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Viktor Orban: „Unsere Regierung repräsentiert die echt europäische Position“

Der ungarische Premier Viktor Orban betont einmal mehr, sein Land sei nie anti-europäisch gewesen. Seiner Ansicht nach hätten sich jedoch die europäischen Beamten in Brüssel auf die Seite der Terroristen gestellt. 

„Unsere Regierung repräsentiert die echt europäische Position, die den geltenden europäischen Vertrag, darunter die Teilung der Vollmachten zwischen den Mitgliedsländern und Brüssel, verteidigt. Gerade Brüssel ist es, das seine Position verändert hat“, so Orbans Ansprache vor dem ungarischen Parlament, berichtet SputnikNews.

„Brüssel unterstützt unverhohlen die Terroristen“, so Orban. Die EU  war es doch, welche die vom ungarischen Gericht verhängte zehnjährige Gefängnisstrafe gegen den syrischen Migranten Ahmed Hamed kritisierte. Dieser wurde bei Unruhen an der Grenze zu Serbien festgenommen, als er Polizisten angegriffen hatte.

Die Sicherheit der ungarischen Beamten sei den europäischen Beamten nicht so wichtig, aber die absurden Lügen eines Ahmed Hamed würden sie glauben. Orban zufolge wird der Zaun zum Schutz gegen illegale Migranten an der Südgrenze Ungarns „stehen, solange ich Premier dieses Landes bin“, sagt der Premier.

Budapest werde es Brüssel nicht erlauben, es zu erpressen, und werde weiterhin die von der EU-Kommission festgelegten Pflichtquoten für die Unterbringung von Flüchtlingen ablehnen: „Wir wollen, dass Ungarn ungarisch und Europa europäisch bleibt. Wir können es Brüssel nicht erlauben, unsere inneren Angelegenheiten zu verwalten“, so Orban. Budapest sie davon überzeugt, dass neben illegalen Migranten auch Kämpfer von Terrormilizen in die EU einzudringen versuchen.

Ungarn hatte damals umsichtig als erstes EU-Land aufgehört, Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und aus Afrika in sein Territorium zu lassen und zwei Zäune an seinen Grenzen gebaut.


Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat deutsche Politiker kritisiert, die Ungarn aus seiner Sicht ungerechtfertigterweise kritisieren. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir Ungarn den Deutschen zu irgendeinem Zeitpunkt hätten sagen wollen, was sie tun sollen“, erklärte der rechts-konservative Politiker am Freitag in seinem zweiwöchentlichen Interview im Staatsfunk.

„Wir haben ihnen stets Respekt erwiesen“, fügte er hinzu. „Wir bitten die deutschen Politiker, dass sie uns in Ruhe lassen mögen, dass sie uns nicht in den deutschen Wahlkampf hineinziehen mögen.“ Orban reagierte in dem Interview auf jüngste Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz.

Vertragsverletzungsverfahren

Merkel hatte am Vortag das Vorgehen der EU-Kommission gegen Polen, Ungarn und Tschechien in der Flüchtlingspolitik begrüßt. Das Brüsseler Gremium hatte am letzten Dienstag Vertragsverletzungsverfahren gegen die drei ost-mitteleuropäischen Länder beschlossen, weil sich diese an der EU-weiten Verteilung von Asylbewerbern nicht beteiligen wollen.

SPD-Chef Schulz hatte in diesem Zusammenhang zudem den Entzug von EU-Förderungen vorgeschlagen. Zudem hatte die deutsche Regierung jüngst Besorgnis über das ungarische NGO-Gesetz ausgedrückt, das bestimmt Nichtregierungsorganisationen als „aus dem Ausland geförderte Organisation“ brandmarkt.

Klartext­-Rede von Viktor Orbán: Ungarns Regierungschef rechnet mit Europa ab

anonymousnews.ru – 1. April 2017

Beim Treffen der konservativen „Europäischen Volkspartei“, in dieser Woche auf Malta, verteidigte Angela Merkel ihre kriminelle Asylpolitik. Kurz zuvor hatte Viktor Orbán das Wort und stellte klare Forderungen. Ungarns Ministerpräsident fürchtet „eine dominante muslimische Präsenz in Westeuropa, noch während unserer Lebenszeit.“

Rede von Viktor Orbán – EPP Kongress Malta

„Unser Thema heute ist die Zukunft Europas. Wir Mitteleuropäer haben jahrzehntelang unter kommunistischen Diktaturen und sowjetischer Militärbesatzung gelitten. Wir sind Gott dankbar, dass wir uns Europa wieder anschließen und Mitglieder der Europäischen Union werden konnten. Unserer Ansicht nach ist Europa der beste Ort der Welt für menschliches Leben. Momentan. Wir können in Freiheit und Wohlstand und in unserem eigenen kulturellen Umfeld leben. Momentan. Wenn wir an die Zukunft denken, sehen wir ernsthafte Gefahren, deshalb müssen wir aufrichtig und offen darüber sprechen. Das ist eine Vorraussetzung unseres zukünftigen Erfolges.

Wir haben eine Krise um die Wettbewerbsfähigkeit. Wir haben eine Migrationskrise. Wir haben eine Sicherheits- und Terrorismuskrise. Wir haben eine demographische Krise. Und wir haben eine außenpolitische Krise – mit einer destabilisierten Ukraine und einem brodelnden Balkan. Deshalb muss ich sagen, dass die Zukunft Europas einen Schatten auf die Gegenwart wirft. (…) Und das erklärt, warum radikale Parteien Rückhalt gewinnen konnten, sogar hier auf diesem erfolgreichsten Kontinent der Welt.“

Migration „Trojanisches Pferd des Terrorismus“

„Bezüglich der Migrationskrise hatten wir vor zwei Jahren in Madrid vor allem Fragen – nun haben wir vor allem Beweise: Migration erwies sich als das Trojanische Pferd des Terrorismus. Migration stellte sich als die falsche Lösung für den Arbeitskräftemangel heraus. Migration entpuppt sich mehr und mehr als NGO-Business. Migration brachte ans Licht, dass wir signifikantes antisemitisches Potential nach Europa hereingelassen haben. Migration ließ erkennen, dass die Neuankömmlinge eher in Parallelgesellschaften leben, anstatt sich in die Mitte der Gesellschaft zu integrieren. Seit unserem letzten Kongress in Madrid wurde offensichtlich, dass die Sprache der liberalen politischen Korrektheit unfähig ist, die wahren Gefahren der Migration zu benennen und zu verstehen.“

Warnung vor „dominanter muslimischer Präsenz“

„Wir Mitteleuropäer erwarten, dass es – wenn die Dinge so weiter laufen –eine dominante muslimische Präsenz in Westeuropa geben wird, sogar noch während der Lebenszeit unserer Generation. Ich verstehe, dass die Linken uns unter ideologischen Druck setzen, damit sich der Westen schuldig fühlt für die Kreuzzüge und den Kolonialismus, doch diese linksgerichtete Politik entwaffnet Europa intellektuell gegen die Invasion der muslimischen Migration.“

Reform der Einwanderungspolitik nötig

„Wir Mitteleuropäer möchten unsere Einwanderungspolitik komplett reformieren. Grenzen müssen unter vollständige Kontrolle gebracht werden. Glauben Sie niemand, der sagt, dass dies unmöglich ist. Wir Ungarn schützen die Grenzen der EU über hunderte von Kilometern – in der Tat ohne größere Hilfen der EU, wir leiden sogar unter Beschuss aus Brüssel. Wir sind der lebende Beweis, dass Verteidigung möglich ist. Das ist die wahre Solidarität.

Wir müssen diejenigen von unserem Territorium entfernen, die illegal gekommen sind und wir müssen uns weigern, irgendeinen EU-Mitgliedsstaat als nicht-sicheres Land zu bezeichnen. Der Menschenrechtsgerichtshof muss dringend reformiert werden, denn seine Richtersprüche sind eine Bedrohung für die Sicherheit der europäischen Völker und eine Einladung an Migranten. Und das Schlüsselelement [wäre]: Jedes juristische Verfahren sollte außerhalb des EU-Territoriums stattfinden, in dem man sichere Orte an der Küste Libyens einrichtet.

Es ist klar, dass wir jenen helfen müssen, die in Not sind. Wir sollten Hilfe an jene Orte liefern, wo sie gebraucht wird und nicht das Problem zu uns bringen. Wenn wir einen Ameisenhaufen zertreten, sollten wir nicht überrascht sein, wenn die Ameisen uns überrennen.

EU-Außenpolitik muss reformiert werden

„Ich schlage vor, auch die Außenpolitik der EU zu reformieren. Wir müssen offen reden, auch wenn es weh tut. Wir sind dabei, riesige Fehler zu machen. Unsere gescheiterte Politik hat zur Destabilisierung des Nahen Ostens und Nordafrikas beigetragen. Der Fakt, dass wir dies gemeinsam mit den Amerikanern begangen haben, ist keine Entschuldigung.

Die Länder dieser Region wurden nicht von Edelmännern regiert vor unserer korrupten Intervention, doch die Situation war nicht annähernd so schlimm, wie sie jetzt ist. Wir haben uns wie pyromanische Feuerwehrleute verhalten. Alles was ich dazu sagen möchte ist: Wenn wir einen Ameisenhaufen zertreten, sollten wir nicht überrascht sein, wenn die Ameisen uns überrennen.“

Balkan in EU integrieren

„Wir müssen aufwachen und eine neue europäische Außenpolitik verkündigen, die auf Stabilität fokussiert ist. Das gilt auch für Erdogans Türkei. Falls Millionen von Migranten wieder über den Balkan marschieren sollten, würde es unmöglich sein, die Stabilität aufrechtzuerhalten. Und Mazedonien kann nicht ohne Gruevskis Partei stabil bleiben. Die Stabilität des Balkans erfordert schnellstmöglich eine Neuwahl in Mazedonien.

Ich begrüße unsere Resolution zur künftigen Erweiterung der EU. Für die Stabilität des Balkans müssen wir Montenegro schnellstmöglich aufnehmen und die Beitrittsverhandlungen mit Mazedonien und Serbien vorantreiben. Ich wünsche [Serbiens] Premierminister Vucic viel Glück für die Wahl am Wochenende. Meine Heimat ist das Tor zum Balkan. Ich sehe jeden Tag, wie der russische, türkische und amerikanische Einfluss wächst, während der Einfluss der Europäischen Union abnimmt. Das ist eine schlechte Politik und es ist Zeit, dass wir das ändern.“

Sozialismus in Europa wäre „fatal“

„Die Linken haben einen klaren Aktionsplan, um Europa zu transformieren. Sie wollen Millionen Muslime hereinlassen. Sie wollen das Subsidiaritäts-Prinzip abschaffen. Sie wollen unseren Arbeitsmärkten bürokratische Regeln aufzwingen. Sie wollen die Steuern erhöhen und letztlich wollen die Sozialisten den Sozialismus in Europa errichten.

Das wäre für Europa fatal. Wir würden unsere christliche Identität verlieren, unsere Wettbewerbsfähigkeit und auch die Hoffnung auf Vollbeschäftigung. Ich schlage vor, wir nehmen den intellektuellen und politischen Kampf mit den Linken an.

Wir sind die Volkspartei, (…), wir sollten keine Angst davor haben, dass linke Kritik uns Populisten nennt. Wir wissen, das wir das nicht sind. Die EVP sollte der Fürsprecher und das Flaggschiff eines Europas sein, in dem es Raum für unsere christliche Identität gibt,für unseren Nationalstolz, Raum für unsere traditionellen Familienwerte und unsere Workfare-Gesellschaften.

Wenn wir möchten, dass Europa der großartigste Ort der Welt bleibt, dann muss sich die EU ändern. Und um wegweisend zu sein, müssen wir – die Europäische Volkspartei – uns selbst ändern. Ich bin mir sicher, dass wir heute einen Schritt in die richtige Richtung unternommen haben.“

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Viktor Orbáns Rede, die deutsche Medien nicht zeig[t]en

Treuegelöbnis-Feierlichkeit der ersten Einheit der ungarischen Grenzjäger (Bild: Facebook Orbán Viktor)

[18. Januar 2017] Viktor Orbán  vereidigte letzte Woche die neue Grenzschutztruppe des Landes. Diese Maßnahme begründete Ungarns Ministerpräsident mit dem anhaltenden, massiven Druck auf die ungarische Landesgrenze. Bei seiner Rede kritisierte er die EU ebenso massiv wie die verheerende Migrationspolitik von Angela Merkel. Eine Rede, die deutsche Medien nicht zeigen.

Ungarns Premier Viktor Orbán warnte bereits zu Beginn der von Angela Merkels initiierten Flüchtlingskatastrophe vor den Folgen eines wachsenden Immigrationsstroms. Im September 2016 forderte er einmal mehr ein, dass Europa beim Schutz seiner Grenzen Härte zeigen müsse. Bereits im August bewilligte die Fidesz-Regierung eine Erhöhung von 3000 Personen für Grenzjäger-Einheiten, die im Rahmen der Bereitschaftspolizei dienen sollen. Die landesweite Rekrutierung begann im September.

Vergangene Woche sprach der ungarische Ministerpräsident bei der offiziellen Treuegelöbnis-Feierlichkeit der ersten Einheit der Grenzjäger in Budapest Orbán vor 500 Grenzjägern über den massiven Druck, dem die ungarische Grenze nach wie vor ausgesetzt sei und über die staastsicherheitsrelevanten Aufgaben der neuen Einheit.

»Sehr geehrte Damen und Herren,

die Naivität, die Illusionen und das Zeitalter der Laxheit in Europa sind vorbei. Wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden stehen. Grundlage unseres Handeln muss das sein, was wir vorfinden – nicht was wir gerne sehen würden. Es gibt einige, die denken, dass jeder, der nach Europa kommt, nach unseren Gesetzen und Bräuchen leben möchte. Die Tatsachen belegen aber genau das Gegenteil. Terrorangriffe, Unruhen, Gewalttaten, Verbrechen, ethnische und kulturelle Zusammenstöße – all das zeigt uns dass diejenigen, die hierher kommen, nicht so leben wollen, wie wir es tun. Sie wollen ihr Leben nach ihren eigenen Regeln fortsetzen, aber auf dem Level europäischen Lebensstandards jenes Landes, das ihnen von den Bürokraten in Brüssel zugewiesen wurde.

Wir wissen, dass auch Migranten Opfer sind. Opfer der Schlepper.  Opfer der einladenden europäischen Politiker, die eine schnelle Einbürgerung versprechen. Und sie sind auch Opfer ihrer eigenen Illusion. Wir verstehen sie, aber wir können ihren Forderungen nicht nachgeben. Wir können sie nicht nach Europa hineinlassen. Die Menschenrechte schreiben nirgends nationalen Selbstmord vor. Zudem kommen mit den illegalen Migranten auch Terroristen zu uns. Aus diesem Grund verloren in mehreren europäischen Ländern unschuldige Menschen ihr Leben und bezahlten so für die Schwächen der politischen Führung ihrer Länder.

Wir müssen die Wahrheit akzeptieren. Die Wahrheit ist: Für Europa wäre es besser gewesen, wenn es die ungarische Lösung, die sich als praktikable und nützlich bewiesen hat und seitdem von anderen Ländern übernommen wurde, nicht angegriffen hätte.  Die Wahrheit ist, illegale Einwanderung und unbegrenzte Migration gefährdet beides – sowohl die innere Sicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung wie auch unsere Kultur. Die Wahrheit ist: Wir habe es getan und werden weiterhin tun, was uns unser Pflichtgefühl und das Gewissen diktiert. Wir werden unsere Grenzen verteidigen. Wir werden unser Leben und unsere Sicherheit verteidigen. Die Wahrheit ist: Wir bewiesen mit unserem Handeln, das es möglich ist, die Migration zu stoppen, denn Unerschrockenheit, Mut und Wille sind erforderlich. In erster Linie jedoch: Leute wie Sie! Dank der Arbeit des ungarischen Militärs und der Polizei ist Ungarn heute eines der sichersten Länder der EU. Wir haben keinen Terrorismus, haben keine Massenvergewaltigungen. Niemand fährt Lastwagen in Menschen, die feiern.

Aber bitte vergessen wir nicht, dass das nicht bedeutet, dass so schreckliche Dinge uns in Ungarn niemals passieren könnten. « (SB)

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Irakische Christen um Integration in Österreich bemüht

 Die Geschichte der Verfolgung der Christen im Irak ist auch seine eigene. „Am 15. August 2006 wurde ich in Bagdad entführt“, so Bischof Sirop.

Bischof Sirop ist der für alle chaldäischen Christen in Europa zuständige Bischof. Er traf mit Kardinal Schönborn und Bischof Scheuer zusammen: Große Sorge bei geflohenen Christen über Zuzug so vieler Muslime nach Europa. 

Die aus dem Irak nach Österreich geflohenen chaldäischen Christen sind sehr um die Integration in ihrer neuen Heimat bemüht. Das hat der für die Chaldäer in Europa zuständige Bischof Saad Sirop betont. Zugleich gebe es große Ängste unter den geflohenen Christen, weil so viele Muslime nach Europa kommen würden. Bischof Sirop hat dieser Tage in seiner Funktion als „Apostolischer Visitator“ die chaldäischen Gemeinden in Wien und Linz besucht. In Wien ist er u.a. mit Kardinal Christoph Schönborn und in Linz mit Bischof Manfred Scheuer zusammengetroffen. Auch im Stift Heiligenkreuz war er zu Gast. Bischof Sirop lobte die Hilfe, die den irakischen Christen in Österreich zuteil werde, auch seitens der Kirche. Trotzdem hoffe er auf noch mehr Unterstützung.

Die chaldäischen Christen, die mit Rom uniert sind

Chaldäische Christen – ihre Kirche ist eine mit Rom unierte Ostkirche mit ostsyrischem Ritus – gibt es in Europa vor allem in zwölf Ländern: Hauptsächlich in Schweden (bis zu 30.000), Deutschland (ca. 18.000) und Frankreich (ca. 14.000); daneben auch in Dänemark, Norwegen, Belgien, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, Luxemburg, Griechenland und Österreich.

Bis zu 175 Familien verzeichnet die Kirche in Österreich, also zwischen 800 und 900 Personen. Der Großteil davon lebt in Wien, eine kleine chaldäische Gemeinde gibt es auch in Linz. Bischof Sirop hat seinen Sitz in Stockholm. Für die Seelsorge stehen dem Bischof für alle Länder in Europa 25 Priester zur Verfügung.

Große Sorge über Zustrom von Muslimen nach Europa

Sirop räumte ein, dass die chaldäischen Christen mit großer Sorge den steten Zuzug von Muslimen nach Europa verfolgen würden. „Man muss das verstehen. So gut wie alle Christen im Irak haben sehr schlechte Erfahrungen mit Muslimen gemacht“, so der Bischof. Er berichtete von Vertreibungen, Entführungen und Morden. Die Prinzipien der westlichen Welt und islamische Vorstellungen von einer Gesellschaft würden nicht zusammenpassen. Deshalb würden sich viele Muslime auch so schlecht integrieren, dafür aber die Toleranz und Freiheiten des Westens ausnützen.

Misstrauen sei angebracht, so der Bischof. Zugleich dürfe man nicht generalisieren. Bischof Sirop: „Wir dürfen unsere Mitmenschlichkeit und unseren Glauben an das Gute nicht verlieren.“

„Wir wollen Bürger Europas sein“

Auch die chaldäischen Christen hätten Schwierigkeiten bei der Integration in ihren neuen Heimatländern, räumte Sirop ein. Dabei gehe es vorrangig um materielle Fragen, etwa um Wohnraum und Arbeitsmöglichkeiten. Die Menschen seien aber um Integration bemüht. „Wir wollen Bürger dieser Länder sein und bedanken uns bei unseren neuen Heimatländer“, so der Bischof wörtlich.

Europa und die westlichen Kirchen könnten auch von den irakischen Christen profitieren, zeigte sich der Bischof überzeugt. Überaus großen Stellenwert habe bei den chaldäischen Christen etwa die Familie; dies könne auch eine Stärkung der Institution Familie in Europa bewirken. Manche Flüchtlinge hätten noch Familienangehörige im Irak oder anderen Ländern im Nahen Osten, oft sei aber auch schon die gesamte Großfamilie ausgewandert, berichtete Sirop. Hier stehe vor allem auch die Kirche in der Verantwortung, die Traditionen, Kulturen und Sprache der Menschen zu erhalten, damit diese bei aller Integration auch ihre eigene Identität bewahren könnten.

Wie der apostolische Visitator sagte, würden bereits rund eine halbe Million chaldäische Christen in der Diaspora leben, vor allem in Europa, den Vereinigten Staaten und Südamerika. In Irak hingegen seien es schon weniger als 300.000. Kleinere Gemeinschaften gebe es auch im Iran, in Syrien, dem Libanon, Israel und Ägypten.

Im Irak Vertrauen wieder aufbauen

Im vergangenen Herbst wurden die ehemals christlichen Dörfer in der nordirakischen Ninive-Ebene von den IS-Terrormilizen zurückerobert. Die ersten christlichen Flüchtlinge sind auch bereits zurückgekehrt. Zu Ostern sei in allen chaldäischen Pfarren in Europa für die Christen in der alten Heimat gesammelt worden, berichtet der Bischof, „damit sie zurückgehen können in ihre Dörfer und Städte und diese wieder aufbauen können“. Neben der materiellen Hilfe für den Aufbau der Häuser und der Infrastruktur brauche es aber noch mehr Sicherheit.

Die Christen hätten vor allem aber auch das Vertrauen in ihre muslimischen Nachbarn verloren, so der Bischof, denn diese Nachbarn hätten sich an der Plünderung ihrer Häuser beteiligt und viele seien zum IS übergelaufen. Dieses Vertrauen wieder aufzubauen, sei das wohl schwierigste anstehende Projekt.

Der Bischof zeigte sich zuversichtlich, dass zumindest die rein christlichen Dörfer und Städte in der Ninive-Ebene wieder aufgebaut und besiedelt werden können. Weniger optimistisch sprach er über Mossul. Ob dort jemals wieder Christen leben könnten, sei mehr als zweifelhaft; auch wenn der IS endgültig aus der Stadt hinausgeworfen wird. Die Christen würden dort wohl eher versuchen, ihre Wohnungen und Häuser zu verkaufen und wegzugehen. In Mossul gab es auch vor dem IS bereits massive und teils systematische Gewalt gegen Christen, sodass viele schon vor 2014 die Stadt verlassen mussten.

Von Al-Kaida entführt

Sirop, 1972 in Bagdad geboren, war Weihbischof in Bagdad, bevor er von der chaldäischen Synode zum apostolischen Visitator für die chaldäischen Gläubigen in Europa bestimmt und am 19. November 2016 von Papst Franziskus dazu ernannt wurde.

Die Geschichte der Verfolgung der Christen im Irak ist auch seine eigene. „Am 15. August 2006 wurde ich in Bagdad entführt“, berichtete er im „Kathpress“-Gespräch. Sirop war damals der letzte Priester, der noch in einem sunnitischen Stadtviertel seinen Dienst versah. Nach der Abendmesse wolle er mit dem Auto zurück ins Priesterseminar fahren, als er von drei anderen Autos gestoppt wurde. Bewaffnete zwangen ihn mitzukommen. „Sie behaupteten von sich, der Al-Kaida nahezustehen“, so Sirop. 28 Tage wurde er gefangengehalten. „Es war sehr, sehr schwer“, erinnerte er sich, ohne mehr über diese dramatischen Tage preisgeben zu wollen. Schließlich wurde Sirop gegen Lösegeld wieder freigelassen – ein großes Glück und nicht selbstverständlich.

Er habe lange gebraucht, um wieder ins Leben zurückzufinden, bekannte der Bischof. Seine Erlebnisse hat er nun auch in einem Buch verarbeitet, das im Herbst erscheinen soll.

erstellt von: red/kathpress
16.05.2017
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Was der scheidende US-Botschafter am Heiligen Stuhl über Trump und Franziskus sagt

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Niemand könne voraussagen, was Donald Trump macht, wenn er erst einmal am kommenden Freitag in sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten eingeschworen wird. Doch die Wahlkampf-Rhetorik wird er hinter sich lassen – meint zumindest der US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Kenneth Hackett.

Im Interview mit CNA sprach Botschafter Hackett über die Präsidentschaft Trumps ebenso wie das Verhältnis mit dem Vatikan der kommenden US-Regierung.

Was von Donald Trumps Präsidentschaft zu erwarten sei? „Ich weiß es nicht“: So die lakonische Antwort des 2013 aus dem Ruhestand zurück in den Dienst gebetene Diplomaten, der seitdem als Vertreter der USA im Vatikan fungierte. Schließlich könne niemand die Zukunft vorhersagen.

Gleichzeitig rechne er jedoch damit, dass Trump die Rhetorik des Wahlkampfes hinter sich lassen werde, wenn ihn die Realität des Regierungsgeschäfts erst einmal eingeholt habe.

Eine Nation zu leiten „verlangt von dir, dein Bestes zu geben, Entscheidungen abzuwägen, Ratschläge zu hören, auf der Weltbühne die Rolle zu spielen, zu der die USA fähig ist, und die sie gespielt hat“, sagte er. Er selber sei optimistisch, dass „das Gute siegt“ und dass Trump „die beste Beratung annimmt, die ihm angeboten wird“.

Ein Thema, zu dem Trump während des Wahlkampfes besonders deutlich Stellung nahm, ist Migration. Dabei sparte er nicht mit provokativen und kontroversen Aussagen. Gleichzeitig ist das Thema auch ein Hauptanliegen von Papst Franziskus, der unter anderem mit seinem persönlichen Transport muslimischer Migranten aus Lesbos nach Rom Schlagzeilen machte.

Auf die Frage, ob das Thema zu einem Problem werden könnte für die Beziehungen zwischen der US-Regierung und dem Heiligen Stuhl, antwortete Hackett: „Zwei Regierungen haben nicht zu allen Themen die gleichen Ansichten“.

Und wenn Uneinigkeiten zur Sprache kommen sollten, so Botschafter Hackett, dann sei er zuversichtlich, dass jene, die er in der Kurie kenne, zwar zu ihrer Position stehen würden, aber gleichzeitig dialogfähig genug seien, um Lösungen zu finden, die für beide Seiten akzeptabel sind.

„Gerade am Heiligen Stuhl ist man nicht darauf fixiert zu sagen, ’nun, da sind wir eben getrennter Meinung‘. Es wird nach Lösungen gesucht, und hoffentlich wird die Regierung Trump auch einen Weg finden“, sagte er.

„Derzeit gibt es keine dynamischere moralische Führungsfigur auf der Welt als Papst Franziskus“, so Hackett. Er sei zuversichtlich, dass die Regierung Trump einen Weg finden werde, Beziehungen zum Heiligen Stuhl zu pflegen.

Der US-amerikanische Diplomat wird in Kürze seine Amtszeit am Vatikan beenden. Am Tag des Amtsantritts von Trump, dem 20. Januar, fliegt Hackett zurück in die Vereinigten Staaten.

Wer sein Nachfolger am Heiligen Stuhl sein wird, ist noch unklar. Sobald Präsident Trump die Personalie entschieden hat, muss diese Sicherheitsprüfungen unterzogen und vom Senat bestätigt werden. Das dauert mehrere Monate. In der Zwischenzeit hat Hacketts bisheriger Stellvertreter, Lous L. Bono, die Zügel in der Hand.

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Medienkampagne anlässlich des Weltflüchtlingstages 2017

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Papst Franziskus, Generalaudienz, 9. November 2016

Papst Franziskus wird vom 12. bis zum 15. Januar 2017 Twittereinträge zur Situation der Flüchtlinge und Migranten veröffentlichen

Mit einer Pressemitteilung informierte heute die Abteilung für Migranten und Flüchtlinge des Dikasteriums zur ganzheitlichen Entwicklung des Menschen, dass sie anlässlich des Weltflüchtlingstags am 19. Januar 2017 am 15. Januar eine Medienkampagne zum Thema starte. Der Weltflüchtlingstag wurde zum ersten 1914 begangen.

Wie die Abteilung für Migranten und Flüchtlinge verlauten ließ, werde in diesem Jahr insbeondere das Schicksal der minderjährigen Migranten, der schwachen Menschen und der Menschen ohne Stimme in den Blickpunkt gerückt. Damit folgt die Abteilung für Migranten und Flüchtlinge der von Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2017 vorgegebenen Linie: „Darum liegt es mir anlässlich des diesjährigen Welttags des Migranten und des Flüchtlings am Herzen, auf die Wirklichkeit der minderjährigen Migranten – besonders auf die, welche ganz allein unterwegs sind – aufmerksam zu machen und alle aufzurufen, sich um diese Kinder zu kümmern, die dreifach schutzlos sind: weil sie minderjährig, weil sie fremd und weil sie wehrlos sind, wenn sie aus verschiedenen Gründen gezwungen sind, fern von ihrer Heimat und getrennt von der Liebe in der Familie zu leben.“

Papst Franziskus selbst wird zusätzlich in Tweets auf seinem Account vom 12. bis 15. Januar 2017 das Schicksal und die Situation der Migranten und Flüchtlinge thematisieren.

Zu Verständnis und Barmherzigkeit forderte Papst Franziskus bereits in seiner Botschaft zum Weltflüchtlingstag auf, in der er die Umstände, die Menschen zu Migration und Flucht treiben, und die Gefahren vor allem für Kinder und Jugendliche darlegte: „Heute sind die Migrationen kein auf einige Gebiete des Planeten beschränktes Phänomen, sondern betreffen alle Kontinente und nehmen immer mehr die Dimension eines dramatischen weltweiten Problems an. Es handelt sich nicht nur um Menschen auf der Suche nach einer würdigen Arbeit oder nach besseren Lebensbedingungen, sondern auch um Männer und Frauen, alte Menschen und Kinder, die gezwungen sind, ihre Häuser zu verlassen, in der Hoffnung, ihr Leben zu retten und woanders Frieden und Sicherheit zu finden. Und an erster Stelle sind es die Minderjährigen, die den hohen Preis der Emigration zahlen, die fast immer durch Gewalt, durch Elend und durch die Umweltbedingungen ausgelöst wird – Faktoren, zu denen sich auch die Globalisierung in ihren negativen Aspekten gesellt. Die zügellose Jagd nach schnellem und leichtem Gewinn zieht auch die Entwicklung abnormer Übel nach sich wie Kinderhandel, Ausbeutung und Missbrauch Minderjähriger und ganz allgemein die Beraubung der Rechte, die mit der Kindheit verbunden und in der UN-Kinderrechtskonvention sanktioniert sind.“

Die Abteilung für Migranten und Flüchtlinge ist Teil des Dikasteriums für den Dienst für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, das am 17. August 2016 durch ein „Motu proprio“ von Papst Franziskus gegründet wurde und seit dem 1. Januar 2017 seine Aufgaben wahrnimmt. In dem neuen Dikasterium wurden der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden, der Päpstlichn Rat „Cor Unum“, der Päpstliche Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs sowie der Päpstliche Rat für die Pastoral im Krankendienst vereint.

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