BISCHOF RICHARD WILLIAMSON: VERNÜNFTIGE VAKANZ — II.

Eleison Kommentar Nummer CDVII (407)

Selbst ein Häresie-Papst bleibt kirchlicher Hauptmann,
wenngleich als Kirchenglied er geistig tot ist fortan.

Bischof Richard WilliamsonZum Thema Amtsenthebung eines häretisches Papstes erwiesen die traditionell dominikanischen Patres im französischen Avrillé einen guten Dienst durch ihre Veröffentlichung der klassischen Überlegungen sowohl von anderen hervorragenden Theologen als auch vom spanischen Johannes von St. Thomas (vergleiche EC 405). Kurz gesagt lehren die besten Kirchentheologen, daß die simple und heute beliebte Theorie, wonach ein häretischer Papst nicht mehr Glied der Kirche und daher umso weniger ihr Haupt sein könne, etwas zu einfach ist. Kurzum, beim Papst gilt nicht derselbe Ansatz wie wenn ein individueller Katholik in die Häresie fällt, dadurch den wahren Glauben verliert und somit nicht mehr Glied der Kirche ist. Denn die Kirche stuft den Papst deutlich höher ein als nur einen einzelnen Katholiken. Der Klarheit zuliebe wollen wir die Argumente der Theologen als Fragen und Antworten darstellen:

Ist es zunächst überhaupt möglich, daß ein Papst in die Häresie fällt?

Wenn er alle vier Bedingungen seines Außerordentlichen Lehramtes in Anspruch nimmt, so kann er keine Häresie lehren. Doch daß er persönlich in die Häresie fallen kann, ist die wahrscheinlichere Meinung zumindestens der älteren Theologen.

Wenn der Papst nun in die Häresie fällt, hört er dann auf, ein Glied der Kirche zu sein?

Als eine einzelne katholische Person schon, doch als Papst nicht notwendigerweise, weil der Papst viel mehr ist als nur ein einzelner Katholik. Wie der hl. Augustinus sagte, ist der Priester für sich ein Katholik, aber er ist Priester für die anderen. Nun ist der Papst für die gesamte Kirche Papst.

Nehmen wir an, daß die große Mehrheit der Katholiken sähe, daß der Papst ein Häretiker sei, weil es offensichtlich wäre. Würde dann nicht seine Häresie es ihm unmöglich machen, länger Papst zu sein?

Nein, denn selbst wenn seine Häresie offensichtlich wäre, könnten immer noch viele Katholiken dieses abstreiten, z.B. aus Gründen ihrer „Pietät“ dem Papst gegenüber. Um also eine ausbreitende Verwirrung in der Gesamtkirche zu vermeiden, müßte eine offizielle Feststellung über die Häresie des Papstes erfolgen, um die Katholiken daran zu binden, vereint zu bleiben. Doch erst ein Kirchenkonzil, das für diesen Zweck zusammengerufen würde, könnte eine solche Feststellung treffen.

Doch wenn die Häresie öffentlich und offensichtlich wäre, würde das dann nicht genügen, den Papst abzusetzen?

Nein, denn erstens muß jeder Häretiker offiziell gewarnt werden, bevor er abgesetzt werden kann, falls er seine Häresie widerrufen möchte. Zweitens dient jeder höhere Amtsträger in Kirche oder Staat dem Gemeinwohl, und um diesen Gemeinwohls willen muß dieser Träger in seinem Amt bleiben, bis er diesem offiziell enthoben worden ist. So wie ein Bischof so lange im Amt bleibt, bis er vom Papst abgesetzt worden ist, so bleibt auch der Papst solange im Amt, bis die offizielle Feststellung seiner Häresie durch ein Kirchenkonzil unserem Herrn Jesus Christus anheimgestellt hat, den Papst abzusetzen (vergleiche EC 405).

Aber wenn ein Häretiker kein Glied der Kirche mehr ist, wie kann er dann noch ihr Kopf und damit ihr wichtigstes Glied sein?

Weil seine persönliche Mitgliedschaft von seinem offiziellen obersten Leitungsamt verschieden ist. Durch seine persönliche Mitgliedschaft empfängt er die Heiligung von der Kirche. Durch sein oberstes Leitungsamt gibt er der Kirche die offizielle Regierung. Empfangen heißt nicht geben. Fällt er in die Häresie, so hört er gewiß auf, ein lebendiges Glied der Kirche zu sein, doch raubt dieses geistliche Absterben ihm nicht die Befähigung, die Kirche zu regieren. Seine Mitgliedschaft in der Kirche durch den Glauben und die Nächstenliebe ist unvereinbar mit der Häresie, doch sein Regieren der Kirche über seine Jurisdiktion braucht nicht notwendigerweise den Glauben oder die Nächstenliebe, und ist selbst mit der Häresie vereinbar.

Aber ein früherer Papst hat durch seine Häresie doch sein Papstamt hinweggeworfen . . .

Persönlich und privat trifft dies zu, aber offiziell und öffentlich gilt es erst, wenn ein Kirchenkonzil die Häresie des Papstes öffentlich und offiziell festgestellt hat. Bis zu diesem Zeitpunkt muß der Papst wie ein Papst behandelt werden, weil zum Frieden und dem Gemeinwohl der Kirche unser Herr Jesus Christus seine päpstliche Jurisdiktion aufrechterhält.

Kyrie eleison.

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Quelle

WENN DIE (konsequenten) SEDISVAKANTISTEN RECHT HÄTTEN…

… dann würde (mehr oder weniger) Folgendes zutreffen:

  1. Wir hätten (im Extremfall) seit 1939 (dem Jahr meiner Geburt n.b.!), also seit 75 Jahren, keinen Papst mehr, mithin 75 Jahre Sedisvakanz; denn die Rechtgläubigkeit Pius XII. wird von vielen von ihnen ebenfalls in Frage gestellt.
  2. Die Bischofsweihen wären (zusätzlich) seit der Ritusänderung derselben, also seit 1968, ungültig. (Siehe dazu dieses PDF-Dokument!)
  3. Der heute noch lebende Bischof mit dem ältesten Weihedatum ist geweiht worden am 24. August 1951, also unter Pius XII.! (Ján Chryzostom Cardinal Korec, S.J.)
  4. Damit gäbe es heute keine Hierarchie mehr, d.h. keine gültigen Bischöfe und Kardinäle und ebenfalls keine gültig geweihten Priester.

4.1.    Laut diesem Verzeichnis gibt es 5290 Bischöfe, die derzeit leben. Anfang 2014 gab es laut dieser Statistik insgesamt 4974 Bischöfe, davon 218 Kardinäle.
4.3.    Auch die Gültigkeit der Weihe von Erzbischof Marcel Lefebvre wird von vielen von ihnen bezweifelt wegen seines angeblich freimaurerischen Konsekrators Kardinal Achille Liénart.
4.4.    Sämtliche Kardinäle, die heute wahlberechtigt sind, wurden zum Kardinalat erhoben ab dem 28. Juni 1991 und später (also von den „Nicht-Päpsten Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus I.“) !

  1. Sämtliche Sakramente gemäß dem neuen Ritus wären ungültig, außer der Taufe.

5.1.    Die Gültigkeit der Taufe wird jedoch zumindest bezweifelt.
5.1.1. Für etliche von ihnen gibt es zudem keine Bluttaufe und keine Begierdetaufe!
5.1.2. Die Priesterweihen wären ungültig. (Vgl. „Einsicht aktuell“!)
5.1.2.1.             Laut dieser Statistik gab es Anfang 2013 weltweit 412.236 katholische Priester!
5.2.    Die Novus-Ordo-Messen (Eucharistiefeiern) wären ungültig. (Vgl. „Einsicht aktuell“!)
5.2.1. Das würde bedeuten, dass täglich gegen/rund 400.000 ungültige Messen gelesen werden! Und wenn wir einen Durchschnitt von 20 Kommunizierenden annehmen, würde das heißen, dass täglich 8.000.000 ungültige Kommunionen gespendet werden.

  1. Ohnehin gäbe es außerhalb der (katholischen) Kirche (derzeit für rund 6.000.000.000 Menschen!) kein Heil (Extra Ecclesiam nulla salus!)
  2. Und damit wäre die KIRCHE CHRISTI, die römisch-katholische, apostolische Kirche, die einzige Heilsanstalt GOTTES, nicht mehr sichtbar; sie hätte also ein unabdingbares Kennzeichen verloren, ausgerechnet in dieser letzten Endzeit, da die gutwilligen Menschen zu ihr finden können müssten.

Online-Daten über die katholische Hierarchie und die Kirche insgesamt:

Sedisvakantistische Bischöfe:

Sedisvakantistische Priester:

Sedisvakantistische Priesterbruderschaften: 

Sedisvakantistische Theologen/Wissenschaftler/Publizisten:

Sedisvakantistische Websites:

Sedisvakantitische Verlage/Zeitschriften: 

Sedisvakantistische Online-Dokumente:

Online-Daten zu einzelnen Bischöfen:


Offizielle kirchliche Texte:


Vorausgehende (provisorische) Übersichten:


Lesen Sie ferner (nochmals):

  1. Meine aktuelle Position in der Frage der Sedisvakanz
  2. Um katholisch zu sein, muss (und soll) man nicht Sedisvakantist sein
  3. Meine Argumente gegen den Sedisvakantismus – Stand 1989 – obsolet?

Diese Listen sind selbstverständlich unvollständig. Ich werde sie nach Möglichkeit im Laufe der nächsten Zeit ergänzen. Für nützliche, sachdienliche Hinweise aus dem Leserkreis danke ich im voraus.

Dieser Artikel ist – wie die verwandten vorausgehenden – gedacht als Diskussionsgrundlage!

[POS]

UM KATHOLISCH ZU SEIN, MUSS [und soll] MAN NICHT SEDISVAKANTIST SEIN

Die katholischen Christen bekennen u.A.: Ich glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche … Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen.

Vor allem diejenigen Sedisvakantisten, die die Ansicht/Überzeugung vertreten, dass alle katholischen Christen (Klerus und Laien), die die Päpste des Konzils und Post-Konzils als gültige Päpste betrachten und sich ihnen im kirchlichen Gehorsam pflichtgemäß fügen/unterwerfen, den ganzen wahren katholischen Glauben nicht (mehr) vertreten und folglich nicht (mehr) katholisch (sondern häretisch und/oder schismatisch) sind, diese Sedisvakantisten befinden sich in einem gefährlichen, sträflichen Irrtum!

Selbst wenn es zutreffen würde, dass diese Päpste — aufgrund von erwiesenen Glaubensirrtümern, Häresien, Apostasien — vor Gott keine gültigen, wahren Oberhirten (mehr) wären, so müss(t)en sie es vor der Gesamtheit der Gläubigen dennoch solange bleiben, bis GOTT Selber diese Usurpatoren, diese Thronräuber, diese Irrlehrer samt ihren Steigbügelhaltern aus Amt und Ehre entfernt, sei dies durch eine Erweckung der für eine Amtsenthebung vorgesehenen/zuständigen Kleriker (primär Kardinäle, Bischöfe), sei es durch ein direktes göttliches Eingreifen, z.B. eine Bekehrungs-Bewirkung des amtierenden Papstes1). Denn ein Papst, der Stellvertreter Christi, richtet alle, und niemand richtet ihn – außer CHRISTUS, unser HERR und GOTT.

Die hinlänglich glaubensinstruierten und wachsamen katholischen Christen (Klerus und Volk) können und dürfen, ja müssen, sofern sie es können, einem augenscheinlich irrenden und irreführenden Hirten und erst recht Oberhirten dennoch in allem widerstehen, was klar, eindeutig glaubensgefährdend, glaubenswidrig ist.

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1) Wie z.B. die hl. Katharina von Siena Papst Gregor XI. 1376 zur Rückkehr von Avignon auf den Stuhl Petri in Rom gebracht hat oder wie die hl. Jeanne d’Arc 1429 den entmutigten, zögerlichen Dauphin zu seiner Krönung als König Karl VII. nach Reims geführt hat.

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[POS]

„ICH werde den Hirten schlagen, und die Herde wird sich zerstreuen.“ (Matthäus 26:31)

Eine meines Erachtens höchst interessante Stellungnahme von Pater Josef Pfeiffer (FSSPX Widerstand) zum Sedisvakantismus und der Kontroverse um das „Non Una Cum“! (Der Titel dieses Artikels ist von mir [POS])

In Englisch für jene unserer Leser, die Englisch verstehen. Ich versuche, ein Transkript zu erhalten. Ich würde es dann ins Deutsche übersetzen und hier später anfügen.

Quelle: Ecclesia militans


Fr. Joseph Pfeiffer’s Conference and Sermon on Sedevacantism and the Non Una Cum Controversy


FR. GREGORY HESSE († 25th January 2006): A Conversation on Catholic Tradition (December 1997)

Für Englisch-Kenner! (@Alle: Kommentieren Sie hier!)

See also:

DER KONSEQUENTE SEDISVAKANTISMUS und einige meines Erachtens hauptsächliche EINWÄNDE DAGEGEN

Zur Überzeugung, dass der Stuhl Petri gegenwärtig (und seit rund 1960) unbesetzt ist, kann man durch streng logisches Denken gelangen, unter Herbeiziehung und in Kenntnis der heiligen Theologie und Kirchenlehre, d.h. durch das klare Wissen darüber, was die wahre, integere Lehre und was falsche Lehren (Gegen-Lehren/Häresien) und (normalerweise) ihre Folgen sind.

1. Der konsequente Sedisvakantismus*) basiert jedoch zum Teil auf abstraktem schlussfolgerndem Denken und kurzschlüssigem Entscheiden

Wenn man sich (formalistisch) auf die Dogmatik konzentriert und dies tut, um sich im nachkonziliaren Meinungsstreit bezüglich der Gültigkeit/Ungültigkeit der Konzilspäpste zu positionieren, läuft man Gefahr, das Glaubensleben des gesamten Mystischen Leibes Christi außer Acht zu lassen, bzw. es nicht (mehr) genügend/gerecht zu gewichten.

Die Päpste sind nicht die unumschränkt herrschenden Monarchen der Kirche. Sie sind die obersten/höchsten verantwortlichen DIENER der Kirche. Sie sind auch nicht das Haupt des Mystischen Leibes Christi. Die Kirche „steht und fällt“ nicht mit ihnen. Unzählige Gläubige (Kleriker und Laien) können rechtgläubig, ja HEILIG sein und bleiben, auch wenn die höchste Kirchenleitung ihrer Hirtensorge nicht mehr genügt, auch wenn sie [die Gläubigen] „im Gehorsam“ zum Teil äußerlich etwas an sich Fragwürdiges mitpraktizieren, was und weil es „von oben“ [der Hierarchie, der geistlichen Autorität] angeordnet ist.

Es ist deshalb kurzschlüssig, die „papst- bzw. hierarchie-gehorsamen“ Gläubigen zusammen mit den [ggf.] häretischen Päpsten (wie auch Bischöfen, und Priestern) unterschiedslos zu verurteilen und zu meiden.

2. Der konsequente Sedisvakantismus treibt in die Isolation

Der konsequente Sedisvakantist igelt sich ein, schottet sich ab; er trennt sich ggf. von seinen Glaubensgeschwistern, von seinen Angehörigen, Verwandten und Bekannten, auch dann und vor allem dann, wenn diese ihrerseits (grundsätzlich überzeugte) „papst- /hierarchie-treue“ katholische Christen sind.

Er meidet alle Kleriker, die nicht-sedisvakantistisch sind, d.h. praktisch die gesamte Hierarchie.

Damit scheidet, trennt sich der Sedisvakantist von der „Gemeinschaft der Heiligen“, zu der ja alle Getauften [insbesondere im Stande der heiligmachenden Gnade]  gehören.

3. Er führt zu ungerechtem Urteilen und Verurteilen

Der konsequent praktizierte Sedisvakantismus führt zu einer Verurteilung von Klerikern und Laien nur/allein aufgrund des Nicht-Bekennens der Sedisvakanz, d.h. er spricht ihnen das Katholischsein ab, wenn sie den amtierenden Papst als „gültigen Papst“ betrachten.

3.1. Er führt zu einer Pauschal-(Vor-)Verurteilung der (teilweise) neu formulierten Lehre

Es  geschieht eine (implizite) (Mit-)Verurteilung von prinzipiell erkennbar Gutem, Wahrem, Echtem, Gott Wohlgefälligem durch die pauschale, undifferenzierte Verwerfung des neu(-artig/-formuliert) Gelehrten und Praktizierten.

3.2. Ebenso ist die Folge eine Pauschal-Verurteilung der neu formulierten Disziplin (Kirchenrecht)

Dasselbe gilt für das Kirchenrecht.

4. Er führt zur Abstinenz vom Sakramenten-Empfang

4.1. Heilige Messen

Heilige Messen werden gemieden allein wegen fehlender (vollkommener) Übereinstimmung mit (streng) sedisvakantistischen Forderungen. Zum Beispiel verachtet man ohnehin alle Messen nach dem N.O.M., aber selbst Heilige Messen des Alten Ritus z.B. der Petrus-Bruderschaft, allgemein der „Ecclesia-Dei-Gemeinschaften“ etc. [allein] wegen ihres „una cum“ mit dem amtierenden Papst im Mess-Kanon.

4.2. Kommunionen

Man verweigert die Teilnahme an der Kommunion, weil man solche Messen für ungültig und deshalb die Konsekration für null und nichtig hält.

4.3. Beichten

Man verzichtet auf das Beichten allein wegen der vermeintlichen Irrgläubigkeit des erreichbaren Priesters und daraus gefolgerten Ungültigkeit des Sakramentes.

5. Er führt zur Nicht-Beteiligung an allgemeinen offiziell-katholischen Gottesdiensten, Andachten, Wallfahrten

Alles wird gemieden, was von Nicht-Sedisvakantisten durchgeführt, geleitet wird, weil es der Überzeugung der vermeintlich herrschenden Sedisvakanz abträglich sein könnte.

6. Liturgischer Rubrizismus

Der Sedisvakantismus basiert teilweise auch auf einer formalistischen, auf das genaueste ausgerichteten Befolgung der alten liturgischen Rubriken.

7. Die neuen Weiheriten werden als ungültig gesehen

7.1. Bischofsweihen

Der konsequente Sedisvakantist glaubt, dass der neue Ritus der Bischofsweihe von 1968 ungültig ist. Damit gibt es für ihn praktisch keine Bischöfe mehr unter dem Papst.

7.2. Priesterweihen

Auch die Priesterweihen nach dem neuen Ritus von 1968 werden als ungültig angesehen. Aber nicht nur des neuen Ritus wegen, sondern auch aus dem Grund, weil Bischöfe, die nach dem neuen Ritus geweiht wurden, als Nicht-Bischöfe angesehen werden, die deshalb keine gültigen Priesterweihen vornehmen können.

8. Der konsequente Sedisvakantismus führt zum Konklavismus

Es gibt den Konklavismus schon seit bald 50 Jahren. Er ist vollends gescheitert! Und er konnte gar nicht anders als scheitern angesichts der seit dem II. Vatikanum herrschenden Umstände. Am konsequentesten betrieben wurde dieser durch die Zeitschrift „EINSICHT“. Man konsultiere http://www.einsicht-online.de/ und http://www.einsicht-aktuell.de/! Siehe auch: „Sedisvakantistische Gegenpäpste„!

SCHLUSSFOLGERUNG:

Der konsequente Sedisvakantismus ist NICHT PRAKTIKABEL!

Nicht dass man für sich persönlich zur Einsicht der Sedisvakanz kommt und sich entsprechend verhält, erachte ich also als falsch, sondern dass man diese Einsicht allen übrigen katholischen Christen, insbesondere dem Klerus, unter Aberkennung ihrer Rechtgläubigkeit aufoktroyieren will.

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*) der konsequent praktizierte Sedisvakantismus

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Siehe auch:

Bischof Richard Williamson: SEDISVAKANTISTEN-ANGST I

Eleison Kommentar Nummer CCCXLI (341), 25. Januar 2014

Seit seiner Wahl Anfang letzten Jahres sind die Worte und Taten von Papst Franziskus so wenig katholisch und so unverschämt gewesen, daß die Vorstellung von einem „Sedisvakantismus“ – wonach die letzten Päpste gar keinen wirklichen Päpste gewesen seien – neuen Auftrieb erhalten hat. Beachten wir allerdings, daß Franziskus den Wahnsinn des Zweiten Vatikanischen Konzils lediglich unverblümter ausdrückt als seine fünf Vorgänger. Also bleibt die Frage, ob die sechs Konzilspäpste (vielleicht mit Ausnahme von Johannes Paul I.) wirklich Stellvertreter Christi gewesen sein können.

Nun ist diese Frage allerdings nicht von zentraler Bedeutung. Denn selbst wenn diese sechs Männer keine Päpste gewesen sein sollten, so hat doch der katholische Glaube und die katholische Moral kein Jota sich verändert, und diesem unveränderlichen Glauben sind wir gemäß der Hl. Schrift verpflichtet: „Wirkt euer Heil mit Furcht und Zittern!“ (Philipper 2,12). Sollten hingegen diese Männer Päpste gewesen sein, so kann ich ihnen dennoch in all dem nicht folgen, wo sie vom wahren Glauben und von der Moral abgewichen sind, weil auch dann die Hl. Schrift gilt: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5,29). Trotzdem halte ich es für wichtig, auf einige Argumente des Sedisvakantismus einzugehen, weil verschiedene Sedisvakantisten die Vakanz des Heiligen Stuhles zum Glaubensdogma für uns Katholiken erheben wollen. Meines Erachtens ziemt das sich nicht. „Im Zweifel Freiheit“, sagte der Hl. Augustinus.

Zu dem Problem, wovon der Sedisvakantismus lediglich ein Ausdruck ist, halte ich die Tatsache für einen Schlüssel, daß in der ganzen Geschichte der Kirche Christi das Zweite Vatikanum eine beispiellose Katastrophe war; wenngleich diese Katastrophe gewiß eine logische Folge des langen Verfalls der Kirchenmänner seit dem Spätmittelalter ist. Einerseits ist die göttliche Natur der katholischen Kirche und ihre Prinzipien, welche selbst während ihren Krisen inklusive der konziliaren Krise herrschen, unveränderlich. Andererseits muß die Anwendung dieser Prinzipien die stets sich ändernden menschlichen Umstände berücksichtigen, in welchen diese Prinzipien wirken. Und der heutige Grad an menschlicher Verkommenheit ist noch nie dagewesen.

Zwei dieser unveränderlichen Prinzipien sind zum einen, daß die Kirche niemals völlig abtrünnig werden kann, denn Unser Herr versprach, daß selbst die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden (Matthäus 16,18). Zum anderen hat Unser Herr aber auch gefragt, ob er bei seiner zweiten Wiederkehr auf Erden noch Glauben vorfinden werde (Lukas 18,8). Letzteres ist ein wichtiges Zitat, weil es deutlich darauf hinweist, daß die Kirche am Ende der Welt fast vollständig abtrünnig geworden sein wird, so wie es schon heute im Jahre 2014 der Fall zu sein scheint. Und in der Tat, falls wir heute auch noch nicht das Weltende erleben mögen, so stehen wir doch wenigstens mitten in der Generalprobe für dieses Weltende, wie Unsere Liebe Frau von La Salette, der ehrwürdige Pfarrer Holzhauser und Kardinal Billot nahelegen.

Somit kann heute und am Weltende die Abtrünnigkeit der Kirchenmänner sehr weit gehen. Zwar kann sie nicht die Kraft des allmächtigen Gottes übersteigen, welcher garantiert, daß die Kirche nie ganz verschwinden und scheitern wird. Doch der Treuebruch kann so weit gehen, wie Gott ihn erlaubt; oder anders gesagt hält nichts die Kirche davon ab, fast vollständig untreu zu werden. Wie weit reicht denn der Begriff „fast vollständig“? Gott alleine weiß es, und somit wird nur die Zeit es uns zeigen. Denn niemand von uns kann Gottes Gedanken lesen, und nur die Tatsachen können nach dem Ereignis den Inhalt der göttlichen Denkweise uns mit Sicherheit offenbaren. In der Hl. Schrift teilt Gott seine Denkweise immerhin teilweise mit.

Was nun das Ende der Welt betrifft, so halten viele Ausleger der Apokalypse (siehe Offenbarung des Johannes 13,11-17) die Kirchenautoritäten für das lamm-ähnliche zweite Tier, welches dem Antichrist dient. Denn widerstünden diese Kirchenautoritäten dem Antichrist, so könnte er niemals obsiegen, was er allerdings gemäß der Hl. Schrift tun wird. Ist dann während der Generalprobe für das Weltende es noch verwunderlich, wenn die Stellvertreter Christi wie Feinde Christi reden und sich benehmen? Vor diesem notwendigen Hintergrund folgen in den „Eleison Kommentaren“ der nächsten Woche Antworten auf einige der wichtigsten Argumente der Sedisvakantisten.

Kyrie eleison.

Dazu die Originalversion in Englisch:

Number CCCXLI (341) 25 January 2014

SEDEVACANTIST ANXIETY I
The words and deeds of Pope Francis since his election earlier last year have been so little Catholic and so outrageous, that the idea that recent popes have not really been Popes (”sedevacantism”) has been given a new lease of life. Notice that Pope Francis merely expresses more blatantly than his five predecessors the madness of Vatican II. The question remains whether any of the six Conciliar Popes (with the possible exception of John-Paul I) can really have been Vicars of Christ.

The question is not of prime importance. If they have not been Popes, still the Catholic Faith and morals by which I must “work out my salvation in fear and trembling” (Phil. II, 12) have not changed one iota. And if they have been Popes, still I cannot obey them whenever they have departed from that Faith and those morals, because “we ought to obey God rather than men” (Acts, V, 29). However I believe in offering answers to some of the sedevacantists’ arguments, because there are sedevacantists who seem to wish to make the vacant See of Rome into a dogma which Catholics must believe. In my opinion it is no such thing. “In things doubtful, liberty” (Augustine).

I think that the key to the problem of which sedevacantism is merely one expression is that Vatican II was a disaster without precedent in all the history of the Church of Jesus Christ, while at the same time it was the logical conclusion of a long decadence of the Catholic churchmen reaching back to the late Middle Ages. On the one hand the divine nature of the Catholic Church and the principles governing any of its crises, including the Conciliar crisis, cannot change. On the other hand the application of those principles must take into account the ever changing human circumstances within which those principles operate. The degree of human corruption today has no precedent.

Now two of the unchanging principles are that on the one hand the Church is indefectible because Our Lord promised that the gates of Hell would not prevail against it (Mt.XVI, 18). On the other hand Our Lord also asked if he would find faith on earth at his Second Coming (Lk. XVIII, 8), an important quotation because it clearly suggests that the Church will almost completely have defected at the end of the world, just as it seems to be almost completely defecting in 2014. For indeed if we are not today living through the end of the world, we are surely living through the dress rehearsal for that end of the world, as Our Lady of La Salette, the Venerable Holzhauser and Cardinal Billot all suggest.

Therefore today, as at world’s end, the defection can go very far. It cannot reach beyond the power of Almighty God to guarantee that his Church will never altogether disappear or fail, but it can reach as far as God will allow, in other words nothing need stop his Church from defecting almost completely. And just how far is that “almost completely”? God alone knows, and so time alone can tell, because none of us men are in the mind of God, and only the facts can reveal to us after the event the contents of the divine mind. But God does partly reveal his mind in Scripture.

Now as to the end of the world, many interpreters of Chapter XIII, 11-17 of theApocalypse think that the lamb-like Second Beast serving the Antichrist is the authorities of the Church, because if those authorities resisted the Antichrist he could never prevail, as Scripture says he will. Then is it so extraordinary if in the dress rehearsal for the end of the world the Vicars of Christ talk and behave like enemies of Christ ? Against this necessary background, next week’s “Comments” will propose answers to some of the sedevacantists’ main arguments.

Kyrie eleison.