Mutiger indischer Erzbischof Raphael Cheenath aus Orissa verstorben

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Nationalflagge Indiens / Wikimedia Commons, Public Domain

Der emeritierte Erzbischof von Cuttack-Bhubaneshwar
erlag am Sonntag einem Krebsleiden

In den schwierigen Zeiten der Verfolgung setzte er sich für seine Schafe ein, jetzt ist der ehemalige Oberhirte aus dem ostindischen Bundesstaat Orissa, Erzbischof Raphael Cheenath gestorben. Der emeritierte Erzbischof von Cuttack-Bhubaneshwar war auch schon in Deutschland zu Gast; so im Jahr 2009 beim katholischen Hilfswerk Kirche in Not. Dort berichtete er davon, wie Kastenlose auch noch ihre letzten Almosen verlieren, wenn sie in Indien zum Christentum übertreten.

Wie jetzt bekannt wurde, verstarb er am Sonntag im Heilig-Geist-Krankenhaus im indischen Mumbai. Er bleibt den Gläubigen als heiligmäßiger Mann und durch seinen unermüdlichen Einsatz für die Opfer von Ausschreitungen in Erinnerung. Es war versucht worden, die Hintergründe der Gewalttaten von Hindunationalisten und paramilitärischen Gruppen im Jahr 2008 zu vertuschen, die rund 120 Christen das Leben kostete und mindestens 50.000 Menschen vertrieben.

Cheenath sorgte damals für die Errichtung von Flüchtlingslagern, kämpfte für ihr Recht auf Rückkehr und die Ansprüche auf Wiedergutmachung von Verletzten und Witwen sowie die Wiederherstellung von Gotteshäusern und kirchlichen Einrichtungen, die dabei zerstört wurden. Mutig trat er radikalhinduistischen Hasskampagnen und Zwangskonversionen entgegen.

Es waren die brutalsten Übergriffe gegen Christen seit der Unabhängigkeit Indiens. Auslöser war die Ermordung von Swami Laxmananda Saraswati, einem örtlichen Führer der „Vishwa Hindu Parishad (VHP)“, einer radikalen Hindu Gruppe. Saraswati trat offen für ein Verbot des Glaubensübertritts sein. Militante Maoisten hatten sich zu diesem Mord bekannt. Trotzdem beschuldigten radikale Hindus die Christen.

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz in Indien und Erzbischof von Mumbai, Kardinal Oswald Gracias erinnerte sich an seinen Mitbruder im Bischofsamt: „Die Kirche in Indien trauert wegen des Todes von Erzbischof Raphael Cheenath…der die Erzdiözese von Cuttack-Bhubaneshwar in der traumatischsten Zeit für die katholische Kirche in Indien anführte. Monsignor Cheenath setzte sich unermüdlich für die Opfer von Kandhamal (Distrikt in Orissa, Anmerkung der Redaktion) und die Überlebenden ein. Sein Tod in unserer Erzdiözese wird unserer Kirche viel Segen bringen.“

Cheenath war am 29. Dezember 1934 im indischen Bundesstaat Kerala geboren worden. Unter elf Kindern war er der zweite Sohn einer katholischen Familie. Im Jahr 1953 wurde er Steyler Missionar und zehn Jahre darauf zum Priester geweiht. Im Jahr 1972 wurde er zum Generalkonsultor seines Ordens und zwei Jahre darauf Bischof von Sambalpur im Westen von Orissa. Seit 11. August 1985 stand er der Erzdiözese von Cuttack-Bhubaneshwar vor, zu deren Wachstum er 26 Jahre lang beitragen durfte.

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Quelle