Papstmesse: „Einen immer bedeutenderen Beitrag zu Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung“

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Papst Franziskus bei der Heiligsprechungsmesse in Colombo

 

Papst Franziskus hat in Sri Lanka Joseph Vaz heilig gesprochen. Zu Beginn der Messfeier in der Hauptstadt Colombo am zweiten Tag seiner Asienreise trug er den Missionar ins Buch der Heiligen ein. Damit ist Joseph Vaz der erste Heilige Sri Lankas. Begleitet wurde die Messfeier von tamilischen, singhalesischen und lateinischen Gesängen. Vor genau zwanzig Jahre hatte Papst Johannes Paul II. Vaz an gleicher Stelle, dem Galle Face Green – einem Park am Indischen Ozean – selig gesprochen.

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In seiner Predigt ging der Papst auf den Verkünder Joseph Vaz ein. Durch sein Wort und mehr noch durch das Beispiel seines Lebens habe er viele Menschen zum Glauben geführt. Die Verehrung des Heiligen habe aber auch Auswirkungen für das Christsein heute: „wir sehen in ihm auch eine Herausforderung, auf den Wegen des Evangeliums beharrlich voranzuschreiten, selber an Heiligkeit zuzunehmen und die Evangelienbotschaft von der Versöhnung, der er sein Leben gewidmet hat, zu bezeugen,“ so der Papst.

Damals, als Vaz aus Indien kommend im Verborgenen und verbotenerweise das Wort Gottes verkündet habe, sei es sein Einsatz für die Kranken und Leidenden gewesen, der ihm Anerkennung gebracht habe. Weil er Freund der Leidenden war, wurde ihm größere Freiheit in seiner missionarischen Arbeit zugestanden. So sei sein Hinausgehen an die Peripherien auch heute Vorbild für den Glauben.

„Zweitens führt der heilige Joseph uns vor Augen, welche Bedeutung der Überwindung religiöser Spaltungen im Dienst für den Frieden zukommt“, nannte der Papst eine zweite Dimension des Zeugnisses Joseph Vaz’ für heute. „Seine ungeteilte Liebe zu Gott öffnete ihn für die Liebe zum Nächsten; sie macht keine Unterschiede nach Rasse, Bekenntnis, Volksstamm, Stand oder Religion in dem Dienst, den sie durch ihre Schulen, Krankenhäuser, Kliniken und viele andere gemeinnützige Werke bereitstellt. Die einzige Gegenleistung, die sie fordert, ist die Freiheit, ihre Mission zu erfüllen. Religionsfreiheit ist ein fundamentales Menschenrecht. Jeder Einzelne muss – allein oder in Gemeinschaft mit anderen – frei sein, nach der Wahrheit zu suchen und die eigenen religiösen Überzeugungen öffentlich auszudrücken, ohne Einschüchterung und äußeren Zwang.“

Authentische Gottesverehrung zeige sich nicht in Diskriminierung, Hass und Gewalt, so der Papst, sondern „in der Achtung vor der Unverletzlichkeit des Lebens, in der Achtung vor der Würde und Freiheit anderer und im liebevollen Einsatz für das Wohl aller.“

Einen dritten Punkt führte der Papst an: „Indem er seine Heimat, seine Familie und die Bequemlichkeit seiner gewohnten Umgebung hinter sich ließ, folgte er dem Ruf, hinauszugehen und von Christus zu sprechen, wohin auch immer er gesandt wurde. Der heilige Joseph wusste, wie man die Wahrheit und die Schönheit des Evangeliums in einem multireligiösen Kontext darbieten muss, mit Respekt, Hingabe, Ausdauer und Demut. Das ist auch der Weg für die Anhänger Jesu von heute. Wir sind berufen, mit demselben Eifer, demselben Mut des heiligen Joseph hinauszugehen, aber auch mit seiner Sensibilität, seiner Ehrfurcht vor den anderen und mit seinem Wunsch, mit ihnen jenes Wort der Gnade (vgl. Apg 20,32) zu teilen, das die Kraft hat, sie aufzubauen. Wir sind berufen, missionarische Jünger zu sein.“

Er bete für die Christen des Landes, schloss Papst Franziskus seine Predigt, dass sie einen „immer bedeutenderen Beitrag zu Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung in der Gesellschaft Sri Lankas leisten mögen. Das ist es, was Christus von euch verlangt. Das ist es, was der heilige Joseph euch lehrt. Das ist es, was die Kirche von euch braucht.“

Zur Messfeier waren mehr als die erwartete halbe Million Menschen gekommen, viele feierten außerhalb des Geländes am Strand des Ozeans mit. Zu Tausenden hatten Menschen zuvor auf dem Feld übernachtet, die ersten waren bereits am Dienstag Mittag gekommen. Nicht wenige waren auch aus Goa angereist, woher Joseph Vaz ursprünglich stammte.

(rv 14.01.2015 ord)