Kongo: Bischöfe warnen vor islamistischer Gewalt und Kriminalität

Betende Christen im Kongo (Archivbild) Foto: Steve Evans / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Vor den Aktivitäten islamistischer Terroristen und krimineller Banden haben die Bischöfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo gewarnt.

Unter den bewaffneten Gruppen, deren Aktionen den Bischöfen Sorge bereiten, befindet sich der Islamische Staat (IS) in Zentralafrika, berichtet die Agentur „Fides“.

In der abschließenden Erklärung der ordentlichen Versammlung der Bischöfe der Provinz Bukavu (ASSEPB) werden mehrere Gruppen angeprangert, die Massaker, Anschläge, Entführungen und Plünderungen begehen sowie Teile der Bevölkerung vertreiben.

„Diese Entwicklung verdeutlicht den Niedergang des Staates“, heißt es in einer gemeinsamen Verlautbarung.

Die am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen sind die Einwohner von Beni und Butembo, wo mehrere Massaker der islamischen ADF-NALU zugeschrieben werden, einer Gruppe ugandischer Herkunft, welche mittlerweile als dschihadistische Organisation agiere. Angehörige der Gruppe sollen an der Gründung des IS in Zentralafrika beteiligt gewesen sein.

Der Islamische Staat in Zentralafrika bekennt sich seit kurzem auf einer offiziellen Website zu Übergriffen und Anschlägen.

Weitere Gewalttaten werden laut „Fides“ von Milizen und bewaffneten Gruppen begangen, die in den Gebieten von Uvira, Fizi und Mwenga im Auftrag der traditionellen Stammeshäuptlinge agieren, was zur Folge hat, dass Stammeskonflikte und ethnische Spaltungen sich verschärfen.

Die Bischöfe warnen: Das Fehlen von Sicherheit und die Abwesenheit des Staates schwächt eine ohnehin instabile Volkswirtschaft weiter. Zudem werden Mineralien und andere Bodenschätze geplündert, die lokale Landwirtschaft wird zugunsten subventionierter ausländischer Produkte aufgegeben; eigene Initiativen oder ein lokales Unternehmertum gibt es kaum.

Die Bischöfe fordern die Behörden des Landes deshalb auf, „die Verwaltung der souveränen Aufgabe des Staates erneut zu übernehmen“. Es gehe um die Gewährleistung der Einheit, der territorialen Integrität, der Sicherheit von Personen und Eigentum und der Förderung des Wohlergehens der Bevölkerung und die Gewährleistung des Schutzes der natürlichen Ressourcen und nationaler Interessen. Die Bischöfe fordern zudem die Schaffung von Arbeitsplätzen für die lokale Bevölkerung, die Bekämpfung von Korruption in den Reihen der Elite durch eine angemessene Gehaltspolitik für Staatsbedienstete sowie freie und geregelte Wahlen.

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Papst kündigt Gebetstag für Frieden in Afrika an

Angelusgebet des Papstes (Vatican Media)

Franziskus hat einen besonderen Tag des Gebets und des Fastens für den Frieden auf der Welt ausgerufen.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Bei seinem Angelusgebet am Sonntag sagte er, der Gebets- und Fasttag solle am 23. Februar stattfinden, dem ersten Freitag in der Fastenzeit. Schon im September 2013 hatte Franziskus einen besonderen Tag des Gebets und Fastens für einen Frieden in Syrien durchgeführt. Ende November letzten Jahres leitete er außerdem ein Friedensgebet für Afrika im Petersdom.

„Angesichts der fortdauernden, tragischen Konfliktsituationen in verschiedenen Teilen der Welt lade ich alle Gläubigen zu einem besonderen Tag des Betens und Fastens für den Frieden ein“, so der Papst nach seinem Angelusgebet am Petersplatz wörtlich. „Wir widmen ihn besonders der Bevölkerung in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan. Wie bei ähnlichen Gelegenheiten lade ich auch wieder die nicht-katholischen und nichtchristlichen Brüder und Schwestern ein, sich dieser Initiative auf die Weise, die sie für am besten geeignet halten, anzuschließen.“

“ Beten – aber nicht nur ”

Im Südsudan, einem der jüngsten und ärmsten Staaten der Erde, tobt seit einigen Jahren ein verheerender Bürgerkrieg; die Absicht des Papstes, eine Friedensmission in den Südsudan durchzuführen, ließ sich bisher aus Sicherheitsgründen nicht verwirklichen. Im Kongo kommt es in den letzten Monaten immer wieder zu politischer Gewalt und zu Massakern.

„Unser himmlischer Vater hört seine Kinder immer, wenn sie in Schmerz und Angst zu ihm schreien“, fuhr der Papst beim Angelus fort. „Er heilt, die gebrochenen Herzens sind, er verbindet ihre Wunden“ (Ps. 147,3). Ich rufe dringend dazu auf, dass auch wir diesen Schrei hören mögen! Jeder möge sich vor seinem eigenen Gewissen und vor Gott fragen: Was kann ich für den Frieden tun? Mit Sicherheit können wir beten – aber nicht nur. Jeder von uns kann konkret Nein zur Gewalt sagen, soweit das von ihm oder ihr abhängt! Denn die Siege, die man durch Gewalt erringt, sind falsche Siege, während das Arbeiten für den Frieden allen guttut!“

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Papstgebet für den Frieden im Südsudan und im Kongo

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Kongo: Kardinal appelliert an Kabila

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Kardinal Laurent Monsengwo, Erzbischof von Kinshasa – RV

Rebellen im Osten des Kongo haben am Wochenende bei Überfällen mindestens 34 Menschen getötet. In verschiedenen Teilen des Kongo ist es in den letzten acht Tagen zu Ausbrüchen von Gewalt gekommen. Das verstärkt die Sorge, dass Kongos anhaltende politische Krise blutig eskalieren könnte.

Präsident Joseph Kabila ist seit genau einer Woche nicht mehr im Amt – nach der Verfassung jedenfalls. In Wirklichkeit aber ist er einfach in seinem Palast in Kinshasa geblieben und weigert sich, das höchste Amt im Staat für einen Nachfolger zu räumen, Wahlen haben nicht stattgefunden. Kongos Bischofskonferenz versucht einen Kompromiss durchzusetzen, der Wahlen für einen neuen Präsidenten binnen eines Jahres mit sich bringen würde. Doch ob sie sich damit durchsetzen, ist ungewiss. Die Regierung will sich nach jetzigem Stand erst 2018 auf Wahlen einlassen, bis dahin bliebe Kabila Präsident.

Bei Straßenprotesten gegen Kabila sind letzte Woche mindestens vierzig Menschen ums Leben gekommen. Priester im ganzen Land haben am Sonntag eine Botschaft von Kardinal Laurent Monsengwo von den Kanzeln verlesen. Darin schreibt der Erzbischof von Kinshasa: „Die Zeit ist vorbei, als sich jemand einfach an die Macht klammern und die Waffen auf sein eigenes Volk richten konnte! Den jungen Leuten geht es doch nur um ihr Recht, ein Leben in etwas größerer Würde zu leben.“

Bis Freitag wollen die Bischöfe versuchen, Kongos politische Kräfte auf ihren Kompromiss zu verpflichten. Das Spiel ist riskant. Nicht nur für die Bischöfe, deren Reputation bei einem Scheitern der Verhandlungen leiden könnte. Sondern vor allem für den Kongo. Millionen von Kongolesen starben zwischen 1996 und 2003 in einer Reihe von Kriegen und Konflikten. Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1960 hat das riesige Land im Herzen Afrikas keinen friedlichen Machtwechsel hinbekommen.

(reuter/rv 26.12.2016 sk)