Monza: Angesichts des Leidens nicht Zuschauer bleiben

Papst Franziskus, Hl. Messe Monza, 25. März 2017

Pastoralbesuch Mailand — Messe am Hochfest Mariä Verkündigung

„Angesichts so vieler schmerzhafter Situationen dürfen wir nicht als bloße Zuschauer den Himmel beobachten und warten bis es aufhört zu regnen.“ Diese mahnenden Worte richtete Papst Franziskus an die etwa eine Million Gläubigen, die sich am Hochfest Mariä Verkündigung, dem 25. März 2017, im Park von Monza für die Messe versammelt hatten. Während er die in der heutigen Welt verbreitete „Spekulation“ anprangerte, rief er die Anwesenden dazu auf, an „die Möglichkeit des Unmöglichen“ zu glauben.

„Wir haben gerade die wichtigste Ankündigung unserer Geschichte gehört: Die Verkündigung an Maria“, betonte der Papst zu Beginn seiner Predigt. Im Unterschied zur Verkündigung des Täufers, geschah die Verkündigung an Maria nicht im Tempel von Jerusalem, sondern „in einem verlorenen Ort, in einer Stadt der Peripherie, die keinen sonderlich guten Ruf hatte, in der Anonymität des Hauses eines jungen Mädchens namens Maria“, erklärte er.

Dies zeige,  dass „die neue Begegnung Gottes mit seinem Volk an Orten stattfinden werde, die wir normalerweise nicht erwarten, am Rande, an der Peripherie“, sagte Franziskus, der betonte, die Freude des Heils beginne im Alltagslebens des Hauses einer jungen Frau aus Nazareth.

Aber wie könne man die Freude des Evangeliums heute innerhalb unserer Städte leben, fragte Franziskus. Um uns zu helfen, unsere Sendung voranzubringen, habe der Engel Gabriel drei „Schlüssel“ gegeben, erklärte er: die Erinnerung, die Zugehörigkeit zum Volk Gottes und das Unmögliche möglich zu machen.

Die Erinnerung helfe uns, nicht Gefangene von Reden zu bleiben, die als einziges Mittel zur Konfliktlösung nur Brüche und Spaltungen säen. Sie sei das beste Gegenmittel gegen die magischen Lösungen der Spaltung und der Entfremdung, betonte Franziskus.

Die Zugehörigkeit zum Gottesvolk dagegen helfe uns, keine Angst vor Beschränkungen und Grenzen zu haben. Das Volk Gottes sei ein Volk „tausend Gesichter, Geschichten und Hintergründe, ein multikulturelles und multiethnisches Volk“.

Das Unmögliche möglich zu machen sei der dritte und letzte „Schlüssel“ des Engels. „Wenn wir glauben, dass alles nur von uns abhängt, bleiben wir Gefangene unserer Fähigkeiten, unserer Kräfte, unserer kurzsichtigen Horizonte“, erläuterte der Papst. „Wenn wir uns jedoch im Gegenteil darauf einstellen, uns helfen zu lassen, uns beraten zu lassen, wenn wir uns der Gnade öffnen, dann scheint es, dass das Unmögliche beginnt Wirklichkeit zu werden“, sagte Franziskus.

Am Schluss seiner Predigt erinnerte er die Gläubigen an die Worte des Heiligen Ambrosius, dass Gott ständig Herzen wie dieses von Maria suche, bereit zu glauben, sogar unter sehr außergewöhnlichen Bedingungen. (pdm)

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