P. Bernward Deneke, FSSP: Extra Ecclesiam nulla salus

Schlüsselübergabe an Petrus; Pietro Perugino (1481-82)

„Außerhalb der Kirche kein Heil.“

An dieser Aussage haben sich seit Menschengedenken die Geister gerieben und die Gemüter erhitzt. Maßlos scheint der Anspruch, bedrückend die Konsequenz zu sein. Man sieht vor sich das Bild der Arche, die einsam über die Sintflut dahinfährt. Sie ist zwar nicht so klein wie die des Noah; eine beträchtliche Anzahl von Menschen hat in ihr Platz gefunden. Aber was ist mit den anderen? Sie bilden die massa damnata, die Masse, die dem endgültigen Verderben ausgeliefert ist…

Der heutige Katholik – und übrigens nicht erst er – hat Schwierigkeiten mit solchen Vorstellungen. Sie kommen ihm arrogant und unmenschlich vor. Er kann und will, wenn er viele Menschen außerhalb der Kirche betrachtet, einfach nicht annehmen, diese seien alle so schlecht, dass sie Verwerfung und Hölle verdient hätten. Nicht zu vergessen die Aussage des Völkerapostels Paulus über den allgemeinen Heilswillen: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4). Wie sollte das zusammengehen mit einer allein-seligmachenden Kirche, einer einzigen Arche des Heils?

Daher ist man schon seit einiger Zeit dazu übergegangen, den Satz „Extra Ecclesiam nulla salus“ zumindest mit einem Fragezeichen zu versehen, häufiger aber noch ihn in sein Gegenteil zu wenden: Außerhalb der Kirche ist sehr wohl Heil! Überhaupt sind die Theologen davon abgekommen, anderen christlichen Konfessionen und nichtchristlichen Religionen ihren Wert als Heilswege abzusprechen. Diese enthalten doch so viel Ehrenwertes und Kostbares, das uns mit Hochachtung statt mit Verachtung erfüllen muss! Und weshalb sollten nicht auch humanistische Atheisten, die oft weitaus angenehmer und hilfsbereiter sind als manche bigotten Katholiken, zur Vollendung in Gott finden können?

Gewichtige Fragen und Einwände wie diese werden der Lehre von der heilsnotwendigen Kirchenzugehörigkeit schon seit geraumer Zeit entgegengeworfen. Dennoch hält das römische Magisterium an ihr fest. So führt auch der 1992 veröffentlichte sog. Weltkatechismus das Wort „Außerhalb der Kirche kein Heil“ – das übrigens auf eine ähnliche Formulierung in einem Brief des heiligen Cyprian von Karthago (+ 258) zurückgeht – an, ohne Fragezeichen, aber nicht ohne nachfolgende Erklärung (Nr. 846).

Damit stellt sich der Katechismus in eine kontinuierliche Linie, die sich über die einschlägigen Aussagen des neuzeitlichen, mittelalterlichen und antiken Lehramtes der Kirche zurückverfolgen lässt bis zu Worten der Apostel und des Herrn selbst. Man denke hier nur an die Strenge des Taufbefehls (Mk 16,16: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“). Oder daran, dass sich an der Haltung gegenüber den Gesandten, d.h. den konkreten Kirchenvertretern, die Stellung zu Jesus entscheidet (Lk 10,16: „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.“).

Bevor wir in der Fortsetzung dieses Artikels auf die Frage nach der Rettung von Menschen außerhalb der sichtbaren Kirche eingehen werden, müssen wir uns darüber klarwerden, weshalb denn die Zugehörigkeit zu ihr durch Taufe, Glauben und Anerkennung der Amtsträger heilsnotwendig sein soll. Ist es nicht reichlich willkürlich, ausgerechnet solche Bedingungen aufzustellen? Ist nicht das Herz des Menschen entscheidend, sein guter Wille, seine Lebensweise – mehr die Orthopraxie als die Orthodoxie, d.h. mehr das rechte Tun als die Rechtgläubigkeit?

In derartigen Gedanken verkennt man Jesus Christus, die Kirche und die Verbindung beider. Zu Nikodemus spricht der Herr das geheimnisvolle Wort: „Niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.“ (Joh 3,13) Das heißt doch, dass unter allen Menschen nur Er selbst aus dieser Welt in die himmlische Herrlichkeit aufsteigen konnte. Wer daher zum Vater gelangen will, der vermag es ausschließlich durch Ihn (Joh 14,6), ja in Ihm. Er muss, wie Paulus erklärt, durch die Taufe in Christus hinein sterben, um in Ihm zu leben und mit Ihm aufzuerstehen (vgl. Röm 6).

Die Weise aber, wie wir in Ihm sein und leben können, ist keine andere als die der Zugehörigkeit zu Seiner Kirche, mit der sich Jesus so sehr gleichsetzt, dass Er dem Kirchenverfolger Paulus zuruft: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ (Apg 9,4) Weil die Kirche wahrhaft Sein Leib ist, deshalb wird nur, wer diesem eingegliedert ist, auch durch, mit und in ihm auferstehen zum ewigen Heil.

Wollte die Kirche den anstößigen Satz „Extra Ecclesiam nulla salus“ aufgeben, so käme das nicht nur einem Verrat an der eigenen Lehrüberlieferung gleich. Es wäre darüber hinaus eine Verleugnung ihres eigenen Wesens und letztlich dessen, der ihr Haupt und dessen Leib sie ist. Daher gilt, bei aller Erklärungsbedürftigkeit dieser Formulierung, weiterhin und für alle Zeiten, dass außerhalb der Kirche kein Heil ist!

Wer sich mit der Frage beschäftigt, ob es eine Heilsmöglichkeit auch für solche gibt, die außerhalb der Kirche stehen, wird früher oder später auf den Namen des Amerikaners Leonard Feeney (1897-1978) stoßen. Dieser hochbegabte, eifrige Priester, der zunächst Jesuit war und später eine eigene Gemeinschaft gründete, beobachtete bereits in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts einen erschreckenden, Klerus wie Kirchenvolk umfassenden Verfall des Katholizismus.

Er begab sich auf die Suche nach den Ursachen und gelangte bald zu der Erkenntnis, die Schuld daran trage das Vergessen, ja die Verdrängung und Leugnung eines wesentlichen Glaubenssatzes, der da lautet:

„Extra Ecclesiam nulla salus – Ausserhalb der Kirche kein Heil.“

Weil man die Kirche nicht mehr als absolut heilsnotwendig ansehe, stattdessen davon ausgehe, dass auch Nichtkatholiken und Ungetaufte auf außerordentlichen Wegen in den Himmel gelangen können; weil man also nicht mehr ernst mache mit dem Dogma von der alleinseligmachenden Kirche, deshalb erlahme und erschlaffe alles, das katholische Sendungsbewusstsein und der Missionsgeist gingen verloren und man arrangiere sich mit der Welt zum eigenen Untergang.

Pater Feeney erstrebte daher, die verlorene Lehre wieder ins Bewusstsein der Gläubigen zu heben, so klar und kompromisslos, wie sie ursprünglich gemeint gewesen sei. Seine Interpretation war die denkbar strengste: Er wandte sich nicht nur gegen die Auffassung, Menschen guten Willens, die unverschuldet und in unüberwindlicher Unwissenheit außerhalb der Kirche stehen, könnten das Heil erlangen, sondern lehnte sogar die „Bluttaufe“ der ungetauften Märtyrer und die „Begierdetaufe“ der ohne Wassertaufe verstorbenen Katechumenen (Taufbewerber) ab.

Inmitten des schrankenlosen Heilsoptimismus, der sich inzwischen der meisten Katholiken und sehr vieler kirchlicher Würdenträger bemächtigt hat, empfinden wir diese Meinung als unvorstellbar hart. Aber auch schon in den 40er Jahren konnte sich das römische Lehramt in ihr nicht wiederfinden. Es verurteilte sie daher in einem Brief des Heiligen Offiziums vom 8. August 1949 an den Erzbischof von Boston, in dessen Sprengel die Gründung Pater Feeneys lag. Das Dokument betont einerseits die volle Gültigkeit des „Extra Ecclesiam nulla salus“, doch verteidigt es andererseits die Begierdetaufe im engeren wie im weiteren Sinne: Nicht nur der ausdrückliche Wunsch, getauft zu werden, sondern auch das implizite, unbestimmte Verlangen eines Menschen, der in Unkenntnis der wahren Religion aufrichtig nach Gott und nach Gleichförmigkeit mit Seinem Willen sucht, kann durch die Gnade zu einer Zugehörigkeit zum Mystischen Leib Jesu Christi und somit zum Heil führen. 

Das ist keine „neue Lehre“, wie manche Anhänger Pater Feeneys bis heute argwöhnen. Bereits der selige Papst Pius IX., der nicht gerade im Ruf steht, den Glauben der Kirche modernistisch verwässert zu haben, fügte in einem Brief an die italienischen Bischöfe vom 10. August 1863 der Verurteilung des Indifferentismus, d.h. der Meinung, die Religionszugehörigkeit sei im Hinblick auf das ewige Heil gleichgültig, eine Erklärung bei, nach welcher Menschen in unüberwindlicher Unwissenheit, die sich um Gottgefälligkeit bemühen, kraft des göttlichen Lichtes und der Gnadenwirkung das ewige Heil erlangen können.

Dennoch, so der Papst, bleibe es katholisches Dogma, dass außerhalb der Kirche niemand gerettet werde. Wie für das Heilige Offizium unter Pius XII. besteht somit gleichfalls für Pius IX. kein Widerspruch zwischen dem „Extra Ecclesiam nulla salus“ und der Rettung solcher, die der Kirche nicht sichtbar angehören. Der Grund dafür ist einfach: Diese Menschen sind dennoch, wenn auch geheimnisvoll-unsichtbar, der Kirche angegliedert. Sie werden also nicht nur durch sie, durch ihr Gebet und ihre Gnadenvermittlung, sondern wahrhaft in ihr, als ihre verborgenen Glieder, gerettet.

Man kann unter den lehramtlichen Äußerungen noch viel weiter zurückgehen als nur bis ins 19. Jahrhundert, um die mögliche Rettung scheinbar Außenstehender zu rechtfertigen. Letztlich ist es die Heilige Schrift selbst, die hier klare Hinweise gibt. Denken wir nur daran, dass sich nach Jesu Worten beim Endgericht herausstellen wird, wie viele Ihm Gutes getan haben, ohne darum zu wissen, und deshalb unter die Geretteten gezählt werden (Mt 25,31 ff); oder an die Ausführungen des heiligen Paulus über das dem menschlichen Herzen eingeschriebene Gesetz, dem gehorsam folgend auch die Heiden für gerecht befunden werden (vgl. Röm 2,12 ff).

Sollte es dem allweisen, allgütigen, allmächtigen Gott nicht möglich sein, in den Tiefen der Herzen Ansatzpunkte für Seine heiligende, rettende Gnade zu finden und Menschen guten Willens auf die Ihm eigene, wunderbare Weise mit dem Mystischen Leib Seines Sohnes, unseres einzigen Erlösers, zu verbinden?

Die Apostel und ihre Nachfolger haben zweifelsohne von Jesus den Auftrag erhalten, allen die Wahrheit von der heilsnotwendigen Kirche ohne Konzessionen zu verkünden. Sie wussten und wissen aber auch darum, dass Gottes Erkennen und Wirken unendlich viel weiter reicht als das Erkennen und Wirken jedes Menschen. Daher dürfen wir uns weder anmaßen, Sein verbindliches Wort aufzuweichen, noch Seinem Wirken Grenzen zu setzen.
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Quelle

JOHANNES PAUL II. ZUM AXIOM: EXTRA ECCLESIAM NULLA SALUS

GIOVANNI PAOLO II

UDIENZA GENERALE

Mercoledì, 31 maggio 1995

1. Le difficoltà che talora accompagnano lo sviluppo dell’evangelizzazione pongono in luce un problema delicato la cui soluzione non va cercata in termini puramente storici o sociologici: il problema della salvezza di coloro che non appartengono visibilmente alla Chiesa. Non ci è data la possibilità di scrutare il mistero dell’azione divina nelle menti e nei cuori, per valutare la potenza della grazia di Cristo nel prendere possesso, in vita e in morte, di quanti “il Padre gli ha dato”, e che Egli stesso ha proclamato di non voler “perdere”. Lo sentiamo ripetere in una delle letture evangeliche proposte per la Messa dei defunti (cf. Gv 6, 39-40).

Ma, come ho scritto nell’Enciclica Redemptoris Missio, non si può limitare il dono della salvezza “a coloro che, in modo esplicito, credono in Dio e sono entrati nella Chiesa. Se è destinata a tutti la salvezza deve essere messa in concreto a disposizione di tutti”. E, ammettendo che è concretamente impossibile per tanta gente accedere al messaggio cristiano, ho aggiunto: “Molti uomini non hanno la possibilità di conoscere o di accettare la rivelazione del Vangelo di entrare nella Chiesa. Essi vivono in condizioni socio-culturali che non lo permettono, e spesso sono stati educati in altre tradizioni religiose” (Redemptoris Missio, 10).

Dobbiamo riconoscere che per quanto rientra nelle umane capacità di previsione e di conoscenza questa impossibilità pratica sembrerebbe destinata a durare ancora a lungo forse anche fino al compimento finale dell’opera di evangelizzazione. Gesù stesso ha ammonito che solo il Padre conosce “i tempi e i momenti” da lui fissati per l’instaurazione del suo Regno nel mondo (cf. At 1, 7).

2. Quanto sopra ho detto non giustifica però la posizione relativistica di chi ritiene che in qualsiasi religione si possa trovare una via di salvezza, anche indipendentemente dalla fede in Cristo Redentore, e che su questa ambigua concezione debba basarsi il dialogo interreligioso. Non è qui la soluzione conforme al Vangelo del problema della salvezza di chi non professa il Credo cristiano. Dobbiamo invece sostenere che la strada della salvezza passa sempre per Cristo, e che quindi spetta alla Chiesa e ai suoi missionari il compito di farlo conoscere ed amare in ogni tempo, in ogni luogo e in ogni cultura. Al di fuori di Cristo non “vi è salvezza”. Come proclamava Pietro davanti al Sinedrio, fin dall’inizio della predicazione apostolica: “Non vi è altro nome dato agli uomini sotto il cielo nel quale sia stabilito che possiamo essere salvati” (At 4, 12).

Anche per coloro che senza loro colpa non conoscono Cristo e non si riconoscono cristiani, il piano divino ha predisposto una via di salvezza. Come leggiamo nel Decreto conciliare sull’attività missionaria Ad Gentes, noi crediamo che “Dio, attraverso le vie che lui solo conosce può portare gli uomini che senza loro colpa ignorano il Vangelo” alla fede necessaria alla salvezza (Ad Gentes, 7). Certo, la condizione “senza loro colpa” non può essere verificata né apprezzata da una valutazione umana, ma deve essere lasciata unicamente al giudizio divino. Per questo nella Costituzione Gaudium et Spes il Concilio dichiara che nel cuore di ogni uomo di buona volontà “opera invisibilmente la grazia”, e che “lo Spirito Santo dà a tutti la possibilità di venire in contatto, nel modo che Dio conosce, col Mistero pasquale” (Gaudium et Spes, 22).

3. E importante sottolineare che la via della salvezza percorsa da quanti ignorano il Vangelo non è una via fuori di Cristo e della Chiesa. La volontà salvifica universale è legata all’unica mediazione di Cristo. Lo afferma la Prima Lettera a Timoteo: “Dio nostro Salvatore, il quale vuole che tutti gli uomini siano salvati e arrivino alla conoscenza della verità. Uno solo, infatti, è Dio, e uno solo il mediatore fra Dio e gli uomini, l’uomo Cristo Gesù, che ha dato se stesso in riscatto per tutti” (1 Tm 2, 3-6). Lo proclama Pietro quando dice che “in nessun altro c’è salvezza”, e chiama Gesù “testata d’angolo” (At 4,11-12), ponendo in evidenza il ruolo necessario di Cristo a fondamento della Chiesa.

Questa affermazione della “unicità” del Salvatore trae la sua origine dalle stesse parole del Signore, il quale afferma di essere venuto “per dare la propria vita in riscatto per molti” (Mc 10, 45), cioè per l’umanità, come spiega San Paolo quando scrive: “Uno è morto per tutti” (2 Cor 5, 14 cf. Rm 5, 18). Cristo ha ottenuto la salvezza universale con il dono della propria vita: nessun altro mediatore è stato stabilito da Dio come Salvatore. Il valore unico del sacrificio della Croce deve essere sempre riconosciuto nel destino di ogni uomo.

4. E siccome Cristo opera la salvezza mediante il suo mistico Corpo, che è la Chiesa, la via di salvezza è essenzialmente legata alla Chiesa. L’assioma extra Ecclesiam nulla salus – “fuori della Chiesa non c’è salvezza” –, enunciato da San Cipriano (Epist 73,21: PL1123 AB), appartiene alla tradizione cristiana ed è stato inserito nel Concilio Lateranense IV (Denz.-S. 802), nella bolla Unam Sanctam di Bonifacio VIII (Denz.-S. 870) e nel Concilio di Firenze (Decretum pro Jacobitis, Denz.-S. 1351).

L’assioma significa che per quanti non ignorano che la Chiesa è stata fondata da Dio per mezzo di Gesù Cristo come necessaria c’è l’obbligo di entrare e di perseverare in essa al fine di ottenere la salvezza (cf. Lumen Gentium, 14). Per coloro che invece non hanno ricevuto l’annunzio del Vangelo, come ho scritto nell’Enciclica Redemptoris Missio, la salvezza è accessibile attraverso vie misteriose in quanto la grazia divina viene loro conferita in virtù del sacrificio redentore di Cristo, senza adesione esterna alla Chiesa ma sempre, tuttavia, in relazione con essa (cf. Redemptoris Missio, 10). Si tratta di una “misteriosa relazione”: misteriosa per coloro che la ricevono, perché essi non conoscono la Chiesa e anzi, talvolta, esternamente la respingono; misteriosa anche in se stessa perché legata al mistero salvifico della grazia, che comporta un riferimento essenziale alla Chiesa fondata dal Salvatore.

La grazia salvifica, per operare, richiede un’adesione, una cooperazione, un sì alla divina donazione: e tale adesione è, almeno implicitamente, orientata verso Cristo e la Chiesa. Perciò si può dire anche sine Ecclesia nulla salus – “senza la Chiesa non c’è salvezza” –: l’adesione alla Chiesa-Corpo mistico di Cristo, per quanto implicita è appunto misteriosa, costituisce una condizione essenziale per la salvezza.

5. Le religioni possono esercitare un influsso positivo sul destino di chi ne fa parte e ne segue le indicazioni con sincerità di spirito. Ma se l’azione decisiva per la salvezza è opera dello Spirito Santo dobbiamo tener presente che l’uomo riceve soltanto da Cristo, mediante lo Spirito Santo, la sua salvezza. Essa ha inizio già nella vita terrena, che la grazia, accettata e corrisposta, rende fruttuosa, in senso evangelico, per la terra e per il cielo.

Di qui l’importanza del ruolo indispensabile della Chiesa, la quale “non è fine a se stessa ma fervidamente sollecita di essere tutta di Cristo, in Cristo e per Cristo, e tutta degli uomini, fra gli uomini e per gli uomini”. Un ruolo che non è dunque “ecclesiocentrico” come a volte si è detto: la Chiesa non esiste infatti né lavora per se stessa, ma è al servizio di una umanità chiamata alla filiazione divina in Cristo (cf. Redemptoris Missio, 19). Essa esercita perciò una mediazione implicita anche nei confronti di quanti ignorano il Vangelo.

Ciò non deve però portare alla conclusione che la sua attività missionaria sia in tali circostanze meno necessaria. Tutt’altro. In effetti chi ignora Cristo, pur senza sua colpa, viene a trovarsi in una condizione di oscurità e di carestia spirituale con riflessi negativi spesso anche sul piano culturale e morale. L’azione missionaria della Chiesa può procurargli le condizioni di pieno sviluppo della grazia salvatrice di Cristo, proponendo l’adesione piena e consapevole al messaggio della fede e la partecipazione attiva alla vita ecclesiale nei sacramenti.

Questa è la linea teologica tratta dalla tradizione cristiana. Il magistero della Chiesa l’ha seguita nella dottrina e nella prassi come via segnata da Cristo stesso per gli Apostoli e per i missionari di tutti i tempi.

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Bischof Stefan Oster: Außerhalb der Kirche kein Heil?

Oster

GEDANKEN ANGEREGT DURCH DAS INTERVIEW VON PAPST BENEDIKT XVI. ZUM THEMA: DIE „DOPPELTE TIEFGREIFENDE KRISE“ DER KIRCHE

Vor einiger Zeit habe ich hier ein wenig nachgedacht über den Unterschied zwischen Heilsuniversalismus und Heilsautomatismus. Zum ersten Begriff: Die Kirche hat immer gewusst, dass Jesus für alle gestorben ist, sein Heilsangebot ist also universal, katholisch im Sinn von allumfassend, für jeden einzelnen Menschen. Das ist Heilsuniversalismus. Im letzten Konzil ist auch noch einmal deutlich geworden, dass wir den alten und immer noch gültigen Glaubenssatz „außerhalb der Kirche kein Heil“ neu verstehen lernen müssen. Es heißt für mich: Das Gute der Kirche, das Heil und die Gnade, die durch Christus in der Kirche gegenwärtig ist und die die Kirche verschenken kann, erstreckt sich über ihre sichtbaren, institutionellen Grenzen hinaus. Es reicht weiter. Wir sind ja als Jünger und Jüngerinnen Jesu gerade hinaus gesandt zu den Verlorenen, zu den Armen, zu den Marginalisierten, bis an die Ränder der Welt. Die Kirche und ihre Gläubigen beten und verschenken sich also immer auch für die, die nicht oder noch nicht zu ihr gehören. Und die Kirche erkennt spätestens mit dem Konzil an, dass es auch in anderen Religionen und Weltanschauungen „Spuren der Wahrheit“ gibt, die ihr selbst aber in einem ganz umfassenden Sinn in Christus geschenkt ist.

STELLVERTRETUNG DURCH DIE KIRCHE UND IHRE GLÄUBIGEN

Wie nun aber dieses Heil, das in Christus durch die Kirche für alle Menschen angeboten ist, tatsächlich auch zu denen außerhalb der Kirche gelangen kann, darüber besteht theologisch wenig Klarheit. Wenn wir sagen, es geschieht womöglich ohne das Moment einer persönlichen Entscheidung für Christus, dann negieren wir wesentliche Aspekte des Evangeliums, die stets die Umkehr, das ganz persönliche Bekenntnis und die persönliche Entscheidung des Einzelnen zur Voraussetzung haben. Andererseits glauben wir sehr selbstverständlich, dass es in der Kirche zu Recht das Moment der Stellvertretung gibt, noch ehe von einem Menschen eine persönliche Entscheidung für den Glauben getroffen wurde, etwa bei der Kindertaufe. Hier geben Eltern stellvertretend für ihr Kind das Versprechen des Glaubens und helfen dem Kind so in die Zugehörigkeit zur Kirche. Das heißt: Es gibt hier also eine Form der Unmündigkeit für den Glauben, die dann aber stellvertretend von Gläubigen der Kirche und so von der Kirche selbst mitgetragen wird – und so wird der Unmündige in die Kirche mit hinein genommen.

Könnte man von dieser Voraussetzung her nicht Folgendes formulieren: Ein Ungetaufter, welchen Alters auch immer, wird von einem Christen, der wirklich authentisch das Evangelium lebt, mit der Liebe Christi beschenkt, geliebt, berührt. Der Außenstehende lässt sich berühren und nimmt diese Berührung im Herzen an. Kann es sein, dass dieser, auch wenn er noch nicht selbst zur eigenen Glaubensentscheidung gekommen ist, von diesem Christen, von der Kirche insgesamt, mitgetragen und mit hineingenommen wird? Durch das unsichtbare Band der Liebe des Herrn? Das wäre zumindest ein denkbarer Weg für mich (und wohl nicht der einzige), um zu sagen, der Glaubenssatz, dass es „außerhalb der Kirche“ kein Heil gibt, gilt immer noch. Denn das Heil wird ja auch hier durch die Kirche vermittelt. Aber zugleich eröffnet er Wege des Heils für die, die echt oder nur vermeintlich „draußen“ sind. Die Kirche lebt ja ganz offensichtlich nicht nur für die, die schon ganz in ihr sind, sondern sie lebt das Geheimnis des Heils, der Versöhnung mit Gott, auch stellvertretend für die vielen, die dem Herrn noch nicht begegnet sind. Ja, sie lebt es für die ganze Welt.

Damit würde gesagt, das Heil, das die Kirche empfangen hat und verschenken kann, erstreckt sich eben weiter als nur bis zu ihren sichtbaren, institutionellen oder auch sakramental definierten Grenzen. Gleichzeitig bleibt dabei aber betont, dass die persönliche Glaubensentscheidung für Christus wichtig bleibt, wenn ein Mensch dazu von seiner Glaubenserkenntnis her für sie reif ist. Und es bleibt gültig, dass dieser Mensch sein Heil aufs Spiel setzt, wenn er diese Entscheidung dann nicht trifft. Übrigens auch für die, die vermeintlich sicher schon „drinnen“ sind. Und es bleibt ebenfalls wichtig, dass es in jedem Fall viele Entschiedene geben muss, viele Mit-Stellvertreter, gesegnet mit der Kraft und dem Geist des Herrn, die tragen und mittragen, weil sie sich – in ihrer eigenen Schwäche – vom Herrn selbst getragen wissen; damit die Kirche ihren Sendungsauftrag wahrnehmen und im Geist des Herrn erfüllen kann.

STATT STELLVERTRETUNG WEITGEHEND HEILSAUTOMATISMUS

Nun sind aber solche Gedanken heute kaum noch vermittelbar, das Geheimnis der Stellvertretung wird kaum mitvollzogen. Viel lieber, weil auch viel einfacher ist der Gedanke: „Wenn Gott nicht nur die in der Kirche liebt, sondern auch alle außerhalb, und wenn er will, dass keiner verloren geht, dann werden am Ende ohnehin alle gerettet.“ Diesen Gedanken habe ich „Heilsautomatismus“ genannt. „Keiner geht verloren. Irgendwie sind automatisch alle dabei, auf alle Fälle die ganz große Mehrheit. Und Gott verzeiht ohnehin jede Sünde. Er ist ja unfassbar barmherzig.“ Im Grunde neigen wir ja heute zum Beispiel bei unseren Beerdigungen schon lange dazu, den Verstorbenen bereits ganz im Himmel zu sehen. Die Rede vom Gericht, von der Rechenschaft für das Leben, die in der Hl. Schrift so deutlich ist, von der notwendigen persönlichen Entscheidung, will im Grunde niemand mehr hören oder in den Mund nehmen, Gott liebe ja alle. Wenn es so einfach wäre, würde aber tatsächlich ein geistliches Leben als Entscheidung, als Weg, als Wachstum, als Heiligung, als Vertiefung der Beziehung mit Gott, als Kampf mit den Versuchungen dessen, was die Schrift so oft „Welt“ nennt, als Einübung und Pflege meiner Liebe zu Ihm, als Askese, als ausdauerndes, beständiges Gebet, als Hingabe in der selbstlos liebenden Tat, kurz als Sich-wandeln-lassen hinein ein neues Leben, alles das würde hinfällig, würde überflüssig. Wir einigen uns viel lieber auf einen einigermaßen humanen Standard und Katalog von „Werten“ und humanistischer Praxis der vermeintlich Anständigen, der sich dem gängigen gesellschaftlichen Niveau anpasst. Alles andere passt dann auf jeden Fall. „Bleib mir vom Leib mit Gericht, mit Hölle, mit Sünde, mit Buße, mit Umkehr, mit alledem! Der Himmel ist die einzige Richtung, die es geben kann, für alle.“

ERSTE GENERATION: WIE SCHÖN, WIE MENSCHENFREUNDLICH

Nach dem Konzil wurde der Gedanke an Gericht und möglichen Verlust des Heils tatsächlich quasi aufgegeben, wie Papst Benedikt in dem Interview sagt – unter sehr oberflächlichem oder verkehrtem Bezug zu den tatsächlichen Texten des Konzils! Und nicht nur, aber womöglich hauptsächlich mit dieser Preisgabe ist in der Folge immer mehr auch die Praxis des religiösen Lebens zurückgegangen. Denn wenn der bedrohliche Gedanke vom möglichen Verlust des Heils erst einmal ausgeblendet ist, wird in der Folge mit ihm auch die Rede von Erlösung durch das Kreuz, die Rede vom Blut, das für unsere Sünden vergossen wird, von der Notwendigkeit der Umkehr und vieles andere unverständlich. Der Kern des Glaubens verliert notwendig an Kraft, an Substanz. Und mir scheint nun, dass die erste Generation, in die diese neue Sicht umfassend eingedrungen ist, zwar häufig noch treu in den Gottesdienst gegangen ist und sich weiter verbunden gefühlt hat. Sie hat sich nun ja ganz befreit gefühlt von alten Zwängen und Drohbotschaften. Der Gottesdienst wurde vielfach zu einer Art kommunikativen Wohlfühlveranstaltung, den man gerne besucht hat. Und wenn dann auch noch die Kinder ganz viel machen durften im Gottesdienst, war das ganz wunderbar. Die Gemeinde hat vielleicht ein wenig zu viel begonnen, sich primär selbst zu feiern, sie war aber dankbar, dass es diese schönen, so menschenfreundlichen Möglichkeiten der Kirchennutzung nun endlich auch gab.

ZWEITE GENERATION: KIRCHENBINDUNG LIGHT

Freilich hat dann aber diese zweite, die älter werdende Kindergeneration irgendwann auch verstanden, dass Gottesdienste dieser Art auf Dauer doch nicht so prickelnd sind, zumal in einer Zeit, in der die Entertainment-Angebote allerorts und auf allen Kanälen so ungleich viel spannender waren. Spirituell tief oder gar herausfordernd waren die Gottesdienste oder die Verkündigung häufig und auf Dauer ohnehin nicht mehr. Verkündigung sollte jetzt vor allem freundlich sein, keinesfalls Rückkehr zur Drohbotschaft. Und am besten so, wie es den meisten passt. Die unangenehmen Themen lässt man zudem beiseite. Und keinesfalls kann man mehr fordernd predigen. Man soll ja die Leute da abholen, wo sie stehen – und sie dann am besten auch gleich stehen lassen, sonst wird es zu unbequem und sie laufen wieder weg. Und sonntags morgens ist eh nicht so die Zeit der jungen Leute. Viel zu anstrengend. Aber vielleicht, weil es doch Reste des Glaubens von den Eltern her und gute Erinnerungen aus den Kindergottesdiensten gibt, geht man manchmal doch noch hin und erinnert sich gern an alte Zeiten. Kirchenbindung light.

Sentimental wird man vielleicht heute noch mal dann, wenn ein „Jugendgottesdienst“ angekündigt wird. Und der wird dann von der ehemaligen „Jugendband“ gestaltet, die zwar schon etwas in die Jahre gekommen ist und Lieder spielt, die man vor 30 Jahren so toll und jugendlich fand. „Aber es ist doch einfach schön.“ Jugendliche sind zwar fast keine da, aber dafür viele von den Jüngeren unter den Grauhaarigen. „Freilich, auch das müsste im Grunde nicht sein, denn ein guter Mensch kann man ja auch ohne Kirche sein, wie so viele in meiner Bekanntschaft auch. Ok, Weihnachten und Ostern sind schon noch so emotionale Fixpunkte, da treffen wir uns nochmal in der Kirche, aber dann muss der Pfarrer schon liefern, damit es sich rentiert, dass ich komme.“ In dieser Generation schon ist bei der Frage nach fortdauernder Praxis des religiösen Lebens, persönlichem Gebet, Sakramenten, Heiligung des Sonntags, Heiligung des eigenen Lebens weitgehende Fehlanzeige. Erst bei den Lebenswenden oder in Krisenzeiten ist man dann doch noch gerne katholisch und nutzt die Gelegenheiten für schöne oder traurige Kirchenfeste. Freilich gilt dann auch hier: Man lebt zwar entfernt, aber jetzt muss der Pfarrer erst recht liefern. „Wenn wir schon mal da sind, soll es auch nach unserem Geschmack laufen. Schließlich zahlen wir ja Kirchensteuer.“

DRITTE GENERATION: „MIT KIRCHE SIEHST DU SCHEISSE AUS

Die dritte Generation schließlich kann mit alledem in der Regel gar nichts mehr anfangen. Und ehrlich gesagt, ist das aus deren Sicht ziemlich verständlich. „Warum sich langweilige, unverständliche Riten antun, die mit meinem persönlichen Leben gar nichts mehr zu tun haben. Komische Sprache, komisches Gedankengut. Und dann noch wenig glaubwürdig. Man muss ja nur in der Zeitung oder im Internet lesen, was Kirche alles anrichtet. Und die zwei allerletzten Jugendlichen in meiner Klasse oder im Studium, die ich kenne, die noch zur Kirche gehen, die kommen mir auch irgendwie komisch vor.“ Wie sagen Jugendliche gerne: „Mit Kirche siehst du einfach scheiße aus.“ Die Welt hat sich gedreht. Die Anständigen, die Guten, das sind jetzt aus ihrer Sicht gerade die, die mit Kirche nichts zu tun haben, die engagieren sich bei den Grünen oder bei Amnesty und die sind auch für die Akzeptanz von sexueller Vielfalt, von verschiedenen Lebensformen, und Familienmodellen. Pluralität ist wichtig, Toleranz. „Und Katholiken, die auch noch glauben, was in ihren Büchern steht, sind doch Katholiban, bestimmt irgendwie rechts, in jedem Fall asi.“

RÜCKKEHR ZUM AUTHENTISCHEN ZEUGNIS?

Diese und ähnliche Erfahrungen mit der dritten Generation machen wir gerade allenthalben. Auch wenn die Schilderung der drei Generationen natürlich holzschnittartig und sehr pauschal ist und keinem einzigen Einzelfall gerecht wird, beschreibt sie etwas von breiten Mentalitäten sich entfremdenden Glaubens. Und so wird es aus meiner Sicht weitergehen, und es wird womöglich noch drastischer werden, wenn uns der Heilige Geist nicht hilft, in ein neues, authentisches Jesus-Zeugnis zurückzufinden. In ein Zeugnis, das sich neu und klar an der Schrift orientiert, klar an dem einen überlieferten Glauben der Kirche. Und das von Zeuginnen und Zeugen verkündet wird, die es verinnerlicht haben, die voll lebendiger Glaubenserfahrung sind, die gelernt haben und gewachsen sind in ihrem alltäglichen Umgang mit dem, den sie wirklich lieben. Es sind diejenigen, die eine neue Sprache sprechen, weil ihre alltäglichen Erfahrungen durchdrungen sind von Gottes Gegenwart. „Nicht wie einer über göttliche Dinge spricht, zeigt, ob er durch das Feuer der Liebe Gottes gegangen ist, sondern wie einer über irdische Dinge spricht, zeigt, ob er durch dieses Feuer gegangen ist“, hat Simone Weil gesagt.

Diese Jünger wissen und glauben, dass Jesus von denen, die zu ihm gehören, fordert, dass sie ihn über alles lieben, mit ganzem Herzen, ganzer Kraft und allem Verstand – als Antwort auf seinen Tod aus absoluter Liebe für sie. Es sind diejenigen, die sich in diese Erfahrung haben hineinnehmen lassen, die wissen oder ahnen von wem sie reden, wenn sie „Heiliger Geist“ sagen; sie wissen, dass sie selbst Sünder sind, die sich aber tatsächlich vom Gekreuzigten und seiner Liebe befreit und erlöst erfahren. Es sind diejenigen, die vertrauen können und aus der wachsenden Erfahrung leben dürfen, dass der Auferstandene wirklich gegenwärtig ist und unter denen lebt, die ihn suchen und lieben. Es sind die, die ihn immer neu auch in Gemeinschaft aufrichtig feiern. Es sind diejenigen, die dem anderen treu sein, die wirklich vergeben können und die immer mehr in der Liebe wachsen – besonders zu denen, die arm sind oder in Not. Oder zu denen, die sie als verloren wahrnehmen, weil sie in der schrecklichen und lebensbedrohlichen geistlichen Armut leben, Jesus noch nicht zu kennen. Und die Jünger spüren diese Not, weil sie ahnen, dass Jesus im anderen schon da ist und endlich erkannt und geglaubt werden will.

OHNE CHRISTUS IST ALLES NICHTS

Ja, es gibt die Verlorenheit und ja, an Christus entscheidet sich alles. Er ist gekommen, damit wir in ihm das wirkliche, wahrhaftige, erfüllte Leben haben und nicht nur das, was wir vordergründig für Leben halten. Er selbst ist in uns der Anbruch des ewigen Lebens. Und er selbst ist deshalb der Grund, warum wir eine Hoffnung haben, die durch nichts mehr tot zu kriegen ist. Und ja, er ist für alle gestorben, für alle Menschen, ausnahmslos. Aber jeder, der ihm wirklich begegnet, wird selbst vor die Entscheidung geführt, ihm zu folgen oder sich abzuwenden. Beides kostet letztlich das Leben. Der Jünger stirbt den Tod des alten Adam und lebt mit Christus schon im neuen Leben. Der, der sich der Nachfolge bewusst verweigert, bleibt im bloß biologischen, todgeweihten Leben – für immer, sagt die Schrift. Es sei denn, es gibt untergründige, unsichtbare „Kanäle“ wirksamer Stellvertretung; Mithineinnahme der noch Unentschiedenen durch Liebe, Gebet, Opfer der Kirche. Nur: hier haben wir keinerlei Sicherheit, wir hoffen. Sicherheit im Sinn von Glaubensgewissheit haben wir aber darin, dass Jesus alles ist und dass ohne ihn alles nichts ist. Er ist der Logos, er ist aller Sinn, alle Bedeutung dieser Welt und darüber hinaus. Und er fordert zu einer Ethik heraus, die tiefer und größer ist als jedes ethische System, das je der Welt gegeben wurde. Aber ihn auf bloße Ethik, auf bloße Verhaltensregeln zu reduzieren, hieße genau an seinem Leben vorbei leben. Es hieße die Erkenntnis verweigern, dass ich erlösungsbedürftig bin und persönlich einen Erlöser brauche. Niemand kommt zum Vater, außer durch ihn. Und ich selbst schon gar nicht, und erst recht nicht aus eigener Kraft. Was für ein Geschenk ist es, in seiner Kirche leben und an ihn glauben und ihn bezeugen zu dürfen!

Die „doppelte tiefgreifende Krise“ der Kirche: Der volle Wortlaut von Benedikt XVI.

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