Papst beim Angelus: „Gottes Barmherzigkeit nicht ausnutzen“

Papst Franziskus beim Angelus

Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, Gottes Barmherzigkeit nicht auszunutzen. „Die Möglichkeit umzukehren ist nicht unbegrenzt“, sie könne auch für immer verlorengehen, sagte das Kirchenoberhaupt beim Angelusgebet an diesem dritten Fastensonntag.

Das Evangelium (Lk 13,1-9) erzählt vom Feigenbaum, der auch nach drei Jahren keine Früchte trägt, und den der Besitzer des Weinbergs deshalb umhauen lassen will. Der Winzer schlägt vor, dem Baum noch ein Jahr Zeit zu geben, „ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen“, sagt er dem Besitzer. In dieser Erzählung steht der Winzer für Jesus und der Feigenbaum für die „gleichgültige und trockene Menschheit“, „unfähig zu geben und das Gute zu tun“, legt Franziskus aus. „Er ist das Symbol dessen, der für sich selbst lebt, satt und ruhig, bequem in seinem Komfort eingerichtet, unfähig, den Blick und das Herz auf jene neben ihm zu richten, die im Leid, in Armut und Unbehagen leben.“ Das Gegenbild dazu sei der Winzer, also Jesus. „Er hat Geduld, er kann warten, er widmet dem Feigenbaum seine Zeit und seine Arbeit. Er verspricht dem Herrn, sich um diesen unglücklichen Baum zu kümmern“.

“ Wir können großes Vertrauen in die Barmherzigkeit Gottes setzen, aber ohne sie auszunutzen ”

Dieser Gegensatz, so der Papst, zeigt die Barmherzigkeit Gottes, die jedem Menschen eine Zeit der Umkehr lässt. Allerdings sei die Chance dazu nicht unbegrenzt, man müsse sie „sofort ergreifen“, so der Papst, „andernfalls wäre sie für immer verloren. Wir können großes Vertrauen in die Barmherzigkeit Gottes setzen, aber ohne sie auszunutzen. Wir dürfen die spirituelle Faulheit nicht rechtfertigen, sondern müssen unsere Bemühungen verstärken, dieser Barmherzigkeit rasch und mit aufrichtigem Herzen nachzukommen.“

Hier zum Hören:

In der Fastenzeit lade Gott zur Umkehr ein, fuhr der Papst fort. Jeder sei gerufen, etwas in seinem Leben, in seiner Denkweise, seinem Handeln und seinen Beziehungen zu anderen zu begradigen. „Gleichzeitig müssen wir Gottes Geduld nachahmen, der Vertrauen in die Fähigkeit aller hat, wieder aufzustehen.“ Gott sei Vater, so der Papst: „Er löscht nicht die schwache Flamme, sondern begleitet und pflegt die Schwachen, damit sie sich stärken und ihren Beitrag der Liebe in die Gemeinschaft einbringen können.“

(vatican news – gs)

LESEN SIE AUCH:

23/03/2019

Papst Franziskus beim Angelus: Lernen, zu vergeben

Papst Franziskus hat am Zweiten Weihnachtsfeiertag die Christen zu einer Haltung der Vergebung aufgerufen. Das lasse sich vom heiligen Stephanus lernen, sagte er bei seinem Angelusgebet am Petersplatz.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„Wir sind aufgerufen von ihm zu lernen, zu vergeben, immer zu vergeben. Es ist nicht einfach, das zu tun, wie wir wissen… Aber Vergebung macht das Herz weit, sie erzeugt Austausch, gibt Ruhe und Frieden.“

Franziskus kommentierte vor dem Gebet des „Engel des Herrn“ die Lesung dieses Zweiten Weihnachtstags, die das Martyrium des heiligen Stephanus erzählt. „Die Freude an Weihnachten erfüllt immer noch unsere Herzen“, hub der Papst an; „die wunderbare Botschaft, dass Christus für uns geboren wurde und der Welt Frieden bringt, erklingt weiter.“

In Binden gehüllt, bei der Geburt wie nach dem Tod

Wie passe der Bericht über die Steinigung des Stephanus in diese Atmosphäre? „Es scheint einen Kontrast zwischen der Freude an Bethlehem und dem Drama des Stephanus zu geben, der in Jerusalem bei der ersten Verfolgung gegen die entstehende Kirche zu Tode gesteinigt wurde, tritt auf. In Wirklichkeit ist dies aber nicht der Fall, denn das Kind Jesus ist der Menschensohn, der die Menschheit durch den Tod am Kreuz retten wird. Jetzt betrachten wir ihn in Binden gehüllt in der Krippe; nach seiner Kreuzigung wird er wieder in Binden gehüllt und in ein Grab gelegt.“

Zum Nachhören

Geburt und Tod, Jesus und Stephanus gehören also zusammen, das sei die Botschaft dieses Zweiten Weihnachtsfeiertages. „Der heilige Stephanus war der erste, der mit seinem Martyrium in die Fußstapfen des göttlichen Meisters trat; er starb wie Jesus, vertraute sein Leben Gott an und vergab seinen Verfolgern… Als er zu Tode gesteinigt wurde, sagte er: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf“ (Apg 7,59). Diese Worte sind denen sehr ähnlich, die von Christus am Kreuz gesprochen wurden: „Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist“ (Lk 23,46).“

Wenn die Momente der Verwirrung kommen…

Für Franziskus ist diese Ähnlichkeit zwischen dem Tod Jesu und dem Tod des ersten Diakons von Jerusalem kein Zufall. „Stephanus‘ Haltung, die treu die Geste Jesu nachahmt, ist eine Einladung an jeden von uns, mit Glauben aus den Händen des Herrn das anzunehmen, was das Leben uns Positives und auch Negatives anbietet. Unsere Existenz ist nicht nur von glücklichen Umständen geprägt, sondern auch von Momenten der Schwierigkeit und Verwirrung. Aber das Vertrauen in Gott hilft uns, schwierige Zeiten anzunehmen und sie als Chance für das Wachstum im Glauben und für den Aufbau neuer Beziehungen zu unseren Brüdern und Schwestern zu leben.“

Es sei wichtig, sein Leben „in die Hände des Herrn zu legen“, von dem wir ja wüssten, „dass er ein an Güte reicher Vater gegenüber seinen Kindern ist“.

“ Er verflucht seine Verfolger nicht, sondern betet für sie ”

„Die zweite Haltung, mit der Stephanus Jesus im äußersten Moment des Kreuzes nachvollzog, ist die Vergebung. Er verflucht seine Verfolger nicht, sondern betet für sie: „Er sank in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“. Wir sind aufgerufen von ihm zu lernen, zu vergeben, immer zu vergeben… Der Erzmärtyrer Stephanus zeigt uns den Weg in zwischenmenschlichen Beziehungen in der Familie, in Schule und Beruf, in der Pfarrei und in verschiedenen Gemeinschaften.“

Auch ohne an das vom ihm durchgeführte Heilige Jahr der Barmherzigkeit zu erinnern, das er 2015 und 2016 durchgeführt hat, schlug Franziskus doch denselben Ton wie damals an: „Immer offen sein für Vergebung! Die Logik von Vergebung und Barmherzigkeit wird immer gewinnen, immer!, und sie eröffnet Horizonte der Hoffnung.“

Den Blick auf Jesus richten, weg von unseren Kleinigkeiten

Vergebung werde allerdings, so setzte er dann hinzu, „durch das Gebet genährt“, denn dadurch kämen wir dazu, „unseren Blick auf Jesus zu richten“.

„Stephanus konnte seinen Mördern vergeben, weil er, erfüllt vom Heiligen Geist, den Himmel anstarrte und seine Augen für Gott geöffnet hatte (vgl. Apg 7,55). Aus dem Gebet kam die Kraft, das Martyrium zu erleiden. Wir müssen eindringlich zum Heiligen Geist beten, dass er die Gabe der Stärke über uns ausgieße, die unsere Ängste, unsere Schwächen und unsere Kleinigkeiten heilt und unser Herz weitet, damit wir vergeben – immer vergeben!“

(vatican news)

_______

Quelle

Papst Franziskus: 6. Gebot: „Du sollst nicht die Ehe brechen“.

PAPST FRANZISKUS

GENERALAUDIENZ

Petersplatz
Mittwoch, 24. Oktober 2018

[Multimedia]


 

Sprecher:

Liebe Brüder und Schwestern, in der heutigen Katechese befassen wir uns mit dem sechsten Gebot: „Du sollst nicht die Ehe brechen“. Dies ist ein konkreter Aufruf zur Treue, ohne die es keine echte menschliche Beziehung geben kann. Liebe will endgültig sein. Sie kann nicht nur „bis auf weiteres“ gelten (vgl. KKK 1646). Der Mensch hat das Verlangen, dass er ohne Vorbehalt angenommen wird. Wer diese Annahme seitens seiner Mitmenschen nicht erfährt, trägt in sich eine gewisse Unerfülltheit. Diese wird leicht durch Ersatzbefriedigungen kompensiert, die aber nur ein blasser Abglanz der Liebe sind. So kommt es auch zur Überbewertung der körperlichen Anziehung, die an sich ein Geschenk Gottes ist, aber nur der Weg zu einer echten und treuen Beziehung sein kann. Der heilige Johannes Paul II. hat einmal von der Notwendigkeit einer reifen „Spontaneität“ der Beziehung gesprochen (vgl. Generalaudienz 12.11.1980). Er meint damit die inneren Antriebe auf die geliebte Person hin, die nicht nur sinnliche Begierde sind, sondern auf einem Erkennen und Entscheiden (discernimento) beruhen. Um in der Liebe und Treue durchzuhalten, ist es erforderlich, dass Gott in unser Leben tritt. Das sechste Gebot ruft uns auf, den Blick auf Christus zu richten, der uns mit seiner Treue ein verlässliches Herz geben kann. Aus der Gemeinschaft mit ihm, mit dem Vater und dem Heiligen Geist erwächst eine wahre Gemeinschaft unter uns, in der wir auch die Treue zu leben wissen.

Heiliger Vater:

Saluto con affetto i pellegrini di lingua tedesca, in particolare i tanti giovani. Dove c’è la carità tra di noi, cresce anche l’accordo e il perdono. Il Signore benedica voi e i vostri cari.

Sprecher:

Von Herzen grüße ich die Pilger deutscher Sprache, besonders die vielen Jugendlichen. Wo es Liebe unter uns gibt, wächst auch das Verständnis und die Vergebung. Der Herr segne euch und eure Lieben.

_______

Quelle

Angelus: Glaubensbekenntnis darf sich nicht auf Worte beschränken

Beim Angelusgebet an diesem Sonntag (Vatican Media )

Ein auf bloße Formeln reduzierter Glaube ist ein kurzsichtiger Glaube. Daran hat Papst Franziskus am Sonntag beim Angelusgebet erinnert. Gott möchte von den Gläubigen, dass sie „eine persönliche Beziehung zu ihm aufbauen“.

Gudrun Sailer – Vatikanstadt

Franziskus ging vom Sonntagsevangeliums (Mk 8,27-35) aus, in dem Jesus die Jünger zunächst fragte, für wen ihn die Menschen halten, und dieselbe Frage dann den Jüngern selbst stellte. Jesus sei nicht an seinem „Image“ bei den Leuten und am Gerede interessiert gewesen, stellte der Papst klar. Er habe auch nicht akzeptiert, dass die Jünger seine Frage „mit vorgefertigten Formeln beantworten und dabei berühmte Persönlichkeiten aus der Heiligen Schrift zitieren, denn ein Glaube, der auf Formeln reduziert ist, ist ein kurzsichtiger Glaube“.

Vielmehr wünsche Gott, dass seine Nachfolger „von gestern und heute mit ihm eine persönliche Beziehung aufbauen und ihn in der Mitte ihres Lebens aufnehmen“. Franziskus forderte die Anwesenden auf, jeder für sich im Stillen die Frage Jesu zu beantworten: Wer bin ich für dich?

“ …der verdient den heilsamen Vorwurf Jesu: ,Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen!´ ”

Dabei könne es durchaus passieren, dass jemand mit Protest, Rebellion und Unverständnis auf den Kreuzestod Jesu reagierte, den dieser seinen Jüngern ankündigte. Der „beschwerliche Weg des leidenden, gedemütigten, verworfenen und gekreuzigten Dieners“ entspreche nicht den weltlichen Erwartungen, sagte der Papst. Wer allerdings diese Reaktion zeige, der verdiene so wie damals Petrus „den heilsamen Vorwurf Jesu: ,Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen´.“

Franziskus warnte auch davor, den Glauben auf bloße Worte zu beschränken. Das Glaubensbekenntnis verlange vielmehr nach einer Bestätigung in der Tat, „durch konkrete Entscheidungen und Gesten, durch ein von der Liebe Gottes geprägtes Leben, durch ein großes Leben, durch ein Leben mit viel Liebe und Nächstenliebe“.

Ein Applaus für Don Pino Puglisi

Franziskus erinnerte auch kurz an seine Reise vom Samstag nach Palermo zu Ehren des von der Mafia ermordeten Priesters Pino Puglisi. „Don Puglisis Beispiel und Zeugnis erleuchten uns alle weiterhin und bestätigen uns, dass das Gute stärker ist als das Böse, die Liebe ist stärker als der Hass“, sagte der Papst. Er ließ die Pilger und Anwesenden auf dem Petersplatz einen Applaus für diesen Diener Gottes anstimmen, der am 15. September 1993 durch die Hand seiner Mörder starb und bedankte sich bei den Menschen von Sizilien für die Gastfreundschaft.

Nach dem Angelus ließ Franziskus auf dem Petersplatz 40.000 Taschen-Kruzifixe verteilen, also kleine Kreuze mit der Darstellung des Leibes Jesu bei seinem Tod am Karfreitag. „Das Kruzifix ist das Zeichen der Liebe Gottes, der in Jesus sein Leben für uns gegeben hat“, sagte Franziskus und verwies auf das Fest des Heiligen Kreuzes, das die Kirche zwei Tage davor begangen hatte. „Ich lade euch ein, dieses Geschenk anzunehmen und es in eure Häuser, in das Zimmer eurer Kinder oder Großeltern zu bringen…. Es ist kein Schmuckstück, sondern ein religiöses Zeichen für Kontemplation und Gebet. Ich danke den Schwestern, den Armen und den Flüchtlingen, die jetzt dieses kleine, aber feine Geschenk verteilen werden!“ Für die Aktion verantwortlich zeichnete das Päpstliche Almosenamt, 300 Arme und Migranten verteilten die Kruzifixe an die Anwesenden.

(Vatican News – gs)

LESEN SIE AUCH:

Angelus: Ohne Kreuz geht es nicht

Der Papst beim Angelus

Christusnachfolge ohne Kreuz? Das geht nicht. Das hat Papst Franziskus schon 2013 in seiner ersten Predigt als Papst überhaupt gesagt, und an diesem Sonntag schlug er beim Angelus dieselbe Saite von neuem an. Es gebe keine „wahre Liebe“, wenn man sich um die „Selbsthingabe“ herumdrücke.

Franziskus ging vom Tagesevangelium aus (Mt 16, 21-27). Es schildert, wie Jesus einmal Petrus gegenüber unwirsch wird. „Die Szene spielt sich ab, als Jesus den Jüngern ankündigt, dass er in Jerusalem leiden müsse, getötet werde, aber dann wieder auferstehen werde. Da nimmt Petrus den Herrn beiseite und macht ihm Vorwürfe, weil das doch Ihm, dem Christus, nicht zustoßen dürfe. Doch Jesus macht wiederum dem Petrus mit harten Worten Vorwürfe: „Weg mit dir, Satan! … Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“ Noch einen Moment zuvor war der Apostel ein starker „Fels“ gewesen, auf den Jesus seine Kirche bauen wollte – und sofort danach wird er zu einem Hindernis, einem Stolperstein auf der Straße des Messias!“

Was Jesus nach dieser Szene zu seinen Jüngern sage, das gelte auch uns Heutigen, so Papst Franziskus: Wer Jesus nachfolgen wolle, der müsse sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und ihm folgen. „Immer – auch heute – gibt es die Versuchung, Christus ohne Kreuz zu folgen, ja sogar Gott den richtigen Weg zeigen zu wollen. Wie Petrus sagt: Nein nein, Herr, das darf nicht passieren! Aber Jesus erinnert uns daran, dass sein Weg der Weg der Liebe ist, und es gibt keine wahre Liebe ohne die Selbsthingabe! Wir sind dazu aufgerufen, uns nicht von der Vision dieser Welt absorbieren zu lassen, sondern uns immer bewusster zu werden, dass wir Christen einen mühsamen Weg zu gehen haben – gegen den Strom, und bergauf.“

Wer nur sich selbst verwirklicht, der verliert sich

Das Evangelium dieses Sonntags bietet nach der Einschätzung des Papstes Worte von „großer Weisheit“ – etwa dieses: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren.“ „Dieses Paradox enthält die goldene Regel, die Gott in die menschliche Natur eingeschrieben hat: die Regel, dass nur die Liebe dem Leben Sinn und Glück zu geben vermag. Wer seine Talente und Energien nur dazu gebraucht, um sich selbst zu verwirklichen, der verliert sichin Wirklichkeit – eine traurige, sterile Existenz. Wenn wir hingegen für den Herrn leben und wie Jesus unser Leben auf die Liebe ausrichten, dann werden wir die wahre Freude erleben, und unser Leben wird nicht steril, sondern es wird fruchtbar sein!“

In der Messfeier werde jedes Mal von neuem „das Geheimnis des Kreuzes gegenwärtig“, fuhr der Papst fort. Das sei nicht nur „Erinnerung“, sondern erneute Vergegenwärtigung des „rettenden Opfers, bei dem der Sohn Gottes sich selbst vollkommen verliert, um sich vom Vater von neuem zu empfangen und so uns, die wir verloren waren, wiederzufinden, zusammen mit allen Geschöpfen. Jedes Mal, wenn wir an der Heiligen Messe teilnehmen, teilt sich uns die Liebe des gekreuzigten und auferstandenen Christus als Nahrung mit, damit wir Ihm auf dem Weg des Alltags, im konkreten Dienst an den Geschwistern, folgen können.“

Man dürfe „keine Angst haben vor dem Kreuz“, schloss der Papst: Es gebe „kein Kreuz ohne Jesus“.

(rv 03.09.2017 sk)

Angelus: die „goldene Regel“ Gottes

Angelus, 29. Januar 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Papst beim Mariengebet von Sonntag, dem 3. September 2017

„Die goldene Regel, die Gott in die in Christus geschaffene menschliche Natur eingeschrieben hat“, ist diese: „nur die Liebe schenkt dem Leben Sinn und Glück“. Dies betonte Papst Franziskus in seiner Katechese vor dem Angelusgebet vom heutigen Sonntag, dem 3. September 2017, in der er über das Tagesevangelium (Matthäus 16, 21-27) meditierte.

„Seine eigenen Talente, seine eigenen Energien und seine eigene Zeit nur zu verwenden, um sich selbst zu retten, zu bewahren und zu verwirklichen, führt in Wirklichkeit nur dazu, dass man sich verliert, d.h. zu einer traurigen und sterilen Existenz“, erklärte der Papst, während er sich vom Fenster seines Arbeitszimmer im Vatikan an die Pilger auf dem Petersplatz richtete.

„Leben wir dagegen für den Herrn und richten wir — wie Jesus getan hat — unser Leben auf die Liebe aus, dann werden wir die authentische Freude kosten, und unser Leben wird nicht steril, sondern fruchtbar sein“, so rief er aus.

Der Heilige Vater warnte die Getauften auch ausdrücklich vor der Versuchung, „einem Christus ohne Kreuz folgen zu wollen, ja sogar Gott den richtigen Weg lehren zu wollen“. Dies habe Petrus getan, sei aber von Christus energisch zurückgewiesen worden.

„Jesus aber erinnert uns daran, dass sein Weg der Weg der Liebe ist und es keine wahre Liebe gibt ohne das Opfer seiner selbst“, so erklärte der Papst.

„Wir sind dazu aufgerufen — betonte Franziskus –, uns nicht von der Sicht dieser Welt absorbieren zu lassen, sondern uns immer mehr der Notwendigkeit und der Anstrengung bewusst zu sein, dass wir als Christen stromaufwärts und bergauf zu gehen haben.“

Nach dem Angelus betete Papst Franziskus für die Flutopfer in Texas. „Ich möchte tiefen Anteil an den Leiden der von einem Hurrikan und von außergewöhnlichen Regenfällen betroffenen Einwohner von Texas und Louisiana nehmen”, so sagte er.

Der Hurrikan „Harvey“ hat im US-Bundesstaat etwa 50 Todesopfer und eine Million Vertriebene verursacht.

„Ich bitte die Allerheiligste Maria, Trösterin der Betrübten, sie erlange vom Herrn die Gnade des Trostes für diese unsere so schwer getroffenen Brüder“, so Jorge Bergoglio.

Papst Franziskus, der erneut seine „geistige Nähe“ zu den Flutopfern in Südasien ausdrückte, bedankte sich zum Schluss bei einigen Pilgern auf dem Petersplatz, die ihm auf einem Transparent eine „gute Reise“ gewünscht hatten. Am Mittwoch beginnt der Papst seine Kolumbien-Reise.

_______

Quelle

„Die Liebe bewegt den Glauben“

Angelus, 29. Januar 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Angelus am Sonntag, dem 20. August 2017

„Wir können sagen, es ist die Liebe, die den Glauben bewegt, und der Glaube seinerseits wird zum Preis der Liebe.“ Dies erklärte der Papst am Sonntag, dem 20. August 2017, im Laufe seiner Meditation über die Heilung der Tochter einer kanaanäischen Frau (Matthäus 15, 21-28).

Wie Franziskus bemerkte, scheine Jesus zunächst die verzweifelte Forderung der Frau — sie war „eine Fremde gegenüber den Juden“, „eine Heidin“ — ihre von einem Dämon gequälte Tochter zu heilen zu ignorieren.

Trotz der „scheinbaren Distanzierung“ Jesu, so betonte der Papst, habe die Frau den Mut nicht aufgeben wollen, und bewogen von der „herzzerreißenden Liebe“ für ihre Tochter habe sie hartnäckig Jesus um Hilfe gebeten.

Auch die „anfängliche Ablehnung“ des Herrn, fuhr Franziskus fort, habe die Frau nicht entmutigen können. Sie sei vor ihm niedergefallen und habe erneut nach seiner Hilfe gefragt.

„Angesichts solcher Beharrlichkeit“ seitens dieser „heidnischen Frau“ habe Jesus „mit Bewunderung, fast mit Erstaunen“ reagiert und nachgegeben: „Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen“.

Auf diese Weise, so erklärte Franziskus, sei diese „demütige Frau“ „Beispiel eines unerschütterlichen Glaubens“ und „für uns Ansporn, nicht den Mut zu verlieren, nicht zu verzweifeln, wenn die harten Prüfungen des Lebens auf uns lasten“.

Der Herr wende sich tatsächlich nicht von unseren Nöten ab und wenn er manchmal unempfindlich gegenüber Bitten um Hilfe scheine, sei es, weil er unseren Glauben auf die Probe stellen und stärken wolle, erinnerte Franziskus.

Deswegen sollten wir, genau wie diese Frau, nie aufhören „mit Beharrlichkeit und Mut“ die Hilfe des Herrn anzuflehen, so unterstrich der Papst.

„Diese Episode aus dem Evangelium hilft uns zu verstehen, dass wir alle im Glauben wachsen sollen und unser Vertrauen in Jesus stärken“, erklärte der Papst am Ende seiner Betrachtung, während er die Notwendigkeit unterstrich, „unseren Glauben täglich zu nähren mit dem aufmerksamen Hören auf das Wort Gottes, mit der Feier der Sakramente, mit dem persönlichen Gebet […] und mit konkreten Haltungen der Liebe zum Nächsten“.

Nach dem Angelusgebet hat der Papst erneut und eindringlich die jüngsten Terroranschläge in Burkina Faso, Spanien und Finnland verurteilt. „Beten wir für alle Toten, für die Verletzten und für ihre Familienangehörigen und bitten wir den Herrn, Gott der Barmherzigkeit und des Friedens, die Welt von dieser unmenschlichen Gewalt zu befreien“, so erklärte Franziskus.

Mit ähnlichen Worten äußerte er sich in seinem Tweet von Samstag, dem 19. August 2017. „Ich bete für alle Opfer der Attentate in den letzten Tagen. Die blinde Gewalt des Terrorismus darf auf der Welt keinen Platz mehr finden!“, so die Kurzbotschaft des Papstes auf seinem Account @Pontifex_de.

_______

Quelle