Munde der Getauften auf (vgl. Röm 8,15; Gal 4,6), da sie den „Geist des Sohnes“ empfangen haben und jetzt diesen Geist in sich tragen und sprechen können wie Jesus und mit Jesus als wahre Kinder zu ihrem Vater „Abba“ sagen können, weil sie Kinder im Sohn geworden sind. (Generalaudienz, 8. Oktober 2008)

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Quelle

DON LUIGI VILLA wollte nachweisen, dass Benedikt XVI. nicht an die Gottheit Christi glaube*

* Siehe meinen Artikel vom 6. November 2014 (bzw. Chiesa Viva, italienische Ausgabe Oktober 2014, Seite 2, linke Spalte unten: „Io inizierò nel mese di dicembre un articolo su BENEDETTO XVI DENUNCIANDO IL FATTO CHE EGLI NON CREDE ALLA DIVINITÀ DI CHRISTO“)

Ich meinerseits werde anhand mehrerer Artikel BEWEISEN, dass Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI., sehr wohl an die Gottheit Christi glaubte und glaubt und zwar in einem ihm eigenen bewussteren, reflektierteren, tieferen Sinne als es wohl die meisten Christen, auch Theologen, vermögen und tun!

Bezeugt wird das z.B. durch diesen Artikel: „Zum existentiellen und sakramentalen Grund der Theologie bei Joseph Ratzinger – Papst Benedikt XVI.“ von P. Dr. Stephan Otto Horn SDS!

Wer (immer noch) glaubt, dass Don Luigi Villa ernst zu nehmen statt vielmehr zu bemitleiden ist, möge sich jetzt an die Lektüre machen, und, falls gewünscht, seinen Kommentar dazu abgeben!

Die Gottheit Christi wird geleugnet, um mit den Juden einig zu sein

Von Robert P. Banaugh, Ph.D.

Als eine Folge der starken Besorgnis der konziliaren Kirche für das Schicksal der Juden im sogenannten Holocaust wurden von „Kardinal“ Ratzinger, als er Chef der Glaubenskongregation war, zwei sehr bedeutende de facto Änderungen des traditionellen katholischen Glaubens verkündet. In seinem Buch Gott und die Welt schrieb er im Jahre 2000:

„Ihr (der Juden) „Nein“ zu Christus bringt die Israeliten in Konflikt mit den nachfolgenden Akten Gottes, aber gleichzeitig wissen wir, dass sie der Treue Gottes versichert sind. Sie sind nicht vom Heil ausgeschlossen.“ (1)

Benedikt XVI. in der Synagoge von Köln

Benedikt XVI. grüßt einen Juden
in der Synagoge von Köln, 2005

Ungefähr ein Jahr später, am 29. September 2000, erweiterte der „Kardinal“ die Nicht-Notwendigkeit für die Juden, Jesus als Sohn Gottes anzuerkennen, auch auf die Gläubigen anderer Sekten wie Muslime, Buddhisten, Schintoisten, Animisten etc., indem er verkündete:

„[Wir] sind uns einig, dass ein Jude – und dies gilt für die Gläubigen anderer Religionen ebenso – Christus nicht als Sohn Gottes anzuerkennen braucht, um gerettet zu werden.“ (2)

Benedikt XVI. mit Nikolaus Schneider

Warme Gesten mit dem Häretiker
Nikolaus Schneider, 2011

Bei einem ökumenischen Treffen am 19. August 2005 in Köln, welches sich der Suche nach Einheit unter allen Religionen widmete, betonte er durch die Verkündigung, daß es nicht mehr nötig sei, Mitglieder von nicht-katholischen Sekten zum katholischen Glauben zu konvertieren, erneut die Nicht-Notwendigkeit, Jesus als den tatsächlichen Sohn Gottes anzuerkennen. Er erklärte:

„Auf der anderen Seite bedeutet diese Einheit nicht, was man als Ökumene der Rückkehr bezeichnen könnte, was hieße, den eigenen Glaubenshintergrund zu verleugnen und zu verwerfen. Absolut nicht!“ (3)

Solche Aussagen widersprechen unverblümt jenen Worten Jesu Christi:

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!“ (Joh 14, 6)

„Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich nicht liebt, befolgt meine Worte nicht; und doch ist das Wort, das ihr höret, nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.“ (Joh 14, 23f)

„Papst“ Ratzingers Aussagen sind bemerkenswert. Die erste Aussage machte er als „Kardinal“ und Leiter der Glaubenskongregation und die zweite Aussage als er „Papst“ war. Diese Aussagen legen nahe, man könne dem Worte Gottes widersprechen und Gott werde ihn/sie für alle Ewigkeit in Seinem Himmel willkommen heißen!

„Kardinal“ Kasper, als Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, gab dem Worte des Papstes Widerhall, als er sagte:

Benedikt XVI. mit Kardinal Kasper

Kasper folgt Benedikt XVI.
„außerhalb der Kirche“

„Heute verstehen wir Ökumene nicht mehr im Sinne der Rückkehr, wodurch andere konvertiert werden und umkehren, um wieder Katholiken zu sein. Dies wurde ausdrücklich auf dem 2. Vatikanum aufgegeben.“ (4)

Solche Aussagen stehen in offenkundigem Widerspruch zu den dreimal definierten ex-cathedra-Verkündigungen „extra ecclesiam nulla salus“, das heißt, „außerhalb der Kirche gibt es kein Heil.“

Die erste dieser Verkündigungen wurde von Papst Innozenz III auf dem 4. Laterankonzil 1215, die zweite Verkündigung von Papst Bonifatius VIII. in der Bulle Unam Sanctam im Jahr 1302 und die dritte und mit Abstand umfassendste, wurde von Papst Eugen IV. 1441 in der Bulle Cantate Domino, kurz vor dem Konzil von Florenz im Jahre 1442, getätigt.

Eine Beleidigung Gottes

Ungeachtet des vorausgehenden unveränderlichen Lehramts der Kirche, enthält das von der PBC [Pontifical Biblical Commission – Päpstliche Bibelkommission] veröffentlichte und von „Kardinal“ Ratzinger genehmigte Buch die folgenden beiden Aussagen:

• „Die messianische Erwartung der Juden ist nicht umsonst.“ und

• „Juden und Christen teilen ihre Erwartung des Messias, wobei Juden auf das erste Kommen und Christen auf das zweite Kommen warten.“

Wohingegen Gott über seinen einzigen Sohn sagte:

„Dies ist Mein geliebter Sohn, an dem Ich Mein Wohlgefallen habe“ (Mt 3, 17) [Vulgata: Hic est Filius meus dilectus, in quo mihi complacui.] und

„Du bist Mein geliebter Sohn; an Dir habe Ich Mein Wohlgefallen.“ (Mk 1, 11) [Vulgata: Tu es Filius meus dilectus, in te complacui.]

Eine jede der PBC-Aussagen ist also eine klare Beleidigung Gottes, da jede besagt, dass Gott eine Person annehmen werde, auch wenn sie Gottes eigene Worte leugnet!

Die Beleidigung wird noch deutlicher im Licht der Lehren des Talmud, ein Buch, welches als ein zentraler Text des rabbinischen Judentums gilt und die Lehren, Gesetze und Kommentare der ausdrucksstärksten Rabbiner im Laufe der Geschichte enthält. Einige der Lehren sind:

• „Da sie das Kommen des Messias erwarten, leben die Juden in einem Zustand des ständigen Krieges mit den anderen Völkern. Wenn der Sieg endgültig ist, werden die Völker den jüdischen Glauben annehmen; es werden lediglich die Christen sein, die nicht an dieser Gnade teilnehmen. Im Gegenteil, sie werden vollständig vernichtet werden, weil sie vom Teufel stammen.“

• „Wer auch immer einen Christen liebt, würde seinen eigener Schöpfer hassen“;

• „Das Königtum Roms jedoch muss ausgerottet werden, weil, wenn das korrupte Rom zerstört ist, werden Erlösung und Freiheit zu Gottes auserwähltem Volk kommen.“ (5)

In Obadiam schrieb Rabbi David Kimchi: „Denn wenn Rom zerstört sein wird, soll Israel erlöst sein.“

Rabbi Kimchis Worte bekräftigend, schrieb Rabbi Abraham in seinem Buch Tseror Hammor: „Unmittelbar nachdem Rom zerstört ist, werden wir erlöst sein.“ (6)

Juden in der Talmud-Schule

Juden zelebrieren den Abschluss
eines Schulung-Kurses über den Talmud

Der Talmud bleibt einer der wichtigsten religiösen Wegweiser der Juden und enthält viele andere beleidigende und erniedrigende Aussagen über Christen und Nicht-Juden. So ist es in der Tat unerklärlich, daß die Autoritäten der konziliaren Kirche verkünden, daß das Judentum an und für sich heilbringend sei und zudem keine Einwände gegen Juden erheben, die an solchen Lehren im Talmud festhalten.

Noch unerklärlicher ist, daß die konziliare Kirche behauptet, daß das Judentum heilbringend sei und zugleich über die vielen Referenzen im Talmud schweigt, die die Mitglieder jener Kirche verdammen, die von Jesus Christus, dem Einen, der der Richter über das ewige Wohlergehen aller Seelen ist, gegründet wurde.

Ferner sind die Aussagen von „Papst“ Ratzinger und jene in der PBC-Veröffentlichung eine Leugnung der Gottheit Christi, da sie implizieren, daß Christus nicht der Messias der Juden sei. Daher sind sie auch ein klarer Widerspruch gegen die Worte Gottes und der de-fide-Lehre von der Wirklichkeit der Existenz des dreieinigen Gottes.

Jede dieser Fakten stärkt nachdrücklich die Feststellung, daß sich die konziliare Kirche selbst entchristianisiert.

„Kardinal“ Ratzingers obige Worten in der Zeitschrift Zenit bedeuten, daß die Mehrheit der Menschen in der Welt offen Christus als den Sohn Gottes leugnen kann und doch gerettet wird! Diese Implikation wurde durch die Worte von Johannes Paul II. gestärkt, als er in seiner Neujahrsansprache am 1. Januar 1999 äußerte, daß die Individuen frei seien, ihre Religion zu wechseln:

„Die Religionsfreiheit bildet daher den Kern der Menschenrechte. Ihre Unantastbarkeit ist solcher Art, daß den Individuen das Recht zugestanden werden muß, ihre Religion zu wechseln, wenn ihr Gewissen es verlangt .“ (7)

Diese Worte und jene von „Kardinal“ Kasper lassen jede Bezugnahme auf die Auswirkungen solcher Maßnahmen auf das ewige Wohlergehen der Seele eines Menschen aus, der die Kirche verlässt.

Auch die Worte von Johannes Paul II. implizieren stark, daß die Menschenrechte Vorrang vor den Rechten Gottes hätten. Zusammengenommen bedeuten diese beiden Aussagen, daß ein Katholik den katholischen Glauben verlassen und sich einer Sekte anschließen könne und es würde nicht nur untersagt sein, zu versuchen, ihn dazu drängen, zum katholischen Glauben zurückzukehren, sondern es bliebe auch angeblich das ewige Wohlergehen der individuellen Seele unberührt.

  1. Joseph Ratzinger, God and the World, 2000, pp. 150-151;
  2. Zenit, “Are Believers of Other Religions Saved?” Sept. 6, 2000;
  3. Address to Protestants in Cologne on the Vatican website;
  4. “Responses to Some Questions” on the Vatican website;
  5. Three quotes from Synag. Jud. Ch. X, p. 212. apud A. S. Guimarães, “Is the Catholic Church Becoming a Branch of the Synagogue?
  6. Fr. I. B. Pranaitis, The Talmud Unmasked Edited by E. N. Sanctuary. Fr. Pranaitis, who was warned repeatedly not to write the book, was killed by his enemies during the Bolshevik revolution.
  7. Message for the Celebration of the World Day of Peace, on the Vatican website.

(Übersetzung aus dem Englischen von H.H. dieser Veröffentlichung:
http://www.traditioninaction.org/HotTopics/P010_Judaism_3.htm)

Glauben die Monotheisten alle an den gleichen Gott?

Wir haben ALLE den GLEICHEN Gott, weil es ja (objektiv) nur EINEN Gott gibt. Und insofern Menschen an einen EINZIGEN Gott AUFRICHTIG glauben, WOLLEN sie zu diesem alleinigen Gott beten. Aber da sich dieser eine GOTT den Menschen in einer ganz konkreten Weise geoffenbart, zu erkennen gegeben hat, mit genauen Anweisungen, was von IHM zu glauben ist und was zu TUN ist, um IHM zu gefallen, kann derjenige sich nicht zu den WAHREN Gläubigen zählen, der DIESE göttliche Offenbarung ablehnt, bzw. DIESE nicht als GANZES annimmt. Juden, Muslime und Christen (als „Monotheisten“, um jetzt einmal nur von diesen zu reden) glauben alle an „den EINEN“ Gott. Aber sie haben nicht nur ein völlig unterschiedliches Gottes-BILD, sondern absolut gegensätzliche, widersprüchliche Glaubens-LEHREN. Es ist doch klar, dass NUR EINE von diesen drei Religionen DIE Wahrheit besitzen, bzw. „verkörpern“ kann. Und nach unserer Überzeugung ist es die CHRISTLICHE. Das impliziert, dass die oppositionellen Lehren falsch und unwahr und damit ungöttlich, ja wider-göttlich sind. GOTT kann nicht mit Sich Selber im Widerspruch sein; Er kann sich nicht auf GEGEN-SÄTZLICHE Weise kundtun; Er kann nicht wollen, dass Er auf gegensätzliche Weise er-kannt und be-kannt wird. Sonst hätte Er Sich nicht zu offenbaren brauchen. Wenn wir also abstrahieren von allem, was der wahre Gott über Sich Selbst ausgesagt hat, dann können wir sagen, wir hätten alle den gleichen „Gott“. Aber nur dann. Für uns CHRISTEN ist das ZENTRALE der ganzen Gottes-Offenbarung aber, dass GOTT MENSCH GEWORDEN IST IN JESUS CHRISTUS, dass Jesus Christus GOTT ist, ja dass Jesus Christus DIE GANZE GOTTHEIT IST. („Ich und der Vater sind EINS.“ „Wer Mich sieht, sieht den Vater“.) Für die Anhänger der islamischen Religion ist dieser Glaube eine Gotteslästerung. Folglich können, dürfen wir nicht sagen und glauben, wir hätten den selben Gott, wenn wir von unserem Verhältnis zu Gott, von unserem Verständnis von Gott als Gläubige sprechen.

JESUS CHRISTUS: ICH BIN DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN

Holy Trinity

Jesus sagte zu ihm (Thomas): „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch Mich.“ (Johannes 14,6)
„Mir ist von Meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.“ (Matthäus, 11, 27; vgl. Lukas 10, 22)
Jesus antwortete ihm (Philippus): „Schon so lange bin Ich bei euch und du hast Mich nicht erkannt, Philippus? Wer Mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass Ich im Vater bin und dass der Vater in Mir ist? Die Worte, die Ich zu euch sage, habe Ich nicht aus Mir selbst. Der Vater, der in Mir bleibt, vollbringt Seine Werke. Glaubt Mir doch, dass Ich im Vater bin und dass der Vater in Mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! (Johannes 14, 9-11; vgl. Johannes 17, 21 und Johannes 10, 38)
„Ich bin die Tür; wer durch Mich hineingeht, wird gerettet werden.“ (Johannes 10, 9)
Da umringten Ihn die Juden und fragten Ihn: Wie lange noch willst Du uns hinhalten? Wenn Du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: „Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die Ich im Namen Meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für Mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu Meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf Meine Stimme; Ich kenne sie und sie folgen Mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie Meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie Mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand Meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.“ (Johannes 10, 24-30)