Märtyrer sind Blutzeugen des Glaubens und Leuchttürme der Kirche

Prälat Prof. Dr. Helmut Moll / Courtesy F. Kübler

Ein besonderer „Schatz der Kirche“

Nicht allein die ersten drei Jahrhunderte waren geprägt vom Bekennermut und der Glaubenskraft der Bekenner und Märtyrer, auch danach und besonders im 20. Jahrhundert gab es eine große Schar von Blutzeugen für Christus und seine Botschaft.

Auch Papst Franziskus weist gerne auf diesen besonderen „Schatz der Kirche“ hin, auf die jenseitige Gemeinschaft der Heiligen. Am 1. Oktober 2017 erinnerte der Pontifex beim Angelusgebets auf der Piazza Maggiore an die aktuelle Seligsprechung des Salesianerpaters und Märtyrers Titus Zeman. Der Geistliche starb 1969 nach langer Haft unter der kommunistischen Herrschaft. Sein Zeugnis möge uns helfen, so der Papst, die „Gegenwart des Herrn“ auch in den Prüfungen des Lebens zu erkennen.

Auch während der schrecklichen 12 Jahre der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 fehlte es nicht an todesmutigen Helden unter Priestern, Ordensleuten und Laien. Darüber sprach der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Prof. Dr. Helmut Moll, am Samstag, dem 30. September, in einem aufschlußreichen Vortrag im westfälischen Marienwallfahrtsort Telgte. Der Prälat aus Köln,der zudem 12 Jahre lang für die Glaubenskongregation in Rom gewirkt hat, wurde vom Fatima-Weltapostolats im Bistum Münster eingeladen; er referierte über das Thema: Die mit der Gottesmutter Maria verbundenen Glaubenszeugen in der Zeit des Nationalsozialismus – Vorbilder für unsere Gegenwart.

In Wort und Bild stellte Professor Moll glaubensstarke Priester, Ordensleute und Laien vor, die nicht „nur“ Opfer der NS-Diktatur waren, sondern bewußte Bekenner und Märtyrer für Christus und seine Botschaft.

Als weiterer Gast und Geistlicher sprach Pfarrer Hans-Karl Seeger aus Billerbeck über den seliggesprochenen Priester Karl Leisner und dessen ebenso christozentrische wie marianische Ausrichtung. Der Referent war zugleich langjähriger Vorsitzender des Internationalen Karl-Leisner-Kreises. Er schilderte, dass für Leisner besonders die damals weit verbreitete und durch Papst Pius XI. geförderte Christkönigs-Frömmigkeit prägend war. Aus Schönstatt holte er sich zudem gute Impulse zur Selbsterziehung und Charakterbildung.

Als Zeitzeugin berichtete Frau Irmgard Behnken in bewegenden Worten vom Leben und Sterben ihres Onkels Alfons Mersmann. Der Priester war von einer tiefen Verehrung der Gottesmutter und seiner Verbundenheit mit Fatima geprägt. In schwerer Zeit suchte er Zuflucht bei Maria und in der Heiligen Schrift, wobei ihm besonders die neutestamentliche Apokalpyse bzw. Johannes-Offenbarung Trost, Orientierung und Stärkung vermittelte.

Der bekannte Schriftsteller, Philosoph und Professor Dr. Johannes Maria Verweyen aus dem Niederrhein fand durch seine Liebe zur Gottesmutter und seine Lourdes-Pilgerreisen zum katholischen Glauben zurück.

Auch Laien ließen sich durch ihre Hinwendung zur Madonna zu einer besonderen Glaubensfestigkeit inspirieren, z.B. der Regensburger Lagerarbeiter und Märtyrer Josef Zirkl.

Mit der Schönstattbewegung verbunden und zugleich Blutzeugen während der NS-Tyrannei waren beispielsweise die Palottinerpatres Franz Reinisch und Albert Eise, aber auch mutige Frauen wie Charlotte Holubars und Maria Laufenberg. Beide lebten nach dem Leitwort „Durch Maria zu Jesus“, sie wollten „marianische Frauenart“ verkörpern und liebten das Rosenkranzgebet.

Nicht zu vergessen Pater Augustin Benninghaus SJ, den die Gestapo im westfälischen Münster verhaftete und der am 20. Juli 1942 im KZ Dachau verhungerte. Für seine Seligsprechung wurden bei diesem Vortragsabend Unterschriften gesammelt. Der Jesuit war in der katholischen Jugendbewegung seelsorglich aktiv und zugleich von starker marianischer Frömmigkeit geprägt.

Die inhaltliche Grundlage des gehaltvollen Vortrags von Prälat Moll bildete sein zweibändiges Hauptwerk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ (Paderborn, 6., erweiterte und neu strukturierte Auflage 2015) sowie das bereits in 7. Auflage erschienene Taschenbuch „Wenn wir heute nicht unser Leben einsetzen“ über Märtyrer aus dem Erzbistum Köln im Dritten Reich, herausgegeben vom Bildungswerk der Erzdiözese Köln.

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Quelle

„Sind wir Wohnzimmerchristen?“

Messe Hochfest Peter & Paul, 29. Juni 2017

Predigt von Papst Franziskus
am Hochfest Peter und Paul — Volltext

Wir veröffentlichen im Folgenden in der offiziellen Übersetzung die Predigt, die Papst Franziskus am heutigen Donnerstag, dem 29. Juni 2017, Hochfest Peter und Paul, während der Eucharistiefeier auf dem Petersplatz gehalten hat.

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Die heutige Liturgie legt uns drei Worte vor, die wesentlich für das Leben des Apostels sind: Bekenntnis, Verfolgung, Gebet.

Das Bekenntnis ist das des Petrus im Evangelium, als die Frage des Herrn vom Allgemeinen ins Besondere geht. In der Tat fragt Jesus zunächst: »Für wen halten die Menschen den Menschensohn?« (Mt 16,13). Bei dieser „Umfrage“ ergibt sich von vielen Seiten, dass das Volk Jesus als Prophet ansieht. Und so stellt der Meister an die Jünger die wirklich entscheidende Frage: »Ihr aber, für wen haltet ihr mich?« (V. 15). Da antwortet nur Petrus: »Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!« (V. 16). Das ist das Bekenntnis: in Jesus den erwarteten Messias sehen, den lebendigen Gott und den Herrn des eigenen Lebens.

Diese grundlegende Frage richtet Jesus heute an uns, an uns alle, aber besonders an uns Hirten. Es ist die entscheidende Frage, vor der keine Höflichkeitsantworten bestehen können, weil das Leben auf dem Spiel steht: Eine lebenswichtige Frage erfordert eine Antwort fürs Leben. Denn es nützt wenig, die Glaubensartikel zu kennen, wenn man nicht Jesus, den Herrn, im eigenen Leben bekennt. Er schaut uns heute in die Augen und fragt: „Wer bin ich für dich?“ Als würde er sagen: “Bin ich noch der Herr deines Lebens, die Ausrichtung deines Herzens, der Grund deiner Hoffnung, dein unerschütterliches Vertrauen?“ Mit dem heiligen Petrus erneuern auch wir heute unsere Lebensentscheidungals Jünger und Apostel. Gehen wir erneut von der ersten zur zweiten Frage über, um „die Seinen“ nicht nur mit Worten zu sein, sondern mit Taten und im Leben.

Fragen wir uns, ob wir Wohnzimmerchristen sind, die darüber schwatzen, wie die Dinge in der Kirche und in der Welt laufen, oder Apostel auf dem Weg, die Jesus mit dem Leben bekennen, weil sie ihn im Herzen haben. Wer Jesus bekennt, weiß, dass er nicht bloß gehalten ist, Meinungen abzugeben, sondern das Leben hinzugeben. Er weiß, dass er nicht auf laue Weise glauben kann, sondern gerufen ist, aus Liebe zu „brennen“. Er weiß, dass er im Leben nicht auf dem Wohlbefinden „dahintreiben“ und es sich gut gehen lassen kann. Er muss vielmehr das Risiko eingehen, auf die hohe See hinauszufahren, indem er sich jeden Tag neu selbst hingibt. Wer Jesus bekennt, macht es wie Petrus und Paulus: Er folgt ihm bis zum Ende; nicht nur bis zu einem bestimmten Punkt, sondern bis zum Äußersten; er folgt ihm auf der Straße des Herrn, nicht auf unseren Straßen. Seine Straße ist der Weg des neuen Lebens, der Freude und der Auferstehung, der aber auch über das Kreuz und die Verfolgungen geht.

Damit sind wir beim zweiten Wort: den Verfolgungen. Nicht nur Petrus und Paulus haben ihr Blut für Christus vergossen, sondern die gesamte Urgemeinde wurde verfolgt, wie uns die Apostelgeschichte (vgl. 12,1) berichtet hat. Auch heute werden in verschiedenen Teilen der Welt, zuweilen in einem Klima des Schweigens – nicht selten eines mitschuldigen Schweigens –, viele Christen ausgegrenzt, verleumdet, diskriminiert, zum Ziel von mitunter tödlichen Gewaltakten. Nicht selten fehlen die nötigen Bemühungen derer, die dafür sorgen könnten, dass ihre legitimen Rechte geachtet werden.

Ich möchte jedoch vor allem hervorheben, was der Apostel Paulus zum Ausdruck gebracht hat, bevor er, wie er schreibt, »geopfert« wurde (2 Tim 4,6). Für ihn war Christus das Leben (vgl. Phil 1,21), und zwar als der Gekreuzigte (vgl. 1 Kor 2,2), der sich für ihn hingegeben hat (vgl. Gal 2,20). So ist Paulus als treuer Schüler dem Meister gefolgt, indem auch er sein Leben hingegeben hat. Christus gibt es nicht ohne das Kreuz, und ohne das Kreuz gibt es auch keinen Christen. Denn es ist der christlichen Tugend eigen, »nicht nur Gutes zu tun, sondern auch Böses zu ertragen« (Augustinus, Sermo 46,13), wie bei Jesus. Das Böse ertragen heißt nicht nur, Geduld zu haben und mit Ergebung weiterzumachen; ertragen bedeutet Jesus nachzuahmen, bedeutet die Last zu tragen, sie für ihn und für die anderen auf den Schultern zu tragen. Es heißt das Kreuz anzunehmen und vertrauensvoll weiterzugehen, weil wir nicht allein sind, der gekreuzigte und auferstandene Herr ist mit uns. So können wir mit Paulus sagen: »Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht; wir werden gehetzt und sind doch nicht verlassen« (2 Kor 4,8-9).

Ertragen heißt mit Jesus siegen zu können, nämlich in der Weise Jesu, nicht in der Weise der Welt. Deshalb sieht sich Paulus als Sieger – wir haben es gehört –, der einen Kranz erhält (vgl. 2 Tim 4,8). Er schreibt: »Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt« (V. 7). Sein guter Kampf war allein auf ein Leben fürausgerichtet – nicht für sich selbst, sondern für Jesus und für die anderen leben. Er hat „im Lauf“ gelebt: er schonte sich nicht, ja vielmehr verzehrte er sich. Eines habe er bewahrt, so sagt er, nicht die Gesundheit, sondern den Glauben, also das Bekenntnis zu Christus. Aus Liebe zu ihm hat die Prüfungen durchlebt, die Demütigungen und die Leiden, die nie zu suchen, sondern anzunehmen sind. Und so, im Geheimnis der aus Liebe dargebrachten Schmerzen, in diesem Geheimnis, das so viele verfolgte, arme und kranke Brüder und Schwestern auch heute verkörpern, erstrahlt die heilbringende Kraft des Kreuzes Jesu.

Das dritte Wort ist das Gebet. Das Leben des Apostels, das aus dem Bekenntnis entspringt und in die Hingabe mündet, strömt jeden Tag weiter im Gebet. Das Gebet ist das unerlässliche Wasser, welches die Hoffnung nährt und das Vertrauen wachsen lässt. Das Gebet schenkt uns die Erfahrung, dass wir geliebt sind, und erlaubt uns zu lieben. Es lässt uns in den dunklen Augenblicken weitergehen, weil es ein Licht Gottes anzündet. In der Kirche ist es das Gebet, das uns alle trägt und die Prüfungen meistern lässt. Das sehen wir schon in der ersten Lesung: »Petrus wurde also im Gefängnis bewacht. Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott« (Apg 12,5). Eine Kirche, die betet, wird vom Herrn behütet und schreitet in seiner Begleitung voran. Beten bedeutet ihm den Weg anzuvertrauen, auf dass er sich um ihn kümmert. Das Gebet ist die Kraft, die uns vereint und aufrichtet; das Heilmittel gegen die Isolierung und die Selbstgenügsamkeit, die zum geistlichen Tod führen. Denn wenn man nicht betet, weht der Geist des Lebens nicht, und ohne das Gebet öffnen sich nicht die inneren Verließe, in denen wir gefangen sind.

Die heiligen Apostel mögen uns helfen, ein Herz wie das ihre zu erhalten, das von der Mühe und dem Frieden des Gebets geprägt ist: von seiner Mühe, weil es bittet, anklopft, sich fürbittend einsetzt und die Last der Anliegen vieler Menschen und Situationen trägt; aber zugleich von seinem Frieden, weil der Heilige Geist Trost und Kraft gibt, wenn man betet. Wie braucht die Kirche so dringend Meister des Gebets, aber zuallererst betende Männer und Frauen, die wirklich im Gebet leben!

Der Herr greift ein, wenn wir beten; er erweist sich treu gegenüber der Liebe, die wir ihm bekannt haben, und er ist uns nahe in den Prüfungen. Er hat den Weg der Apostel begleitet und er wird auch euch, liebe Kardinäle, begleiten, die ihr hier in der Liebe der Apostel versammelt seid, die ihren Glauben mit dem Blut bekannt haben. Er wird auch euch nahe sein, liebe Erzbischöfe, die ihr durch die Auflegung des Palliums bestärkt werdet, für die Herde zu leben und dabei den Guten Hirten nachzuahmen, der euch erhält, da er euch auf den Schultern trägt. Dieser Herr, der sehnlich danach verlangt, seine Herde ganz vereint zu sehen, segne und beschütze auch die Delegation des Ökumenischen Patriarchats und den geliebten Bruder Bartholomaios, der sie hierher geschickt hat zum Zeichen der apostolischen Gemeinschaft.

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„Ohne Rachen, Krallen und Waffen“

Generalaudienz, 28. Juni 2017

Generalaudienz am Mittwoch, dem 28. Juni 2017 — Volltext

Wir dokumentieren in einer eigenen Übersetzung die Ansprache von Papst Franziskus bei der Generalaudienz von Mittwoch, dem 28. Juni 2017, auf dem römischen Petersplatz.

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Die christliche Hoffnung – 28. Die Hoffnung, Kraft der Märtyrer

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Heute stellen wir eine Betrachtung der christlichen Hoffnung als Kraft der Märtyrer an. Als Jesus die Jünger im Evangelium zur Mission aussendet, macht er ihnen nicht die falsche Hoffnung, auf einfachem Wege zu Erfolgen zu gelangen – ganz im Gegenteil: Er macht sie ganz klar darauf aufmerksam, dass die Ankündigung des Reiches Gottes immer auf Widerstände stößt. Er verwendet dazu den extremen Ausdruck: „Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden“ (Mt 10,22). Die Christen lieben, doch nicht immer werden sie geliebt. Schon jetzt konfrontiert uns Jesus mit dieser Realität: in stärkerem oder schwächerem Ausmaß vollzieht sich das Glaubensbekenntnis in einem feindseligen Klima.

Die Christen sind  daher „gegen den Strom schwimmende“ Männer und Frauen. Das ist normal, denn die Welt ist von der Sünde gekennzeichnet, die sich in verschiedenen Formen des Egoismus und der Ungerechtigkeit manifestiert. Wer Christus nachfolgt, ist in entgegengesetzter Richtung unterwegs; nicht in polemischem Sinn, sondern aus Treue zur Logik des Reiches Gottes, einer Logik der Hoffnung, die in einem auf den Anweisungen Jesu basierenden Lebensstil zum Ausdruck kommt.

Die erste Anweisung ist die Armut. Als Jesus seine Jünger zur Mission aussendet, scheint er sie mit größerer Sorgfalt zu „entkleiden“ als sie zu „kleiden“! Tatsächlich ist ein Christ, der nicht arm und bescheiden, von Reichtümern und Macht und vor allem von sich selbst getrennt ist, Jesus nicht ähnlich. Der Christ geht seinen Weg in dieser Weise mit den für die Wanderung notwendigen Dingen zurück, doch sein Herz ist voller Liebe. Die wahre Niederlage für ihn oder sie besteht darin, der Versuchung der Rache und der Gewalt zu erliegen und Böses mit Bösem zu beantworten. Jesus sagt uns: „Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“ (Mt 10,16), d.h. ohne Rachen, Krallen und Waffen. Vielmehr muss der Christ vorsichtig und manchmal sogar schlau sein: Diese Tugenden sind mit der Logik des Evangeliums verbunden, Gewalt jedoch niemals. Um das Böse zu besiegen, können die Methoden des Bösen nicht geteilt werden.

Die einzige Kraft des Christen ist das Evangelium. In schwierigen Zeiten muss man glauben, dass Jesus vor uns steht und nie aufhört, seine Jünger zu begleiten. Die Verfolgung ist kein Widerspruch des Evangeliums, jedoch ein Teil davon: Wenn unser Meister verfolgt wurde, wie können wir dann hoffen, dass uns der Kampf erspart bleibt? Inmitten des Wirbelwindes darf der Christ jedoch die Hoffnung nicht verlieren und denken, dass er verlassen wurde. Jesus beruhigt die Seinen, indem er sagt: „Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt“ (Mt 10,30). Das heißt letztendlich, dass kein Leiden des Menschen, nicht einmal die kleinsten und verstecktesten Formen davon, dem Auge Gottes verborgen bleibt. Gott sieht und schützt mit Sicherheit; er schenkt seine Befreiung. Tatsächlich befindet sich mitten unter uns jemand, der stärker als das Böse, die Mafias, die dunklen Handlungen und jene ist, die aus der Haut der Verzweifelten Profit schlagen, die andere rücksichtslos erdrücken… Jemand, der seit jeher die Stimme des Blutes Abels hört, die aus der Erde erklingt.

Die Christen müssen daher stets auf  dem „anderen Hang“ der Welt angesiedelt sein, der von Gott gewählt wurde: nicht Verfolger sein, sondern Verfolgte, keine Arroganz, sondern Sanftmut an den Tag legen, nicht Rauch verkaufen, sondern der Wahrheit unterliegen, nicht betrügen, sondern ehrlich sein.

Diese Treue zum Stil Jesu – einem Stil der Hoffnung – bis zum Tod, wird von den ersten Christen mit einem wunderschönen Wort verlangt: „Martyrium“, was „Zeugnis“ bedeutet. Der Wortschatz bot viele andere Möglichkeiten: Man konnte sie Heldentum, Entsagung, Opfer seiner selbst nennen. Die Christen der ersten Stunde wählten jedoch einen Namen, der nach Jüngerschaft duftete. Die Märtyrer leben nicht für sich selbst. Sie kämpfen nicht, um ihre eigenen Vorstellungen zu bekräftigen und nehmen allein aus Treue zum Evangelium den Tod an. Das Martyrium ist auch nicht das höchste Ideal des christlichen Lebens, denn darüber steht die Nächstenliebe, d.h. die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Der Apostel Paulus brachte dies in hervorragender Weise in der Hymne an die Nächstenliebe zum Ausdruck, die verstanden wird als Liebe zu Gott und zum Nächsten: „Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts“ (1 Kor 13,3). Den Christen widerstrebt die Vorstellung, dass Selbstmordattentäter als „Märtyrer“ bezeichnet werden können. In ihrem Ende befindet sich nichts, das der Haltung der Kinder Gottes nahe kommt.

Wenn wir die Geschichten vieler Märtyrer der Vergangenheit und Gegenwart lesen – die heute zahlreicher sind als die Märtyrer der Anfangszeit –, versetzt uns die Stärke, mit der sie die Prüfung bewältigten, manchmal in Erstaunen. Diese Stärke ist ein Zeichen der großen Hoffnung, von der sie beseelt waren: die sichere Hoffnung, dass nichts und niemand sie von der Liebe Gottes trennen konnte, die uns in Jesus Christus geschenkt wurde (vgl. Röm 8,38-39).

Möge Gott uns immer die Stärke schenken, als seine Zeugen zu wirken. Möge es uns geschenkt werden, die christliche Hoffnung vor allem im verborgenen Martyrium zu leben, unsere Pflicht tagtäglich gut und liebevoll zu verrichten. Danke.

[Übersetzt aus dem Italienischen von Sarah Fleissner]

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Zum Jahrestag der Hinrichtung Alfred Delps SJ

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Alfred Delp SJ, Gedenktafel, Amt Für Lastenausgleich, Wöchnerinnenheim, Mannheim / Wikimedia Commons – Graf Foto, CC BY-SA 3.0

Wo Konflikt ist, muss gefochten werden,
ohne Kompromiss und Feigheit – Haben wir dazu noch den Mut?

Im Januar 1945 begann vor dem Volksgerichtshof unter Roland Freisler der Prozess wegen Hochverrats. Am 11. Januar wurde der Beschuldigte, Alfred Delp, zum Tode verurteilt. Am 2. Februar 1945, vor 72 Jahren, wurde der Jesuit im Gefängnis in Berlin-Plötzensee erhängt. Seine Asche wurde auf Feldern um Berlin verstreut. Es war verboten, eine Todesanzeige zu veröffentlichen.

Prägung im Bund Neudeutschland

Was war geschehen? Am 15. September 1907 war Alfred Friedrich Delp in Mannheim geboren worden. Katholisch getauft, dann protestantisch erzogen, prägt ihn der Bund Neudeutschland. Der Bund hatte nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs den Auftrag, junge Menschen im neuen demokratischen Staatswesen zu Verantwortlichkeit zu erziehen. Die Jesuiten nahmen sich des Bundes an. Gleich nach dem Abitur 1926 tritt Alfred Delp in den Jesuitenorden ein, wo seine intellektuelle Begabung geschätzt wurde. Er studierte Theologie und Philosophie und promovierte mit einer Arbeit über Martin Heidegger. Als Erzieher und Lehrer wirkte er sodann am Kolleg St. Blasien der Jesuiten im Schwarzwald.

Fechten im Konflikt: ohne Feigheit!

1937 wurde er zum Priester geweiht, wirkte als Arbeiterseelsorger und als Publizist bei der von den Jesuiten herausgegebenen Monatszeitschrift „Stimmen der Zeit“, die 1939 verboten wurde. Dann war er als Seelsorger tätig. Nach dem Verbot der Zeitschrift sowie der Enteignung des Redaktionsgebäudes durch die Nationalsozialisten zog er sich nach München-Bogenhausen zurück. Er wirkte als Kirchenrektor an der Kirche St. Georg in der Pfarrei Heilig Blut sowie als Beauftragter der Fuldaer Bischofskonferenz für überdiözesane Männerseelsorge. Früh hatte sich Alfred Delp mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Seine in der Folge kritischen Predigten wurden geschätzt. Die Unvereinbarkeit von Christentum und Nationalsozialismus hatte er rasch erkannt: „Wo Konflikt ist, muss gefochten werden, ohne Kompromiss und Feigheit.“

Ungewissheit der bevorstehenden Todesstunde

1941 begegnete er in Berlin Helmuth James Graf von Moltke, der ihn für seinen „Kreisauer Kreis“ gewann, wo er als Experte für Gesellschaft und Wirtschaft des von diesem Kreis geplanten deutschen Staates nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur fungierte. Er erarbeitete die Grundlinien einer katholischen Soziallehre für die Neuordnung der Gruppe, verfasste Denkschriften zur Arbeiterfrage sowie zum Bauerntum und stellte Kontakte zu Münchener Widerstandskreisen her. Nach Stauffenbergs Attentat vom 20. Juli 1944 wurden die Mitglieder des Kreises verhaftet. Im Gegensatz zu anderen Kreisauern war Delp aber nicht an den eigentlichen Umsturzplänen, die dem Attentat vorausgingen, beteiligt. Er wurde am 28. Juli festgenommen und nach Berlin in die Strafanstalt Tegel gebracht. Dort wurde er schwer misshandelt und gefoltert. Mit der Ungewissheit seiner bevorstehenden Todesstunde leben zu müssen, nahm er geistlich gefasst auf. Nach seinem Tode wurden die gesammelten Aufzeichnungen und Briefe aus dem Gefängnis unter dem Titel „Im Angesicht des Todes“ veröffentlicht.

Blick auf P. Delp: Und was ist mit uns?

Alfred Delps mutiges Sterben (es war ihm zuvor angeboten worden, aus dem Orden der Jesuiten auszusteigen!) lässt die nicht immer angenehm zu beantwortende Frage aufkommen: Haben wir heute noch die Kraft, kompromisslos zu fechten, auch wenn es um ein Thema geht, das nicht nur nicht in der Strömung der Zeit liegt, sondern bei dem uns der Wind ins Gesicht bläst? Und, was auch aus dem Blick auf Alfred Delp hervorgeht: Haben wir das kommunikative und argumentative Rüstzeug dazu?

(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg, 01.02.2017)

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Papst: Das Martyrium ist die Geschichte der Kirche

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Der Papst beim Angelus

Am Zweiten Feiertag, dem Stephanstag, gedenkt die Kirche ihres ersten Märtyrers und aller, die ihm gefolgt sind. So auch Papst Franziskus während seinem Angelusgebet auf dem Petersplatz. Der heilige Stephanus wurde um die 40 nach Christus wegen seines Glaubens umgebracht. Sein Opfer lade dazu ein, das Zeugnis, das er durch sein Opfer gegeben habe, zu bewahren, formulierte der Papst. „Es ist das große Zeugnis eines christlichen Märtyrers, der gelitten hat für die Liebe Jesu Christi, das Martyrium, das in der Geschichte der Kirche von Stephanus bis heute fortdauert.“

Von diesem Zeugnis spreche auch das Tagesevangelium (Mt 10, 17-22), in dem Jesus seine Jünger auf Ablehnung und Verfolgung um seinetwillen vorbereitet. Der Papst erklärte, warum Christen so „verhasst“ sind: „Die Welt hasst die Christen aus dem gleichen Grund, aus dem sie Jesus gehasst hat, weil er das Licht Gottes gebracht hat, und die Welt bevorzugt die Dunkelheit, um die schlechten Werke zu verbergen. Deshalb gibt es da einen Widerspruch zwischen der Mentalität des Evangeliums und der weltlichen. Jesus nachfolgen bedeutet, seinem Licht nachzufolgen, das die Nacht von Betlehem erleuchtet hat, und die Dunkelheit der Welt abzustreifen.“

Doch Jesus lädt jeden Menschen auf der Welt ein, das Licht und das Leben zu wählen, erklärt Franziskus. Genau das sei die tiefe Bedeutung seiner Ankunft als Kind in der Krippe. So wie Stephanus Christus, das Leben und das Licht gewählt habe. Er wurde zwar das Opfer des Bösen, doch am Ende habe Christus gesiegt, erklärte Franziskus. „Auch heute erlebt die Kirche an verschiedenen Orten Verfolgung, weil sie das Zeugnis von Licht und Wahrheit abgibt, bis hin zur höchsten Prüfung des Martyriums. Wieviele unserer Schwestern und Brüder im Glauben leiden unter Missbrauch, Gewalt und werden gehasst wegen Jesus! Ich sage ihnen eines: Die heutigen Märtyrer sind zahlreicher als die frühen der ersten Jahrhunderte! Wenn wir die Geschichte der ersten Jahrhunderte hier in Rom anschauen, lesen wir von viel Grausamkeit gegenüber den Christen. Ich sage aber, die gleiche Grausamkeit und gegenüber einer noch viel größerer Zahl gibt es auch heute gegenüber Christen. Heute wollen wir an sie denken und ihnen mit unserer Zuneigung, unserem Gebet und unseren Tränen nahe sein. Gestern, am Weihnachtstag, haben die verfolgten Christen im Irak in ihrer zerstörten Kathedrale Weihnachten gefeiert. Das ist ein Beispiel für die Treue zum Evangelium!“ Die irakischen Christen trotzten mit ihrem Weihnachten allen Gefahren; das zeuge von dem Mut, Christus zu folgen und dem Evangelium treu zu sein, würdigte Franziskus die verfolgten Christen von heute.

Nach seinem Angelus-Gebet bedankte sich der Papst für die Weihnachtswünsche, die er aus aller Welt erhalten habe. Da er nicht allen einzeln antworten könne, wolle er auf diesem Weg Danke sagen.

(rv 26.12.2016 pdy)

Acht heilige Helden, die bereit waren, für die Ehe zu sterben

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Diese Männer starben für die Wahrheit, die uns Jesus auch heute lehrt: „Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ (Mt 19,4-6)

Nicht erst die heutige Kultur versucht, von der Wahrheit der Ehe abzuweichen. Die Natürlichkeit der Ehe ist bereits seit Jahrtausenden ein Streitpunkt.

Einige der größten und meistverehrten Heiligen der Kirche haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um das christliche Ehe-Verständnis zu verteidigen. Auch heute stellt sich Katholiken die Frage: Wären wir bereit, das gleiche zu tun? Hier ihre inspirierenden Geschichten:

 

Heiliger Johannes der Täufer

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John the Baptist, by Juan de Juanes (es), c. 1560

Gemäß den Evangelien hatte König Herodes sich von seiner Frau scheiden lassen und die Frau seines Bruders geheiratet. Der heilige Johannes der Täufer wusste, dass dies nicht recht war und dass Herodes das öffentlich tat, machte die Sache noch schlimmer. So trat er ihm anklagend gegenüber. Er hob nicht die positiven Seiten dieser ehebrecherischen Beziehung hervor oder versuchte, sich Freunde zu machen, sondern sagte im Gegenteil ganz klar: „Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen“ (Mt 14,4).

Doch statt sich zu bekehren, ließ Herodes Johannes verhaften und einkerkern. Die Schrift sagt von Herodes er „wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten“ (Mt 14,5). Als aber seine Stieftochter bei einem Fest den Kopf des Johannes auf einer Schale forderte, stimmte Herodes zu und ließ Johannes enthaupten.

Über die Heiligkeit Johannes des Täufers sagte Jesus selbst: „Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer“ (Mt 11,11).

Heiliger John Fisher und heiliger Thomas Morus

Heinrich VIII., König von England im XVI. Jahrhundert, wollte unbedingt einen Sohn. Nachdem er viele Jahre versucht hatte, mit Katharina von Aragon einen Sohn zu zeugen, wollte er sich von ihr scheiden lassen. Die Scheidung aber wurde ihm nicht erlaubt und so versuchte er, die Ehe vom Papst annullieren zu lassen. Der Papst untersuchte den Fall und entschied, dass die Annullierung ihn diesem Fall nicht legitim sein.

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Der hl. John Fisher – Bischof und Märtyrer

Der heilige John Fisher, ein englischer Bischof (der kurz vor seiner Hinrichtung zum Kardinal ernannt wurde), verteidigte Katharina energisch. Er trat bei Gericht in ihrem Namen auf und erklärte, dass er, wie der heilige Johannes der Täufer, bereit sei zu sterben, um die Unauflöslichkeit der Ehe zu verteidigen.

Als König Heinrich immer mehr Macht bekam, legte der heilige Thomas Morus, einer der vertrautesten Staatsmänner Heinrichs, sein Amt als Kanzler nieder. Als der König Anne Boleyn heiratete, war er nicht zugegen.

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Thomas Morus – Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren, 1527

Der König verpflichtete das Volk zu einem Eid, mit dem es König Heinrich, und nicht den Papst, als Oberhaupt der Kirche in England anerkannte. Diejenigen, die Freundschaft des Königs und ihr Amt in der Regierung oder der Kirche behalten wollten, unterstützten ihn. Der König ließ auch Thomas Morus rufen und forderte ihn auf, den Eid zu leisten und öffentlich die Annullierung der Ehe mit Katharina anzuerkennen. Er verweigerte sich beidem. Der heilige John Fisher weigerte sich ebenfalls, den Eid zu leisten, und wurde im Tower von London eingesperrt.

Beide wurden verurteilt, des Verrates für schuldig befunden und öffentlich enthauptet. Eines ihrer letzten Worte war: „Ich bin ein guter Diener des Königs, aber zuerst ein Diener Gottes.“

Heiliger Papst Nikolaus der Große

134Sicher haben Sie schon vom heiligen Papst Leo dem Großen oder vom heiligen Papst Gregor dem Großen gehört. Aber vom heiligen Papst Nikolaus dem Großen?

Er lebte im neunten Jahrhundert. Der fränkische König Lothar II. wollte sich von seiner Frau scheiden lassen und eine andere heiraten. Er bestach einen päpstlichen Legaten und erreichte, dass ein Konzil lokaler Bischöfe einberufen wurde, um seine Ehe zu annullieren. Als Papst Nikolaus dies erfuhr, beauftragte er ein neues Urteil von Rom, bei dem zwei Erzbischöfe zugegen waren, die die fragliche Annullierung erlaubt hatten. Der Papst befand, dass die Annullierung nicht rechtmäßig gewesen sei und setzte die zwei Erzbischöfe ab.

König Lothar II. sandte wutentbrannt sein Heer nach Rom, nahm die Stadt ein und forderte, dass der Papst die Annullierung anerkenne. Papst Nikolaus wurde zwei Tage ohne Nahrung im Petersdom eingesperrt, aber er weigerte sich, nachzugeben.

Letztendlich überzeugte die römisch-deutsche Kaiserin Engelberga Lothar II., die Stadt zu verlassen. Papst Nikolaus gewährte die besagte Annullierung nie und versuchte sein ganzes Leben lang, König Lothar und seine wahre Ehefrau zu versöhnen.

Die fünf Märtyrer Georgiens

download-1Die Namen der „Märtyrer Georgiens“ sind noch nicht im Kanon aufgenommen, aber ihr Heiligsprechungsprozess ist im Gange. Ihre Geschichte ist unglaublich.

Pedro de Corpa, Blas de Rodríguez, Antonio de Badajóz, Miguel de Añon und Francisco de Veráscola waren Franziskaner und kamen Ende des XVI. Jahrhunderts nach Nordamerika, um den amerikanischen Eingeborenen in der Region, die heute in den Vereinigten Staaten als Bundesstaat Georgia bekannt ist, das Evangelium zu bringen.

Obwohl es an Versorgung mangelte und das Leben schwer war, konnten sie doch einige zum Glauben bekehren. Die christliche Lehre zur Ehe war jedoch für einige Bekehrte schwierig. Wenn also ein Mann, der mehr als eine Frau hatte, sich bekehren wollte, so forderten die Missionare, dass er verspreche, nur eine Ehefrau zu haben.

Ein Mann legte das Versprechen ab, wurde getauft, lebte aber danach mit zwei Frauen weiter. Bruder Pedro de Corpa trat ihm, zusammen mit Pater Blas, entgegen. Statt zu bereuen und das bei der Taufe abgelegte Versprechen zu halten, wurde der Mann wütend und kam mit einer Gruppe von Kämpfern zurück. Die Männer töteten Pater Pedro und hackten ihn mit einem Schwert in Stücke, dann  nahmen sie Pater Blas gefangen.

Bevor sie Pater Blas töteten, erlaubten sie ihm, noch ein letztes Mal die Heilige Messe zu lesen. In seiner Predigt sagte er:

„Meine Kinder, für mich ist es nicht schwer, zu sterben. Auch wenn ihr mich nicht umbringt, so ist doch der Tod dieses Leibes unvermeidbar. Wir müssen jeden Moment darauf vorbereitet sein, zu sterben – wir alle. Aber was mich wirklich schmerzt ist, dass der Böse euch überzeugt hat, euren Gott und Schöpfer zu beleidigen. Es ist eine Quelle tiefen Schmerzes für mich, dass ihr außer Acht lasst, was wir Missionare für euch getan haben, als wir euch den Weg zum ewigen Leben und zum Glück aufgezeigt haben.

Nach der Heiligen Messe wurde auch er mit Schwerthieben getötet und zerstückelt. In den darauffolgenden Tagen brachten sie weitere drei Missionare um.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von ChurchPOP español.

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Quelle

“Böses durch das Gute überwinden”. Zum Lebensweg von Jerzy Popieluszko

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(Predigt von Niewiadomski Jozef zur Seligsprechung des polnischen Märtyrers, gehalten am 6. Juni [2010] um 11 Uhr in der Jesuitenkirche, Innsbruck)

Der Ring der Verfolger wird immer enger. Landesweit bringen die gleichgeschalteten Medien – Fernsehen, Radio und Presse – die verleumderische Darstellung der Lebensweise des Priesters: Ohne das Wissen kirchlicher Obrigkeit besitze er eine Zweitwohnung in der Stadt, er führe also ein Doppelleben. Bei der Hausdurchsuchung fand die Polizei belastendes Material: nicht nur Flugblätter und antistaatliche Informationsbroschüren, sondern auch Sprengstoff, Tränengas und Waffen. Das vor Ort anwesende staatliche Fernsehen hat diese Demaskierung “des Heuchlers”  gefilmt! Durch diese – im großen Stil inszenierte – Provokation sollte der Priester in den Augen der Bevölkerung kompromittiert werden. Immer und immer wieder wiederholten die Medien die Skandalmeldung über den zwielichtigen Bürger Popieluszko. Umgeben von engen Freunden, die sich in seiner Wohnung versammelt haben, ringt der Priester um Fassung, er scheint in bodenlose Verzweiflung zu fallen. Die bisher stattgefundenen  Verhöre – insgesamt 16 an der Zahl – gar in der Nacht, die er im Gefängnis in einer Zelle mit Mördern verbringt, hatten ihn eher stark gemacht und auf seinem Weg bestätigt. Doch nun? Einer der Freunde – im Nachhinein als eingeschleuster Agent der Geheimpolizei geoutet – bricht das Schweigen. Es sei höchste Zeit, mit der harmlosen Tour aufzuhören. Nicht das verharmlosende Evangelium sei nun gefragt, nicht der Gewaltverzicht und auch nicht die Botschaft der Überwindung des Bösen durch das Gute. Klare Worte seien vonnöten. Jerzy solle doch die schändliche Provokation entlarven und in seiner Predigt direkt die Spitze des Unrechtsstaates angreifen. Zum Kampf solle er aufrufen gegen General Jaruzelski, gegen General Kiszczak, gegen den obersten Propagandachef Urban. Der Priester, der den Tränen nahe ist, fragt die Freunde, ob sie alle so denken würden. “Im Grunde ja”, meinen die anderen. Die Verzweiflung steht dem Priester förmlich ins Gesicht geschrieben. “Großer Gott .., wenn selbst ihr – ihr meine engsten Freunde – es nicht begreift: Ich kämpfe doch gegen das Böse, nicht gegen die Opfer des Bösen!”

Der um denkbar größte Authentizität bemühte polnische Film “Popieluszko. Wolnosc jest w nas – Die Freiheit ist in uns selber”, der rechtzeitig zur Seligsprechung fertig wurde, verdichtet in dieser Szene das Dilemma, die begnadete Einmaligkeit und auch die unendlich große Einsamkeit des Heiligen: eine Einsamkeit, die er durchleiden muss. Und dies nicht nur dann, wenn er ganz auf sich allein gestellt im Badezimmer eingeschlossen weinend zusammenbricht, weil eine seiner engsten Mitarbeiterinnen die Drohbriefe laut vorgelesen hat und unter der Last dieser Drohungen schluchzend herausschreit: “Ich hasse sie, diese Schweine, ich hasse sie, ich werde niemals aufhören, sie zu hassen!” Er versucht, sie zur Besinnung zu bringen, merkt aber, dass er scheitert. Und auch nicht nur dann, wenn einer seiner Freunde, einer der Stahlwerkarbeiter aus der ersten Stunde der Solidarnosc-Streiks ihn aufsucht und ihm wortlos einen Zettel zusteckt, auf dem geschrieben steht, dass er gerade die Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit der Geheimpolizei unterschrieben hat, weil man ihn gebrochen hat, er also wie einst Judas den Freund verraten hat. Da kann sich der Priester nur noch im Badezimmer einschließen und bitterlich weinen. Weinen, weil er sich letztlich so allein und damit auch ohnmächtig angesichts der Allgegenwart des Hasses, der Lüge und der Gewalt erlebt. Beim inszenierten Prozess vor zwei Jahren, bei dem die zynische Staatsanwältin die Streikführer des Stahlwerkes “Huta Warszawa” anklagte, indem sie die Wahrheit auf satanische Art und Weise verdrehte, konnte der Priester sich noch distanzieren. Ostentativ verließ er den Gerichtsaal, setzte sich im Gang hin und versuchte zu beten. “Ich fliehe vor dem Gefühl des Hasses, das in mir hochkommt”, sagte er zu einer seiner Mitgefährtinnen.

In der Nacht des Todes – knapp drei Jahre später – wird ihm diese Art der Flucht nicht gegönnt. Auf der Fahrt zwischen Bromberg und Warschau wird er am 19. Oktober 1984 gekidnappt und von den sadistischen Agenten des Geheimdienstes gefesselt und geknebelt. Er vermag sich zwar aus dem Gepäcksraum des Entführungsautos zu befreien und nutzt gar einen kurzen Zwischenstopp, um zu fliehen – er rennt also um sein Leben und flieht auch, so wie er sein Leben lang vor der Übermacht des Hasses geflohen ist. Doch fangen ihn die Schergen ein, malträtieren ihn auf brutalste Art und Weise, mit in einen mit Steinen gefüllten Sack gesteckten Füßen wird der Schwerstverletzte in die Weichsel geworfen. In seiner Todesstunde ist er umringt von sadistischen Funktionären der Geheimpolizei – im Augenblick des Todes ist er jedoch allein! Allein auch mit dem in ihm aufkommenden Hass? Hass auf jene, die das Leben unzähliger Menschen auf dem Gewissen hatten? Hass auf jene, die nun sein Leben im 37ten Lebensjahr brutalst beendeten? Das wissen wir nicht. Die letzten Worte, die er in der Öffentlichkeit beim Abschied in Bromberg gesprochen hat, lauteten: “Beten wir, dass wir frei werden von der Angst, vor allem aber frei vom Wunsch nach Rache und Vergeltung.” – Er meinte also, frei von Hass. In den letzten Wochen seines Lebens, als die Verfolgung immer brutaler wurde und ihm auch längst klar war, dass er jederzeit mit dem Tod rechnen musste, verabschiedete er sich öfters – vor allem von den Ordensschwestern – mit der Bitte: “Beten Sie, dass ich in der Stunde des Todes nicht allein bin!” War nun das in den Fluten der Weichsel ertrinkende Opfer in seiner Sterbestunde allein, oder wurde er aufgefangen von jenem, der in seinem eigenen Tod scheinbar auch in die Bodenlosigkeit der Gottverlassenheit stürzte, der aber noch beten konnte: “Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!” – Sind sie doch selber nicht das Böse, sondern nur die Opfer des Bösen?

Liebe Schwestern und Brüder, mit der gerade stattfindenden Seligsprechung von Jerzy Popieluszko bekennt die Kirche, dass diesem Menschen die Gnade geschenkt wurde – die Gnade, die ihm dazu verhalf, durch alle Schwierigkeiten hindurch, durch alle Stunden des Zweifels, ja durch Verzweiflung und Angst hindurch – letztendlich frei von Hass zu sterben, frei vom Wunsch nach Vergeltung und Rache, dass er also in aller Einsamkeit, die er durchleiden musste, in der Einsamkeit jenes Menschen, der sich in einer durch Lüge und Gewalt vergifteten Umwelt um Wahrheit bemüht, der in einem durch Angst, Verleumdung und Einschüchterung entstellten Alltag die Nächsten- und Feindesliebe lebt, dass ihm also die Gnade geschenkt wurde, am Geheimnis Jesu Christi als Märtyrer Anteil zu haben. Nicht nur durch den gewaltsamen Tod, den er starb, sondern und vor allem durch die Gesinnung, in der er starb. Er starb, um das Böse zu überwinden: das Böse, das die Menschen seiner Zeit und seiner Umgebung knechtete, dieses Böse durch die Kraft des Guten zu überwinden: durch die konsequent gelebte Liebe und die konsequent bezeugte Versöhnungsbereitschaft, durch eine Versöhnung, die in der Wahrheit gründet.

Wer ist nun Jerzy Popieluszko? Wie sah sein Lebensweg aus, der Lebensweg dieses jüngsten Märtyrers der Katholischen Kirche, der sein Martyrium vor 25 Jahren mitten in Europa erlitt? Dieser unser Zeitgenosse  – ich könnte fast sagen ein Kollege, ist er doch bloß vier Jahre älter als ich – wurde in jenem Jahr zum Priester geweiht, in dem ich als blutjunger Student nach Innsbruck kam. Wer weiß, vielleicht bin ich ihm in den Straßen von Warschau begegnet, oder aber bei der Wallfahrt nach Tschenstochau? Als Sohn eines Kleinbauern 1947 in Ostpolen geboren, erlebte er den stalinistischen Terror noch bewusst. Er bekam mit, dass Menschen verschwanden, dass der 21 jährige Onkel Alfons von den kommunistischen Schergen erschossen wurde, dass die Atmosphäre der Angst und des Hasses den Alltag prägte. Von den tiefgläubigen Eltern lernte er das Vertrauen zu Gott. Als Kind drückte ihm die Mutter den Rosenkranz in die Hand mit der Bemerkung: “Dieser Rosenkranz wird dich schützen, er wird dir Vertrauen schenken. Du sollst ihn immer bei dir haben und immer wieder beten, in Gefahr beten”. Als Kaplan der Solidarnosc verschenkte ksiadz Jerzy (der Priester Jerzy, wie er dann landesweit genannt wurde) Hunderte von Rosenkränzen. Er drückte sie den verhafteten Aktivisten in die Hände mit den Worten: “Habt keine Angst! Der größte Feind des Menschen ist nicht die Polizei, es ist auch nicht der Geheimdienst. Der größte Feind des Menschen ist die Angst”. Seinen eigenen Rosenkranz hatte er schon in den 60er-Jahren verteidigt, als er vom Priesterseminar weg zum Militärdienst eingezogen den Befehl verweigerte, den Rosenkranz von seinen Fingern abzustreifen. Daraufhin musste er stundenlang bis zum Umfallen in voller Ausrüstung in der eisigen Kälte stehen. Da fiel er zum ersten Mal auf. Denn ansonsten war er unauffällig, ein mittelbegabter Student, der gerade sein Studium schaffte, der als Kaplan eher durch seine Schwächen auffiel, weil er nicht gut singen konnte und auch gesundheitlich angeschlagen war. Immer wieder versetzt, landete er nach acht Jahren Kaplanszeit als Resident in der Pfarre St. Stanislaus in Warschau. Eigentlich abgeschoben, durfte er sich gerade noch um die Seelsorge der Krankenschwestern kümmern. Bis zum August des Jahres 1980, an dem sich das Wunder ereignete. Am 31. August 1980, an einem Sonntag, fand jener Zufall statt, der diesen schüchternen, ängstlichen und unauffälligen Mann in eine Ikone des Mutes, des kompromisslosen Einstehens für die Wahrheit und des unermüdlichen Einsatzes für Benachteiligte verwandelte. Eine Delegation der streikenden Arbeiter bat im bischöflichen Ordinariat in Warschau um eine Messe am Streikgelände. Da das Stahlwerk im Gebiet der Pfarrei St. Stanislaus lag, wurde die Bitte an die Pfarre weitergeleitet. Und da alle Priester der Pfarre an diesem Sonntag beschäftigt waren, fuhr der Resident zum Gelände. Er feierte am Gelände der “Huta Warszawa” Eucharistie: zum ersten Mal in der Geschichte des kommunistischen Polens.  Die Streiks, die zur Herausbildung der Solidarnosc-Bewegung führten, näherten sich dem Höhepunkt. Popieluszko war von den Werkarbeitern fasziniert, von ihrer einfachen und geradlinigen Frömmigkeit. Es entstand so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. In kürzester Zeit war er zum “Herz” dieser streikenden Gruppe, zum Freund, zu jenem modernen Seelsorger, der an der Seite ganz konkreter Menschen steht.  An der Seite von Menschen, die für ihre Grundrechte kämpfen. Die Arbeiter und der Priester wuchsen aneinander.

Die Ausrufung des Kriegszustandes am 13. Dezember 1981 verwandelte das Land in ein Inferno des Hasses, der Angst und der Einschüchterung. Tausende und Abertausende waren interniert, Unzählige verloren ihre Arbeit. Massenweise verließen Menschen ihr Land, sie flohen. In diesem Zustand der Anormalität wagte es der inzwischen landesweit bekannte Priester, die Normalität zu leben. Er lud in die Kirche ein, machte also zuerst  das, was jeder Priester macht. Er lädt Menschen zu Messen für das Vaterland ein! Tausende und Abertausende kommen. “Da uns die Freiheit des Wortes weggenommen wurde, hören wir auf die Stimme des eigenen Herzens und des eigenen Gewissens – und denken wir an unsere Schwestern und Brüder, die der Freiheit beraubt sind”, predigte er bei der ersten Messe für das Vaterland im Januar 1982. In vier Jahren wurde er zur Nationalikone. Neben Johannes Paul II wurde er für das polnische Volk zum wichtigsten Idol, für den kommunistischen Staatsapparat zum verhasstesten Gegner, einem Gegner, der seit April 1982 bis zu seinem Tod 24 Stunden am Tag beobachtet, kontrolliert und immer wieder schikaniert wurde. Dabei hatte er nichts Außergewöhnliches verkündet, er stand nur dafür ein, wofür das Evangelium steht: das Böse durch die Kraft des Guten zu überwinden und so das Böse, nicht aber die Opfer des Bösen zu bekämpfen. Dem begnadeten Priester gelangen fortan kleine und große Wunder in diesem anormalen Alltag. Wenn er es etwa schaffte, für den totgeschlagenen Maturanten Grzes eine Trauerzug von etwa 50.000 Menschen friedlich quer durch Warschau zu führen und alle Provokation der unzähligen eingeschleusten Agenten im Keim zu ersticken. Oder aber wenn er Hunderttausende von Arbeitern zur Wallfahrt nach Tschenstochau brachte.

Zu einem Wunder wurde auch sein Begräbnis am 3. November 1984 in der Kirche St. Stanislaus. Trotz der Einschüchterung durch die Polizei, trotz Behinderungen und trotz Kontrollen, die Konsequenzen nach sich zogen, kamen über 600.000 Menschen zu seinem Begräbnis und verwandelten den Stadteil Zoliborz in einen Ort, an dem Zeugnis von der Wahrheit abgelegt wurde – mitten in einem Land, in dem der Staatsapparat zwar das Monopol der Wahrheit für sich beanspruchte, die lebendige Wahrheit aber mit Polizeiknüppeln niederschlug. In einem solchen Land leben die Heiligen in einem Dilemma: Weil begnadet, stechen sie hervor, sind auch einmalig, ziehen Unzählige in ihren Bann, bewirken Unmengen an Gutem. Weil ihr Zeugnis radikal ist, erleben sie aber auch radikale Einsamkeit, werden zu Opfern: Sie werden zu Opfern, die in Einsamkeit – scheinbar in Einsamkeit – ihr Geschick erleiden.

“Beten Sie zu ihrem Sohn?”, wurde die neunzigjährige Mutter des Priesters vor etwa zwei Wochen gefragt. “Ich bete zu Gott”, gab die alte Frau den Journalisten zur Antwort, “aber über den Umweg meines Sohnes”, fügte sie hinzu und lächelte die Fragenden an. Heute darf sie der Seligsprechung ihres Sohnes beiwohnen und sich freuen. Sich freuen auch darüber, dass – wie sie selber sagte – sich immer mehr Menschen im ganz normalen Alltag bemühen, das Böse durch die Kraft des Guten zu überwinden. Möge der selige Priester Jerzy Popieluszko uns ein Fürsprecher sein, dass auch wir zu jenen Zeitgenossen gehören, denen diese Gnade geschenkt wird: die Gnade der Überwindung des Bösen durch das Gute.

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Papst Franziskus gedenkt des polnischen seligen Jerzy Popiełuszko

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Weichsel-Stausee / Wikimedia Commons – Sebastianm (?), CC BY-SA 2.5 (Cropped)

Am Ende der Generalaudienz grüßte er die polnischen Pilger auf dem Petersplatz

Am Ende der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz hat Papst Franziskus den polnischen Seligen und Märtyrer des Kommunismus, Jerzy Popiełuszko (1947-1984), an dessen Gedenktag gewürdigt.

Wie der Papst in seinem Grußwort an die polnischen Pilger betonte, habe sich der am 6. Juni 2010 seliggesprochene Märtyrer und Unterstützer der verbotenen Gewerkschaft Solidarność ‪persönlich für die Arbeiter und ihre Familien, sowie für Gerechtigkeit und lebenswürdige Bedingungen, Grundrechte, insbesondere Religionsfreiheit in seinem Vaterland eingesetzt.

Sein Motto aus dem Römerbrief ‪„Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute“ (12,21) sei auch noch heute für alle Familien und für das polnische Volk eine Herausforderung, um eine gerechte Sozialordnung im Alltag auf der Suche nach dem gemeinsamen Wohl im Sinne des Evangeliums aufzubauen, betonte der Papst.

Der am 14. September 1947 in Okopy im Osten Polens geborene Priester wandte sich in seinen Predigten offen gegen das kommunistische Regime und das im Dezember 1981 über Polen verhängte Kriegsrecht.

Am 19. Oktober 1984 wurde er von Agenten des Geheimdienstes „Służba Bezpieczeństwa“ aus seinem Wagen verschleppt, gefoltert, getötet und im Weichsel-Stausee bei Włocławek versenkt.

An seiner Beerdigung am 3. November 1984 nahmen mehr als eine halbe Million Menschen teil, darunter auch der Leiter von Solidarność, Lech Wałęsa. (pdm)

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