„Maria hilf!“ – das ist der Notschrei der gesamten, großen Welt

Maria Auxilium Christianorum

Maria hilf! – Das ist zum End‘ der Zeiten
der Notschrei der gesamten, großen Welt,
der Ruf, mit dem sich Aller Hände breiten
in heißem Fleh’n zum hohen Himmelszelt!
„Maria hilf!“ – so klingt des Kindes Lallen,
des Jünglings Gruß, des Mannes fromm‘ Gebet,
des Greises letzter Hauch, – uns Christen allen
kein ander‘ Wort wohl so von Herzen geht! 

„Maria hilf!“ – Was kann uns Die versagen,
die Gottes Rat zur Mittlerin bestellt,
die einst den Herrn im reinsten Schoß getragen,
und so gebracht das Heil der ganzen Welt!
Er, der gewiß ihr jeden Wunsch gewähret,
der gern uns gibt, was sie für uns erfleht,
ist Bürge uns, daß sie, die Ihn genähret,
als Mutter mild auch uns zur Seite steht! 

„Maria hilf!“ – Klingt Seinem Gottesherzen
doch dieser Ruf so traut, so wohlbekannt,
hat ja Er selbst – in Seiner Kindheit Schmerzen –
um Hilfe sich zur Mutter stets gewandt.
Was Er bedurft für dieses Leibes Leben,
ward ihm durch sie, – Trost, Pflege, Brot und Kleid, –
drum will durch sie auch Seiner Welt Er geben
des Segens Füll‘ für Zeit und Ewigkeit! 

„Maria hilf!“ – Ja, Keiner geht verloren,
der diesen Ruf zu ihrem Throne schickt,
der dies Gebet als liebstes sich erkoren,
der kindlich fromm zu ihr um Hilfe blickt!
Und fiele auch die ganze Welt in Trümmer,
und brächen selbst des Himmels Festen ein, –
„Maria hilf!“ – wir rufen’s heut‘ und immer,
und immer wird sie uns’re Hilfe sein!

Cordula Peregrina (C. Wöhler, Schwarz, Tirol, 1897)