Seligsprechungsverfahren modifiziert

Öffentliches Konsistorium, 20. April 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Apostolisches Schreiben in Form eines Motu Proprio
„maiorem hac dilectionem“ vom 11. Juli 2017

Der Heilige Stuhl veröffentlichte am 11. Juli 2017 ein Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus in Form eines Motu Proprio „maiorem hac dilectionem“ zum Seligsprechungsverfahren.

Nach den neuen Normen können Christen, die ihr Leben aus freier Entscheidung und willentlich aus Nächstenliebe geschenkt haben, seliggesprochen werden. Ihr Verhalten sei eine wahre, vollkommene und beispielhafte Nachahmung Jesu.

Der Fall wurde am 27. September 2017 von der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse aufmerksam studiert, und fünf Artikel dazu festgesetzt, die die bisher gültige Apostolische Verfassung modifizieren.

Artikel 1 fügt entsprechend den „iter“ [lat. iter, itineris n, der Weg] der freiwilligen Hingabe des eigenen Lebens hinzu. Bis dato waren die Anerkennung eines Martyriums oder christlicher Tugenden und eines Wunders auf Fürsprache die Voraussetzungen für die Seligsprechung. Während das Martyrium eine Verfolgung voraussetzt, kann die Hingabe des eigenen Lebens auch ohne diese bejaht werden. Ein Beispiel ist die aufopferungsvolle Pflege von Patienten mit hochinfektiösen gefährlichen Krankheiten.

Gemäß dem Johannesevangelium (Joh 15,13), „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“, das in dem Schreiben zitiert wird, soll den Christen Ehre zuteil werden, die ihr Leben hingeben. Der Tod muss kurz danach eintreten und in Zusammenhang mit der Hingabe stehen. Ein Wunder ist – wie auch bei der Anerkennung christlicher Tugenden – erforderlich.

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Quelle

Konsistorium: „Ihr seid nicht zu Fürsten berufen“

Roter Hut für den Erzbischof von Barcelona

Fünf Kirchenmänner aus den verschiedensten Teilen der Welt sind jetzt Kardinäle. Papst Franziskus hat sie am Mittwochnachmittag mit einer Feier in das Kardinalskollegium aufgenommen. Unter den fünf Neulingen ist der Bischof von Stockholm: Anders Arborelius, erster Kardinal im mehrheitlich lutherischen Schweden.

„Du bist Petrus“, sang der Chor zu Beginn der Vesper. Franziskus betete zunächst am Grab des Petrus unter der Kuppel des Michelangelo, dann leitete er vor Tausenden von Menschen im Petersdom das mittlerweile vierte Konsistorium zur Schaffung von Kardinälen in seinem Pontifikat. Es war eine Feier der Weltkirche, denn die Kardinäle kommen aus Mali, Spanien, Laos, El Salvador und – wie gesagt – Schweden. Würde jetzt ein Konklave stattfinden, dann gäbe es zum ersten Mal unter den Wahlberechtigten keine europäische Mehrheit mehr. Das war beim letzten Konklave 2013 noch anders. Weltkirche, wir kommen!

Schwedischer Kardinal erhält prominente Titelkirche

Der Papst verlas selbst die Namen der von ihm für den Kardinalsstand Ausgesuchten: Jean Zerbo, Erzbischof von Bamako in Mali; Juan José Omella, Erzbischof von Barcelona in Spanien; Anders Arborelius, Bischof von Stockholm in Schweden; Louis-Marie Ling Mangkhanekoun aus Pakse in Laos; und schließlich Gregorio Rosa Chavez, Weihbischof von San Salvador in El Salvador. Franziskus wies seinen neuen Kardinälen auch Titelkirchen in Rom zu: Der Spanier wird dadurch Hausherr in der Basilika Santa Croce in Gerusalemme nicht weit vom Lateran, der Schwede wiederum in der Basilika Santa Maria degli Angeli an der zentralen Piazza della Repubblica.

Die neuen Kardinäle sprachen ein Glaubensbekenntnis und schworen dem Papst die Treue, dann erhielten sie als Zeichen ihrer neuen Würde aus seinen Händen die rote Kopfbedeckung und den Ring des Kardinalats. Es war eine relativ kurze Feier, mit der der „exklusivste Männerclub der Welt“ – so hat eine amerikanische Zeitung das Kardinalskollegium mal beschrieben – ein paar Neuzugänge erhalten hat.

„Die Wirklichkeit ist eine ganz andere…“

In seiner Predigt ging Franziskus von einer Bemerkung aus dem Matthäusevangelium aus, die zunächst eher nebensächlich klingt: „Jesus schritt ihnen voran.“ Dieses Voranschreiten habe einen dramatischen Hintergrund, denn Jesus gehe nach Jerusalem – im Wissen, dass man ihn dort ans Kreuz schlagen werde.

„Entlang des Weges sind die Jünger selbst durch Interessen abgelenkt, die nicht mit der „Richtung“ Jesu übereinstimmen, mit seinem Willen, der ganz eins ist mit dem Willen des Vaters. Zum Beispiel denken die zwei Brüder Jakobus und Johannes daran, wie schön es wäre, zur Rechten und zur Linken des Königs von Israel zu sitzen (vgl. V. 37). Sie schauen nicht auf die Wirklichkeit! Sie meinen zu sehen und sehen nicht, zu wissen und wissen nicht, besser als die anderen zu verstehen und verstehen nicht…“

Die Wirklichkeit sei in diesem Augenblick, den das Evangelium schildere, „eine ganz andere“, sinnierte der Papst. „Die Wirklichkeit ist das Kreuz, die Sünde der Welt, für die er gekommen ist, um sie auf sich zu nehmen und aus der Erde der Menschen auszureißen. Die Wirklichkeit sind die Unschuldigen, die aufgrund von Kriegen und Terrorismus leiden und sterben; sie ist die Sklaverei, die nicht aufhört, die Würde des Menschen auch im Zeitalter der Menschenreche zu leugnen; die Wirklichkeit ist jene der Flüchtlingslager, die zuweilen mehr einer Hölle als einem Fegefeuer ähneln; die Wirklichkeit ist die systematische Entsorgung all dessen, was nicht mehr gebraucht wird, und seien es Menschen. Das ist es, was Jesus sieht, während er nach Jerusalem geht.“

Entschlossen auf das Kreuz zugehen

Durch die Formulierungen des Papstes öffnete sich die Wirklichkeit der Zeit Jesu deutlich für die heutige Wirklichkeit – man nehme nur die Erwähnung von Flüchtlingslagern, die „einer Hölle ähneln“. Vor einigen Wochen hatte Franziskus pointiert formuliert, einige der heutigen Flüchtlingslager glichen „Konzentrationslagern“.

„Während seines öffentlichen Lebens hat Jesus die Zärtlichkeit des Vaters geoffenbart, indem er all diejenigen heilte, die in der Gewalt des Teufels waren (vgl. Apg 10,38). Jetzt weiß er, dass der Augenblick gekommen ist, bis auf den Grund zu gehen, die Wurzeln des Bösen auszureißen, und deshalb geht er entschlossen auf das Kreuz zu. Auch wir, Brüder und Schwestern, gehen mit Jesus auf diesem Weg.“

Dem Vater und den Brüdern dienen

Damit wandte sich der Papst speziell an die neuen Kardinäle. „Jesus „geht euch voran“ und bittet euch, ihm entschieden auf seinem Weg zu folgen. Er ruft euch auf, die Wirklichkeit anzuschauen, euch nicht von anderen Interessen, von anderen Sichtweisen ablenken zu lassen. Er hat euch nicht gerufen, „Fürsten“ in der Kirche zu werden, um „zu seiner Rechten oder zu seiner Linken zu sitzen“. Er ruft euch, so wie er und mit ihm zu dienen; dem Vater und den Brüdern zu dienen.“

Die Kardinäle sollten der Welt „mit der gleichen inneren Haltung“ entgegentreten wie Jesus, bat Franziskus. „Wenn ihr ihm folgt, geht auch ihr dem heiligen Volk Gottes voran, wobei ihr den Blick fest auf das Kreuz und die Auferstehung des Herrn gerichtet haltet.“

(rv 28.06.2017 sk)

Kommentar zum Konsistorium: Die Schuhe anlassen

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Aus dem Konsistorium

Feierliche Zeremonie im Petersdom, Franziskus kreiert 17 neue Kardinäle. Sie kommen aus aller Welt und werden das Gesicht des Kardinalskollegiums weiter verändern. Ein Kommentar von Anne Preckel.

Wie es der Ritus verlangt, schwören die Neuernannten dem Papst ihre Treue, im Notfall bis aufs Blut – deshalb die rote Farbe des Kardinalsbiretts, das der Pontifex seinen Kardinälen verleiht. Was auf den ersten Blick symbolträchtig und etwas überkommen erscheint, dem wird unter Papst Franziskus neues Leben eingehaucht: Vielen der Kirchenmännern, die der Papst an diesem trüben Novembertag in den Kardinalsstand hob, ist Blut ein Begriff, und zwar nicht nur als starkes Symbol.Er wolle seine normalen Schuhe anlassen, bekannte etwa der Apostolische Nuntius von Damaskus vor seiner Erhebung zum Kardinal. Mit Bescheidenheit hatte das nichts zu tun, eher mit Zeugnis: Daran klebe das Blut syrischer Kinder, das er vors Petrusgrab tragen wolle, führte Mario Zenari aus. Kein Moment, um plakativ zu sein, nein, ganz ernsthaft: Der Nuntius und seine Priester waren in Aleppo und Damaskus wenige Tage zuvor noch über Leichen gestiegen.

Bekanntschaft mit dem Blut hat auch der Erzbischof von Bangui in der Zentralafrikanischen Republik gemacht. Dieudonne Nzapalainga ist der jüngste Neuzugang im Kardinalskollegium und erste Kardinal seines Landes. Immer wieder brechen in dem Bürgerkriegsland Differenzen entlang ethnisch-religiöser Linien auf, Anschläge extremer Muslime, Vergeltungsschläge von Christen, eine perfide Spirale der Gewalt. Nzapalainga ging beherzt auf seine muslimischen Mitbürger zu und brachte eine interreligiöse Friedensinitiative auf den Weg. Und es war in Bangui, nicht in Rom, wo Papst Franziskus die erste der Heiligen Pforten aufstieß.

Einer, der schon vor Jahrzehnten bereit war, sein Blut für die Kirche zu geben, ist der albanische Märtyrerpriester Ernest Simoni. Er war von den Kommunisten aufgrund seines Glaubens zu 18 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden und entging mehrere Male nur knapp dem Tod. Franziskus lernte den drahtigen, wortkargen Mann vor zwei Jahren in Tirana besser kennen und entschied daraufhin, Simoni für sein „Überlebenszeugnis“ mit der Kardinalswürde zu krönen.

Zugegeben, nicht alle der neuen Kardinäle kommen aus solch extremen Kontexten, viele jedoch, wie es Franziskus gefällt, „vom anderen Ende der Welt“ und aus Krisenregionen, die in Europa wenig Beachtung finden: Würdenträger aus fünf Ländern und sieben Diözesen sind dabei, die niemals einen Kardinal stellten, engagierte Seelsorger wie etwa der erste Kardinal Papua-Neuguineas, Erzbischof John Ribat, der sich für Flüchtlinge, Aids- und Malaria-Kranke einsetzt, oder der neue Erzbischof der Diözese Newark in den USA, dem ethnische Vielfalt und Einwanderer keine Angst machen. Auch nicht die Rassenkonflikte in den USA, schon wieder Blut, die die Kirche dort aktuell umtreiben.

Die Liste lässt sich fortsetzen, doch das führte hier zu weit. Halten wir fest: Was Europa gern als „Ränder der westlichen Zivilisation“, Entwicklungsländer oder Risikozonen abstempelt, will dieser Papst ganz nah bei sich und im Herzen der Kirche wissen. Darum geht es, wenn man sich ansieht, wie Franziskus entscheidet, in Punkto Personal und Pastoral. Dass dieser Papst keine Mehrheiten für eine Papstwahl am Schreibtisch austüftelt, muss man wohl nicht noch unterstreichen. Das Kardinalskollegium wird mit ihm internationaler, bunter, weniger europäisch, ja, man könnte auch sagen: Wirklichkeit hält stärker Einzug im Vatikan.

Vor einer Woche waren es im Petersdom noch Obdachlose, die den Marmorboden traten, die Woche davor Häftlinge, an diesem Samstag umarmt der Papst eben Kardinäle – keine disparate Reihe für Franziskus. Er sieht in Barmherzigkeit den Auftrag eines jeden Christen sieht, mit oder ohne Birett.

(rv 19.11.2016 pr)

Papstpredigt zum Konsistorium: Auch Feind muss man lieben

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Papst Franziskus

Hier die Homilie des Heiligen Vaters beim Ordentlichen Öffentlichen Konsistorium für die Kreierung neuer Kardinäle in der römischen Basilika St. Peter von diesem Samstag, 19. November 2016:

 

Der Abschnitt aus dem Evangelium, den wir eben gehört haben (vgl. Lk 6,27-36), ist von vielen die „Feldpredigt“ genannt worden. Nach der Einsetzung der Zwölf stieg Jesus mit seinen Jüngern hinunter in die Ebene, wo eine Menschenmenge auf ihn wartete, um ihn zu hören und sich heilen zu lassen. Die Berufung der Apostel geht einher mit diesem „Sich-auf-den-Weg-Machen“ in die Ebene, zur Begegnung mit einer großen Anzahl von Menschen, die – wie der Evangelientext sagt – „geplagt“ waren (vgl. V. 18). Anstatt die Jünger oben auf dem Berg, auf dem Gipfel zu lassen, führt die Wahl sie ins Herz der Menge, stellt sie mitten in ihre Qualen hinein, auf die Ebene ihres Lebens. Auf diese Weise offenbart der Herr ihnen und uns, dass man den wahren Gipfel in der Ebene erreicht, und die Ebene erinnert uns daran, dass der Gipfel in einem Blick liegt und besonders in einem Aufruf: » Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! « (V. 36).

Es ist eine Einladung, die von vier Imperativen, wir könnten sagen von vier Ermahnungen begleitet ist, die der Herr an sie richtet, um ihre Berufung in der Konkretheit, im Alltag des Lebens zu formen. Es sind vier Tätigkeiten, die dem Weg des Jüngers Form geben, Leibhaftigkeit verleihen und ihn greifbar machen sollten. Wir könnten sagen, dass es vier Abschnitte der Mystagogie der Barmherzigkeit sind: Liebt, tut Gutes, segnet und betet. Ich denke, dass wir über diese Aspekte alle einer Meinung sein können und dass sie uns auch als vernünftig erscheinen. Es sind vier Handlungen, die wir leicht verwirklichen mit unseren Freunden, mit den Menschen, die uns mehr oder weniger nahe stehen, nahe im Hinblick auf Zuneigung, Geschmack und Gewohnheiten.

Das Problem kommt auf, wenn Jesus uns die Zielgruppe dieser Handlungen vorstellt, und darin ist er ganz unmissverständlich, gebraucht er weder Umschweife, noch Beschönigungen. Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen, segnet die, die euch verfluchen, betet für die, die euch misshandeln (vgl. V. 27-28).

Und das sind keine Handlungen, die gegenüber einem, der als Gegner, als Feind vor uns steht, selbstverständlich sind. Solchen gegenüber ist unsere erste, instinktive Haltung die, sie zu disqualifizieren, sie zu diskreditieren, sie zu verfluchen; in vielen Fällen versuchen wir, sie zu „verteufeln“, mit dem Ziel, eine „heilige“ Rechtfertigung zu haben, um sie uns vom Halse zu schaffen. Im Gegensatz dazu sagt uns Jesus in Bezug auf den Feind, auf den, der dich hasst, dich verflucht oder dich diffamiert: Liebe ihn, tu ihm Gutes, segne ihn und bete für ihn.

Wir stehen vor einer der ureigensten Charakteristiken der Botschaft Jesu, dort, wo sich seine Kraft und sein Geheimnis verbergen. Dort entspringt die Quelle unserer Freude, von dort kommen die Macht unserer Sendung und die Verkündigung der Frohen Botschaft. Der Feind ist einer, den ich lieben muss. Im Herzen Gottes gibt es keine Feinde, Gott hat nur Söhne und Töchter. Wir richten Mauern auf, bauen Barrieren und stufen die Menschen ein. Gott hat Söhne und Töchter, und zwar nicht, um sie sich vom Leibe zu halten. Die Liebe Gottes hat das Merkmal der Treue zu den Menschen, denn es ist eine leidenschaftliche Liebe, eine Mutter- und Vaterliebe zugleich, die sie nicht im Stich lässt, selbst wenn sie Fehler begangen haben. Unser Vater wartet nicht darauf, die Welt erst dann zu lieben, wenn wir gut sein werden, er wartet nicht darauf, uns erst dann zu lieben, wenn wir weniger ungerecht oder wenn wir vollkommen sein werden. Er liebt uns, weil er die Wahl getroffen hat, uns zu lieben; er liebt uns, weil er uns die Gotteskindschaft verliehen hat. Er hat uns sogar geliebt, als wir noch Feinde waren (vgl. Röm 5,10). Die bedingungslose Liebe des Vaters zu allen war und ist ein echtes Erfordernis der Umkehr für unser armseliges Herz, das dazu neigt, zu richten, zu trennen, Gegensätze zu schaffen und zu verurteilen. Das Wissen, dass Gott auch den, der ihn ablehnt, weiter liebt, ist eine unerschöpfliche Quelle der Zuversicht und ein Ansporn für die Mission. Keine schmutzige Hand kann verhindern, dass Gott in diese Hand das Leben legt, das er uns schenken möchte.

Unsere Epoche ist gekennzeichnet durch gewaltige Problemkomplexe und Fragen auf Weltebene. Wir erleben eine Zeit, in der in unseren Gesellschaften die Polarisierung und die Ausschließung als einzige Möglichkeit zur Lösung von Konflikten seuchenartig wieder aufleben. So sehen wir zum Beispiel, wie jemand neben uns rasch nicht nur als Unbekannter oder Immigrant oder Flüchtling eingestuft, sondern als Bedrohung wahrgenommen und als Feind eingestuft wird. Feind, weil er aus einem fernen Land kommt oder weil er andere Bräuche hat. Feind wegen seiner Hautfarbe, wegen seiner Sprache oder seiner gesellschaftlichen Stellung, Feind, weil er anders denkt und auch weil er einen anderen Glauben hat. Feind weil… Und ohne dass wir es merken, macht sich diese Logik in unserer Lebens-, Handlungs- und Vorgehensweise breit. Dann beginnen alle und alles den Beigeschmack der Feindschaft zu haben. Nach und nach verwandeln sich die Verschiedenheiten in Symptome von Feindseligkeit, Bedrohung und Gewalt. Wie viele Wunden vergrößern sich aufgrund dieser Seuche der Feindschaft und Gewalt, die im Fleisch vieler ihre Spuren hinterlässt, die keine Stimme haben, weil ihr Aufschrei schwächer geworden und schließlich verstummt ist aufgrund dieser Pathologie der Gleichgültigkeit! Wie viele Situationen der Unsicherheit und des Leidens werden durch diese Zunahme der Feindschaft unter den Völkern, unter uns, ausgesät! Ja, unter uns, in unseren Gemeinschaften, unseren Priesterkollegien, unseren Versammlungen. Das Virus der Polarisierung und der Feindschaft dringt in unsere Art zu denken, zu fühlen und zu handeln ein. Dagegen sind wir nicht immun, und wir müssen aufpassen, dass eine solche Haltung nicht unser Herz in Beschlag nimmt, denn das würde sich gegen den Reichtum der Universalität der Kirche wenden, den wir in diesem Kardinalskollegium mit Händen greifen können. Wir kommen aus fernen Ländern, haben unterschiedliche Bräuche, Hautfarben, Sprachen und gesellschaftliche Stellungen; wir haben unterschiedliche Denkweisen und feiern sogar den Glauben in verschiedenen Riten. Und nichts von alledem macht uns zu Feinden, im Gegenteil, es ist einer unserer größten Reichtümer.

Liebe Brüder, Jesus hört nicht auf, „vom Berg hinabzusteigen“, unaufhörlich möchte er uns in den Kreuzweg unserer Geschichte einfügen, um das Evangelium der Barmherzigkeit zu verkünden. Immer wieder ruft Jesus uns und sendet uns in die „Ebene“ unserer Völker, immer wieder lädt er uns ein, unser Leben damit zu verbringen, die Hoffnung unserer Leute zu unterstützen, als Zeichen der Versöhnung. Als Kirche sind wir immer wieder eingeladen, unsere Augen zu öffnen, um auf die Wunden so vieler Brüder und Schwestern zu schauen, die ihrer Würde beraubt sind, die in ihrer Würde beraubt sind.

Lieber Mitbruder und neuer Kardinal, der Weg zum Himmel beginnt in der Ebene, im Alltag des zerstückelten und miteinander geteilten Lebens, eines verausgabten und verschenkten Lebens. In der täglichen und stillschweigenden Gabe dessen, was wir sind. Unser Gipfel ist diese Qualität der Liebe; unser Ziel und unsere Bestrebung ist, zu versuchen, in der Ebene des Lebens gemeinsam mit dem Volk Gottes uns in Menschen zu verwandeln, die zu Vergebung und Versöhnung fähig sind.

Lieber Bruder, heute wird von dir verlangt, in deinem Herzen und in dem der Kirche diese Einladung zu bewahren, barmherzig wie der Vater zu sein und dabei dies im Bewusstsein zu haben: » Wenn uns etwas in heilige Sorge versetzen und unser Gewissen beunruhigen soll, dann ist es die Tatsache, dass so viele unserer Brüder und Schwestern ohne die Kraft, das Licht und den Trost der Freundschaft mit Jesus Christus leben, ohne eine Glaubensgemeinschaft, die sie aufnimmt, ohne einen Horizont von Sinn und Leben « (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium 49).

(rv 19.11.2016 mg)

Ernest Simoni: Der Märtyrer-Kardinal aus Albanien

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Der albanische Priester und bald Kardinal Ernest Simoni

Er ist einer der wohlverdienten Kleriker, den der Papst am Samstag in den Kardinalsstand heben wird, und er kommt sozusagen „vom Rande Europas“ in den Vatikan: der albanische Priester Ernest Simoni Troshani. Der heute 87-jährige Albaner erlebte im Kommunismus Jahrzehnte der Unterdrückung, saß im Gefängnis und leistete Zwangsarbeit ab. Sein Zeugnis bewegte den Papst, der Albanien im September 2014 besuchte. Simoni trug damals in der Paulus-Kathedrale von Tirana vor.

Bereit, für den Glauben zu sterben

Es war der 24. Dezember 1963, als die Häscher des „ersten atheistischen Staates der Welt“ den jungen Priester in Nordalbanien festnahmen. Er feierte gerade die Weihnachtsmesse im Dorf Barbullush südlich der Stadt Shkoder, aus der Region kamen viele der katholischen Märtyrer, die sich dem Regime damals widersetzten: „Sie legten mir Handschellen an, banden mir die Hände hinter dem Rücken zusammen und trieben mich mit Fußtritten in ihr Auto. Aus der Kirche brachten sie mich in eine Zelle, wo ich drei Monate unter menschenunwürdigen Bedingungen verbrachte. Gefesselt brachten sie mich zum Verhör. Ihr Anführer sagte mir: ,Du wirst als Feind erhängt, denn du hast dem Volk gesagt, dass wir alle für Christus werden sterben, wenn es nötig ist.‘ Sie zogen die Eisen an meinen Händen so sehr an, dass mein Herzschlag aufhörte und ich fast starb. Sie wollten, dass ich gegen die Kirche und deren Hierarchie aussagte. Ich habe das nicht akzeptiert. Nach der Folter war ich fast tot. Als sie mich so sahen, ließen sie mich frei. Der Herr wollte, dass ich weiterlebte.“

Schuften in der Hölle

Simonis Todesurteil wurde damals in Zwangsarbeit umgewandelt, 18 Jahre lang musste er als Mienenarbeiter schuften, tauchte buchstäblich ab in die Hölle. Über diese Grenzerfahrung berichtete der  Priester im Kontext des Papstbesuches in Tirana im Interview mit Radio Vatikan: „Das war bis zu 500 Metern unter der Erde, wo ich graben musste. Dort hat uns Gott jeden Tag vor dem Tode bewahrt, denn die Miene war nicht ausgerüstet oder abgesichert, es gab giftige Dämpfe und Wasser, das mit Schwefelsäure vermischt war – doch Gott hat uns alle gerettet.“

Um sich und andere zu schützen, isolierte er sich, kaum sprach er mit anderen Gefangenen. Kraft gab ihm das Gebet, so der Priester, einige im Lager hätten ihn für verrückt erklärt, sagt P. Simoni und – er lacht: „Das ist die Gnade Gottes. Ich habe mich nie beschwert, ich immer Hoffnung in Jesu Worte gesetzt: ich werde bei euch sein, bis zum Ende. Ich betete den Rosenkranz, und die anderen nicht-katholischen Gefangen wunderten sich manchmal, dachten wohl, ich sei verrückt geworden und würde mit mir selber sprechen.“

Verrückt zu werden – wohl das Naheliegendste unter solchen Umständen. Nicht so Pater Simoni: „Denn Jesus lebt mit all jenen, die ihn lieben.“

Nach fast zwei Jahrzehnten wurde Pater Simoni 1981 aus der Gefangenschaft entlassen, er hatte überlebt. Er musste fortan als Kanalarbeiter arbeiten und wurde weiter ständig überwacht. Seinen Glauben konnte er auch in den 80er Jahren nur im Untergrund praktizieren, erst mit dem Fall des kommunistischen Regimes im Jahr 1990 konnte er in Albanien wieder offen für die katholische Kirche wirken. So schlichtete er etwa seitdem vielfach Familienfehden, die in Albanien häufig blutig enden.

Sein Zeugnis bewegte den Papst

Es war im September 2014, als der Papst auf Simoni aufmerksam wurde. Die Abgründe der Religionsverfolgung in Albanien waren für Franziskus, so hat er das selbst gesagt auf seiner Albanien-Reise, „eine Überraschung“: „Ich wusste nicht, dass euer Volk so gelitten hat“, so der Papst wörtlich bei einer Vesperfeier mit Priestern, Orden und Laien in Tirana. Zwei Jahre später, im Oktober 2016, gab der Papst bekannt, Pater Ernest Simoni in den Kardinalsstand heben zu wollen. Papstwähler wird der über 80-Jährige nicht sein, eines aber hat er schon getan, was eines Kardinales würdig ist: sein Blut gegeben für die Kirche.

(rv 17.11.2016 pr)

Vatikan/Syrien: „Kardinalsrot bedeutet Blut“

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Erzbischof Mario Zenari, Nuntius in Syrien und bald Kardinal

Am Samstag kreiert Franziskus neue Kardinäle. Zum Kardinal erhoben zu werden hat vor allem mit Würde und Entscheidungsmacht zu tun, mag man denken – dieser Eindruck verstärkt sich nicht zuletzt durch die pompöse Zeremonie im Petersdom. Der diesjährige Kandidat aus Syrien setzt diesen Akzent: „Das scharlachrote Kardinalsrot bedeutet Blut, es bedeutet dazu bereit zu sein, sein Blut für die Treue zu Christus und seine Kirche zu geben“, erinnert der Nuntius von Damaskus im Interview mit Radio Vatikan. Erzbischof Mario Zenari ist gebürtiger Italiener und einer der 17 kirchlichen Würdenträger, denen der Papst am Samstag das rote Birett aufsetzen wird.

Er deutet seine Erhebung zum Kardinal als Zeichen der Solidarität mit der notleidenden syrischen Bevölkerung:

„Ich habe da direkt an Syrien gedacht: Diese Kardinalswürde enthält das Blut vieler Menschen, vor allem der Kinder. Ich werde also all diese Personen, all das Leid am Samstag und Sonntag zum Petersplatz tragen. Ich erinnere mich etwa an die zwei Kinder, vier und neun Jahre alt, die auf einem Balkon in Damaskus von eine Mörsergranate getroffen wurden, als sie dort auf ihre Mutter warteten. Sie waren auf der Stelle tot. Dann, vor ein paar Monaten, ein weiterer Fall in Aleppo: Eine Granate fiel auf ein Altenheim, das von einer Ordensgemeinschaft geführt wurde. Als ich in Eile dort ankam, sah ich das Blut auf der Erde, das Blut einer alten Frau, die voll getroffen worden war. Wenn ich jetzt zum Petersdom komme, behalte ich meine Schuhe an, an denen dieses Blut klebt. Ich trage es vor das Petrusgrab.“

Zum Ende des Heiligen Jahre der Barmherzigkeit feiert Erzbischof Zenari am kommenden Sonntag zusammen mit dem Papst und den anderen neuen Kardinälen eine Heilige Messe im Petersdom. Das Motto des Jubeljahres versteht der Nuntius in Syrien nicht als guten Vorsatz; es sei für die kirchlichen Helfer vor Ort sozusagen das tägliche Brot im Kriegsalltag – etwa wenn es um die Bestattung der Toten geht: „In Europa ruft man ein Unternehmen an und macht die Beerdigung. In Syrien gibt es Menschen, Priester, die unter Beschuss der Heckenschützen ihr Leben riskieren, um von den Straßen die Toten aufzulesen. Und wenn wir über die Bestattung sprechen: man geht von 400.000 Toten in Syrien aus.“

Von 400.000 Toten und 2 Millionen Verletzten, 5 Millionen Isolierten und tausenden Belagerten, die aufgrund der Kriegsgefechte nur schwer oder gar keine Hilfe erreicht, 4,5 Millionen Flüchtlingen und 7 Millionen Binnenflüchtlingen. Insgesamt seien 13,5 Millionen Menschen im Land dringend auf Hilfe angewiesen. Der Nuntius nennt ein paar Zahlen, zeichnet mit groben Strichen die Fratze des Krieges. Vor allem Essen und Trinkwasser seien ein Riesenproblem, da Zuleitungen zerstört worden seien. Das sei aber noch nicht alles, fügt Zenari dann an: „Das, was man nicht sieht, die größten Schäden, sind die Bomben, die in die Seele eingedrungen sind, in die Herzen der Kinder, die so viel Gewalt gesehen haben. In ein paar Jahren wird man diese Gebäude, die Infrastrukturen wieder aufbauen; wie aber kann man die Herzen, die Seelen dieser Kinder wieder heilen, die solch tiefe Wunden davongetragen haben? Das ist eine Herausforderung für alle Religionen in Syrien, dieser Wiederaufbau der Seelen.

(rv 17.11.2016 pr)

Konsistorum: Die neuen Kardinäle im Porträt

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Kardinäle

Papst Franziskus hebt am kommenden Samstag 17 Kirchenmänner aus 15 Ländern in den Kardinalsstand. Es ist das dritte Konsistorium seiner Amtszeit. Von den neuen Kardinälen sind 13 unter 80 Jahre alt und damit papstwahlberechtigt, die anderen haben die Altersobergrenze bereits überschritten. Lesen Sie im Folgenden Kurzporträts der neuen Purpurträger in alphabetischer Reihenfolge, zusammengestellt von „Kathpress“.

Carlos Aguiar Retes, Mexiko

Carlos Aguiar Retes (66) ist seit 2009 Erzbischof von Tlalnepantla in Mexiko. Am 19. November erhält er das Kardinalsbirett. Dadurch wertet Franziskus eine wenig bekannte Diözese mit der Kardinalswürde auf. Seit 2007 ist Aguiar Mitglied des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog. 2014 und 2015 nahm der Mexikaner im Vatikan an den Bischofssynoden teil. Als Präsident des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM war er 2014 an der Verfassung des Abschlussdokuments der Bischofssynode beteiligt.

Aguiar wurde am 9. Jänner 1950 im mexikanischen Tepic geboren. Er studierte in den USA und machte an der Päpstlichen Universität Gregoriana seinen Doktor in Bibeltheologie. 1973 erhielt er die Priesterweihe. Aguiar wirkte als Pfarrvikar, war Präsident der Organisation der Mexikanischen Seminare OSMEX und Rektor des Priesterseminars von Tepic. An der Päpstlichen Universität in Mexiko war er Rektor einer Seminaristenresidenz und Professor für Heilige Schrift. 1997 wurde er von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zum Bischof der mexikanischen Diözese Texcoco ernannt und 2009 von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) zum Erzbischof von Tlalnepantla.

Von 2006 bis 2012 war Aguiar Präsident der Mexikanischen Bischofskonferenz, von 2004 bis 2006 ihr Generalsekretär. CELAM-Präsident war er von 2011 bis 2015. In den Jahren 2003 bis 2007 hatte er dort bereits das Amt des Ersten Vizepräsidenten und von 2002 bis 2003 das des Generalsekretärs inne.

Renato Corti, Italien

Renato Corti (80), Altbischof von Novara (1991-2011) erhält am 19. November das Kardinalsbirett, als Zeichen der Ehre für seinen Dienst in der Kirche. Neben Mario Zenari, den Franziskus aber ausdrücklich aufgrund seines Amts als Papstbotschafter in Syrien wählte, ist er der zweite Purpurträger aus Italien unter den 17 vom Papst ernannten neuen Kardinälen. Aufgrund seines Alters wäre Corti bei einem Konklave aber nicht papstwahlberechtigt.

Der am 1. März 1936 im norditalienischen Galbiate geborene Corti hielt 2005 die letzten Fasten-Exerzitien für Papst Johannes Paul II. und die Kurie und verfasste 2015 die Kreuzweg-Meditation für Papst Franziskus. Der Italiener gilt als besonders begabter Prediger. Corti war u.a. zehn Jahre lang Stellvertretender Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz (1995-2005).

1959 erhielt Corti die Priester- und 1981 die Bischofsweihe. Von 1991 an war er zehn Jahre lang Bischof der piemontesischen Diözese Novara, deren Leitung er aus Altersgründen 2011 abgab.

Blase Joseph Cupich, USA

Im Fall von Blase Joseph Cupich (67) hielt sich Franziskus ausnahmsweise an die Konvention: Der Erzbischof von Chicago ist traditioneller Anwärter auf die Kardinalswürde. Cupich gilt als Franziskus‘ Mann in der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten. Der Papst berief ihn im September 2014 zum Erzbischof von Chicago. Im Oktober 2015 nahm er als vom Papst persönlich berufenes Mitglied an der Bischofssynode über Ehe und Familie im Vatikan teil. Im Juli 2016 ernannte Franziskus ihn zusätzlich zum Mitglied der einflussreichen vatikanischen Bischofskongregation, die für die Ernennung neuer Bischöfe zuständig ist.

Cupich ist unter den Bischöfen der USA ein Außenseiter. Illegal Eingewanderten will er einen legalen Aufenthaltsstatus geben, und nach dem Attentat auf einen Schwulen-Club in Orlando sorgte er für Aufsehen, als er zum Gebet für „unsere schwulen und lesbischen Brüder und Schwestern“ aufrief. Nach seiner Ernennung zum Erzbischof von Chicago zog er vom Bischofshaus in eine Wohnung um.

Nach einem Theologie-Studium in Washington und der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom wirkte Cupich unter anderem als Seelsorger und Rektor eines Priesterseminars. 1998 wurde er zum Bischof von Rapid City im Bundesstaat South Dakota ernannt, 2010 wechselte er an die Spitze der Diözese Spokane im Bundesstaat Washington.

Kevin Joseph Farrell, Irland

Der im August von Papst Franziskus zum Leiter der neuen vatikanischen Großbehörde für Laien, Familie und Leben ernannte Bischof Kevin Joseph Farrell (69) verbindet eine konservative Haltung mit Weltläufigkeit: Am 2. September 1947 in Dublin geboren, besuchte er die High School der Schulbrüder in Drimnagh und trat 1966 den Legionären Christi bei, verließ die Gemeinschaft jedoch 1984 wieder. Farrell studierte Philosophie und Theologie in Rom und wurde dort 1978 zum Priester geweiht. Anschließend war er Kaplan an der Universität Monterrey (Mexiko), wo er auch in Bioethik und Sozialethik unterrichtete.

In den 1980er Jahren unterstützte er die Erzdiözese Washington bei der Betreuung spanischsprechender Priester. 1984 wurde er in den Washingtoner Weltklerus übernommen und war Pfarrer in Olney, Bethesda und Washington D.C. 1985 wurde er Direktor des spanischen katholischen Zentrums in Washington, einer Einrichtung zur Betreuung neuer Einwanderer bei Rechtshilfe, Bildung, Beschäftigung und medizinischer Unterstützung. 1987 bis 1988 war Farrell Direktor der Caritas, von 1989 bis 2001 Finanzsekretär der Erzdiözese Washington und 1995 Generalvikar.

Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ernannte Farrell zum Weihbischof in Washington. Im März 2007 machte Papst Benedikt XVI. (2005-2013) ihn zum Bischof von Dallas. Farrell spricht neben Englisch auch Italienisch und Spanisch. Sein Bruder Brian Farrell (72) ist Kurienbischof und seit 2002 Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.

Anthony Soter Fernandez, Malaysia

Anthony Soter Fernandez (84), früherer Erzbischof von Kuala Lumpur, wird der erste Kardinal für Malaysia. Am 19. November erhält er das Kardinalsbirett, als Zeichen der Ehre für seinen Dienst in der Kirche. Aufgrund seines Alters wäre er bei einer Papstwahl nicht wahlberechtigt.

Rund 60 Prozent der 31 Millionen Malaysier sind Muslime. 40 Prozent gehören den Minderheitsreligionen an. Der Islam ist in dem südostasiatischen Land Staatsreligion. Fernandez gilt laut Medienberichten als engagierter Kämpfer für den interreligiösen Dialog im Land.

Fernandez, der indische Wurzeln hat, wurde am 22. April 1932 in der malaysischen Stadt Sungai Petani geboren. 1966 erhielt er die Priesterweihe; elf Jahre später wurde er zum Bischof von Penang ernannt und 1993 zum Erzbischof von Kuala Lumpur. Die Erzdiözese leitete er bis zu seinem Rücktritt aus Altersgründen im Jahr 2003. Seitdem kümmert er sich als Spiritual des Priesterseminars von Penang um die Priesterausbildung.

Von 1987-1990 und von 2000 bis 2003 war Fernandez Präsident der katholischen Bischofskonferenz für Malaysia, Singapur und Brunei.

Jozef De Kesel, Belgien

Jozef De Kesel (69), seit Dezember Erzbischof von Mecheln-Brüssel und gleichzeitig Primas von Belgien, ist künftig der einzige konklave-berechtigte Kardinal aus Belgien. Sein Landsmann Godfried Danneels darf mit seinen 83 Jahren nicht mehr an einer Papstwahl teilnehmen. De Kesel war im Februar zum Vorsitzenden der Belgischen Bischofskonferenz gewählt worden. Er steht für einen vermittelnden kirchenpolitischen Kurs. Der polyglotte Flame tritt intellektuell, besonnen und gemäßigt auf. Mit ihm verbinden sich Hoffnungen auf eine Trendwende in der belgischen Kirche, die in den vergangenen Jahren – auch aufgrund von Skandalen um sexuellen Missbrauch – eine tiefe Glaubwürdigkeitskrise durchlebte.

De Kesel wurde am 17. Juni 1947 als fünftes von neun Kindern in Gent geboren. Nach seinem Studium dort sowie in Leuven und Rom und der Priesterweihe 1972 lehrte er Fundamentaltheologie und philosophische Anthropologie in Gent und Leuven. 2002 wurde er unter Papst Johannes Paul II. (1978-2005) Weihbischof in der Hauptstadt-Erzdiözese Mecheln-Brüssel. Sein Bischofsmotto stammt vom heiligen Augustinus: „Mit euch bin ich Christ“; es soll nach eigenen Worten die Nähe mit den Gläubigen symbolisieren.

2010 ernannte Benedikt XVI. (2005-2013) De Kesel zum Bischof von Brügge. Sein Vorgänger Roger Vangheluwe hatte auf öffentlichen Druck zurücktreten müssen, weil er seinen Neffen über Jahre sexuell missbraucht hatte. De Kesel betonte in einem Interview, es werde mindestens eine Generation dauern, bis die „Wunden“ des Pädophilie-Skandals in der belgischen Kirche verheilt seien. Zudem sprach er sich für gegenseitigen Respekt und eine tolerante belgische Gesellschaft mit Christen, Muslimen und Nichtglaubenden aus.

Sebastian Koto Khoarai, Lesotho

Mit dem Oblaten-Missionar Sebastian Koto Khoarai (87) erhält das Königreich Lesotho am 19. November erstmals einen Kardinal. Franziskus ernannte ihn in Anerkennung seines Lebenswerks; Khoarai war erster Bischof der 1977 errichteten Diözese Mohale’s Hoek (1977-2014) und von 1982 bis 1987 Vorsitzender der Bischofskonferenz von Lesotho. Aufgrund seines Alters wäre Khoarai bei einem Konklave nicht papstwahlberechtigt.

Khoarai wurde am 11. September 1929 in Koaling geboren. Nach seinem Eintritt in die Kongregation der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria empfing er 1956 die Priesterweihe. 1977 wurde er von Papst Paul VI. (1963-1978) zum ersten Bischof der neu gegründeten Diözese Mohale’s Hoek ernannt, 1978 erhielt er die Bischofsweihe. Die Diözese leitete er nach seinem Rücktrittsgesuch aus Altersgründen 2006 als apostolischer Administrator noch bis Februar 2014.

Lesotho, eine Enklave in der Republik Südafrika, zählt rund zwei Millionen Einwohner. Knapp 60 Prozent davon leben laut Weltbank-Angaben in Armut. Viele von ihnen suchen als Farmarbeiter, Reinigungskräfte oder Bergleute besser bezahlte Jobs in Südafrika.

Dieudonne Nzapalainga, Zentralafrika

Mit Dieudonne Nzapalainga (49) erhält am 19. November erstmals ein Zentralafrikaner die Kardinalswürde. Der am 14. März 1967 in Mbomou geborene Nzapalainga ist der jüngste im Kardinalskollegium. Seit 1993 gehört er dem Spiritanerorden an; 2012 wurde er Erzbischof von Bangui. Seit 2013 ist er Präsident der Bischofskonferenz der Zentralafrikanischen Republik.

Mit dem Präsidenten des Präsidenten des zentralafrikanischen Islamrats Imam Oumar Kobine Layama und dem Leiter der Evangelischen Allianz Nicolas Guerekoyamene-Gbango gründete Nzapalainga die „Interreligiöse Friedensplattform“ gegen den Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik.

Nzapalainga wurde 1998 zum Priester geweiht. Bis 2005 war er Kaplan und Vikar in Frankreich. In Bangui war er vier Jahre Regional-Superior der Spiritaner und Pfarrer. 2009 wurde er apostolischer Administrator von Bangui; 2012 erhielt er die Bischofsweihe.

Bei seiner Afrikareise im November 2015 hatte Papst Franziskus vorab in Bangui die Heilige Pforte der Kathedrale geöffnet und Friedensgrüße mit dem Imam der größten Moschee und einem Repräsentanten der evangelikalen Kirche ausgetauscht.

Carlos Osoro Sierra, Spanien

Ein Überraschungskandidat war Carlos Osoro Sierra (71) bei seiner Ernennung zum Erzbischof von Madrid 2014. Er wird als offener, kommunikativer Seelsorger beschrieben. In den teils laut und hart geführten Debatten der Kirchenführung mit den spanischen Regierungen etwa um Abtreibung, Euthanasie und Familienrecht gehörte er bislang zu den eher weniger vernehmbaren Stimmen. Allerdings genießt er offenbar großen Rückhalt unter den spanischen Bischöfen; sie wählten ihn zu ihrem Vize-Vorsitzenden.

Osoros Ernennung zum Kardinal galt als wahrscheinlich; die spanische Hauptstadt ist traditionell mit dem Kardinalsrang verbunden. Allerdings nahm Papst Franziskus auf solche Regeln zuletzt wenig Rücksicht. Vergangenen November berief der Papst Osoro in den Rat der Bischofssynode berufen, der die Aufgabe hat, bis zur kommenden ordentlichen Versammlung die Synodenleitung zu beraten und die Sitzungen vorzubereiten.

Carlos Osoro Sierra wurde am 16. Mai 1945 in Castaneda in der spanischen Provinz Santander geboren. Nachdem er zunächst ein Studium der Pädagogik und Mathematik in Madrid abgeschlossen hatte, trat er in das Spätberufenenseminar Colegio Mayor El Salvador in Salamanca ein und studierte Theologie und Philosophie an der Päpstlichen Universität Salamanca. 1973 empfing er die Priesterweihe.

1996 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zum Bischof von Orense. Von 2002 bis 2009 leitete Osoro das Erzbischof von Oviedo und wurde anschließend von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) zum Erzbischof von Valencia ernannt. Im August 2014 berief Papst Franziskus ihn zum Erzbischof der spanischen Hauptstadt Madrid, wo er Kardinal Antonio Maria Rouco Varela ablöste.

Maurice Piat, Mauritius

Franziskus hat ein großes Herz für kleine Inselstaaten: Nach Bischöfen aus Tonga, Haiti und St. Lucia ist Maurice Piat aus Mauritius bereits der vierte Vertreter dieser Ländergruppe, den er zum Kardinal erhebt. Mit dem Leiter der Hauptstadtdiözese Port-Louis sind nun alle Weltmeere im Kollegium repräsentiert: Pazifik, Karibik und Indischer Ozean. Der Papst, der erstmals in einer Enzyklika zum Kampf gegen den Klimawandel aufrief, will den ersten Opfern dieser Entwicklung offenbar die Solidarität der Weltkirche bekunden.

Piat hat die Welt gesehen: In Irland trat er 1962 in den Spiritanerorden ein und studierte Betriebswirtschaftslehre, in Rom absolvierte er ein Theologie-Studium an der Päpstliche Universität Gregoriana, im indischen Bangalore sammelte er praktische Erfahrungen in der Seelsorge, in Paris belegte er einen Kurs für Priesterausbilder. Anschließend wirkte er als Seelsorger und Beauftragter für kirchliche Basisgemeinschaften in seiner Heimat. Seit 1991 leitet er die Diözese Port-Louis, zunächst als Koadjutor an der Seite seines Vorgängers Kardinal Jean Margeot, seit 1993 als dessen Nachfolger. Piat gehört dem Ständigen Rat der Versammlung der Bischofskonferenzen Afrikas und Madagaskars an.

Baltazar Enrique Porras Cardozo, Venezuela

Baltazar Enrique Porras Cardozo (72) ist seit 1991 Erzbischof von Merida in Venezuela. Mit ihm bekommt das Land, das sich aktuell in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise befindet, am 19. November einen neuen Kardinal. Porras sieht in seiner Ernennung ein Zeichen der Sorge des Papstes für das südamerikanische Land. Seit 1997 ist Porras auch Mitglied des Amerika-Spezialrates der Bischofssynode.

Porras wurde am 10. Oktober 1944 in der venezolanischen Hauptstadt Caracas geboren; zum Priester geweiht wurde er 1967. Der Doktor der Pastoraltheologie war sowohl als Pfarrer als auch als Professor im Einsatz. Von 1979 bis 1983 war er Rektor des Priesterseminars in Caracas. An der Spitze der Venezolanischen Bischofskonferenz stand er von 1999 bis 2006. Im Folgejahr übernahm er das Amt des Ersten Vizepräsidenten des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM, das er bis 2011 ausübte.

John Ribat, Papua-Neuguinea

Wenn Franziskus nach seiner Papstwahl scherzte, die Kardinäle hätten ihn vom anderen Ende der Welt geholt, kann John Ribat (59) das Gleiche sagen: Als erster Kardinal Papua-Neuguineas zieht er in den Kardinalsrat. Geboren am 9. Februar 1957 in Volavolo an der Küste der Bismarck-See, schloss er sich nach der Schule den Herz-Jesu-Missionaren an und arbeitete als Pfarrseelsorger, dann auch Novizenmeister seines Ordens. Mit 43 erhielt er die Ernennung zum Weihbischof von Bereina, einer Diözese so groß wie Niederösterreich, aber mit gerade mal 86.000 Katholiken. 2007 machte Benedikt XVI. (2005-2013) ihn zum Erzbischof-Koadjutor in der Hauptstadt Port Moresby; ein Jahr später übernahm er die Erzdiözese offiziell.

Von einem Südsee-Paradies ist der pazifische Inselstaat weit entfernt: Trotz Wirtschaftswachstum zählt Papua-Neuguinea noch immer zu den ärmeren Entwicklungsländern. Malaria und Aids sind verbreitet. Australien lässt dort seit Jahren Migranten und Flüchtlinge internieren. Soziale Spannungen machten sich im Juni in Port Moresby in Studentenprotesten Luft, die in Gewalt eskalierten. Erzbischof Ribat ist im Sinn von Franziskus ein Kirchenmann am Rand der Gesellschaft.

Sergio da Rocha, Brasilien

Sergio da Rocha (57) ist ein weltkirchliches Schwergewicht: Als Vorsitzender der Brasilianischen Bischofskonferenz steht er für das nach Gläubigenzahlen größte katholische Land der Welt. Die Konkurrenz von Pfingstgemeinden setzt der katholischen Kirche allerdings stark zu; der Katholikenanteil sank von früher 90 auf jetzt 65 Prozent. Deshalb gehört zu den wichtigsten Aufgaben da Rochas, der den Vorsitz der brasilianischen Bischöfe 2015 von Kardinal Raymundo Damasceno Assis übernahm, die Abwanderung von Katholiken zu stoppen.

Am 21. Oktober 1959 in Dobrada im Bundesstaat Sao Paulo geboren, studierte da Rocha in Brasilien und in Rom Theologie mit einer Spezialisierung in Moraltheologie. 2011 machte Benedikt XVI. (2005-2013) ihn zum Erzbischof der Hauptstadt Brasilia, nachdem er zuvor der Erzdiözese Teresina im armen Nordosten des Landes vorstand. Im Lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM leitete da Rocha zeitweise die Kommission für Berufungspastoral.

Patrick D’Rozario, Bangladesch

Der Heilig-Kreuz-Priester ist seit 2011 Erzbischof von Dhaka und Vorsitzender der Bischofskonferenz von Bangladesch. Mit ihm erhält am 19. November erstmals ein Geistlicher des asiatischen Landes den Kardinalshut. Sein Name auf der Liste der neuen Kardinäle war für viele eine ebenso große Überraschung, wie die kurz vorherige Ankündigung von Papst Franziskus, 2017 Bangladesch zu besuchen. D’Rozario versteht seine Ernennung nach eigenen Angaben als Anerkennung seines Wirkens im interreligiösen Dialog und als Ermutigung für seine Kirche.

Unter den 160 Millionen Einwohnern des seit 1971 von Pakistan unabhängigen Landes in Südasien, zu 89 Prozent Muslime, stellen die rund 350.000 Katholiken in acht Diözesen die größte christliche Minorität. Seit 2013 kommt es in Bangladesch vermehrt zu islamistischen Anschlägen.

D’Rozario wurde am 1. Oktober 1943 in Padrishibpur, im Süden Bangladeschs geboren, das damals noch zu Britisch-Indien gehörte. 1972 erhielt er die Priesterweihe; 1990 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum ersten Bischof der neu errichteten Diözese Rajshahi ernannt. Fünf Jahre später wurde er Bischof in der zweitwichtigsten Diözese des Landes, in Chittagong. 2010 ernannte Papst Benedikt XVI. (2005-2013) den Ordensmann zum Koadjutor der Erzdiözese Dhaka, das er seit 2011 leitet.

Ernest Simoni, Albanien

Jeder Kardinal verspricht dem Papst, für seine Kirche im äußersten Fall sein Blut zu geben. Ernest Simoni aus Albanien wäre bereits in jungen Jahren beinahe zum Märtyrer geworden. Der Priester wurde 1963 nach der Christmette am Heiligabend vom kommunistischen Regime verhaftet. Albanien rühmte sich damals damit, der „erste atheistische Staat der Welt“ zu sein. Simoni wurde zum Tode verurteilt, später wurde die Strafe in 25 Jahre Zwangsarbeit umgewandelt. Nach 18 Jahren im Gefängnis wurde der Priester schließlich freigelassen. Bis zum Untergang des kommunistischen Regimes konnte er nur im Untergrund als Priester wirken. Seither wirkte er vielfach als Schlichter für Familienfehden, die in Albanien häufig blutig enden. Franziskus wurde während seines Albanien-Besuchs im September 2014 auf Simoni aufmerksam. Simoni ist der einzige einfach Priester unter den 17 neuen Kardinälen.

Joseph Tobin, USA

Vergangenes Jahr machte Joseph William Tobin (64) Schlagzeilen, als er bekanntgab, in seiner Erzdiözese Indianapolis weiterhin syrische Flüchtlinge aufzunehmen, auch gegen den Kurs des Gouverneurs. Dieser heißt Mike Pence und ist designierter US-Vizepräsident. Tobin, geboren am 3. Mai 1952 als eines von 13 Geschwistern, stammt aus der Autostadt Detroit, hat Erfahrung in der Diözesan- und Ordensleitung, kennt den Vatikan von innen und die pastorale Wirklichkeit. Mit 39 wählten die Redemptoristen ihn in die Leitungsebene, sechs Jahre später zu ihrem Generaloberen. 2003 wurde er zudem Vize-Vorsitzender der internationalen Union der Generaloberen.

Etliche Jahre wirkte er als Mittelsmann zwischen den Orden und dem Vatikan, und 2010 holte Benedikt XVI. (2005-2013) ihn auf den zweithöchsten Posten der Ordenskongregation in Rom. 2012 erfolgte die Ernennung als Erzbischof von Indianapolis. Erst zwei Wochen vor der Kardinalsernennung wies Franziskus ihm die Leitung der Erzdiözese Newark zu. Die 1,5 Millionen Katholiken sind zu 40 Prozent Weiße, gut ein Viertel Hispanics und knapp ein Fünftel Schwarze. Tobin, heißt es, sei „hoch erfreut“, dass die Gottesdienste in einem Dutzend Sprachen gefeiert werden. Er selbst spricht neben Englisch und Spanisch auch Portugiesisch, Italienisch und Französisch.

Mario Zenari, Italien

Bei der Ankündigung der neuen Kardinäle im Oktober verwies Papst Franziskus darauf, Mario Zenari (70), Botschafter des Heiligen Stuhls, bleibe auf seinem Posten „im geliebten und gemarterten Syrien“. Für Zenari selbst ist dies ein „deutliches Zeichen der Solidarität mit der notleidenden syrischen Bevölkerung“.

Zenari wurde am 5. Jänner 1946 im norditalienischen Villafranca geboren. Seit 1970 Priester, trat Zenari 1980 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein, arbeitete bei Päpstlichen Vertretungen in Deutschland, Rumänien, Kolumbien, im Senegal und in Liberia. Mehrere Jahre verbrachte Zenari in Wien als Ständiger Vertreter des Heiligen Stuhls bei den UN-Behörden, der Atombehörde und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

1999 ernannte Papst Johannes Paul II. (1978-2003) Zenari zum Nuntius für die Elfenbeinküste und Niger sowie für Burkina Faso. 2004 wechselte er nach Sri Lanka. Vier Jahre später ernannte Papst Benedikt XVI. (2003-2013) ihn zum Botschafter in Syrien.

(kap 17.11.2016 pr)