Weltweites Rosenkranzgebet mit Papst Franziskus am Samstag

Papst Franziskus an der Lourdes-Grotte in den vatikanischen Gärten (Archivbild)

Global im Gebet vereint um ein Ende der Pandemie: In diesem Anliegen findet am Vorabend des kommenden Pfingstsonntag in den Vatikanischen Gärten ein Rosenkranzgebet mit Papst Franziskus statt. Live – und auch auf Deutsch – übertragen wir die Marienandacht an der Lourdes-Grotte ab 17.30 Uhr in Wallfahrtsstätten der ganzen Welt, darunter Lourdes und Fatima.

Organisiert hat das Ereignis der Päpstliche Rat für Neuevangelisierung, es steht unter dem Titel „eifrig und einmütig im Gebet, zusammen mit Maria“ in Anlehnung an das Gebet der Urgemeinde, von dem die Apostelgeschichte erzählt (vgl. Apg 1,14).

Gebet für alle Leidenden an der Pandemie

Es handele sich um einen „Moment des weltweiten Gebets“ am Vorabend des Pfingstfestes mit dem Papst, an dem vor allem Familien beteiligt seien, heißt es in einer Erklärung des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung von diesem Dienstag. Franziskus wolle „die Schmerzen und Wehen der Menschheit, die durch die Ausbreitung des Covid-19-Virus weiter verschärft worden seien“, zur Gottesmutter tragen und diese um Fürsprache bitten.

Wallfahrtorte weltweit beten mit

Zugeschaltet seien „die größten Wallfahrtsorte auf allen fünf Kontinenten“, informiert die Note. In Europa sind dies zum Beispiel die Heiligtümer von Lourdes in Frankreich, Fátima in Portugal und Tschenstochau in Polen, in den USA Immaculate Conception in Washington, in Afrika der nigerianische Wallfahrtsort Elele und Notre-Dame de la Paix in Elfenbeinküste. In Lateinamerika sind unter anderem das Nationalheiligtum von Mexiko mit der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau von Guadalupe und der Pilgerort von Luján in der Heimat des Papstes, Argentinien, mit dabei.

Betroffene der Corona-Krise und Helfer beten mit dem Papst

Einzelne Teile des Rosenkranzes am Samstag würden von Vertretern verschiedener Gruppen gebetet, die in besonderer Weise von der Coronavirus-Pandemie getroffen wurden oder einen besonderen Einsatz leisten, informiert der Päpstliche Rat weiter. Papst Franziskus hatte für diese Menschen bei seinen Frühmessen in den letzten Wochen jeweils zum Gebet aufgerufen und ihr Wirken gewürdigt. Beim Rosenkranz mit dem Papst dabei sind ein Arzt und eine Krankenschwester, eine vom Virus geheilte Person, eine Trauernde, die ein Corona-Opfer in der eigenen Familie zu beklagen hat, ein Priester und eine Ordensschwester, die beide im Krankenhaus wirken, eine Apothekerin, eine Journalistin, ein Freiwilliger des Zivilschutzes mit Familie und eine junge Familie, die inmitten der Corona-Krise Nachwuchs bekommen hat.

Zu Sicherheits- und Hygieneregeln im Rahmen der Veranstaltung oder dem detaillierten Ablauf machte der Vatikan in der Erklärung keine Angaben. Es ist die erste größere Zusammenkunft des Papstes mit Gläubigen seit Beginn des Lockdown im Vatikan.

Unsere Live-Übertragung

Radio Vatikan überträgt das Gebet ab 17.30 Uhr mit deutschem Kommentar auf der Webseite vaticannews.de.

(vatican news – pr)

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Papst über Mission: „Freies Geschenk des Geistes, keine Strategie“

Papst Franziskus in dieser Woche bei seiner Generalaudienz (Vatican Media)

Mission hat nichts mit Selbstdarstellung oder einem Abwerben Gläubiger zu tun. Ihr Impuls kommt aus der Freude des Glaubens. Daran erinnert Papst Franziskus in einer an die päpstlichen Missionswerke (POM) gerichteten Botschaft, die der Vatikan am Donnerstag veröffentlicht hat.

Der Impuls zur Mission

Einmal mehr grenzt der Papst in seiner Botschaft Mission von einem strategischen Vorgehen ab, um eigene Interessen durchzusetzen. Die Verkündigung des Evangeliums habe mit einem politischen, kulturellen, psychologischen oder religiösen Proselytismus nichts gemein, so Franziskus. Mission sei ein „freies Geschenk des Geistes“, betont der Papst, dies sei geradezu ihr innerstes Merkmal. So sei die Ausbreitung des christlichen Glaubens letztlich auch Frucht dieses Geschenkes, und nicht Ergebnis strategischer Maßnahmen und „Initiativen“ eines dahinterstehenden kirchlichen Apparates. Auch „Selbstdarstellung“ und „Werbung“ hätten mit Mission nichts zu tun, unterstreicht der Papst.

Bei der Mission als Werk des Heiligen Geistes sei die Freude wesentlich, so Papst Franziskus, dessen Apostolisches Schreiben „Evangelii gaudium“ („Freude des Evangeliums“) von 2013 genau dies im Titel trägt. Diese Freude zu empfangen, sei „eine Gnade“ und „die einzige Kraft, die wir haben können, um das Evangelium zu predigen“, schreibt der Papst in seiner Botschaft an die Päpstlichen Missionswerke. Das Heil sei keine Folge missionarischer Initiativen oder des Redens über die Menschwerdung Gottes, sondern komme aus der Begegnung mit Gott, der uns rufe. Hier liege der Impuls zur Mission – in der Freude und Dankbarkeit über diese Begegnung.

Merkmale gelingender Mission

Als Merkmal einer gelingenden Mission nennt der Papst Anziehungskraft. Die Kirche wachse nicht durch Proselytismus, sondern durch Anziehungskraft –  das ist ein Satz seines Vorgängers Benedikt XVI., den der Papst an dieser Stelle aufgreift. „Wenn du Jesus folgst und glücklich bist, dass du dich zu ihm hingezogen fühlst, werden andere das bemerken. Und sie können überrascht werden“, so Franziskus.

Andere Charakteristika seien Dankbarkeit und Unentgeltlichkeit, fährt er fort. Missionarischer Eifer könne niemals „Ergebnis von Vernunft oder Berechnung“ sein, sondern rühre von Dankbarkeit her. Auch Demut sei wesentlich, nennt der Papst ein weiteres Merkmal. Glück und Erlösung seien nicht „unser Besitz“ oder etwas, das wir durch unsere eigene Anstrengung erreichen könnten – das sei eine Erkenntnis, die uns eigentlich erden und von Arroganz befreien sollte. Auch vor Kompliziertheit beim Übermitteln der christlichen Botschaft sollten wir uns hüten, stattdessen sei Konzentration auf das Wesentliche angesagt.

Sehr wichtig ist dem Papst, zu dessen häufigsten Verben „camminare“ („gehen“) gehört, dass Mission da stattfindet, wo die Menschen leben und arbeiten. „Dort, wo sie sind und wie sie sind“. Man dürfe sich nicht vom Volk isolieren, weil man es für eine „träge Masse“ halte, „die immer wieder neu belebt und mobilisiert werden muss“.

Besondere Struktur der Missionswerke

Mit Blick auf die Zukunft erinnert Franziskus an die besondere Struktur und Berufung der Päpstlichen Missionswerke. Sie seien aus der „missionarischen Inbrunst, die durch den Glauben der Getauften zum Ausdruck kommt“ entstanden, eng mit dem „sensus fidei“ des Gottesvolkes verbunden und nährten sich aus dem Gebet und der Nächstenliebe. Charakteristisch sei ihr weit verzweigtes Netzwerk auf allen Kontinenten, so Franziskus. Diese Pluralität könne als „Schutz vor ideologischer Homogenisierung und kulturellem Unilateralismus dienen“, so der Papst:

„In diesem Sinne spiegeln die Päpstlichen Missionswerke das Geheimnis der Universalität der Kirche wider, in der das unaufhörliche Wirken des Heiligen Geistes aus verschiedenen Stimmen Harmonie schafft, so wie der Bischof von Rom in seinem Dienst der Nächstenliebe, der auch durch die Päpstlichen Missionswerke ausgeübt wird, die Einheit im Glauben bewahrt.“ Die Berufung dieser Einrichtung kommt laut Franziskus also stets in Verbindung mit ihrem Zentrum zum Tragen.

Warnungen

Der Papst warnt dann vor einigen Gefahren und bestimmten Verhaltensweisen, die es in der Missionstätigkeit auszuschließen gelte. Dazu zähle zum Beispiel Selbstbezüglichkeit: „Kirchliche Organisationen und Hilfswerke, ganz abgesehen von den guten Absichten ihrer einzelnen Mitglieder, wenden sich manchmal gegen sich selbst und widmen ihre Energie und Aufmerksamkeit in erster Linie der Selbstdarstellung und der Werbung für ihre eigenen Initiativen“, merkt dazu der Papst an.

Auch Kontrollwahn gelte es zu vermeiden. Bestimmte „Institutionen und Einrichtungen“ dürften sich nicht anmaßen, „Vorrang und Kontrolle über genau die Gemeinschaften auszuüben, denen sie dienen sollen“, warnt der Papst. „Diese Haltung geht fast immer mit der Behauptung einher, dass sie die Rolle von ,Aufsehern’ ausüben, die dazu berufen sind, über die Legitimität anderer Gruppen zu bestimmen. Am Ende tun sie so, als sei die Kirche ein Produkt unserer eigenen Berechnungen, Pläne, Vereinbarungen und Entscheidungen.“ Als weitere Gefahr nennt der Papst unter anderem Realitätsferne – es gelte dagegen vom Leben der Menschen auszugehen. Auch Funktionalismus und elitäres Denken seien zu vermeiden.

Ratschläge für die Zukunft

Als Anregung gibt Papst Franziskus den Päpstlichen Missionswerken unter anderem mit auf den Weg, sich weiter zu vernetzen und die Nähe zum jeweiligen Lebenskontext der Menschen zu suchen. Zugleich gelte es „das besondere Band, das sie mit dem Bischof der Kirche von Rom verbindet“, stets zu pflegen und zu erneuern. Die Päpstlichen Missionswerke „sind und sollen als Instrument des Dienstes an der Mission in den Teilkirchen gelebt werden“, erinnert der Papst.

Mit Blick auf die finanziellen Mittel zur Unterstützung der Mission warnt der Papst davor, die Päpstlichen Missionswerke als NGO zu verstehen, „bei der alles auf die Suche nach und die Bereitstellung von Mitteln ausgerichtet ist“. Kreativität und neue Wege der Mittelbeschaffung seien wünschenswert. Allerdings dürfe man das Problem sinkender Spendeneinnahmen nicht vertuschen oder sich angesichts dieser Lage auf Großspender fixieren. „Auf jeden Fall sollte die Bitte um Opfergaben für die Missionen weiterhin in erster Linie an den größeren Leib der Getauften gerichtet sein, auch durch verschiedene Wege, die Sammlung für die Missionen, die in jedem Land im Oktober anlässlich des Weltmissionstages durchgeführt werden, aufzunehmen“, empfiehlt der Papst.

(vatican news)

Frühmesse: Möge der Herr uns gnädig sein und diese Pandemie stoppen

Papst Franziskus bei der Frühmesse

Papst Franziskus hat an diesem Donnerstagmorgen erneut zum gemeinsamen Gebet aufgerufen, das vom Hohen Ausschuss für menschliche Brüderlichkeit lanciert wurde. Es handelt sich um eine Initiative, die die Überwindung der Corona-Krise fördern will. In seiner Predigt ging der Papst genauer darauf ein.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Die Frühmessen in dieser schwierigen Zeit des Coronavirus sind jeweils einer bestimmten Personengruppe gewidmet, die von der Pandemie betroffen ist. Die Morgenmesse an diesem Donnerstag, an dem die Kirche in Italien des heiligen Matthias gedenkt, war dem Aufruf zu Gebet, Fasten und Werken der Nächstenliebe gewidmet, der vom Hohen Ausschuss für menschliche Brüderlichkeit ausgesprochen wurde. Das Komitee wurde in der Folge des Treffens zwischen dem Papst und dem Großimam von Al Azhar in Abu Dhabi im vergangenen Jahr, bei dem sie ihr gemeinsames „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen“ vorgestellt hatten, gegründet. So erläuterte der Papst in seinen einleitenden Worten bei der Frühmesse in Santa Marta:

„Wir sind alle Geschwister. […] Und deshalb vereinen wir uns, Menschen aller Religionen und Konfessionen, im Gebet und in der Buße, im Fasten, um die Gnade der Heilung von dieser Pandemie zu erbitten.“

Heute feiert die Kirche in Italien den heiligen Matthias, darum die liturgische Farbe rot.
Heute feiert die Kirche in Italien den heiligen Matthias, darum die liturgische Farbe rot.

Niemand hat diese Pandemie erwartet

Als Lesung hatte der Papst diesmal nicht die Tagesliturgie ausgewählt, sondern die Stelle aus dem Buch Jona, in der der Prophet die Bürger von Ninive dazu einlädt, sich zu bekehren, um die Zerstörung ihrer Stadt zu verhindern. In seiner Predigt ging der Papst dann noch genauer auf den Gebets- und Fastentag ein, der an diesem Donnerstag weltweit begangen wird:

„Heute beten wir alle, Brüder und Schwestern jeder religiösen Tradition: ein ,Tag des Gebets und der Buße, der Reue, der vom Hohen Komitee für menschliche Brüderlichkeit einberufen wurde. Jeder von uns betet, die Gemeinschaften beten, die verschiedenen Konfessionen beten: sie beten zu Gott, vereint in der Geschwisterlichkeit, die uns in diesem Moment des Schmerzes und der Tragödie verbindet.“

Die Menschheit habe diese Pandemie nicht erwartet, aber „jetzt ist sie da“, betonte Franziskus:

„Und viele Menschen sterben, und viele Menschen sterben allein, viele Menschen sterben, ohne etwas dagegen tun zu können. Oft mag der Gedanke in den Sinn kommen: Aber mich betrifft das doch gar nicht, Gott sei Dank habe ich mich gerettet. Doch denken wir an die anderen, denken wir an die Tragödie und auch an die Folgen, die wirtschaftlichen Folgen, die Folgen für die Bildung, die Folgen dessen, was als nächstes passieren wird, und deshalb beten wir heute alle, Brüder und Schwestern jeder religiösen Konfession und Gemeinschaft, zu Gott.“

„Wir alle sind menschlich vereint wie Brüder, die zu Gott beten, entsprechend unserer Kultur.“

Der Papst ging auch auf Kritiker ein, die diese Initiative als religiösen Relativismus brandmarken und behaupten könnten, dass ein gemeinsames Beten der Religionen gar nicht gehe. Doch wie solle es nicht möglich sein, zum Vater aller zu beten, so die schlichte Antwort des Papstes darauf. „Wir alle sind als menschliche Wesen vereint, wie Geschwister, die zu Gott beten, entsprechend unserer Kultur, entsprechend unserer Tradition, entsprechend unserem Glauben“, so der Papst.

„Wir tun dies aber als Geschwister, die zu Gott beten, und das ist das Wichtigste: Geschwister, die fasten, die Gott um Vergebung unserer Sünden bitten, damit der Herr sich unser erbarmt, damit der Herr uns vergibt, damit der Herr diese Pandemie stoppt.“

Die Corona-Pandemie ist wie eine Flut gekommen

An diesem „Tag der Geschwisterlichkeit“ sei ersichtlich, dass man Pandemien nicht vorhersehen kann. Niemand hätte im vergangenen Herbst daran gedacht, dass ein kleiner Virus die ganze Welt stilllegen würde. Die Corona-Pandemie sei „wie eine Flut“ gekommen.

„Wichtig ist, dass wir heute gemeinsam, dank des Mutes derjenigen, die dieses hohe Komitee der menschlichen Brüderlichkeit gehabt haben, eingeladen wurden, alle gemäß unserer eigenen Tradition zu beten.“

„Und jetzt wachen wir ein wenig auf, aber es gibt viele andere Pandemien, die Menschen sterben lassen, und wir merken es nicht, wir schauen woanders hin.“

In diesem Zusammenhang zitierte der Papst eine offizielle Statistik, die jedoch nicht von der Coronavirus-Pandemie spricht, sondern von einer anderen:

„In den ersten vier Monaten dieses Jahres starben 3,7 Millionen Menschen weltweit an Hunger. Das ist die Pandemie des Hungers. Denken wir auch an die anderen Pandemien in der Welt, an Kriege, an Hunger, viele andere: Wichtig ist, dass wir heute gemeinsam, und dank des Mutes dieses hohen Komitees der menschlichen Geschwisterlichkeit, eingeladen sind, alle gemäß unserer eigenen Tradition zu beten und einen Tag der Buße und des Fastens, aber auch der Nächstenliebe, der Hilfe für andere zu begehen.“

Der Papst schloss seine Predigt mit der Bitte an Gott, er möge diese und andere Pandemien stoppen. „Das erbitten wir als Brüder und Schwestern, alle zusammen. Möge Gott uns alle segnen und sich unser erbarmen.”

(vatican news)

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Im Wortlaut: Einladung zum gemeinsamen Gebet im Geist der Geschwisterlichkeit

Das war vor dem Lockdown: Erinnerungsfeier am 4. Februar 2020 in Abu Dhabi zum Jahrestag des Besuchs von Papst Franziskus

Wir dokumentieren hier den Appell zum interreligiösen Gebet für die Menschheit, den der Hohe Ausschuss für die menschliche Brüderlichkeit an diesem Samstag veröffentlicht hat. Der Ausschuss stellte Übersetzungen in neun Sprachen bereit, darunter Deutsch; wir geben den Appell hier in einer sprachlich leicht überarbeiteten Form wieder.

Appell zum Gebet für die Menschheit

An alle unsere Geschwister, die an Gott den Schöpfer glauben,

an alle unsere Geschwister der Menschheit weltweit,

zurzeit ist unsere Welt wegen der weiten Verbreitung des Coronavirus COVID-19 mit einer großen Gefahr konfrontiert, die das Leben von Millionen Menschen global bedroht. Wir betonen hier unsere Überzeugung von der hochrelevanten Rolle der Medizin und der wissenschaftlichen Forschung bei der Bekämpfung dieser Epidemie. Gleichzeitig darf man in dieser ernsten Krise nicht vergessen, sich an Gott den Schöpfer zu wenden. Daher appellieren wir an alle Menschen auf der ganzen Welt, sich betend, fastend und mit Werken der Barmherzigkeit an Gott zu wenden und ihn im Gebet anzuflehen. Jeder Mensch ist da, wo er sich befindet, und je nach seiner Religion, seinem Glauben und seiner Konfession, dazu aufgefordert, damit Gott diese Seuche beseitigt, uns aus diesem Verhängnis rettet, die Wissenschaft inspiriert, ein heilendes Medikament zu entwickeln, und der Welt dazu verhilft, die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und menschlichen Auswirkungen dieser weitverbreiteten gefährlichen Pandemie zu überwinden.

Der Hohe Ausschuss zur Umsetzung der Ziele des Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen schlägt daher vor, den Donnerstag, den 14. Mai 2020, zum Tag des Gebets, des Fastens sowie der Werke der Barmherzigkeit und des Bittens für die Menschheit zu erklären. Der Ausschuss lädt alle religiösen Führungspersonen und alle Menschen auf der Welt dazu ein, diesem Appell nachzukommen und sich gemeinsam mit einer Stimme an Gott den Erhabenen zu wenden, dass Er die Menschheit bewahre und ihr dazu verhelfe, diese Pandemie zu überwinden und Sicherheit, Stabilität, Gesundheit und Wohl zurückzubringen, sodass unsere Welt nach dieser Seuche menschlicher und geschwisterlicher werde als zuvor.

Der Hohe Ausschuss für die menschliche Brüderlichkeit

(vatican news – mg)

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Frühmesse: Papst Franziskus betet für die Corona-Toten

Papst Franziskus hat an diesem Donnerstag bei der Morgenmesse in Santa Marta für alle Corona-Toten gebetet – vor allem für die, deren Namen keiner kennt und die in Massengräbern beigesetzt worden sind.

Mario Galgano – Vatikanstadt

„Wir haben die Fotos der Massengräber gesehen – viele an Covid-19 Verstorbene sind dort beigesetzt worden“, sagte der Papst bei der Eröffnung der Morgenmesse in der päpstlichen Residenz Santa Marta. Besondere Betroffenheit hatten in den letzten Wochen Bilder einer Friedhofsinsel in New York ausgelöst. Luftaufnahmen zeigten, wie dort Massengräber für anonyme Bestattungen von an Corona verstorbenen Menschen ausgehoben wurden. Die USA haben über 60.000 Corona-Tote zu beklagen – mehr als China oder Italien.

Die Bedeutung der Mission

In seiner Predigt sprach Franziskus über die Mission der Christen. Dabei ging er vor allem vom Johannes-Evangelium aus (Joh 6, 44-51).

„Ohne christliches Zeugnis wird es kein Werk des Zeugnisses geben.“

„Da heißt es: ,Niemand kann zu mir kommen‘, wenn der Vater ihn nicht an sich zieht. Niemand kann Jesus kennenlernen ohne den Vater – und das gilt für unser Apostolat, unsere apostolische Mission als Christen… Wer auf Mission geht, muss Zeugnis von seinem Glauben geben; ohne ein solches Zeugnis wird man nichts ausrichten können. In die Mission zu gehen bedeutet nicht, große Strukturen zu errichten und dabei stehenzubleiben. Nein: Die Strukturen selbst müssen Zeugnis ablegen! Du kannst ein Krankenhaus oder eine Schule bauen, die perfekt sind, aber wenn sie kein Zeugnis vom Christentum ablegen, dann ist das nur ein wohltätiges Werk – sehr gut, aber auch nicht mehr. Wenn ich auf Mission gehen will, wenn ich Apostolat machen will, muss ich mit der Bereitschaft gehen, dass der Vater die Menschen zu Jesus hinzieht, und das macht man mit dem Zeugnis. Jesus selbst hat dies zu Petrus gesagt.“

Gottes Anziehungskraft

Gott ziehe „mit unserem Zeugnis“ die Menschen an. Und dazu solle unser Gebet kommen, so Franziskus.

„Man muss beten, dass der Vater Menschen anzieht, denn ohne Zeugnis und Gebet kann man keine apostolische Verkündigung betreiben. Man kann sonst auch nicht die Frohe Botschaft weitergeben an andere. Ansonsten bleibt es nur dabei, dass man eine schöne moralische Predigt hält und viele gute Dinge tut, aber der Vater wird dabei keine Möglichkeit haben, Menschen anzuziehen: Das ist das Zentrum unseres Apostolats, dass der Vater Menschen anziehen kann.“

Papst Franziskus machte einmal mehr deutlich, dass er vom Abwerben von Gläubigen anderer Religionen oder Konfessionen, dem sogenannten Proselytismus also, nichts hält. Eine „fromme Frau“ habe ihm in Panama voller Stolz berichtet, dass sie Menschen zum Katholizismus bekehrt habe, darunter auch Protestanten. Da habe er ihr widersprochen und gesagt: Nicht sie sei es gewesen, die diese Menschen bekehrt habe, sondern der Herr habe die Herzen jener Menschen angerührt.

„Vergessen wir nicht: unseren Glauben bezeugen Ja, Proselytismus Nein. Bitten wir den Herrn um die Gnade, unseren Glauben mit Zeugnis und Gebet zu leben, damit der Vater Menschen für Jesus gewinnen kann.“

(vatican news)

Generalaudienz: Papst ermutigt zu „unbequemem“ Zeugnis

Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz (Vatican Media)

Papst Franziskus hat Christen inmitten eines „Systems der Gier“ zu einem „unbequemen“ Zeugnis ermutigt. Bei seiner Generalaudienz im Apostolischen Palast warnte er an diesem Mittwoch vor einem Leben der Weltlichkeit und „in Funktion des Geldes“.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand auch diese Generalaudienz ohne Pilger in der Bibliothek des Apostolischen Palastes statt. Der Papst schloss dabei seine Katechesen-Reihe über die Seligpreisungen ab und lenkte den Blick auf Christen, die „um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden“.

Die letzte Seligpreisung verkünde „dieselbe Glückseligkeit wie die erste“, schlug er den Bogen zu Beginn seiner Reihe: „das Himmelreich gehört den Verfolgten ebenso wie denen, die arm sind vor Gott; so verstehen wir, dass wir am Ende eines Weges angekommen sind, der in den vorherigen Ankündigungen vorgezeichnet wurde.“

Der Weg der Seligpreisungen sei „ein österlicher Weg“, erinnerte Franziskus. Christen lebten „im Geben und Verzicht“ und eckten in einer Welt des Materialismus und der Interessen an. Inmitten von „Idolen, Kompromissen und Prioritäten“ und „Strukturen der Sünde“ würden sie zum Störfaktor. Ihr Leben in Armut, Sanftmut und nach dem Evangelium werde zum „Irrtum oder Problem“ erklärt, sie würden als „Idealisten oder Fanatikern“ abgestempelt – „zu etwas, was an den Rand gedrängt werden muss“, formulierte der Papst.

Keine Diaktatur des Geldes

Einmal mehr warnte Franziskus vor einer Diktatur des Geldes; die Christen ermutigte er vor diesem Hintergrund zu einem „unbequemen“ Zeugnis:

„Wenn die Welt in Funktion des Geldes lebt, wird jeder, der beweist, dass das Leben im Geben und im Verzicht gelebt werden kann, für das System der Gier zu einem störenden Element. Dieses Wort ,Ärgernis‘ ist der Schlüssel, denn allein das christliche Zeugnis, das so vielen Menschen so viel Gutes tut, ärgert diejenigen, die eine weltliche Mentalität haben. Sie nehmen es als Vorwurf wahr. Wenn sich die Heiligkeit und das Leben der Kinder Gottes zeigen, dann liegt in dieser Schönheit auch etwas Unbequemes, zu dem Stellung genommen werden muss: entweder muss man sich in Frage stellen lassen und sich dem Guten öffnen, oder man weist dieses Licht zurück und verhärtet sein Herz, was zu Widerstand und Zorn führen kann (vgl. Weisheit 2,14-15).“

Auch heute werden Christen verfolgt

Papst Franziskus erinnerte an die Verfolgung der christlichen Märtyrer und verwies dabei auf die Christenverfolgung in den europäischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Auch heute sei Christenverfolgung eine traurige Realität, hielt er fest:

„Es ist schmerzhaft, dass es in diesem Moment viele Christen gibt, die in verschiedenen Teilen der Welt verfolgt werden. Wir müssen hoffen und beten, dass ihre Qual so bald wie möglich beendet wird. Es sind viele: die Märtyrer von heute sind mehr als die Märtyrer der ersten Jahrhunderte. Wir bekunden diesen Brüdern und Schwestern unsere Nähe. Wir sind ein einziger Körper und diese Christen sind die blutenden Glieder des Leibes Christi, der die Kirche ist.“

Geschmack am Evangelium nicht verlieren

Das „Drama der Verfolgung“ sei auch „Ort der Befreiung von der Unterwerfung durch die Abhängigkeit vom Erfolg, Eitelkeit und den Kompromissen der Welt“, erinnerte der Papst. Franziskus warnte zugleich vor Selbstmitleid: Menschenverachtung sei nicht immer gleichbedeutend mit Verfolgung. Als Jesus die Christen als „Salz der Erde“ bezeichnete, habe er auch davor gewarnt, dass diese den „Geschmack“ am Evangelium verlören (vgl. mt 5, 13) – diese Form der „Verachtung“ sei letztlich selbst verschuldet, schärfte er ein. Der Papst warb für ein Leben nach dem Vorbild Jesu:

„Man muss dem demütigen Weg der Seligpreisungen treu sein, denn das allein führt dazu, dass wir Christus und nicht der Welt gehören. (…) Ausgrenzung und Verfolgung, wenn Gott uns diese Gnade gewährt, lassen uns dem gekreuzigten Christus ähnlich werden und sind, indem wir uns Anteil haben lassen an seiner Passion, Ausdruck eines neuen Lebens. Dieses Leben ist das Leben Christi, der für uns Menschen und zu unserem Heil ,von den Menschen verachtet und abgelehnt‘ wurde (vgl. Jes 53,3; Apg 8,30-35). Seinen Geist anzunehmen, kann uns dazu führen, so viel Liebe in unseren Herzen zu haben, dass wir unser Leben für die Welt anbieten, ohne mit ihren Täuschungen Kompromisse einzugehen und ihre Ablehnung zu akzeptieren. Das ist das Leben des Himmelreiches, die größte Freude, die wahre Glückseligkeit.“

(vatican news – pr)

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Papst lädt im Mai zum gemeinsamen Rosenkranzgebet ein

Papst Franziskus will mit Ihnen im Monat Mai den Rosenkranz beten (Vatican Media)

In Zeiten der Corona-Pandemie ist gerade das Gebet des Rosenkranzes eine wichtige Geste. Darauf weist Papst Franziskus in einem Brief hin, der an diesem Samstag im Vatikan veröffentlicht wurde. Den Rosenkranz zu beten sei in Zeiten der Ausgangssperre wichtig für die Familie. Deshalb lade er alle ein, im Monat Mai gemeinsam das Mariengebet zu beten.

Es sei wie ein Eintauchen in ein Jahrhunderte altes Volksgebet, so der Papst in seinem Brief. Mit dem Rosenkranz in der Hand könne man die Pandemie besiegen. Dieses Gebet könne in den Häusern Trost und Halt schenken, in denen die Menschen wegen des Virus bleiben müssten. Mit dem Rosenkranz könne man die Offenheit für die Hoffnung spüren, denn das Gebet zu Maria könne zum „normalen Lauf“ des Lebens zurück führen.

Zum Nachhören

Es handelt sich um einen Vorschlag des Papstes für den nächsten Monat Mai, in dem in vielen Ländern der Welt eine erste Lockerung der Ausgangssperre erwartet wird. Franziskus wendet sich in seinen Brief an alle Gläubigen. Darin erinnert er sie daran, dass es eine lange Tradition der Kirche sei, im Mai „den Rosenkranz zu Hause, in der Familie“ zu beten. Eine Dimension, stellt er fest, die uns auch die Beschränkungen der Pandemie aufs Neue nahe gebracht hätte, weil sie uns „gezwungen“ habe, den bisherigen Alltag auch vom spirituellen Standpunkt aus zu bewerten.

Rosenkranz, einfach und kraftvoll

Das gemeinsame Aufsagen des Rosenkranz – man kann ihn auch alleine, für sich beten – solle jeder je nach der eigenen Situation durchführen. Man solle sich vor allem auf die Geheimnisse des Gebets konzentrieren, so der Ratschlag des Papstes. Es handele sich um ein einfaches und kraftvolles Gebet. Franziskus schlägt vor, auch im Internet nachzuschauen. Dort gebe es, „gute Gebetsmuster, denen man folgen sollte“. „Gemeinsam das Antlitz Christi mit dem Herzen Mariens, unserer Mutter, zu betrachten – so der Papst abschließend – wird uns als geistliche Familie noch mehr einigen und uns helfen, diese Prüfung zu überwinden.“

Die beiden Gebete

In dem kurzen Brief fügt der Papst auch zwei zusätzliche Gebete bei. Er lädt alle ein, am Ende des Rosenkranzes diese zusätzlich mitzubeten. Er werde selbst, so versichert er in seinem Brief, im Monat Mai „geistlich vereint mit Ihnen beten“.

Das erste Gebet ist dasjenige, das zu Beginn der Krise, am vergangenen 11. März, in einer Videobotschaft veröffentlicht wurde. Er richtete es an die Muttergottes der göttlichen Liebe. Die Videobotschaft war anlässlich der Feier der Messe zum Gebets- und Fastentag unter dem Vorsitz von Kardinalvikar Angelo De Donatis übertragen worden.

Das zweite Gebet ist eine intensive Anrufung, die das bekannte „Salve Regina“ heraufbeschwört. Im Mittelpunkt steht die Bitte an die Muttergottes, ihre „barmherzigen Augen in dieser Pandemie des Coronavirus zu uns“ zu wenden. Daraufhin geht das Gebet auf all die Kategorien von Menschen ein, die seit Ausbruch der Pandemie auf verschiedene Weise wegen Covid-19 leiden und kämpfen.

(vatican news)

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25/04/2020
Papstbrief zum Rosenkranz im Mai im Wortlaut
Mario Galgano – Vatikanstadt