EU: Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ sammelt weiter

rv21025_articolo

Im RV-Interview: Edit Frivaldszky – RV

Die Europäische Bürgerinitiative „Mutter, Vater, Kind“ zum Schutz von Ehe und Familie erkennt das von der EU-Kommission mit 11. Dezember festgelegte Ende ihrer Sammelfrist nicht an. Man werde die Unterschriftensammlung wie geplant bis zum 3. April 2017 fortsetzen. Dies habe man auch Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans in einem Schreiben mitgeteilt, teilte die Präsidentin des Bürgerkomitees von „Vater, Mutter, Kind“, die Ungarin Edit Frivaldszky, am Montag in einer Pressemitteilung mit.

Hintergrund ist ein seit einigen Monaten andauernder Streit über den offiziellen Beginn der auch von vielen Kirchenvertretern unterstützten Bürgerinitiative und den damit verbundenen zwölfmonatigen Zeitraum für die Sammlung von EU-weit mindestens einer Million Unterstützungserklärungen. Während für die EU-Kommission die Ein-Jahres-Frist mit der offiziellen Registrierung der Bürgerinitiative durch die Brüsseler Behörde am 11. Dezember 2015 angefangen hat, betont die von einem privaten Bürgerausschuss getragene Initiative, dass mit der Unterschriftensammlung erst am 4. April 2016 begonnen wurde.

Wegen des „komplizierten Verfahrens zur Einrichtung und Erlangung der amtlichen Zulassung“ sei das Online-Portal, auf dem EU-Bürger die Petition via Internet unterstützen können, erst zu diesem Zeitpunkt startbereit gewesen, argumentiert die Komitee-Vorsitzende Frivaldszky: „Viele Menschen haben ,Vater, Mutter, Kind‘ bereits unterstützt, und wir wollen sicherstellen, dass alle, die Ehe und Familie unterstützen wollen, die Zeit haben, die dafür vorgesehen ist.“ Eine offizielle Antwort von Seiten der EU-Kommission liegt bis dato nicht vor.

(kap 06.12.2016 mg)


5 Bitten der US-Bischöfe an Donald Trump

download

Erzbischof Joseph E. Kurtz und Donald Trump. Foto: ACI Prensa / Gage Skidmore via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz (USCCB) hat in einer Stellungnahme Donald Trump gratuliert und den neu gewählten Präsidenten der USA ermutigt, sich für das Wohlergehen aller US-Bürger einzusetzen. Dabei richtete Erzbischof Joseph E. Kurtz von Louisville fünf Bitten an Trump, dessen Amtszeit offiziell am 20. Januar 2017 um 12 Uhr Mittag beginnt.

1. Hören Sie auf das amerikanische Volk

„Gestern haben Millionen Amerikaner so gewählt, um gehört zu werden: Sie haben Schwierigkeiten, für ihre Familien wirtschaftliche Chancen zu finden. Unsere Antwort sollte einfach sein: Wir hören sie“, so der Bischof. „Wir sind alle gemeinsam dafür verantwortlich, Familien zu helfen“.

2. Schützen Sie das menschliche Leben, von seiner Zeugung bis zum natürlichen Ende

Bishof Kurtz sagte, die Bischöfe der USA hofften, „mit dem Präsidenten zusammenzuarbeiten beim Schutz des menschlichen Lebens“, von seinen Anfängen bis zu seinem natürlichen Ende. Die Hirten würden sich zudem für eine Politik einsetzen, die allen Menschen, egal welchen Glaubens und welcher Tätigkeit, Chancen gibt.

3. Nehmen Sie Migranten und Flüchtlinge auf

Der Präsident der USCCB betonte, dass die Bischöfe „auch weiterhin fest davon überzeugt sind, dass unsere Brüder und Schwestern, die Migranten und Flüchtlinge sind“, aufgenommen werden könnten, ohne dabei die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen.

4. Schutz der verfolgten Christen im Nahen Osten

Die amerikanischen Bischöfe, betonte ihr Vorsitzender, würden „auf die gewaltsame Verfolgung aufmerksam machen, die unsere christlichen Geschwister und Menschen anderen Glaubens in der ganzen Welt bedroht, besonders im Nahen Osten.

5. Verteidigung der Religionsfreiheit in den Vereinigten Staaten

„Wir werden die neue Regierung auffordern, sich für die Religionsfreiheit einzusetzen, damit alle Menschen religiösen Glaubens die Freiheit haben, diesen zu verkünden und unser Leben nach der Wahrheit von Mann und Frau leben, und dem einmaligen Eheband, dass diese schließen können“.

Bischof Kurtz appellierte an alle Amerikaner, einander nicht unter als Demokraten oder Republikaner zu sehen, oder sonstige Parteigänger. „Lasst uns in unserem Nachbarn das Antlitz Christi sehen, besonders jene, die leiden oder mit denen unterschiedliche Sichtweisen haben.“

„Lasst uns für die Verantwortlichen des öffentlichen Lebens beten, damit sie der Verantwortungen, die ihnen anvertraut worden sind, mit Gnade und Mut gerecht werden. Und mögen alle Katholiken einander dabei helfen, gläubig und fröhlich Zeugen der heilenden Liebe Jesu zu sein“, sagte er.

_______

Quelle

Bischof Hanke unterstützt Bürgerinitiative zum Schutz von Ehe und Familie

bischof-hanke

Die europäische Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ unterstützt der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke. Das teilt der Pressedienst der Diözese mit.

Mit seiner Unterschrift schließe sich der Bischof der Forderung nach einer EU-Verordnung an, mit der Ehe und Familie geschützt werden sollen.

Bischof Hanke betonte, dass auf dem christlichen Menschenbild auch ein entsprechendes Verständnis von Ehe und Familie aufgebaut ist:

„Heute wird in der Europäischen Union viel über die Förderung von Ehe und Familie geredet, aber jeder versteht darunter etwas anderes. Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter und Kind“ möchte Ehe und Familie europaweit so definieren, dass sie mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt: Ehe als Lebensbund von Mann und Frau, Familie als Gemeinschaft, die auf der Ehe basiert. Ich hoffe, dass viele Gläubige diese wichtige europäische Initiative unterstützen“.

Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ lädt europaweit ein, sich in Unterschriftenlisten einzutragen und so für den Schutz der Ehe und Familie einzutreten.

Neben anderen Bischöfen gehört auch Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, zu den Unterstützern. Die Initative wirbt auch in den Sozialen Medien für Unterschriften und Unterstützung.

cvtchbdwaaeltrx

 

Das internationale Hilfswerk Kirche in Not hat einen Video-Aufruf zur Initiative veröffentlicht:

___

EICHSTÄTT , 26 October, 2016 / 5:53 PM (CNA Deutsch).-

BISCHOF HEINZ JOSEF ALGERMISSEN: GEGEN DEN ZEITGEIST

bischofseitlichklein_300f0088c6a8989a25g62434c80c9399513

Bischof Heinz Josef Algermissen

Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen?… Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?“, so fragt Friedrich Nietzsche in „Die fröhliche Wissenschaft“. Heutzutage ist solch konsequentes Fragen zur Abwesenheit Gottes übergegangen in einen stillen Agnostizismus und eine schleichende Gleichgültigkeit, die sich auch unter Getauften breit machen. Gott hat zur Lebensgestaltung vieler kaum noch etwas zu sagen. Der Zeitgeist mit seinem Sog ist bestimmend. Doch „Wer heute den Zeitgeist heiratet, ist morgen schon ein Witwer“, hat vor Jahren bereits der große Theologe Hans Urs von Balthasar festgestellt.

Wer jedem Trend hinterherläuft und auf jeder neuen Welle mitschwimmt, wird notgedrungen oberflächlich, dessen Handlungskriterien werden schnell beliebig.

Die Kirche dagegen bewahrt in ihrer Tradition und Verkündigung einen Maßstab, den Jesus Christus vorgegeben hat. Und sie tut gut daran, auch wenn ihre Botschaft heutzutage offenkundig wenig Gehör findet und man sie als „fortschrittsfeindlich“ abtun will.

Die konsequente Frage wird verdrängt, wohin wir denn fortschreiten und ob wir dort überhaupt ankommen wollen. Die Schnelligkeit des Laufens sagt noch nichts über die Richtung und die Richtigkeit. Es gibt schließlich auch das bekannte geistlose Mitlaufen, mit Volldampf im Leerlauf.
So ist die Frage entscheidend: Stimmt die Richtung? Diese Frage stellt sich sowohl auf der persönlich-existenziellen Ebene wie im gesellschaftlichen Kontext. Man erwartet von der Kirche zu Recht eine begründete Antwort, zumal unter dem Eindruck der kurzatmigen Themen einer marktschreierischen Mediengesellschaft. Was die Kirche gerade heute einbringen und zur Sprache bringen muss, ist die Perspektive, die über alle Trends und Mode hinausgeht, nämlich die Bestimmung des Menschen in der Schöpfungsordnung sowie dessen Heil und Erlösung.

Und da gibt es seit längerem zunehmend eine Diffusion, die zu schaffen macht. Sie wirft ein grelles Licht auf die Entwicklung der politischen Parteien in Deutschland und die geistige Schieflage der Gesellschaft. In Artikel 6 der deutschen Verfassung konnte seinerzeit noch erklärt werden: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung.“ Dieser Grundsatz gilt unterdessen aber nur noch theoretisch. Praktisch haben sich in der Gesellschaft der Bundesrepublik die Akzente mächtig verschoben. Der Druck auf Ehe und Familie erhöht sich stetig, Belastungen nehmen zu, von der Liberalisierung des Scheidungsrechts bis zu gestiegenen finanziellen Belastungen der Familien durch Mietsteigerungen und höhere Lebensmittelpreise. Daneben wurde der ideologische Kulturkampf zur Relativierung der treuen und lebenslangen Ehe in den letzten Jahren deutlich verschärft. Die rechtliche Anerkennung eingetragener Lebenspartnerschaften als Resultat eines „Emanzipationsprozesses“ war die Bresche, um den Konsens über die Besonderheit und Bedeutung der Ehe als Verantwortungsgemeinschaft für Fruchtbarkeit, Generationensolidarität und gesellschaftliches wie staatliches Wohl sozusagen amtlich endgültig zu zerbrechen. Das geht schon so weit, dass eine pervertierte Sprachregelung unter Journalisten den Begriff „Hetero-Ehe“ geprägt hat, um damit das zu bezeichnen, was vor einigen Jahren fraglos das Normale und Gesunde war. Andererseits schienen sogar führende CDU-Politiker vom Etikettenschwindel der „Homo-Ehe“ befallen zu sein. Ist uns eigentlich nicht mehr bewusst, dass derartige Begriffe in kurzer Zeit Wahrheit verändern und stabile Haltungen zerstören? Über die Folgen werden wir uns noch wundern.

Mit den Irrungen und Wirrungen über das Wesen der Ehe hat der Artikel 6 sein geistiges Fundament verloren, das den Vätern des Grundgesetzes noch plausibel war. Folglich ist es dringend notwendig, in Pastoral und Katechese das überzeugend zurück zu gewinnen, was als Grundlage verloren gegangen ist. In dieser Situation tiefer Verwerfungen müssen wir zunächst selbst überzeugt sein, bevor wir andere überzeugen können: Die lebenslange sakramentale Ehe ist auch heute die Lebensform, in der sich die Liebe zwischen Mann und Frau und die Sehnsucht nach Treue so verwirklichen lassen, wie es den Menschen am tiefsten gerecht wird. Wo die Liebe der Eheleute zueinander lebendig bleibt, können sie sich miteinander als Personen entfalten und die Drahtseilakte des Lebens meistern. Zugleich ist die in der Eheschließung einander zugesagte und dann alltäglich gelebte Liebe der christlichen Ehepartner sakramentales Zeichen der Liebe Gottes zur Welt. Und überall, wo Christen als Eheleute ihrer von Gott getragenen Liebe im Alltag Gestalt geben, wird ihre Gemeinschaft ein Stück weit zum „Salz der Erde“. In der ehebegründeten Familie kann sich in besonderer Weise Kirche verwirklichen, „Hauskirche“ im besten Sinn des Wortes. Diese Chance sollten wir uns nicht zerstören lassen.

_______

Quelle

„Mit der Zerstörung der Familie aufhören“: Friedliche Massendemo in Paris

la-manif-pour-tous-a-paris_5727421

Mehr als 100.000 Menschen sind am vergangenen Sonntag in Paris auf die Straße gegangen: Sie forderten die Wiederabschaffung des französischen Gesetzes zur „Homo-Ehe“ und setzten ein Zeichen für die traditionelle Familie.

Der Marsch wurde von La Manif Pour Tous („Demo für alle“) organisiert und dauerte dreieinhalb Stunden. Viele Familien, Kinder und Senioren nahmen daran teil. Die Teilnehmer trugen Fahnen mit der Silhouette einer Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern. Auf anderen stand geschrieben: „2017 wähle ich die Familie“.

Frankreich wählt im kommenden Jahr einen Staatspräsidenten.

Die örtlichen Autoritäten gaben an, dass 24.000 Teilnehmer demonstrierten hätten. Die Organisatoren teilten mit, dass es in Wirklichkeit 200.000 Teilnehmer gewesen seien.

In einer Mitteilung auf ihrer Internetseite erklärte La Manif Pour Tous, dass „die Demonstranten friedlich, sowie mit Enthusiasmus und Entschlossenheit marschiert waren, um Francois Hollande aufzufordern, mit der Zerstörung der Familie und der Elternschaft aufzuhören.“

Die Organisatoren des Marsches hoffen, dass es einen Kandidaten geben werde, der die natürliche Familie verteidige und die Abschaffung des Gesetzes verlange, das gleichgeschlechtliche Verbindungen erlaubt.

„Unsere soziale Bewegung verwirklichte ein phänomenales Einschreiten für die Familie in diesem Land. Wir sind die erste, militante Kraft in Frankreich. Keine Partei und kein Kandidat ist fähig, sich auf diese Art und Weise zu mobilisieren“, erklärte der Präsident von La Manif Pour Tous, Ludovine de La Rochère.

„Nach vier Jahren Verhandlungen über Ehe und Adoption für alle, ist die soziale Bewegung La Manif Pour Tous lebendig und mehr als lebendig“, heißt es in der Mitteilung.

La Manif Pour Tous setzt sich für ein Familienbild ein, das gegründet ist auf der Ehe von Mann und Frau.

2013 hatte sie bereits einen Marsch in Paris organisiert, an dem eineinhalb Millionen Menschen teilgenommen hatten, um die sozialistische Regierung des Präsidenten Francois Hollande aufzufordern, den Gesetzentwurf zurückzuziehen, der die „Homo-Ehe“ und die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare erlaubt.

_______

Quelle

Papst besucht katholische Kirche in Tiflis – Absage an Gendertheorie

ansa1080005_articolo

Papst Franziskus schrieb bei der Begegnung eifrig mit.

So wichtig auch der ökumenische Akzent bei dieser Reise ist, gerade angesichts aller Widrigkeiten: Franziskus’ Visite gilt natürlich auch den Katholiken. Auch wenn das nicht viele sind, gerade mal zwei Prozent der georgischen Bevölkerung, in Zahlen: 112.000 Menschen. In einer der zwei katholischen Kirchen der Hauptstadt Tiflis hat sich der Papst am Samstagnachmittag mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen getroffen – und dabei frei gesprochen, ohne vorbereiteten Redetext.

Es war fast eine familiäre Atmosphäre: Franziskus saß auf einem Stuhl vor dem Hauptaltar der kleinen Kirche und hörte zunächst einigen katholischen Georgiern zu, die aus ihrem Leben erzählten. Vom Kirchesein in der Minderheit war da viel die Rede; eine Frau namens Irina sprach das Thema der gemischten katholisch-orthodoxen Ehen an, und welche Probleme es aufwirft, wenn solche Ehen zerbrechen. „Ich weiß, dass Sie von uns erwarten, dass wir mit der Zeit eine Ortskirche werden, die ganz auf eigenen Füßen steht“, bemerkte ein Priesteramtskandidat, „doch der Weg dahin ist meiner Meinung nach noch ziemlich lang.“ Der Papst saß nach vorn gebeugt und schrieb eifrig mit. In den Bänken: ein paar hundert Menschen; in den Fensternischen Blumenschmuck.

Franziskus erzählte zunächst eine Anekdote von seinem Besuch in Armenien Ende Juni; da habe er mehrmals in der Menge eine einfache Frau aus Georgien gesehen, eine armenische Katholikin, die eigens nach Armenien gereist sei, um ihn zu sehen. „Fest im Glauben stehen – das ist das Zeugnis, das diese Frau uns gegeben hat. Sie glaubte an das Zeugnis, das Petrus von Jesus Christus abgelegt hat, und sie wollte Petrus sehen! Fest im Glauben sein bedeutet, die Fähigkeit zu haben, den Glauben von anderen zu empfangen und ihn an andere weiterzureichen.“ Glaube sei wie „frisches Wasser“; man dürfe ihn nicht „in einem Kasten verstecken“, sondern solle andere daran teilhaben lassen.

Das Nebeneinander vieler verschiedener christlicher Riten und Konfessionen nannte der Papst „einen schönen Fruchtsalat“. Dem Proselytismus bei orthodoxen Christen erteilte er eine klare Absage: „Wir sind Brüder, wir glauben an die Dreifaltigkeit! Wir sollten die Freundschaft untereinander pflegen, gemeinsam vorwärtsgehen, füreinander beten und gemeinsam karitative Hilfe anbieten. Das ist Ökumene! Aber nie verurteilen.“

Eindringlich sprach er von „dunklen Momenten“, die jeden Christen, auch die gottgeweihten, irgendwann einmal heimsuchten. „Was man in diesem Moment tun sollte, ist: Stehenbleiben und sich erinnern – erinnern an den Moment, in dem ich vom Heiligen Geist berührt wurde.“ Alle Menschen seien Sünder, auch Priester und Ordensleute, „aber die Barmherzigkeit Gottes ist viel größer als unsere Sünden“.

Bezogen auf Irina bemerkte der Papst: „Die Ehe ist das Schönste, das Gott geschaffen hat.“ Mann und Frau zusammen seien nach dem Zeugnis des Buches Genesis „als Ebenbild Gottes geschaffen“ worden. Er wisse, wie viele Schwierigkeiten es in einer Ehe geben könne; doch wer sich von seinem Partner scheiden lasse, der verletze in gewisser Weise Gott selbst, denn Gott habe doch das Zueinander von Mann und Frau als sein Ebenbild gewollt.

„Man muss alles unternehmen, um eine Ehe zu retten! Dass man in der Ehe streitet, ist ganz normal, das kommt vor. Da fliegen auch schon mal die Teller! Aber wenn es eine wahre Liebe ist, dann schließt man sofort wieder Frieden.“ Natürlich gebe es „Situationen, die etwas komplexer sind“, räumte Franziskus ein. „Aber wenn diese Versuchung kommt, dann bemüht euch sofort um Hilfe!“ Die katholischen Gemeinschaften sollten mithelfen, „Ehen zu retten“.

„Der große Feind der Ehe ist die Gendertheorie. Es gibt heute einen Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören. Er wird nicht mit Waffen geführt, sondern durch ideologische Kolonisierung. Darum ist es wichtig, die Ehe vor diesen Kolonisierungen zu verteidigen!“

 

(rv 01.10.2016 sk)

Polen: Falsches Friedenszeichen?

ap3671448_articolo

Polen

Polens Bischöfe wenden sich entschieden gegen eine Werbekampagne für mehr Respekt und Offenheit gegenüber Homosexuellen, weil diese die Lehre der Kirche verwische. Aber drei unabhängige katholische Zeitschriften unterstützen die Kampagne als Medienpartner.

Aktuell reichen sich in vielen Großstädten auf hinterleuchteten Vitrinenplakaten (City-Light-Postern) zwei Menschen die Hand. Unter der Schlagzeile „Lasst uns ein Zeichen des Friedens geben“ ist allein der Handschlag abgebildet. Die linke Hand mit einem Regenbogenarmband, die rechte mit einem Rosenkranz. Angespielt wird dabei auf den Friedensgruß in der Messe, zu dem Priester in der Messe mit den Worten „Gebt einander ein Zeichen des Friedens“ aufrufen.

Die landesweit für Aufsehen sorgende Kampagne von polnischen Homosexuellenorganisationen ist Neuland für die Kirche. Erstmals beteiligen sich drei traditionsreiche katholische Medien: die Wochenzeitschrift „Tygodnik Powszechny“, für die einst der Krakauer Kardinal und spätere Papst Karol Wojtyla schrieb, sowie die Monatsblätter „Znak“ und „Wiez“. Die Zeitschriften, von denen keine von einem Bistum herausgegeben wird, haben die Medienpartnerschaft übernommen, die in Polen bei Aktionen und Veranstaltungen aller Art üblich ist. Somit prangen unten rechts auf den Plakaten neben den verantwortlichen Organisationen die Logos der katholischen Zeitschriften. Das löste eine sehr kontroverse Debatte über den Umgang der Kirche mit Homosexuellen aus.

Das Präsidium der Polnischen Bischofskonferenz distanzierte sich mit klaren Worten von der Kampagne: „Wir sind der Überzeugung, dass sich Katholiken nicht an der Kampagne „Lasst uns ein Zeichen des Friedens geben“ beteiligen sollen, weil diese die eindeutige Forderung des
Evangeliums verwischt.“

Polens Primas, der Gnesener Erzbischof Wojciech Polak, sagte, mangels der moralischen Bewertung der Homosexualität verwische die „Zeichen des Friedens“-Kampagne die Lehre der Kirche und führe in die Irre. Drastisch drückte es der Jesuit Jozef Augustyn in einem Interview der katholischen Nachrichtenagentur KAI aus: „Mit dieser Aktion wird es keinen Frieden geben, sondern Krieg.“ Im Internet unterstützten mehr als 27.000 Menschen eine gegen die Kampagne der Homosexuellenorganisationen. Unter dem Titel „Falsches »Zeichen des Friedens“ reagieren sie mit Empörung auf die Aktion. Die federführende Organisation „Kampagne gegen Homophobie“ stellt dagegen auf der Webseite http://www.znakpokoju.com fest, immer mehr katholische Gläubige nähmen das „Problem der Ausgrenzung von Homosexuellen“ wahr und seien dafür, dies zu ändern.

Die Chefredakteure der Zeitschriften „Tygodnik Powszechny“, „Znak“ und „Wiez“ antworteten der Bischofskonferenz, sie würden weiter für eine geeignete Seelsorge für Homosexuelle eintreten. Diese Menschen sollten einen „richtigen Platz in der Gemeinschaft des Glaubens“ erhalten.

(kna 29.09.2016 pdy)