Papst bei Generalaudienz: Christen sollen staunen können

Ein Plädoyer für die Kunst des Staunens machte der Papst bei seiner Generalaudienz

Der Kern des christlichen Glaubens ist die Auferstehung Jesu. Christen bräuchten die Fähigkeit zum Staunen, denn das Christentum ist Gnade und Überraschung, erinnerte Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz.In seiner 19. Katechese zum Thema der christlichen Hoffnung und im Licht des eben begangenen Osterfestes wolle er über den Auferstandenen sprechen, so wie ihn der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther beschreibe, leitete Franziskus seine Ausführungen auf dem Petersplatz ein.

Die Auferstehung sei der Reihenfolge nach das letzte Argument, das Paulus in seinem Brief an die junge Gemeinde behandele, doch es sei möglicherweise das wichtigste des gesamten Schreibens. „Alles fußt in der Tat auf dieser Annahme“, betonte der Papst.

Die christliche Botschaft erwachse nicht aus den Gedanken eines Weisen, sondern trete von außen an die Menschheit heran. „Das Christentum hat von hier aus seinen Ursprung. Es ist keine Ideologie, kein philosophisches System, sondern ein Weg des Glaubens, der von einem Ereignis ausgeht, das die ersten Jünger bezeugen. Paulus fasst es auf diese Weise zusammen: Jesus ist für unsere Sünden gestorben, er wurde begraben und am dritten Tag ist er auferstanden und Petrus und den Zwölf erschienen. Das ist die Tatsache. Jesus lebt. Das ist der Kern der christlichen Botschaft.”

Paulus wolle das Unerhörte des Ostergeheimnisses deutlich machen, wenn er hervorhebe, dass Christus für uns nicht nur gestorben sei, so der Papst. Denn wenn alles mit dem Tod Jesu geendet hätte, wäre das zwar ein Beispiel höchster Hingabe gewesen, doch als tragfähiges Fundament für den Glauben hätte das nicht genügt. Vielmehr drehe sich alles um die Auferstehung Jesu. Zur Untermauerung dieses historischen Ereignisses liefert Paulus eine Liste von Zeugen, die das Ereignis weiter verkünden könnten – er selbst sei der unwürdigste all dieser Zeugen, eine „Missgeburt“, wie er sich selbst nennt.

„Paulus benutzt diesen Ausdruck, weil seine persönliche Geschichte dramatisch ist. Er war kein unschuldiger Ministrant, nicht wahr? Er hat die Kirche verfolgt, war stolz auf seine Überzeugungen; er fühlte sich als Mann, der angekommen ist, mit einer sehr klaren Idee davon, was sein Leben und seine Pflicht sei. Aber in diesem perfekten Leben passiert eines Tages etwas vollkommen Unvorhersehbares: Die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus auf der Straße nach Damaskus.“

Und hier, so führte der Papst weiter aus, werde der Verfolger zum Apostel, denn er habe den auferstandenen Jesus gesehen – die Grundlage des Glaubens der Kirche, wie auch unseres eigenen Glaubens.

„Wie schön ist es, zu denken, dass das Christentum im Kern genau das ist. Es ist nicht so sehr unsere Suche nach Gott – eine Suche, die in Wahrheit so zögerlich ist – sondern vielmehr die Suche von Gott nach uns. Das Christentum ist Gnade, Überraschung, und aus diesem Grund setzt es ein Herz voraus, das fähig zum Staunen ist.“

Auch wenn wir Sünder seien – und das seien wir alle, erinnerte der Papst – und unsere guten Vorsätze nicht eingehalten oder viele Misserfolge gesammelt hätten, könnten wir am Ostermorgen das tun, was auch die Menschen taten, von denen das Evangelium spricht: „Zum Grab des Christus gehen, den großen Fels verrückt zu sehen und zu denken, dass Gott für mich, für uns alle, eine unerwartete Zukunft Wirklichkeit werden lässt. Hier ist das Glück, hier ist die Freude und das Leben, wo alle dachten, dass es nur Traurigkeit, Niederlage und Schatten gebe. Gott lässt seine schönsten Blumen inmitten der unwirtlichsten Felsen wachsen.“

(rv 19.04.2017 cs)

Urbi et Orbi: „Der auferstandene gute Hirt wird nicht müde“

Papst Franziskus auf der Loggia am Petersdom

Ostern ist ein Friedensfest, der Auferstandene wünschte den Jüngern zuerst den Frieden. Aber der Blick auf die Welt zeigt auch immer, wie weit weg dieser Friede von der aktuellen Welt ist, eine Diskrepanz, auf die die Päpste jedes Jahr neu hinweisen. So auch Papst Franziskus zu diesem Osterfest, anlässlich des Segens Urbi et Orbi, den er von der Loggia des Petersdoms nach der Ostermesse spendete.

Der Papst begann seine Ostergedanken beim Kern des Tages, bei der Botschaft vom auferstandenen Herrn. Der habe Sünde und Tod überwunden und den Weg zum ewigen Leben erschlossen. „Wir alle verlieren, wenn wir uns von der Sünde beherrschen lassen, den rechten Weg und irren wie verlorene Schafe umher“, so Papst Franziskus. Gott selbst – der gute Hirte – sei gekommen, um zu retten, „und so können wir heute ausrufen: „Auferstanden ist der Gute Hirt. Er gab sein Leben für die Schafe. Er ist für seine Herde gestorben. Halleluja“.“

Was damals gegolten habe, gelte immer noch: der auferstandene Hirt werde nicht müde, seine Brüder und Schwestern zu suchen, „auch heute nimmt er viele unserer Brüder und Schwestern, die vom Bösen in seinen verschiedenen Formen heimgesucht werden, auf die Schultern.“ Vor allem gelte sein Suchen den Opfern, etwa von alter und neuer Sklaverei, von entwürdigender Arbeit, von Ausbeutung und von Abhängigkeit.

Weggefährte aller

„Der auferstandene Hirt macht sich zum Weggefährten all derer, die gezwungen sind, aufgrund bewaffneter Konflikte, terroristischer Angriffe, Hungersnöte oder unterdrückerischer Regime die eigene Heimat zu verlassen. Er lässt diese erzwungenermaßen umherziehenden Migranten immer und überall Brüdern und Schwestern begegnen, um auf dem gemeinsamen Weg Brot und Hoffnung zu teilen.“ Er bete darum, dass der Auferstandene diejenigen leiten möge, welche nach Gerechtigkeit und Frieden suchten.

Wie üblich betete er auch ganz konkret für einzelne Länder und Regionen, beginnend mit Syrien. Franziskus erinnerte den Anschlag auf Flüchtlinge, der dort am Karsamstag verübt wurde. „Der Auferstandene gebe Frieden im ganzen Nahen Osten, angefangen vom Heiligen Land, aber auch im Irak und im Jemen.“

Der Papst sprach von den Leidensregionen Afrikas, vom Süd-Sudan und Sudan, von Somalia und dem Kongo und wies auf die Hungersnot hin, welche die Situation dort verschlimmere.

Naher Osten, Afrika, Lateinamerika

Er sprach von Lateinamerika und vom Einsatz für das Gemeinwohl dort, aber auch von sozialen Spannungen und von Gewalt, allerdings ohne konkret Länder zu nennen. Die Menschen, die sich dort einsetzten, „mögen in der Lage sein, Brücken des Dialogs zu errichten und dabei im Kampf gegen die Wunde der Korruption und bei der Suche nach friedlichen Lösungen von Streitigkeiten beharrlich voranzuschreiten.“ Das möge die Demokratien und den Rechststaat stützen, so der Papst.

„Der Gute Hirte helfe der Ukraine, die immer noch durch einen blutigen Konflikt geplagt wird, die Eintracht wiederzufinden“, blickte er auf Europa. „Der auferstandene Herr möge nicht aufhören, dem europäischen Kontinent seinen Segen zu gewähren. Er schenke allen Menschen Hoffnung, die momentan Krisen und Schwierigkeiten, besonders auf Grund der großen Jugendarbeitslosigkeit, durchleben.“

Abschließend wies der Papst darauf hin, dass in diesem Jahr alle Christen gemeinsam das Osterfest feierten; der verschiedenen Kalender wegen fallen orthodox-östliches auf der einen und lateinisch-westliches Ostern auf der anderen Seite meistens nicht auf dasselbe Datum. „So erschallt mit einer Stimme und an jedem Ort der Erde der schönste Ruf: „Der Herr ist wirklich auferstanden, wie er gesagt hat!“ Er, der die Finsternis der Sünde und des Todes besiegt hat, gebe unseren Tagen den Frieden.“

(rv 16.04.2016 ord)

Papstpredigt: „Lassen wir uns von der Neuheit überraschen“

Osternacht in Sankt Peter

Predigt von Papst Franziskus
in der Osternacht im Petersdom

»Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen« (Mt 28,1). Wir können uns jene Schritte vorstellen … der Schritt, der typisch ist für den, der zum Friedhof geht: ein vor Verwirrung müder Schritt, der schwache Schritt dessen, der nicht davon überzeugt ist, dass auf diese Weise alles zu Ende sein soll … Wir können uns ihre bleichen, tränenfeuchten Gesichter vorstellen … Und die Frage: Wie kann es sein, dass die Liebe tot ist?

Im Gegensatz zu den Jüngern sind sie da – so wie sie schon den letzten Atemzug des Meisters am Kreuz und dann sein Begräbnis durch Josef aus Arimathäa begleitet haben: zwei Frauen, die fähig waren, nicht davon zu laufen, sondern auszuhalten, die fähig waren, sich dem Leben zu stellen, so wie es ist, und den Bittergeschmack des Unrechts zu ertragen. Und nun sind sie dort vor dem Grab, unter Schmerzen, unfähig, sich damit abzufinden und zu akzeptieren, dass alles immer so enden muss.

Die Gesichter der Frauen

Und wenn wir uns in unserer Vorstellung ein wenig anstrengen, dann können wir im Gesicht dieser Frauen das Gesicht vieler Mütter und Großmütter, das Gesicht von Kindern und Jugendlichen finden, welche die Last und den Schmerz so unmenschlicher Ungerechtigkeit ertragen. Wir sehen, wie sich in ihnen die Gesichter all jener widerspiegeln, die in der Gesellschaft den Schmerz des Elends, der Ausbeutung und des Menschenhandels spüren. In ihnen sehen wir auch die Gesichter derer, die Verachtung erfahren, weil sie immigriert sind, heimatlos, ohne Heim und Familie; die Gesichter derer, aus denen Einsamkeit und Verwahrlosung sprechen, weil sie auch sehr runzelige Hände haben. Sie spiegeln das Gesicht von Frauen und Müttern wider, die weinen, weil sie sehen, wie das Leben ihrer Kinder unter der Last der Korruption begraben wird. Diese nimmt ihnen ihre Rechte und lässt vielerlei Bestrebungen zerbrechen unter der täglichen Ichsucht, welche die Hoffnung vieler kreuzigt und begräbt, und unter einer lähmenden und unnützen Bürokratie, die eine Änderung der Dinge nicht zulässt. In ihrem Schmerz haben sie das Gesicht all jener, die in der Gesellschaft die menschliche Würde gekreuzigt sehen.

In den Gesichtern dieser Frauen sind viele Gesichter, vielleicht finden wir auch das deine und das meine. Wie sie mögen wir uns veranlasst fühlen, uns auf den Weg zu machen, uns nicht mit der Tatsache abzufinden, dass alles so enden muss. Es stimmt, wir tragen im Innern eine Verheißung und eine Gewissheit der Treue Gottes. Aber auch unsere Gesichter sprechen von Wunden, sie sprechen von vielfacher Untreue – unsere und die der anderen –, sie sprechen von Versuchen und verlorenen Schlachten. Unser Herz weiß, dass die Dinge anders sein können, doch gleichsam ohne es zu merken gewöhnen wir uns daran, mit dem Grab zu leben und mit der Enttäuschung. Mehr noch, wir gehen sogar so weit, uns einzureden, dass dies das Gesetz des Lebens ist, während wir uns mit Ausflüchten betäuben, die nichts anderes bewirken, als die Hoffnung, die Gott in unsere Hände gelegt hat, auszulöschen. So sind oft unsere Schritte, so ist unser Gehen wie das dieser Frauen – ein Gehen zwischen der Sehnsucht nach Gott und einer freudlosen Resignation. Nicht nur der Meister stirbt – mit ihm stirbt unsere Hoffnung.

Ein starker Stoß

»Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben« (Mt 28,2). Plötzlich erhielten die Frauen einen starken Stoß, etwas oder jemand ließ den Boden unter ihren Füßen erbeben. Weiter kommt ihnen jemand entgegen und sagt: Fürchtet euch nicht!, doch diesmal mit dem Zusatz: Er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Und das ist die Botschaft, die uns diese heilige Nacht von Generation zu Generation schenkt: Fürchten wir uns nicht, Brüder und Schwestern, er ist auferstanden, wie er gesagt hat! Das am Kreuz entrissene, zerstörte, vernichtete Leben ist wieder erwacht und schlägt wieder (vgl. R. Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S. 479). Der Herzschlag des Auferstandenen bietet sich uns als Gabe, als Geschenk, als Horizont dar. Der Herzschlag des Auferstandenen wurde uns geschenkt, damit wir ihn, wie von uns verlangt wird, unsererseits als verwandelnde Kraft und Ferment einer neuen Menschheit weiterschenken. Durch seine Auferstehung hat Christus nicht nur den Stein des Grabes umgekippt, sondern er will auch alle Schranken sprengen, die uns in unseren unnützen pessimistischen Haltungen und unseren berechnenden Denkwelten, die uns vom Leben wegführen, einschließen wie auch in unserer besessenen Suche nach Sicherheit und in den maßlosen Ambitionen, die imstande sind, mit der Würde der anderen zu spielen.

Als der Hohepriester und die geistlichen Würdenträger in Komplizenschaft mit den Römern glaubten, alles kalkulieren zu können, als sie meinten, dass das letzte Wort gesprochen wäre und es ihnen zustünde, es festzulegen, da bricht Gott herein, um alle Kriterien umzustoßen und so eine neue Chance zu ermöglichen. Einmal mehr kommt uns Gott entgegen, um eine neue Zeit, die Zeit der Barmherzigkeit festzulegen und zu festigen. Dies ist die seit jeher bestimmte Verheißung, dies ist die Überraschung Gottes für sein treues Volk: Freue dich, denn dein Leben birgt einen Keim der Auferstehung, ein Angebot des Lebens, das auf das Wiedererwachen wartet.

Der Herzschlag des Auferstandenen

Und das ist es, was zu verkünden uns diese Nacht ruft: den Herzschlag des Auferstanden – Christus lebt! Das ist es, was den Schritt der Maria aus Magdala und der anderen Maria veränderte: Das lässt sie hastig wieder aufbrechen und zu den Jüngern eilen, um die Botschaft zu verkünden (vgl. Mt 28,8); das bringt sie dazu, auf dem Absatz kehrtzumachen und einen Blickwechsel zu vollziehen; sie kehren in die Stadt zurück, um die anderen zu treffen.

Wie die Frauen haben auch wir das Grab besucht; so lade ich euch ein, mit ihnen zu gehen, in die Stadt zurückzukehren, eure Schritte und Blicke neu auszurichten. Gehen wir mit ihnen, um die Nachricht zu verkünden, gehen wir … zu all den Orten, wo der Tod die einzige Lösung und das Grab das letzte Wort zu haben schien. Gehen wir, um zu verkünden, um mitzuteilen und zu offenbaren, dass es wahr ist: Der Herr lebt. Er lebt und will in vielen Gesichtern auferstehen, welche die Hoffnung begraben haben, die Träume, die Würde. Und wenn wir nicht fähig sind zuzulassen, dass der Heilige Geist uns auf diese Straße führt, dann sind wir keine Christen.

Gehen wir und lassen wir uns von diesem Morgengrauen, das anders ist, überraschen, lassen wir uns von der Neuheit überraschen, die allein Christus geben kann. Lassen wir zu, dass seine Zärtlichkeit und seine Liebe unsere Schritte in Bewegung versetzen, dass sein Herzschlag unseren schwachen Herzschlag verwandle.

 

(rv 15.04.2017 ord)

Papst beim Kreuzweg: „Niemals sich des Kreuzes Jesu schämen“

Kreuzweg mit Papst Franziskus

Es ist einer der stimmungsvollen Momente der Osterfeierlichkeiten in Rom: Der traditionelle Kreuzweg mit dem Papst. Im Schein tausender Kerzen und Fackeln betete Franziskus am Freitagabend am römischen Kolosseum die Kreuzwegandacht in 14 Stationen am antiken Amphitheater der Ewigen Stadt. Tausende von Pilgern aus aller Welt nahmen teil, Passanten und Touristen gesellten sich hinzu.

Schande und Hoffnung: Der Papst sprach wie gewohnt zum Abschluss ein längeres Gebet, das vor allem um diese beiden Worte kreiste.„Christus, einziger Erlöser, wir wenden uns in diesem Jahr dir zu mit niedergeschlagenen Augen, voller Scham aber mit dem Herzen voll Hoffnung“, betete der Papst. „Schande der vielen Bilder der Zerstörung wegen, die in unserem Leben so normal geworden sind. Schande wegen all des unschuldigen Blutes, das tagtäglich vergossen wird, das Blut von Frauen, Kindern, Migranten und von Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe, wegen ihrer ethnischen oder sozialen Zugehörigkeit oder wegen ihres Glaubens an dich verfolgt werden.“ Der Papst zählte viele weitere Weisen auf, in denen „wir wie Judas und Petrus dich verraten und verkauft haben.“

Schweigen vor der Ungerechtigkeit, der Gleichgültigkeit, des fehlenden Einsatzes für andere, der Angst. Aber ausdrücklich beklagte der Papst auch die Schande, wenn Bischöfe, Priester und Ordensleute den Leib Christi verletzt haben, der die Kirche ist.Die Herzen seien neben all der Schande aber auch voller vertrauensvoller Hoffnung, griff der Papst in seinem Gebet den zweiten Begriff auf, Hoffnung, „dass du uns nicht behandelst, wie wir es verdienen, sondern nach der Fülle deiner Barmherzigkeit.“ Gottes mütterliches und väterliches Herz vergesse den Menschen nie, so der Papst. Auch an Hoffnungen zählte er viele in seinem Beten auf.

Zum Abschluss hielt der Papst kurz Fürbitte: Dass Jesus Christus die Opfer von Gewalt, Gleichgültigkeit und Krieg nicht vergesse, dass er die Fesseln des Egoismus zerschneide, dass er Sünde und Schuld vergebe. „Christus, wir bitten dich uns zu lehren, uns niemals deines Kreuzes zu schämen, es nicht zu instrumentalisieren, sondern es zu ehren und anzubeten, denn durch dieses Kreuz zeigst du uns die Größe unserer Sünden, die Weite deiner Liebe, die Ungerechtigkeit unserer Urteile und die Macht deiner Barmherzigkeit. Amen“

Während der Feier trugen Gläubige aus Ägypten, Portugal und Kolumbien ein schlichtes Holzkreuz aus dem Innern des Kolosseum hinauf auf den Palatin-Hügel.

Die Kreuzweg-Meditationen unter dem Titel „Die Liebe Gottes erreicht im Kreuz ihr volles Maß“ stammen in diesem Jahr aus weiblicher Feder. Sie wurden von der französischen Theologin und Ratzinger-Preisträgerin Anne-Marie Pelletier verfasst, die darin das Leid der heutigen Flüchtlinge und Kriegsopfer, aber auch der aufgrund von Religion oder ethnischer Zugehörigkeit Verfolgten hervorhob.

Weiträumig war das Gelände am Ort der „Via Crucis“ rund um das Kolosseum bereits am Morgen abgesperrt worden. Die Zugänge wurden nach Öffnung am späten Nachmittag streng bewacht.

(rv/kap 14.04.2017 ord/ap)

Die Papstpredigt bei der Chrisammesse an Gründonnerstag

Hier lesen Sie die Papstpredigt bei der Chrisammesse in St. Peter von diesem Gründonnerstag in der offiziellen Übersetzung. (rv)

»Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze« (Lk 4,18). Der Herr, der vom Geist Gesalbte, bringt den Armen die „frohe Botschaft“ – die frohe Kunde. Alles, was Jesus und auch wir Priester verkünden, ist frohe Kunde. Sie ist freudig erfüllt von der Freude des Evangeliums: sie offenbart die Freude dessen, der in seinen Sünden mit dem Öl der Vergebung gesalbt wurde und in seinem Charisma mit dem Öl der Sendung, um die anderen zu salben. Und so wie Jesus verleiht der Priester der Verkündigung mit seiner ganzen Person freudige Gestalt. Wenn er die Homilie – wenn möglich kurz – hält, tut er dies mit der Freude, die das Herz der ihm anvertrauten Menschen mit dem Wort anrührt, durch das der Herr ihn selbst während seines Gebets angerührt hat. Wie jeder missionarische Jünger verleiht der Priester mit seinem ganzen Wesen der Verkündigung freudigen Ausdruck. Und andererseits sind es gerade die kleinsten Einzelheiten – wir alle haben die Erfahrung gemacht –, welche die Freude besser fassen und mitteilen: wenn jemand einen kleinen Schritt mehr macht und so bewirkt, dass die Barmherzigkeit ins Niemandsland überläuft; wenn jemand sich entscheidet, konkret Tag und Zeit des Treffens festzulegen; wenn jemand ruhig und bereitwillig zulässt, dass man seine Zeit in Anspruch nimmt …

Die frohe Kunde kann einfach als eine andere Weise erscheinen, um „Evangelium“ zu sagen, wie etwa „Frohbotschaft“ oder „Gute Nachricht“. Dennoch enthält sie etwas, was alles Übrige in sich schließt: die Freude des Evangeliums. Sie fasst alles zusammen, weil sie in sich selbst freudig ist.

Die frohe Kunde ist die kostbare Perle aus dem Evangelium. Sie ist kein Gegenstand, sie ist eine Sendung. Dies weiß derjenige, der »die innige und tröstliche Freude der Verkündigung des Evangeliums« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 10) erfährt.

Die frohe Kunde geht aus der Salbung hervor. Die erste „große priesterliche Salbung“ Jesu ist diejenige, die vom Heiligen Geist im Schoß Mariens gewirkt wurde.

In jenen Tagen ließ die frohe Kunde die jungfräuliche Mutter das Magnificat singen; sie erfüllte das Herz Josefs, ihres Bräutigams, mit heiligem Schweigen und ließ Johannes im Schoß seiner Mutter Elisabet vor Freude hüpfen.

Heute kehrt Jesus nach Nazaret zurück und die Freude des Geistes erneuert die Salbung in der kleinen Synagoge des Dorfes: Der Geist senkt sich auf ihn herab, er wird über ihn ausgegossen und salbt ihn mit dem Öl der Freude (vgl. Ps 45,8).

Die frohe Kunde. Ein einziges Wort – Evangelium –, das bei der Verkündigung selbst zu froher und barmherziger Wahrheit wird.

Niemand möge versuchen, diese drei Gnaden des Evangeliums voneinander zu trennen: seine Wahrheit – nicht verhandelbar –, seine Barmherzigkeit – vorbehaltlos für alle Sünder – und seine Freude – tief und einschließend.

Nie wird die Wahrheit der frohen Kunde nur eine jener abstrakten Wahrheiten sein, die im Leben der Personen nicht voll Gestalt annehmen, weil sie sich als gedruckter Buchstabe in Büchern angenehmer fühlen.

Nie wird die Barmherzigkeit der frohen Kunde eine falsche Bemitleidung sein, die den Sünder in seinem Elend zurücklässt, da es ihm nicht die Hand reicht, um aufzustehen, und ihn nicht in seinem Bemühen, einen Schritt vorwärts zu machen, begleitet.

Nie wird die Kunde traurig oder neutral sein, weil sie Ausdruck einer ganz persönlichen Freude ist, nämlich der »Freude eines Vaters, der nicht will, dass auch nur einer seiner Kleinen verloren geht« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 237): Es ist die Freude Jesu, wenn er sieht, dass den Armen das Evangelium verkündet wird und die Kleinen sich aufmachen, das Evangelium zu verkünden (vgl. ebd., 5).

 

Die Freuden des Evangeliums – ich verwende nun den Plural, weil es viele und verschiedene sind, je nachdem wie der Geist sie zu allen Zeiten jedem Menschen jeglicher einzelnen Kultur mitteilen will – sind besondere Freuden. Sie müssen in neue Schläuche gefüllt werden, in jene Schläuche, von denen der Herr spricht, um die Neuheit seiner Kunde zum Ausdruck zu bringen.

Ich möchte gemeinsam mit euch, liebe Priester und Brüder, drei „Ikonen“ von neuen Schläuchen betrachten, in denen sich die frohe Kunde gut hält und nicht zu Essig wird, sondern in Fülle ausgegossen werden kann.

Eine Ikone der frohe Kunde sind die Wasserkrüge bei der Hochzeit zu Kana (vgl. Joh 2,6). In einem Detail spiegeln sie gut jenen vollkommenen Schlauch wider, der die Muttergottes, die Jungfrau Maria, sie selbst ganz und gar ist. Im Evangelium heißt es: »Sie füllten sie bis zum Rand« (Joh 2,7). Ich stelle mir vor, dass manch einer der Diener Maria angeschaut haben wird, um zu sehen, ob es so ausreichend war, und es von ihr ein Zeichen gab, um zu sagen, dass ein weiterer Kübel hinzugefügt werden soll. Maria ist der neue Schlauch der ansteckenden Fülle. Sie ist »die Magd des Vaters, die in Lobpreis ausbricht« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 286), die Mutter Gottes der schnellen Hilfe. Nachdem sie eben erst in ihrem unbefleckten Schoß das Wort des Lebens empfangen hat, geht sie ihre Cousine Elisabet besuchen und dient ihr. Ihre ansteckende Fülle macht es uns möglich, die Versuchung der Angst zu überwinden: jenen Mangel an Mut, sich bis zum Rand füllen zu lassen; jenen Kleinmut, nicht hinzugehen und die anderen mit Freude anzustecken. Nichts von alledem, denn »die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen« (ebd., 1).

Die zweite Ikone der frohen Kunde ist der Krug, den die Samariterin mit ihrem hölzernen Schöpfgefäß in der prallen Mittagssonne auf dem Kopf trug (vgl. Joh 4,5-30). Hier kommt eine wesentliche Sache gut zum Ausdruck: die Konkretheit. Der Herr, der Quell des lebendigen Wasser, hatte kein Schöpfgefäß, um Wasser zu schöpfen und einen Schluck zu trinken. Und die Samariterin nahm mit dem Schöpfgefäß Wasser aus ihrem Krug und stillte den Durst des Herrn. Und sie stillte ihn noch mehr mit dem Bekenntnis ihrer konkreten Sünden. Da der Heilige Geist den Schlauch dieser samaritanischen Seele, vor Barmherzigkeit überfließend, schüttelte, ergoss er sich über alle Bewohner jenes kleinen Dorfs, die den Herrn einluden, bei ihnen zu verweilen.

Einen neuen Schlauch mit dieser einbeziehenden Konkretheit hat uns der Herr in der „samaritanischen“ Seele einer Mutter Teresa von Kalkutta geschenkt. Er rief sie und sagte ihr: »Mich dürstet«. „Meine Kleine, komm, trage mich in die Höhlen der Armen. Komm, sei mein Licht. Ich kann nicht allein gehen. Sie kennen mich nicht, deshalb wollen sie mich auch nicht. Trage mich zu ihnen.“ Und bei einer konkreten Tat beginnend hat sie mit ihrem Lächeln und ihrer Art, mit den Händen die Wunden zu berühren, allen die frohe Kunde gebracht.

Die dritte Ikone der frohen Kunde ist der unermessliche Schlauch des durchbohrten Herzens des Herrn: sanfte, demütige und arme Unversehrtheit, die alle zu sich zieht. Von ihm müssen wir lernen, dass man eine große Freude denen, die sehr arm sind, nur verkünden kann, wenn es auf respektvolle und demütige Weise bis hin zur Erniedrigung geschieht. Die Evangelisierung darf nicht überheblich sein. Die Unversehrtheit der Wahrheit darf nicht starr sein. Der Heilige Geist verkündet und lehrt »die ganze Wahrheit« (Joh 16,13) und fürchtet sich nicht, sie schluckweise trinken zu lassen. Der Geist sagt uns in jedem Augenblick, was wir unseren Gegnern sagen müssen (vgl. Mt 10,19) und erleuchtet den kleinen Schritt nach vorne, den wir in jenem Augenblick machen können. Diese sanfte Unversehrtheit gibt den Armen Freude, richtet die Sünder wieder auf und lässt die vom Teufel Unterdrückten Atem schöpfen.

Liebe Priester, wenn wir diese drei neuen Schläuche betrachten und aus ihnen trinken, so möge die frohe Kunde in uns die ansteckende Erfülltheit // Fülle, haben, welche die Muttergottes mit ihrem ganzen Wesen überträgt, sowie die einschließende Konkretheit der Verkündigung der Samariterin und die sanfte Unversehrtheit, mit der der Geist unablässig aus dem durchbohrten Herzen Jesu unseres Herrn hervorströmt und sich ergießt.

(rv 13.04.2017 mg)

„Der verheißende ist der Gott der Auferstehung und des Lebens“

Generalaudienz, 29. März 2017

Generalaudienz am Mittwoch, dem 29. März 2017 — Volltext

Wir dokumentieren in einer eigenen Übersetzung die Katechese von Papst Franziskus bei der Generalaudienz von Mittwoch, dem 29. März 2017, auf dem Petersplatz.

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Die christliche Hoffnung – 16. Hoffnung gegen jede Hoffnung (vgl. Röm 4,16-25)

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Die soeben vernommene Stelle aus dem Brief des hl. Paulus an die Römer macht uns ein großes Geschenk. Tatsächlich sind wir daran gewöhnt, in Abraham unseren Vater im Glauben zu erkennen; heute lässt uns der Apostel begreifen, dass Abraham der Vater in der Hoffnung für uns ist; nicht nur der Vater des Glaubens, sondern Vater in der Hoffnung. Bei der Betrachtung seines Lebens können wir bereits eine Verheißung der Auferstehung erkennen, des neuen Lebens, das das Böse und selbst den Tod besiegt.

In dem Text lesen wir, dass Abraham an Gott glaubte, „der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft“ (Röm 4,17). Anschließend wird präzisiert: „Ohne im Glauben schwach zu werden, war er, der fast Hundertjährige, sich bewusst, dass sein Leib und auch Saras Mutterschoß erstorben waren“ (Röm 4,19). Auch wir sind dazu berufen, diese Erfahrung zu machen. Gott offenbart sich Abraham als der rettende Gott, der aus der Verzweiflung und dem Tod austreten lässt, der zum Leben beruft. In der Geschichte Abrahams wird alles zu einer Hymne an Gott, der befreit und zu neuem Leben erweckt, alles wird zu einer Prophetie. Dazu wird es für uns, die wir nun die Vollendung all dessen im Pasche-Geheimnis anerkennen und feiern. So hat Gott „Jesus […] von den Toten auferweckt“ (Röm 4,24), damit auch wir in ihm vom Tod zum Leben übergehen können. Somit kann Abraham insofern durchaus als „Vater vieler Völker“ betrachtet werden, als er als Verheißung einer neuen Menschheit  – uns! – erstrahlt, die von Christus von der Sünde und vor dem Tod befreit wurde und ein für allemal in der Umarmung der Liebe Gottes geführt wurde.

An dieser Stelle hilft uns Paulus, die enge Verbindung zwischen Glauben und Hoffnung zu begreifen. So sagt er, dass Abraham gegen alle Hoffnung voll Hoffnung geglaubt hat (vgl. Röm 4,18). Unsere Hoffnung stützt sich nicht auf Überlegungen, Prognosen und menschlichen Sicherheiten; sie zeigt sich dort, wo keine Hoffnung mehr gegeben ist, wo es nichts mehr zu hoffen gibt; genau so, wie es im Falle Abrahams angesichts seines bevorstehenden Todes und der Unfruchtbarkeit seiner Frau Sara geschah. Das Ende der beiden nähert sich, sie konnten keine Kinder bekommen, und in dieser Situation glaubte Abraham und hegte Hoffnung gegen jede Hoffnung. Und das ist großartig! Die große Hoffnung wurzelt im Glauben, und gerade deshalb kann sie über jede Hoffnung hinausgehen. Ja, denn sie gründet sich nicht auf unser Wort, sondern auf das Wort Gottes. Auch in diesem Sinne sind wir daher dazu berufen, dem Beispiel Abrahams zu folgen, der trotz der Offenkundigkeit einer Realität, die dem Tod geweiht erscheint Gott vertraut ; „fest davon überzeugt, dass Gott die Macht besitzt zu tun, was er verheißen hat“ (Röm 4,21). Ich würde euch gerne eine Frage stellen: Sind wir, wir alle, überzeugt davon? Sind wir überzeugt davon, dass Gott uns gern hat und dazu bereit ist, alles zu tun, was er verheißen hat? Aber Vater, wie viel müssen wir dafür bezahlen? Es gibt nur einen Preis: „das Herz öffnen“. Öffnet eure Herzen und diese Kraft Gottes wird euch vorwärts bringen. Sie wird wundervolle Dinge vollbringen und euch lehren, was Hoffnung ist. Das ist der einzige Preis: Öffnen das Herz für den Glauben und Gott tut den Rest.

Das ist der Widerspruch und zugleich das stärkste und höchste Element unserer Hoffnung – einer Hoffnung, die sich auf eine Verheißung gründet, die aus menschlicher Perspektive unsicher und unvorhersehbar erscheint, die jedoch nicht einmal angesichts des Todes verloren geht, wenn die Verheißung von dem Gott der Auferstehung und des Lebens stammt. Dies wird nicht von irgendjemandem verheißen! Der verheißende ist der Gott der Auferstehung und des Lebens.

Liebe Brüder und Schwestern, bitten wir heute den Herrn um die Gnade, uns nicht so sehr auf unsere Sicherheiten zu gründen, auf unsere Fähigkeiten, sondern auf die Hoffnung, die der Verheißung Gottes entspringt, als wahre Kinder Abrahams. Wenn Gott verheißt, dann tut er, was er verheißen hat. Er hält sein Wort immer. So wird unser Leben ein neues Licht annehmen, in dem Bewusstsein, dass er, der seinen Sohn auferweckt hat, auch uns auferwecken wird und uns wirklich eins mit ihm werden lässt, zusammen mit all unseren Brüdern und Schwestern im Glauben. Wir alle glauben. Heute sind wir alle auf der Piazza versammelt; wir preisen den Herrn, singen das Vater Unser und werden dann den Segen empfangen … Aber dies geht vorbei. Es ist jedoch auch eine Verheißung der Hoffnung. Wenn unser Herz heute offen ist, versichere ich euch, dass wir alle uns  auf der Piazza des nie vergehenden Himmels für immer begegnen werden. Dies ist die Verheißung Gottes und das ist unsere Hoffnung, wenn wir unsere Herzen öffnen. Danke.

[Übersetzt aus dem Italienischen von Sarah Fleissner]

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Quelle

Papst segnet Statue, die Bombardierung von Monte Cassino überstand

Monte Cassino, Benediktinerbatei, 19. Mai 1944 / Wikimedia Commons – McConville (Sgt), No 2 Army Film & Photographic Unit, Public Domain

Die Statue des heiligen Antonius von Padua
gilt als Symbol der Wiedergeburt der italienischen Stadt

Im Laufe der heutigen Generalaudienz hat Papst Franziskus auf dem Petersplatz eine Statue des heiligen Antonius von Padua aus der gleichnamigen Pfarrei in Cassino, im unteren Latium, gesegnet.

Bekanntlich war die Kleinstadt in der italienischen Provinz Frosinone, südlich von Rom, im Laufe des Zweiten Weltkriegs Ziel massiver Luftangriffe.

Am Freitag, den 10. September 1943, um zehn Uhr morgens, führten die Alliierten zum ersten Mal ein verheerendes Bombardement auf Cassino aus, wobei 105 Menschen das Leben verloren.

Die eigentliche Schlacht um die strategisch sehr wichtige Stadt und den Berg Monte Cassino, auf dessen Gipfel die berühmte vom heiligen Benedikt von Nursia gegründete Benediktinerabtei liegt, dauerte vom 17. Januar bis 18. Mai 1944.

Die schwersten Bombardements fanden am 15. März 1944 statt, als 575 Bomber und 200 Jagdbomber die Stadt und den Berg angriffen.

Am Ende standen nur noch die Mauern der Pfarrkirche des heiligen Antonius von Padua, sowie die Statue des 1195 in Lissabon (Portugal) geborenen Heiligen aufrecht.

„Die ganze Zone wurde dem Erdboden gleichgemacht“, erzählte der heutige Pfarrer, Don Benedetto Minchella, der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“.

Die Schlachten um Monte Cassino, in der rund 20.000 deutsche und mehr als 50.000 alliierte Soldaten den Tod fanden, gelten heute als Beispiel für die Sinnlosigkeit des Krieges. (pdm)

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