Papst Paul VI.: Apostolisches Schreiben „Signum Magnum“, 13. Mai 1967

Papa-Paolo-VI

Apostolisches Schreiben über
die Verehrung und das Nachahmen der Jungfrau Maria,
der Mutter der Kirche und Vorbild aller Tugenden

Papst Paul VI
13. Mai 1967

Kurze Geschichte:

Signum Magnum erschien anlässlich des Besuches Paul’s VI in Fatima. Anlass des Schreibens war der 50. Jahrestag der Erscheinungen von Fatima. Die Ermahnung wiederholte die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Marias

Das Dokument spricht die wachsenden pastoralen Sorgen hinsichtlich der Marienverehrung an. Es beginnt mit der Tatsache, dass Gläubige zu jeder Zeit Maria Ehre erwiesen haben. Weiterhin begründet es die Basis für die Marienverehrung sowie ihr Wert für die christliche Einheit. Darüber hinaus wird hervorgehoben, dass die Marienverehrung mit der liturgischen Reform überein-stimmend ist. Signum Magnum beruft sich wiederholt auf Lumen Gentium. Besonders behandelt werden die Themen: Maria, Mutter und Vorbild und unsere aktive Nachahmung ihres Beispiels „Zu Jesus durch Maria.“ (SM 24)

Marias innige Vereinigung mit ihrem Sohn als ihrem Erzieher wird hervorgehoben: „Keine menschliche Mutter kann ihre Pflicht ausschließlich auf die Zeugung neuer menschlicher Wesen beschränken; sie muss auch die Aufgabe übernehmen, sie zu ernähren und zu erziehen. Genauso ist es mit der Heiligen Jungfrau Maria.“ (SM 9) Marias Mutterschaft gibt ihr das Recht zu erziehen. – Sie erzog Christus in seiner Kindheit und ihre mütterliche Pflicht setzt sich fort beim Erziehen der Glieder Christi.

Der Vorstoß von Lumen Gentium im Hinblick auf Maria und die Kirche schärfte den Blick für Maria als das Vorbild der Tugenden, des Typus und Musters der Kirche. Signum Magnum setzt diesen Gedanken fort und geht etwas näher auf „den sanften Reiz der hervorragenden Tugenden Marias ein, die einen wunderbaren Einfluss auf die Seelen ausüben und sie animiert, ihr göttliches Vorbild Jesus Christus nachzuahmen, den sie so genau widerspiegelte.“ (SM 15)

Signum Magnum stellt die theologische Basis für die spirituelle Mutterschaft Marias dar. Sie ist die Mutter von allen, (SM 1) „spirituelle Mutter der Kirche – Mutter, das heißt all ihrer Gläubigen und all ihrer ehrwürdigen Seelsorger“ (SM 2), weil Christus „sie nicht nur als Mutter des Apostels Johannes ausersehen hat,“ sondern auch des „ganzen Menschengeschlechtes, das er irgendwie verkörperte,“ (Leo XIII, LG 58, SM 10). Maria übt diese Aufgabe im Himmel weiterhin aus. Sie hilft, das göttliche Leben in den Seelen der erlösten Menschen zu nähren und zu hegen – dies ist „ein wesentlicher Teil des Geheimnisses der menschlichen Erlösung. Deshalb müssen alle Christen daran im Glauben festhalten“ (SM 10). Signum Magnum fährt fort: „Marias geistige Mutterschaft überschreitet die Grenzen von Raum und Zeit. Sie ist Bestandteil der Kirchengeschichte für alle Zeiten, denn sie hört nie auf, ihr mütterliches Amt auszuüben oder uns zu helfen.“ (SM 33)

Maria erfreut sich an der Schau der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, aber zur gleichen Zeit „vergisst sie ihre Kinder nicht, die jetzt auf der ‚Pilgerfahrt des Glaubens’“ sind (SM 11). Ihr Dienst am ganzen Menschengeschlecht begann im Augenblick der Verkündigung, und ihr gesamtes Leben ist damals und heute ein liebevoller Dienst (SM 21). Der Ausdruck Pilgerweg des Glaubens, der auf Lumen Gentium 58 zurückgeht, wird häufig in den nachfolgenden Dokumenten erwähnt und kennzeichnet eine bedeutende Entwicklung im marianischen Denken der nach-konziliaren Zeit.

Obwohl auch biblisch, beruht Signum Magnum in erster Linie auf der kirchlichen Lehre über und Verehrung der Gottesmutter. Im Gegensatz zu Lumen Gentium, das diesen Text nicht zitiert, wird durch die Passage aus dem Buch der Offenbarung (12, 1), das „große Zeichen,“ die „Frau mit der Sonne bekleidet,“ auf Maria hingewiesen, was auch der Titel des Dokumentes anzeigt. Es ist die Aufgabe des Christen, sie zu ehren und sie lobenswert nachzuahmen, denn sie ist das große Zeichen der Kirche in der heutigen Welt; das große Zeichen, das vollkommen Christus geweiht ist und solche mitwirkt an seinem Erlösungswerk durch ihre enge Vereinigung mit ihm und ihrer Kooperation mit der Gnade, Sie ist auch ein Zeichen der Einheit für die Kirchen und ihre Fürsprache wird uns helfen, die Einheit und die Rettung herbeizuführen, In Signum Magnumwird Maria jedoch nicht nur als Zeichen beschrieben, sondern auch als jene, die an der Erziehung des durch Christus geformten Menschen teilnimmt.

Signum Magnum macht deutlich, dass es viele Arten der Verehrung Mariens gibt und das Dokument bietet zahlreiche Vorschläge dafür an (SM 4, 29). Die feierliche Weihe des Menschengeschlechtes an das Unbefleckte Herz Marias wird auch behandelt wobei eine Verbindung wird zwischen Lourdes und Fatima hergestellt wird.

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Quelle

Siehe dazu: