DER N.O.T. – NOVUS ORDO TABULAE – Zur Einführung des Volkstisches

Da steht er jetzt – der grobe Klotz!
Ein Wunderwerk der Symmetrie!
Vier Ecken zieren diesen Protz,
dies Wunschkind toter Phantasie.

Da steht er jetzt – als Offenbarung!
Als Kubus, als gestelzter Block!
Und – FREIGEMAUERT mit Erfahrung:
„Die Stellung hier ist äquivok!“

Da steht er – eingerahmt und plump!
– In alten Kirchen träumt verschämt,
wie ein Museumsstück auf Pump,
der Hochaltar – stumm und verfemt.

Da steht er jetzt – als ein Idol!
Als Blickfang und zur Stimulierung!
Leer, progressistisch und frivol:
Der Andacht eine Korrumpierung!

Da steht er – „VERSUS POPULUM“!
Der Menschenrechtsreformerdrang
den HERRN im Tabernakulum
umnachtet in das Abseits zwang.

Da steht er jetzt – als neues Zeichen!
Ein konziliarer Kümmerling
soll nun zu GOTTES EHRE reichen?
– Der Konstrukteur müßt nach Sing-Sing!

Da steht er jetzt – als eine Warnung:
„DIE ALTEN ZEITEN SIND VORBEI!“
Seht ihr es nicht? – Das ist ENTTARNUNG!
Die neuen Wächter sind so frei.

Da steht er jetzt – der blanke Tisch!
Wem wird es immer noch nicht klar:
Den FREIEN BRÜDERN frank und frisch
– ein Menschengötzendienstaltar!

Erich Becker

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Zitat aus: KYRIE ELEISON, 24. Jahrgang, Nr. 4, 1995

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Anschauungsmaterial„:

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An meine Leser: Verfassen Sie (Kurz-)Kommentare mit solchen Verweisen („Links“) auf „Volksaltar“-Klötze und -Tische!

Kann die Bulle „Quo primum“ die nachfolgenden Päpste binden?

In meinem kürzlichen Artikel  «Die Bulle „Quo primum“ des heiligen Papstes Pius V. und ihre Bindekraft» hatte ich die Frage gestellt

KANN DIESE BULLE AUCH DIE NACHFOLGENDEN PÄPSTE BINDEN?

und dann für mich gleich beantworte mit: „Ich meinerseits glaube und sage NEIN!“ Und ich versprach, die Begründung nachzuliefern.

Da ist sie – in Kürze:

Ein Papst  könnte seine Nachfolger nur in Dingen (auf ewig) binden, die göttlichen Rechts (ius divinum) sind. Das muss aber kein Papst tun, weil alles, was göttlich ist, ohnehin absolut (unveränderlich, ewig) bindend ist für jedermann, auch für die Päpste. Über alles, was menschlichen (menschengemachtes), i.e. rein kirchlichen Rechts ist, hat jeder Papst Binde- und Lösegewalt.

Liturgische Vorschriften bezüglich der Sakramente, in unserem Falle des Altarssakramentes, des heiligen Messopfers, die den äußeren Vollzug, also den Ritus, betreffen, sind dem rein kirchlichen Recht zuzuordnen, sind demnach zeitlich und können von jedem Papst geändert werden.

Papst Pius XII., Enzyklika „Mediator Dei“, §58:

“It follows from this that the Sovereign Pontiff alone enjoys the right to recognize and establish any practice touching the worship of God, to introduce and approve new rites, as also to modify those he judges to require modification”…

“Daraus folgt, dass einzig der Souveräne Pontifex über das Recht verfügt, jegliche Praxis, welche die Gottesverehrung/den Gottesdienst betrifft, anzuerkennen und zu errichten, neue Riten einzuführen und zu bewilligen, und auch jene zu ändern, die nach seinem Urteil einer Änderung bedürfen.“

Italienisch:

Perciò il solo Sommo Pontefice ha il diritto di riconoscere e stabilire qualsiasi prassi di culto, di introdurre e approvare nuovi riti e di mutare quelli che giudica doversi mutare; [i Vescovi, poi, hanno il diritto e il dovere di vigilare diligentemente perché le prescrizioni dei sacri canoni relative al culto divino siano puntualmente osservate.] 

 

Für Englisch-Verstehende siehe dazu: