Kardinal Janis Pujats, Lettland, fordert eine „Klarstellung“ von Amoris Laetitia: „Die dem Text zugrunde liegende Mentalität ist zu liberal“

Übersetzung aus dem Englischen von mir [POS]

ROM, 22. November 2017 (LifeSiteNews) – Eine Woche nachdem Kardinal Raymond Burke Papst Franziskus um Klarheit bezüglich der Morallehre und der sakramentalen Praxis der Kirche gebeten hatte, hat sich ein anderer Kardinal geäußert: „Eine Klarstellung ist in Ordnung.“

Kardinal Janis Pujats, emeritierter Erzbischof von Riga in Lettland und emeritierter Präsident der örtlichen Bischofskonferenz, sagte kürzlich in einem Interview mit La Fede Quotidiana, dass sich die Debatte über Amoris Laetitia schließlich lösen lassen werde, eines jedoch klar sei: „Die dem Text zugrunde liegende Mentalität ist zu liberal. Heute sehe ich einen gewissen Laxismus in der katholischen Moral und vor allem bezüglich der nicht verhandelbaren Werte und Prinzipien.“

Auf die Frage, ob es möglich sei, den geschiedenen und zivil Wiederverheirateten, die more uxorio (mit sexuellen Beziehungen) leben, die Heilige Kommunion zu geben, sagte Kardinal Pujats: „Wir müssen diesen Menschen sicherlich unsere Sorge und pastorale Aufmerksamkeit schenken“, aber „sie können keine sakramentale Kommunion empfangen.“

„Sie sind nicht [kirchen-]rechtsgültig ehelich vereint und befinden sich daher in einem Zustand der Todsünde. Das ist alles Teil der Lehre über die Sakramente“, sagte er.

Auf die Frage, ob seine Position „zu streng“ sei, fragte der lettische Kardinal: „Was heißt das? Die Lehre der Kirche ändert sich nicht und niemand ist dazu befugt, sie zu ändern. Es ist alles im Evangelium festgeschrieben und muss akzeptiert werden.“

„Heute ist zum Wohl der Kirche und des Gottesvolkes eine Aufklärung im Einklang mit den Geboten des Evangeliums und dem ständigen Lehramt der Kirche notwendig“, fuhr der 87-jährige Kardinal fort. „Niemand sollte Angst vor doktrinärer Klarheit haben. Wenn etwas schadet, ist es die Unsicherheit verbunden mit Zweideutigkeit und Verwirrung.“

„Wir müssen den Mut haben, die Sprache der Wahrheit klar und ohne Angst auszusprechen und nicht der Welt zu gefallen, weil wir sonst nach und nach Gefahr laufen, in einen schweren Irrtum zu verfallen. Wir müssen die ewige Doktrin über Ehe und Familie immer wieder bekräftigen“, sagte er.

Anfang dieses Jahres hat auch Kardinal Pujats seinen Namen einer „Erklärung der Treue zur unveränderlichen Lehre der Kirche über die Ehe“ hinzugefügt.

Zur Aussage der polnischen Bischöfe befragt, dass Amoris Laetitia in Übereinstimmung mit der Lehre des hl. Johannes Paul II. gelesen werden müsse, sagte der lettische Kardinal: „Ich glaube, dass die Lehre des hl. Johannes Paul II. klar und richtig ist. Sie kann sich nicht ändern oder geändert werden. Wie gesagt, sie ist nicht veränderbar und ich denke, dass (das Ersuchen um) eine Klärung ist in Ordnung ist.“

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Quelle

Siehe auch:

 

Die Papstrede bei der Ratzinger-Preisvergabe im Wortlaut

Papst Franziskus und Benedikt XVI.

Hier lesen Sie die Ansprache von Papst Franziskus, bei der Vergabe des Ratzinger-Preises an diesem Samstag in einer offiziellen deutschen Übersetzung. (rv)

Liebe Brüder und Schwestern,

ich freue mich über diese Begegnung mit Ihnen im Rahmen der alljährlichen Verleihung der Preise an die herausragenden Persönlichkeiten, die mir von der Vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger – Benedikt XVI. und ihrem Wissenschaftskomitee vorgestellt wurden. Mein besonderer Gruß geht an die Preisträger sowie an die Mitglieder und Freunde der Stiftung. Ich danke Kardinal Kurt Koch und Pater Lombardi, die uns die Bedeutung dieses Moments nahe gebracht haben, der den Höhepunkt unter Ihren Aktivitäten darstellt. Diese haben ja die Förderung der theologischen Forschung und des kulturellen Engagements, das vom Glauben und dem Streben der Seele zu Gott getragenen ist, zum Ziel.

In Ihrer aller Namen richte ich einen ganz herzlichen Gruß an den emeritierten Papst Benedikt. Sein Gebet und seine diskrete, Mut machende Präsenz begleiten uns auf unserem gemeinsamen Weg. Sein Lehramt und sein Werk sind der Kirche und unserem Dienst auch weiter ein lebendiges und wertvolles Erbe. Gerade deshalb lade ich Ihre Stiftung ein, nicht nachzulassen in ihrer Aufgabe, dieses Erbe zu studieren und zu vertiefen und gleichzeitig nach vorn zu blicken. So nämlich kann sie die Fruchtbarkeit dieses Erbes mit der Exegese der Schriften Joseph Ratzingers zur Geltung bringen als auch das Studium und die theologische und kulturelle Forschung in seinem Geist fortführen und dabei auch in neue Bereiche vordringen, in denen die heutige Kultur den Glauben zum Dialog auffordert. Das Bedürfnis nach diesem Dialog ist für den menschlichen Geist stets dringend und vital: der Glaube braucht ihn, denn er sondert sich ab, wenn er nicht Fleisch annimmt in der Zeit. Die Vernunft braucht ihn, denn sie verliert die Menschlichkeit, wenn sie sich nicht zum Transzendenten erhebt. Denn, so sagte der heilige Johannes Paul II., »Glaube und Vernunft sind wie die beiden Flügel, mit denen sich der menschliche Geist zur Betrachtung der Wahrheit erhebt« (Enzyklika Fides et ratio, Proömium).

Joseph Ratzinger ist nach wie vor ein Lehrmeister, Freund und Bezugspunkt für all jene, die sich das Geschenk der Vernunft zunutze machen, um der menschlichen Berufung der Wahrheitssuche entsprechen zu können. Als ihm der selige Paul VI. das verantwortungsvolle Amt des Erzbischofs von München und Freising übertragen hat, machte er „Cooperatores veritatis“ – „Mitarbeiter der Wahrheit“ zu seinem Wahlspruch. Dieses Wort aus dem Dritten Johannesbrief (Vers 8) bringt den inneren Sinn seines Wirkens und seines Dienstes ganz zum Ausdruck. Das Motto steht auch auf den Preisurkunden, die ich soeben verliehen habe, zum Zeichen dafür, dass auch die Preisträger ihr Leben der hohen Sendung gewidmet haben, der Wahrheit zu dienen, in den Dienst an der Wahrheit gestellt haben: veritatis diaconia.

Ich freue mich, dass die bedeutenden Persönlichkeiten, die heute ausgezeichnet wurden, aus drei christlichen Konfessionen kommen, darunter auch die lutherische, mit der wir dieses Jahr bedeutende Begegnungen und Momente des gemeinsamen Weges erlebt haben. Die Wahrheit Christi ist nichts für Solisten – sie ist symphonisch: was sie braucht, ist lernbereite Zusammenarbeit und einmütiger Austausch. Sie zu suchen, zu studieren, zu betrachten und – in der Liebe – gemeinsam in die Tat umzusetzen, lässt uns unweigerlich nach voller Gemeinschaft streben: so wird die Wahrheit zu einer lebendigen Quelle immer inniger werdender Bande der Liebe.

Mit Freude habe ich die Idee begrüßt, den Horizont der Preisverleihung zu erweitern und neben der Theologie und der mit ihr verwandten Wissenschaften auch die Künste zu prämieren. Diese „Horizonterweiterung“ ist ganz im Sinne Benedikts XVI., der so oft und auf so berührende Weise von der Schönheit als dem privilegiertem Weg gesprochen hat, der uns für die Transzendenz öffnet und zur Begegnung mit Gott führt. Besonders bewundert haben wir seine Sensibilität für die Musik – eine Kunst, die er auch selbst praktiziert hat als einen Weg der Unbeschwertheit und Erhebung des Geistes.

Mir bleibt nur noch, den verehrten Preisträgern meine Gratulation auszusprechen: Professor Theodor Dieter, Professor Karl-Heinz Menke und Maestro Arvo Pärt. Ihrer Stiftung und allen ihren Freunden wünsche ich, dass sie auch in Zukunft neue und immer weitere Wege beschreiten mögen, um zur Forschung, zum Dialog und zur Erkenntnis der Wahrheit beizutragen. Einer Wahrheit, die – wie uns Papst Benedikt XVI. immer wieder ins Gedächtnis gerufen hat – in Gott logos und agape, Vernunft und Liebe zugleich ist, Fleisch geworden in der Person Jesu.

Darbietung des “Pater Noster” von Arvo Pärt

Segen

(rv 18.11.2017 mg)

Kardinal Burke spricht die „Dubia“ ein Jahr nach ihrer Veröffentlichung an

Cardinal Walter Brandmüller and Cardinal Raymond Burke pictured at a Pontifical High Mass in St. Peter’s basilica to mark the 10th anniversary of Summorum Pontificum, Sept. 16, 2017. (Edward Pentin photo)

In der Absicht, zwei kürzlich verstorbene Kardinäle zu ehren, macht der amerikanische Kardinal einen letzten Appell an den Heiligen Vater, um Klarheit zu schaffen, indem er sagt, dass die „ernste“ Situation „sich ständig verschlechtere“ und dass es „dringend“ sei, seine Brüder im Glauben zu bestärken.“

Von Edward Pentin

(Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS]

 

Ein Jahr nach der Veröffentlichung der Dubia hat Kardinal Raymond Burke dem Heiligen Vater ein letztes Plädoyer für die Klärung wichtiger Aspekte seiner moralischen Lehre gegeben. Er sagte, die Schwere der Situation verschlechtere sich ständig.

In einem Interview vom 14. November mit dem National Catholic Register sagte Kardinal Burke, er wende sich wieder „an den Heiligen Vater und an die ganze Kirche“, um zu betonen, „wie dringlich es ist, den Dienst, den er vom Herrn empfangen hat, auszuüben. Der Papst sollte seine Brüder im Glauben mit einem klaren Ausdruck der Lehre sowohl über die christliche Moral als auch über die Bedeutung der sakramentalen Praxis der Kirche bestärken.“

Am 19. September letzten Jahres unterzeichneten Kardinal Burke zusammen mit den Kardinälen Walter Brandmüller und den kürzlich verstorbenen Kardinälen Joachim Meisner und Carlo Caffarra die Dubia an den Papst. Sie machten die Initiative am 14. November 2016 öffentlich, als klar wurde, dass der Heilige Vater nicht antworten würde.

Auf die Klärung der umstrittenen Passagen aus Kapitel 8 seines nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia gerichtet, versuchte die Fünf-Fragen-Dubia – eine uralte und gebräuchliche Praxis zur Klärung von Glaubensrichtungen – unter anderem zu ermitteln, ob die frühere kirchliche Lehre in Kraft bleibe, die verbietet, dass zivil „Wiederverheiratete“ Geschiedene, die sexuelle Beziehungen haben, die Sakramente empfangen können.

Seitdem Amoris Laetitia im April 2016 veröffentlicht wurde, haben einige Bischofskonferenzen auf der Grundlage der Exhortation (des Nachsynodalen Schreibens) gesagt, dass einige zivil wiederverheiratete Geschiedene jetzt die Sakramente je nach ihren persönlichen Umständen empfangen können, während andere, die ihre Position auf die immerwährende Lehre der Kirche gründen, sagen, dass sie es nicht können.

„Die Sorge war und ist, genau zu bestimmen, was der Papst als Nachfolger von Petrus lehren wollte“, sagte Kardinal Burke.

„Weit davon entfernt, dass die Bedeutung unserer Fragen geringer geworden sind“, macht die gegenwärtige Situation sie „noch dringlicher“, fügte er hinzu.

Er machte es in diesem frischen Interview auch deutlich, dass er beabsichtigt, die beiden verstorbenen Kardinäle zu ehren, indem er die Position der Unterzeichner der Dubia unterstreicht und eine Zusammenfassung der Situation gibt.


Ihre Eminenz, in welchem ​​Stadium sind wir seitdem Sie, Kardinal Walter Brandmüller, und die zwei kürzlich verstorbenen Kardinäle, Carlo Caffarra und Joachim Meisner, die Dubia diese Woche vor einem Jahr veröffentlichten?

Ein Jahr nach der Veröffentlichung der Dubia zu Amoris Laetitia, die keinerlei Antwort vom Heiligen Vater erhalten haben, beobachten wir eine zunehmende Verwirrung über die Interpretationsweisen des Apostolischen Schreibens. Daher wird unsere Besorgnis wegen der Situation der Kirche und ihrer Sendung in der Welt immer dringender. Ich bleibe natürlich in regelmäßigen Gesprächen mit Kardinal Walter Brandmüller über diese schwerwiegenden Angelegenheiten. Wir beide bleiben in tiefer Verbundenheit mit den beiden verstorbenen Kardinälen Joachim Meisner und Carlo Caffarra, die im Laufe der letzten Monate verstorben sind. Ich stelle damit noch einmal den Ernst der Lage dar, der sich immer weiter verschlimmert.

Es ist viel über die Gefahren des zweideutigen Charakters von Kapitel 8 von Amoris Laetitia gesagt worden, wobei betont wird, dass es offen ist für viel Interpretation. Warum ist Klarheit so wichtig?

Klarheit in der Lehre impliziert keine Starrheit, welche die Menschen davon abhalten würde, auf dem Pfad des Evangeliums zu gehen, sondern im Gegenteil: Klarheit liefert das Licht, das notwendig ist, um Familien auf dem Weg der christlichen Jüngerschaft zu begleiten. Es ist Dunkelheit, die uns davon abhält, den Weg zu sehen, und die die Evangelisierungshandlung der Kirche behindert, wie Jesus sagt: „Die Nacht kommt, da niemand mehr arbeiten kann“ (Joh 9,4).

Könnten Sie mehr über die aktuelle Situation im Zusammenhang mit der Dubia erzählen?

Die gegenwärtige Situation, weit entfernt davon, die Bedeutung der Dubia (Zweifel) oder Fragen zu verringern, macht sie noch dringender. Es ist überhaupt nicht – wie einige behauptet haben – eine Angelegenheit einer „betroffenen Unwissenheit“, die nur deshalb Zweifel aufwirft, weil sie nicht willens ist, eine gegebene Lehre anzunehmen. Vielmehr war und ist das Anliegen genau zu bestimmen, was der Papst als Nachfolger von Petrus lehren wollte. So ergeben sich die Fragen aus der Anerkennung des Petrusamtes, das Papst Franziskus vom Herrn erhalten hat, um seine Brüder im Glauben zu bestärken. Das Lehramt ist Gottes Geschenk an die Kirche, um Klarheit über Fragen zu schaffen, die das Glaubensgut betreffen. Aussagen, denen diese Klarheit fehlt, können ihrem Wesen nach keine qualifizierten Ausdrücke des Lehramtes sein.

Warum ist es Ihrer Meinung nach so gefährlich, dass es unterschiedliche Interpretationen von Amoris Laetitia gibt, besonders über die pastorale Behandlung derjenigen, die in irregulären Beziehungen leben, und insbesondere der zivilrechtlich wiederverheirateten Geschiedenen?

Es ist offensichtlich, dass einige von Amoris Laetitia’s Angaben über wesentliche Aspekte des Glaubens und der Ausübung des christlichen Lebens verschiedene Interpretationen erhalten haben, die voneinander abweichen und manchmal miteinander unvereinbar sind. Diese unbestreitbare Tatsache bestätigt, dass diese Hinweise ambivalent sind und eine Vielzahl von Lesarten zulassen, von denen viele im Gegensatz zur katholischen Lehre stehen. Die Fragen, die wir Kardinäle aufgeworfen haben, richten sich auf das, was genau der Heilige Vater gelehrt hat und wie seine Lehre mit dem Glaubensgut (depositum fidei) harmoniert, da das Lehramt nicht über dem Wort Gottes steht, sondern ihm dient, indem es nichts lehrt, als was überliefert ist, weil es das Wort Gottes aus göttlichem Auftrag und mit dem Beistand des Heiligen Geistes voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt und weil es alles, was es als von Gott geoffenbart zu glauben vorlegt, aus diesem einen Schatz des Glaubens schöpft. (2. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Dei Verbum, 10).

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Fortsetzung folgt!

Kardinal Sarah kommt der Bitte des Papstes nicht nach — Kein Dementi in Sicht

Das gab es so noch nicht. Franziskus hatte den Präfekten der Liturgie-Kongregation öffentlich korrigiert. In einem Schreiben an ihn widerspricht ihm der Papst und fordert eine Entgegnung. Doch dieser schweigt.

In einer von ihm angestoßenen theologischen Debatte ist Kurienkardinal Robert Sarah einer Aufforderung von Papst Franziskus zu einem Dementi bislang nicht nachgekommen.  Dabei geht es um die Frage, wer das letzte Wort bei liturgischen Übersetzungen in die jeweilige Landessprache hat. Nach Recherchen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) ging Sarah bis Dienstag offenbar nicht auf eine Bitte des Papstes ein, seine Entgegnung auf Ausführungen des Kardinals im Internet öffentlich zu machen. Der aus Guinea stammende Kardinal leitet die Gottesdienstkongregation im Vatikan.

Kanon 838 des Kirchenrechts präzisiert

Franziskus hatte in seinem Erlass „Magnum Principium“ den Kanon 838 des Kirchenrechts präzisiert. Für die Übersetzung liturgischer Texte sind demnach vor allem die nationalen Bischofskonferenzen zuständig. Sie sollen diese nur noch durch Rom bestätigen lassen. Dort, so ein Anliegen der Änderung, sollen keine Alternativübersetzungen mehr verfasst werden.

Sarah dagegen sieht die letzte Entscheidung nach wie vor bei der Gottesdienstkongregation. Das zumindest geht aus einem Beitrag hervor, den Sarah im französischen Internetportal L’Homme Nouveau veröffentlichen ließ. Mehrere andere Portale übernahmen diesen Text oder zitierten auszugsweise daraus.

Schreiben an den Kardinal

Franziskus wandte sich daraufhin in einem Schreiben an den Kardinal, in dem er die Autorschaft Sarahs zwar anzweifelte, zugleich aber diesen aufforderte, die Verbreitung „dieser, meiner Antwort“ auf den entsprechenden Internetseiten zu veranlassen „sowie diese ebenso sämtlichen Bischofskonferenzen und Mitgliedern und Beratern Ihres Dikasteriums zukommen zu lassen“.

Wie L’Homme Nouveau-Chefredakteur Philippe Maxence auf Anfrage bestätigte, stammt der Text von Sarah selbst. Bislang habe der Kardinal auch kein Dementi abgegeben. Auch sei bei der Redaktion keine Bitte eingegangen, eine Entgegnung des Papstes zu veröffentlichen. „Wenn ich etwas derartiges erhalten hätten, dann hätte ich es auch publiziert“, so Maxence. Die Gottesdienstkongregation äußerte sich bislang nicht.

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Quelle

Interview: Josef Seifert über die Amoris Laetitia-Debatte mit Rocco Buttiglione — Fortsetzung 3 und Schluss

Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS]

Hickson: Könnten Sie die folgenden eigenen Worte von Buttiglione kommentieren? „Der Papst sagt nicht, dass Gott glücklich ist mit der Tatsache, dass Geschiedene und Wiederverheiratete weiterhin Geschlechtsverkehr miteinander haben. Das Gewissen erkennt an, dass es nicht mit dem Gesetz vereinbar ist. Das Gewissen weiß jedoch auch, dass es einen Bekehrungs-Weg begonnen hat. Man schläft immer noch mit einer Frau, die nicht die eigene Frau ist, hat aber aufgehört, Drogen zu nehmen und mit Prostituierten zu gehen, hat einen Job gefunden und kümmert sich um seine Kinder. Er hat das Recht zu denken, dass Gott mit ihm zufrieden ist, zumindest teilweise. „[Hervorhebung hinzugefügt]. 

Seifert: Gewiss kann Gott glücklich darüber sein, dass ein Mann „aufgehört hat, Drogen zu nehmen und mit Prostituierten zu verkehren, einen Job gefunden hat und sich um seine Kinder kümmert“, aber er kann nie glücklich mit ihm sein darüber, daß er „immer noch mit einer Frau schläft, die nicht seine Frau ist“ oder dem zuzustimmen, dass die fortgesetzte Begehung dessen, was Christus selber Ehebruch nennt, die „großzügigste Antwort“ ist, die ein Ehebrecher Gott in seiner Situation geben kann. Damit, dies zu verlangen, würde man a) entweder das Dogma leugnen, dass Gott nichts Unmögliches befiehlt, oder b) das Dogma leugnen, dass Gott niemals will, dass wir sündigen, oder beides.

Hickson: Hat nicht auch Martin Luther gelehrt, dass der Mensch manchmal sündigen muss? Würden Sie diese Meinung angesichts Buttiglione’s eigenen Worten diskutieren?

Seifert: Ja, ich glaube, dass es in Buttigliones Verteidigung von AL eine große Gefahr gibt, in die lutherische Ketzerei des simul iustus et peccator in dem Sinne zu fallen, dass Gnade allein uns rechtfertigt und dass wir in der heiligmachenden Gnade verbleiben können, während wir Todsünden begehen. Und die jüngste Feier des Lutherfestes im Vatikan, die Erklärung hochrangiger Prälaten, dass „Luther recht hatte“ und eine „Gabe des Heiligen Geistes“ an die katholische Kirche war, das Gerücht, dass über eine katholisch-lutherische Gemeinschafts-„Messe“ diskutiert wird, die Platzierung von Luthers Statue im Vatikan usw. sind beunruhigende Anzeichen dafür, dass nicht nur Buttiglione anfängt, mit einigen von Luthers Irrtümern zu flirten. Diese Häresie ist eng mit der Lehre Luthers verbunden, dass Gnade kein Prinzip ist, das uns moralisch wirklich verwandelt und uns erlaubt, „vollkommen zu werden, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist“, was Christus und die Heilige Schrift uns sagen, dass dies Gottes Wille ist. Dieser Irrtum hängt auch mit Luthers Ablehnung der Verehrung, Heiligsprechung und Anrufung der Heiligen zusammen, die für uns in Gebeten und in der Liturgie, in Messen zu ihren Ehren usw. Fürbitte leisten. Ich behaupte natürlich nicht, dass mein Freund Rocco diese Fehler vertritt, aber einige seiner Bemerkungen, zum Beispiel, die Geschichte der christlichen Prostituierten von Nero als in einer Situation interpretierend, in der sie nicht frei war, sich zu weigern, Sex mit Nero zu haben, und dass ihre Zustimmung, sexuelle Beziehungen mit Nero zu haben, ihr erlaubt habe, viele Christen zu retten (Buttiglione nannte sie sogar eine Heilige aus diesem Grund), geben zumindest den Eindruck, dass Buttiglione mit einigen Ansichten Luthers über Freiheit und Gnade kokettiert. Oder dass er sie sogar akzeptiert. Dasselbe gilt für seine Beschreibung von Situationen, in denen niemand erwarten kann, dass Ehebrecher sich entscheiden können, entweder in Abstinenz zusammenzuleben oder sich zu trennen, und somit „sündigen müssen“.

Hickson: Könnten Sie uns auch den Teil der Debatte mit Buttiglione vorstellen, in welchem Sie sich mit der Frage befassen, ob geschiedene und „wiederverheiratete“ Paare angesichts des vorgeschriebenen Unterscheidungsprozesses immerhin weniger schuldig wären, weil sie vielleicht ein fehlerhaft gebildetes subjektives Gewissen haben könnten?

Seifert: Eine Person, die unter unüberwindlicher Unwissenheit oder einem unschuldig missbildeten Gewissen leidet, glaubt oder „fühlt“, dass ihr Ehebruch in Ordnung ist, kann natürlich weniger schuldig sein als jemand, der direkt gegen die Stimme seines Gewissens handelt. Aber wir dürfen niemals vergessen, dass die Ungerechtigkeit des Ehebruchs Teil des Naturgesetzes ist, das in das Herz eines jeden Menschen geschrieben ist, wie der Apostel Paulus sagt, so dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass jemand überhaupt keine Kenntnis von der Sünde des Ehebruchs oder homosexueller Aktivität hat. Der Heide Cicero nennt den Menschen, der leugnet, dass Ehebruch immer und überall eine schwere Sünde ist einen „Verrückten“. Aber vor allem müssen wir verstehen, dass ethische Wertblindheit oft an sich sündhaft ist oder die Folge von Sünde ist, weil wir durch wiederholte Sünde für die Stimme des Gewissens abgestumpf worden sind oder weil wir einen faulen Kompromiss machen zwischen unserem Stolz und der Begehrlichkeit auf der einen Seite und unserem begrenzten Willen, das Gute zu tun, auf der anderen Seite, so dass wir die Sündhaftigkeit der Handlungen nicht klar sehen, sobald das Sittengesetz es uns nicht erlaubt, unsere Leidenschaften oder Neigungen auszuleben. (Dietrich von Hildebrand hat diese und viele andere Formen von „schuldigen Formen moralischer Wertblindheit“ und Deformation des Gewissens in einem bewundernswerten Buch analysiert, das leider noch nicht in englischer Sprache veröffentlicht wurde, aber  von der neu gegründeten Dietrich-von-Hildebrand-Presse als Morality and Ethical Value Knowledge angekündigt ist). Wenn man allgemein den Hang dazu hat, auf das einzugehen, was uns subjektiv befriedigt, aber immer noch nicht bewusst und offen sündigen will, wird unser moralisches Urteil leicht verdunkelt, entweder in teilweiser moralischer Wertblindheit oder in Blindheit der Subsumtion, d.h. einer Nicht-Einordnung unseres Verhaltens in die Kategorie „Ehebruch“. In diesen und vielen anderen Fällen moralischer Wertblindheit sind wir voll verantwortlich für die Deformation unseres Gewissens, und daher macht uns die Abwesenheit vom Bewusstsein, dass wir eine Todsünde begehen, nicht unschuldig, weil wir für unsere Blindheit selbst schuldig sind.

Hickson: Wie könnte es also „mildernde Faktoren“ geben, die eine Beziehung eines geschiedenen und „wiederverheirateten“ Paares sündenlos machen würden?

Seifert: Selbst wenn es mildernde Faktoren geben könnte, die eine Beziehung von geschiedenen und wiederverheirateten Paaren völlig sündenfrei machen würden, müssen wir beachten:

(1) Sobald ein ehebrecherisches Paar mit einem Priester spricht, der „unterscheiden“ soll, hat dieser Priester die Pflicht, ihnen zu sagen, dass ihre Beziehung objektiv sündig ist; in diesem Moment hören sie jedoch auf, Ehebruch „völlig unschuldig“ zu begehen;

(2) Solange sie fortfahren, das zu tun, was objektiv schwer sündig ist, scheint es für sie oder für einen Priester unmöglich zu beurteilen, dass ihre Beziehung „sündlos“ ist, was eine Fähigkeit voraussetzen würde, in die Tiefe einer Seele zu schauen, was wir niemals in Bezug auf uns selbst und noch weniger bei anderen Menschen haben;

(3) Es ist unvernünftig zu erwarten, dass ein Priester dies nach einigen Minuten im Beichtstuhl beurteilen kann;

(4) Es ist nicht zu tolerieren und würde privaten und öffentlichen Skandal hervorrufen, wenn Priester anfangen würden, zwei Gruppen von Sündern zu schaffen: jene Ehebrecher und Homosexuellen, die unschuldig sind und die Sakramente empfangen können und diejenigen, die es besser wissen und ausgeschlossen werden müssen;

(5) In der Praxis führt der versagende Versuch, diese „guten“ und „schlechten“ schweren Sünder zu trennen, unweigerlich dazu, jeden Ehebrecher und Homosexuellen zu den Sakramenten zuzulassen, und viele Sakrilegien werden begangen werden;

(6) Wie Familiaris Consortio lehrt, hat der würdige Empfang des Sakraments der Beichte oder der Eucharistie objektive und nicht nur subjektive Bedingungen. Es erfordert, dass ein Paar nicht objektiv in ehebrecherischen Beziehungen lebt, und nicht nur, dass der Sünder „nicht fühlt, dass dies sündig ist“ oder sogar nicht nur, dass der Sünder nicht persönlich die „heiligmachende Gnade“ verliert (weil Gott, der in sein Herz sieht, weiß, dass er nicht tödlich sündigt).

Hickson: Sollte diese ganze Debatte nur unter Fachleuten und nicht öffentlich geführt werden?

Seifert: Da die Frage der würdigen Aufnahme und Austeilung der Sakramente für jeden Priester und Gläubigen von entscheidender Bedeutung ist – davon kann ihre ewige Rettung abhängen –, ist die Behauptung, dass diese Angelegenheit nicht öffentlich diskutiert werden sollte, absurd. Darüber hinaus ist Amoris Laetitia veröffentlicht und seine sehr unterschiedlichen und widersprüchlichen Interpretationen sind veröffentlicht. Daher sollte die Debatte öffentlich geführt werden.

Hickson: Sollten wir alle in dieser Situation schweigen, um Frieden und Einheit in der katholischen Kirche zu bewahren?

Ich denke, ich habe diese Frage bereits beantwortet, aber ich möchte noch einmal betonen, dass die Wahrheit nicht nur Vorrang vor Einheit und Frieden hat, sondern die Voraussetzung für echte Einheit und Frieden ist. Ich könnte hier Blaise Pascal zitieren, den großen französischen Philosophen, den Papst Franziskus anscheinend selig sprechen will und der dies in seiner wunderbaren französischen Sprache ausgedrückt hat, die etwas weniger schön ins Englische übersetzt (werden kann) lautet:

„Es ist ebenso ein Verbrechen, den Frieden zu stören, wenn die Wahrheit vorherrscht, wie den Frieden zu bewahren, wenn die Wahrheit verletzt wird. Es gibt also eine Zeit, in der Frieden gerechtfertigt ist und eine andere Zeit, in der er nicht gerechtfertigt werden kann. Denn es steht geschrieben, dass es eine Zeit für Frieden und Zeit für einen Krieg gibt, und es ist das Gesetz der Wahrheit, das die beiden unterscheidet. Aber es gibt zu keiner Zeit eine Zeit für die Wahrheit und eine Zeit für einen Irrtum, denn es steht geschrieben, dass Gottes Wahrheit für immer bleiben wird. Darum hat Christus gesagt, dass Er gekommen ist, um Frieden zu bringen und gleichzeitig, dass Er gekommen ist, um das Schwert zu bringen. Aber Er sagt nicht, dass Er gekommen ist, um sowohl die Wahrheit als auch die Falschheit zu bringen. „- (Blaise Pascal, 19. Juni 1623 – 19. August 1662)

Hickson: Was würden Sie den Menschen sagen, die jetzt behaupten, dass diejenigen, die sich in Bezug auf einige seiner öffentlichen Äußerungen (auch wenn sie nicht ausdrücklich lehramtlich sind, aber doch Einfluss auf katholische Gläubige haben), gegen Papst Franziskus stellen, die Absicht haben, die Katholische Kirche zu spalten?

Seifert: Es ist natürlich möglich, dass einige Kritiker der Kirche eine solche Absicht haben, aber es ist sicherlich absolut falsch und wäre eine Verleumdung, wenn man dies von den vier Dubia-Kardinälen, von Pater Weinandy, von Bischof Athanasius Schneider, von Prof. Claudio Pierantoni, Prof. Carlos Casanova und vielen anderen Personen, die ihre kritische Stimme erhoben oder die Correctio filialis unterzeichnet haben, sagen würde. (Selbst wenn mein Erzbischof von Granada solcherweise dachte, sagte oder schrieb, wäre es falsch mich betreffend, könnte ich hinzufügen, der ich bereit wäre, für die „Einheit der Kirche in der Wahrheit“ zu sterben und absolut keine Absicht hege, die Einheit der Kirche aufzubrechen). John-Henry Westen (Herausgeber von LifeSiteNews) hat kürzlich in einer ausgezeichneten Rede in Rom am 28. Oktober in einer Konferenz über Humanae Vitae, die von der „Stimme für die Familie“ gesponsert wird, darauf hingewiesen, dass (1) der Papst selbst uns ermahnte, ihn frei zu kritisieren und uns nicht darum zu kümmern, was der „Papst denken würde“ und (2) dass diejenigen die wahren Freunde des Papstes und der Kirche sind, die wachsam sind und den Papst nicht durch Schmeicheleien und Bewunderung loben, von denen der Nachfolger des heiligen Petrus, der dazu bestimmt ist, der Fels zu sein, überhaupt keine braucht.

Das Gegenteil zu behaupten, dass jeder, der ein vom Papst gesprochenes Wort kritisiert, „die Absicht hat, die katholische Kirche aufzubrechen“ oder einfach die Einheit der Kirche zerbricht, würde urteilen, dass der Apostel Paulus die Absicht hatte, die Einheit der katholischen Kirche zu zerstören, als er den ersten Papst, der von Christus selbst eingesetzt wurde, während des ersten Konzils der Apostel offen und scharf kritisiert hat.

Hickson: Was halten Sie von Kardinal Müllers Vorwort zu Rocco Buttigliones neuem Buch „Freundliche Antworten an die Kritiker von Amoris Laetitia“?

Ich kann diese Frage nicht gründlich beantworten, solange ich den vollständigen Text des neuen Buches und des Vorworts von Kardinal Müller nicht gelesen habe, von dem ich nur einige Fragmente gelesen habe, die mich ziemlich verwirrt haben. Sein Lob von Buttigliones neuem Buch über Amoris Laetitia hat mich sehr erstaunt: (1) Erstens, weil Kardinal Müller kürzlich ein Buch auf Spanisch veröffentlichte, in dem er bekräftigte, dass kein Papst oder Konzil die sakramentale Disziplin der Kirche ändern könne, was, wie FC 84 sagt, auf der Heiligen Schrift selber gegründet ist. Weil er dies schrieb, nannte der Erzbischof von Madrid Kardinal Müller’s Buch anti-päpstlich und verbot ihm, es in der Katholischen Universität und im Seminar San Dámaso in Madrid zu präsentieren. Der Kardinal stellte es an einer anderen katholischen Universität in Madrid vor und sagte, dass AL nichts von der Lehre und der sakramentalen Disziplin, die in FC 84 zum Ausdruck kommt, was laut Müller untrennbar von der ewigen kirchlichen Lehre sei, ändere oder eine Änderung beabsichtige. Don Livio Melina, ein ehemaliger Schüler von mir im Johannes-Paul-II.-Institut für Ehe und Familie und bis vor kurzem Präsident des Johannes-Paul-II.-Instituts für Ehe und Familie in Rom, gab die gleiche Interpretation. Unser Erzbischof von Granada, Don Francisco Javier Martínez, sandte die Erklärung von Melina an alle Kleriker von Granada, offensichtlich in Übereinstimmung damit (aber später änderte er dies und vertrat die Buenos-Aires-Interpretation von AL und hielt mich zuerst davon ab, seine Seminaristen zu unterrichten, und dann habe ich – von meinem Vorsitzenden des IAP-IFES gewaltsam in den Ruhestand versetzt – meinen zweiten Artikel über AL veröffentlicht). Ich dachte von Anfang an, dass das Urteil von Kardinal Müller in Bezug auf die ewige Kirchenlehre richtig war, aber nicht als Interpretation von AL. Über diese rein hermeneutische Frage habe ich mit Buttiglione eingewilligt, der von Anfang an sah, dass AL etwas ganz anderes als FC sagt, aber versucht hat, dies als rein pastoral und „komplementär“ zu erklären: Papst Johannes Paul II. hätte eben auf der „objektiven Seite“ gesprochen. Ehebruch sei schwer „disordered“ (moralisch tadelnswert), während AL Laetitia die klassischen subjektiven Bedingungen der Todsünde und Zurechenbarkeit berücksichtigt. So haben beide Päpste recht, obwohl sie gegensätzliche pastorale Entscheidungen der Kirche vorschlagen. Johannes Paul II. verbietet geschiedenen und wiederverheirateten Katholiken (außerhalb der Kirche) den Zugang zu den Sakramenten, außer wenn sie in völliger Abstinenz leben, weil er nur von der objektiven Sündhaftigkeit des Ehebruchs spricht; Papst Franziskus lässt ihre sakramentale Absolution und Eucharistie zu, auch wenn sie keine Absicht haben, ihr Leben zu ändern, weil er darum bittet, den möglichen Zustand der Gnade bei solchen „guten Ehebrechern und Homosexuellen“ zu erkennen und anzuerkennen.

Nun entnehme ich aus den veröffentlichten Fragmenten seines Vorwortes, die mir zugänglich sind, dass Kardinal Müller:

(1) völlig auf die Buttiglione-Buenos Aires-Interpretation des Textes von AL umgestellt hat, der „hermeneutisch korrekt“ ist (darin bin ich jetzt mit beiden einverstanden; sie interpretieren AL textuell korrekt).

(2) Daß er nun auch Buttiglione dankt und AL wie Buttiglione rundum verteidigt, indem er nicht nur den Zugang zu den Sakramenten von Paaren akzeptiert, von denen er einige Monate zuvor sagte, kein Konzil oder Papst könne sie ermächtigen, die Sakramente zu empfangen, weil das von FC gelehrte Verbot zur ewigen kirchlichen Lehre gehört oder die logische Folge davon ist. So scheint Kardinal Müller nun auch seiner früheren starken Lehrbehauptung zu widersprechen, nämlich dass die von Papst Johannes Paul II. bekräftigte sakramentale Disziplin – dass niemand, der in objektivem Widerspruch zur kirchlichen Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe steht, zu den Sakramenten zugelassen werden kann, dass dies Teil und ewige logische Konsequenz der Lehren über Christus und der Kirche ist.

(3) Drittens scheint Kardinal Müller auch zu leugnen, dass es in AL (a) eine Spur von teleologischer Ethik und Situationsethik gibt. So beantwortet er meine Frage: „Droht die reine Logik, die gesamte Morallehre der katholischen Kirche zu zerstören? “ [3] negativ. Daher scheint Kardinal Müller die Behauptung zu bestreiten, „das Gewissen kann mehr tun als (nur) erkennen, dass eine gegebene Situation nicht objektiv den Gesamtanforderungen des Evangeliums entspricht. Es kann auch mit Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit erkennen, was für jetzt die großzügigste Antwort ist, die Gott gegeben werden kann, und mit einer gewissen moralischen Sicherheit sehen, dass es das ist, was Gott selbst in der konkreten Komplexität seiner Grenzen fordert, während, wenn auch nicht vollständig, das objektive Ideal „[nämlich weiter in Ehebruch oder in homosexuellen Beziehungen zu leben] logischerweise impliziert, dass Gott uns zustimmen kann, dass wir in manchen Situationen eine an sich böse Handlung wie Ehebruch begehen, und folglich gibt es an sich keine falschen Handlungen mehr in jedweder Lage. Im Gegensatz zu Kardinal Müller’s Ansicht, dass AL böswillige Handlungen nicht leugnet noch behauptet, dass die Fortführung einer objektiv schwer sündigen Handlung Gottes Willen für uns entsprechen kann, hat Pater Spadaro, befreundeter und autorisierter Interpreter von AL, kürzlich Papst Franziskus und AL die Ansicht zugeschrieben, dass Franziskus „jede allgemeine Regel negiert, die eine Klasse menschlicher Handlungen moralisch falsch machen würde“ (was bedeutet, dass man leugnet, dass jedwede menschliche Handlung als eine Klasse ungeachtet der Umstände und Konsequenzen intrinsisch falsch ist). Daher kann ich angesichts dieses Umschwungs von Kardinal Müller’s Position, dessen zweiter und dritter Punkt ich für falsch halte, nur meine völlige Verwirrung über die Aussagen von Kardinal Müller bekennen und hoffe, dass die Lektüre des vollständigen Textes etwas Licht auf das Rätsel bringt, dass er seine Autorität mit Buttiglione verband.

ENDE

* Paragraph 303 von Amoris Laetitia lautet wie folgt: „Natürlich sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um die Entwicklung eines aufgeklärten Bewusstseins zu fördern, das durch die verantwortungsvolle und ernste Unterscheidung des eigenen Pastors geformt und geleitet wird und zu einem immer größeren Vertrauen in Gottes Gnade zu ermutigen. Doch das Gewissen kann mehr als nur erkennen, dass eine gegebene Situation den Gesamtanforderungen des Evangeliums objektiv nicht entspricht. Es kann auch mit Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit erkennen, was für jetzt die großzügigste Antwort ist, die Gott gegeben werden kann, und mit einer gewissen moralischen Sicherheit sehen, dass es das ist, was Gott selbst in der konkreten Komplexität seiner Grenzen fordert, wenn auch noch nicht zur Gänze das objektive Ideal. „

Aus „Amoris Laetitia“ (deutsche Version) zitiert:

303. Aufgrund der Erkenntnis, welches Gewicht die konkreten Bedingtheiten haben, können wir ergänzend sagen, dass das Gewissen der Menschen besser in den Umgang der Kirche mit manchen Situationen einbezogen werden muss, die objektiv unsere Auffassung der Ehe nicht verwirklichen. Selbstverständlich ist es notwendig, zur Reifung eines aufgeklärten, gebildeten und von der verantwortlichen und ernsten Unterscheidung des Hirten begleiteten Gewissens zu ermutigen und zu einem immer größeren Vertrauen auf die Gnade anzuregen. Doch dieses Gewissen kann nicht nur erkennen, dass eine Situation objektiv nicht den generellen Anforderungen des Evangeliums entspricht. Es kann auch aufrichtig und ehrlich das erkennen, was vorerst die großherzige Antwort ist, die man Gott geben kann, und mit einer gewissen moralischen Sicherheit entdecken, dass dies die Hingabe ist, die Gott selbst inmitten der konkreten Vielschichtigkeit der Begrenzungen fordert, auch wenn sie noch nicht völlig dem objektiven Ideal entspricht. Auf jeden Fall sollen wir uns daran erinnern, dass diese Unterscheidung dynamisch ist und immer offen bleiben muss für neue Phasen des Wachstums und für neue Entscheidungen, die erlauben, das Ideal auf vollkommenere Weise zu verwirklichen.

[1] „Droht die reine Logik, die gesamte Morallehre der katholischen Kirche zu zerstören? „Aemaet, Wissenschaftliche Zeitschrift für Philosophie und Theologie http://aemaet.de , Bd. 6 (2017), 2-9.

[2] „Amoris Laetitia. Freude, Traurigkeit und Hoffnungen „. Aemaet Bd. 5, Nr. 2 (2016) 160-249, http://aemaet.de urn: nbn: de: 0288-2015080654.

[3] Aemaet, Wissenschaftliche Zeitschrift für Philosophie und Theologie http://aemaet.de , Bd. 6 (2017), 2-9.

Papst Franziskus erinnert an Märtyrer des Spanischen Bürgerkriegs

Spanische Märtyrer – RV

An 60 Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges hat Papst Franziskus beim Angelusgebet am Sonntag erinnert. Auf dem römischen Petersplatz sagte er nach dem Mittagsgebet, dass sie „aus Hass gegen den Glauben“ getötet worden seien. Die Märtyrer wurden am Samstag in der spanischen Hauptstadt Madrid seliggesprochen. Es handelt sich um den Priester und Jugendseelsorger Vicente Queralt Lloret und 20 andere Priester, Ordensfrauen und Laien sowie um den Priester Jose Maria Fernandez Sanchez und seine Gruppe, die aus 39 Gläubigen bestand. Sie wurden von republikanischen Milizen erschossen.

Vor und zu Beginn des Bürgerkrieges (1936-39) hatte es erhebliche Spannungen zwischen republikanischen Kräften und der Kirche gegeben. Die republikanische Seite, der Kommunisten, Sozialisten und andere antiklerikale Kräfte angehörten, suchte die ihrer Meinung nach reaktionäre und monopolartige Vormachtstellung der Kirche im Land zu brechen.

Nach kirchlichen Schätzungen wurden im Bürgerkrieg knapp 7.000 Priester, Bischöfe und Ordensleute sowie Tausende andere Gläubige getötet. Über 1.800 von ihnen wurden bereits selig- sowie vier auch heiliggesprochen.

(rv/kna 12.11.2017 mg)

Interview: Josef Seifert über die Amoris Laetitia-Debatte mit Rocco Buttiglione — Fortsetzung 2

Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS]

Hickson: Können Sie uns hier die Frage des unfehlbaren außerordentlichen Lehramtes und des unfehlbaren allgemeinen ordentlichen Lehramtes erklären?

Seifert: Ich denke, dass das unfehlbare außerordentliche Lehramt nur für solche zentralen Fragen der Lehre und des Glaubens gilt, die entweder der Papst „ex cathedra“ definiert (was nur zwei oder dreimal in der Geschichte der Kirche geschehen ist) oder die ein Konzil, in Einheit mit dem Papst, als ein Dogma und de fide definiert in der Weise, dass jeder, der ihr widersprochen hat als „anathem“ erklärt wurde. Das unfehlbare Ordentliche Lehramt der Kirche ist nur in Lehren des ordentlichen Lehramtes präsent, die mit dem übereinstimmen, was die Kirche immer und überall gelehrt hat, nicht mit völlig neuen Lehren. Keines dieser Unfehlbarkeitskriterien gilt für die Neuheiten von AL.

Hickson: Ist Amoris Laetitia von so großem magistralem Gewicht, dass man seiner Lehre nicht widersprechen kann, ohne in die Kategorie ungehorsam, ketzerisch oder schismatisch zu fallen, zumindest im Geiste?

Absolut nicht, aus den angegebenen Gründen. Deshalb ist es eine schwerwiegende Ungerechtigkeit, Katholiken, die AL in der Tat oder im Geiste widersprechen, als Häretiker, Schismatiker oder als ungehorsam gegenüber dem Papst zu behandeln.

Hickson: Ist es in diesem Zusammenhang wichtiger, dass wir dem Papst und seiner neuen Lehre um des Gehorsams willen folgen (was an sich ein großes Gut ist) oder dass wir die traditionelle Lehre der Kirche bewahren?

Seifert: Ich denke, sobald wir feststellen, dass eine neue Lehre falsch ist, dass wir verpflichtet sind, ihr nicht zu gehorchen. Und sobald wir eine neue pastorale Entscheidung des Papstes vorfinden, die bei gutem Gewissen nicht anwendbar ist, wie die Sakramente unbußfertigen Sündern auf der Grundlage eines (für uns unmöglich) „Unterscheidungsvermögens“ zu geben, ob ihre Sünde mit ihrem Im-Gnadenstand-Sein aus subjektiven Gründen kompatibel ist, sind wir ebenfalls moralisch verpflichtet, ihm nach dem vom Petrus formulierten Prinzip nicht zu gehorchen, und Robert Spaemann hat vor kurzem daran erinnert, dass wir Gott mehr gehorchen müssen als Menschen. Dies gilt umso mehr, wenn wir davon überzeugt sind, dass die Gewährung der Absolution und der heiligen Eucharistie an die öffentlichen Sünder (auch wenn sie im Zustand der Gnade waren) ungeachtet ihrer persönlichen Unschuld falsch ist, wie dies im Familiaris Consortio 84 impliziert wird. FC spricht von einer objektiven Disharmonie der ehebrecherischen Beziehungen zum Gesetz Christi und zur Bedeutung der Ehe – und der tiefen analogen und symbolischen Bedeutung der Ehe in Bezug auf die Beziehung zwischen Christus und der Kirche als Grund, warum ein Paar, das im Widerspruch zu den Göttlichen Geboten lebt, die Sakramente nicht empfangen sollte. Diese objektive Diskrepanz reicht aus für das Urteil der Kirche, dass sie keinen Zugang zu den Sakramenten erhalten dürfen. (In diesem Punkt habe ich Buttiglione in Briefen und meinen früheren Schriften über AL einige unrichtige Zugeständnisse gemacht.) FC und kirchliche Tradition verlangen nicht, dass Sünder, die ernsthaft vom göttlichen Gesetz abweichen, subjektiv in Todsünde leben müssen (was Gott allein weiß), weil ihnen der Zugang zu den Sakramenten verweigert wird. Wenn dies anders wäre, müssten wir auch Abtreibungsbefürworter, Mörder ersten Grades usw. zu den Sakramenten zulassen, weil wir niemals mit Sicherheit wissen können, dass sie die heiligmachende Gnade verloren haben .

Hickson: Sie selbst haben in Ihrer eigenen höflichen Kritik an Amoris Laetitia besonders auf Paragraph 303* dieses päpstlichen Dokuments hingewiesen und die potentielle Gefahr hervorgehoben, absolute moralische Normen irrelevant zu machen. Wie haben Sie und Prof. Buttiglione über diesen Aspekt der Debatte gesprochen?

Seifert: Prof. Buttiglione sagte über meinen zweiten Artikel, Droht pure Logik, die gesamte moralische Lehre der katholischen Kirche zu zerstören?, dass „ich irre, auch wenn ich recht habe“ aus den Gründen, (1) die Verpflichtung zu haben, allem zuzustimmen, was das Ordentliche Päpstliche Lehramt uns sagt (worauf ich geantwortet habe), (2) dass ein Grund, den der Papst für eine Lehre anbietet, falsch sein kann, während die Lehre selbst richtig ist. Mit anderen Worten, Buttiglione glaubt, dass die Behauptung, „dass wir in unserem Gewissen wissen können, dass Gott selbst es wünscht, dass wir weiterhin im Ehebruch leben, die beste und großzügigste Antwort ist, die wir ihm in unserer Situation geben können“, nicht die Lehre von Papst Franziskus ist, die wir (nach Buttiglione) glauben müssen. Vielmehr müssten wir nur der wahren Lehre von AL Glauben schenken, nämlich, dass nach rechter Unterscheidung reuelose ehebrecherische und homosexuelle Paare zu den Sakramenten zugelassen werden können. Ich denke im Gegenteil, was Nr. 303* sagt (und viele andere Teile von AL implizieren), dass der bedeutendste Lehrinhalt und der Hauptgrund für die pastorale Lehre von AL der ist, der (in Anbetracht meiner Antwort Nr. 1, 2 und 3 zu Ihrer zweiten Frage), nicht als eine „lehramtliche Lehre“ betrachtet werden kann.

Hickson: In diesem Zusammenhang eines Sünders, der Gott gefallen könnte, obwohl er immer noch in seiner Sünde verbleibt: Ist es katholisch, eine Position aufrechtzuerhalten, dass Gott mit uns zufrieden sein könnte, vielleicht weil wir in unserem Leben eine Sünde heilten, während wir jedoch noch in einer anderen schweren Sünde verbleiben? Das heißt, könnte es in Gottes Augen genügen, in den Zustand der heiligenden Gnade zurückzukehren, indem man ein Zeichen des guten Willens setzt, während man zum Beispiel immer noch eine sündige Beziehung aufrecht erhält?

Seifert: Ich denke, dass Gott natürlich von uns, nach einer Scheidung von unserer sakramentalen Ehefrau, damit zufrieden sein könnte, unsere einzige zivil verheiratete zweite Frau oder unsere Kinder zu verprügeln und zu verleumden, selbst wenn wir in einer sündhaften Beziehung fortfahren. Aber er kann oder wird sich nie darüber freuen, dass wir weiter im Ehebruch leben. Es ist sicher möglich, dass unbesiegbare Ignoranz oder Willensschwäche nicht dazu führt, dass eine Person den Zustand der heiligmachenden Gnade verliert, selbst wenn diese Person objektiv in schwerer Sünde lebt. Aber ich denke, dass a) dies sehr selten ist, besonders wenn sich der Priester in der Beichte seiner Pflicht entledigt, dem Sünder die Wahrheit zu sagen, und 2) dass niemand darin sicher sein kann, und 3) dass im Zustand der Gnade zu leben nicht genug ist, um die Sakramente würdig zu empfangen, während mit objektiv in schwerer Sünde lebt, wie ich erklärt habe.

Hickson: Würde Gott von irgendeinem Sünder irgendwann in seinem Leben verlangen, in seiner Sünde zu bleiben? Wie würden Sie diese Behauptung angesichts des Konzils von Trient kommentieren?

Ich halte das für eindeutig unmöglich und als eine vom Konzil von Trient dogmatisch erklärte Ketzerei.

Hickson: Wo verlässt Prof. Buttiglione in Ihren Augen die solide Grundlage der katholischen Morallehre, vielleicht um die Loyalität gegenüber Papst Franziskus zu wahren?

Ich denke (1) in Bezug auf seine „zwei Prinzipien“, die uns trennen, dass sie nicht der gesunden katholischen Lehre entsprechen, weil es die katholische Lehre (und die Grundlage für jede Verurteilung von Häresien in der Geschichte der Kirche) ist, dass a) Wahrheit Vorrang hat vor der Einheit und b) dass kein Katholik die absolute Pflicht hat, alles anzunehmen, was ein Papst oder Konzil sagt, wenn es nicht dogmatisch und de fide ist, und wenn er guten Grund hat zu glauben, dass es der natürlichen oder geoffenbarten Wahrheit widerspricht oder zu beidem (etwas Anderes zu verlangen wäre Papolatrie). (2) Ich glaube, dass Professor Buttiglione’s konkrete und brillante, aber erfolglose Bemühungen, die Neuheiten von Amoris Laetitia mit Familiaris Consortio , Veritatis Splendor , Evangelium Vitae , Humanae Vitae und der Tradition der Kirche in Einklang zu bringen, alle scheitern und ihn in die Gefahr der Verwendung komplizierter und sophistischer Gründe und widersprüchlicher kirchlicher Dogmen bringt, wie (a) dass Gott niemals Dinge befiehlt, denen wir nicht gehorchen können mit Hilfe der Gnade (eine lutherische Häresie bestritt dies und wurde im Konzil von Trient verurteilt) oder (b) dass außermoralisches Übel (wie dass der Partner einer zweiten „Ehe“ mich verlassen wird) niemals ein größeres Übel als eine Sünde sein kann und die Absicht, sie zu verhindern, niemals eine Sünde rechtfertigen kann (VS und Trient bekräftigten dies und verurteilten seine Negation als ketzerisch), oder (c) daß das Abwägen des Guten gegen die schlechten Wirkungen einer Handlung niemals die Begehung einer der vielen an sich bösen Handlungen rechtfertigen kann (Veritatis Splendor hat dies sehr feierlich deutlich gemacht).

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Fortsetzung folgt!