Regina Coeli im Zeichen von Fatima

Papst beim Regina Coeli

Auch einen Tag nach der Rückkehr aus Fatima ging es im Vatikan an diesem Sonntag um den portugiesischen Marienwallfahrtsort: Am Vormittag besuchte der Papst die römische Marienbasilika Santa Maria Maggiore, um bei der Muttergottes für die zweitägige Reise nach Portugal zu danken. Vor dem Marienbild „Salus populi romani“ verweilte er rund 20 Minuten still und legte weiße Rosen vor der Ikone nieder. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz sagte der Papst, dass er mit seinem Besuch in Fatima, um den mütterlichen Schutz Marias für die ganze Welt erbeten habe. Auch erinnerte er an die beiden neuen Heiligen Francisco und Jacinta Marto, die Beispiele der Treue zu Christus und des Zeugnisses für das Evangelium seien. Sie riefen die Gläubigen zur Umkehr auf.

Das „Regina Coeli“ habe als Mariengebet eine besondere Bedeutung, so der Papst. Auch in Fatima habe das Gebet eine große Rolle gespielt, er sei dort mit den Gläubigen „ins Gebet eingetaucht“. Es sei ihm darum gegangen, den mütterlichen Schutz zu erbitten und erinnerte hierbei auch an den Muttertag, der weltweit an diesem Sonntag gefeiert wird. Nach dem Mittagsgebet ging der Papst auch auf die Bedeutung des Lebensschutzes ein, der besonders gut zum Muttertag passe, da die Frauen das Geschenk des Lebens weiter geben dürfen.

Ein weiteres Stichwort beim „Regina Coeli“ lautete „Frieden“: Er sei nach Fatima gereist, um für den Frieden zu beten. Er sei nach Portugal als Pilger der Hoffnung und des Friedens gereist, so Franziskus in seiner Ansprache.

Während seines zweitägigen Aufenthalts in Fatima am Freitag und Samstag habe es mehrere Momente des Gebets gegeben. Da habe sich eine „besondere Atmosphäre“ gebildet. Doch immer sei es um die Botschaft der Liebe Gottes gegangen. Der auferstandene Herr sei immer präsent gewesen, gerade in der Eucharistie sei er immer gegenwärtig, aber auch unter den Kranken, die in Fatima „die eigentlichen Protagonisten“ waren und sind.

Über die beiden neuen Heiligen – die zwei Seher-Kinder Francisco und Jacinta Marto – die mit Lucia, vor genau 100 Jahren die ersten Marienerscheinungen erlebt hätten, sagte der Papst, dass sie insofern für die heutigen Gläubigen Vorbilder seien, da sie nicht nur die Botschaft der Muttergottes wahrgenommen hätten sondern auch danach lebten. Deshalb sei die Heiligsprechung von Francisco und Jacinta als „Beispiel für die Treue zu Christus“ zu verstehen. Auch seien sie „wahre Zeugen für das Evangelium“. Es handelte sich um die ersten Kinder, die nicht wegen eines Martyriums heiliggesprochen wurden. Deshalb wolle er der Kirche die Leiden und Sorgen aller Kinder ans Herz legen. Die Seher-Kinder hätten die Menschen zur Umkehr und Buße aufgerufen und diesen Aufruf gelte heute noch: Auch die heutigen Gläubigen sollen weiterhin „um die Gnade der Umkehr flehen, wie auch um das Ende der vielen Kriege sowie der absurden kleinen und großen Konflikte, die das Antlitz der Menschheit entstellen“.

Nach dem Mittagsgebet bat der Papst der Gottesmutter als „Königin des Friedens“, um das Ende von den Kriegen, die besonders im Nahen Osten wüteten. Dort seien etliche Menschen hart geprüft und zwar nicht nur Christen und Moslems. Namentlich nannte Franziskus die Jesiden, eine von Islamisten im Irak verfolgte Religionsgemeinschaft als verfolgte Minderheit. Nur der Weg des Dialogs und der Geschwisterlichkeit könne eine Zukunft der Sicherheit und des Friedens ermöglichen.

(rv 14.05.2017 mg)

Fatima: Die drei Hirtenkinder und die Wunderheilung des kleinen Lucas

João Batista & Lucila Yurie, Eltern Des Kleinen Lucas, Fatima / © ZENIT – AB

Pilgerreise am 12. und 13. Mai 2017

Den drei Hirtenkindern, Lucia, Jacinta und Francisco, erschien die Jungfrau Maria im Jahr 1917 sechs Mal, das erste Mal am 13. Mai. Lucia war damals zehn Jahre alt, ihre beiden Cousins, Francisco und Jacinta, jeweils neun und sieben Jahre alt. Während der Erscheinungen konnte nur Lucia sehen, hören und sprechen, Jacinta sehen und hören, Francisco nur sehen. Daher berichteten nur die beiden Mädchen über das Geschehene.

Durch die Erscheinungen änderte sich das Leben der drei Hirtenkinder, die ein einfaches und gläubiges Elternhaus hatten, grundlegend. Täglich beteten sie den Rosenkranz und mussten Anfeindungen und Anschuldigungen ertragen. Jacinta und Francisco starben nur wenige Jahre nach den Marienerscheinungen an der Spanischen Grippe, Francisco am 4. April 1919 und Jacinta am 20. Februar 1920.

Lucia, die wie ihre beiden Cousins in Aljustrel geboren war, hatte bereits 1915 eine Vision, wie sie später in ihren Erinnerungen berichtete. Nach der letzten Marienerscheinung 1917 lebte sie im Kolleg von Villar in Porto, danach, vom 17. Mai 1946 bis zu ihrem Tod am 13. Februar 2005, in Klausur im Karmel von Santa Teresa.

1922 verfasste Sr. Lucia die erste Niederschrift der Marienerscheinungen, 1924 wurde sie von einer offiziellen Kommission zu den Ereignissen in Fatima befragt. Sechs Jahre später, am 13. Oktober 1930, veröffentlichte der Bischof von Leiria einen Pastoralbrief zum Kult Unserer Lieben Frau von Fatima. Sr. Lucia verfasste von 1935 bis 1992 ihre Erinnerungen in sechs Teilen.

Am 3. Februar 2008 wurde der Seligsprechungsprozess für Sr. Lucia dos Santos eingeleitet und damit die übliche Fünfjahresfrist in ihrem Fall aufgehoben. Ihre Seligsprechung erfolgte am 13. Februar 2017.

Jacinta und Francisco wurden am 13. Mai 2000 seliggesprochen. Ihre Heiligsprechung am 13. Mai 2017 erfolgte aufgrund der Anerkennung eines Wunders, der Heilung eines kleinen Jungen aus Brasilien, der am 3. März 2013 im Alter von fünf Jahren einen schweren Unfall erlitten hatte.

Der kleine Lucas war beim Spielen aus dem Fenster in 6,50 Meter Tiefe gestürzt. Das Kind fiel ins Koma; die behandelnden Ärzte schätzten die Überlebenschancen des kleinen Jungen sehr gering ein. Die Eltern beteten in ihrer Verzweiflung zu Unserer Lieben Frau von Fatima und baten auch eine Schwesterngemeinschaft um Gebete.

Der Zustand ihres Sohnes verschlechterte sich besorgniserregend, doch am 9. März erwachte der kleine Lucas aus dem Koma, begann zu sprechen und nach seiner Schwester zu fragen. Am 15. März konnte er aus dem Krankenhaus entlassen werden. Von dem schweren Unfall sind Lucas keinerlei Folgeschäden geblieben. Wissenschaftlich ist seine Heilung nicht erklärbar.

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Quelle

Heiligsprechung in Fatima: Klammern wir uns Maria an

Papst in Fatima

Mit einem langen Applaus haben die Pilger und Gläubige im portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima den Papst am Samstagvormittag willkommen geheißen. Bei dem Gottesdienst unter strahlendem Sonnenschein nahmen tausende Menschen teil. Zuvor hatte Franziskus die alte Rosenkranzbasilika von Fatima besucht und betete vor den Gräbern der drei Seherkinder Francisco Marto, Jacinta Marto und Lucia dos Santos, die sich dort befinden. Der Platz zwischen den beiden Basiliken von Fatima war bereits zwei Stunden vor dem Gottesdienst weithin gefüllt. Viele Pilger hatten mit Schlafsäcken oder einfachen Rettungsdecken auf dem Areal übernachtet, berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur. Franziskus war im Exerzitienhaus „Nossa Senhora do Carmo“ unmittelbar neben dem Wallfahrtsgelände untergebracht.

Bis zum letzten Atemzug

Zu Beginn der Feier an diesem Samstag stellte der Bischof von Fatima, António Augusto dos Santos Marto, das Leben der beiden neuen Heiligen vor: Francisco und Jacinta Marto. Die Lesungen und das Tagesevangelium drehten sich allesamt um der Muttergottes. Der Papst rief die Gläubigen auf, „uns wie Kinder“ an sie zu klammern. Denn auf diese Weise könnten die Gläubigen in der Hoffnung leben, die sich auf Jesus stützt und die Menschen immer trägt – „bis zum letzten Atemzug“. Zu Beginn seiner Predigt ging er auf das Erlebnis der Seherkinder von Fatima ein. Unzählige Gnaden seien der Muttergottes von Fatima zu verdanken, so Franziskus. Hundert Jahre seien seit ihrer Erscheinung am Himmel vergangenen und „vom hoffnungsvollen Portugal aus“ haben ihr Lichtmantel „über die vier Himmelsrichtungen der Erde“ sich ausgebreitet. Die beiden neuen Heiligen seien für alle ein Vorbild, da sie die göttliche Gegenwart zu einem festen Bestandteil ihres Lebens machten.

Einhüllendes Licht

Maria ist erschienen, um an das „Licht Gottes zu erinnern, das in uns wohnt und uns umhüllt“: In seiner Predigt bei der Messe in Fatima betonte Papst Franziskus die Metapher des einhüllenden Lichts, die besonders wichtig ist für den Marienwallfahrtsort. „Gemäß dem gläubigen Empfinden vieler, wenn nicht sogar aller Pilger ist Fatima vor allem dieser Lichtmantel. Er bedeckt uns hier wie an jedem anderen Ort der Erde, wenn wir unter dem Schutz der Jungfrau Maria Zuflucht nehmen, um sie zu bitten, wie es das Salve Regina lehrt: ‚Zeige uns Jesus’.“ Die drei Hirtenkinder, denen die Muttergottes vor genau 100 Jahren begegnet war, hatte Ähnlichkeit wie die Maria aus der Offenbarung des Johannes, von der in der Lesung die Rede war, „eine Frau, mit der Sonne bekleidet.“ „Liebe Pilger, wir haben eine Mutter“, so Papst Franziskus.

Die drei Kinder hatten sich ihrem eigenen Zeugnis nach im Licht Gottes befunden, das von der Gottesmutter ausstrahlte. „Sie hüllt sie in den Mantel des Lichtes, das Gott ihr gegeben hatte.“ Zu Beginn der Messfeier hatte Papst Franziskus zwei der Seherkinder, Jacinta und Francisco Marto, heilig gesprochen. Das dritte Kind, Lucia dos Santos, war 2005 gestorben, für sie läuft das Seligsprechungsverfahren.

„Ich konnte nicht umhin, hierher zu kommen“

Der Papst bedankte sich bei allen Anwesenden, weil sie ihn auf dieser für ihn wichtigen Pilgerfahrt begleitet haben. „Ich konnte nicht umhin, hierher zu kommen, um die Jungfrau und Mutter Maria zu verehren und ihr ihre Söhne und Töchter anzuvertrauen. Unter ihrem Schutzmantel gehen sie nicht verloren“, so der Papst wörtlich. Der Fürsprache der Gottesmutter bedarf die ganze Menschheit, insbesondere die Kranken und Behinderten, die Gefangenen und Arbeitslosen, die Armen und Verlassenen, fügte Franziskus an; ihr beständiges Gebet und ihre Verehrung für die Gottesmutter sei Beispiel für viele geworden, und das nicht nur in Portugal sondern auf der ganzen Welt.

Hoffnung für andere sein

Jeder sei selber eine Hoffnung für die anderen. Das fordere von jedem Gläubigen eine „regelrechte Mobilisierung gegen die Gleichgültigkeit“. Diese Gleichgültigkeit lasse das Herz erstarren und verschlimmere die Kurzsichtigkeit gegenüber den Mitmenschen. Doch das Leben könne nur durch ein anderes Leben überleben, aber dazu bedarf es der Großzügigkeit der Menschen. Jesus sei im Schoß der Jungfrau Mensch geworden, diese Menschheit werde nie wieder aufgeben. „Wie einen Anker machen wir unsere Hoffnung in jener Menschheit fest, die im Himmel zur Rechten des Vaters ihren Platz genommen hat“, so der Papst weiter. „Diese Hoffnung möge der Antrieb für unser aller Leben sein!“

Mobilisierung gegen die Gleichgültigkeit

„Darum bitte ich für alle meine Brüder und Schwestern, für die Getauften und die ganze Menschheit, insbesondere für die Kranken und Behinderten, die Gefangenen und Arbeitslosen, die Armen und Verlassenen“, so der Papst, um dann mit einem paradoxen Gebet fortzufahren. „Liebe Brüder und Schwestern, beten wir zu Gott in der Hoffnung, dass uns die Menschen anhören werden; und wenden wir uns an die Menschen in der Gewissheit, dass uns Gott zu Hilfe kommt.“ Wenn Gott wie die Seher-Kinder schrieben die Einsatz und so Erfüllung der je eigenen Pflichten verlange, „so setzt er damit eine regelrechte allgemeine Mobilisierung gegen diese Gleichgültigkeit in Gang, die unser Herz erstarren lässt und unsere Kurzsichtigkeit verschlimmert. Wir wollen keine gescheiterte Hoffnung sein!“ Es gelte, das Antlitz Jesu zu suchen, der in die Welt gekommen sei und sich erniedrigt habe, bis zum Kreuz. So könne man „das junge und schöne Gesicht der Kirche wiederentdecken (…), das strahlt, wenn sie missionarisch, einladend, frei, treu, arm an Mitteln und reich an Liebe ist.“

Jeder sei ein Wächter der Welt unter dem Schutz Mariens, sagte der Papst abschließend. Zur Gabenbereitung brachte die Familie, deren Kind auf die Fürsprache der beiden Seherkinder geheilt wurde, die Gaben zum Altar. Zum Schluss der Feier gab es noch einen Segen für die Kranken.

(rv 13.05.2017 mg/ord)

Fatima: Rosenkranzgebet: Text der Papstansprache

Nächtliches Rosenkranzgebet in Fatima

Ansprache von Papst Franziskus
beim Rosenkranzgebet am Freitagabend in Fatima.

Liebe Pilger und Pilgerinnen zu Maria und mit Maria,

danke, dass ihr mich bei euch aufgenommen habt und euch mit mir vereint habt auf dieser Pilgerreise, die ich in der Hoffnung und im Frieden mache. Zunächst möchte ich euch allen, die ihr jetzt hier oder anderswo mit mir verbunden seid, bekräftigen, dass ihr alle mir am Herzen liegt. Ich spüre, dass Jesus euch mir anvertraut hat (vgl. Joh 21,15-17). Daher umarme ich euch alle und empfehle euch Jesus, „besonders jene, die seiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen“ – wie die Mutter Gottes uns zu beten gelehrt hat (Erscheinung am 13. Juli 1917). Sie, die sanfte und fürsorgliche Mutter aller Bedürftigen, möge ihnen den Segen des Herrn erwirken! Auf jeden der Entrechteten und Unglücklichen, denen die Gegenwart geraubt wurde, wie auf jeden der Ausgeschlossenen und der Verlassenen, denen die Zukunft verwehrt wird, und auf jeden der Waisen und der Opfer der Ungerechtigkeit, denen eine eigene Vergangenheit nicht zugestanden wird, komme der Segen Gottes herab, der in Jesus Christus menschliche Gestalt angenommen hat: »Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden« (Num 6,24-26).

Dieser Segen hat sich in der Jungfrau Maria vollkommen erfüllt. Denn kein anderes Geschöpf hat über sich das Antlitz Gottes aufstrahlen sehen wie sie, die dem Sohn des ewigen Vaters ein menschliches Gesicht gegeben hat. Wir können es nun in einer Reihe von freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen Momenten ihres Lebens betrachten, die wir beim Beten des Rosenkranzes durchgehen. Mit Christus und Maria bleiben wir in Gott. In der Tat, »wenn wir Christen sein wollen, müssen wir auch marianisch sein. Das heißt, wir müssen die wesentliche, lebendige und von der Vorsehung bestimmte Beziehung anerkennen, die Maria mit Jesus verbindet und die uns den Weg eröffnet, auf dem sie uns zu ihm führt« (Paul VI., Ansprache während des Besuchs des Heiligtums der Muttergottes von Bonaria, Cagliari, 24. April 1970). So nimmt das Evangelium, jedes Mal wenn wir den Rosenkranz an dieser segensreichen Stätte oder an jedem anderen Ort beten, seinen Weg im Leben eines jeden Einzelnen, der Familien, der Völker und der ganzen Welt auf.

Pilger und Pilgerinnen mit Maria … Welcher Maria? Ist sie eine Lehrerin des geistlichen Lebens, die erste, die Christus auf dem „schmalen Weg“ des Kreuzes gefolgt und so unser Vorbild geworden ist – oder ist sie vielmehr eine „unnahbare“ Herrin, die wir nicht nachahmen können? Ist sie „selig“, weil sie immer und in jeder Lage an die göttlichen Worte „geglaubt hat“ (vgl. Lk 1,42.45) oder ist sie vielmehr ein Heiligenbild, an das man sich wendet, um schnell und billig eine Gunst zu erhalten? Ist sie die Jungfrau Maria des Evangeliums, die von der betenden Kirche verehrt wird, oder ist sie eine Maria, wie sie von subjektiven Empfindungen gezeichnet wurde, nach denen sie den Richterarm Gottes zurückhält, der zur Bestrafung ausholt? Als wäre sie eine Maria, die gütiger als Christus ist, der als grausamer Richter erscheint; als hätte sie mehr Erbarmen als das Lamm, das für uns geopfert wird?

Man tut Gott und seiner Gnade Unrecht, wenn man an erster Stelle sagt, dass die Sünden durch sein Gericht bestraft werden, ohne voranzustellen – wie es das Evangelium deutlich macht –, dass er sie in seiner Barmherzigkeit vergibt! Wir müssen die Barmherzigkeit dem Gericht überordnen. Jedenfalls geschieht das Gericht Gottes immer im Licht seines Erbarmens. Natürlich leugnet die Barmherzigkeit Gottes die Gerechtigkeit nicht; denn Jesus hat die Folgen unserer Sünde mit der gerechten Strafe auf sich genommen. Er leugnet die Sünde nicht, er hat sie vielmehr am Kreuz für uns bezahlt. Und so sind wir im Glauben, der uns mit dem Kreuz Christi verbindet, von unseren Sünden frei. Legen wir jede Form von Angst und Furcht ab, denn das ziemt sich nicht für jemanden, der geliebt wird (vgl.1 Joh 4,18). »Jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der Zärtlichkeit und der Liebe. An ihr sehen wir, dass die Demut und die Zärtlichkeit nicht Tugenden der Schwachen, sondern der Starken sind, die nicht andere schlecht zu behandeln brauchen, um sich wichtig zu fühlen. […] Diese Dynamik der Gerechtigkeit und der Zärtlichkeit, des Betrachtens und des Hingehens zu den anderen macht Maria zu einem kirchlichen Vorbild für die Evangelisierung« (Evan­gelii gaudium, 288). Möge jeder von uns mit Maria zu einem Zeichen und Sakrament der Barmherzigkeit Gottes werden, des Gottes, der immer vergibt und alles vergibt.

Von Maria an der Hand genommen und unter ihren Augen können wir mit Freuden das Erbarmen des Herrn besingen. Wir können sagen: Meine Seele singt für dich, mein Herr! Die Barmherzigkeit, die du allen deinen Heiligen und dem ganzen gläubigen Volk erwiesen hast, ist auch zu mir gelangt. Aufgrund meines stolzen Herzens verrannte ich mich in meinem Ehrgeiz und meinem Eigenwillen, ohne jedoch irgendeinen Rang zu erlangen, mein Herr! Die einzige Möglichkeit erhöht zu werden, ist diese: dass deine Mutter mich auf den Arm nimmt, mich mit ihrem Mantel bedeckt und mich an dein Herz legt. So sei es!

(rv 12.05.2017 ord)

Goldene Rose für Fatima

Erscheinungskapelle, Fatima / Wikimedia Commons – Petr Adam Dohnálek, CC BY-SA 3.0 CZ

Besuch von Papst Franziskus am 12. und 13. Mai 2017

Papst Franziskus kündigte in seiner Videobotschaft vom 10. Mai 2017 dem portugiesischen Volk die Überbringung der Goldenen Rose für den Marienwallfahrtsort Fatima an. Der Papst wird am 12. und 13. Mai 2017 den Wallfahrtsort, der zu den bedeutendsten zählt, besuchen.

Die Goldene Rose, auch Papstrose genannt, wird der Papst im Anschluß an das Gebet in der Erscheinungskapelle in Fatima am 12. Mai übereichen.

Die Tradition der aus vergoldetem Silber gearbeiteten Goldenen Rose geht auf Papst Urban II. (gestorben 1099) zurück, der eine der ersten Goldenen Rosen 1096 dem Grafen von Anjou schenkte. Seit Papst Paul VI. wird die Goldene Rose Marienwallfahrtsorten als päpstliche Auszeichnung überreicht.

Benedikt XVI. war der erste Papst, der persönlich die Goldene Rose am 12. Mai 2010 in der Erscheinungskapelle in Fatima hinterlegte. Papst Franziskus schenkte zuletzt am 28. Juli 2016 dem Marienheiligtum Tschechenstochau in Polen eine Goldene Rose, 2015 der Barmherzigen Jungfrau von Cobre, und 2013 ließ er zu Ehren Unserer Lieben Frau von Guadaloupe die Goldene Rose übersenden.

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„Ich möchte als Hirte der universalen Kirche zur Gottesmutter kommen“

Capela Das Aparições, Fátima / Wikimedia Commons – Petr Adam Dohnálek, CC BY-SA 3.0 CZ

Videobotschaft von Papst Franziskus
an das portugiesische Volk am 10. Mai 2017

„Ich möchte nämlich als Hirte der universalen Kirche zur Gottesmutter kommen“, erklärte Papst Franziskus gestern abend um 18.00 Uhr in einer Videobotschaft an das portugiesische Volk anlässlich seiner anstehenden Reise nach Fatima zum 100-jährigen Jubiläum seit den Marienerscheinungen in der „Cova da Iria“.

Die Reise des Papstes am 12. und 13. Mai 2017 trägt den Titel „Mit Maria, Pilger in der Hoffnung und im Frieden“. In seiner Botschaft kündigte Papst Franziskus, Unserer Lieben Frau von Fatima „den Strauß der schönsten Blumen dar[zu]bringen, die Jesus meiner Hirtensorge anvertraut hat (vgl. Joh 21,15-17), d.h. die Brüder und Schwestern in aller Welt, die durch sein Blut erlöst sind, ohne dass jemand ausgeschlossen ist“.

Der Papst erklärte, dass sich der Besuch „auf die üblichen Momente und Abläufe einer Pilgerfahrt zum Heiligtum von Fatima“ beschränke und in die Pilgerfahrt „ein ganzes Programm der Bekehrung eingeschlossen“ sei.

Für die Gebete und Opfer bedankte sich Papst Franziskus: „Das Gebet weitet unser Herz und macht es bereit, Gottes Gaben zu empfangen. […] Das Gebet erleuchte meine Augen, damit ich die anderen sehen kann, wie Gott sie sieht, und die anderen liebe, wie er sie liebt. In seinem Namen werde ich zu euch kommen in der Freude, mit allen das Evangelium der Hoffnung und des Friedens zu teilen. Der Herr segne euch und die Jungfrau und Mutter Maria beschütze euch!“

Der Volltext der Videobotschaft ist hier abrufbar.

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„Mein Herz befand sich in diesen Tagen in Luján“

Basílica Nuestra Señora De Luján / WIkimedia Commons – Dario Alpern, CC BY-SA 3.0

Papst zu Priestern:
Seid stets ein transparentes Bild Jesu des guten Hirten

Im Laufe der Generalaudienz von Mittwoch hat Papst Franziskus einen „herzlichen Gruß“ an die Pilger spanischer Sprache gerichtet.

„Heute begehen wir das Fest des heiligen Johannes von Avila, Schutzpatron des spanischen Klerus und Lehrmeister des geistlichen Lebens“, erinnerte Franziskus auf Spanisch, während er die Anwesenden dazu aufrief für alle Brüder des Priestertums zu beten, „auf dass sie stets ein transparentes Bild Jesu des guten Hirten und die Jungfrau Maria sie während ihres gesamten priesterlichen Lebens stütze“.

Der große spanische Mystiker und Prediger (1499-1569), der ein Freund des Ignatius von Loyola (1491-1556), des Gründers des Jesuitenordens war, wurde 2012 von Papst Benedikt XVI. zum Kirchenlehrer erhoben.

Franziskus wandte sich auch an seine Landsleute. „Ebenso möchte ich von hier aus einen Gruß an die Gläubigen meiner Heimat richten, in der vor zwei Tagen das Hochfest der Schutzpatronin von Argentinien begangen wurde, Unserer Lieben Frau von Luján“, erklärte der italo-argentinische Papst, der fortfuhr: „Mein Herz befand sich in diesen Tagen in Luján.“

„Möge der Herr euch segnen. Vielen Dank“, beendete er seinen Gruß.

[Unter Mitarbeit von Sarah Fleissner]

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