Soll Kurienreform den deutschen ‚synodalen Weg’ legitimieren?

6. Februar 2020, 11:00

In dem Entwurf für die Kurienreform soll eine Passage enthalten sein, welche den nationalen Bischofskonferenzen ‚echte lehramtliche Autorität’ zugestehen will. Der Abschnitt trägt die Handschrift von Kardinal Marx, schreibt Kirchenrechtler Ed Condon
Rom (kath.net/CNA/jg)

Die anstehende Reform der Vatikanischen Kurie könnte den „Synodalen Weg“ der deutschen Bischöfe legitimieren. Das berichtet der Kirchenrechtler Ed Condon unter Berufung auf vatikanische Quellen.

Der Kardinalsrat berate derzeit die Rückmeldungen auf den Entwurf der apostolischen Konstitution „Evangelium praedicate“, welche die Struktur und Funktionsweise der Römischen Kurie neu regeln soll. In dem Entwurf sei im Abschnitt über die Glaubenskongregation eine Passage enthalten, die dem deutschen Vorschlag einer föderalen Kirche entsprechen würde, schreibt Condon.

Nach dem Textentwurf hätten die Bischöfe und nationalen Bischofskonferenzen die primäre Verantwortung für die Kirche in den einzelnen Ländern und Regionen. Der Entwurf schreibe den nationalen Bischofskonferenzen „echte lehramtliche Autorität“ zu, während die Glaubenskongregation ihre Maßnahmen zum Schutz des Glaubens nach dem Subsidiaritätsprinzip setzen soll.

Mehrere Quellen mit Einblick in den Entstehungsprozess der Konstitution hätten gegenüber CNA bestätigt, dass der Vorschlag stark von den Vorstellungen von Reinhard Kardinal Marx, dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, beeinflusst sei. Marx ist einer der Mitglieder des Kardinalsrates. Dieselben Quellen, die in verschiedenen Bereichen der Kurie tätig seien, hätten ihm mitgeteilt, dass dieser Abschnitt Gegenstand anhaltender Kritik von Bischöfen aus aller Welt sei, betont Condon.

Mitarbeiter der Glaubenskongregation und der Bischofskongregation hätten gegenüber CNA festgestellt, dass die genannte Passage den „synodalen Weg“ der Kirche in Deutschland legitimieren würde, falls sie in der endgültigen Fassung der Konstitution enthalten sein sollte. Ein hoher Mitarbeiter habe CNA bestätigt, dass die deutschen Bischöfe deshalb so zuversichtlich und selbstbewusst seien. „Es ist ein Geduldsspiel – sie sagen uns ‚wartet und seht unsere Ergebnisse an, bevor ihr den Prozess beurteilt’, aber dann können sie sagen, sie haben die Autorität dazu und auf der Subsidiarität (für die Glaubenskongregation, Anm.) beharren“, sagte der Mitarbeiter.

Im September 2019 hatte Kardinal Ouellet, der Präfekt der Bischofskongregation, den synodalen Prozess kritisiert und unter anderem gefragt, wie die Versammlung einer Teilkirche Fragen entscheiden könne, welche die Gesamtkirche betreffen. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die deutsche Bischofskonferenz sich einer Versammlung unterwerfen könne, die zum Großteil nicht aus Bischöfen bestehe.

In seiner Antwort schrieb Kardinal Marx, die Kritik des Vatikan habe sich auf einen Entwurf der Statuten für den „synodalen Prozess“ bezogen, der mittlerweile überholt sei. Außerdem habe die Kirche in Deutschland mit dem „synodalen Weg“ eine „Beratung eigener Art“ gewählt, die nicht vom Kirchenrecht erfasst sei. Er sei daher nicht „durch die Brille kirchenrechtlich verfasster Instrumente“ zu sehen.

© Foto: Erzbistum München und Freising

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Der Priester-Zölibat: Die christliche Ehelosigkeit von den Aposteln bis Papst Gregor VII.

Auch Nonnen leben den Zölibat – wie diese Ordensfrauen der „Sisters of Life“ aus Chicago Foto: Aid for Women Chicago via Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Von Hans Jakob Bürger

In Zeiten, in denen viele die Ehe nicht mehr katholisch verstehen – als auf den Himmel weisendes Sakrament – ist auch die Ehelosigkeit um des Himmels willen vielen unverständlich, sei es nun die von Nonnen und Mönchen, oder etwa von Priestern und Bischöfen.

Vor allem für den Zölibat der Priester gibt es wenig Verständnis – und das nicht erst im Jahr 2019.

„Der Klerikal-Zölibat ist zu allen Zeiten von den Feinden der Kirche als ein arger Stein des Anstoßes betrachtet worden, doch noch nie wurde er mit einer solchen Wut angefochten, als dies gerade in unseren Tagen geschieht.“

Dieser Satz könnte kaum aktueller sein, doch stammt er aus dem Jahr 1830. Theodor Friedrich Klitsche schrieb ihn in das Vorwort seines Buches „Geschichte des Zölibats der katholischen Geistlichen. Von den Zeiten der Apostel bis zum Tode Gregors VII.“

Nach seiner Einleitung, in der Klitsche auf das Für und Wider des Zölibats der Kleriker eingeht, werden von ihm auf knapp 200 Seiten sowohl die Geschichte der Griechischen Kirche als auch die der Lateinischen Kirche verzeichnet. In der gebotenen Knappheit durchschreitet der Autor die Zeiten der Apostel bis hin zum Schisma der Griechischen Kirche.

In diese Epoche des ungeteilten Glaubens lernt der Leser in drei Abschnitten die apostolischen Aussagen des ersten Jahrtausends kennen. Das Finden der Identität der Priester wird hier aufbereitet und beginnt bereits in der Zeit der Apostel. Die aufgeführten Zeugnisse liefern jedoch keinen Beweis für die Priesterehe, außer dass sie als eigenmächtige Neuerungen von den Griechen eingeführt worden ist. Alle Synoden und Konzile, die von „Anfang des vierten Jahrhunderts den Zölibat erwähnen“, beschränken sich darauf, den Priesterzölibat „als schon längst bestehende Disziplin zu betrachten“.

In der Lateinischen Kirche, welcher der zweite Teil gewidmet ist, wird bereits im 11. Jh. deutlich, dass zum Kampf gegen Unkeuschheit und Laschheit der Priester, die sich nicht an das Gebot des Zölibats halten, auch der Kampf gegen die Simonie gehört. Unter Simonie wird der Kauf oder Verkauf von kirchlichen Ämtern, von Pfründen, Sakramenten, Reliquien u. ä. verstanden, wenn Geistliche „Gottes Gabe gegen Geld erwerben“. Es handelt sich dabei um eine unzulässige Bereicherung. Sie ist ebenso verwerflich wie die Verfehlungen gegen den Zölibat. Darum erzwingt Papst Gregor VII. auf einer 1075 einberufenen Synode die Ahndung der Simonie, nachdem er schon 1074 die strikte Einhaltung des Zölibats gefordert hatte. Er ist es, der den Zölibat im 11. Jahrhundert zur Bedingung für das Priesteramt macht.

Klitsche macht sich zum Sprecher und Verteidiger des Papstes und mit seiner immer deutlichen Sprache hält er nicht vor dem Berg. Er schreibt: „Aus der bisher gelieferten Geschichte des Zölibats geht sein fortwährender Kampf, den er mit den Leidenschaften und Begierden der Menschen bestanden hat, hervor, ein Kampf, der den Zölibatsgegnern jederzeit ein hinreichender Grund zu seiner Abschaffung geschienen hat, und noch scheint, während dem wahren Katholiken aus ihm der ewige Bestand, den Christus seiner Kirche verheißen hat, unverkennbar hervorstrahlt.“

Wenn auch heute manche geschichtlichen Ereignisse anders zu bewerten sein mögen, so ist es dennoch Theodor Friedrich Klitsches Verdienst, eine Sammlung der Ereignisse und Texte des ersten Jahrtausends vorgelegt zu haben. Aufgrund der lebendigen und bildreichen Sprache, und den weitreichenden Informationen ist das Buch zu empfehlen.

Gerade in unserer Zeit, in der hochrangige Kirchenvertreter immer wieder versuchen, die Sexualmoral der Kirche zur Frage zu stellen, und dem weltlichen Denken und Tun anpassen zu müssen glauben – etwa mit der Aussage, es „bestehe hier Gesprächsbedarf“ – erkennt Klitsche etwas ganz anderes.

In seinem Buch notiert er, und dies sei dem Leser dieser Buchempfehlung mitgegeben, dass bei diesem Thema alle Gläubigen persönlich angesprochen sind; nicht um zu klagen, sondern sich zu besinnen und zu ändern.

„So wie die Verletzung der Heiligkeit der Ehe von Seite der Eheleute, nicht die Schändlichkeit ihrer Einheit und Unauflöslichkeit, sondern nur die Verderblichkeit der menschlichen Natur und die Herrschaft der Fleischeslust bekundet, so beweisen auch die Ausschweifungen, die von Zeit zu Zeit von katholischen Priestern begangen werden, nicht die Schändlichkeit des Zölibats, wohl aber die Schlechtigkeit derer, die sich demselben nicht unterworfen haben.“

Theodor Friedrich Klitsche, „Geschichte des Zölibats der katholischen Geistlichen: Von den Zeiten der Apostel bis zum Tode Gregors VII.“ ist in der Verlagsbuchhandlung erschienen und hat 200 Seiten.

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Quelle

Kardinal Müller weist offenen Brief mit Reformforderungen zurück

Kardinal Gerhard Ludwig Müller am 10.07.2017 in seinem Büro in Rom (Italien).

In einem Beitrag für die „Tagespost“ bezeichnet Kardinal Müller die Autoren des Briefes als „klerikal-männerbündische Gruppe“.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller sieht in dem jüngsten offenen Brief prominenter deutscher Katholiken mit umstrittenen Forderungen zu Reformen in der Kirche einen „Anschlag auf die Einheit“. In einem Beitrag für die „Tagespost“ bezeichnet er die Autoren des Briefes als „klerikal-männerbündische Gruppe“.

Scharfe Kritik an Ansgar Wucherpfennig und Klaus Mertes

Die Jesuitenpatres Ansgar Wucherpfennig und Klaus Mertes sowie der Frankfurter Stadtdekan Johannes von Eltz wollten damit den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, als „Vorkämpfer und Durchboxer“ ihrer „Lieblings-Agenda“ beim „Missbrauchsgipfel“ engagieren.

Kardinal Müller: Offener Brief ohne nachprüfbare und einsichtige Behauptungen

Den Unterzeichnern warf Müller vor, weder empirisch nachprüfbare noch logisch einsichtige Behauptungen aufzustellen. Seiner Ansicht nach kann die im September veröffentlichte Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland nicht dafür verwendet werden, etwa die Aufhebung des Zölibats, das Frauenpriestertum oder die Entsakramentalisierung des apostolischen Amtes sowie seine Umwandlung in ein religiös-soziales Berufsbeamtentum zu fordern.

Erneuerung des Denkens nach dem Willen Gottes

Das größte Versagen in Deutschland bestehe momentan darin, sich einreden zu lassen, die Lehre der Apostel und der Kirche sei veraltet und man könne die Kirche retten, wenn man sie „dieser Welt“ anpasse, so der Kardinal. Stattdessen gelte es aber, sich durch eine Erneuerung des Denkens zu prüfen, um zu erkennen, was der Wille Gottes sei.

KNA / DT (jobo)

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WAS BEDEUTET „REFORM IN DER KIRCHE?“

„Heilige Verpflichtung“: Das christliche Abendland oder die Erwählung Europas

Ein Beitrag von Dr. Juliana Bauer

Durch verschiedene Pressemitteilungen vom 12. Januar geisterten einmal mehr Worte des Erzbischofs von München und Freising, die dieser in einer Berliner Rede, wie berichtet, von sich gab. Dieses Mal war es das „christliche Abendland“, dem der bayerische „Oberhirte“ sein besonderes Augenmerk schenkte. Von dem Begriff „christliches Abendland“ halte er „nicht viel, weil der Begriff vor allem ausgrenzend“ sei (kath net 12.01.2019 u.a.).

Nun gab es im christlich geprägten Europa/Abendland in der Tat über Jahrhunderte viele Ausgrenzungen. Die Geschichte des jüdischen Volkes spricht hier eine beredte und traurige Sprache. Dennoch übersieht der „christliche“ Theologicus die 2000-jährige Kultur-Geschichte Europas (oder besitzt er nur mittelmäßige Kenntnisse?), um sich sogar, mit Blick auf die Apostelgeschichte im Neuen Testament, ein Eigentor zu schießen.

Er möge sich daher einmal in Kapitel 16, Vers 6-10 versenken. Aufschlussreich wäre für ihn sicherlich auch eine Predigt des 2017 verstorbenen Kölner Erzbischofs, bei dessen Requiem er mit Betrübnis heischender Miene und in wichtig geglaubter Funktion in vorderster Reihe stand.

ÜBER DIE ERWÄHLUNG EUROPAS – AUSZÜGE AUS EINER PREDIGT VON JOACHIM KARDINAL MEISNER +

Predigt zum 1.700-jährigen Jubiläum des Erzbistums Köln im Hohen Dom zu Köln am 29. September 2013 (Quelle: PEK Erzdiözese Köln)

 „Niemand hat eine so große Herkunft in Europa wie wir als Christen und deshalb hat auch niemand eine so große Zukunft wie wir als Christen.“ 

Mit diesen Worten eröffnete der damalige Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner am 21. April 2012 das österliche Pontifikalamt Fünf Jahre Nightfever. Damit nahm er gewissermaßen in einem einzigen Satz zusammengefasst eine Predigt vorweg, die er 18 Monate später, am 29.September 2013, zum 1.700-jährigen Jubiläum des Erzbistums Köln im Hohen Dom zu Köln hielt.

Er erinnert in dieser Predigt an eine Begebenheit von weitreichender Bedeutung, welche die Apostelgeschichte überliefert, die dennoch vielen Christen unbekannt ist und offensichtlich dem Gedächtnis mancher Hirten und Oberhirten entschwunden scheint: nämlich daran, dass der Apostel Paulus bereits während seiner zweiten Missionsreise dazu berufen wurde, dem

ERDTEIL EUROPA

die Botschaft Jesu zu verkünden. Nicht „Indien“ oder „China“ oder „das alte Pharaonenland am Nil“, hebt Meisner gleich zu Beginn der Predigt hervor – “Nein, der kleinste Erdteil … wird berufen, das Samenkorn des Evangeliums in sich aufzunehmen…“

Dann nimmt er seine zahlreichen Zuhörer und Zuhörerinnen mit auf die faszinierende Reise des Paulus und seiner Begleiter: „Weil ihnen aber vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asien zu verkünden, reisten sie durch Phrygien und das galatische Land“, zitiert er den Bericht der Apostelgeschichte. Um dann Schritt für Schritt die weitere Route in der heutigen Türkei mit zu wandern bis zu der Küste, die Griechenland und damit dem europäischen Festland gegenüber liegt.

Foto: Wahlplakat der CDU aus einer Zeit, als sie noch christdemokratisch war (c) CDU, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

In Troas, einem Landschaftsgebiet im türkischen Nordwesten, hatte Paulus nachts eine entscheidende Vision, von der Lukas, der Schreiber der Apg und Weggefährte des Völkerapostels, berichtet. Er sah dort einen Mazedonier stehen, der ihm zurief: „Komm herüber nach Mazedonien, und hilf uns! Auf diese Vision hin wollten wir sofort nach Mazedonien abfahren; denn wir waren überzeugt, dass uns Gott dazu berufen hatte, dort das Evangelium zu verkünden“ (Apg 16,6-10).

Diese Überzeugung teilt Joachim Meisner mit Paulus und seinen Begleitern. Er erläutert seinen Gläubigen, wie der Apostel, der „gar nicht die Absicht…hatte, nach Europa zu gehen“, „vom Geist Jesu förmlich dazu gedrängt“ wurde. Meisner betont das Große, das Bedeutende, das aus dieser Berufung sprach: dass „Gott selbst, der Herr der Geschichte, wollte, dass die Frohe Botschaft nach Europa gelange.“

Er erkennt in Paulus‘ Vision nicht nur den Auftrag Gottes an ihn und seine Weggefährten, ihre „eingeschlagene Ostrichtung der Evangelisation abzubrechen und in den Westen zu gehen“, sondern auch die Bereitschaft auf europäischer Seite, die Botschaft Jesu aufzunehmen.

Meisner sieht darin zu Recht eine „höchste Auszeichnung unseres Erdteils Europa“, die diesem, dem kleinsten, aber „schon damals politisch bedeutsamsten“ Kontinent zukam.

DAS ABENDLAND ALS HEILIGE VERPFLICHTUNG

Der Erzbischof sieht in dieser Erwählung aber auch „eine heilige Verpflichtung“ – eine „heilige Verpflichtung“, die vielen Politikern, die sich christlich nennen, allen voran aber einer Reihe von Oberhirten in Europa und in Deutschland unmissverständlich und eindringlich in Erinnerung gerufen werden sollte.

Am konkreten Beispiel des hl. Maternus, des ersten historisch nachweisbaren Bischofs von Köln (frühes 4.Jh.), macht Joachim Meisner, mit Blick auf das 1700jährige Jubiläum des Erzbistums, den Sprung vom Süden Europas in die Kulturräume nördlich der Alpen und führt, gerade auch am Beispiel Kölns und seiner frühen Bischöfe, die dort wachsende Bedeutung des Christentums und seiner Verkünder aus.

Die Grundlage hierzu sieht Meisner in der entscheidenden Glaubensfrage der untrennbar verbundenen Einheit der Gottheit Jesu und seinem Mensch-Sein, die das Konzil von Chalcedon 451 bekannte und die „die Glaubensboten … für unser Denken … begreiflich zu machen“ suchten, um die Welt entsprechend zu gestalten. Aus diesem Glaubensbekenntnis heraus erläutert der Erzbischof die „Christuswirklichkeit“, welche „nun die Geschichte Europas bis in diese Stunde … bestimmte“ (wenngleich er negative Entwicklungen wie auch Gefahren, denen Europa in Geschichte und Gegenwart ausgesetzt war/ist, in keinster Weise außer Acht lässt).

Die 2000-jährige Geschichte des Christentums in Europa fest im Blick erinnert er nochmals nachdrücklich an die besondere Verantwortung der Christen und appelliert an uns alle, „alles … einzusetzen“, „um Europa christlich zu erhalten und zu durchdringen.“

Denn, zitiert Kardinal Meisner den Historiker Friedrich Heer,

„von allen Großräumen der Weltgeschichte ist das Abendland bis zur Gegenwart der einzige Raum geblieben, in dem die Inkarnation, die Menschwerdung Christi, geschichtsbildend geworden ist.“

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„Wir werfen Ihnen vor, Ihr geistliches Amt zu missbrauchen!“

14 Januar 2019, 09:02

Der Paderborner Priesterkreis ruft DBK-Vorsitzenden Marx zum Rücktritt auf: „Wir kündigen Ihnen an, dass wir Jesus Christus als den einzigen Erlöser und wahren Retter bekennen werden, während Sie das Kreuz des Herrn in skandalösem Verrat abgelegt haben.“
Paderborn-Bonn (kath.net) Der Paderborner Priesterkreis Communio veritatis hat am Fest der Taufe des Herrn einen Aufruf an Kardinal Marx verfasst, den kath.net im Wortlaut dokumentiert:

Herr Kardinal Marx!

Wir fordern Sie auf, den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz aufzugeben, weil dieser Begriff eine Ausgrenzung Ihrer Amtsbrüder ist!

Wir stellen heraus, dass in Jesus Christus, dem Sohn Gottes, die Wahrheit in Person unter uns erschienen ist. Sie stehen mit ihrer soziologischen Sichtweise im Irrtum des Synkretismus und des Relativismus.

Wir werfen Ihnen vor, Ihr geistliches Amt zu missbrauchen, indem Sie die Sakramente der Kirche offenkundig als Ihren Privatbesitz ansehen, den Sie beliebig auf dem Altar des Zeitgeistes opfern.

Wir weisen die Instrumentalisierung unserer Religion zurück!
Sie benutzen diese in verfälschender Verweltlichung zur Verbreitung der linksliberalen politischen Ideologie des Mainstreams.

Wir erinnern daran, dass die Kardinalsfarbe Rot nicht die Flagge eines Neo-Marxismus meint,
sondern die Verteidigung des katholischen Glaubens bis zum Blutvergießen.
Dabei ist der Katechismus nicht Name einer Insel in der Südsee, sondern die verbindliche Auslegung der Lehre der Kirche.

Wir kündigen Ihnen an, dass wir Jesus Christus als den einzigen Erlöser und wahren Retter bekennen werden, während Sie das Kreuz des Herrn in skandalösem Verrat abgelegt haben.

Wir beten dafür, dass unser Abendland zum Glauben an den dreifaltigen Gott zurückkehrt,
in dem allein das Leben und das ewige Heil zu finden ist.

Paderborn, am Fest der Taufe des Herrn 2019

Priesterkreis Communio veritatis

Link: Paderborner Priesterkreis

Pressefoto: Reinhard Kardinal Marx

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Quelle


 

Siehe auch: 

 

Kardinal Marx kritisiert Begriff „christliches Abendland“ — „Friedliches Europa kein Selbstläufer“

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) spricht bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 27. September 2018 in Fulda. Foto: Harald Oppitz/KNA

Gegen den Begriff „christliches Abendland“ wendet sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Er hält ihn für ausgrenzend und hofft auf Gläubige, die ihren Glauben an einen Gott nicht missbrauchen lassen.

Kardinal Reinhard Marx hat sich gegen die Rede vom „christlichen Abendland“ gewandt.

„Davon halte ich nicht viel, weil der Begriff vor allem ausgrenzend ist“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Donnerstagabend in Berlin.

Friedliches Europa mit verschiedenen Religionen

Dies verkenne die „große Herausforderung, in Europa dafür zu sorgen, dass verschiedene Religionen mit jeweils eigenen Wahrheitsansprüchen friedlich zusammenleben“, so Marx bei einer Diskussion mit dem Publizisten Michel Friedman im Theater „Berliner Ensemble“. Er betonte: „Ein friedliches Europa ist kein Selbstläufer.“

Marx kritisierte zugleich eine weltweite „Instrumentalisierung“ der Religion. „Das beunruhigt mich sehr“, sagte der Erzbischof von München und Freising. Er äußerte die Hoffnung, dass Juden, Christen und Muslime so stark seien, dass sie ihren Glauben an einen Gott nicht missbrauchen lassen.

Jede Religionsgemeinschaft müsse bereit sein, sich kritisieren zu lassen, sofern dies „auf einem vernünftigen Niveau“ geschehe. „Sonst führt der Glaube in Fundamentalismus, Dogmatismus und Enge.“

Stärkere Machtkontrolle für Kirche

Der Kardinal räumte ein, auch die katholische Kirche brauche eine „stärkere Machtkontrolle“. Für ein „faszinierendes, aber auch schwieriges Gebilde wie die Weltkirche“ sei dies aber nicht einfach. Die gegenwärtigen Spannungen in der Kirche seien in dieser Frage „wie Gärungsprozesse“, die Weichen für die kommenden Jahrhunderte stellten. Sie seien zugleich aber auch „große Chancen“.

(KNA) – Quelle

Kardinal Müller: „Wir erleben eine Bekehrung zur Welt anstatt zu Gott“

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation übt schwere Kritik an Kardinal Marx und der Agenda der liberalen deutschen Kirche: „Das sind ihre Ziele, und um diese zu erreichen, sind sie auch bereit, die Bischofskonferenz zu spalten“

Gerhard Kardinal Müller, der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, hat in einem Interview mit „Catholic World Report“ schwere Kritik an Kardinal Marx geübt. „Eine Gruppe der deutschen Bischofskonferenz mit ihrem Präsidenten an der Spitze sieht sich als Trendsetter der katholischen Kirche auf dem Marsch in die Moderne. Sie sehen die Säkularisierung und die De-Christianisierung von Europa als ein nicht mehr rückgängig machbare Entwicklung.“ Daher sei laut Müller in ihren Augen die Neuevangelisierung ein Kampf gegen den objektiven Lauf der Geschichte. Der Kardinal meint, dass sie für die Kirche eine Nische suchen, wo sie in Frieden leben können. Daher müssen in ihren Augen alle Glaubenslehren, die sich gegen den Mainstream richten, reformiert werden.

Müller erklärt dann, dass als Konsequenz daraus die Eucharistie an Menschen ohne katholischen Glauben und an Menschen, die nicht im Stand der heiligmachenden Gnade sich befinden, gespendet werden soll. Auf der weiteren Agenda befinden sich laut Müller Segnungen für Homosexuelle, Interkommunion mit Protestanten, die Relativierung der Unauflösbarkeit der sakramentalen Ehe, die Einführung von Viri probati, die Abschaffung des Zölibats und die Anerkennung von sexuellen Beziehungen vor und außerhalb der Ehe. „Das sind ihre Ziele und um diese zu erreichen sind sie auch bereit, die Bischofskonferenz zu spalten.“ Gläubige, die die Lehre der katholischen Kirche noch ernst nehmen, werden als „Konservative“ gebrandmarkt und außerhalb der Kirche gestoßen. Diese werden laut Müller auch von liberalen und antikatholischen Medien diffamiert.

Müller stellte nochmals klar, dass kein Bischof die Autorität hat, die Eucharistie an Christen zu verteilen, die sich nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche befinden. Eine Ausnahme gäbe es nur bei Todesgefahr. Der Kardinal kritisierte, dass heutzutage nicht einmal Bischöfe den katholischen Glauben von Einheit des Sakraments und der kirchlichen Gemeinschaft kennen. Die Untreue zum katholischen Glauben werde laut Müller mit „pastoralen Gründen“ gerechtfertigt. Dies widerspreche aber den Prinzipien der Kirche.

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation übte anschließend Kritik, dass es in der Kirche ein Kriterium für einen „guten Bischof“ oder „guten Priester“ geworden ist, wenn dieser in der öffentlichen Meinung als beliebt gilt. „Wir erleben eine Bekehrung zur Welt anstatt zu Gott. Wir brauchen Priester und Bischöfe, die mit Eifer für das Haus Gottes erfüllt sind und die sich vollständigen der Rettung der Menschen auf dem Pilgerweg des Glaubens zur ewigen Heimat verpflichtet haben. Es gibt keine Zukunft für ein ‚Christentum Light‘. Wir brauchen Christen mit einem missionarischen Geist.“

Der Kardinal übte auch erneut Kritik an Papst Franziskus, weil dieser die Bedeutung der Glaubenskongregation minimiert habe. „Der Glaube ist wichtig für die Erlösung. Päpstliche Diplomatie kann viel Gutes in der Welt bewirken.“ Aber die Verkündigung des Glaubens dürfe nicht irdischen Machtspiele untergeordnet werden.

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Quelle