DIE DREI AVE MARIA

Eine Himmelsleiter für Gerechte und Sünder

Eines der größten Heilmittel, eines der sichersten Zeichen der Auserwählten ist unstreitig die Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria. Gott hat Maria zum Heile der Menschen eine unermessliche Macht und Güte verliehen, die alle erfahren, die mit Vertrauen und Beharrlichkeit zu ihr fliehen. Gibt es aber eine leichtere, für jedermann fasslichere Andacht, als täglich drei Ave Maria zu beten, zu Ehren der Vorzüge, die der dreieinige Gott der allerseligsten Jungfrau verliehen hat? Diese heilsame Übung ist von der Himmelskönigin der heiligen Mechthild geoffenbart worden, als ein Mittel zur Erlangung der Gnade der Beharrlichkeit und eines guten Todes. Einer der ersten, der sich dieser Andacht bediente, war der große heilige Antonius von Padua. Er wollte durch diese Übung die fleckenlose Jungfräulichkeit Mariens ehren, um mitten in den Gefahren der Welt eine vollkommene Reinheit des Geistes, des Herzens und des Leibes zu bewahren.

Später ließ der heilige Leonhard von Maurizio die drei Ave Maria morgens und abends zu Ehren der unbefleckt Empfangenen beten, um die Gnade zu erlangen, während des Tages oder der Nacht jede Todsünde zu vermeiden. Ja, dieser Heilige versprach mit Sicherheit das Heil denen, die in dieser Übung verharren. Diesen zwei großen Franziskaner folgend, eignete sich der heilige Alfons von Liguori diese fromme Übung an und gab ihr die Stütze seines hohen Ansehens. Er ermahnt besonders die Eltern und Beichtväter, sorgfältig darüber zu wachen, dass die Kinder alle Tage getreulich morgens und abends drei Gegrüßt seist Du, Maria, beten. Nebstdem empfahl er diese Andacht allen, den Frommen wie den Sündern, den Männern wie den Frauen, den Jünglingen wie den Jungfrauen. Selbst Gott geweihte Personen ziehen aus dieser Andacht kostbare Heilsfrüchte. Es steht fest, dass viele Personen durch dieses Mittel ganz außerordentliche Gnaden der Bekehrung, der Beharrlichkeit, oder sogar den Beruf zum Priester- und Ordensstande erhalten haben. Diese Andacht ist eine himmlische Arznei gegen alle Seelenkrankheiten, besonders gegen die Pest der Unkeuschheit, und kann deshalb der Jugend nicht eindringlich genug empfohlen werden.

Die Welt ist gegenwärtig ein wahres System der Versuchungen und die jugendlichen Herzen fallen wie Wachteln ins Netz. Mit der Posaunenstimme der Engel vom Letzten Gerichtstage möchte man allen Eltern und Erziehern zurufen:

„O ihr, denen die kostbarsten Güter des Himmels und der Erde anvertraut sind, die unschuldigen Kinder, wachet über ihre Unschuld, führt die Kinder im Schifflein Mariens durch die Andacht der drei Ave Maria zur Bewahrung ihrer Unschuld; denn das Wohl und das Weh eurer Kinder hängt davon ab. Und ihr alle, denen das Heil der Seelen am Herzen liegt, verbreitet diese Andacht, wo ihr nur immer Gelegenheit habt!“

Grüßen wir Maria aber immer mit Andacht, mit einem Herzen voll inniger Liebe.

Denn nur einem solchen Gebet wird die Erhörung zuteil.

Gegrüßt seist Du, Maria, usw.

Maria, durch Deine Unbefleckte Empfängnis bewahre rein meinen Leib, mache heilig meine Seele!

Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen.

Die Heilige Pönitentiarie verlieh allen jenen, die die drei Ave Maria beten mit der Anrufung:        „Liebe Mutter, bewahre mich vor der Todsünde!“ einen Ablass von 300 Tagen.

Österreich: Bischöfe vertrauen Land und Volk der Gottesmutter an

Festmesse Mariazell, 13. Juni 2017 / Courtesy: Paul Wuthe, Kathpress

Festgottesdienst im Rahmen der
Vollversammlung der ÖBK im steirischen Mariazell

Bei einem Festgottesdienst im Gedenken an die Marienerscheinungen vor hundert Jahren in Fatima haben die Bischöfe Österreich und seine Bewohner erneut der Gottesmutter Maria anvertraut. Der Festgottesdienst fand im Rahmen der aktuellen Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz in Mariazell statt. Mit den österreichischen Bischöfen konzelebrierten die emeritierten Bischöfe Christian Werner und Ludwig Schwarz, weiters Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, Abt Benedikt Plank (St. Lambrecht) und Superior P. Michael Staberl (Mariazell). Wie an jedem Monatsdreizehnten fand die Messe auch im Gedenken an Kardinal Franz König statt, der am 13.3.2004 verstorben ist.

Vorsteher und Festprediger des Gottesdienstes war der Salzburger Erzbischof, Franz Lackner, der Maria in den Mittelpunkt seiner Predigt stellte. Er verwies auf den Vorbildcharakter Mariens für den Glauben in der heutigen Welt. In einer „zweifelhaften Umgebung“, in der auch „wir heute leben“, fordere Maria mit ihrem Vorbild immer wieder zum Vertrauen und Hören auf Gott auf. Die Welt blute aus vielen Wunden: „Viele Christen und Andersgläubige leiden unter schrecklicher Verfolgung, die Schöpfung seufzt unter der Last der Menschen, das ungeborene Leben vermisst schmerzlich den uneingeschränkten Schutz und der Glaubensschwund in unseren Kirchen stellt uns vor die Frage: Wird der Menschensohn, wenn er wiederkommt, noch Glauben auf der Erde finden?“

In einer „glaubensschwachen Zeit“ sei Maria wie eine Lichtgestalt unseres Glaubens, „die uns den Weg zu weisen vermag“. Mit ihrem klaren Bekenntnis „es geschehe, wie du gesagt hast“ weise sie den Weg hin zur „Durchlässigkeit auf Gott“. Sie lehre das Wagnis, „sich auf einen Gott einzulassen, der stets größer und letztlich unbegreiflich ist, der aber auch Unmögliches vermag“. In ihr habe Gott gleichsam „ein kleines Stückchen Paradies bewahrt, einen heiligen Rest paradiesischer Unversehrtheit, wo hinein er sein Wort von der Menschwerdung sprechen konnte“. Daher bezeichne das 2. Vatikanische Konzil Maria zu Recht als „Mittlerin aller Gnaden“, so Lackner.

Maria sei keine „Frau der vielen Worte, sondern eine innerlich betrachtende Frau“ gewesen. „Alles, was geschehen war, auch das, das sie nicht verstanden hatte, bewahrte sie in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ Auch in dieser Hinsicht könne sie Vorbild sein in einer Zeit, „in der zwar viel nachgedacht werde, aber immer nur über das Äußerliche und Funktionierende“. Das wenige in der Bibel über Maria Überlieferte stehe in „keinem Verhältnis zu ihrer Wirkung, welche sie im Laufe der Geschichte erfahren hat“. Sie alleine habe den Demuts- und Hoheitstitel „Magd des Herrn“ verwendet, der sie in die Nähe des in der Bibel erwähnten Gottesknechtes rückt, der auf Jesus Christus selbst verweise.

Am Ende des Festgottesdienstes versammelten sich die Bischöfe rund um den Mariazeller Gnadenaltar, wo bereits 1983 Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im steirischen Marienwallfahrtsort Österreich und seine Bewohner Maria überantwortet hatte. Die Bischöfen erneuerten dieses Anvertrauen an die Gottesmutter und sprachen dabei jenes Gebet, das Papst Benedikt XVI. bei seinem Österreich-Besuch am 9. September 2007 am Stephansplatz gesprochen hatte.

Seit Montag tagt die Österreichische Bischofskonferenz unter dem Vorsitz von Kardinal Christoph Schönborn im steirischen Mariazell. Schwerpunktthema ist die Vorbereitung auf die nächstjährige Weltbischofssynode über Jugend. Darüber hinaus haben sich die Bischöfe am Montag in einem Studiennachmittag mit Fragen rund um Sicherheitspolitik und Sicherheit in den Kirchen befasst.

(Quelle: Webseite der Österreichischen Bischofskonferenz & Kathpress, 13.06.17)

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