Österreich: Fronleichnam heuer ohne festliche Prozessionen

Dompfarre Salzburg

Kirchliche Vorschriften sehen höchsten kurze Prozessionen in schlichter Form unter Einhaltung alles Schutzmaßnahmen vor – Schönborn spendet Fronleichnamssegen vom Riesentor des Stephansdoms aus.

Wien, 08.06.2020 (KAP) Das Fronleichnamsfest am kommenden Donnerstag, 11. Juni, muss heuer coronabedingt in schlichter Form gefeiert werden. Vor allem die traditionellen festlichen Prozessionen sind davon betroffen. Diese finden überhaupt nicht oder nur in sehr eingeschränkter Form statt. In den geltenden Vorschriften der Österreichischen Bischofskonferenz für die Feier von Gottesdiensten heißt es, dass die Eucharistie bei günstigem Wetter unter freiem Himmel gefeiert werden kann. Findet die Messe unweit der Kirche statt, könne anschließend „das Allerheiligste in einfacher Form dorthin übertragen werden“. Sollte eine Prozession mit möglichst nur einer Statio geplant sein, dann nur unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen.

Im Wiener Stephansdom wird Kardinal Christoph Schönborn dem Fronleichnamsgottesdienst vorstehen (10.15 Uhr). Normalerweise würde nach dem Gottesdienst die feierliche Prozession als traditioneller „Stadtumgang“ durch die Wiener Innenstadt führen; mit Stationen vor der Michaelerkirche, der Peterskirche und dem Platz vor dem Singertor des Stephansdoms. Der „Stadtumgang“ entfällt heuer freilich. Kardinal Schönborn wird aber am Ende des Fronleichnamsgottesdienstes vom Riesentor aus die Stadt Wien und alle Menschen segnen.

Im Linzer Mariendom steht Bischof Manfred Scheuer um 10 Uhr dem Hochamt zu Fronleichnam vor. Wenn es das Wetter zulässt, soll im Anschluss an den Gottesdienst eine Statio auf dem Platz vor dem Dom stattfinden. Feierliche Prozession wird es keine geben.

In Salzburg findet bereits am Vorabend zu Fronleichnam, am Mittwoch, eine Pontifikalvesper statt. Erzbischof Franz Lackner leitet das Chorgebet im Salzburger Dom um 18 Uhr. Zu Fronleichnam feiert der Erzbischof um 9 Uhr den Gottesdienst im Dom, danach findet eine kurze Prozession um den Dom mit einer Statio statt.

Auch in Innsbruck hat man in etwa die gleiche Variante gewählt: Der Festgottesdienst im Dom mit Bischof Hermann Glettler beginnt um 9 Uhr. Im Anschluss ist bei guter Witterung eine Prozession zur Annasäule mit Statio und eucharistischem Segen geplant.

Seeprozessionen entfallen

Zu den eindrucksvollsten Fronleichnamsprozessionen zählen jedes Jahr die Seeprozessionen in Oberösterreich. Sie können auf eine reiche Tradition zurückblicken. Die Prozession auf dem Hallstätter See wird 1623 erstmals erwähnt, die auf dem Traunsee 1632. Coronabedingt werden die Seeprozessionen heuer aber nicht stattfinden; auch nicht jene in Aschach an der Donau und auf dem Millstättersee in Kärnten.

„Lebendiger Leib des Herrn“

Fronleichnam bzw. das „Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“, wie es offiziell heißt, ist in Österreich und in mehr als einem Dutzend anderer Länder – darunter Portugal, Brasilien, Polen, Kroatien und mehrere deutsche Bundesländer – ein gesetzlicher Feiertag. Es fällt stets auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten.

Zu Fronleichnam bezeugen Katholiken ihren Glauben an die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Das Wort „Fronleichnam“ leitet sich vom mittelhochdeutschen „vron“, das heißt „Herr“, und „lichnam“, also „lebendiger Leib“, ab und bedeutet „Lebendiger Leib des Herrn“. Vielerorts wird der Gottesdienst auf öffentlichen Plätzen gefeiert.

An die Heilige Messe schließt sich – normalerweise – die Fronleichnams-Prozession an, bei der Gläubige die vom Priester oder Diakon getragene Monstranz mit dem Allerheiligsten mit Gebeten und Gesängen durch die Straßen begleiten. Ein „Himmel“ genannten Stoffbaldachin beschirmt dabei die Monstranz. Vielfach werden entlang der Prozessionsrouten Birkenbäumchen aufgestellt und die Fenster mit Blumen und Kerzen geschmückt.

Die Fronleichnamsprozession ist vielerorts mit alten Volksbräuchen verbunden. So sind bei vielen Prozessionen Blumengaben der Kinder zu sehen, dabei werden Blütenblätter auf den Prozessionsweg gestreut. In manchen Orten in Kärnten und in der Steiermark legen die Frauen früh am Morgen Blumenteppiche mit mosaikartigen Mustern, Sinnbildern und Sprüchen aus Blüten nieder.

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Quelle

Österreich: Bischöfe räumen Lernbedarf in der Krise ein

Unmittelbar vor dem Pfingstfest modifiziert die Österreichische Bischofskonferenz die strengen Vorgaben für Gottesdienste.

Die österreichischen Bischöfe räumen in ihrem Hirtenwort ein, dass die Corona-Krise „uns auch als Kirche überrascht und überfordert“ habe. Foto: Roland Schlager (APA)

Wiener Stephansdom

Zu Pfingsten fielen die Masken: Sobald die Gläubigen ihren Sitzplatz in der Kirche erreicht hatten, durften sie den seit der Wiederzulassung öffentlicher Gottesdienste obligatorischen Mund-Nasen-Schutz abnehmen. Sogar beim Kommuniongang durften die Gesichter unverhüllt bleiben. Unmittelbar vor dem Pfingstfest modifizierte die Österreichische Bischofskonferenz am Freitag – einer Verordnung des Gesundheitsministeriums folgend – die strengen Vorgaben für Gottesdienste.

Mindestabstand auf einen Meter reduziert

So wurde der Mindestabstand für Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, von zwei auf einen Meter reduziert. Die Vorschrift, dass eine Person pro 10 Quadratmeter Kircheninnenraum anwesend sein darf, wurde aufgehoben. Hochzeiten, Taufen und Begräbnisse dürfen nun mit bis zu hundert Teilnehmern stattfinden. Es ist weiter nur Handkommunion erlaubt.

Die Weihwasserbecken bleiben leer. Stattdessen sind Desinfektionsmittelspender an den Kircheneingängen aufzustellen. Der Friedensgruß wird mit „gegenseitigem Anblicken und Zuneigen“ vollzogen. „Gläubige, die aus gesundheitlichen Gründen Bedenken haben oder verunsichert sind, bleiben bis auf weiteres von der Sonntagspflicht entbunden“, heißt es in der überarbeiteten Rahmenordnung der Bischofskonferenz. Wer krank ist oder sich krank fühlt, muss sogar auf die Teilnahme an Gottesdiensten verzichten und darf keine liturgischen Dienste ausüben.

In ihrem Hirtenwort zum Pfingstfest gingen Österreichs Bischöfe auf die Kritik vieler Gläubiger am Agieren der Kirche in der Corona-Krise ein: „Manche hatten den Eindruck, dass wir vorrangig mit unseren eigenen Angelegenheiten beschäftigt gewesen wären. Wir bitten um Entschuldigung, wo dies der Fall war und dadurch die Sorge für die konkreten Anliegen der Menschen zu kurz gekommen ist.“ Die Regulierungen der liturgischen Praxis seien aber notwendig gewesen, „um ein Mittragen der behördlichen Maßnahmen zu signalisieren“.

Die Bischöfe räumen in ihrem Hirtenwort ein, dass die Corona-Krise „uns auch als Kirche überrascht und überfordert“ habe. Wie alle Institutionen musste auch die Kirche „im Krisenbewältigungsbetrieb schrittweise lernen, was zu tun ist“. Lob gibt es seitens der Bischöfe für die Telefonseelsorge, die Caritas, viele Pfarreien und jene Priester, die intensiv die digitalen Medien nutzten. Wörtlich heißt es in dem Hirtenwort: „Wir arbeiten weiterhin an einer lern- und erneuerungsbereiten Kirche, die ebenso gefordert ist, sich geistvoll auf eine ‚erneuerte Normalität‘ einzustellen.“

Die Stimmung in der Öffentlichkeit stellt sich Österreichs Bischöfen so dar: „Die rigorosen Einschränkungen der Grundrechte wurden von der Bevölkerung mitgetragen. Jetzt jedoch mehren sich die kritischen Stimmen, die nachträglich die Verhältnismäßigkeit der verordneten Maßnahmen in Frage stellen.“ Die erste Phase des Krisenmanagements in Österreich sei „gut gelungen“, doch gebe es „in letzter Zeit ein hohes Maß an Aggression und eine verbissene Suche nach Fehlern“. Die Bischöfe warnen vor einem „Ungeist der Gehässigkeit und des Hochmuts“, auch vor einem permanenten Empören, Verdächtigen und Anklagen.
Vielen Menschen falle es schwer, „eine Zeit der Ungewissheit und der vielen offenen Fragen auszuhalten“. So würden sich einige in „teils krude Verschwörungstheorien“ flüchten. Die Bischöfe empfehlen, sich „weder vom Virus des Misstrauens noch von jenem der Verzweiflung“ wirr machen – wörtlich: „verviren“ (sic!) – zu lassen. Stattdessen laden sie zu einer „Spiritualität der Dankbarkeit“ ein, denn: „Dankbarkeit ist der Königsweg zu Gott, die Not höchstens der Fluchtweg.“

Die Kollateralschäden der Pandemie im Blick

Das Hirtenwort nimmt gleichzeitig die Kollateralschäden der Pandemie in den Blick: emotionale Isolation, Abhängigkeitserkrankungen, Depressionen, häusliche Spannungen, geschlossene Grenzen, gestiegene Arbeitslosigkeit. Auch habe die Pandemie „den „Ungeist des Anschwärzens, Vernaderns und Denunzierens“ gefördert und globale Bedrohungen verschärft. Wörtlich schreiben die Bischöfe: „Christlicher Glaube wischt keine Probleme weg, verleiht aber eine unerwartete Trotzdem-Kraft in aller Not und gibt den langen Atem sowie Ausdauer für den vor uns liegenden Weg.“

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Durchwegs positive Erfahrungen am ersten „Gottesdienstwochenende“

Freiluftmesse in der Pfarre Christus am Wienerberg.

Eine Freiluftmesse gab es zum Beispiel in der Pfarre Christus am Wienerberg.

Österreichweiter Rundblick zeigt viel Engagement der Verantwortlichen und hohe Disziplin bei Gläubigen. Stephansdom: Immer genug Platz für Gottesdienstbesucher. Viele Pfarren setzen auf Freiluftmessen.

Mit viel Engagement der kirchlichen Mitarbeiter und Disziplin der Gläubigen sind die ersten öffentlichen Gottesdienste am vergangenen Wochenende vonstattengegangen. Gröbere Verstöße gegen die Vorschriften oder auch Unstimmigkeiten wegen der limitierten Zahl der Messbesucher wurden nicht bekannt, wie ein österreichweiter Rundblick zeigt.

 

Für jeden Gottesdienstteilnehmer müssen 10 Quadratmeter Kirchenfläche zur Verfügung stehen. Im Wiener Stephansdom gab es am Freitag, Samstag und Sonntag insgesamt bereits 22 Gottesdienste – mit sehr guten Erfahrungen, wie Dompfarrer Toni Faber sagte. Die Menschen hätten sich an die Maskenpflicht gehalten, auch die Abstandsregeln wurden eingehalten und die Kommunionspendung habe klaglos funktioniert, so der Dompfarrer.

 

Im Dom durften 300 Personen pro Gottesdienst teilnehmen. Bei keinem einzigen Gottesdienst habe man Menschen abweisen müssen, die erlaubte Gesamtzahl sei nie überschritten worden, so Faber. Das habe sicher auch damit zu tun, dass es derzeit keine Touristen gibt und vor allem viele ältere Menschen mit einem Messbesuch noch zuwarten würden.

 

Momentan kein Anmeldesystem im Stephansdom

Man werde deshalb auch weiterhin auf ein Anmeldesystem im Stephansdom verzichten, so Faber. Der Einlass durch das Riesentor wird mit einem Ordnerdienst geregelt. Eine elektronische Lichtschranke mit digitaler Anzeige sorgt – gemeinsam mit Ordnern – für den geregelten Personeneinlass, sodass nie mehr als 300 Personen im Dom sind.

 

Ein kleiner Zwischenfall am Sonntagabend stört freilich die sonst makellose Bilanz am ersten Gottesdienstwochenende im Stephansdom: Drei Personen, die sich im hinteren Bereich des Doms den Aufforderungen der Ordner widersetzten, Masken zu tragen – wobei eine Person aus gesundheitlichen Gründen davon befreit war – und den Gottesdienst lautstark störten, wurden schließlich von der Polizei aus dem Dom gebracht, wie Faber berichtete.

 

Platz genug in Wien-Margareten

Sehr zufrieden mit der Akzeptanz der neue Regeln für öffentliche Gottesdienste zeigt man sich im Pfarrverband Wien Margareten, der die Pfarren Auferstehung Christi und St. Josef umfasst. In beiden Pfarren hat man am Sonntag eine zusätzliche Messe eingeführt, wie Dechant Wolfgang Unterberger erläuterte. Das wäre im Nachhinein nicht unbedingt notwendig gewesen, „aber wir wollten auf Nummer sicher gehen und niemanden abweisen.“

 

In der Kirche Auferstehung Christi können aufgrund der Größenbeschränkung 40 Personen zum Gottesdienst kommen und in St. Josef 70. Die Voranmeldung in beiden Kirchen habe sehr gut funktioniert „und für jene, die spontan ohne Voranmeldung gekommen sind, war dann durch die zusätzliche Messe auch noch Platz“.

 

Insgesamt entspreche der Gottesdienstbesuch einem sehr schwachen Sonntag oder der Ferienzeit, „umso größer war die Freude und Dankbarkeit bei denen, die am Sonntag erstmals wieder real die Messe mitfeiern konnten.“

 

Keine Probleme habe es beim Willkommensdienst, der Desinfektion und der Platzzuteilung gegeben. Letztere habe den Gläubigen ein Lächeln entlockt, „weil die freien Plätze mit lachenden Smileys gekennzeichnet waren, dazwischen gab es traurige Smileys, die für den nötigen Abstand sorgten“, so Unterberger.

 

Erstmals habe auch die Afrikanische Gemeinde wieder in Auferstehung Christ feiern können und am Sonntagnachmittag gleich zwei Messen statt üblicherweise eine angesetzt. Das im Pfarrverbandsgebiet Rektorat St. Johannes hat diesmal noch auf einen öffentlichen Gottesdienst verzichtet und wie bisher die Messe im kleinsten Kreis gefeiert und im Internet gestreamt. Aber auch dort plant man bereits eine Wiederaufnahme von öffentlichen Gottesdiensten.

 

Vorsichtsmaßnahmen bei Gottesdiensten

Bei Gottesdiensten in Kirchen ist ein Meter Sicherheitsabstand gesetzlich vorgeschrieben, zwei Meter werden von Bischofskonferenz empfohlen. Das Tragen von Masken ist verpflichtend (mit Ausnahme von Kindern bis 6 Jahren). Die Gläubigen sind angehalten, nicht laut mitzubeten und auch nicht zu singen. Der Friedensgruß entfällt bzw. wird durch eine freundliche Geste auf Distanz ersetzt. Die Kommunionspendung erfolgt nur in Form der Handkommunion. Dabei tragen auch die Kommunionspender einen Mundschutz, die Gläubigen dürfen die Maske dafür kurz öffnen. Es wird beim Kommunionempfang geschwiegen und es gelten auch weitere strenge Hygienevorschriften: Kurz vor der Kommunion desinfizieren sich die Priester gründlich die Hände. Erst dann wird die Hostie an die Gläubigen weitergereicht.

Erfahrungen in den Bundesländern

Zwischen 90 und 120 Personen nehmen gewöhnlich am Sonntagsgottesdienst in der Pfarre Krems-St. Paul teil. Nun waren es – coronabedingt mit der 10-Quadratmeter-Regel – 65. Pfarrer Christoph Weiss berichtete am Sonntagabend in der ORF-Sendung „Niederösterreichn heute“, dass viele Menschen bei der Anmeldung noch zurückhaltend seien und sich noch nicht zum Messbesuch entschieden hätten. Die größte Umstellung sei die Distanz zwischen den Menschen und auch die Form der Kommunionspendung sei noch etwas ungewöhnlich, zog der Pfarrer sonst aber eine sehr positive Bilanz.

 

Im Vorarlberger Altach hat sich die Pfarre für die Kommunion eine Besonderheit ausgedacht: Es wurden Plexiglasscheiben aufgestellt, unter denen hindurch den Gläubigen die Kommunion gereicht wurde. „Der direkte zwischenmenschliche Kontakt fehlt, der Gesang fehlt, aber es ist schön, dass wir uns alle wieder sehen können“, so die Bilanz von Pfarrer Rainer Büchel in der ORF-Sendung „Vorarlberg heute“ am Sonntagabend. Die Gläubigen zeigten sich ob der Tragens der Schutzmasken diszipliniert, wenn auch wenig begeistert. Alle hofften, dass es bald zu weiteren Lockerungen kommen wird.

 

P. Quirinus Greiwe, Kaplan in Herzogenburg, berichtete, dass der Gottesdienstbesuch am Sonntag rund 60 Prozent der Vor-Corona-Zeit ausmachte. „Da wir eine sehr kleine Kirche haben, habe ich eine zusätzliche hl. Messe am Vorabend eingeführt, sodass die Besucher sich aufteilen konnten, was auch sehr gut gelungen ist“, berichtete Greiwe im Kathpress-Interview. Die Kirchgänger seien ausgesprochen diszipliniert gewesen, was etwa das Tragen der Masken anbelangte. „Auch bei der Kommunion haben sie Abstand gewahrt und geduldig abgewartet, bis sie herantreten konnten. Alles war sehr ruhig und unaufgeregt.“

 

Da in Herzogenburg auf den Gesang vollständig verzichten wurde und nur die Orgel spielte, sei die Feieratmosphäre „sehr gedämpft gewesen, weniger österlich-fröhlich, aber keinesfalls gedrückt“, so P. Greiwe. Die Abläufe in der Sakristei und in der Liturgie habe man zuvor geübt „und wir waren daher schon recht gut eingespielt“. Jetzt hoffe man auf weitere Erleichterungen im Sommer, „sodass die ganze Gemeinde wieder zusammenkommen kann“.

 

Freiluftmessen als Alternative

Eine andere Form, möglichst vielen Menschen die Teilnahme am Gottesdienst zu ermöglichen, sind Freiluftmessen. Der Eisenstädter Generalvikar Martin Korpitsch feierte am Sonntag im burgenländischen Zagersdorf mit der örtlichen kroatischsprachigen Gemeinde einen Freiluftgottesdienst. Es sei sehr berührend gewesen, wieder miteinander feiern zu können, so Korpitsch. Zum Sonntagsgottesdienst waren in etwa so viele Gläubige gekommen wie auch vor Corona.

 

So wie Zagersdorf gebe es auch andere Pfarren, die in der nächsten Zeit auf Freiluftgottesdienste setzen würden, berichtete der Generalvikar. In wieder anderen Pfarren werde eine zweite Messe am Sonntag angeboten. „Die Pfarren schöpfen alle Möglichkeiten aus“, so Korpitsch. Es sei ihm jedenfalls nicht bekannt, dass es am Wochenende bei Gottesdiensten zu größeren Verstimmungen gekommen sei, weil Gläubigen der Einlass in Kirchen verweigert werden musste.

 

Ungewohnt sei für manche Pfarren hingegen noch, wie die Kommunionspendung bis auf weiteres durchzuführen ist. Deshalb hätten einige Pfarren an diesem Wochenende noch gänzlich auf die Kommunionspendung verzichtet, so der Eisenstädter Generalvikar. Grundsätzlich funktioniere die Kommunionspendung aber klaglos, sagte Korpitsch, der am Sonntagabend im mit 70 Personen „voll besetzten“ Eisenstädter Dom dem Festgottesdienst zur Orgelweihe vorstand.

 

Originelle Sitzplätze

Die Pfarren sind auch sehr bemüht, trotz der ungewohnten Rahmenbedingungen für die Gottesdienstteilnehmer bestmögliche Bedingungen zu schaffen. In der niederösterreichischen Pfarre Kirchdorf an der Krems wurden beispielsweise die verfügbaren Sitzplätze mit Schildern markiert, die die Aufschrift tragen: „Schön, dass du da bist“.

 

Pfarrer Roman Eder aus Maria Dürnberg in Salzburg berichtete wiederum von zahlreichen Gläubigen, die wegen der Maskenpflicht derzeit noch keinen Gottesdienst besuchen wollten. Also verlegte der Pfarrer die Messe aus der Wallfahrtskirche kurzerhand ins Freie, denn so hätten alle mitfeiern können. „Das wichtige ist einfach, den Abstand einzuhalten. Und auch die Maske ist nicht verpflichtend“, so Pfarrer Eder gegenüber dem ORF-Salzburg. Auch für kommenden Donnerstag zum Christi Himmelfahrtsfest plant die Pfarre Dürrnberg den nächsten Freiluftgottesdienst. Und viele weitere Pfarren in ganz Österreich haben das auch vor.

 

Für Gottesdienste im Freien gibt es grundsätzlich keine Begrenzung der Teilnehmerzahl. Es gilt aber auch die Regel, dass ein Abstand von mindestens einem Meter gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, einzuhalten ist. Der Veranstalter des Gottesdienstes muss ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist zwar nicht rechtlich verpflichtend, wird aber seitens der Kirchen und Religionen dringend empfohlen. Gottesdienste im Freien sollen aber nur in Art und Umfang von gemeindeüblichen Gottesdiensten stattfinden und nicht zu regional-übergreifenden Großveranstaltungen mutieren.

Ökumenische Gastfreundschaft

Dass die Coronakrise die Kirchen näher zusammenbringen kann, wurde am Sonntag u.a. in Krems deutlich. Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Krems feierte bisher ihre Gottesdienste in der Kremser Bürgerspitalskirche und stand nun vor dem Problem, dass aufgrund der 10-Quadratmeter-Regelung nur eine sehr geringe Anzahl von Gläubigen in der kleinen Kirche mitfeiern hätten dürfen. Mit Zustimmung des Pfarrgemeinderates kann die orthodoxe Gemeinde nun ihre Gottesdienste in der katholischen Pfarrkirche Krems-Lerchenfeld feiern. Aufgrund ihrer beachtlichen Größe bietet diese Platz für 90 Personen.

 

Die katholische Gemeinde wird weiterhin ihre Sonntagsmessen um 10.15 Uhr feiern, um 11.15 Uhr beginnt die orthodoxe Liturgie. Im Anschluss an die katholische Messe nutzten bereits zahlreiche Gläubige die Chance der Mitfeier beim orthodoxen Gottesdienstes, wie die Pfarre auf ihrer Website mitteilte.

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Österreich: „Vorherrschend war Eindruck des Bravseins“

Ist schon wieder Geschichte: Ein menschenleeres Wien am 15. März (ANSA)

War das kirchliche Agieren seit Ausbruch der Corona-Pandemie allzu „brav“?

Der Leiter der Wiener Theologischen Kurse, Erhard Lesacher, hat zu dieser Frage auf den Eindruck vieler Gläubiger verwiesen, „dass hier relativ schmerzfrei Wesentliches wie z. B. der Gemeindebezug des Gottesdienstes aufgegeben wurde, dass staatliche Vorgaben vorauseilend übererfüllt wurden, dass sich die Kirche hinter ihre sicheren Mauern zurückgezogen habe“.

Kirche sei plötzlich zur „Kleruskirche“ geworden. Dass es in der Kirchenleitung ein Ringen um diese theologisch problematischen Entscheidungen gab, sei anzunehmen, aber nach außen nicht wirklich deutlich geworden, so Lesacher in einem Beitrag für „theocare.network“, den Corona-Blog der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät. „Vorherrschend war der Eindruck der Schmerzfreiheit und des Bravseins. Für letzteres wurde die Kirche von der Regierung ja auch ausdrücklich gelobt.“

Entscheidungen mit „teilweise eminenten theologischen Implikationen“

Der Theologe, der in der Erzdiözese Wien seit fast 30 Jahren für theologische Erwachsenenbildung verantwortlich ist, bezeichnete es als „zweifellos absolut zu begrüßen“, dass die Kirche Richtlinien auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse beschließt. Da Virologen, Juristen usw. in ihrer Beratung tendenziell auf „Nummer sicher“ setzen, seien manche Entscheidungen eher vorsichtig ausgefallen.

Auch die Kirche habe unter Zeitdruck rasch Maßnahmen treffen müssen, anerkannte Lesacher. Er teile die Ansicht Kardinal Christoph Schönborns, der gegenüber „Strafe-Gottes-Theorien“ festhielt, dass Seuchen einen natürlichen Ursprung haben und mit medizinischem Sachverstand bekämpft werden müssen. Der Fortsetzung des Erzbischofs: „Da kann die Theologie nicht mitreden …“ könne er aber nicht zustimmen, so Lesacher. Auf der Basis von z. B. virologischen Erkenntnissen treffe die Kirchenleitung notwendige Entscheidungen, die „teilweise eminente theologische Implikationen“ hätten. Virologen könnten im Kontext der Kirche somit keine exklusive Deutungshoheit haben, merkte der Wiener Theologe an.

„Leibloser Glaube“ ist unchristlich

Lesacher hielt fest: „Social distancing steht diametral gegen die christliche Grundüberzeugung, dass Gott Communio (Gemeinschaft, Anm.) ist.“ Ein „leibloser Glaube“ sei fragwürdig, die Kirche – auch „Leib Christi“ genannt – als ganze sowie all ihre Sakramente hätten eine physische, leiblich erfahrbare Komponente. Es sei somit ein erhebliches Problem für eine Glaubensgemeinschaft, wenn auf längere Zeit gerade diese physische Komponente nicht gelebt werden kann. Lesacher berief sich auf Papst Franziskus, demzufolge eine Gottesbeziehung ohne Kirche, ohne Gemeinschaft der Gläubigen und ohne Sakramente „gefährlich“ sei.

Skeptische Frage des Theologen: „Werden die Gläubigen wieder in die Kirche strömen, oder werden sie das eingeübte Social distancing gegenüber der Kirche aufrechterhalten?“ Wenn die gegenwärtige Neuausrichtung der Kultur als irreversibler Schritt hin zur künftigen „Digital-Tele-Ferngesellschaft“ gedeutet wird, könne das für die Kirche „sicher kein Zukunftsmodell“ sein. Jenen, die sich zuletzt von gestreamten Gottesdiensten begeistern ließen, stehen laut Lesacher jene gegenüber, die auf Hauskirche setzen „und sich nicht digital abspeisen lassen wollen“. Nachbemerkung: „Allerdings setzt Hauskirche ein gewisses Maß an Kenntnis von (biblischen) Texten und liturgischen Abläufen voraus, das aber nicht allgemein verbreitet ist.“

Krise verschärft Ungleichheit

Für den Leiter der Theologischen Kurse stellen sich im Zusammenhang mit der Corona-Krise auch Fragen jenseits gelebter Religiosität, die theologische Reflexion erforderten. So die Tatsache, dass die Pandemie Ärmere härter treffe als Reiche: Arbeitslos etwa würden weniger jene, die ins Home-Office ausweichen können, sondern überwiegend weniger Qualifizierte. Anfängliche Rufe nach Grundeinkommen, Schuldenerlass und weltweites Ende aller Kriege seien rasch verhallt. „Werden die Heldinnen und Helden des Corona-Alltags wirklich nachhaltige, auch finanzielle Anerkennung erhalten, wie zuletzt von Bundeskanzler Kurz angedeutet?“, fragte Lesacher.

Das Ende der Globalisierung?

Manche sähen mit der Corona-Krise das Ende der Globalisierung, der Massenmobilität und des „Mythos (Wirtschafts-)Wachstum“ gekommen, demgegenüber Hoffnung im Kampf gegen den Klimawandel und neue Chancen für den vom Neoliberalismus zerrütteten Sozialstaat. Lesacher bleibt demgegenüber skeptisch: Vielleicht werde ja der Finanzmarkt als erster gerettet, und vielleicht setze der Staat mehr auf digitale Kontrolle als auf Stärkung von Eigenverantwortung und Zivilgesellschaft? Der Theologe sieht durchaus die Gefahr, „dass das Klima und die globale Gerechtigkeit auf der Strecke bleiben“.

Der bald 80-jährige Kursbetrieb der Theologischen Kurse war nur in den letzten Kriegstagen 1945 für ein paar Wochen unterbrochen, erinnerte deren Leiter. Die jetzige Pause werde vermutlich länger dauern als die damalige. Auch wenn die Anfang Oktober geplante 80-Jahr-Feier coronabedingt beeinträchtigt sein sollte, werden die Theologischen Kurse unbeirrt zur Reflexion über die großen Fragen des Lebens und des Glaubens einladen, kündigte Lesacher an: „Ich bin davon überzeugt, dass Bildung, Nachfragen, Infragestellen und Lernen auch nach Corona stark gefragt sein wird.“

(kap – sk)

LESEN SIE AUCH:

#Corona – Das Aufleben einer neuen Untergrundkirche

30. März 2020, 11:30

In Österreich dürfen Priester nur mehr „Private Messen“ feiern. Manche feiern dies nach wie vor in der Kirche, wo sich Gläubige auch zum „privaten Gebet“ einfinden. Auch die Hl. Eucharistie wird Gläubigen, die das wünschen, nicht verwehrt.

Das Kuriose ist: Beides ist auch legal: Die Feier der „privaten Messe“ und dass Kirchen von Gläubigen zum „privaten Gebet“ besucht werden dürfen, dass sich dies zufällig zeitlich überschneiden kann, bietet derzeit den Spielraum für ein neues „Untergrundkirchendasein“. kath.net sind auch mehrere Pfarrer bekannt, die bei den Sonntagsmessen auch den Gläubigen, die dies wünschen, die Heilige Eucharistie reichen.

Andrea Riccardi, der Gründer der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio, hat laut „vaticannews“ bereits vor einigen Tagen das Verbot von Gottesdiensten wegen des Coronavirus scharf kritisiert und gemeint, dass man sich vielleicht von der großen Protagonistin der Zeit – der ‚Angst‘ – mitreißen hat lassen. Er verwies dazu auf Untersuchungen des US-amerikanischen Soziologen Rodney Stark über das Verhalten der frühen Christen bei Epidemien, die eben nicht wie die Heiden aus der Stadt und vor den anderen geflüchtet seien. Stattdessen hätten sie durch den Glauben motiviert sich gegenseitig besucht und unterstützt, gemeinsam gebetet und die Toten begraben. Riccardi kritisiert, dass die jüngsten Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus den Raum der Kirche banalisieren und dabei die Gesinnung der Regierenden offenbaren, da gleichzeitig viele Geschäfte, Supermärkte offen geblieben seien. Die Gotteshäuser seien nicht nur risikobehaftete „Versammlungsorte“, sondern auch Orte des Geistes.

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‚Erschütternde Untreue der österreichischen Bischöfe‘

Katholischer Philosoph Josef Seifert übt schwere Kritik an der österreichischen Bischofskonferenz und an Kardinal Schönborn, weil diese zum 50. Jubiläum von Humanae Vitae nur Gegner auf den Websites und via kathpress zu Wort kommen lassen

Wien (kath.net)
Der bekannte österreichische, katholische Philosoph Josef Seifert hat gegenüber dem US-Magazin „OnePeterFive“ schwere Kritik an der österreichischen Bischofskonferenz und an Kardinal Schönborn geübt, weil diese zur 50-Jahresfeier von Humanae vitae via Kathpress nicht weniger als fünf Artikel von Moraltheologen und anderen Katholiken veröffentlichen ließen, die die Enzyklika mehr oder weniger offen angreifen. Seifert kritisierte in dem Zusammenhang vor allem den Wiener Kardinal, weil dieser noch 2008 in einem Hirtenwort die Mariatroster Erklärung mit ihrem „verwaschenen doppelzüngigen Lob“ als Irrtum bezeichnet habe. Wörtlich stellte Seifert fest: „Sie stellen nicht nur die zentrale Aussage und in Humanae Vitae verkündete Wahrheit, dass jeder Akt der Empfangnisverhütung in sich schlecht ist, in Frage, sondern führen zur Unterstützung ihres Irrtums auch noch allgemeinere schwerste und geradezu absurde Irrtümer an, wie etwa den des Moraltheologen Lintner, der behauptet, das moralische Gesetz müsse sich einer Entwicklung unterwerfen, wenn ein Großteil der Menschen ihm nicht folgt und sich nicht nach HV richtet. Wird etwa der Ehebruch gut, weil sehr viele Menschen ihre Ehe brechen? Wird die Abtreibung gut oder zu einer weniger schweren Sünde, ja ist sie nicht mehr ein himmelschreiendes Verbrechen, weil Millionen sie begehen? Wird das Gebot, Gott über alles zu lieben, außer Kraft gesetzt, weil ein Großteil der Menschen es heute bricht? Nichts könnte absurder sein als ein solcher historischer ethischer Relativismus. Und doch finden wir diesen absurden Irrtum sogar auf bischöflichen Webseiten zur 50 Jahresfeier von Humanae Vitae.“

Der bekannte österreichische Philosoph hoffe, dass die österreichischen Bischöfe endlich die Wahrheit der 2008 von Kardinal Schönborn ausgesprochenen Worte begreifen und einstimmig die verkehrte Maria Troster Erklärung widerrufen werden und sich kompromisslos und klar für die Wahrheit der Lehren von Humanae Vitae und Familaris Consortio aussprechen werden. „Empfängnisverhütung ist aus vielen Gründen in sich schlecht (nicht nur, weil die Pille zwei frühabtreibende Wirkungen hat und daher in einem erheblichen Prozentsatz ihrer Anwendung Mord ist und weil Verhütung den prokreativen vom unitiven Sinn des ehelichen Aktes loslöst).“ Wörtlich meint Seifert dann: „Was für eine Schande für die Kirche in Österreich, das 50. Jubiläum von Humanae Vitae in der Kirche Österreichs durch eine Orgie ihrer Gegner auf bischöflichen Webseiten zu begehen!“

Der Philosoph fragt sich, warum die österreichischen Bischöfe nicht Artikel auf ihre Webseite setzen und Redner „zu einer Tagung über Humanae Vitae einladen, die, wie der exzellente österreichische Priester, Pfarrer und Professor in Heiligenkreuz Helmut Prader, Humanae Vitae wunderbar begründen und eine ausgedehnte Pastoral betreiben, die die Wahrheit dieser Enzyklika vielen Ehepaaren und Brautpaaren in beglückender und klarer Form vermittelt? „Auch Weihbischof Andreas Laun, der vielleicht als einziger österreichischer Bischof durchwegs klare Worte über Humanae Vitae gesprochen hat, sowie Bischof Athanasius Schneider, der durch seine schlichte Klarheit unter allen Bischöfen der Welt herausragt und sich oft in wunderbarer Weise zu HV geäußert hat, sollte zu einer solchen Jubiläums-Tagung über Humane Vitae als Redner eingeladen werden und ihre Vorträge oder Aufsätze sollten die bischöflichen österreichischen Webseiten zieren und von der gegenwärtigen Schmach der dort publizierten Aufsätze befreien.“

Vgl. dazu auch: Kardinal Schönborn 2008: ‚Europa hat dreimal Nein zu seiner eigenen Zukunft gesagt‘

Archivvideo: KATH.NET-Interview mit Prof. Seifert

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Artikel auf http://www.kath.net/news/64516, 19 Juli 2018, 16:01

Cordula Peregrina (Cordula Schmid/Wöhler): WAS DAS EWIGE LICHT ERZÄHLT

Burg Freundsberg, Tirol, im Sommer 

Vorwort zur fünften Auflage

So wandert denn zum fünften Male
Dies Buch hinaus in alle Welt,
Und bei des „Ew’gen Lichtes“ Strahle
Sich manches Aug‘ voll Lieb‘ erhellt.
Nicht ist’s der Werth der schlichten Lieder,
Was Allen warm zu Herzen spricht,
Nein, nur daß mild in ihnen wieder
Ein Strahl des ew’gen Licht’s sich bricht!

O dieses Licht! es ist uns Christen
Das Liebste ja auf weiter Welt,
Und lieber wohl wir Alles mißten,
Als jenen Ort, den es erhellt,
Als jenen Raum, wo in der Hülle
Des Brot’s der Herr verborgen weilt,
Und aller Gnaden Pfand und Fülle
Dem, der da bittet, wird ertheilt!

Von solchen sel’gen Himmelsstunden
Sang ich Euch vor in schlichtem Ton;
Ihr Alle aber habt empfunden
Das Gleiche, — ach! und tiefer schon!
So sind es seel’verwandte Klänge,
Die hier dies Büchlein in sich faßt,
Das d’rum des frommen Volkes Menge
So gern begrüßt als lieben Gast!

Ich aber leg’s voll Demuth nieder
Zu Füßen Ihm, bei Dem ich’s sang,
Trag’s zu dem trauten Kirchlein wieder,
An dessen Schrein es einst erklang.
Ich weih‘ es Dem, an dessen Throne
Ich jahrelang gekniet voll Lust,
Nur Ihm zu Lieb‘, zu Lob und Lohne
Drang dort das Lied aus sel’ger Brust!

Ich blick‘ zurück auf diese Jahre
Als meines Lebens schönste Zeit,
Denn dort empfand ich am Altare
Des Himmels ganze Seligkeit!
Ein Tabor war’s! und Hütten bauen
Wollt‘ dort ich mir bis in den Tod,
Um täglich neu mich satt zu schauen
An Deinem Licht, verborg’ner Gott!

„Herr, hier ist’s gut! hier bleib‘ ich immer!“
Sprach ich zu Dir mit Petri Wort,
„Nun mich gelabt Dein Liebesschimmer,
Treibt keine Macht von Dir mich fort!“
Das sagt‘ ich Dir an jedem Morgen,
Und Abends war’s der letzte Gruß, –
Ein Leben, ach! so süß geborgen,
Daß mich’s noch heut‘ beglücken muß!

Doch – wie’s dem Jünger einst geschehen,
So gieng’s auch mir, – Du nahmst mich fort; –
Zeitlebens auf dem Tabor stehen,
War nicht für mich der rechte Ort!
Ein Plätzchen tief in Thalesstille,
In treuem Thun und regem Fleiß –
Statt Taborhöh‘ – wies mir Dein Wille
Mit neuer Pflicht in neuem Kreis!

Ich gieng! – Du weißt, mit wie viel Thränen,
In welch‘ verzehrend heißem Schmerz!
Doch blieb  bei Dir in stetem Sehnen –
Schied auch der Leib – das ganze Herz!
Kaum schien mir schön die Stadt, die neue,
Wo Deinen Berg ich nicht mehr fand,
Fest hing mein Herz in heil’ger Treue
Am alten Ort, am alten Band!

Fünf lange Jahre so entschwanden
Voll steten Weh’s nach Deiner Näh‘,
Bis endlich wir uns wieder fanden,
Bis doch von fern ich jetzt ihn seh‘,
Den Tabor im Verklärungsschimmer,
Wo ich vor Dir so froh gekniet, –
Beim bloßen Blick auf ihn noch immer
Das reinste Glück mein Herz durchzieht!

Ich blick‘ hinauf an jedem Tage,
Schick‘ meines Herzens Grüße Dir,
Und wahr ist’s, was ich warm Dir sage:
„So lieb wie einst bist noch Du mir!
Schlägt nach den dreizehn Trennungsjahren
Mein Herz doch heut‘ so heiß für Dich
Wie dort, da wir beisammen waren,
Da, Herr, Dein Dach auch schirmte mich!

Nicht war ich werth so hoher Gnade,
D’rum durft‘ sie nicht von Dauer sein,
Doch bleiben meines Lebens Pfade
Stets hell von dem entschwund’nen Schein.
Das alte Glück regt stets sich wieder,
So oft ich knie an Deinem Thron,
Der Segen thaut auf’s Neu‘ mir nieder
Bei jeder heil’gen Kommunion!

Marienruh‘ mit Marthasorgen
Hab‘ zwar nach Außen ich vertauscht,
Und doch, mein Gott, in Dir geborgen
Ruht noch dies Herz, das still Dir lauscht;
Und einsam sein, die Welt vermeiden,
Das ist mein Wunsch, mein Glück allein,
Auch heut noch blüh’n die reinsten Freuden
Mir nur aus des Altares Schrein!

Blick‘ denn von Deinem Thron da droben
Auf Freundsberg’s Höh‘ – voll Huld herab,
Herr, auf das Herz, das manche Proben
Bestand, und kaum mehr fern dem Grab;
Die längste Zeit des Pilgerlebens
Ist jetzt vorbei, – bald heißt’s: „Vollbracht!“
Laß hoffen mich, – und nicht vergebens! –
Daß dann Dein Licht mir ewig lacht!

Das ew’ge Licht! – O mög’s beim Sterben
Mir leuchten schon mit hellem Schein!
Was ich besang, laß, Herr, mich erben,
Laß ewig einst mich bei Dir sein!
Wenn ich vollbracht die Marthasorgen,
Gib wieder mir Marienruh‘,
Sei dann am ew’gen Ostermorgen
Mein Lohn, mein Licht, mein Leben – Du!

So lang‘ ich aber noch muß wallen
Als Pilgerin auf dieser Welt,
Leucht‘ mir Dein Licht, – ja, mir und Allen,
Die Du, o Herr, mir nah‘ gestellt;
Blick‘ segnend Du vom Freundsberg nieder
Auf all‘ die Seelen nah‘ und fern,
Die fernen, ach! die bringe wieder
Zum ewig wahren Königsstern!

Ja, wie Du mich aus fernen Landen
So wunderbar beriefst zu Dir,
Bis frei ich von des Irrthums Banden
Dich fand im Sakramente hier, –
So ruf‘ auch sie, die theuren Meinen,
Die, ach! noch nie Dein Licht erkannt,
Laß sie der Kirche bald sich einen,
Laß finden sie, was ich, Herr, fand!

Und nicht nur sie, — auch all‘ die Andern,
Die noch nicht rief der Gnade Stern,
Laß, guter Hirt, nicht länger wandern
Verirrt und Deiner Hürde fern!
Trag‘ sie, – wie einst Du mich getragen! –
Auf grüne Au‘, zu frischer Fluth,
Bis Alle dann frohlockend sagen:
„Herr, unser Hirt, wie bist Du gut!“

Und in Tirol, dem glaubenstreuen,
Ganz Dir, o Herr, geweihten Land,
Woll’st Alles Du mit Macht zerstreuen,
Was nicht vor Deinem Blick‘ hält Stand.
Schaff‘ Alles fort, was Deiner Lehre
Und Deinem Licht entgegen ist
Zeig’s, daß Herr, Du, der mächtig Hehre,
Der Bundesherr des Landes bist!

Treu bis zum Tod wir Dich umfassen,
Und opfern lieber Gut und Blut,
Als daß vom Glauben je wir lassen,
Der unser’s Lebens größtes Gut!
Wir bleiben Deines Herzens Eigen,
Wie’s uns’re Väter schon gelobt,
Und wollen Deiner werth uns zeigen
Durch Lieb‘, die sich im Leid erprobt!

So lange uns’re Berge stehen,
Soll frisch auch unser Glaube blüh’n,
Soll tief im Thal, hoch auf den Höhen
Das Licht vor’m Sakramente glüh’n,
Das ew’ge Licht, das unser Leben
Wie unser Land zum Himmel macht,
Bis – dort von seinem Glanz umgeben –
Wir statt uns schau’n an Deiner Pracht!

 

Schwaz, am Fest der Apostelfürsten, 29. Juni 1889.

Cordula Peregrina. (C. Wöhler.)

Zu Besuch bei Pfarrer Wagner: „Freilich gibt es Leute, die mich beschimpften“

Gerhard Maria Wagner

WINDISCHGARSTEN. Yoga sei „im Grunde satanisch“, ließ der erzkonservative Pfarrer von Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner, kürzlich aufhorchen. OÖN-Redakteur Erik Famler hat die Sonntagsmesse besucht und mit dem 63-Jährigen über seine Aversion gesprochen.

Im aktuellen Pfarrblatt zog der Gottesmann gegen die fernöstliche Lehre zu Felde – mehr dazu hier. Bei der heutigen Sonntagsmesse verlor der Pfarrer aber kein Wort über seine Yoga-Abneigung. Hinweise auf den Teufel, auf Dämonen und das Böse gab es während seines Gottesdienstes Messe aber zuhauf.

In der gut gefüllten Kirche predigt der Pfarrer noch wie in alten Zeiten von der Kanzel. Am ersten Fastensonntag verlas er pflichtschuldig den Hirtenbrief des Bischofs. Mit Klingelbeuteln bei der Kollekte, sechs ministrierenden Buben und keinen Mädchen sowie dem Verabreichen der Mundkommunion stemmt sich Wagner weiterhin entschlossen gegen moderne Entwicklungen in der katholischen Kirche.

„Ich halte das für gefährlich“

In der Sakristei erklärte der 63-Jährige den OÖNachrichten seine Averision gegen Yoga. „Es gibt Entwicklungen, die halte ich für gefährlich“, eröffnet er das Gespräch. Einen konkreten Anlassfall in seiner Pfarrgemeinde habe es nicht gegeben. „Es stimmt aber, dass bei uns im Tal ein Yoga-Angebot da ist.“

Wer mit Yoga vertraut gemacht werde, gehe laut Wagner auf Distanz zur Kirche. „Yoga steht für Selbsterlösung. Es tauchen Dinge auf, die mich nachdenklich machen.“ Leute aus Indien hätten vor 100 Jahren Yoga nach Europa gebracht. „Das sind nicht nur Turnübungen. Damit wird auch ein Gedankengut verfolgt. Es kommen Leute zu mir, die mir sagen, sie hätten ihre Mitte verloren.“

Auch positive Reaktionen

Auf seine Kritik habe er viele positive Reaktionen bekommen. „Freilich gab es auch Leute, die mich beschimpften. Natürlich nur anonym.“

Dass sich ein Sprecher der Diözese von Wagners Aussagen distanzierte, kann der Pfarrer von Windischgarsten nicht verstehen: „Das stört mich schon. Dann sollen sie auch sagen, was der offizielle Weg der Kirche ist.“

Die Yoga-Kurse im katholischen Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels hält Wagner für Geschäftemacherei: „Ich verstehe schon, die müssen ihr Haus erhalten.“ Dabei öffne jede Yoga-Figur den Weg zu einem Hindu-Gott.

Für böse Geister geöffnet

Im Pfarrblatt wird Wagner noch deutlicher. Verschiedene Yogapositionen seien verschiedenen Götzen gewidmet.  Durch die Ausübung von Yoga öffne sich der Einzelne für das Wirken böser Geister. Yoga würde okkulte Energien in Bewegung bringen, damit das eigene Ich verloren gehe.

Gerhard Maria Wagner verdammt nicht nur die fernöstliche Körperlehre, sondern zieht im neuen Pfarrblatt auch über die Feuerbestattung her. Er lehne diese theologisch massiv ab. Dass sich Christen auch verbrennen lassen, liege an ihrer theologischen Unkenntnis. Denn Christus sei nicht als Geist auferstanden, sondern mit seinem Körper. Die Auferstehung sei nicht nur ein Fortleben der Seele, sondern eine leibliche Auferweckung.

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Quelle   (Auf Hinweis von @Pierre)

Jugend für das Leben: Marsch für behinderte Ungeborene — Pro-Life-Tour 2017

„Nicht nur besten und abenteuerlichsten, sondern auch sinnvollsten Wochen deines Sommers“ – das verspricht die Organisation Jugend für das Leben den Teilnehmern des Marsches.

Jugend für das Leben zieht von 5. bis 20. August
für Schutz ungeborener behinderter Kinder durch Österreich.

„Ein Österreich, in dem Kinder geschützt sind, Frauen unterstützt werden und Abtreibung sich erübrigt hat“ ist das Anliegen der katholischen Lebensschutzorganisation „Jugend für das Leben“. Der Verein lädt deshalb von 5. bis 20. August zur „Pro Life Tour 2017“: Zwei Wochen lang ziehen hunderte Jugendliche zu Fuß von Graz nach Wien, um auf den fehlenden gesetzlichen Schutz von ungeborenen Kindern aufmerksam zu machen.

„Pro Life Tour“ für Kinder mit Behinderung
Dieses Jahr stehen behinderte Kinder besonders im Fokus der „Pro Life Tour“: „Viele Familien leiden unter extrem großen gesellschaftlichen oder finanziellen Druck, dass ein Ja zu ihrem behinderten Kind nicht möglich scheint“, so die Website der Jugend für das Leben. Mit dem Marsch will die Organisation ein Zeichen „für die Würde des menschlichen Lebens in all seinen Phasen“ und „gegen die massive Diskriminierung von Menschen mit Behinderung“ setzen.

Die Vornahme einer Abtreibung ist in Österreich zwar grundsätzlich rechtswidrig, aber innerhalb der ersten drei Monate nicht strafbar. Behinderte Kinder dürfen bis wenige Stunden vor dem Einsetzen der Geburtswehen abgetrieben werden. „Neue Untersuchungsmethoden, oftmals fehlende Beratung für Eltern und der Erwartungsdruck der Gesellschaft“ würden laut der Jugend für das Leben dazu führen, dass in Österreich die meisten Kinder mit Behinderung abgetrieben werden. Mehr als neun von zehn Kindern mit Down-Syndrom – 94 Prozent – kommen deshalb nicht auf die Welt.

In den „nicht nur besten und abenteuerlichsten, sondern auch sinnvollsten Wochen deines Sommers“ – das verspricht die Jugend für das Leben im Internet – marschieren die Teilnehmer in Tagesetappen zwischen zwölf und mehr als 34 Kilometer durch Österreich. Ein freiwilliger Unkostenbeitrag von 100 Euro wird erbeten. Anmeldungen zur Pro Life Tour sind über die Homepage der Jugend für das Leben und per E-Mail möglich.

Österreichische Bischöfe begrüßen Pro Life Tour
Vier österreichische Bischöfe haben Grußworte und Empfehlungen an die „Pro Life Tour 2017“ gerichtet: „Gerne“ empfiehlt Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn den Marsch. Die Jugend für das Leben richte „seit Jahren Sommeraktionen, die besonders junge Menschen auf das Evangelium vom Leben hinweisen“ aus.

Wilhelm Krautwaschl, Bischof von Graz-Seckau, hält „im Wissen, dass nie genug getan werden kann, um ein Ja zum Leben zu unterstützen“, fest, es sei „positiv zu werten, dass junge Menschen sich auf den Weg machen, um ihr Anliegen, sich für das Leben einzusetzen, bewusst zu machen“.

Ein dreifaches „Danke“ spricht der Wiener Weihbischof Franz Scharl der Jugend für das Leben aus: „Für diesen Einsatz für das menschliche Leben, gerade auch hinsichtlich des Anfangs, gebührt euch Applaus, aufrichtiger Dank sowie ein klares Vergelt’s Gott.“

Jugendbischof Stephan Turnovszky schließlich bittet um „besondere Achtsamkeit für die Mütter“. „Sie sind meist durch unglückliche Lebensumstände unter Druck und werden zur Entscheidung gegen ihr Kind gedrängt“, so der Weihbischof aus Wien. Turnovszky begrüßt, dass es „zunehmend Forderungen für eine Verbesserung der gesetzlichen Lage“ gibt, wie die Einführung einer Bedenkzeit vor einer Abtreibung, „mit der oft übereilten Kurzschlussentscheidungen vorgebeugt werden kann“. „Zugleich darf die Kirche nicht müde werden, Eltern, die sich gegen ihr Kind entschieden haben, in großer Behutsamkeit die Möglichkeit der Vergebung anzubieten, die eine enorme Hilfe zur Bewältigung dieser biographischen Last ist“, betont er.

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Österreich: Bischöfe vertrauen Land und Volk der Gottesmutter an

Festmesse Mariazell, 13. Juni 2017 / Courtesy: Paul Wuthe, Kathpress

Festgottesdienst im Rahmen der
Vollversammlung der ÖBK im steirischen Mariazell

Bei einem Festgottesdienst im Gedenken an die Marienerscheinungen vor hundert Jahren in Fatima haben die Bischöfe Österreich und seine Bewohner erneut der Gottesmutter Maria anvertraut. Der Festgottesdienst fand im Rahmen der aktuellen Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz in Mariazell statt. Mit den österreichischen Bischöfen konzelebrierten die emeritierten Bischöfe Christian Werner und Ludwig Schwarz, weiters Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, Abt Benedikt Plank (St. Lambrecht) und Superior P. Michael Staberl (Mariazell). Wie an jedem Monatsdreizehnten fand die Messe auch im Gedenken an Kardinal Franz König statt, der am 13.3.2004 verstorben ist.

Vorsteher und Festprediger des Gottesdienstes war der Salzburger Erzbischof, Franz Lackner, der Maria in den Mittelpunkt seiner Predigt stellte. Er verwies auf den Vorbildcharakter Mariens für den Glauben in der heutigen Welt. In einer „zweifelhaften Umgebung“, in der auch „wir heute leben“, fordere Maria mit ihrem Vorbild immer wieder zum Vertrauen und Hören auf Gott auf. Die Welt blute aus vielen Wunden: „Viele Christen und Andersgläubige leiden unter schrecklicher Verfolgung, die Schöpfung seufzt unter der Last der Menschen, das ungeborene Leben vermisst schmerzlich den uneingeschränkten Schutz und der Glaubensschwund in unseren Kirchen stellt uns vor die Frage: Wird der Menschensohn, wenn er wiederkommt, noch Glauben auf der Erde finden?“

In einer „glaubensschwachen Zeit“ sei Maria wie eine Lichtgestalt unseres Glaubens, „die uns den Weg zu weisen vermag“. Mit ihrem klaren Bekenntnis „es geschehe, wie du gesagt hast“ weise sie den Weg hin zur „Durchlässigkeit auf Gott“. Sie lehre das Wagnis, „sich auf einen Gott einzulassen, der stets größer und letztlich unbegreiflich ist, der aber auch Unmögliches vermag“. In ihr habe Gott gleichsam „ein kleines Stückchen Paradies bewahrt, einen heiligen Rest paradiesischer Unversehrtheit, wo hinein er sein Wort von der Menschwerdung sprechen konnte“. Daher bezeichne das 2. Vatikanische Konzil Maria zu Recht als „Mittlerin aller Gnaden“, so Lackner.

Maria sei keine „Frau der vielen Worte, sondern eine innerlich betrachtende Frau“ gewesen. „Alles, was geschehen war, auch das, das sie nicht verstanden hatte, bewahrte sie in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ Auch in dieser Hinsicht könne sie Vorbild sein in einer Zeit, „in der zwar viel nachgedacht werde, aber immer nur über das Äußerliche und Funktionierende“. Das wenige in der Bibel über Maria Überlieferte stehe in „keinem Verhältnis zu ihrer Wirkung, welche sie im Laufe der Geschichte erfahren hat“. Sie alleine habe den Demuts- und Hoheitstitel „Magd des Herrn“ verwendet, der sie in die Nähe des in der Bibel erwähnten Gottesknechtes rückt, der auf Jesus Christus selbst verweise.

Am Ende des Festgottesdienstes versammelten sich die Bischöfe rund um den Mariazeller Gnadenaltar, wo bereits 1983 Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im steirischen Marienwallfahrtsort Österreich und seine Bewohner Maria überantwortet hatte. Die Bischöfen erneuerten dieses Anvertrauen an die Gottesmutter und sprachen dabei jenes Gebet, das Papst Benedikt XVI. bei seinem Österreich-Besuch am 9. September 2007 am Stephansplatz gesprochen hatte.

Seit Montag tagt die Österreichische Bischofskonferenz unter dem Vorsitz von Kardinal Christoph Schönborn im steirischen Mariazell. Schwerpunktthema ist die Vorbereitung auf die nächstjährige Weltbischofssynode über Jugend. Darüber hinaus haben sich die Bischöfe am Montag in einem Studiennachmittag mit Fragen rund um Sicherheitspolitik und Sicherheit in den Kirchen befasst.

(Quelle: Webseite der Österreichischen Bischofskonferenz & Kathpress, 13.06.17)

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