Ansprache von Johannes Paul II. bei der Willkommenszeremonie zum Weltjugendtag 2000 – Petersplatz, 15. August 2000

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Liebe Jungen und Mädchen des fünfzehnten Weltjugendtages, liebe Mitbrüder im Bischofsamt und im priesterlichen Dienst, liebe Ordensfrauen und -männer, liebe Erzieher, die ihr die jungen Leute begleitet! Willkommen in Rom! Ich danke Herrn Kardinal James Francis Stafford für die herzlichen Worte, die er an mich gerichtet hat. Mit ihm grüße ich Herrn Kardinal Camillo Ruini sowie die anwesenden anderen Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe. Ich danke auch den beiden Jugendlichen, die so eindrücklich die Gefühle von euch allen zum Ausdruck brachten, die ihr aus vielen Teilen der Welt hier zusammengekommen seid.

Ich empfange euch mit Freude, nachdem ich an der Basilika San Giovanni am Lateran, der Kathedrale von Rom, Station gemacht habe, um die römischen und italienischen Jugendlichen zu grüßen. Sie vereinen sich mit mir, um Euch als Brüder und Schwestern herzlich willkommen zu heißen.

Eure Gesichter erinnern mich an die jungen Generationen – ja sie machen sie gleichsam gegenwärtig –, denen ich in diesen Jahren am Ende des Jahrtausends im Laufe meiner apostolischen Reisen rund um die Welt begegnen durfte. Jedem rufe ich zu: Der Friede sei mit dir!

Der Friede sei mit dir, junger Freund aus Afrika:
aus Algerien,
aus Angola,
aus Benin,
aus Burkina Faso,
aus Burundi,
aus Kamerun,
aus Kap Verde
aus Tschad,
aus Kongo,
von der Elfenbeinküste,
aus Ägypten,
aus Eritrea,
aus Gabun,
aus Gambia,
aus Ghana,
aus der Republik Guinea,
aus Djibouti,
aus Guinea-Bissau,
aus Kenia,
von den Komoren,
von Mauritius,
aus Lesotho,
aus Liberia,
aus Lybien,
aus Madagaskar,
aus Malawi,
aus Mali,
aus Marokko,
von Mocambique,
aus Namibia,
aus Nigeria,
von der Republik Zentralafrika,
von der Demokratischen Republik Kongo,
aus Rwanda,
aus Senegal,
von den Seychellen,
aus Sierra Leone,
aus Südafrika,
vom Sudan,
aus Swasiland,
aus Tansania,
aus Togo,
aus Uganda,
aus Sambia,
aus Simbabwe.

Der Friede sei mit dir, junger Freund aus Amerika:
von den Antillen,
aus Argentinien,
von den Bahamas,
aus Belize,
aus Bolivien,
aus Brasilien,
aus Kanada,
aus Chile,
aus Kolumbien,
aus Costa Rica,
aus Kuba,
aus Ecuador,
von der Republik Salvador,
aus Guatemala,
aus Haiti,
aus Honduras,
aus Mexiko,
aus Nicaragua,
aus Panama,
aus Paraguay,
aus Peru,
aus Puerto Rico,
von der Dominikanischen Republik,
aus St. Lucia,
aus St. Vincent,
aus den Vereinigten Staaten,
aus Surinam,
aus Uruguay,
aus Venezuela.

Der Friede sei mit dir, junger Freund aus Asien:
aus Saudi-Arabien,
aus Armenien,
aus Bangladesch,
aus Kambodscha,
aus Bahrain,
aus Südkorea,
von den Vereinigten Arabischen Emiraten,
von den Philippinen,
aus Georgien,
aus Japan,
aus Jordanien,
aus Hong Kong,
aus Indien,
aus Indonesien,
aus dem Irak,
aus Israel,
aus Kasachstan,
aus Kirgisien,
aus Laos,
aus dem Libanon,
aus Macau,
aus Malaysia,
aus der Mongolei,
aus Myanmar,
aus Nepal,
aus Oman,
aus Pakistan,
aus Katar,
aus Singapur,
aus Syrien,
aus Sri Lanka,
aus Taiwan,
von den Palästinensischen Gebieten,
aus Thailand,
aus Osttimor,
aus Turkmenien,
aus Usbekistan,
aus Vietnam.

Der Friede sein mit dir, junger Freund aus Europa:
aus Albanien,
aus Österreich,
aus Belgien,
aus Weißrußland,
aus Bosnien-Herzegowina,
aus Bulgarien,
aus Zypern,
aus Kroatien,
aus Dänemark,
aus Deutschland,
aus England,
aus Estland,
aus Finnland,
aus Frankreich,
aus Griechenland,
aus Irland,
aus Italien,
aus Lettland,
aus Liechtenstein,
aus Litauen,
aus Luxemburg,
aus Mazedonien,
aus Malta,
aus Moldawien,
aus den Niederlanden,
aus Norwegen,
aus Polen,
aus Portugal,
aus dem Fürstentum Monaco,
aus der Tschechischen Republik,
aus der Republik San Marino,
aus Rumänien,
aus Rußland,
aus Schottland,
aus der Slowakischen Republik,
aus Slowenien,
aus Spanien,
aus der Schweiz,
aus Schweden,
aus der Türkei,
aus der Ukraine,
aus Ungarn,
aus Jugoslawien.

Der Friede sei mit dir, junger Freund aus Ozeanien:
aus Australien,
aus Guam,
aus Neuseeland,
aus Papua-Neuguinea.

Besonders herzlich begrüße ich die Gruppe der Jugendlichen, die aus den Ländern kommen, in denen Haß, Gewalt und Krieg dem Leben ganzer Bevölkerungsgruppen noch den Stempel des Leids aufdrücken: Euer aller Solidarität ist es zu verdanken, daß sie heute Abend da sein können. Ich spreche ihnen, auch in eurem Namen, die geschwisterliche Nähe unserer Versammlung zu. Mit euch erbitte ich für sie und für ihre Landsleute Tage des Friedens in Gerechtigkeit und Freiheit.

Meine Gedanken wandern schließlich zu den Jugendlichen anderer Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften, die an diesem Abend zusammen mit einigen ihrer Hirten hier sind: Der Welttag sei eine weitere Gelegenheit, um einander kennen zu lernen und gemeinsam den Geist des Herrn um das Geschenk der vollen Einheit unter allen Christen zu bitten!

Liebe Freunde aus den fünf Kontinenten! Ich freue mich, mit euch an diesem Abend das Jubiläum der Jugend feierlich zu eröffnen. Ihr Pilger auf den Spuren der Apostel, ahmt ihren Glauben nach!

Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit!

* * * * *

1. Liebe Freunde! Ihr habt mit allen möglichen Verkehrsmitteln unzählige Kilometer zurückgelegt, um hierher nach Rom an die Gräber der Apostel zu kommen. Erlaubt mir, daß ich an den Anfang der Begegnung mit euch eine Frage stelle: Was sucht ihr hier? Ihr seid da, um euer Jubiläum zu feiern: das Jubiläum der jungen Kirche. Eure Reise ist etwas Besonderes: Ihr habt euch auf den Weg gemacht, nicht nur zum Zeitvertreib oder der Kultur wegen. So laßt mich die Frage wiederholen: Was sucht ihr hier? Oder besser: Wen sucht ihr?

Darauf kann es nur eine einzige Antwort geben: Ihr seid gekommen, um Jesus Christus zu suchen! Doch dieser Jesus Christus sucht zuerst euch! Das Jubiläum feiern heißt ja nichts anderes als Jesus Christus zu feiern und ihm zu begegnen, dem Wort, das Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat.

Die Worte des Johannes-Prologs, die soeben verkündet wurden, sind gleichsam seine „Visitenkarte“. Sie laden uns dazu ein, den Blick auf sein Geheimnis zu lenken. Diese Worte sind eine Botschaft, die sich besonders an euch, liebe Jugendliche, richtet: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott“ (Joh 1,1-2).

Der Evangelist weist uns auf das Wort hin, das eines Wesens mit dem Vater von Ewigkeit her gezeugt ist als Gott von Gott und Licht vom Licht. So führt er uns ein in das Herz des göttlichen Lebens, aber er bringt uns auch zur Quelle der Welt: Denn dieses Wort steht am Anfang der ganzen Schöpfung: „Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist“ (Joh 1,3). Die gesamte geschaffene Welt war, noch bevor sie Wirklichkeit wurde, von Gott gedacht und von Ihm im ewigen Plan seiner Liebe gewollt. Wenn wir also auf die Welt in ihrer Tiefe schauen und uns dabei von der Weisheit und Schönheit, die Gott darin hineingelegt hat, in Staunen versetzen lassen, dann können wir schon in der Welt einen Spiegel jenes Wortes erfassen, das uns die biblische Offenbarung im Antlitz Jesu von Nazaret vollends enthüllt. In gewisser Weise ist die Schöpfung die erste „Offenbarung“ des Wortes.

2. Der Prolog fährt fort: „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt“ (Joh 1,4-5). Das Leben ist für den Evangelisten das Licht, und der Tod als Gegensatz zum Leben steht für die Finsternis. Durch das Wort ist alles Leben auf der Erde entstanden und im Wort findet es seine endgültige Vollendung.

Wenn Johannes das Leben mit dem Licht gleichsetzt, dann denkt dabei auch jenes besondere Leben, das nicht einfach in den biologischen Abläufen des menschlichen Organismus besteht, sondern aus der Teilhabe am Leben Jesu Christi selbst schöpft. Der Evangelist sagt: „Das wahre Leben, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt“ (Joh 1,9). Diese Erleuchtung wurde der Menschheit in der Nacht von Betlehem gewährt, als das ewige Wort des Vaters aus der Jungfrau Maria Fleisch annahm und als Mensch in diese Welt hineingeboren wurde. Seitdem hat jeder Mensch durch den Glauben am Geheimnis jenes Ereignisses teil und erfährt in gewissem Maß diese Erleuchtung.

Jesus Christus selbst wird sich eines Tages als Licht der Welt vorstellen: „Solange ihr das Licht bei euch habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichts werdet“ (Joh 12,36). Diese Mahnung geben Jesu Jünger von Generation zu Generation weiter und versuchen, sie im täglichen Leben umzusetzen. Im Hinblick auf diese Aufforderung wird Paulus schreiben: „Deshalb lebt als Kinder des Lichts! Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor“ (Eph 5,8-9).

3. Das Herz des Johannes-Prologs ist die Botschaft: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (1,14). Kurz zuvor hatte der Evangelist erklärt: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“ (1,10-12). Meine Lieben! Gehört ihr zu denen, die Jesus Christus aufgenommen haben? Eure Anwesenheit hier ist schon eine Antwort. In diesem Jubiläum „2000 Jahre nach Christi Geburt“ seid ihr nach Rom gekommen, um die Kraft des Lebens, die ihm innewohnt, in euch aufzunehmen. Ihr seid gekommen, um die Wahrheit über die Schöpfung neu zu entdecken und wieder über die Schönheit und den Reichtum der geschaffenen Welt staunen zu lernen. Ihr seid gekommen, um euch neu bewußt zu machen, welche Würde der Mensch hat, der als Bild und Gleichnis Gottes geschaffen ist.

Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14). Ein zeitgenössischer Philosoph hat die Bedeutung des Todes im menschlichen Leben so betont, daß er sagen konnte: „Der Mensch lebt für den Tod“. Das Evangelium unterstreicht das Gegenteil: Der Mensch lebt für das Leben. Der Mensch ist von Gott berufen, am göttlichen Leben Anteil zu haben. Der Mensch ist also ein Wesen, das zur Herrlichkeit berufen ist.

Diese Tage, die ihr im Rahmen des Weltjugendtages in Rom gemeinsam verbringen werdet, sollen jedem einzelnen von euch helfen, einen klareren Blick auf die Herrlichkeit zu bekommen, die dem Sohn Gottes eigen ist und zu der wir in Ihm vom Vater berufen sind. Dafür muß euer Glaube an Christus wachsen und sich festigen.

4. Für diesen Glauben will ich vor euch, liebe Jugendliche, Zeuge sein am Grab des Apostels Petrus, zu dessen Nachfolger als Bischof von Rom mich der Herr berufen hat. Heute möchte ich Euch zunächst sagen: Ich glaube fest an Jesus Christus, unseren Herrn. Ja, ich glaube und mache mir die Worte des Apostels Paulus zu eigen: „Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20).

Ich denke daran, wie ich von Kindesbeinen an in meiner Familie gelernt habe, zu beten und mich Gott anzuvertrauen. Ich erinnere mich an das Gemeindeleben meiner Pfarrei in Wadowice und an das der Pfarrei Debniki in Krakau, die den Namen des hl. Stanislaus Kostka trägt. In ihnen empfing  ich eine Art Grundausbildung für das christliche Leben. Dann kann ich die Erfahrung des Krieges ebenso wenig vergessen wie die Jahre, in denen ich in der Fabrik arbeitete. Endgültig reifte meine Berufung zum Priester in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, als Polen besetzt war. Die Tragödie des Krieges ließ meine Lebensentscheidung reifen und gab ihr eine besondere Färbung. Dabei ging mir immer mehr ein Licht auf: Der Herr will, daß ich Priester werde! Bewegt denke ich an jenen Augenblick meines Lebens zurück, als ich am Morgen des 1. November 1946 die Priesterweihe empfing.

Mein Credo setzt sich fort in meinem gegenwärtigen Dienst an der Kirche. Als ich am 16. Oktober 1978 nach der Wahl auf den Stuhl Petri gefragt wurde: „Nimmst du an?“, da habe ich geantwortet: „Im Glaubensgehorsam gegenüber Christus, meinem Herrn, und im Vertrauen auf die Mutter Christi und seiner Kirche nehme ich ungeachtet der großen Schwierigkeiten an“ (Redemptor hominis, 2). Seitdem versuche ich, meiner Aufgabe nachzukommen, indem ich jeden Tag Licht und Kraft schöpfe aus dem Glauben, der mich an Christus bindet.

Doch ist mein Glaube – wie schon bei Petrus und bei jedem von uns – nicht nur mein eigenes Werk, meine Bindung an die Wahrheit Jesu Christi und der Kirche. Mein Glaube ist wesentlich und vor allem ein Werk des Heiligen Geistes, ein Geschenk seiner Gnade. Der Herr schenkt mir – wie auch euch – Seinen Geist, damit wir „Credo“ sagen können: Ich glaube. Dann nimmt uns der Herr in seinen Dienst, damit wir für ihn Zeugen sind in jedem Winkel der Erde.

5. Liebe Freunde! Warum wollte ich euch am Anfang eures Jubiläums dieses persönliche Zeugnis geben? Ich wollte dadurch klarmachen: Der Weg des Glaubens bahnt sich durch alle Erfahrung unseres Lebens. Gott wirkt durch die konkreten und persönlichen Ereignisse eines jeden von uns: durch sie zeigt sich uns das Wort, das Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat. Manchmal geschieht das auf wahrhaft geheimnisvolle Weise.

Liebe Jungen und Mädchen! Laßt nicht zu, daß die Zeit, die der Herr Euch schenkt, vorbeigeht, als wäre alles nur ein Zufall. Der hl. Johannes hat uns gesagt, daß alles in Christus geworden ist. Deshalb glaubt ganz fest an ihn! Er lenkt die Geschichte der einzelnen ebenso wie die der Menschheit. Sicher: Jesus Christus achtet unsere Freiheit, aber in allem, was das Leben an Freuden und Bitterkeiten bringt, lädt er uns unaufhörlich dazu ein, an Ihn zu glauben, an sein Wort, an die Wirklichkeit der Kirche und an das ewige Leben!

Denkt also nie, in Jesu Augen unbekannt zu sein wie Nummern einer anonymen Menge. Jeder von euch ist für Christus wertvoll, jeder ist ihm persönlich bekannt, jeden hat er liebend gern, auch wenn er auf Gleichgültigkeit stößt.

6. Liebe Freunde, ihr seid mit der ganzen Leidenschaft eurer Jugend auf das dritte Jahrtausend hin ausgerichtet. Lebt die Gelegenheit intensiv, die euch der Weltjugendtag bietet in dieser Kirche von Rom, die heute mehr denn je eure Kirche ist. Laßt euch vom Heiligen Geist formen! Macht die Erfahrung des Gebetes, indem ihr den Heiligen Geist in eure Herzen sprechen laßt. Beten heißt: ein bißchen von der eigenen Zeit Christus zur Verfügung stellen, sich ihm anvertrauen, still bleiben und ganz Ohr sein für sein Wort, damit es im Herzen nachhallen kann.

Schneidet euch in diesen Tagen, Augenblicke der Stille, des Gebetes und der Sammlung heraus, als gehe es um eine große Woche geistlicher Exerzitien. Bittet den Heiligen Geist, eure Herzen und Sinne zu erleuchten. Bittet ihn um das Geschenk eines lebendigen Glaubens, der eurem Leben einen bleibenden Sinn zu geben vermag, indem er es in Jesus Christus einfügt, das fleischgewordene Wort.

Die heilige Jungfrau Maria, die Jesus Christus durch das Wirken des Heiligen Geistes hervorgebracht hat, Salus Populi Romani (Heil des römischen Volkes) und Mutter aller Völker, die heiligen Petrus und Paulus sowie alle anderen Heiligen und Märtyrer dieser Kirche und eurer Kirchen, mögen euren Weg begleiten.

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Quelle

„Eine Art Karte“ auf dem Weg zur nächsten Synode

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Ausdruck jugendlicher Spiritualität: Weltjugendtage – RV

Jugend, Glauben, Berufung: Um dieses Thema kreist das Vorbereitungsdokument für die nächste Bischofssynode vom Oktober 2018. Es wurde an diesem Freitag vorgestellt. Der etwa zwanzig Seiten schlanke Text, zu dem auch wieder ein Fragebogen gehört, soll in Bistümern, Pfarreien, Orden und Verbänden weltweit das Nachdenken über eine Neujustierung der kirchlichen Jugendpastoral anstoßen.Erste Neuigkeit auf Seite eins: Auch Jugendliche können sich über eine Internetseite an der neuen Vatikanumfrage zur nächsten Synode beteiligen. Das erhöht die Chancen, dass ihre Vorstellungen in den Grundlagentext der Synode einfließen werden. Was der Vatikan an diesem Freitag präsentierte, war noch nicht dieser Grundlagentext namens „Instrumentum laboris“, sondern nach eigenen Angaben „eine Art Karte, … um eine Suchbewegung zu fördern“.

Ein erster Blick des Textes gilt der Lage von Jugendlichen in der rapide sich ändernden Welt von heute; die Rede ist von einer „hyper-vernetzten Generation“, umgeben von Multireligiosität, „Flüchtigkeit und Vorläufigkeit“. Der zweite, zentrale Textteil denkt darüber nach, wie man jungen Menschen heute helfen kann, Entscheidungen im Bereich von Ehe oder religiöser Berufung zu treffen; er betont die „Wichtigkeit der persönlichen Begleitung“ jedes Einzelnen auf einem solchen Weg, die Rolle des Gewissens und des Gesprächs mit Gott.

Das dritte Kapitel heißt „Die pastorale Tätigkeit“ und bemüht sich um einige konkrete Hinweise für Jugendpastoral – etwa den, dass „die Jugendlichen Subjekt und Objekt der Pastoral“ zugleich sein sollten. Die Gesellschaft behandle Jugendliche „oft wie eine unnütze oder unbequeme Sache“ – diesen Fehler dürfe die Kirche nicht machen.

Ausdrücklich würdigt der Text die Rolle der katholischen Weltjugendtage. Von tiefer Einsicht zeugt die Bemerkung, „dass sich zwischen der kirchlichen Sprache und der Sprache der Jugendlichen ein Abstand bildet, der schwierig zu überbrücken ist“. Im Fragebogen gibt es erstmals eigene Sparten für einzelne Kontinente; das soll den Redakteuren, die später das „Instrumentum laboris“ zusammenstellen, die Arbeit erleichtern. Insgesamt fällt im ganzen Vorbereitungsdokument der spirituelle Grundton auf; wer starke Worte sucht, etwa zum Thema Sexualmoral, wird hier nicht so richtig fündig.

(rv 13.01.2017 sk)

„Ein unvergessliches Fest der Jugend und des Glaubens“

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Erzbischof Gadecki & Papst Franziskus / Mazur/Episkopat.Pl

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz dankt Papst Franziskus für seine liebevollen Worte

„Ich danke für die herzerfrischenden, liebevollen und warmen Worte, die Sie nicht nur an die Jugend, die in Krakau versammelt war, sondern auch an alle Gläubigen und Hirten der Polnischen Kirche gerichtet haben“, so schreibt der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanisław Gądecki, in einem Brief an Papst Franziskus. 

Wir veröffentlichen im Wortlaut den Volltext des Schreibens.

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Lieber Heilige Vater,

als Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz möchte ich Ihnen herzlich für die Wallfahrt in unsere Heimat aus Anlass des Weltjugendtages danken.

Die vergangenen Tage waren ein unvergessliches Fest der Jugend und des Glaubens. Es war ein Fest, das die Gemeinschaft des Geistes offenbart hat, die nicht nur Polen, sondern alle Menschen umschließt, die im Evangelium Christi ein solides Fundament des Friedens und der Sicherheit für alle Völker sehen. Alle Völker, welche in der barmherzigen Liebe Gottes die Hoffung für die Welt erkennen.

Ich danke für die herzerfrischenden, liebevollen und warmen Worte, die Sie nicht nur an die Jugend, die in Krakau versammelt war, sondern auch an alle Gläubigen und Hirten der Polnischen Kirche gerichtet haben. Die Anwesenheit des Nachfolgers Petri in unserer Heimat im Außerordentlichen Jahr der Barmherzigkeit und im Jahr des 1050. Jubiläums der Taufe Polens ist für uns ein besonderes Zeichen der Einheit, der Liebe und der Hingabe.

Wir sind Ihnen dankbar für die einnehmende Schlichtheit und Güte, welche Ihre Person unter uns ausstrahlte. Die Güte ist das Spiegelbild der Liebe, welcher Sie Ihr ganzes Leben und Ihren ganzen Dienst anvertraut haben.

Im Geist der Dankbarkeit für den Weltjugendtag, das 1050. Jubiläum der Taufe Polens und das Außerordentlichen Jahr der Barmherzigkeit werden wir im Oktober unsere Nationalwallfahrt zum Vatikan führen, um auf diese Weise unsere Dankbarkeit, Treue und Hingabe auszudrücken.

Mit ganzer Hingabe bitte ich um Ihren väterlichen Segen und das Gebet für mich und für die Kirche in Polen.

+ Stanisław Gądecki
Erzbischof von Posen
Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz

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Bilder vom Weltjugendtag und vom Besuch von Papst Franziskus in Polen kann man kostenlos beim Flickr-Auftritt der Polnischen Bischofskonferenz herunterladen: http://bit.do/krakow2016

Geben Sie bei der Verwendung folgende Quelle an:  Photos: Mazur/episkopat.pl

Die Nachwirkungen des Treffens mit dem Papst

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Weltjugendtagspilger Auf Dem Krakauer Marktplatz, (C) Michaela Koller

Fröhlichkeit, Gemeinschaft und Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden und Freiheit

Von der nachhaltigen Wirkung des Weltjugendtags sind Oberhirten, Pilger und auch die Gastgeber fest überzeugt. Für Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg hat die Zusammenkunft von jungen Leuten aus der ganzen Welt zum gemeinsamen Feiern und Gebet hoffnungsstiftend gewirkt. „Auf den Straßen und Plätzen, beim Essen und Feiern herrschte große Fröhlichkeit, Gemeinschaft und Hoffnung auf eine gute Zukunft in Freiheit und Frieden für die ganze Welt“, erklärte er gegenüber ZENIT. Ruhe, Besinnlichkeit und Ernsthaftigkeit seien zugleich zu spüren gewesen. „Die Jugend ist besser, als oft behauptet wird, stärker als vermutet und hoffnungsvoller als geschätzt“, so Erzbischof Schick.

Bischof Stefan Oster aus Passau erwartet, wie er auf seiner Facebook-Seite schrieb, dass die jungen Pilger nun als Einzelne mit einem Hunger nach geistlicher Erfahrung und dem Wunsch nach einem Aufbruch in der Kirche zurückkehrten. Von den Sakramenten und dem Herzen der Kirche aus wollten sie hinausgehen, die Welt zu verändern. „Sie wollen die Tiefe, das echte und das ganze Evangelium. Sie sehnen sich nach der Revolution der Liebe, von der der Heilige Vater so eindrucksvoll Zeugnis gibt. Und sie sind bereit, dafür Vieles in Kauf zu nehmen“, heißt es weiter in dem Eintrag.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße geht in seiner Stellungnahme gegenüber ZENIT von einer nachhaltigen Stärkung des Glaubens durch den Weltjugendtag aus: „Ich bin überzeugt, dass dieses Erlebnis Teil der Glaubensbiografie aller Menschen wird, die dabei waren.“ Besonders beeindruckt habe ihn die internationale Vielfalt junger Menschen und ihre Glaubensfreude. Sie zeige: „Der Glaube an Jesus Christus ist jung.“

Weltjugendtagspilger Christian Hoferer, der aus Bayern nach Krakau gereist war, legte gegenüber ZENIT Zeugnis für die Bedeutsamkeit seiner Teilnahme am WJT ab: „Im Alter von Mitte 20 stehen bei mir nach dem Abschluss des Studiums wichtige Weichenstellungen für das Leben an. Manchmal hat man Zweifel, wie oder wo es jetzt genau weitergehen soll. Der Papst hat mir Mut gemacht, diese Weichenstellungen mit Frohsinn und im Vertrauen auf Gott zu treffen.“

Die Krakauerin Katarzyna Pilniakowska, die das Ereignis am Rande als Einheimische verfolgte, sagte im Interview: „Jeder wird Ihnen das sagen: Die Stadt ist nicht mehr dieselbe. All die jungen Menschen haben Krakau mit der Schönheit ihrer Gedanken verändert. Sogar ein Kunde von mir, der gar nicht an Gott glaubt, hat das festgestellt“, berichtet die Innenarchitektin. Beinah zwei Millionen junger Pilger besuchten ihre Heimatstadt vom 25. Juli 31. Juli und trafen sich auf den Höhepunkten mit Papst Franziskus.

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Quelle

„Der Herr des Risikos“ – Eine persönliche Bilanz des Weltjugendtags

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Einsatzkräfte und Pilger bei der Gebetswache am Samstag. Foto: CNA/Alan Holdren

Im Radio hörte ich heute morgen die Durchsage, die Stadt Wien wolle Maßnahmen ergreifen gegen das überhandnehmende Unsicherheitsgefühl ihrer Bürger. Es ist offensichtlich, dass die Menschen Angst haben. Die Reaktionen darauf sind der Rückzug ins Private, die Transformation der Angst in Wut und Hass auf Andere oder auch die Negierung und Verdrängung dieses ungewollten und störenden Gefühls, das nicht in unsere Welt des Wohlfühlens passt.

Der Weltjugendtag in Krakau gehörte hinsichtlich des Angstpotenzials zur vordersten Linie. Überschattet von der Ermordung des Priesters Jacques Hamel schien die Möglichkeit vor einem Anschlag auf hunderttausende junge Christen nicht unwahrscheinlich – vor allem, da der Papst selbst dabei war.

Ich gebe zu: Ich hatte Angst auf dem Weg zum „Campus Misericordiae“, dem Feld, das am Samstag und Sonntag zu einem Konzentrat der Katholischen Kirche werden sollte. Und ich wurde überrascht. Der Weltjugendtag in Krakau wurde für mich mehr, als ein katholisches Happening und ein Fest des Glaubens – es wurde zu einer Antwort auf die allgegenwärtige Frage unserer Generation, wie wir damit umgehen, dass unsere Welt zu verschwinden scheint.

Die Weltjugendtage sind immer stark vom Charakter des jeweiligen Gastgeberlandes geprägt. Was die meisten sich von Polen erwarteten waren übertriebene, leicht kitschige Frömmigkeitsformen, ein wenig Chaos und ein Haufen Plattenbauten.

Tatsächlich fanden sich jedoch tausende Jugendliche aus aller Welt in einer bezaubernden, unglaublich sauberen mittelalterlichen und barocken Stadt wieder, die nicht nur die historisch weniger verwöhnten amerikanischen Gruppen in sichtbares Staunen versetzte.

An unseren ersten Morgen in Krakau, kamen wir aus der Unterkunft raus, gingen um die Ecke und standen plötzlich vor einer riesigen gotischen Basilika, in der mehrere hundert Jugendliche aus verschiedenen Ecken der Welt gemeinsam Messe feierten. Dass diese auf Polnisch war, störte dabei niemanden. Ebenso erging es uns danach in jeder anderen der vielen schönen Kirchen in der Altstadt von Krakau. Überall wurde gebetet, die Messe gefeiert, gebeichtet. Die ganze Stadt schien voller Gebet, voller Anbetung zu sein. In der völlig überfüllten Dominikanerkirche, wurde nicht nur im Hauptschiff eine englische Messe gelesen, sondern gleichzeitig feierten mehrere Bischöfe und Priester ihre Messen in den Seitenkapellen – sowas hatte ich bis dahin nur im Petersdom erlebt.

Krakau wurde für eine Woche zu Rom – allerdings zu einer überraschend organisierten, sicheren und sauberen Version. Jeder, der diese Tage erlebt hat, hat ein Volk erlebt, dessen Glauben tatsächlich noch in volkskirchenartiger Weise lebendig ist. Es werden in den Vororten überall neue Kirche gebaut, es stehen bei jedem Wegkreuz Blumen (wenn auch zum Teil offensichtlich Kunstblumen) und in den zahlreichen Klöstern Krakaus sah man ungewohnt viele junge Ordensleute. Alles schien ein wenig anachronistisch, aber auf eine so lebendige Art, dass es keinen Zweifel über die Echtheit dieser emotionalen Spiritualität geben konnte.

Am beeindrucktesten zeigte sich der polnische Katholizismus jedoch in der überragenden Gastfreundschaft. Nicht nur die polnischen Gastfamilien übertrafen sich in rührender Großzügigkeit, sondern beinahe jeder schien seinen Teil beitragen zu wollen. Überall am Weg zum Campus Misericordiae stellten die Leute vor ihren Türen Tische mit Getränken und Wasserschläuchen für die Pilger auf. Kleine Kinder reichten am Straßenrand aufgeregt volle Wasserbecher und freuten sich sichtbar, wenn ein junger Mensch sich daran erfrischte. Jeder wollte Teil dieses großen Festes sein. Nicht ein Einziger regte sich darüber auf, dass am Wochenende Tag und Nacht Hunderttausende laut singend durch eigentlich ruhige Wohngegenden zogen – ganz abgesehen von der ständig aktiven Sirene von Polizei oder Krankenwagen, die auffällig präsent für Ordnung und Sicherheit sorgten.

Wenn Krakau Rom ist, dann ist der Heilige Johannes Paul II. der Papst. Überall wurde der „Missionar der Barmherzigkeit“ in Krakau und bei den Katechesen und Treffen des Weltjugendtages verehrt, zitiert und zum Fürsprecher der Jugend. In jeder Kirche findet sich ein Bild des polnischen Papstes, das eine treue Schar an Pilgern anzieht. Diese Verehrung Johannes Pauls II. scheint auch maßgeblich für das Verhältnis der Polen zu Papst Franziskus zu sein. Er ist das Kirchenoberhaupt und auch als Person sehr beliebt, aber der nationale Papst der Polen bleibt der Heilige Johannes Paul II. – was möglicherweise auch den Umgang der polnischen Kirche mit Differenzen in politischen Fragen erleichtert.

Der Höhepunkt des Weltjugendtages war ohne Zweifel die Vigil mit dem Papst am Samstag Abend. Während die Andacht der Jugendlichen bei der Heiligen Messe am Sonntag von der Hitze, der Masse und der riesigen Entfernung zum Altar beeinträchtigt wurde, war am Samstag Abend eine beeindruckende Konzentration der Pilger zu spüren. Die Vigil trug ganz deutlich die Handschrift von Papst Franziskus. Die Predigt des Papstes war die eines Hirten. Hier traf der Pontifex den Nerv dieser Generation:“Das Empfinden, dass in dieser Welt, in unseren Städten, in unseren Gemeinschaften kein Raum mehr ist, um zu wachsen, zu träumen, schöpferisch zu sein, auf Horizonte zu schauen, letztlich: um zu leben, ist eines der schlimmsten Übel, die uns im Leben geschehen können.“ Vor dieser Angst, der Verschlossenheit und der Lähmung warnte uns der Papst.

Gerade unsere Generation ist befallen davon, die Grausamkeiten der Welt und die sich in relativistischen Nichtigkeiten auflösenden Grundfesten unserer Kultur nicht mehr mit Rebellion, sondern mit Resignation zu beantworten. Nicht nur das führte der Papst uns deutlich vor Augen, sondern warnte auch vor der schädlichen Konsequenz vieler junger Menschen auf diese Situation – die Suche nach dem momentanen Glück in Bequemlichkeit und Konsum. Er nannte das“ein Sofa gegen jede Art von Angst oder Furcht“. Die Konsequenz daraus, so der Papst, ist“die lautlose Lähmung, die uns am meisten schaden kann, denn nach und nach versinken wir, ohne es zu merken, im Schlaf, sind duselig und benommen, während andere – vielleicht die lebendigeren, aber nicht die besseren – für uns über die Zukunft entscheiden.“ Auf dem sonst so lebendigen und lauten Feld war es still bei den Worten des Papstes. Er hatte recht, das wussten wir. Schonungslos ehrlich, legte Papst Franziskus dar, was der Preis dieser Droge der Bequemlichkeit ist – unsere Freiheit. Und er fragte uns“Wollt ihr eine verschlafene Jugend sein? Wollt ihr, dass andere über eure Zukunft entscheiden? Wollt ihr frei sein? Wollt ihr für eure Zukunft kämpfen?“

Ob nun beabsichtigt oder nicht, die Menge der Jugendlichen antwortete auf die Frage mit jubelnden Zurufen. Und der Papst sagte uns, wie, was und wer der Weg dahin ist: nicht durch das Errichten von Mauern, sondern durch das Bauen von Brücken, nicht auf dem Sofa liegend, sondern die Stiefel anziehend, in der Haltung der Barmherzigkeit gegen jeden, als“politisch Handelnde, Denker, gesellschaftliche Vorreiter“. Und mit Christus als dem“Herrn des Risikos“, dem zu folgen eine“gewisse Dosis an Mut“ erfordert.

Die starken Worte des Papstes wurden mitgenommen in die gemeinsame Anbetung des“Herrn des Risikos“ mit der Bitte um Barmherzigkeit. Dieser Abend mit der Predigt des Papstes und dem unglaublich verbindenden Erlebnis des gemeinsamen Ausrichtens aller Augen und Herzen auf Jesus in der Anbetung, war nicht nur für mich als Katholikin tief bewegend. Es war auch für die säkulare Welt ein politisch so nie erreichbares Bild der Gemeinschaft und des Friedens.

Die Jugendlichen auf dem Feld waren der laute und lebendige Beweis für die Worte des Papstes. Hier waren Hunderttausende, die eine Nacht auf einem Feld, unbequeme Isomatten, erdrückende Hitze und staubige Sandalen dem Samstagabend auf dem Sofa vorzogen. Hier waren fast zwei Millionen junge Menschen, die sich nicht aus Angst versteckten, sondern laut singend etwas wagten. Hier war der Beweis, dass unsere Generation doch nicht in Resignation versinkt, sondern den Mut hat, Risiken einzugehen, um die Freiheit zu kämpfen und Protagonisten der Geschichte zu werden.

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Quelle

Papst Franziskus segnet Caritashäuser am Campus Misericordiae

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Die Caritashäuser am Campus Misericordiae

Auf dem Campus Misericordiae hat Papst Franziskus an diesem Sonntagmorgen zwei Häuser der Caritas gesegnet, die anlässlich des Weltjugendtages auf dem großen Feld errichtet worden sind. In Zukunft sollen diese an den Weltjugendtag erinnern und karitativen Zwecken dienen. Eines der beiden Gebäude wird als Tagesheim für alte Menschen dienen und den Namen „Campus Misericordiae” tragen. Das zweite Haus wird zu einem Caritaszentrum, dem der Name „Das Brot der Barmherzigkeit“ gegeben wird. Empfangen vom Bürgermeister der Komune Wieliczka, auf deren Territorium die beiden Bauten liegen, sowie durch den Direktor der lokalen Caritas und Kardinal Luis Tagle von Caritas Internationalis, wurde Papst Franziskus zum Eingang des zukünftigen Tagesheims geführt. Hier hat er den Segen über die Anwesenden und die Caritasgebäude gesprochen, auch eine Statue der Madonna von Loreto wurde gesegnet. Anschließend fuhr Franziskus zum nahebei liegenden Platz, an dem er mit eineinhalb Millionen Pilgern die große Abschlussmesse des Weltjugendtages gefeiert hat.

(rv 31.07.2016 cs)

Siehe ferner:

Das Friedensgebet von Krakau: Für ein Ende des Terrorismus

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Der Papst nach seinem Gebet in der Franziskanerkirche

Der Weg war nicht weit: Direkt gegenüber dem Haus des Erzbischofs von Krakau befindet sich die Kirche des Heiligen Franziskus und das Haus der Franziskaner. Bevor der Papst zur Gebetsvigil des WJT aufbrach, war machte er dort einen kurzen Halt.

In der Kirche werden die Reliquien von Märtyrern verehrt, die im Bürgerkrieg des „Leuchtenden Pfades“ in Peru 1991 ums Leben gekommen waren und 2015 selig gesprochen waren. In der Kirche sprach er ein Gebet für den Frieden, das einen starken Fokus auf die Opfer des Terrorismus hatte, gleichzeitig betete er aber auch um die Bekehrung der Täter.

 

Das Gebet des Papstes in einer Arbeitsübersetzung:

Allmächtiger und barmherziger Gott, Herr des Universums und der Geschichte. Alles von Dir Geschaffene ist gut und Dein Mitleid für die Fehler der Menschheit kennt keine Grenzen.

Wir kommen heute vor Dich um Dich zu bitten, den Frieden in der Welt und unter den Völkern zu erhalten, die zerstörerische Welle des Terrorismus fern zu halten, Freundschaft wieder aufzubauen und in den Herzen Deiner Schöpfung das Geschenk von Vertrauen und Bereitschaft zu Vergebung zu erwecken.

Geber allen Lebens, wir beten zu Dir für alle, die als Opfer brutaler terroristischer Angriffe gestorben sind. Schenke Ihnen ihren ewigen Lohn. Mögen sie für die von Konflikten und Uneinigkeiten zerrissenen Welt bei Dir Fürsprache halten.

Jesus, Friedensfürst, wir beten zu Dir für alle, die in diesen inhumanen Gewaltakten verletzt wurden: Kinder und junge Menschen, alte Menschen und Unschuldige, die zufällig vom Bösen erfasst wurden. Heile ihre Körper und ihre Herzen; tröste sie mit Deiner Stärke und nehme gleichzeitig allen Hass und alles Verlangen nach Rache hinweg.

Heiliger Tröstergeist, sei bei den Familien der Opfer des Terrorismus, Familien die ohne eigene Schuld leiden müssen. Hülle sie ein in den Mantel Deiner göttlichen Barmherzigkeit. Lass sie in Dir und in sich selbst die Stärke und den Mut finden, Brüder und Schwestern für andere zu sein, vor allem für Einwanderer, und dadurch in ihrem Leben Zeugnis abzulegen für Deine Liebe.

Berühre die Herzen der Terroristen, so dass sie das Böse ihres Handelns erkenne und auf den Weg des Friedens und der Güte und des Respekts für das Leben und die Würde jedes Menschen zurückkehren, ungeachtet von Religion, Herkommen, Wohlstand oder Armut.

Gott, ewiger Vater, in Deiner Gnade höre auf unser Gebet, das wir zu Dir inmitten von betäubendem Lärm und Verzweiflung in der Welt richten. Wir wenden uns zu Dir mit großer Hoffnung, voller Vertrauen in Deine unendliche Güte. Gestärkt durch die Beispiele der seligen Märtyrer von Perú, Zbigniew und Michael, die ihr mutiges Zeugnis für die Frohe Botschaft abgelegt haben bis zur Hingabe ihres Blutes, vertrauen wir uns der Fürsprache unserer Heiligsten Mutter an. Wir bitten um die Gabe des Friedens und um die Beseitigung der Wunde des Terrorismus aus unsere Mitte,

Durch Christus unseren Herrn. Amen

 

(rv 30.07.2016 ord)