Debatte um Papstentscheidung zu Abtreibung

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Abtreibungspille

Mit mehr „Laxheit“ im Umgang mit Abtreibung hat die neue Anweisung des Papstes zur Lossprechung von dieser Sünde nichts zu tun. Das stellte Erzbischof Rino Fisichella schon an diesem Montag auf Journalistenfragen hin ganz klar. Es gehe bei der Lossprechung von der Sünde der Abtreibung durch Priester um Bekehrung und Barmherzigkeit zugleich, so der Präfekt des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung. Der Papst bekräftige das „ganz klar, um Missverständnisse derjenigen vorzubeugen, die nur den ersten Teil seiner Aussage lesen wollen“, so der Präfekt, der aus dem Papstbrief zitiert, „,dass Abtreibung eine schwere Sünde ist, da sie einem unschuldigen Leben ein Ende setzt. Mit gleicher Kraft kann und muss ich jedoch sagen, dass es keine Sünde gibt, die durch die Barmherzigkeit Gottes nicht erreicht und vernichtet werden kann, wenn diese ein reuevolles Herz findet, das um Versöhnung mit dem Vater bittet.‘ “ Radio Vatikan fasst im Folgenden bisherige Reaktionen auf die Neuerung zusammen.

Weihbischof Losinger: „Den Weg der Vergebung verbreitern“

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger begrüßt die Anweisung des Papstes, dass alle Priester in der Beichte von der schweren Sünde der Abtreibung lossprechen dürfen. Im Gespräch mit Radio Vatikan erläutert der Ethik-Experte, dass es sich auch nicht um ein kleines Problem handelt

Losinger: „Ich persönlich glaube, dass es wenige Priester gibt, die es noch nicht erfahren haben, dass jemand mit dem Bekenntnis einer Abtreibung bei ihnen erschienen ist. Die Zahlen sind vor allem in Deutschland, aber auch in ganz Europa sehr hoch. Wir rechnen mit einer Zahl von 100.000 Menschen – mit der Dunkelziffer wohl 200.000 [Anm. d. Red.: in Deutschland, pro Jahr] – so dass diese Frage auf viele Seelsorger zukommt.“

RV: Ging es dem Papst bei der Neuregelung Ihrer Einschätzung nach eher um die Frage der Abtreibung oder die Frage der Vergebung?

Losinger: „Ich glaube, dass Papst Franziskus in einer klaren Fortsetzung der Idee des Jahres der Barmherzigkeit gehandelt hat. Selbstverständlich sieht der Papst das gravierende Unrecht, das mit der Tötung eines ungeborenen Menschen zu tun hat. Aber er will all diesen Menschen, die davon betroffen sind, einen breiten Weg öffnen, dass sie mit ihrem Leben wieder klar kommen, dass sie Versöhnung finden können und dass sie mit einem positiven Blick in die Zukunft leben können.
Menschen, die mit dem Bekenntnis der Tötung eines ungeborenen Lebens kommen, sind oft jahrzehntelang belastet und spüren den Stein auf ihrer Seele. Darum halte ich diese breite Tür der Versöhnung, die der Papst öffnet, für absolut richtig und gut.“

RV: Sie sehen also nicht die Gefahr der Laxheit oder der Minimierung der Sünde?

Losinger: „Ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass das Problem der hohen Zahl allen Menschen bewusst ist und dass auch ein Sozialstaat heutzutage einen klaren Fokus darauf richten muss, die Zahl der Tötungen von Menschen, die noch nicht geboren sind, zu minimieren. Aber auf der anderen Seite muss auf klare Weise denjenigen Menschen in einer seelsorglichen Perspektive geholfen werden, die von einer Abtreibung aktiv betroffen sind.“

RV: Warum ist in der Vergangenheit denn das Tötungsdelikt der Abtreibung schärfer behandelt worden als etwa das Tötungsdelikt des Mordes, den Priester immer schon lossprechen konnten?

Losinger: „Ich glaube, dass ganz intuitiv Menschen damit das Gefühl verbunden haben, dass mit der Abtreibung ein besonders wehrloses Geschöpf betroffen ist und dass deswegen diese besondere kirchenjuristische Härte verbunden war.“

Emeritierter Kurienerzbischof äußert Kritik

Ein emeritierter Kurienerzbischof hat sich kritisch zu der Verfügung von Papst Franziskus geäußert. Er sehe „die ernste Gefahr, dass die Sünde der Abtreibung jetzt minimisiert werden könnte“, sagte der frühere Regent der Apostolischen Pönitentiarie, Gianfranco Girotti. Die Pönitentiarie, ein vatikanischer Gerichtshof, ist u.a. für die Lossprechung von den schweren Sünden („delicta graviora“) im Klerus zuständig, die dem Vatikan vorbehalten ist.

„Zunächst muss man sagen, dass der Heilige Vater eine Geste großer Barmherzigkeit getan hat“, so der 79-jährige Franziskaner in der Tageszeitung „Repubblica“ vom Dienstag. Es stimme durchaus, „dass die Kirche sich allen öffnen muss“. Das „wirkliche Problem“ bestehe darin, „zu welchen Reaktionen das Schreiben des Papstes führen könnte“: „Ich fürchte, dass jemand die Entscheidung, eine Schwangerschaft abzubrechen, herunterspielen könnte mit dem Eindruck, das werde dann ja sowieso leicht vergeben.“

Etwas Ähnliches sei bereits früher eingetreten, als Johannes Paul II. die Vollmacht zur Lossprechung im Fall einer Abtreibung an die Bischöfe delegiert habe. „Damals gab es Polemiken und negative Reaktionen von denen in der Kirche, die fürchteten, dass man jetzt in die Richtung des Laxismus gehen würde. Heute könnte dasselbe geschehen. Das würde allerdings der wirklichen Bedeutung der Geste des Heiligen Vaters Unrecht tun – dass nämlich der, der bereut und um Vergebung bittet, sich der göttlichen Barmherzigkeit anvertrauen soll. Denn Gott ist größer als jede Sünde, einschließlich der Abtreibung.“

Cei-Sprecher: Keine Gefahr des „Werteausverkauf“

Die Gefahr, dass der Vorstoß des Papstes einen „Ausverkauf moralischer Werte“ einleiten könne, teilt der Sprecher der italienischen Bischofskonferenz (Cei) nicht. Franziskus rufe vielmehr „jeden, angefangen bei den Priestern“, dazu auf, „sich selbst als Sünder zu erkennen, der Barmherzigkeit braucht“, so Nunzio Galantino in einem Beitrag für das Newsportal „Il Sole 24 Ore“. In einer „Kultur der Barmherzigkeit“ brauche es diese „Grundehrlichkeit“ für den Dienst am Nächsten, erinnerte der Bischof: „Man findet so die Bereitschaft und Fähigkeit, sich zum Begleiter, Unterstützer und Trost derjenigen zu machen, die den Weg der Vergebung und des Friedens suchen.“ Formales Gehabe und Worthülsen brächten hier nicht weiter. Der Papst fordere die Kirche mit seinem Apostolischen Schreiben heraus, „Barmherzigkeit im Alltag mit Taten und solidarisch-verantwortlichen Entscheidungen“ umzusetzen und somit „der Fantasie der Barmherzigkeit Raum zu geben“, formulierte der Geistliche.

Vatikan-Journalistin: Papst kennt Wirklichkeit

Die Entscheidung des Papstes, dass fortan alle Priester von der Sünde der Abtreibung lossprechen können, rühre von seiner „Kenntnis der Wirklichkeit“ her, kommentierte die italienische Journalistin Lucetta Scaraffia die Neuerung. Der Papst anerkenne, dass vielen Frauen, die abtreiben, die Tragweite der Entscheidung im Moment des Eingriffs nicht bewusst sei, sagte die Verantwortliche der Frauenzeitschrift des Vatikan „Donne Chiesa Mondo“ am Montag in einem Interview mit der Beilage „Io, Donna“ der italienischen Zeitung „Repubblica“. Die Darstellung der Abtreibung als „Recht der Frau“ in der modernen Gesellschaft verschleiere sozusagen die Schwere des Problems: Die Frauen verstünden so „erst danach, auf Grundlage des daraus folgenden Leid und ihrer Erfahrung“, dass es bei Abtreibung um eine „sehr viel größere Entscheidung“ gehe, so die Historikerin wörtlich. Aus diesem Irrtum entspringe die „Notwendigkeit der Vergebung“. Als „feministische Entscheidung“ des Papstes wertet die Journalistin die Neuerung nicht. Schließlich machten sich laut katholischer Moral auch die an einer Abtreibung beteiligten Männer, also etwa die Ärzte, schuldig.

Exkommunikation nach Abbruch oder Mitwirkung daran

Nach dem katholischen Kirchenrecht zieht die Mitwirkung an einem Schwangerschaftsabbruch die Exkommunikation nach sich. In den meisten Ländern war bislang eine sakramentale Lossprechung und die Aufhebung der Exkommunikation nur durch bestimmte Beichtväter möglich. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich durch die neue Praxis nichts; hier konnte schon vor dem Heiligen Jahr jeder Priester Vergebung für eine Abtreibung erteilen.

(rv/die welt/la repubblica 22.11.2016 sk/pr)

Andachtsübungen zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit mit Ablässen verbunden

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APOSTOLISCHE PÖNITENTIARIE

DEKRET
Andachtsübungen zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit
mit Ablässen verbunden

»Großer Gott, dein Erbarmen und deine Güte sind unerschöpflich …« (Gebet nach dem Te deum), und »Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen . . .« (Tagesgebet vom 26. Sonntag im Jahreskreis), singt die Heilige Mutter Kirche in Demut und Treue. Gottes unermeßliche Zuwendung sowohl dem gesamten Menschengeschlecht als auch dem einzelnen Menschen gegenüber leuchtet vor allem dann auf, wenn Sünden und moralische Fehler vom allmächtigen Gott vergeben und die Schuldigen wieder in väterlicher Liebe zur Freundschaft mit ihm zugelassen werden, die sie verdientermaßen verloren hatten.

Die Gläubigen werden dadurch in ihrem Herzinnersten zum Gedächtnis und zur andächtigen Feier der Geheimnisse der göttlichen Vergebung bewogen. Sie erfassen auch sehr gut die hohe Angemessenheit, ja Pflichtschuldigkeit, daß das Volk Gottes die Göttliche Barmherzigkeit durch besondere Gebetstexte lobpreist und daß es gleichzeitig, nachdem es die erforderlichen Werke dankbaren Herzens vollbracht und die notwendigen Bedingungen erfüllt hat, geistlichen Gewinn aus dem Schatz der Kirche ziehen kann. »Das Paschamysterium ist der Gipfelpunkt der Offenbarung und Verwirklichung des Erbarmens, das den Menschen zu rechtfertigen und die Gerechtigkeit wiederherzustellen vermag im Sinne der Heilsordnung, die Gott vom Anbeginn her im Menschen und durch ihn in der Welt wollte« (Enzyklika Dives in Misericordia, 7).

Die Göttliche Barmherzigkeit weiß tatsächlich auch die schwersten Sünden zu vergeben, aber während sie es tut, bewegt sie die Gläubigen dazu, einen übernatürlichen, nicht nur psychologischen Schmerz über die eigenen Sünden zu verspüren, damit die Gläubigen, immer mit Hilfe der göttlichen Gnade, den festen Vorsatz fassen, nicht mehr zu sündigen. Mit einer solchen inneren Haltung erlangt der Gläubige wirklich die Vergebung der Todsünden, wenn er das Bußsakrament fruchtbringend empfängt oder sie in einem Akt vollkommenen Schmerzes und vollkommener Liebe bereut mit dem Vorsatz, baldmöglichst das Bußsakrament zu empfangen. Denn unser Herr Jesus Christus lehrt uns im Gleichnis des verlorenen Sohnes, daß der Sünder sein Elend vor Gott mit den Worten »Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein« (Lk 15, 18–19) bekennen und auch spüren muß, daß es Gottes Werk ist: Er »war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden« (Lk 15, 32).

Unter dem Antrieb der Liebe des Barmherzigen Vaters und mit vorausschauender pastoraler Einfühlsamkeit wollte Papst Johannes Paul II. diese Gebote und Lehren des christlichen Glaubens tief in die Herzen der Gläubigen einsenken. Deshalb hat er den zweiten Sonntag der Osterzeit dazu bestimmt, dieser Gnadengaben mit besonderer Verehrung zu gedenken, und ihn mit der Bezeichnung »Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit« versehen (Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Dekret Misericors et miserator, 5. Mai 2000).

Im Evangelium vom zweiten Sonntag der Osterzeit wird von den Wundertaten erzählt, die unser Herr Jesus Christus nach seiner Auferstehung in der ersten öffentlichen Erscheinung vollbracht hat: »Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!em ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert« (Joh 20, 19–23).

Damit die Gläubigen diese Feier mit ganzem Herzen begehen, hat der Papst festgelegt, daß der vorgenannte Sonntag – wie in der Folge noch näher erklärt wird – mit dem vollkommenen Ablaß ausgestattet wird. Das hat den Zweck, daß die Gläubigen das Geschenk des Trostes des Heiligen Geistes in höherem Maß empfangen und so eine wachsende Liebe zu Gott und zum Nächsten entfalten können und, nachdem sie selbst die Vergebung Gottes empfangen haben, ihrerseits angeregt werden, sogleich den Brüdern und Schwestern zu vergeben.

Die Gläubigen werden dann den Geist des Evangeliums vollkommener beobachten, indem sie ihr Innerstes erneuern, entsprechend den Worten und der Einführung des II. Ökumenischen Vatikanischen Konzils: »Die Christen können, eingedenk des Wortes des Herrn: ›Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt‹ (Joh13, 35), nichts sehnlicher wünschen, als den Menschen unserer Zeit immer großherziger und wirksamer zu dienen … Der Vater will, daß wir in allen Menschen Christus als Bruder sehen und lieben in Wort und Tat« (Pastoralkonst. Gaudium et spes, 93).

Mit dem brennenden Wunsch, im christlichen Volk diese Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit auf Grund der von ihr zu erhoffenden reichen geistlichen Früchte zu fördern, hat der Papst in der Audienz am 13. Juni 2002 sich gewürdigt, den unterzeichneten Seiten der Apostolischen Pönitentiarie die Ablässe unter folgenden Bedingungen zu gewähren:

Der vollkommene Ablaß wird unter den gewohnten Bedingungen (Empfang des Bußsakraments, der heiligen Eucharistie und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters) dem Gläubigen gewährt, der mit reinem, jeder, auch der läßlichen Sünde abgewandtem Herzen am zweiten Sonntag der Osterzeit, das heißt, dem »der Göttlichen Barmherzigkeit«, in einer Kirche oder einem Oratorium an den zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit durchgeführten Andachtsübungen teilnimmt oder wenigstens vor dem Allerheiligsten Sakrament der Eucharistie – öffentlich ausgesetzt oder im Tabernakel aufbewahrt – das »Vater unser« und das »Credo« betet mit dem Zusatz einer kurzen Anrufung des Barmherzigen Herrn Jesus (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich!«)

Ein Teilablaß wird dem Gläubigen gewährt, wenn er mit reuigem Herzen an den Barmherzigen Herrn Jesus eine der rechtmäßig genehmigten Anrufungen richtet.

Die Seefahrer, die ihre Pflicht im weiten Meer tun; die zahllosen Brüder und Schwestern, die durch das Unheil des Krieges, die politischen Wirrnisse, die Unbarmherzigkeit der Orte und aus anderen Gründen ihre Heimat verlassen haben; die Kranken und ihre Pfleger und alle, die aus berechtigten Gründen nicht außer Haus gehen können oder zugunsten der Gemeinschaft eine unaufschiebbare Tätigkeit ausüben, können den vollkommenen Ablaß am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit gewinnen, wenn sie unter vollständiger Abkehr von jeder Sünde, wie zuvor gesagt, und mit dem Vorsatz, baldmöglichst die drei gewohnten Bedingungen zu erfüllen, vor dem Bild Unseres Barmherzigen Herrn Jesus das »Vater unser« und das Glaubensbekenntnis beten und eine Anrufung an den Barmherzigen Herrn Jesus hinzufügen (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich«).

Sollte den Gläubigen auch das nicht möglich sein, können an demselben Tag den vollkommenen Ablaß erlangen, die sich in der Absicht und Gesinnung des Herzens geistig mit denen vereinen, die in ordentlicher Weise das für den Ablaß vorgeschriebene Werk erfüllen und dem Barmherzigen Gott ein Gebet und die Leiden, die Krankheit und die Beschwerlichkeiten ihres Lebens aufopfern, wobei auch sie den Vorsatz haben, baldmöglichst die für die Gewinnung des vollkommenen Ablasses vorgeschriebenen drei Bedingungen zu erfüllen.

Die Priester, die den pastoralen Dienst versehen, vor allem die Pfarrer, sollen ihre Gläubigen in der angemessensten Weise von dieser heilsamen Verfügung der Kirche unterrichten; sie sollen selbstlos und hilfsbereit deren Beichte hören und am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit nach der Feier der heiligen Messe oder der Vesper oder während einer Andacht zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit die vorgenannten Gebete mit der dem Ritus entsprechenden Würde leiten; sie sollen, gemäß dem Wort des Herrn: »Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden« (Mt 5, 7), die Gläubigen in der Katechese behutsam dazu drängen, so häufig wie möglich Werke der Barmherzigkeit zu tun und dem Beispiel und Auftrag Jesu Christi folgen, wie es in der zweiten allgemeinen Gewährung desEnchiridion Indulgentiarum angegeben ist.

Das vorliegende Dekret bleibt immer in Kraft, ungeachtet jeglicher gegenteilig lautenden Vorschrift. 

Rom, beim Sitz der Apostolischen Pönitentiarie, am 29. Juni 2002, am Hochfest der hll. Apostel Petrus und Paulus 2002. 

LUIGI DE MAGISTRIS
Titularerzbischof von Nova
Pro-Großpönitentiar 

GIANFRANCO GIROTTI, O. F. M. Conv., Regent

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Quelle