Papst Franziskus betet an Mariensäule für Rom

Die Mariensäule an der Spanischen Treppe in Rom

Sünder zu sein und verdorben zu sein ist nicht dasselbe. Das stellte Papst Franziskus an diesem Sonntag beim Gebet an der Mariensäule in Rom klar. „Das eine ist, hinzufallen und dann mit Reue und der Hilfe der Barmherzigkeit Gottes wieder aufzustehen. Das andere ist das heuchlerische Sich-Arrangieren mit dem Bösen“, sagte der Papst im Herzen Roms, seiner Bischofsstadt.

Wie jedes Jahr besuchte das Kirchenoberhaupt zum Hochfest der unbefleckten Empfängnis die Mariensäule an der Spanischen Treppe, um die Muttergottes mit einem Gebet und einem Blumenbukett zu ehren. Er bat dabei auch für alle Menschen in Rom und auf der Welt, die „von Misstrauen und Entmutigung niedergedrückt sind und denken, für sie gebe es keine Hoffnung mehr, weil ihre Schuld zu groß ist“. Jesus Christus allein sprenge die Ketten des Bösen, löse kriminelle Bindungen und erweiche die härtesten Herzen. „Und wenn das in den Menschen geschieht: wie sehr das Gesicht der Stadt sich ändert!“, so der Papst.

Das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens wird in Rom stets feierlich begangen. Auf dem Weg zur Spanischen Treppe hatte Franziskus wie in den Vorjahren einen Zwischenstopp an der Basilika Santa Maria Maggiore eingelegt, um vor der Marien-Ikone „Salus Populi Romani“ zu beten.

Die Mariensäule nahe der Spanischen Treppe und den teuersten Einkaufsstraßen Roms wurde 1856 errichtet. Sie erinnert an das von Papst Pius IX. zwei Jahre zuvor erlassene Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens.

(vatican news – gs)

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Papst-Brief über Krippe als Vorbereitung auf Weihnachten

Der Papst in Greccio

Wie nach dem Angelusgebet an diesem 1. Adventssonntag angekündigt, begab sich Papst Franziskus am Sonntagnachmittag nach Greccio, um ein Apostolisches Schreiben über die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe zu unterzeichnen.

AKTUALISIERUNG vom 1. Dezember, 16.30 Uhr!

Bereits am Mittag erläuterte der Papst auf dem Petersplatz im Vatikan, dass er nach Greccio gehen wolle, „dem Ort, an dem der heilige Franziskus die erste Krippe gemacht hat“. Dort wolle er einen Brief über die Bedeutung und den Wert der Krippe unterschreiben. „Die Krippe ist ein einfaches und wunderbares Zeichen des christlichen Glaubens. Es ist ein kurzer Brief, der gut zur Vorbereitung auf Weihnachten geeignet ist. Begleite mich mit dem Gebet auf diesem Weg“, so der Papst nach dem Mittagsgebet.

In Greccio empfingen ihn die franziskanische Ordensgemeinschaft, Kinder und der zuständige Bischof von Rieti, Domenico Pompili. Den Ordensleuten bei der Grotte, wo die Weihnachtskrippe ausgestellt ist, sagte der Papst:

„Die größte Botschaft des heiligen Franziskus ist das Zeugnis und seine Bitte: ,Predigt das Evangelium, und wenn nötig auch mit Worten´, es geht nicht darum, Proselytismus zu betreiben. Es geht um die Bedürftigen, um die Sünder. Es geht um das Zeugnis. Gott hat uns aus der ,Erde´ erschaffen, wie es im Buch der Genesis heißt: Er hat uns Erde gemacht, wir sind Erde. Er verliebte sich in unserer Erde. Das ist das Zeugnis von Jesu Liebe. Denkt daran: Armut und Demut. Danke.“

Danach unterzeichnete der Papst das Schreiben „Admirabile signum“, in der es um die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe geht. „Wie viele Gedanken drängen sich in den Geist an diesem heiligen Ort! Und doch sind wir vor dem Felsen dieser Berge, die dem Heiligen Franziskus so teuer sind, aufgerufen, vor allem die Einfachheit wiederzuentdecken“, sagte der Papst in seiner Betrachtung bei der feierlichen Unterzeichnung seines Schreibens. Die Krippe, die der heilige Franziskus „auf engstem Raum“, in Anlehnung an die schmale Grotte von Bethlehem, zum ersten Mal herstellte, spreche für sich, führte Franziskus weiter aus. Mit der Weihnachtskrippe bestehe keine Notwendigkeit, Worte zu vervielfachen, „denn die Szene vor unseren Augen drückt die Weisheit aus, die wir brauchen, um das Wesentliche zu erfassen“, erinnerte der Papst weiter:

„Vor der Weihnachtskrippe entdecken wir, wie wichtig es für unser so oft hektisches Leben ist, Momente der Stille und des Gebets zu finden. Stille, um die Schönheit des Gesichts von Jesus, dem Kind, dem Sohn Gottes, zu betrachten, der in der Armut eines Stalls geboren wurde. Gebet, um das ,Dankeschön´ auszudrücken, das über dieses große Geschenk der Liebe, das uns gegeben wird, erstaunt ist.“

In diesem „einfachen und wunderbaren Zeichen“ der Weihnachtskrippe offenbare sich „das große Geheimnis unseres Glaubens“. Gott liebe jeden Menschen. Das sei die zentrale Botschaft der Krippe. Es handele sich um eine Tradition, die zur Volksfrömmigkeit gehöre und „von Generation zu Generation“ weitergegeben werde.

„Gott lässt uns nie allein; er begleitet uns mit seiner verborgenen Gegenwart, aber nicht unsichtbar. In jeder Situation, in Freude wie in Schmerz, ist er der Emmanuel, Gott mit uns. Wie die Hirten von Bethlehem nehmen wir die Einladung an, in die Grotte zu gehen, um das Zeichen zu sehen und zu erkennen, das Gott uns gegeben hat. Dann wird unser Herz voller Freude sein, und wir werden es dort hinbringen können, wo es Traurigkeit gibt; es wird voller Hoffnung sein, um mit denen geteilt zu werden, die es verloren haben.“

Zum Abschluss seiner kurzen Ansprache rief der Papst die Gläubigen auf, sich mit Maria zu identifizieren, die ihren Sohn in die Krippe gelegt habe, weil in einem Haus kein Platz war.

„Mit ihr und mit dem heiligen Josef, ihrem Mann, schauen wir auf das Jesuskind. Möge ihr Lächeln, das in der Nacht erblüht, Gleichgültigkeit zerstreuen und die Herzen für die Freude derer öffnen, die sich vom Vater im Himmel geliebt fühlen.“

(vatican news –mg)

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Analyse: Ein „Synodaler Weg“ am Rande des Abgrunds?

Papst Franziskus lauscht den Worten von Kardinal Reinhard Marx (rechts) während des Ad-limina-Besuchs der deutschen Bischöfe. Foto: L’Osservatore Romano

Von AC Wimmer

FULDA , 27 September, 2019 / 11:16 AM (CNA Deutsch).-

Viele Fragen über den „Synodalen Prozess“ stehen noch offen. Eines ist diese Woche sehr klar geworden: Wenn am Ersten Advent offiziell der Startschuss für den „Synodalen Weg“ fällt, dann wird es weiterhin ein steiniger Pfad sein, am Rande des Abgrunds der Frustration, vor der Rudolf Voderholzer deutlich gewarnt hat.

Das Minderheitenvotum von immerhin 12 Bischöfen zeigt zudem, was die Stimmen katholischer Laien in den Sozialen Medien lautstark seit Wochen bekräftigen: Bedenken gibt es nicht nur in der Bischofskongregation und bei Papst Franziskus. Über die Agenda, Foren und Form der Beteiligung des Zentralkomitees deutscher Katholiken (ZdK) machen sich auch viele Laien im Land Sorgen – und allein der Rückzug der prominenten Theologin Marianne Schlosser spricht Bände darüber, wie nahe auch der „Synodale Weg“ an theologische Abgründe führen kann.

Vor Kardinal Reinhard Marx und Bischof Franz-Josef Bode, die gemeinsam mit Vertretern des ZdK-Präsidiums den Weg vorangehen wollen, steht eine doppelt riskante Aufgabe.

Auf den Punkt gebracht ist das erste Risiko die Frage, wie der in Deutschland bewußt als „Reformprozess“ bezeichnete Höhenweg einerseits den durch jahrzehntelanges Appeasement ausgeuferten Erwartungen auch nur annähernd gerecht werden kann, wie sie zum Beispiel Politiker öffentlich fordern, die im Zentralkomitee der deutschen Katholiken nun auch darüber mitbestimmen wollen.

In Spannung dazu andererseits: Die Bedenken sowohl im Vatikan wie Teilen der Weltkirche, sowie unter vielen einfachen Katholiken.

Abseits von Polemik und Politik stellt sich zwingend daher die Frage, wie sich die Teilnehmer dieses „Prozesses sui generis“ wirklich dem Primat der Evangelisierung stellen werden, gemäß den Erwartungen von Papst Franziskus – zumal es weiterhin kein eigenes Forum zum Thema gibt: Das ist die Herausforderung, der sich die neuen Statuten des Prozesses stellen müssen.

Das Echo auf die von Kardinal Marx geäußerte und begründete Hoffnung, dass am deutschen „Synodalen Weg“ tatsächlich ein Vorbild für die Weltkirche zu finden sein wird, ist – bislang – ausgeblieben. Vereinzelt haben sich allenfalls kritische Stimmen zu Wort gemeldet.

Wie tief Abgründe klaffen können, zeigt ein Blick über den Atlantik. Dramatisch äußerte sich der Erzbischof Samuel J. Aquila von Denver (Colorado, USA): In seiner Kolumne im „Denver Catholic“ am 26. September schrieb der Erzbischof von einem „möglichen deutschen Schisma“.

„Leider laufen die jüngsten Entwicklungen in der Kirche in Deutschland, angeführt von Kardinal Marx und den meisten deutschen Bischöfen, Gefahr, die Einheit der universalen Kirche zu beeinträchtigen. Diese Bischöfe und eine große Gruppe von Laien planen, eine Synode abzuhalten, die verbindliche Abstimmungen darüber trifft, ob Inhalte der Glaubenslehre verändert werden sollen“, schreibt Aquila.

Dies sei nicht nur „enttäuschend“, so der Erzbischof. Eine falsch verstandene Freiheit sei „die Ursache von Schismen im Lauf der gesamten Kirchengeschichte“ und davor bereits im Volke Israels gewesen.

„Doch wie wir aus den Worten Christi wissen, ist es wichtig, dass die Gläubigen geeint bleiben“, bekräftigt der Erzbischof.

Dass davon gar keine Rede sein kann: Das haben mehrere Bischöfe, allen voran Kardinal Marx, wiederholt betont und klargestellt. Die gegenseitige Wahrnehmung bleibt indessen eine offensichtlich große Herausforderung, auch im Interesse der Einheit.

„Warum sind die deutschen Bischöfe in einer solchen Eile?“ – Dieser Frage widmet sich im britischen „Catholic Herald“ Christopher Altieri. Er schreibt, die deutschen Bischöfe würden aus der besonderen Situation ihres Landes heraus agieren. Die Katholische Kirche in Deutschland sei zwar derzeit noch reich, aber wohl nicht mehr lange: Es drohe ein Kollaps an Kirchensteuereinnahmen durch die vielen Austritte und den Geburtenmangel, der auch einen Verlust an Einfluss in Rom wie der Weltkirche bringen werde.

In einer Hinsicht werden sich alle Beobachter einig sein: Es wird ein „heißer“ Advent.

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Quelle

Allerheiligen und Allerseelen: Papst ruft zum Friedhofbesuch auf

Papst Franziskus beim Mittagsgebet (AFP or licensors)

Papst Franziskus wird die Allerseelenmesse an einem besonderen Ort zelebrieren: wie er selbst beim Angelus zum Hochfest Allerheiligen an diesem Freitag bekannt gab, wird er am Samstag in den Katakomben der Priscilla die Messe feiern. Dabei rief er die Gläubigen dazu auf, wenn möglich einen Besuch und ein Gebet an den Gräbern ihrer Lieben einzuplanen.

Die Feste von Allerheiligen und Allerseelen seien eine Gelegenheit, sich an das Band zu erinnern, „das zwischen der Kirche des Himmels und der Kirche der Erde bestehe, zwischen uns und unseren Lieben, die ins andere Leben eingetreten sind“, so der Papst: 

„Morgen Nachmittag werde ich mich für die Feier der Eucharistie in die Priscilla-Katakomben begeben, eine der Begräbnisstätten der ersten Christen Roms. In diesen Tagen, in denen leider auch negative Botschaften mit Blick auf den Tod und die Toten verbreitet werden, lade ich dazu ein, wenn möglich einen Besuch und ein Gebet auf dem Friedhof nicht zu vernachlässigen.“

Radio Vatikan wird die Messfeier aus der Priscilla-Katakombe live und mit deutschem Kommentar übertragen. Ebenfalls übertragen wird, wie gewohnt, das Mittagsgebet am kommenden Sonntag. Live und mit deutschem Kommentar werden wir auch die Messe übertragen, die Papst Franziskus am Montag im Petersdom für die im Lauf des Jahres verstorbenen Kardinäle und Bischöfe hält: Sie beginnt am 4. November um 11.30 Uhr. Die Übertragungen können Sie verfolgen über unsere Homepage sowie über unseren Youtube-Kanal.

(vaticannews – cs)

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Papst Franziskus: „Reine Luft gegen den Smog der Welt“

Heilige Messe zum Sonntag der Weltmission mit indigenen Gästen (Vatican Media)

Anlässlich des Weltmissionssonntags hat Papst Franziskus dazu aufgerufen, die Botschaft Jesu mutig und ohne Angst in der Welt zu bezeugen. Als „Jünger unter Jüngern“ sollten Christen – nicht durch Zwang, sondern Zeugnis – denen „reine Luft geben, die im Smog der Welt versinken“, sagte Franziskus am Sonntagmorgen bei einer Messe im Petersdom, an der Bischöfe und Ordensleute aus aller Welt sowie Indigene der Amazonasregion teilnahmen.

Anne Preckel – Vatikanstadt

Die diesjährige Messe zum Weltmissionssonntag im Petersdom war eingefärbt durch die Amazonien-Synode im Vatikan: Guarani-Sänger in traditionellen Indigenen-Gewändern wechselten sich ab mit Vortragenden aus Afrika und Asien, Synodenväter, Missionare aus aller Welt und Gäste der Sondersynode hörten zu. In das feine Gewebe aus Kulturen und Nationen sprach der Papst seine Predigt über den Duktus, den christliche Mission heute haben sollte.

„Welche Anweisungen gibt uns der Herr für dieses Zugehen auf alle?“ fragte der Papst. Eine einzige, „sehr einfache“, fuhr er fort: „Macht sie zu Jüngern. Aber Vorsicht: zu seinen Jüngern, nicht zu unseren. Die Kirche verkündet nur dann in guter Weise das Evangelium, wenn sie als Jüngerin lebt“, bekräftigte er.

Zeugnis, kein Proselytismus

Bei der Mission gehe es darum, „die Freude der Jüngerschaft“ mit anderen zu teilen – und zwar auf Augenhöhe, schärfte der Papst seinen Zuhörern ein – christliche Mission sei Zeugnis, kein Proselytismus:

„Nicht, indem man erobert, Zwang ausübt, Proselyten macht, sondern indem man Zeugnis gibt, indem man sich als Jünger unter Jüngern auf die gleiche Ebene begibt und in Liebe die Liebe schenkt, die wir empfangen haben. Dies ist die Mission: denen reine Luft aus der Höhe geben, die im Smog der Welt versinken; der Welt den Frieden bringen, der uns jedes Mal, wenn wir im Gebet Jesus auf dem Berg begegnen, mit Freude erfüllt; mit unserem Leben und auch in Worten zeigen, dass Gott jeden liebt und niemanden je aufgibt.“

“ Nicht, indem man erobert, Zwang ausübt, Proselyten macht, sondern indem man Zeugnis gibt ”

In seiner Predigt griff der Papst drei Motive aus den Lesungen auf, um diesen Auftrag an die Christen zu verdeutlichen: den Berg als Ort der Begegnung mit Gott, das Hinaufsteigen als menschliche Selbstüberwindung und das Wörtchen „alle“ als Zielpunkt der Mission, die der ganzen Menschheit gilt.

Gebet als Ausgangspunkt der Mission

Erstes Motiv: der Berg, Ort par excellence der Begegnung mit Gott, in der Heiligen Schrift vielfach genannt und im Leben Jesu ein zentraler Ort – des Gebetes und der Verkündigung, der Passion und der Auferstehung.

„Was sagt uns der Berg?“ fragte Franziskus, und er antwortete: „Dass wir dazu berufen sind, Gott und den anderen näher zu kommen: Gott, dem Allerhöchsten, nähern wir uns im Schweigen und im Gebet und entfliehen damit dem Smog von Klatsch und Tratsch. Wir nähern uns aber auch den anderen, die vom Berg aus in einer anderen Perspektive erscheinen, aus der Perspektive Gottes, der alle Nationen ruft.“

“ Perspektive Gottes, der alle Nationen ruft ”

Dieser Blick von oben zeige die Gesamtheit, das Wesentliche, „die Harmonie der Schönheit nur vom Ganzen“, formulierte der Papst. Der Berg erinnere uns daran, „dass Brüder und Schwestern nicht selektiert, sondern ,umarmt‘ gehören“, so Franziskus, er verbinde „Gott und die Brüder und Schwestern in einer einzigen Umarmung, in der Umarmung des Gebets“ und sei Ausgangspunkt der Mission:

„Die Mission beginnt auf dem Berg: Dort entdeckt man, was zählt. Inmitten dieses Missionsmonats wollen wir uns fragen: Was zählt für mich im Leben? Zu welchen Gipfeln bin ich unterwegs?“

Die Schwerkraft des Egoismus überwinden

Christen müssten „den Berg hinaufsteigen“, kam der Papst dann auf das zweite Leitmotiv zu sprechen. Dabei gelte es, „ein horizontales Leben hinter uns lassen, gegen die Schwerkraft des Egoismus kämpfen, einen Exodus aus unserem eigenen Selbst“ zu vollziehen, so Franziskus: „Ein Aufstieg kostet also Mühe, aber es ist die einzige Möglichkeit, alles besser zu sehen. Es ist wie beim Bergwandern, wo man auch erst oben die schönste Aussicht hat und versteht, dass man sie ohne diesen ständig aufsteigenden Pfad nicht erlangt hätte.“

“ Ein Aufstieg kostet Mühe ”

Wie für diesen Aufstieg unnötiger Ballast abgelegt werden müsse, „muss man auch im Leben ablegen, was nicht gebraucht wird“, erklärte der Papst: „Das ist auch das Geheimnis der Mission: um aufzubrechen muss man loslassen, um zu verkündigen muss man verzichten. Die glaubwürdige Verkündigung besteht nicht aus schönen Worten, sondern aus einem guten Leben: einem Leben im Dienst, das auf viele materielle Dinge verzichten kann, die das Herz klein, gleichgültig und in sich verschlossen machen; einem Leben, das sich von dem Unnützen, das das Herz überflutet, löst und Zeit für Gott und die anderen findet.“

Sich allen zum Geschenk machen

Drittes Motiv: „Alle Menschen, alle Nationen“ (vgl. Jes 2,2), die Adressaten der christlichen Mission. Gott wolle, „dass alle Menschen gerettet werden“ (vgl. 1 Tim 2,4) und habe dies „beharrlich“ wiederholt. Der Papst: „Alle, denn jeder einzelne ist ein kostbarer Schatz, und der Sinn des Lebens besteht darin, diesen Schatz anderen weiterzugeben. Das also ist die Mission: den Berg hinaufsteigen, um für alle zu beten, und den Berg hinabsteigen, um sich allen zum Geschenk zu machen.“

“ Folgen wir der Einladung Jesu oder kümmern wir uns nur um unsere eigenen Angelegenheiten? ”

Hinauf- und hinabsteigen: Der Christ sei „immer in Bewegung, im Aufbruch“, fuhr der Papst fort. Und er rief seine Zuhörer zur Gewissenserforschung auf: „Gehen wir auf die Menschen zu, die wir treffen? Folgen wir der Einladung Jesu oder kümmern wir uns nur um unsere eigenen Angelegenheiten? … Jesus sagt auch zu dir: ,Geh, verpass’ nicht die Gelegenheit, Zeugnis abzulegen!‘ Bruder, Schwester, der Herr erwartet von dir das Zeugnis, das niemand an deiner Stelle geben kann.“

Mut, keine Angst

Legt dieses Zeugnis mit Mut, Liebe und ohne Angst ab, ermutigte der Papst jeden Einzelnen: „Denn dein Leben ist eine kostbare Mission: keine Last, die man ertragen muss, sondern ein Geschenk, das es weiterzugeben gilt. Nur Mut und keine Angst: Lasst uns auf alle zugehen!“

(vatican  news – pr)

Generalaudienz von Papst Franziskus: „Gott will alle retten“

„Gott will, dass seine Kinder alle Absonderung überwinden und sich der Universalität des Heils öffnen.“ Das sagte Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz an diesem Mittwoch auf dem Petersplatz.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Gott wolle „alle retten“, sagte Franziskus eindringlich. Der Heilige Geist begleite das Evangelium „auf seiner Reise durch die Welt“, und wir sollten uns seiner „Kreativität“ dabei nicht in den Weg stellen.

Der Papst kommentiert in diesen Wochen bei seinen Generalaudienzen Bibelstellen aus der Apostelgeschichte. Diesmal war eine Vision des hl. Petrus aus dem 10. Kapitel dran: Sie lässt den Apostelfürsten verstehen, „dass nicht die Kategorien rein und unrein zählen, sondern der Mensch und die Absicht seines Herzens“. „Denn das, was den Menschen unrein macht, kommt nicht von außen, sondern von innen – das hat Jesus klar gesagt.“

“ Das erste Mal, dass so etwas passiert ”

Franziskus referierte, wie Petrus, durch seine Vision ermuntert, den Heiden Cornelius tauft – ein entscheidender Schritt des Christentums von seinen jüdischen Ursprüngen hin zur Universalität.

„In diesem Haus eines Heiden predigt Petrus den gekreuzigten und auferstandenen Christus und die Vergebung der Sünden für alle, die an ihn glauben. Und während er spricht, kommt der Heilige Geist auf Cornelius und seine Familie herab. Daraufhin tauft Petrus sie im Namen Jesu Christi. Ein außerordentlicher Schritt – es ist das erste Mal, dass so etwas geschieht!“

Petrus hat dazugelernt

Kein Wunder, dass die Gemeinde von Jerusalem dem Petrus daraufhin Vorhaltungen gemacht habe. „Also so etwas! Petrus hat etwas getan, das über das Übliche, über das Gesetz hinausging! Das werfen sie ihm vor. Petrus selbst aber ist nach seiner Begegnung mit Cornelius freier von sich selbst und noch stärker mit Gott und den anderen verbunden. Er hat im Wirken des Heiligen Geistes den Willen Gottes erfahren.“

Der Apostel, als dessen Nachfolger sich die Päpste begreifen, habe damals verstanden, dass Israel durch seine Auserwählung Vermittler des Segens Gottes unter den Völkern sein solle.

“ Sich von den Überraschungen Gottes verzaubern lassen ”

„Liebe Brüder und Schwestern, vom Apostelfürsten lernen wir, dass jemand, der das Evangelium verbreitet, sich dem kreativen Wirken Gottes nicht in den Weg stellen darf, sondern die Begegnung der Herzen mit dem Herrn fördern sollte. Und wir – wie verhalten wir uns denn unseren Schwestern und Brüdern gegenüber? Vor allem den nichtchristlichen gegenüber? Sind wir ein Hindernis für die Begegnung mit Gott? Behindern wir ihre Begegnung mit dem Vater, oder erleichtern wir sie ihnen?

Gott „will, dass alle Menschen gerettet werden“, zitierte Papst Franziskus aus dem 1. Brief des Paulus an Timotheus (2,4). „Bitten wir heute um die Gnade, uns von den Überraschungen Gottes verzaubern zu lassen und seine Kreativität nicht zu behindern, sondern die immer neuen Wege zu erkennen und zu fördern, durch die der Auferstandene seinen Geist über der Welt ausgießt und sich als ,der Herr aller‘ (Apg 10,36) zu erkennen gibt!“

(vatican news)

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Papst Franziskus verurteilt Beihilfe zum Suizid

Franziskus bei seiner Audienz für Mediziner (Vatican Media)

Mit deutlichen Worten hat Papst Franziskus ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung von Schwerkranken verurteilt. Kein Arzt dürfe sich zum „Ausführer eines nicht existenten Rechts“ aufschwingen.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Das sagte der Papst am Freitag zu italienischen Chirurgen im Vatikan. „Die Medizin ist von ihrem Wesen her Dienst am menschlichen Leben: Dienst am ganzen Menschen und an jedem Menschen“, so Franziskus. „Ärzte brauchen neben ihrer technisch-beruflichen Kompetenz einen Wertekodex, mit dem sie den Sinn einer Krankheit und ihrer eigenen Arbeit einordnen und aus jedem klinischen Fall eine menschliche Begegnung machen können.“

Gerade bei schweren Krankheiten müssten Patienten „bewusst, mit Intelligenz und Herz“ begleitet werden. „Mit dieser Einstellung kann man die Versuchung zurückweisen, zu der auch Änderungen der Rechtslage beitragen: dass man nämlich die Medizin nutzt, indem man den möglichen Todeswunsch des Kranken ausführt oder dazu Beihilfe leistet. Das sind voreilige Lösungen für Fragen, bei denen es – anders als man denken könnte – nicht um die Freiheit der Person geht, oder ein falsches Mitleid… Es gibt kein Recht, über das eigene Leben verfügen; kein Arzt kann sich also zum Ausführer eines nicht existenten Rechts machen.“

Franziskus zitiert Lebensschutz-Enzyklika von Johannes Paul II.

Der Papst zitierte auch seinen Vorgänger, den hl. Johannes Paul II. Dieser hatte 1995 in seiner Enzyklika „Evangelium Vitae“ geschrieben:

„In dem heutigen kulturellen und sozialen Umfeld, in dem die Wissenschaft und die ärztliche Kunst Gefahr laufen, die ihnen eigene ethische Dimension zu verlieren, können sie bisweilen stark versucht sein, zu Urhebern der Manipulation des Lebens oder gar zu Todesvollstreckern zu werden. Angesichts dieser Versuchung ist ihre Verantwortung heute enorm gewachsen und findet ihre tiefste Inspiration und stärkste Stütze gerade in der dem Ärzteberuf innewohnenden, unumgänglichen ethischen Dimension, wie schon der alte und immer noch aktuelle hippokratische Eid erkannte, demgemäß von jedem Arzt verlangt wird, sich zur absoluten Achtung vor dem menschlichen Leben und seiner Heiligkeit zu verpflichten.“

Menschenrecht auf Gesundheitsfürsorge

Um’s Thema Gesundheit drehte sich auch eine weitere Ansprache, die der Papst an diesem Freitag gehalten hat. Zu Mitarbeitern einer US-Hilfsorganisation sprach er über ein „weltweites Menschenrecht auf Gesundheitsleistungen“; es sei „eine wesentliche Dimension“ für die menschliche Entwicklung.

„Allerdings wird dieses Recht auf weltweitem Level nur wenigen garantiert und vielen vorenthalten! Und selbst dort, wo die Gesundheitsfürsorge garantiert ist, wird sie oft von technischen Erwägungen dominiert, was den letzten Sinn dieser Fürsorge entstellt. Diese Fürsorge ist nämlich nicht nur eine technische Aktivität, sondern hat etwas mit Hingabe und Nächstenliebe zu tun.“

(vatican news – sk)

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