Sozialeinsatz für Projekte des Salesianerordens

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Wien. 18 junge Frauen und Männer aus Österreich beginnen in den kommenden Tagen und Wochen einen Sozialeinsatz im Rahmen der Hilfsorganisation »Jugend Eine Welt« und der Salesianer Don Boscos. Einsatzländer sind aktuell Äthiopien, Ecuador, Ghana, Indien, Kolumbien und Malawi. In Jugendzentren der Salesianer Don Boscos, Schulen und Straßenkinderprojekten arbeiten sie für ein Jahr unterstützend in der Lehrtätigkeit, Freizeitbetreuung und offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ein halbes Jahr haben sich die Freiwilligen auf ihren Dienst vorbereitet.

Seit 1997 haben mehr als 420 Österreicher ein Volontariat mit »Jugend Eine Welt« geleistet. Zu Jahresbeginn 2013 wurde die Durchführung des Volontariatsprogramms an den Verein »Volontariat bewegt« übertragen. Dahinter stehen aber nach wie vor »Jugend Eine Welt« sowie die Salesianer Don Boscos. Die Einsätze werden durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit sowie von kirchlichen und privaten Initiativen unterstützt.

(Infos: www.volontariat.at)

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Quelle: Osservatore Romano 6/2017

Österreich will Burka und Niqab verbieten

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Die Bundesregierung will in Österreich ein Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum durchsetzen. Man bekenne sich zu einer offenen Gesellschaft, die auch eine offene Kommunikation voraussetze, „Vollverschleierung im öffentlichen Raum steht dem entgegen und wird daher untersagt“, heißt es in dem Arbeitsübereinkommen der SPÖ-ÖVP-Koalition, das Bundeskanzler Christian Kern und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner am Montag in Wien präsentierten. Beschlossen werden soll die Regelung im neuen Integrationsgesetz, dessen konkreter Entwurf in der kommenden Woche vorgestellt und im Ministerrat Ende März gebilligt werden soll.

(kap 30.01.2017 gs)

„Liebe ist …“

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Schloss Trumau / Wikimedia Commons – Karl Gruber, CC BY-SA 3.0 AT

Die christliche Ehe als zentrales Thema der Fachtagung
im niederösterreichischen Schloss Trumau

Die 6. Trumauer Fachtagung, die am 21. Januar 2017 am Internationalen Theologischen Institut im Schloss Trumau (Niederösterreich) unter dem Motto „Liebe ist … frei, treu, bedingungslos, lebensspendend, missionarisch“ stattfindet, möchte das Wertvolle und Schöne der christlichen Ehe- und Familienauffassung neu sichtbar machen.

Die im Oktober 2015 abgehaltene Weltbischofssynode zum Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ sowie das nachsynodale Schreiben „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus haben wichtige Impulse für Theologie, Philosophie und Pastoral rund um die Frage „Ehe und Familie“ gesetzt.

Neben fundierten theologischen und philosophischen Ansätzen, soll die Tagung Raum für den Austausch persönlicher pastoraler Zugänge geben. Sie wendet sich an Theologen, Philosophen und an pastoral Tätige bzw. Interessierte aus Österreich und dem gesamten deutschsprachigen Raum. Durch ihre Interdisziplinarität sowie die Verbindung von Theorie und Praxis möchte sie über Ländergrenzen hinaus Brücken schlagen.

Die Trumauer Fachtagung wird von Weihbischof Dr. Franz Scharl (Erzdiözese Wien) eröffnet. Corbin und Birgit Gams, Jürgen und Martine Liminski sowie P. Luc Emmerich csj. sind die Vortragenden. Das Resümee zum Abschluss der Veranstaltung übernimmt der Familienbischof Dr. Klaus Küng (Diözese St. Pölten).

Für die Organisation der diesjährigen Tagung ist das Institut für Ehe und Familie (IEF) sowie das Internationale Theologische Institut (ITI) in Kooperation mit der Schönstatt-Bewegung und der Initiative Christliche Familie (ICF) veantwortlich.

Im Auftrag der Familienkommission der österreichischen Bischofskonferenz veranstalten das Internationale Theologische Institut und das Institut für Ehe und Familie seit 2012 jährlich diese Studientage. Die bisherigen Themen waren: „Verlobung“, „Umfassende Ehevorbereitung“, „Ehe als Entscheidung und Geschenk“, „Ehebegleitung – Auf dem Weg zur Fülle des Lebens“ und „Gott als Mitte im Bunde – Ehe als Ursakrament, Berufung und Auftrag“. Die Tagungsbände sind im Verlag Be&Be erschienen.

www.fachtagung-trumau.info

www.iti.ac.at

www.ief.at

www.schoenstatt.at

www.christlichefamilie.at

www.bebeverlag.at

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Quelle

Österreich: Schönborn hofft auf Änderung im Islam

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Muslime in Lahore/Pakistan

Die gegenwärtigen gewaltsamen Konflikte im Nahen Osten können nur gelöst werden, wenn es zu innerislamischen Entwicklungen kommt. „Die Religionsparteien im Islam müssen einander tolerieren lernen“ und islamische Zuwanderer müssen die Religionsfreiheit ohne Abstriche akzeptieren. Das betonte Kardinal Christoph Schönborn im Interview mit dem „Kurier“ am Sonntag. Im Blick auf weit verbreitete Vorbehalte gegenüber Muslimen sagte der Wiener Erzbischof: „Gegen etwas sein, ist noch keine Lösung. Wenn wir überzeugt sind, dass die christlichen die lebenswerten Werte sind, dann werden wir jenen, die zu uns kommen, diese Überzeugung anbieten.“ Es sei ja auch „kein Zufall, dass viele Muslime bei uns Christen werden wollen“, so der Kardinal.

Die jetzige Situation im Islam könne mit dem dreißigjährigen Religionskrieg vor 500 Jahren verglichen werden, so Schönborn. Am Ende habe es nach einem mühsamen und zugleich reinigenden sowie heilsamen Prozess Aufklärung und Toleranz zwischen Protestanten und Katholiken gegeben, was auch für den Islam zu hoffen sei. Schönborn wörtlich: „Warum soll es nicht auch im Islam Regenerationskräfte geben, die eine wirkliche spirituelle Erneuerung und ein klares Nein gegenüber der Gewaltanwendung bringen? Ich hege zumindest diese Hoffnung.“

Zugleich dämpfte der Kardinal verfrühten Optimismus, indem er sagte: „Der Krieg zwischen Schiiten und Sunniten ist – in der Zuspitzung, die es zur Zeit gibt – erst am Anfang.“ Erschwerend komme hinzu, dass es sich um einen globalisierten Konflikt handle, weswegen Experten derzeit die „tiefste Krise“ sehen, die der Islam in seiner Geschichte durchlebe.

Zentral sei im Verhältnis zum Islam der Wert der Religionsfreiheit, zumal Konversion im Islam größtenteils nicht vorgesehen sei. „Da müssen wir ganz klar sagen: Hinter die Forderung der Religionsfreiheit können wir nicht zurückgehen. Das ist Charta der Vereinten Nationen. Da hat der Islam Nachholbedarf“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

Das Christentum habe eine „Botschaft des Friedens und der Versöhnung: Liebe deinen Nächsten, liebe deine Feinde“, führte der Kardinal weiter aus und sagte im Blick auf Terroristen: „Ich muss nicht lieben, was er tut, aber ich muss ihn dennoch als Menschen achten. Die Feindesliebe heißt nicht, dass ich den Feind nicht als Feind betrachte oder die Klugheit vergesse.“ Von daher wandte sich der Kardinal entschieden gegen eine Haltung, die sich in den USA und in Europa immer mehr breitmache und auf den Philippinen offiziell als Staatsdoktrin laute: „Der Terrorist wird einfach erschossen.“

(kap 18.12.2016 sk)

Bischof Küng: Österreich braucht Gebetsbewegung wie vor 70 Jahren

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Der Gottesdienst in der Wiener Franziskanerkirche bildete den Auftakt zu einem umfangreichen Festprogramm, durch das der Rosenkranz-Sühnekreuzzug auf die bleibende Aktualität seines Anliegens hinweisen möchte. Der Wiener Stephansdom und die Franziskanerkirche werden dabei in den kommenden zwölf Monaten zentrale Anlaufpunkte sein.

 

„Christlich geprägtes Österreich erlebt geistliche Krise und braucht Umkehr, Gebet und Evangelisierung.

Der gefährdete Friede und die großen Nöte in Gesellschaft und Kirche brauchen heute so wie vor 70 Jahren eine große Gebetsbewegung von Jung und Alt. Das betonte Bischof Klaus Küng bei einem Festgottesdienst am Mittwochabend, 14. Dezember 2016 in der Wiener Franziskanerkirche. Die Feier eröffnete zugleich das Jubiläumsjahr im Gedenken an die Gründung des Rosenkranz-Sühnekreuzzugs (RSK) vor 70 Jahren und an die Marienerscheinungen vor 100 Jahren im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima.

Österreich ist chistlich geprägtes Land

Österreich sei ein seit der Römerzeit vom Christentum zutiefst geprägtes Land, erinnerte der St. Pöltner Bischof in seiner Predigt. Das Christentum hierzulande sei „wie ein alter Baum, der viele Stürme überstanden hat“. Es bestehe aber die Gefahr, dass bald nur mehr Steine von dieser christlichen Prägung sprächen, so der Bischof, der eine Krise konstatierte, die „bis an die Wurzel“ gehe. Sie zeige sich in einem rapid fortschreitenden Werteverfall im Blick auf die Heiligkeit des Lebens und die Familie sowie im „Ausblenden Gottes“ aus der Lebensgestaltung. Indikatoren dafür seien die vielen Kirchenaustritte und der noch stärkere Rückgang beim Gottesdienstbesuch. Vor diesem Hintergrund brauche es Umkehr, Gebet und eine Sammelbewegung zu Gott und Christus hin.

Die Menschen zu Gott führen

Einen ähnlichen Ansatz habe der RSK-Gründer P. Petrus Pavlicek (1902-1982) vor 70 Jahren gehabt. Und im Blick auf Fatima sagte Bischof Küng: „Maria ist nicht erschienen, damit es eine Sensation gibt, sondern um die Menschen zu Gott zu führen.“ Niemand dürfe einfach zuschauen, wenn der Glauben in der Familie und im persönlichen Umfeld einfach abnehme. Unter Bezugnahme auf Pavlicek, der in der Zwischenkriegszeit von der Kirche ausgetreten war und später wieder zurück fand, sagte der Bischof: „Ausgetretene sind potenziell Heilige, es ist nur nötig, auf sie zuzugehen und sie anzusprechen.“ In diesem Sinn sollten Gläubige gerade im RSK-Jubiläumsjahr mehr als bisher an einer neuen Gebets- und Evangelisierungsbewegung mitwirken und auf die Mitmenschen zugehen.

Der Gottesdienst, der bewusst am 34. Todestag und 75. Priesterweihetag von Petrus Pavlicek stattfand, wurde mit einem Gebet bei seinem Grab unter der Kanzel der Franziskanerkirche beendet. Unter den zahlreichen Mitfeiernden war auch der emeritierte Linzer Bischof Ludwig Schwarz, der bald nach der Gründung des RSK noch als Kind gemeinsam mit der Familie ein Mitglied dieser Gebetsgemeinschaft für Kirche und Welt wurde.

Umfangreiches Festprogramm

Der Gottesdienst bildete den Auftakt zu einem umfangreichen Festprogramm, durch das der Rosenkranz-Sühnekreuzzug auf die bleibende Aktualität seines Anliegens hinweisen möchte. Der Wiener Stephansdom und die Franziskanerkirche werden dabei in den kommenden zwölf Monaten zentrale Anlaufpunkte sein. In speziellen Feiern der österreichischen Diözesanbischöfe in den großen Wallfahrtskirchen werden außerdem auch die Diözesen in das Jubiläum eingebunden sowie die Ordensgemeinschaften Österreichs.

Inhaltlich sieht das Festjahr Gottesdienste, ein umfangreiches Kultur- und ein eigenes Kinderprogramm (u.a. ein City-Kirchen-Entdeckungsfest) vor. Weitere Programmhöhepunkte sind u.a. eine Donau-Schiffswallfahrt mit Feuerwerk, Festkonzerte, Klosterpfade, ökumenische Diskussionen und politisch-historische Vorträge, eine Mariazell-Wallfahrt, ein Radio-Gottesdienst am Weltfriedenstag, eine Flugreise nach Fatima, das „Sommerkino“ in der Franziskanerkirche, einen ORF/ZDF-Fernsehgottesdienst sowie ein Festmahl für die Armen von Wien.

Ein weiterer Höhepunkt im Festjahr wird die „Mariä Namen-Feier“ am 9. und 10. September 2017 im Wiener Stephansdom. Erwartet werden zu diesem spirituellen Großereignis erneut tausende Gläubige. Neben Kardinal Christoph Schönborn und Erzbischof Franz Lackner wird der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler daran teilnehmen.

Zum Abschluss des Festjahrs am 14. Dezember 2017 ist ein Gottesdienst in der Wiener Franziskanerkirche geplant, dem der emeritierte Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, vorstehen wird. Das detaillierte Programm des Jubiläumsjahrs ist auf der Website des „Rosenkranz-Sühnekreuzzugs“ unter www.rsk-ma.at abrufbar.

Erstellt von: red/ka

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Quelle

„Räume schaffen, in denen Gott erfahrbar wird“

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Loretto Gemeinschaft / Courtesy: Andreas Walch, Salzburg (A)

Die Loretto Gemeinschaft — Marina Schlager im Interview

Die Loretto Gemeinschaft ist eine Bewegung in Österreich, die zu den neuen „Movimenti“ innerhalb der katholischen Kirche gehört. Über die Entstehung, Aktivitäten sowie die Positionierung in der katholischen Kirche und die Zukunft der Gemeinschaft spricht die Salzburger Germanistin und Geschichtsstudentin Marina Schlager. Sie ist seit vier Jahren in der Loretto Gemeinschaft und seit Oktober 2016 für die Öffentlichkeitsarbeit der Organisation zuständig.

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Frau Schlager, was ist die Loretto Gemeinschaft?

Marina Schlager: Die Loretto Gemeinschaft ist eine der vielen neuen Bewegungen (Stichwort „Movimenti“) innerhalb der katholischen Kirche. Unsere Gemeinschaft zählt im Moment etwas über 500 Mitglieder, die in einem Versprechen, in einem Engagement leben. Zu den diversesten Angeboten und Apostolaten unserer Gemeinschaft kommen Tausende, die meiste davon zu Pfingsten. Ein Großteil davon sind Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch viele Familien. Es gibt Verheiratete, Unverheiratete, Zölibatär Lebende und Priester in unserer Gemeinschaft. Die Loretto Gemeinschaft möchte Räume schaffen, in denen Gott erfahrbar wird. Diese Räume sollen aber nicht nur für die Gemeinschaftsmitglieder, sondern für alle Menschen bereit stehen. Daher hat Loretto verschiedene „Apostolate“ d.h. Angebote, in denen Gott erfahrbar sein kann: Gebetskreise, das große Pfingstfest der Jugend in Salzburg, diverse Ausbildungsmodule und vieles mehr. Eine unserer wichtigsten Intensionen ist es, für die Erneuerung der Kirche zu beten, zu wirken und zu leben.

Wie ist die Bewegung entstanden und „aufgewachsen“?

Marina Schlager: Nach einer Medjugorje Wallfahrt im Sommer 1987 trafen sich drei junge Erwachsene in einer kleinen Wiener Studentenwohnung, um gemeinsam den Rosenkranz zu beten. Regelmäßig kamen sie zum Gebet zusammen und fuhren Monat für Monat nach Medjugorje. Die kleine Gruppe wuchs stetig und wurde immer größer und lebendiger. In den letzten 29 Jahren ist aus diesem kleinen, häuslichen Gebetskreis eine große, sehr lebendige Gemeinschaft mit ganz vielen Gebetskreisen und unterschiedlichen Apostolaten geworden.

Woher kommt der Name „Loretto“?

Marina Schlager: Loreto ist ein bekannter Wallfahrtsort in Italien. Innerhalb der Kirche befindet sich ein kleines Haus, das sogenannte „Casa Santa“. Dieses Haus stimmt in seinen Proportionen mit der Grotte in der Basilika der Verkündigung in Nazareth überein. In diesem Haus, das nur verrußte Wände hat und sonst nicht weiter besonders aussieht, sehnen sich Menschen danach, Gott zu begegnen. So verstehen auch wir uns als Loretto Gemeinschaft: Wir wollen im Herzen der Kirche Räume schaffen, wo Menschen kommen, um Gott zu begegnen. Nach diesem Wallfahrtsort ist eben unsere Gemeinschaft benannt, durch die deutsche Schreibweise wurde aus Loreto, Loretto.

Wie kann man die Spiritualität der Loretto Gemeinschaft umschreiben?

Marina Schlager: Wir sind zunächst eine katholische Gemeinschaft im Herzen der Kirche, mit einer großen Liebe und Nähe zu Maria. Die Heilige Messe und damit verbunden das immerwährende, eucharistische Gebet (24/7) sowie der lebendige, charismatische Lobpreis spielen eine große Rolle bei uns. Gleichzeitig findet man bei uns eine große Liebe zu den „getrennten Schwestern und Brüdern“ und viele Freundschaften im ökumenischen Bereich.

Unsere Spiritualität lässt sich mit den Begriffen „Nazareth & Pfingsten“ ein wenig besser umschreiben. Nazareth steht für die Menschwerdung Gottes und das unscheinbare Leben mit dem Herrn im Alltag, in welchen jeder einzelne von uns gestellt ist: Beruf, Schule, Familie…

Pfingsten steht für dieses Zusammenkommen im Obergemach, diese gewaltige Ausgießung des Hl.Geistes, nach der wir uns auch in diesen Tagen so sehr sehnen.

Die Bewegung ist katholisch, versteht sich aber als ökumenisch?

Marina Schlager: Wir sind eine Gemeinschaft innerhalb der katholischen Kirche und orientieren uns an der Lehre der Kirche. Seit der Geburtsstunde unserer Gemeinschaft haben wir eine besondere Liebe zu den „getrennten Schwestern und Brüdern“. „Wir können voneinander lernen, was es heißt gute Christen zu sein“. Dieses Zitat stammt von Papst Benedikt XVI. und dieses Zitat gilt uns als Schlüssel: in Demut voneinander zu lernen. Wir pflegen sehr lebendige Freundschaften zu anderen christlichen Gemeinschaften & Bewegungen, wie beispielsweise 24-7 Prayer, Alpha, IHOP oder „Jugend mit einer Mission“. Vieles entdecken wir in diesen Gemeinschaften, das uns bereichert und inspiriert. Außerdem wollen wir das Verbindende in den Mittelpunkt stellen, ohne dadurch unsere „Schätze“ zu leugnen.

Wie viele Mitglieder zählt die Gemeinschaft heute?

Marina Schlager: Im Moment sind es, zusammen mit den sogenannten Postulanten, etwas über 500 Personen. Die Gemeinschaftsmitglieder legen im Sommer ein Gemeinschaftsversprechen für immer ein Jahr ab, die Postulanten bereiten sich in einem Probejahr, dem sogenannten Postulat, auf dieses Versprechen vor, indem sie unsere Gemeinschaft näher kennenlernen können.

Welche sind die Schwerpunkte des Apostolates?

Marina Schlager: Unsere Gebetskreise, die es in vielen Regionen gibt, sind ein ganz wesentlicher Teil unserer vielen Apostolate. Generell wollen wir mit diesen Apostolaten Räume schaffen, in denen Gott erfahrbar wird. Aus diesen Gebetskreisen heraus, sind eine Unmenge an anderen Dingen gewachsen. 6 Festivals jedes Jahr, 4 Geistliche Zentren, eine große Missionsbasis mit dem Namen HOME, Angebote für Familien und Kinder, verschiedene Ausbildungsmodule und vieles mehr.

Jedes Jahr organisiert die Loretto Gemeinschaft mehrere Festivals, zu denen die zwei größten sog.  „Glaubensfeste“ – Pfingsten  und Christkönig – gehören. Können Sie etwas dazu erzählen?

Marina Schlager: Festivals sind vor allem für junge Menschen von großer Bedeutung. Das Fest der Jugend zu Pfingsten in Salzburg ist so ein Glaubensfestival. Heuer fand es bereits zum 17. Mal statt und tausende Jugendliche nahmen an diesem Fest teil. Pfingsten ist sozusagen der Geburtstag der Kirche. Vor mehr als 2000 Jahren wurden die Jünger ausgesandt und damit begann eine weltweite Mission und Evangelisation. So wie damals wirkt auch heute der Hl. Geist und das wollen wir zu Pfingsten feiern. Im Vertrauen darauf, dass auch heute junge Menschen vom Herrn berührt werden. Zu den Festivals kommen Jugendliche und junge Erwachsene, um ihre Freude und Begeisterung am Glauben gemeinsam zu feiern. Im Alltag sind die Jugendlichen mit ihrem Glauben häufig alleine. Bei diesen Festivals können sie auftanken: ihren Glauben stärken, in den Sakramenten, der Liturgie, im gemeinsamen Lobpreis, in der Anbetung und vor allem in der Beziehung zueinander: in der Gemeinschaft mit anderen jungen Gläubigen.

Das Christkönigsfest ist ein weiteres dieser vielen Angebote für Jugendliche. Es hat gerade am letzten Wochenende (11.-13.11.2016) im Stift Kremsmünster in Oberösterreich stattgefunden. Das Festival findet jährlich abwechselnd in Linz und Kremsmünster statt und wird von den oberösterreichischen Gebetskreisen organisiert. Auch mit diesem Festival soll gezeigt werden, dass Kirche jung und lebendig ist.

Am Pfingstfest 2016 in Salzburg nahmen mehr als 6.000 Jugendliche Teil. Mitte November findet im Stift Kremsmünster die Christkönig-Feier statt. Dies erfordert einen großen organisatorischen Aufwand …

Marina Schlager: Das stimmt. Da gibt es ausgezeichnete Teams, die diese Veranstaltungen schon lange im Voraus zu planen beginnen. In diesen Teams findet man viele ganz junge Leute und einen ganzen Schub an erfahrenen Älteren. Eine gute Mischung eben. Und es gibt Jahr für Jahr eine ganz große Bereitschaft zur Mitarbeit. Leute aus den eigenen Reihen genau so wie viele externe Helfer engagieren sich in den Aufbauarbeiten, Essensdiensten, Workshops, musikalischer Gestaltung, Ordnungsdiensten…

Wie verläuft die Zusammenarbeit mit der Ortskirche?

Marina Schlager: In Salzburg beispielsweise ist unser Geistliches Zentrum St. Blasius innerhalb der kleinen Stadtpfarre angesiedelt und so dürfen wir als Loretto Gemeinschaft direkt in der Erzdiözese verankert und fruchtbar wirken. Immer mehr unserer Aktivitäten münden in diverse Pfarren und kirchliche Projekte hinein. Alle unsere Aktivitäten im ganzen Land finden immer im Einvernehmen und im regelmäßigen Austausch mit den Verantwortlichen der Diözesen vor Ort statt.

2012 hat die ÖBK die Statuten der Loretto Gemeinschaft für fünf Jahre genehmigt. Was wird 2017 geschehen?

Marina Schlager: Sie hat sie für 5 Jahre „ad experimentum“ genehmigt. Das ist der Usus. Wenn die Bischofskonferenz danach der Ansicht ist, dass die Früchte gut und für die ganze Kirche erbauend sind, dann wird eine Gemeinschaft offiziell anerkannt. Das erhoffen wir.

Beschränkt sich die Tätigkeit der Loretto Gemeinschaft nur auf Österreich oder gibt es bereits Gebetskreise in anderen Ländern?

Marina Schlager: Wir durften in den letzten Jahren nicht nur neue Gebetskreise in Österreich gründen, sondern auch in Deutschland, Ungarn, Südtirol und der Schweiz wurden neue Loretto Gruppen ins Leben gerufen.

Nächstes Jahr feiert die Loretto Gemeinschaft ihr 30-jähriges Bestehen. Was wünschen Sie sich zu diesem Geburtstag?

Marina Schlager: Dass mehr und mehr Menschen in unserem Land Gott wieder kennenlernen und ihr Leben auf Ihn hin ausrichten. Wir träumen und beten für ein neues gewaltiges Pfingsten für die ganze Kirche und auch für uns hier in Österreich.

Eine ganz andere Frage. Der Konflikt in Syrien zerreißt seit fünf Jahren den gesamten Nahen Osten. Was können oder sollen wir hier in Europa tun, um die Christen aus dieser Region zu helfen?

Marina Schlager: Es erfüllt uns mit Trauer und Schmerz, dass unsere Geschwister in Syrien verfolgt werden und unter dem schon so lange dauernden Krieg zu leiden haben. Wir möchten unsere Geschwister vor allem im Gebet unterstützen. Wir denken, dass Gebet so wichtig ist und vor allem, dass Gebet auch verändern kann. Wir durften und dürfen immer wieder die Erfahrung machen, was Gebet alles bewirken kann. Daher haben wir uns Syrien schon seit einiger Zeit zu einem ganz wichtigen Gebetsanliegen gemacht, dass wir bei Veranstaltungen wie Pfingsten, aber auch bei unseren Gemeinschaftstreffen ganz besonders dafür beten und Fürbitte tun. Außerdem gibt’s jeden Donnerstag in unserer H.O.M.E Mission Base in Salzburg ein spezielles Syrien Gebet. Und darüber hinaus gibt es einige Familien aus unserer Gemeinschaft, die Flüchtlinge – vor allem Christen aus Syrien – bei sich zu Hause aufgenommen haben.

Frau Schlager, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen alles Gute.

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Mehr Info zur Loretto Gemeinschaft finden Sie hier.

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Quelle

Bischof Ägidius Zsifkovics ruft zum gesellschaftlichen Zusammenhalt auf

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Bischof Ägidius Zsifkovics

Zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Österreich hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics aufgerufen. Im Kathpress-Interview am Rande des großen Abschlussfestes zum Martinus-Jubiläumsjahr in Eisenstadt nahm der Bischof zum US-amerikanischen und österreichischen Präsidentschaftswahlkampf Stellung, warnte vor einer Spaltung der Gesellschaft und forderte einmal mehr eine gesamteuropäische Lösung der Flüchtlingsfrage. Weiters zog er eine Bilanz des Martinus-Jubiläumsjahres in der Diözese Eisenstadt.

Zsifkovics ist in der Österreichischen Bischofskonferenz für die Bereiche Flucht, Migration und Integration zuständig und bekleidet in der EU-Bischofskommission ComECE die Funktion des Koordinators für Flüchtlingsfragen. Eindringlich warnte der Bischof vor Alleingängen einzelner europäischer Staaten in der Flüchtlingsfrage. Es bestehe die Gefahr, dass nationale Egoismen „fröhliche Urständ‘ feiern“. Die mangelnde europäische Solidarität, um die Herausforderungen durch die vielen Flüchtlinge gemeinsam zu lösen, sei eine große Gefahr, warnte der Bischof. Die Kirchen hätten die moralische Verpflichtung, das Gewissen der Nationen zu sein und ihre Stimme für jene zu erheben, die das selbst nicht tun können, forderte Zsifkovics.

Angesprochen auf Ungarn unterstrich der Bischof, dass er mit der Ungarischen Bischofskonferenz in ständigem Kontakt stehe und diesen auch zu staatlichen Stellen suche. „Ich versuche, die Brücken aufrecht zu erhalten“, so der Bischof wörtlich. Er bemühe sich, immer wieder darauf hinzuweisen, „dass es wenig Sinn macht, sich abzuschotten und Wege zu gehen, die nicht das Gemeinsame im Blick haben“. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban bemüht sich bekanntlich, bisher noch vergeblich, um eine Verfassungsänderung gegen die Aufnahme von Asylwerbern.

Mehr Einsatz für Flüchtlinge möglich

Die Kirche in Ungarn sei durchaus auch um Flüchtlinge bemüht, betonte Zsifkovics. Freilich habe die ungarische Kirche weit weniger Möglichkeiten als beispielsweise die Kirche in Österreich. Ganz grundsätzlich wolle er festhalten, dass die Kirche in allen Ländern Europas noch mehr Zusammenarbeit und Einsatz für Flüchtlinge zeigen könnten.

In der Diözese Eisenstadt seien viele tausende Flüchtlinge erstversorgt worden, knapp 500 habe man langfristig in Quartieren aufnehmen können, so der Bischof. Für diese bemühe man sich natürlich um eine gute Integration vor Ort. Dabei würden sich viele Pfarren, aber auch die Katholische Aktion, große Verdienste erwerben.

Sachpolitik statt Emotion

Wenige Wochen vor dem nächsten Versuch zur Bundespräsidentenwahl wollte der Bischof nicht von einer großen Spaltung in zwei Lager in seiner Diözese sprechen. Bedenklich sei freilich, dass der Stil des US-amerikanischen Wahlkampfes auf Österreich überzuschwappen drohe. „An dieser Radikalisierung und Spaltung der Gesellschaft kann niemand Interesse haben“, sagte der Bischof.

Seitens der Kirche gebe es aus gutem Grund keine parteipolitischen Stellungnahmen, die Christen sollten frei nach ihren Gewissen entscheiden, betonte Zsifkovics. Er wolle jedoch grundsätzlich anmerken: „Wer Gott in den Mund nimmt oder auf ein Plakat schreibt, der muss auch wissen, was dieser Gott bedeutet, und dass dies nicht nur eine Formel oder Floskel ist. Gott ist immer auf Seiten der Armen, Kleinen und Schwachen, der Ausgestoßenen und auch der Flüchtlinge und Verfolgten.“ Wer immer das Bundespräsidentenamt übernimmt, sei gut beraten, sich diesen Menschen auch ganz besonders zuzuwenden. Das gelte freilich auch für alle anderen politisch Verantwortlichen.

Die Kirchen seien aufgerufen, einen Beitrag zur Besonnenheit und zum Brückenschlag zu leisten. „Wir müssen alles tun, um ein gutes Miteinander auch bei unterschiedlichen Ansichten zu fördern.“ Weniger Emotion und mehr Sachpolitik sei das Gebot der Stunde.

In Ökumene weitere Schritte gehen

Sehr dankbar zeigte sich der Bischof, dass das historische Treffen der katholischen Bischofskonferenz mit den Spitzenvertretern der evangelischen Kirchen in Österreich im Burgenland stattfand. Zum einen habe das Burgenland den höchsten Prozentsatz an Evangelischen von allen Bundesländern, zum anderen „leben wir hier ganz intensiv im Alltag diese ökumenische Einheit in Vielfalt“. Freilich könne man nie zufrieden sein, solange nicht die volle Kircheneinheit hergestellt ist. Das Reformationsjubiläum sei jedenfalls eine gute Gelegenheit, „hier weitere Schritte zu setzen“.

Am vergangenen Dienstag fand in Rust ein ökumenischer Gottesdienst statt, gemeinsam abgehalten von der Bischofskonferenz, der Kirchenleitung der evangelischen Kirchen A.B. und H.B. und der evangelisch-methodistischen Kirche. Am Mittwoch trafen sich die katholischen und evangelischen Vertreter in Eisenstadt zu einem gemeinsamen Studientag.

„1.700 Jahre Martin von Tours“

Mit einem Festgottesdienst im Eisenstädter Martinsdom wurde am Freitag das Jubiläumsjahr „1.700 Jahre Martin von Tours“ feierlich abgeschlossen. Seit dem 11. November des Vorjahres hatten Diözese und Pfarren dazu viele unterschiedliche Akzente und Initiativen gesetzt. Neben zahlreiche Wallfahrten beispielsweise auch Kinder- und Jugendaktionen oder Bildungsveranstaltungen. Eine Besonderheit in der Diözese Eisenstadt. Das Jubiläumsjahr war mit dem von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit zusammengefallen, was auch inhaltlich besonders gut zusammenpasse, so der Bischof, denn die wegweisende Spur des heiligen Martin ließen sich anhand dreier fundamentaler Wegmarken des christlichen Unterwegsseins zum Ausdruck bringen: Spiritualität, Solidarität und Barmherzigkeit.

Eine Frucht dieses „doppelten“ Jubiläumsjahres: In möglichst vielen Pfarren soll es nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern auch in Zukunft „Abende der Barmherzigkeit“ geben, kündigte der Bischof an.

Eines sei ihm noch wichtig zu betonen, so Zsifkovics: „Zum Ende des Jahres der Barmherzigkeit werden die Heiligen Pforten nun wieder geschlossen. Das soll aber gerade nicht heißen, dass die Kirche ihre Türen schließt. Wir haben in diesem Jahr unsere Türen und Herzen weit aufgemacht und werden sie auch weiter offen halten.“

(kap 12.11.2016 sk)