ETHIK IN DER SOZIALEN KOMMUNIKATION

PÄPSTLICHER RAT FÜR DIE
SOZIALEN KOMMUNIKATIONSMITTEL

ETHIK IN DER SOZIALEN
KOMMUNIKATION

I.
EINFÜHRUNG

1. Die Art und Weise, wie die Menschen mit den sozialen Kommunikationsmitteln umgehen, kann positive und negative Auswirkungen nach sich ziehen. Auch wenn es immer wieder heißt — wir werden das hier oft wiederholen —, daß «die Medien» dies oder jenes tun, handelt es sich bei ihnen doch nicht um blinde Naturkräfte außerhalb jeder menschlichen Kontrolle. Denn selbst wenn das Kommunikationsgeschehen oft unbeabsichtigte Folgen hat, hängt es dennoch von der Entscheidung der Menschen ab, ob sie die Medien für gute oder schlechte Zwecke, auf gute oder schlechte Weise benutzen.

Diese Entscheidungen, die für die ethische Frage von zentraler Bedeutung sind, werden nicht nur von den Kommunikationsempfängern — Zuschauern, Hörern, Lesern — getroffen, sondern insbesondere von denjenigen, die die sozialen Kommunikationsmedien kontrollieren und über ihre Strukturen, ihre Politik und ihren Inhalt entscheiden. Zu ihnen gehören Inhaber öffentlicher Ämter und Vorstände, Geschäftsführer, Mitglieder von Regierungsorganen, die Eigentümer von Medienunternehmen, Herausgeber, Verleger, Intendanten und Direktoren von Rundfunk- und Fernsehsendern, Redakteure und Chefredakteure von Zeitungen, Produzenten, Autoren, Korrespondenten und andere. Für sie stellt sich die ethische Frage besonders dringlich: Werden die Massenmedien für gute oder für schlechte Zwecke benutzt?

2. Der Einfluß der Medien ist übermächtig. Hier kommen Menschen mit anderen Menschen und mit Ereignissen in Kontakt und bilden sich ihre Meinungen und Wertvorstellungen. Durch diese Medien übermitteln und empfangen sie nicht nur Informationen und Ideen, sondern oft erfahren sie das Leben selbst als eine durch die Medien vermittelte Erfahrung (vgl. Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, Aetatis novae, 2).

Der technologische Wandel macht die Kommunikationsmitttel sehr rasch noch beherrschender und mächtiger. «Das Aufkommen der Informationsgesellschaft ist tatsächlich eine Kulturrevolution» (Päpstlicher Rat für die Kultur, Für eine Pastoral der Kultur, 9); die eindrucksvollen Neuerungen des zwanzigsten Jahrhunderts dürften wohl nur ein Prolog zu dem gewesen sein, was uns das neue Jahrhundert bringen wird.

Die Verbreitung und Vielfalt der Medien, die den Menschen der wohlhabenden Länder zugänglich sind, ist erstaunlich: Bücher und Zeitschriften, Fernsehen und Radio, Filme und Videos, Tonaufzeichnungen, über Funk, Kabel, Satelliten oder Internet übermittelte elektronische Kommunikation. Die Inhalte dieses ungeheuren Stromes an Kommunikation reichen von blossen Nachrichten bis zu reiner Unterhaltung, vom Gebet bis zur Pornographie, von der Kontemplation bis zur Gewalt. Je nachdem, wie sie die Medien nutzen, können Menschen entweder in der Fähigkeit zu Mitleid und Mitgefühl wachsen oder aber in einer narzißhaften, um sich selbst kreisenden Welt von fast betäubend wirkenden Reizen isoliert werden. Nicht einmal Menschen, die den Medien ausweichen, können Kontakte mit anderen Menschen, die sich tief von den Medien beeinflussen lassen, vermeiden.

3. Außer diesen Motiven hat die Kirche noch ihre eigenen Gründe dafür, sich für die sozialen Kommunikationsmittel zu interessieren. Im Licht des Glaubens betrachtet, kann man die Geschichte der menschlichen Kommunikation als eine lange Reise sehen, die von Babel, Schauplatz und Sinnbild des Zusammenbruchs der Kommunikation (vgl. Gen 11,4-8), bis Pfingsten und zur Gabe des Zungenredens (vgl. Apg 2,5-11), also der Wiederherstellung der Kommunikation durch die Kraft des vom Sohn gesandten Geistes, führt. Die Kirche, die in die Welt hinausgesandt wurde, die Frohe Botschaft zu verkünden (vgl. Mt 28,19-20; Mk 16,15), hat den Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums bis ans Ende der Zeiten. Und die Kirche weiß, daß heute für die Glaubensverkündigung der Einsatz der Massenmedien unentbehrlich geworden ist (vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dekret Inter mirifica, 3; Paul VI., Apostol. Schreiben Evangelii nuntiandi, 45; Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio, 37; Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, Communio et progressio, 126-134; Aetatis novae, 11).

Die Kirche weiß auch, daß sie communio ist, das heißt eine Gemeinschaft aus Personen und eucharistischen Gemeinschaften, die «in der innigen Gemeinschaft der Dreifaltigkeit ihren Ursprung hat und diese widerspiegelt» (Aetatis novae, 10; vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Einige Aspekte der Kirche als Communio). In der Tat gründet sich alle menschliche Kommunikation auf die Kommunikation zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist. Aber mehr noch: die trinitarische Gemeinschaft erreicht die Menschheit: Der Sohn ist das vom Vater ewig «gesprochene» Wort; und in und durch Jesus Christus, Sohn und fleischgewordenes Wort, teilt Gott Frauen und Männern sich selbst und sein Heil mit. «Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat» (Hebr 1,1-2). Ausgangspunkt der Kommunikation in der Kirche und durch die Kirche ist die Gemeinschaft der Liebe zwischen den göttlichen Personen und ihre Kommunikation mit uns.

4. Die Kirche begegnet den Mitteln der gesellschaftlichen Kommunikation grundsätzlich positiv und ermutigend. Sie bleibt nicht einfach bei Vorurteil und Verurteilung stehen; vielmehr sieht sie diese Mittel nicht nur als Produkte des menschlichen Erfindungsgeistes, sondern auch als großartige Gaben Gottes und echte Zeichen der Zeit (vgl. Inter mirifica, 1; Evangelii nuntiandi, 45; Redemptoris missio, 37). Sie möchte diejenigen, die beruflich im Medienbereich tätig sind, durch die Festlegung positiver Prinzipien, die ihnen bei ihrer Arbeit helfen sollen, unterstützen, während sie gleichzeitig einen Dialog fördert, an dem alle interessierten Seiten — das bedeutet heutzutage praktisch jedermann — teilnehmen können. Diese Zielsetzungen liegen dem vorliegenden Dokument zugrunde.

Wir wiederholen: Die Medien tun nichts von selbst; sie sind Instrumente, Werkzeuge, die so benutzt werden, wie die Menschen sie benutzen wollen. Wenn wir über die Mittel der sozialen Kommunikation nachdenken, müssen wir uns ehrlich der «wesentlichsten» Frage stellen, die der technische Fortschritt aufwirft: «Wird der Mensch als Mensch im Zusammenhang mit diesem Fortschritt wirklich besser, das heißt geistig reifer, bewußter in seiner Menschenwürde, verantwortungsvoller, offener für den Mitmenschen, vor allem für die Hilfsbedürftigen und Schwachen, und hilfsbereiter zu allen?» (Johannes Paul II., Enzyklika Redemptor hominis, 15).

Wir nehmen als selbstverständlich an, daß die große Mehrheit derer, die in irgendeiner Form im Medienbereich tätig sind, gewissenhafte Menschen sind, die das Richtige tun wollen. Inhaber öffentlicher Ämter, Entscheidungsträger, Intendanten und Direktoren möchten das öffentliche Interesse, so wie sie es verstehen, respektieren und fördern. Leser, Hörer und Zuschauer wollen ihre Zeit gut nutzen für ihre persönliche Entwicklung, damit sie ein glücklicheres, erfüllteres Leben führen können. Eltern sind darauf bedacht, daß das, was durch die Medien in ihre Wohnungen Eingang findet, ihren Kindern zum Nutzen gereicht. Die meisten Medienschaffenden wollen ihre Talente einsetzen, um der Menschheitsfamilie zu dienen, und sind beunruhigt über den in vielen Medienbereichen zunehmenden wirtschaftlichen und ideologischen Druck, die geltenden ethischen Standards zu senken.

Die Inhalte der zahllosen Entscheidungen, die von all diesen Personen im Zusammenhang mit den Massenmedien getroffen werden, unterscheiden sich zwar von Gruppe zu Gruppe und von Mensch zu Mensch, aber alle Entscheidungen haben ethisches Gewicht und sind einer sittlichen Bewertung unterworfen. Voraussetzung für eine richtig getroffene Wahl bzw. Entscheidung ist «die Kenntnis der Grundsätze sittlicher Wertordnung und die Bereitschaft, sie auch wirklich anzuwenden» (Inter mirifica, 4).

5. Die Kirche bringt mehrere Elemente in dieses Gespräch ein.

Sie bringt eine lange Tradition moralischer Weisheit mit, die ihren Ursprung in der göttlichen Offenbarung und im menschlichen Denken hat (vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Fides et ratio, 36-48). Dazu gehört ein gehaltvoller und weiter wachsender Bestand an Soziallehre, deren theologischer Horizont ein wichtiges Korrektiv zu der «‘atheistischen‘ Lösung» darstellt, «die den Menschen eines seiner fundamentalen Bausteine, nämlich des geistlichen, beraubt, als auch zu den permissiven und konsumistischen Lösungen, die es unter verschiedenen Vorwänden darauf abgesehen haben, ihn von seiner Unabhängigkeit von jedem Gesetz und von Gott zu überzeugen» (Johannes Paul II., Enzyklika Centesimus annus, 55). Das ist mehr als ein einfaches Urteil; diese Tradition bietet sich selbst zum Dienst an den Medien an. Zum Beispiel kann »die kirchliche Kultur der Weisheit die Informationskultur der Medien davor bewahren, zu einer sinnlosen Anhäufung von Fakten zu werden» (Johannes Paul II., Botschaft zum 33. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 1999).

Die Kirche bringt auch noch etwas anderes in das Gespräch ein. Ihr besonderer Beitrag zur menschlichen Ordnung, einschließlich der Welt der sozialen Kommunikation, «ist ihre Sicht von der Würde der Person, die sich im Geheimnis des menschgewordenen Wortes in ihrer ganzen Fülle offenbart» (Centesimus annus, 47). In der Formulierung des Zweiten Vatikanischen Konzils «macht Christus, der Herr, Christus, der neue Adam, in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung» (Gaudium et spes, 22).

II.
DIE SOZIALE KOMMUNIKATION
IM DIENST DES MENSCHEN

6. Im Anschluß an die Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes (vgl. Nr. 30-31) stellt die Pastoralinstruktion über die sozialen Kommunikationsmittel Communio et progressio mit aller Klarheit fest, daß die Medien berufen sind, der Menschenwürde dadurch zu dienen, da ß sie dem Menschen helfen, ein gutes Leben zu führen und als Person in Gemeinschaft zu leben. Die Medien tun das, indem sie Männer und Frauen ermutigen, sich ihrer Würde bewußt zu sein, auf die Gedanken und Gefühle anderer einzugehen, ein gegenseitiges Verantwortungsgefühl zu entwickeln und in der persönlichen Freiheit, in der Achtung vor der Freiheit der anderen und in der Fähigkeit zum Dialog zu wachsen.

Medien-Kommunikation verfügt über eine ungeheure Macht, Glück und Erfüllung des Menschen zu fördern. Ohne den Anspruch zu erheben, mehr als nur einen kurzen Überblick zu geben, erwähnen wir hier, wie wir es schon bei anderer Gelegenheit getan haben (vgl. Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, Ethik in der Werbung, 4-8), einige positive Seiten in wirtschaftlicher, politischer, kultureller, erzieherischer und religiöser Hinsicht.

7. Wirtschaftlich. Der Markt ist weder eine Sittlichkeitsnorm noch eine Quelle moralischer Werte, und die Marktwirtschaft kann mißbraucht werden; doch der Markt kann dem Menschen dienen (vgl. Centesimus annus, 34), und in einer Marktwirtschaft spielen die Medien eine unverzichtbare Rolle. Die gesellschaftliche Kommunikation unterstützt das Geschäftsleben und den Handel, sie hilft das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, fördert Beschäftigung und Konjunktur, ermutigt zu Verbesserungen in der Qualität bestehender und zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen; sie fördert den verantwortlichen Wettbewerb, der den Interessen der Allgemeinheit dient, und ermöglicht den Menschen, durch Informationen über Verfügbarkeit und Eigenschaften von Produkten eine sachkundige Wahl zu treffen.

Mit einem Wort, die heutigen komplexen nationalen und internationalen Wirtschaftssysteme könnten ohne die Medien gar nicht funktionieren. Würde man die Medien abschaffen, würden zum großen Schaden unzähliger Menschen und der ganzen Gesellschaft entscheidende Strukturen der Wirtschaft zusammenbrechen.

8. Politisch. Die Medien-Kommunikation kommt der Gesellschaft zugute, weil sie dem informierten Bürger die Teilnahme am politischen Prozeß erleichtert. Die Medien führen Leute zusammen, die gemeinsame Absichten und Ziele verfolgen, und tragen so zur Bildung und Aufrechterhaltung echter politischer Gemeinschaften bei.

In den heutigen demokratischen Gesellschaften sind die Medien unentbehrlich. Sie liefern Informationen über Probleme und Ereignisse, über Amtsinhaber und Amtsbewerber. Sie ermöglichen den Führungskräften, über dringende Fragen rasche, direkte Verbindung mit der Öffentlichkeit aufzunehmen. Die Medien sind wichtige Instrumente der Verantwortlichkeit, wenn sie Inkompetenz, Korruption und Vertrauensmißbrauch ins Rampenlicht rücken; sie lenken aber die Aufmerksamkeit ebenso auf Beispiele für Kompetenz, Zivilcourage und Pflichteifer.

9. Kulturell. Die sozialen Kommunikationsmittel bieten den Menschen Zugang zu Literatur, Theater, Musik und Kunst, die ihnen sonst nicht zugänglich wären, und fördern auf diese Weise die menschliche Entwicklung im Hinblick auf Wissen, Weisheit und Schönheit. Wir meinen damit nicht nur Darbietungen klassischer Werke und Forschungsergebnisse, sondern auch gesunde volkstümliche Unterhaltung und nützliche Informationen, welche die Familien zusammenführen, den Menschen bei der Lösung ihrer Alltagsprobleme helfen, kranke, ans Bett gefesselte und ältere Menschen innerlich aufrichten und Lebensmüdigkeit und Langeweile vertreiben.

Die Medien ermöglichen es auch ethnischen Gruppen, ihre kulturellen Traditionen in Ehren zu halten und zu pflegen, sie mit anderen zu teilen und sie an die jüngeren Generationen weiterzugeben. Im besonderen führen sie Kinder und Jugendliche in ihr Kulturerbe ein. Wie die Künstler, so dienen auch die Medienschaffenden dem Gemeinwohl durch Bewahrung und Bereicherung des Kulturerbes von Nationen und Völkern (vgl. Johannes Paul II., Brief an die Künstler, 4).

10. Erzieherisch. Die Medien sind in vielen Bereichen, von der Schule bis zum Arbeitsplatz, und in vielen Lebensabschnitten wichtige Erziehungsinstrumente. Kinder im Vorschulalter, die in die Grundkenntnisse des Lesens und Rechnens eingeführt werden, junge Menschen, die eine Berufsausbildung oder den Erwerb eines akademischen Grades anstreben, ältere Menschen, die sich in ihren letzen Lebensjahren noch einmal auf die Schulbank setzen — sie und viele andere haben über diese Medien Zugang zu einer reichen und ständig wachsenden Palette von Bildungsmitteln.

Die Medien gehören in vielen Klassenzimmern zu den Standardinstrumenten im Unterricht. Und au ßerhalb der Schulmauern überwinden die Medien, einschlie ßlich des Internet, die trennenden Schranken weiter Entfernungen und der Isolation und erschließen Dorfbewohnern in entlegenen Gegenden, in Klausur lebenden Ordensleuten, ans Haus gefesselten Kranken, Gefangenen und vielen anderen neue Lernmöglichkeiten.

11. Religiös. Das religiöse Leben vieler Menschen wird durch die Medien außerordentlich bereichert. Sie bringen Nachrichten und Informationen über religiöse Ereignisse, Ideen und Persönlichkeiten; sie sind Instrumente der Glaubensverkündigung und Katechese. Tagaus, tagein bieten sie Menschen, die in ihren Häusern oder in Heimen eingeschlossen sind, Anregung, Ermutigung und Gelegenheit zum Gottesdienst.

Manchmal tragen die Medien auf ungewöhnliche Weise zur geistlichen Bereicherung der Menschen bei. So schaut sich zum Beispiel ein riesiges Fernsehpublikum überall auf der Welt wichtige Ereignisse im Leben der Kirche regelmäßig über Satellit aus Rom an und nimmt gewissermaßen daran teil. Und im Laufe der Jahre haben die Medien die Worte und Bilder von den Pastoralbesuchen des Heiligen Vaters zu Millionen und Abermillionen Menschen getragen.

12. In all diesen Umfeldern — wirtschaftlich, politisch, kulturell, erzieherisch, religiös — wie auch in anderen Situationen können die Medien dazu benutzt werden, menschliche Gemeinschaft aufzubauen und zu erhalten. Und in der Tat sollte alle Kommunikation offen sein für die Gemeinschaft der Menschen untereinander.

«Um Bruder und Schwester zu werden, ist es notwendig sich zu kennen. Um sich kennenzulernen, ist jedoch ein umfassenderer und tieferer Austausch untereinander erforderlich» (Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gemeinschaften des apostolischen Lebens, Brüderliches Leben in Gemeinschaft, 29). Kommunikation, die echter Gemeinschaft dient, ist «mehr als nur Äußerung von Gedanken oder Ausdruck von Gefühlen; im Tiefsten ist sie Mitteilung seiner selbst in Liebe» (Päpstliche Kommission für die Instrumente der Sozialen Kommunikation, Pastoralinstruktion Communio et Progressio, 11).

Eine Kommunikation dieser Art sucht das Wohlergehen und die Erfüllung der Mitglieder der Gemeinschaft im Hinblick auf das Gemeinwohl aller. Es bedarf aber der Beratung und des Dialogs, um dieses Gemeinwohl zu erkennen. Deshalb ist es für alle, die mit gesellschaftlicher Kommunikation zu tun haben, unumgänglich, sich in diesem Dialog zu engagieren und sich der Wahrheit darüber, was gut ist, zu unterwerfen. Auf diese Weise können die Medien ihrer Verpflichtung gerecht werden, «Zeugnis zu geben von der Wahrheit über das Leben, über die Würde des Menschen, über den wahren Sinn unserer Freiheit und gegenseitigen Abhängigkeit» (Johannes Paul II., Botschaft zum 33. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 1999).

III.
SOZIALE KOMMUNIKATION
DIE DAS WOHL
DES MENSCHEN VERLETZT

13. Die Medien können aber auch dazu benutzt werden, Gemeinschaft zu verhindern und das ganzheitliche Wohl von Menschen zu verletzen. Das geschieht, wenn sie Menschen entfremden oder an den Rand drängen und isolieren; wenn sie Menschen in entartete, um falsche, zerstörerische Werte gebildete Gemeinschaften hineinziehen; wenn sie Feindseligkeit und Konflikte fördern, andere dämonisieren und eine Gesinnung des «wir» gegen «sie» schaffen; wenn sie das Niedrige und Menschenunwürdige in einem falschen Glanz präsentieren, während sie von dem, was erhebt und adelt, entweder gar keine Notiz nehmen oder es herabsetzen; wenn sie Falschinformation und Desinformation verbreiten, Trivialisierung und Bagatellisierung fördern. Stereotypen bzw. Klischeevorstellungen — auf Grund rassischer und ethnischer Zugehörigkeit, des Geschlechts, des Alters und anderer Faktoren, einschlie ßlich der Religion — sind in den Massenmedien bedauerlicherweise allgemein verbreitet. Oft läßt die soziale Kommunikation auch unbeachtet, was wirklich neu und wichtig ist, einschließlich der Frohbotschaft des Evangeliums, und konzentriert sich auf das, was vorübergehend «in Mode» ist.

Mißbräuche gibt es in jedem der schon oben erwähnten Bereiche.

14. Wirtschaftlich. Die Medien werden manchmal zur Errichtung und Erhaltung von Wirtschaftssystemen benutzt, die der Gewinnsucht und Geldgier dienen. Ein typisches Beispiel ist der Neoliberalismus: «Gestützt auf eine rein ökonomische Auffassung vom Menschen, sieht er — zum Schaden der Würde und Achtung der einzelnen Menschen und der Völker — den Profit und das Gesetz des Marktes als seine einzigen Parameter an» (Johannes Paul II., Ecclesia in America, 156). Unter diesen Umständen werden die Kommunikationsmittel, die allen zugute kommen sollten, zum Vorteil einiger weniger ausgebeutet.

Der Globalisierungsprozeß kann «außergewöhnliche Möglichkeiten zu immer größerem Wohlstand» hervorbringen (Centesimus annus, 58); aber mit diesem Prozeß geht die Tatsache einher, ja gehört als Bestandteil zu ihm, daß manche Nationen und Völker unter Ausbeutung und Ausgrenzung leiden und dadurch im Kampf um Entwicklung immer weiter zurückfallen. Diese sich ausbreitenden Nester von Not und Elend inmitten des Überflusses sind Brutstätten von Neid, Ressentiment, Spannungen und Konflikten. Das unterstreicht den dringenden Bedarf an «wirksamen internationalen Kontrollund Leitungsorganen, die die Wirtschaft auf das Gemeinwohl hinlenken» (Centesimus annus, 58).

Angesichts schwerwiegender Ungerechtigkeiten darf es Medienschaffenden nicht genügen, einfach zu sagen, ihre Aufgabe bestehe darin, über die Dinge zu berichten, wie sie sind. Das ist zweifellos ihre Aufgabe. Aber es gibt Fälle von menschlichem Leid, die von den Medien weithin ignoriert werden, während über andere durchaus berichtet wird; und insofern das eine von den Medienschaffenden getroffene Entscheidung widerspiegelt, läßt sich darin eine nicht zu rechtfertigende Selektivität erkennen. In einem noch grundsätzlicheren Sinn sind Strukturen und Politik der Kommunikation sowie die Verteilung der erforderlichen Technologie Faktoren, die dazu beitragen, manche Menschen «informationsreich», andere aber «informationsarm» zu machen, und das in einer Zeit, wo der Wohlstand, ja das Überleben von der Information abhängen.

Auf diese Weise tragen dann die Medien oft zu den Ungerechtigkeiten und Unausgewogenheiten bei, die zu dem Leid führen, von dem sie berichten. «Es gilt, die Barrieren und Monopole zu durchbrechen, die so viele Völker am Rande der Entwicklung liegenlassen. Es gilt, für alle — einzelne und Nationen — die Grundbedingungen für die Teilnahme an der Entwicklung sicherzustellen» (Centesimus annus, 35). Kommunikation und Informationstechnologie, Hand in Hand mit entsprechender Ausbildung zu ihrem Gebrauch, ist eine dieser Grundbedingungen.

15. Politisch. Skrupellose Politiker benutzen die Massenmedien für ihre Demagogie und Täuschung zur Unterstützung der Unrechtma ßnahmen und Unterdrückung in Gewaltregimen. Sie schalten Gegner aus und entstellen und unterdrücken durch Propaganda und Verdrehung systematisch die Wahrheit. Anstatt die Menschen zusammenzubringen, dienen die Medien dann dazu, sie voneinander zu trennen, indem sie Spannungen und Verdächtigungen und damit die Voraussetzung für Konflikte erzeugen.

Selbst in Ländern mit demokratischen Systemen ist es ganz normal, daß führende Politiker die öffentliche Meinung mit Hilfe der Medien manipulieren, anstatt durch sachkundige Information die Teilnahme am politischen Prozeß zu fördern. Die Regeln der Demokratie werden zwar beachtet, doch aus dem Bereich von Werbung und Public Relations entlehnte Techniken werden im Namen einer Politik angewandt, die einzelne Gruppen ausbeutet und Grundrechte, einschließlich des Rechtes auf Leben, verletzt (vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae, 70).

Oft machen die Massenmedien auch den ethischen Relativismus und Utilitarismus populär, die der heutigen Kultur des Todes zugrunde liegen. Sie machen sich häufig zu Komplizen der aktuellen «Verschwörung gegen das Leben», «indem sie jener Kultur, die die Anwendung der Empfängnisverhütung, der Sterilisation, der Abtreibung und selbst der Euthanasie als Zeichen des Fortschritts und als Errungenschaft der Freiheit hinstellt, in der öffentlichen Meinung Ansehen verschaffen, während sie Positionen, die bedingungslos für das Leben eintreten, als freiheits- und entwicklungsfeindlich beschreibten» (Evangelium vitae, 17).

16. Kulturell. Kritiker tadeln häufig die Oberflächlichkeit und den schlechten Geschmack der Medien; auch wenn ihre Darbietungen nicht freudlos und langweilig zu sein brauchen, sollten sie jedoch auch nicht geschmacklos und herabwürdigend sein. Zu sagen, die Medien spiegeln die Standards des Publikums wider, ist keine Entschuldigung; denn die Medien beeinflussen ja auch nachdrücklich die Meinungen des Publikums und sind deshalb geradezu verpflichtet, die Maßstäbe zu heben und nicht zu senken.

Das Problem nimmt verschiedene Formen an. Anstatt komplizierte Angelegenheiten sorgfältig und wahrheitsgemäß zu erklären, weichen die Nachrichtenmedien ihnen aus oder vergröbern sie. Die Unterhaltungsmedien produzieren zersetzende, enthumanisierende Darbietungen, wozu auch die ausbeuterische Behandlung von Sexualität und Gewalt gehört. Es ist äußerst verantwortungslos, zu ignorieren oder als unwesentlich abzutun, daß «Pornographie und sadistische Gewaltanwendung entarteter Sexualität die menschlichen Beziehungen verderben, das Ehe- und Familienleben untergraben, antisoziales Verhalten fördern und den moralischen Zusammenhalt der Gesellschaft aufweichen» (Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, Pornographie und Gewalt in den Kommunikationsmedien. Eine pastorale Antwort, 10).

Auf internationaler Ebene ist auch die durch die sozialen Kommunikationsmedien ausgeübte kulturelle Vorherrschaft ein wachsendes ernstes Problem. Traditionelle kulturelle Ausdrucksformen werden manchenorts vom Zugang zu den Publikums-Medien praktisch ausgeschlossen und stehen vor der Auslöschung; unterdessen verdrängen die Werte der säkularisierten Wohlstandsgesellschaften in zunehmendem Maße die althergebrachten Werte von Gesellschaften, die ärmer und schwächer sind. In Anbetracht dieser Situation sollte besondere Aufmerksamkeit darauf verwendet werden, Kinder und Jugendliche mit Medienangeboten zu versorgen, die sie in lebendigen Kontakt mit ihrem Kulturerbe bringen.

Kommunikation über die Kulturgrenzen hinweg ist wünschenswert. Die Gesellschaften können und sollten voneinander lernen. Doch sollte kulturübergreifende Kommunikation nicht auf Kosten der Schwächeren gehen. Heute «sind selbst die am wenigsten verbreiteten Kulturen nicht mehr isoliert. Sie profitieren von vermehrten Kontakten, leiden aber auch unter dem Druck eines starken Trends zu Gleichförmigkeit» (Päpstlicher Rat für die Kultur, Für eine Pastoral für die Kultur, 33). Der Umstand, daß nun soviel Kommunikation nur in eine Richtung — nämlich von den entwickelten Nationen zu den in Entwicklung befindlichen und zu den armen Ländern — fließt, wirft ernsthafte ethische Fragen auf. Haben die Reichen nichts von den Armen zu lernen? Sind die Starken taub für die Stimmen der Schwachen?

17. Erzieherisch. Die Medien können, anstatt das Lernen zu fördern, die Menschen zerstreuen und ablenken und sie zur Zeitverschwendung veranlassen. Kinder und Jugendliche kommen auf diese Weise besonders zu Schaden, aber auch Erwachsene leiden darunter, seichten, minderwertigen und kitschigen Medienangeboten ausgesetzt zu sein. Eine der Ursachen dieses Vertrauensmi ßbrauchs durch die Medienschaffenden ist die Geldgier, der es mehr um den Profit als um die Menschen geht.

Manchmal werden die Medien auch als Werkzeuge der Indoktrination eingesetzt, um das Wissen der Menschen zu kontrollieren und ihnen den Zugang zu der Information zu verwehren, die sie nach dem Willen der zuständigen Stellen nicht erhalten sollen. Das ist eine Entartung echter Erziehung, die ja bestrebt ist, das Wissen und die Fähigkeiten der Menschen zu erweitern und ihnen bei der Verfolgung wertvoller Ziele behilflich zu sein, nicht aber ihren Horizont einzuengen und ihre Kräfte in den Dienst einer Ideologie einzuspannen.

18. Religiös. Im Beziehungsverhältnis zwischen der Medien-Kommunikation und der Religion gibt es auf beiden Seiten Versuchungen.

Auf der Seite der Medien treten diese Versuchungen folgendermaßen in Erscheinung: Die Medien ignorieren religiöse Ideen und Erfahrungen oder drängen sie ins Abseits; sie behandeln Religion mit Verständnislosigkeit, vielleicht sogar Verachtung, als ein Objekt der Neugier, das keine ernsthafte Beachtung verdient; sie fördern auf Kosten des überlieferten Glaubens religiöse Modetorheiten; sie gehen mit anerkannten religiösen Gruppen feindselig um; sie wägen die Angemessenheit von Religion und religiöser Erfahrung nach weltlichen Maßstäben ab und begünstigen religiöse Ansichten, die dem weltlichen Geschmack entsprechen, gegenüber jenen, die das nicht tun; sie versuchen, die Transzendenz in die Grenzen des Rationalismus und Skeptizismus einzuschließen. Die heutigen Medien spiegeln oft den postmodernen Zustand eines menschlichen Geistes wider, »der in die Grenzen seiner Immanenz eingeschlossen ist, ohne irgendeinen Bezug zur Transzendenz zu haben» (Johannes Paul II., Enzyklika Fides et ratio, 81).

Die Versuchungen auf der Seite der Religion sehen so aus: Die Religion macht sich von den Medien ein ausschließlich verurteilendes und negatives Bild; sie kann nicht verstehen, daß vernünftige Maßstäbe einer guten Medienpraxis wie Objektivität und Unparteilichkeit eine Sonderbehandlung für institutionelle Interessen der Religion ausschließen können; sie bietet religiöse Botschaften auf eine emotionale, manipulative Art an, als handelte es sich um Konkurrenzerzeugnisse im Überangebot eines Marktes; sie gebraucht die Medien als Instrumente für Kontrolle und Vorherrschaft; sie übt unnötige Heimlichtuerei und verstößt andererseits gegen die Wahrheit; sie spielt die Forderung des Evangeliums nach Umkehr, Buße und einer Besserung des Lebens herunter, während sie an deren Stelle eine farblose Religiosität setzt, die den Menschen wenig abverlangt; sie unterstützt Fundamentalismus, Fanatismus und religiöse Exklusivität, Haltungen, die Verachtung und Feindseligkeit gegenüber anderen nähren.

19. Kurz gesagt, die Medien können für gute oder schlechte Zwecke benutzt werden — das ist eine Frage der getroffenen Entscheidung. «Man darf niemals vergessen, daß mediale Kommunikation nicht ein utilitaristisches Tun ist, einfach darauf gerichtet, zu motivieren, zu überreden oder zu verkaufen. Noch weniger ist sie ein Vermittler für Ideologie. Die Medien können gelegentlich die Menschen auf Konsumeinheiten oder konkurrierende Interessengruppen reduzieren oder Zuschauer, Leser und Hörer als bloße Zahlen manipulieren, von denen man sich einen Vorteil verspricht – ob Verkauf von Produkten oder politische Unterstützung; all das zerstört die Gemeinschaft. Es ist die Aufgabe von Kommunikation, Menschen zusammenzubringen sowie ihr Leben zu bereichern, und nicht, sie zu isolieren und auszubeuten. Die Mittel der sozialen Kommunikation können — richtig genutzt — dazu beitragen, eine menschliche Gemeinschaft zu schaffen und aufrechtzuerhalten, die auf Gerechtigkeit und Liebe beruht; und insoweit sie das tun, werden sie Zeichen der Hoffnung sein» (Johannes Paul II., Botschaft zum 32. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 1998).

IV.
EINIGE WICHTIGE
ETHISCHE PRINZIPIEN

20. Ethische Prinzipien und Normen, die in anderen Bereichen von Belang sind, gelten auch für die soziale Kommunikation. Sozialethische Prinzipien wie Solidarität, Subsidiarität, Gerechtigkeit, Gleichheit und Verantwortlichkeit bei der Verwendung öffentlicher Geldmittel sowie in Ausübung öffentlicher Vertrauensfunktionen sind immer anzuwenden. Kommunikation muß immer wahrheitsgetreu sein, weil die Wahrheit wesenhaft zur Freiheit des einzelnen und zur echten Gemeinschaft unter den Menschen gehört.

Die Ethik in der sozialen Kommunikation bezieht sich nicht nur auf das, was auf Kinoleinwänden und Fernsehschirmen, in Radiosendungen, in der Presse und im Internet erscheint, sondern muß auch für viele andere Aspekte gelten. Die ethische Dimension betrifft nicht nur den Inhalt der Kommunikation (die Botschaft) und den Kommunikationsprozeß (wie die Kommunikation zustande kommt), sondern auch grundsätzliche Struktur- und System-Fragen, die häufig grosse politische Fragen im Zusammenhang mit der Verbreitung hochentwickelter Technologien und Produkte (wer soll reich und wer soll arm an Information sein?) einschließen. Diese Fragen bringen weitere mit sich, mit politischen und wirtschaftlichen Folgen im Hinblick auf Eigentum und Kontrolle. Zumindest in den offenen Gesellschaften mit Marktwirtschaft besteht das ethische Problem aller darin, den Gewinn gegen den Dienst im Interesse der Allgemeinheit — im Sinne eines umfassenden Verständnisses von Gemeinwohl — abzuwägen.

Auch für die Menschen guten Willens ist nicht immer unmittelbar klar, wie ethische Prinzipien und Normen auf bestimmte Fälle anzuwenden sind. Dazu sind Überlegungen, Diskussionen und Dialog nötig. In der Hoffnung, unter Medienpolitikern, beruflich im Medienbereich Tätigen, Ethikern und Moraltheologen, Medien-Rezipienten und anderen das Nachdenken und den Dialog zu fördern, legen wir folgende Überlegungen vor.

21. In allen drei Bereichen — Botschaft, Prozeß, Struktur- und System-Fragen — gilt folgendes ethische Grundprinzip: Der Mensch und die Gemeinschaft der Menschen sind Ziel und Maßstab für den Umgang mit den Medien. Kommunikation sollte von Mensch zu Mensch und zum Vorteil der Enntwicklung des Menschen erfolgen.

Ganzheitliche Entwicklung erfordert ausreichend materielle Güter und Produkte, aber auch eine gewisse Berücksichtigung der «geistigen Dimension» (vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Sollicitudo rei socialis, 29; 46). Allen gebührt die Möglichkeit, zu wachsen und zu gedeihen, indem sie aus der großen Palette von materiellen, intellektuellen, emotionalen, moralischen und geistlichen Gütern schöpfen. Der einzelne Mensch hat eine unveräußerliche Würde und Bedeutung und darf nicht im Namen kollektiver Interessen geopfert werden.

22. Das erste Prinzip wird durch ein zweites ergänzt: Das Wohl der Menschen läßt sich nicht unabhängig vom Gemeinwohl der Gemeinschaft verwirklichen, der sie angehören. Dieses Gemeinwohl sollte ausschließlich als Gesamtsumme wertvoller gemeinsamer Zielsetzungen verstanden werden, für deren Erreichung sich alle Mitglieder der Gemeinschaft miteinander einsetzen; und der Dienst an diesen Zielsetzungen ist der Grund für das Bestehen der Gemeinschaft selbst.

Darum sollten die sozialen Kommunikationsmittel, auch wenn sie mit Recht die Bedürfnisse und Interessen besonderer Gruppen im Auge haben, zum Beispiel nicht im Namen des Klassenkampfes, des übertriebenen Nationalismus, der rassischen Überheblichkeit, der ethnischen Säuberung und ähnlichem eine Gruppe gegen die andere aufbringen. Die Tugend der Solidarität, «die feste und beständige Entschlossenheit, sich für das Gemeinwohl einzusetzen» (Sollicitudo rei socialis, 38), sollte alle Bereiche des sozialen, wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und religiösen Lebens beherrschen.

Medienschaffende und Entscheidungsträger im Medienbereich müssen sich auf allen Ebenen in den Dienst an den tatsächlichen Bedürfnissen und Interessen sowohl der einzelnen wie der Gruppen stellen. Es gibt einen dringenden Bedarf an Gerechtigkheit auf internationaler Ebene, wo die ungerechte Verteilung materieller Güter zwischen Nord und Süd durch eine schlechte Verteilung der Kommunikationsmittel und der Informationstechnologie, von denen die Produktivität und der Wohlstand abhängen, verschärft wird. Ähnliche Probleme gibt es auch in den reichen Ländern, »wo der ununterbrochene Wandel in den Produktionsweisen und im Konsumverhalten bereits erworbene Kenntnisse und langjährige Berufserfahrungen abwertet und ein ständiges Bemühen der Umschulung und Anpassung erfordert», so daß «jene, denen es nicht gelingt, mit der Zeit Schritt zu halten, leicht an den Rand gedrängt werden» (Centesimus annus, 33). Es bedarf natürlich einer breiten Beteiligung am Entscheidungsprozeß nicht nur in bezug auf die Botschaften und die Prozesse der sozialen Kommunikation, sondern auch hinsichtlich der System-Fragen und der Verteilung der Geldmittel. Wer auf diesem Gebiet Entscheidungen trifft, hat die ernste moralische Pflicht, die Bedürfnisse und Interessen all derer zur Kenntnis zu nehmen, die besonders verwundbar sind: der Armen, der Alten, der Ungeborenen, der Kinder und Jugendlichen, der Unterdrückten und Ausgegrenzten, der Frauen und der Minderheiten, der Kranken und Behinderten sowie der Familien und der religiösen Gruppen. Insbesondere sollten heute die internationale Gemeinschaft und das internationale Medien-Interesse großzügig und umfassend den Nationen und Regionen gegenübertreten, wo das, was die Massenmedien tun bzw. unterlassen, sie teilhaben läßt an der Scham über das Fortbestehen von Übeln wie Armut, Analphabetentum, politische Unterdrückung und Verletzung der Menschenrechte, Konflikten zwischen Religionen, zwischen religiösen und gesellschaftlichen Gruppen und Unterdrückung der einheimischen Kulturen.

23. Jedenfalls glauben wir nach wie vor, daß «die Lösung der Probleme, die aus dieser ungeregelten Kommerzialisierung und Privatisierung entstanden sind, nicht in einer staatlichen Medienkontrolle liegt, sondern in einer umfassenderen Regelung, die den Normen des öffentlichen Dienstes entspricht, sowie in größerer öffentlicher Verantwortlichkeit. In diesem Zusammenhang muß darauf hingewiesen werden, daß, obwohl sich der rechtlich-politische Rahmen, worin die Medien bestimmter Länder funktionieren, gegenwärtig deutlich bessert, es andere Gegenden gibt, wo das Eingreifen seitens der Regierung nach wie vor ein Instrument der Unterdrückung und Ausschließung ist» (Aetatis novae, 5).

Man muß immer für die Freiheit der Meinungsäußerung eintreten, denn «wenn die Menschen ihrer Natur folgend untereinander Erkenntnisse und Meinungen austauschen, üben sie ihr ureigenstes Recht aus und erfüllen zugleich eine Pflicht gegenüber der Gesellschaft» (Communio et progressio, 45). Von einem ethischen Standpunkt aus betrachtet, ist diese Voraussetzung jedoch keine absolute, unverjährbare Norm. Es gibt ganz offensichtlich Fälle, wo kein Recht zur Kommunikation besteht; dazu gehören z.B. Verleumdung und Rufschädigung; Botschaften, die den Haß und Konflikt zwischen einzelnen und Gruppen zu schüren versuchen; Obszönitäten und Pornographie; die krankhafte Beschreibung der Gewalt. Auch die freie Meinungsäußerung sollte Prinzipien wie Wahrheit, Korrektheit und Achtung vor der Privatsphäre einhalten.

Die Medienschaffenden sollten sich, in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Öffentlichkeit, aktiv für die Entwicklung und Stärkung moralischer Verhaltensnormen für Medienberufe einsetzen. Religiösen Körperschaften und anderen Gruppen steht es zu, sich an diesem ständigen Bemühen zu beteiligen.

24. Ein weiteres, bereits erwähntes, wichtiges Prinzip betrifft die Teilnahme der Öffentlichkeit am Entscheidungsprozeß über Medienpolitik. Diese Beteiligung auf allen Ebenen sollte systematisch organisiert und wirklich repräsentativ sein und nicht zugunsten bestimmter Gruppen umgelenkt werden. Dieses Prinzip gilt auch, ja vielleicht noch mehr, dort, wo die Medien im Privateigentum stehen und Gewinn- und Erwerbszwecken dienen.

Im Interesse der Beteiligung der Öffentlichkeit ist es an den Medienschaffenden, «sich mit den Menschen kommunikativ auszutauschen und nicht nur zu ihnen zu sprechen. Dazu gehört die Kenntnis der Nöte und Bedürfnisse der Menschen, das Wissen um ihre Probleme, und alle Kommunikationsformen müssen mit dem Einfühlungsvermögen dargeboten werden, das die menschliche Würde verlangt» (Johannes Paul II., Ansprache an die Experten der Massenmedien, Los Angeles, 15. September 1987).

Auflagenhöhe, Einschaltquoten und Einnahmen zeigen, zusammen mit der Marktforschung, manchmal am besten die Stimmung des Publikums an; sie sind in der Tat die einzigen Daten, die das Gesetz des Marktes braucht, um handeln zu können. Zweifellos kann man auf diese Weise die Stimme des Marktes hören. Doch sollten die Entscheidungen über die Medien-Inhalte und -Politik nicht allein dem Markt und den Wirtschaftsfaktoren, das heißt dem Gewinn, überlassen werden; denn auf Gewinne allein kann man sich weder stützen, um das öffentliche Interesse im allgemeinen, noch im besonderen die legitimen Interessen von Minderheiten zu schützen.

In gewissem Maße kann man auf diesen Einwand mit dem sogenannten »Nischen»-Konzept antworten, mit dem sich manche Zeitschriften, Programme, Rundfunkstationen und Fernsehsender an besondere Leser-, Hörer- und Zuschauergruppen wenden. Der Ansatz ist bis zu einem gewissen Punkt berechtigt. Die Diversifizierung und Spezialisierung, d.h. die Medien einem Pubklikum entsprechend zu organisieren, das sich in immer kleinere, auf Wirtschaftsfaktoren und Konsummodellen beruhende Einheiten aufsplittert, sollten aber nicht allzu weit getrieben werden. Die sozialen Kommunikationsmittel müssen ein «Areopag» bleiben (vgl. Enzyklika Redemptoris missio, 37), ein Forum für den Austausch von Gedanken und Informationen, das Solidarität und Frieden fördert, indem es die einzelnen Menschen und Gruppen verbindet. Besonders das Internet ruft eine gewisse Sorge hervor hinsichtlich «seiner radikal neuen Konsequenzen: Verlust des eigentlichen Wertes der Informationsmittel; undifferenzierte Uniformität bei den Botschaften, die so zu bloßer Information verkürzt werden; Fehlen eines verantwortungsvollen Feedback und eine gewisse Verzagtheit in den zwischenmenschlichen Beziehungen» (Für eine Pastoral der Kultur, 9).

25. Aber die Medienschaffenden sind nicht die einzigen, die ethische Pflichten haben. Auch das Publikum, die Medien-Rezipienten, also die Zuschauer, Hörer und Leser, haben Verpflichtungen. Die Medienschaffenden, die Verantwortung zu übernehmen versuchen, verdienen ein Publikum, das sich seiner eigenen Verantwortlichkeiten bewußt ist.

Die erste Pflicht der Medien-Nutzer sollte in der Unterscheidung und in der Auswahl bestehen. Sie sollten sich über die Medien, über ihre Strukturen, Arbeitsweisen und Inhalte informieren und nach gesunden ethischen Kriterien eine verantwortungsvolle Wahl darüber treffen, was sie lesen, sehen oder hören wollen. Was heute alle nötig haben, sind Formen einer ständigen Medienerziehung, sei es durch persönliches Studium, sei es durch die Teilnahme an einem organisierten Programm oder beides zusammen. Die Erziehung zum Umgang mit den Massenmedien bringt den Menschen nicht in erster Linie die Techniken bei; sie soll ihnen vielmehr helfen, sich Maßstäbe des guten Geschmacks und ein wahrheitsgemäßes moralisches Urteil zu bilden. Es handelt sich also um einen Aspekt der Gewissensbildung.

Die Kirche sollte durch ihre Schulen und ihre Bildungsprogramme eine Medienerziehung dieser Art anbieten (vgl. Aetatis novae, 28; Communio et progressio, 107). Die folgenden, ursprünglich an die Institute des geweihten Lebens gerichteten Worte finden eine weiter reichende Anwendung: »Angesichts des Einflusses [der Massenmedien] erzieht sich eine Gemeinschaft dahin, mit der evangeliumsgemäßen Klarheit und inneren Freiheit dessen, der gelernt hat, Christus zu kennen (vgl. Gal 4,17-23), diese Mittel zum persönlichen und gemeinschaftlichen Wachstum zu nutzen. Tatsächlich vertreten die Medien eine Mentalität und eine Einstellung zum Leben — und drängen sie oftmals geradezu auf —, die in ständigem Gegensatz zum Evangelium stehen. Von vielen Seiten wird hier nach einer eingehenderen Schulung zur kritischen Rezeption und Nutzung der Medien gerufen (Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens, Das brüderliche Leben in Gemeinschaft, 34).

Desgleichen haben Eltern die ernste Pflicht, ihren Kindern dabei zu helfen, daß sie die sozialen Kommunikationsmittel zu bewerten und zu benutzen lernen, indem sie das Gewissen der Kinder richtig bilden und ihre Kritikfähigkeit entwickeln (vgl. Johannes Paul II., Familiaris consortio, 76). Um des Wohles ihrer Kinder und um ihres eigenen Wohles willen müssen sich die Eltern die Fertigkeiten urteilsfähiger Zuschauer, Hörer und Leser aneignen und praktizieren, indem sie als Vorbilder für den besonnenen Umgang mit den Medien fungieren. Die Kinder und Jugendlichen sollten, dem Alter und den Umständen entsprechend, zur Medienbildung angeleitet werden, damit sie der billigen Versuchung zu unkritischer Passivität, dem von ihren Spielgefährten und Schulkameraden ausgeübten Druck und der kommerziellen Ausbeutung widerstehen. Die Familien, Eltern und Kinder zusammen, werden es hilfreich finden, in Gruppen zusammenzukommen und die von der sozialen Kommunikation geschaffenen Probleme und Möglichkeiten zu studieren und zu erörtern.

26. Außer der Förderung der Medienerziehung haben die Einrichtungen, Agenturen und Sendeprogramme der Kirche hinsichtlich der sozialen Kommunikationsmittel noch weitere wichtige Verantwortlichkeiten. Zuallererst sollte die kirchliche Kommunikationspraxis beispielhaft sein und höchste Wertmaßstäbe hinsichtlich Wahrhaftigkeit, Verantwortlichkeit und Sensibilität für die Menschenrechte sowie andere wichtige Prinzipien und Normen widerspiegeln. Darüber hinaus sollten die sozialen Kommunikationsmedien der Kirche engagiert sein, die Fülle der Wahrheit über die Bedeutung des menschlichen Lebens und der Geschichte zu vermitteln, und zwar so, wie sie in dem geoffenbarten Wort Gottes enthalten ist und vom kirchlichen Lehramt formuliert wurde. Die Hirten der Kirche sollten zum Einsatz der sozialen Kommunikationsmittel für die Verbreitung des Evangeliums ermutigen (vgl. Codex des kanonischen Rechtes, can. 822,1).

Die Vertreter der Kirche sollen in ihren Beziehungen zu den Journalisten ehrlich und offen sein. Auch wenn die Fragen mitunter «peinlich oder beunruhigend sind, insbesondere dann, wenn sie absolut nicht der Botschaft entsprechen, die wir verteidigen müssen», muß man sich darüber im klaren sein, daß »solche befremdlichen Fragen ja von einem Großteil unserer Zeitgenossen gestellt werden» (Für eine Pastoral der Kultur, 34). Alle, die im Namen der Kirche sprechen, sollen auf diese anscheinend unbequemen Fragen glaubwürdig und wahrheitsgemäß antworten, damit die Kirche heute glaubwürdig zu den Menschen spricht.

Die Katholiken haben wie andere Bürger das Recht, sich frei zu äußern, und somit auch das Recht auf Zugang zu den Kommunikationsmedien. Das Recht auf Meinungsäußerung schließt ein, daß Meinungen, die das Wohl der Kirche betreffen, ausgesprochen werden unter Wahrung der Unversehrtheit des Glaubens und der Sitten, des Respektes gegenüber den Hirten und unter Beachtung des Gemeinwohls und der Würde der Personen (vgl. Codex des kanonischen Rechtescan. 212,3; can. 227). Niemand hat jedoch das Recht, im Namen der Kirche zu sprechen oder einen entsprechenden Eindruck zu erwecken, wenn er nicht dazu beauftragt ist. Persönliche Ansichten sollten nicht als Lehre der Kirche ausgegeben werden (vgl. ebd., can. 227).

Es wäre ein guter Dienst an der Kirche, wenn mehr von ihren Amtsträgern und Funktionsinhabern eine Ausbildung in Kommunikation erhielten. Das gilt nicht nur für die Seminaristen, für die in der Ausbildung stehenden Ordensleute und für junge katholische Laien, sondern für das Personal der Kirche im allgemeinen. Wenn die Medien «neutral, offen und ehrlich» sind, bieten sie gut vorbereiteten Christen »eine missionarische Rolle an vorderster Front» an, und es ist wichtig, daß die Betreffenden «gut geschult und unterstützt werden». Die Hirten sollten ihren Gläubigen über die Massenmedien und ihre mitunter widersprüchlichen und sogar destruktiven Botschaften Orientierungshilfen anbieten (vgl. ebd., can. 822, 2.3).

Solche Überlegungen beziehen sich auf die kircheninterne Kommunikation. Ein wechselseitiger Fluß von Informationen und Meinungen zwischen Hirten und Gläubigen, die Freiheit der Meinungsäußerung mit Gesprür für das Wohl der Gemeinschaft und für die Rolle des Lehramtes bei dessen Förderung und eine verantwortungsvolle öffentliche Meinung — das alles sind wichtige Äußerungen des «Grundrechtes auf Dialog und auf Information innerhalb der Kirche» (Aetatis novae, 10; vgl. Communio et progressio, 120).

Das Recht zur Meinungsäußerung muss mit Achtung vor der geoffenbarten Wahrheit und der Lehre der Kirche und vor den kirchlichen Rechten anderer wahrgenommen werden (vgl. Codex des kanonischen Rechtes, can. 212, 1.2.3, can. 220). Wie andere Gemeinschaften und Institutionen, sieht sich auch die Kirche bisweilen veranlaßt — ja manchmal dazu gezwungen —, Geheimhaltung und Verschwiegenheit zu üben. Aber das sollte nicht zum Zweck der Manipulation und Kontrolle geschehen. In der Glaubensgemeinschaft «stehen die Amtsträger, die mit heiliger Vollmacht ausgestattet sind, im Dienste ihrer Brüder, damit alle, die zum Volke Gottes gehören und sich daher der wahren Würde eines Christen erfreuen, in freier und geordneter Weise sich auf das nämliche Ziel hin ausstrecken und so zum Heile gelangen» (II. Vatikan. Konzil, Lumen gentium, 18). Ein Weg, um diese Einsicht zu verwirklichen, ist der richtige Umgang mit den Kommunikationsmedien.

V.
SCHLUSS

27. Am Beginn des dritten christlichen Jahrtausends ist die Menschheit daran, ein weltumspannendes Netzwerk zu schaffen für die unverzügliche Übermittlung von Informationen, Gedanken und Werturteilen zu Wissenschaft, Handel, Erziehung, Unterhaltung, Politik, Kunst, Religion und jedem anderen Bereich.

Dieses Netzwerk ist bereits vielen Menschen zugänglich: zu Hause, in den Schulen und am Arbeitsplatz, ja, in der Tat überall, wo sie sich aufhalten. Es ist eine Alltäglichkeit, sich Ereignisse — von Sportveranstaltungen bis hin zu Kriegen —, die sich zeitgleich auf der anderen Seite des Planeten abspielen, auf dem Bildschirm anzuschauen. Man hat direkten Zugriff auf Datenbestände, die für viele Gelehrte und Studenten noch vor kurzem unerreichbar waren. Ein Einzelner kann die Höhen menschlichen Geistes und menschlicher Tugend erklimmen oder aber in den Abgrund menschlicher Erniedrigung stürzen, während er allein vor einem «Monitor» (Computer-Tastatur und Bildschirm) sitzt. Die Kommunikationstechnologie erzielt ständig neue Durchbrüche mit einem enormen Potential für Gutes und Schlechtes bei der Anwendung. Mit zunehmender Interaktion verwischt sich die Unterscheidung zwischen Medienschaffenden und -rezipienten. Notwendig ist eine ständige Untersuchung bezüglich der Auswirkungen und insbesondere der ethischen Folgen der neu auftauchenden Medien.

28. Aber trotz ihrer ungeheuren Macht sind die Kommunikationsmittel nur Medien und werden es auch bleiben, das hei ßt Instrumente, Werkzeuge, die für gute wie für schlechte Verwendung zur Verfügung stehen. Die Medien erfordern keine neue Ethik; sie erfordern die Anwendung bereits festgelegter ethischer Prinzipien auf die neue Situation. Und das ist eine Aufgabe, in der jeder eine Rolle zu spielen hat. Ethik in den Medien ist nicht eine Aufgabe, die allein die Spezialisten angeht, seien es Spezialisten in sozialer Kommunikation oder Spezialisten in Moralphilosophie; vielmehr muß es zu einem eingehenden, alle Beteiligten einschließenden Nachdenken und Dialog kommen, den dieses Dokument anzuregen und zu unterstützen sucht.

29. Die sozialen Kommunikationsmittel können Menschen in Gemeinschaften verbinden, wo Sympathie und gemeinsame Interessen herrschen. Werden diese Gemeinschaften von Gerechtigkeit, Anstand und Achtung vor den Menschenrechten geprägt sein, werden sie sich um das Gemeinwohl bemühen? Oder werden sie egoistisch und selbstbezogen sein, auf Kosten anderer dem Nutzen einzelner — wirtschaftlicher, rassischer, politischer und religiöser — Gruppen verpflichtet? Wird die neue Technologie allen Nationen und Völkern dienen, während sie die Kulturtraditionen eines jeden von ihnen respektiert? Oder wird sie ein Werkzeug sein, um die Reichen noch reicher und die Mächtigen noch mächtiger zu machen? Die Entscheidung liegt bei uns.

Die Kommunikationsmittel können auch dazu mißbraucht werden, um zu trennen und zu isolieren. Die Technologie erlaubt es Menschen zunehmend, Pakete von Informationen und Dienstleistungen zusammenzustellen, die einzig und allein für sie bestimmt sind. Darin liegen echte Vorteile, es erhebt sich jedoch eine unausweichliche Frage: Wird das Massenmedienpublikum der Zukunft aus einer Menge von Leuten bestehen, die nur auf einen hören? Auch wenn die neue Technologie die individuelle Selbständigkeit zu fördern vermag, hat sie andere, weniger wünschenswerte Folgen. Statt eine die ganze Welt umspannende Gemeinschaft zu bilden, könnte sich das »Netz» der Zukunft als ein riesiges, aufgesplittertes Netzwerk isolierter Individuen entpuppen — menschliche Wesen in ihren Zellen, die sich statt untereinander mit Daten austauschen? Was würde in einer solchen Welt aus der Solidarität, was würde aus der Liebe werden?

Die menschliche Kommunikation hat bestenfalls ernste Grenzen, ist mehr oder weniger unvollkommen und in der Gefahr zu scheitern. Es ist für die Menschen mühsam, sich konsequent auf ehrliche Weise so untereinander auszutauschen, daß kein Schaden angerichtet und den besten Interessen aller gedient wird. In der Welt der Massenmedien werden zudem die der Kommunikation innewohnenden Schwierigkeiten oft durch Ideologien, durch Profitgier und politische Kontrolle, durch Rivalitäten und Konflikte zwischen Gruppen und durch andere gesellschaftliche Mißstände noch verstärkt. Die heutigen Medien steigern zwar enorm die Leistungsfähigkeit und Reichweite, die Quantität und Geschwindigkeit der Kommunikation; aber sie machen die Disposition des Geistes für den Geist eines anderen, des Herzens für das Herz eines anderen nicht weniger zerbrechlich, nicht weniger empfindlich, nicht weniger anfällig für ein Scheitern.

30. Die besonderen Beiträge, welche die Kirche in die Diskussion über diese Fragen einbringt, bestehen, wie wir schon gesagt haben, in einer Auffassung von der menschlichen Person und ihrer unvergleichlichen Würde, ihren unverletzbaren Rechten und in einer Auffassung von der menschlichen Gemeinschaft, deren Glieder durch die Tugend der Solidarität beim Streben nach dem gemeinsamen Wohl aller untereinander verbunden sind. Diese beiden Sichtweisen sind besonders dringend erforderlich zu einer Zeit, wo man «die Bruchstückhaftigkeit von Angeboten feststellen mu ß, die unter der Vortäuschung der Möglichkeit, zum wahren Sinn des Daseins zu gelangen, das Vergängliche zum Wert erheben. So kommt es, da ß viele ihr Leben fast bis an den Rand des Abgrunds dahinschleppen, ohne zu wissen, worauf sie eigentlich zugehen» (Johannes Paul II., Enzyklika Fides et ratio, 6).

Angesichts dieser Krise erscheint die Kirche als »erfahren in den Fragen, die den Menschen betreffen», und diese Erfahrung «veranlaßt sie, ihre religiöse Sendung notwendigerweise auf die verschiedenen Bereiche auszudehnen», in denen Menschen wirken (Johannes Paul II., Enzyklika Sollicitudo rei socialis, 41; vgl. Paul VI., Populorum progressio, 13). Sie darf die Wahrheit über den Menschen und die menschliche Gemeinschaft nicht für sich behalten; sie muß sie frei mit anderen teilen und sich dabei immer bewußt sein, daß die Menschen nein sagen können zur Wahrheit und zur Kirche.

Während die Kirche darum bemüht ist, hohe ethische Standards beim Umgang mit den sozialen Kommunikationsmitteln nachhaltig zu fördern, sucht sie den Dialog und die Zusammenarbeit mit anderen: mit Inhabern öffentlicher Ämter, zu deren besonderer Pflicht der Schutz und die Förderung des Gemeinwohls der politischen Gemeinschaft gehört; mit Männern und Frauen aus der Welt der Kultur und der Künste; mit Wissenschaftlern und Lehrern, die in der Ausbildung der Medienschaffenden und des Publikums der Zukunft arbeiten; mit Mitgliedern anderer Kirchen und religiöser Gruppen, die den Wunsch der Kirche teilen, daß die Medien zur Ehre Gottes und zum Dienst an der Menschheit eingesetzt werden (vgl. Päpstlicher Rat für die sozialen Kommunikationsmittel, Richtlinien für die ökumenische und interreligiöse Zusammenarbeit im Kommunikationswesen); und besonders mit den Medienschaffenden, also Autoren, Redakteuren, Reportern, Korrespondenten, Schauspielern, Produzenten, dem technischen Personal, zusammen mit den Eigentümern, Geschäftsführern und Entscheidungsträgern in diesem Bereich.

31. Die menschliche Kommunikation hat trotz ihrer Grenzen etwas vom schöpferischen Tun Gottes an sich. «Der göttliche Künstler kommt dem menschlichen Künstler» — und wir könnten sagen, auch dem Medienschaffenden — «liebevoll entgegen und gibt ihm einen Funken seiner überirdischen Weisheit weiter, indem er ihn dazu beruft, an seiner Schöpfungskraft teilzuhaben»; wenn Künstler und Medienschaffende das begreifen, können sie »sich selbst, ihre Berufung und ihre Sendung in letzter Tiefe erfassen» (Johannes Paul II., Brief an die Künstler, 1).

Der christliche Medienschaffende hat insbesondere eine prophetische Aufgabe, eine Berufung: Er muß sich klar und deutlich gegen die falschen Götter und Idole von heute — Materialismus, Hedonismus, Konsumdenken, engherziger Nationalismus usw. — aussprechen, indem er für alle sichtbar einen Bestand moralischer Wahrheit hochhält, der gegründet ist auf die Würde und die Rechte des Menschen, auf die Präferenz-Option für die Armen, auf die universale Bestimmung der Güter, auf die Liebe zu den Feinden und auf die bedingungslose Achtung vor jedem menschlichen Leben, vom Augenblick der Empfängnis bis zum natürlichen Tod; und indem er sich die vollkommenere Verwirklichung des Reiches Gottes in der Welt zum Ziel setzt, während ihm bewußt bleibt, daß am Ende der Zeiten Jesus alle Dinge wiederherstellen und sie wieder dem Vater übergeben wird (vgl. 1 Kor 15,24).

32. Auch wenn diese Überlegungen an alle Menschen guten Willens, nicht nur an die Katholiken gerichtet sind, erscheint es angemessen, zum Abschluß von Jesus als Vorbild für die Medienschaffenden zu sprechen. «In dieser Endzeit» hat Gott der Vater «zu uns gesprochen durch den Sohn» (Hebr 1,2); und dieser Sohn teilt uns jetzt und immer die Liebe des Vaters und den letzten Sinn unseres Lebens mit.

«Während seines Erdenwandels erwies sich Christus als Meister der Kommunikation. In der Menschwerdung nahm er die Natur derer an, die einmal die Botschaft, welche in seinen Worten und seinem ganzen Leben zum Ausdruck kam, empfangen sollten. Er sprach ihnen aus dem Herzen, ganz in ihrer Mitte stehend. Er verkündete die göttliche Botschaft verbindlich, mit Macht und ohne Kompromiß. Andererseits glich er sich ihnen in der Art und Weise des Redens und Denkens an, da er aus ihrer Situation heraus sprach» (Communio et progressio, 11).

Während des öffentlichen Lebens Jesu strömten die Menschen zusammen, um ihn predigen und lehren zu hören (vgl. Mt 8,1, 18; Mk 2,2; 4,1; Lk 5,1 usw.), und er lehrte sie «wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat» (Mt 7,29; vgl. Mk 1,22; Lk 4,32). Er erzählte ihnen über den Vater und verwies zugleich auf sich selbst, indem er erklärte: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben» (Joh 14,6) und «Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen» (Joh 14,9). Er verschwendete keine Zeit mit müßigem Gerede oder mit seiner Selbstverteidigung, auch nicht, als er angeklagt und verurteilt wurde (vgl. Mt 26,63; 27,12-14; Mk 15,5; 15,61). Denn seine »Nahrung» war es, den Willen des Vaters zu tun, der ihn gesandt hat (Joh 4,34), und mit allem, was er sagte und tat, nahm er darauf Bezug.

Jesus verkündete seine Lehre oft in Form von Gleichnissen oder lebendigen Geschichten, die tiefe Wahrheiten in einer einfachen Alltagssprache zum Ausdruck brachten. Nicht nur seine Worte, sondern seine Taten, insbesondere seine Wunder, waren Akte der Kommunikation, durch die er die Aufmerksamkeit auf seine Identität lenkte und die Macht Gottes offenbarte (vgl. Paul VI., Evangelii nuntiandi, 12). In seinen Botschaften bewies er Achtung vor seinen Zuhörern, teilnehmendes Interesse für ihre Situation und ihre Bedürfnisse, Mitleid für ihre Leiden (vgl. Lk 7,13) und die feste Entschlossenheit, ihnen das, was sie zu hören nötig hatten, auf eine Weise zu sagen, die ihre Aufmerksamkeit anziehen und ihnen helfen würde, ohne Zwang oder Kompromiß, ohne Täuschung oder Manipulation die Botschaft zu empfangen. Andere lud er ein, ihm ihre Herzen und Sinne zu öffnen, denn er wußte, daß sie auf diese Weise zu ihm und zum Vater hingezogen werden würden (vgl. Joh 3,1-15; 4,7-26).

Jesus lehrte, daß Kommunikation ein moralischer Akt ist: »Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil er Gutes in sich hat, und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil er Böses in sich hat. Ich sage euch: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, werden sie am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müssen; denn aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden» (Mt 12, 34-37). Er warnte streng davor, die «Kleinen» zum Bösen zu verführen, und sagte, für einen, der das tut, «wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde» (Mk 9,42; vgl. Mt 18.6; Lk 17,2). Er war ganz und gar rein, ein Mensch, von dem gesagt werden konnte, »in seinem Mund war kein trügerisches Wort», und: «Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht; er litt, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter» (1 Petr 2,22-23). Er verlangte von den anderen Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit und verurteilte Heuchelei, Unehrlichkeit und jede Art von betrügerischer, falscher Mitteilung: «Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen» (Mt 5,37).

33. Jesus ist Vorbild und Maßstab für unsere Kommunikation. Für alle, die im Bereich der sozialen Kommunikationsmittel engagiert sind, seien es die Politiker und Entscheidungsträger oder die Medienschaffenden, die Medien-Rezipienten oder die Inhaber irgendeiner anderen Rolle, ist die Schlußfolgerung klar: «Legt deshalb die Lüge ab, und redet untereinander die Wahrheit; denn wir sind als Glieder miteinander verbunden… Uber eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt, und dem, der es hört, Nutzen bringt» (Eph 4,25.29). Der Dienst am Menschen, der Aufbau einer auf Solidarität, Gerechtigkeit und Liebe gegründeten menschlichen Gemeinschaft und das Aussprechen der Wahrheit über das menschliche Leben und seine endgültige Erfüllung in Gott waren, sind und bleiben der eigentliche Kern der Ethik in der sozialen Kommunikation.

Vatikanstadt, 4. Juni 2000, Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, Jubiläum der Journalisten.

John P. Foley
Präsident

Pierfranco Pastore
Sekretar

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Quelle

DIE KIRCHE UND DAS INTERNET

internet-dayPÄPSTLICHER RAT FÜR DIE SOZIALEN KOMMUNIKATIONSMITTEL

KIRCHE UND INTERNET


I

EINLEITUNG

1. Das Interesse der Kirche für das Internet ist ein besonderer Ausdruck ihres schon lange bestehenden Interesses für die sozialen Kommunikationsmittel. Weil die Kirche die Medien als ein Ergebnis des historischen wissenschaftlichen Prozesses betrachtet, durch den die Menschheit »unaufhörlich voranschreitet in der Entdeckung der Schätze und Werte, welche die gesamte Schöpfung in sich birgt ,[1] hat sie oft ihrer Überzeugung Ausdruck verliehen, daß sie nach den Worten des Zweiten Vatikanischen Konzils »erstaunliche Erfindungen der Technik« [2] sind, die schon viel leisten, um den menschlichen Bedürfnissen entgegenzukommen, die aber noch mehr tun könnten.

So hat die Kirche gegenüber den Medien eine grundsätzlich positive Haltung eingenommen.[3] Auch wenn sie schwere Mißbräuche verurteilt hat, haben sich die Dokumente des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel immer darum bemüht, klarzustellen, daß »eine bloße Zensur ausübende Haltung der Kirche den Medien gegenüber weder ausreichend noch angebracht ist«.[4]

Die 1971 veröffentlichte Pastoralinstruktion über die sozialen Kommunikationsmittel Communio et progressio zitierte die Enzyklika Miranda prorsus von Papst Pius XII. und unterstrich diesen Punkt: »Die Kirche erblickt in diesen Medien “Geschenke Gottes”, weil sie nach dem Ratschluß der göttlichen Vorsehung die Menschen brüderlich verbinden, damit diese im Heilswerk Gottes mitwirken«.[5]

Das bleibt unsere Auffassung, und das ist auch die Auffassung, die wir vom Internet haben.

2. So wie die Kirche sie versteht, ist die Geschichte der menschlichen Kommunikation so etwas wie eine lange Reise, die die Menschheit geführt hat »von dem hochmutgeleiteten Vorhaben des Turmbaus zu Babel und dessen Folge, dem Absturz in die Sprachenverwirrung und die Unmöglichkeit gegenseitiger Verständigung (vgl. Gen 11, 1-9), hin zu Pfingsten und zur Gabe des Zungenredens und damit zu einer Wiederherstellung der Kommunikation durch das Wirken des Heiligen Geistes, in deren Mittelpunkt Jesus steht«.[6]

Im Leben, Tod und in der Auferstehung von Jesus Christus »findet man den tiefsten Grund und das Urbild jeder Gemeinschaft zwischen den Menschen in Gott, der unser menschlicher Bruder wurde«.[7]

Die modernen sozialen Kommunikationsmittel sind kulturelle Faktoren, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen. Wie das Zweite Vatikanische Konzil bemerkt: »Obschon der irdische Fortschritt eindeutig vom Wachstum des Reiches Christi zu unterscheiden ist, so hat er doch große Bedeutung für das Reich Gottes, insofern er zu einer besseren Ordnung der menschlichen Gesellschaft beitragen kann«.[8] Wenn man die sozialen Kommunikationsmittel von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, sehen wir, daß sie »einen wichtigen Beitrag zur Erholung und Bildung des Geistes leisten; sie dienen ebenso auch der Ausbreitung und Festigung des Gottesreiches«.[9]

Heute gilt das besonders für das Internet, das dazu beiträgt, revolutionäre Veränderungen in Handel, Erziehung, Politik, Journalismus, den Beziehungen zwischen den Nationen und den Kulturen hervorzubringen — Veränderungen, die nicht nur die Art der Kommunikation betreffen, sondern die ganze Lebensauffassung. In dem Begleit-Dokument Ethik im Internet diskutieren wir diese Themen in ihrer ethischen Dimension.[10]

Hier erwägen wir die Implikationen des Internet im Hinblick auf die Religion und besonders für die katholische Kirche.

3. Gegenüber den Medien hat die Kirche eine zweifache Aufgabe. Ein Aspekt ist die Förderung einer richtigen Entwicklung und des rechten Gebrauchs zum Nutzen der menschlichen Entwicklung, von Gerechtigkeit und Frieden — für den Aufbau der Gesellschaft auf lokaler, nationaler und staatlicher Ebene im Licht des Gemeinwohls und im Geist der Solidarität. In Anbetracht der großen Wichtigkeit der sozialen Kommunikationsmittel sucht die Kirche »einen aufrichtigen und von Achtung bestimmten Dialog mit den Verantwortlichen der Medien« — einen Dialog, der sich vor allem auf die Gestaltung der Medienpolitik bezieht.[11] »Von der Kirche verlangt dieser Dialog, daß sie sich um das Verständnis der Medien — ihrer Ziele, internen Strukturen, Formen und Arten — bemüht und jene unterstützt und ermutigt, die dort arbeiten. Auf Grund dieses Verständnisses und dieser Unterstützung wird es möglich, gewichtige Vorschläge zur Beseitigung der Hindernisse zu unterbreiten, die dem menschlichen Fortschritt und der Verkündigung des Evangeliums im Wege stehen«.[12]

Aber das Interesse der Kirche richtet sich auch auf die Kommunikation innerhalb und durch die Kirche selbst. Diese Kommunikation ist mehr als nur eine Übung in der Technik, denn sie »hat ihren Ursprung in der Gemeinschaft der Liebe der drei göttlichen Personen und ihrer Mitteilung an uns« und in der Erkenntnis, daß die Mitteilung der Trinität »die Menschheit erreicht: Der Sohn ist das vom Vater ewig gesprochene Wort, und in und durch Jesus Christus, fleischgewordenes Wort, teilt Gott Frauen und Männern sich selbst und sein Heil mit«.[13]

Gott fährt fort, mit der Menschheit durch die Kirche zu kommunizieren. Sie ist Trägerin und Bewahrerin seiner Offenbarung; ihrem lebendigen Lehramt allein hat er die Aufgabe anvertraut, sein Wort verbindlich zu erklären.[14] Überdies ist die Kirche selbst communio, eine Gemeinschaft von Personen und eucharistischen Gemeinschaften, die aus der Gemeinschaft der Dreifaltigkeit hervorgehen und sie spiegeln;[15] Kommunikation gehört deshalb zum Wesen der Kirche. Das ist mehr als alles andere der Grund, warum »die kirchliche Kommunikationspraxis beispielhaft sein und höchste Wertmaßstäbe hinsichtlich Wahrhaftigkeit, Verantwortlichkeit und Sensibilität für die Menschenrechte sowie andere wichtige Prinzipien und Normen widerspiegeln sollte«.[16]

4. Vor drei Jahrzehnten betonte Communio et progressio, daß »die modernen Kommunikationsmittel den Menschen neue Wege zur Begegnung mit dem Evangelium öffnen«.[17] Papst Paul VI. sagte, daß die Kirche »vor dem Herrn schuldig würde«, wenn sie es unterließe, die Medien für die Evangelisierung zu benutzen.[18] Papst Johannes Paul II. nannte die Medien den »ersten Areopag der neuen Zeit« und erklärte, daß »es nicht genügt, sie nur zur Verbreitung der christlichen Botschaft und der Lehre der Kirche zu benutzen; sondern die Botschaft selbst muß in diese, von der modernen Kommunikation geschaffene “neue Kultur” integriert werden«.[19]

Das zu tun ist heute wichtiger denn je, da die Medien heutzutage nicht nur stark beeinflussen, was die Menschen über das Leben denken, sondern weil in einem großen Ausmaß auch »die Erfahrung dessen, was Leben ist, heute eine weitgehend durch die Medien vermittelte Erfahrung ist«.[20]

All das gilt für das Internet. Und auch wenn die Welt der sozialen Kommunikationsmittel »bisweilen gegen die christliche Botschaft eingestellt zu sein scheint, bietet sie auch einzigartige Gelegenheiten dafür, die rettende Wahrheit Jesu der ganzen Menschheitsfamilie zu verkünden. Man denke …an die positiven Möglichkeiten des Internet, religiöse Information und Unterrichtung über alle Sperren und Grenzen hinauszutragen. Ein derart breites Publikum hätte wohl die kühnsten Vorstellungen derer, die vor uns das Evangelium verkündet haben, übertroffen… Die Katholiken sollten sich nicht scheuen, die Türen der sozialen Kommunikationsmittel für Christus aufzustoßen, so daß seine Frohe Botschaft von den Dächern der Welt gehört werden kann«.[21]

II

CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN

5. »Die Kommunikation, die in der Kirche und durch die Kirche stattfindet, besteht im wesentlichen in der Verkündigung der Frohbotschaft Jesu Christi. Sie ist die Verkündigung des Evangeliums als prophetisches und befreiendes Wort, das an die Menschen unserer Zeit gerichtet ist; sie ist angesichts einer radikalen Säkularisierung das Zeugnis für die göttliche Wahrheit und für die transzendente Bestimmung des Menschen; sie ist angesichts der Konflikte und Spaltungen die Entscheidung für die Gerechtigkeit in Solidarität mit allen Gläubigen im Dienst der Gemeinschaft unter den Völkern, Nationen und Kulturen«.[22]

Weil die Verkündigung der Frohen Botschaft an Menschen, die durch die Medienkultur bestimmt sind, danach verlangt, die besonderen Charakteristiken der Medien selbst sorgfältig zu berücksichtigen, ist es notwendig, daß die Kirche das Internet versteht: um mit den Menschen wirksam zu kommunizieren — besonders mit den jungen Menschen —, die von der Erfahrung dieser neuen Technologie durchdrungen sind, und auch damit sie es gut benutzt.

Die Medien bieten aus einer religiösen Perspektive heraus wichtige Vorteile und Nutzen: »Sie bringen Nachrichten und Informationen über religiöse Ereignisse, Ideen und Persönlichkeiten; sie sind Instrumente der Glaubensverkündigung und Katechese. Tagaus, tagein bieten sie Menschen, die in ihren Häusern oder in Heimen eingeschlossen sind, Anregung, Ermutigung und Gelegenheit zum Gottesdienst«.[23] Aber über diese hinaus gibt es auch Vorteile, die ganz speziell für das Internet gelten. Es bietet den Menschen einen direkten und unmittelbaren Zugang zu wichtigen religiösen und geistlichen Quellen — große Bibliotheken, Museen und Kultstätten, die Dokumente des Lehramtes, die Schriften der Kirchenväter und Kirchenlehrer und die religiöse Weisheit der Jahrhunderte. Es hat eine bemerkenswerte Fähigkeit, Distanz und Isolation zu überwinden und die Menschen mit gleichgesinnten Personen guten Willens in Kontakt zu bringen, die sich in virtuellen Glaubensgemeinschaften zusammenschließen, um sich gegenseitig zu ermutigen und zu unterstützen. Die Kirche kann Katholiken und Nichtkatholiken gleicherweise durch die Auswahl und Vermittlung von nützlicher Information in diesem Medium einen wichtigen Dienst leisten.

Das Internet hat für viele Aktivitäten und Programme der Kirche eine Bedeutung — Evangelisierung, die beides einschließt, die Re-Evangelisierung und die Neu-Evangelisierung, die traditionelle Missionsarbeit ad gentes, Katechese und andere Arten der Erziehung, Nachrichten und Information, Apologetik, Leitung und Verwaltung und einige Formen der pastoralen Begleitung und der geistlichen Leitung. Auch wenn die virtuelle Realität des »Cyberspace« die wirkliche interpersonale Gemeinschaft, die Realität der Sakramente und der Liturgie oder die unmittelbare und direkte Verkündigung des Evangeliums nicht ersetzen kann, kann es sie doch ergänzen und die Menschen dazu einladen, eine tiefere Erfahrung des Glaubenslebens zu machen und auch das religiöse Leben der Benutzer bereichern. Es stellt der Kirche auch ein Mittel zur Kommunikation mit bestimmten Gruppen zur Verfügung — Jugendliche und junge Erwachsene, ältere und an das Haus gebundene Menschen, Personen, die in abgelegenen Gegenden wohnen, Mitglieder anderer religiöser Gemeinschaften —, die anders schwer erreichbar wären.

Eine wachsende Zahl von Pfarreien, Diözesen, religiösen Gemeinschaften und Institutionen, die mit der Kirche verbunden sind, Programme und Organisationen jeder Art benutzen das Internet jetzt wirksam zu diesen und anderen Zwecken. Kreative Projekte, die von der Kirche gesponsert werden, gibt es an einigen Orten auf nationaler und regionaler Ebene. Der Hl. Stuhl ist auf diesem Gebiet seit einigen Jahren aktiv und fährt damit fort, seine Präsenz im Internet auszuweiten und zu entwickeln. Mit der Kirche verbundene Gruppierungen, die noch keine Schritte unternommen haben, den »Cyberspace« zu betreten, werden ermutigt, diese Möglichkeit bald zu prüfen. Wir empfehlen sehr den Austausch von Ideen und Informationen über das Internet zwischen denen, die Erfahrung auf diesem Gebiet haben, und denen, die Neueinsteiger sind.

6. Für die Kirche ist es notwendig, das Internet auch als Mittel für die interne Kommunikation zu verstehen und zu benutzen. Das verlangt, seinen besonderen Charakter klar vor Augen zu haben als ein direktes, unmittelbares, interaktives und Teilnahme ermöglichendes Medium. Schon die zweigleisige Interaktivität des Internet verwischt die alte Unterscheidung zwischen denen, die etwas mitteilen, und denen, die die Mitteilung empfangen,[24] es schafft eine Situation, in der zumindest potentiell jeder beides tun kann. Das ist nicht die eingleisige Kommunikation von oben nach unten wie in der Vergangenheit. Weil immer mehr Menschen mit den Besonderheiten des Internet in anderen Gebieten ihres Lebens vertraut werden, kann erwartet werden, daß sie es in bezug auf die Religion und die Kirche nutzen wollen.

Die Technologie ist neu, aber nicht die Idee. Das Zweite Vatikanische Konzil sagte, daß die Glieder der Kirche ihren Hirten »ihre Bedürfnisse und Wünsche mit der Freiheit und dem Vertrauen, wie es den Kindern Gottes und den Brüdern in Christus ansteht, eröffnen«; in der Tat haben die Gläubigen aufgrund ihres Wissens, ihrer Kompetenz und Position nicht nur die Möglichkeit, sondern bisweilen die Pflicht, »ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, zu erklären«.[25]

Communio et progressio wies darauf hin, daß die Kirche als ein »lebendiger Organismus der öffentlichen Meinung, die aus dem Gespräch ihrer Glieder erwächst, bedarf«.[26] Auch wenn Glaubenswahrheiten »keinen Raum für willkürliche Interpretationen bieten«, sah die Pastoralinstruktion »einen großen Bereich, in dem die Mitglieder der Kirche ihre Meinung äußern können«.[27]

Ähnlichen Ideen wird im Kodex des kanonischen Rechtes [28] und auch in den neueren Dokumenten des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel Ausdruck verliehen.[29] Aetatis novae bezeichnet die zweigleisige Kommunikation und die öffentliche Meinung als einen Weg, »den Gemeinschaftscharakter der Kirche konkret zu verwirklichen«.[30]

In Ethik in der sozialen Kommunikation ist zu lesen: »Ein wechselseitiger Fluß von Informationen und Meinungen zwischen Hirten und Gläubigen, die Freiheit der Meinungsäußerung mit Gespür für das Wohl der Gemeinschaft und die Rolle des Lehramtes bei dessen Förderung und eine verantwortungsvolle öffentliche Meinung — das alles sind wichtige Äußerungen des “Grundrechtes auf Dialog und auf Information innerhalb der Kirche”«.[31]

Das Internet stellt ein wirksames technisches Mittel für die Verwirklichung dieser Vision zur Verfügung.

Hier gibt es also ein Instrument, das für verschiedene Aspekte von Verwaltung und Leitung genutzt werden kann. Neben der Öffnung von Kanälen für den Ausdruck der öffentlichen Meinung stellen wir uns Verschiedenes vor wie die Beratung durch Experten, die Vorbereitung von Versammlungen und die Praxis der Zusammenarbeit in und zwischen den Teilkirchen und religiösen Instituten auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.

7. Auch auf dem Gebiet der Erziehung und Ausbildung bieten sich Gelegenheiten, die zudem notwendig sind. »Was heute alle nötig haben, sind Formen einer ständigen Medienerziehung, sei es durch persönliches Studium, sei es durch die Teilnahme an einem organisierten Programm oder beides zusammen. Die Erziehung zum Umgang mit den Massenmedien bringt den Menschen nicht in erster Linie die Techniken bei; sie soll ihnen vielmehr helfen, sich Maßstäbe des guten Geschmacks und ein wahrheitsgemäßes moralisches Urteil zu bilden. Es handelt sich also um einen Aspekt der Gewissensbildung. Die Kirche sollte durch ihre Schulen und ihre Bildungsprogramme eine Medienerziehung dieser Art anbieten«.[32]

Internet-Erziehung und -Ausbildung sollten Teil eines umfassenden Programms der Medienerziehung sein, das den Gliedern der Kirche zur Verfügung steht. So viel wie möglich sollte die Pastoralplanung für die sozialen Kommunikationsmittel für diese Ausbildung sorgen: für Seminaristen, Priester und Ordensleute, für die in der Pastoral tätigen Laien ebenso wie für Lehrer, Eltern und Studenten.[33]

Vor allem bei den jungen Leuten ist es notwendig, sie zu lehren, »nicht nur als Rezipienten gute Christen zu sein, sondern auch, daß sie selbst sich jener “universalen Sprache” zu bedienen vermögen, die den Medien eigen ist. So werden sie im Vollsinn Bürger des Zeitalters der sozialen Kommunikation sein, das schon begonnen hat« [34] — ein Zeitalter, in dem die Medien »Teil einer sich weiter entfaltenden Kultur sind, dessen Auswirkungen wir bisher nur unvollkommen verstehen«.[35]

Über das Internet und die neue Technologie zu unterrichten beinhaltet mehr als nur den Unterricht über die Technik; junge Menschen müssen lernen, in der Welt des »Cyberspace« gut zu zurechtzukommen, einsichtsvolle Urteile entsprechend gesunder moralischer Kriterien über das zu fällen, was sie dort vorfinden, und die neue Technologie für ihre ganzheitliche Entwicklung und das Wohl der anderen zu gebrauchen.

8. Das Internet hat für die Kirche auch einige besondere Probleme — über die Probleme allgemeiner Natur hinaus, die in Ethik im Internet, dem begleitenden Dokument, diskutiert werden.[36] Wenn das Positive am Internet betont wird, ist es auch wichtig, klar zu sagen, was nicht positiv ist.

Bis zu einem hohen Grad »mag die Welt der Medien christlichem Glauben und christlicher Moral gegenüber manchmal gleichgültig und sogar feindselig erscheinen. Dies zum Teil deshalb, weil die Medienkultur so tief von einer typisch postmodernen Auffassung durchdrungen ist, wonach die einzig absolute Wahrheit die ist, daß es keine absoluten Wahrheiten gibt oder diese, wenn es sie gäbe, der menschlichen Vernunft nicht zugänglich und daher irrelevant wären«.[37]

Zu den besonderen Problemen, vor die das Internet stellt, gehört das Vorhandensein von Haß; Web-Seiten, die darauf zielen, religiöse und ethnische Gruppen zu diffamieren und anzugreifen. Einige von ihnen zielen auf die katholische Kirche. Wie Pornographie und Gewalt in den Medien, sind haßerfüllte Seiten im Internet »Äußerungen der dunklen Seite, der durch die Sünde verdorbenen menschlichen Natur«.[38]

Auch wenn der Respekt vor der freien Meinungsäußerung die Tolerierung von haßerfüllten Stimmen bis zu einem gewissen Punkt erfordern mag, sollte die Selbstregulierung der Wirtschaft — und wo nötig auch der Eingriff der staatlichen Autorität — vernünftige Grenzen ziehen und verteidigen in bezug auf das, was gesagt werden kann.

Die zunehmende Verbreitung von Internetseiten, die sich selbst als katholisch bezeichnen, schafft ein Problem anderer Art. Wie wir gesagt haben, sollten kirchen-bezogene Gruppierungen im Internet kreativ gegenwärtig sein; und wohl motivierte, gut informierte Einzelpersonen und inoffizielle Gruppen, die in eigener Initiative arbeiten, sind ebenfalls berechtigt, dort anwesend zu sein. Aber es stiftet zumindest Verwirrung, nicht zwischen exzentrischen Interpretationen der Lehre, synkretistischen Frömmigkeitsformen und ideologischer Fürsprache, die das Markenzeichen »katholisch« tragen, und den authentischen Positionen der Kirche zu unterscheiden. Wir machen weiter unten einen Vorschlag für einen Lösungsansatz in dieser Frage.

9. Bestimmte andere Themen verlangen noch viel Reflexion. Was sie betrifft, empfehlen wir dringend Forschung und Studium, einschließlich »der Erarbeitung einer Anthropologie und einer Theologie der Kommunikation« [39] — hier mit besonderem Bezug zum Internet. Neben Forschung und Studium kann und soll natürlich die positive pastorale Planung für den Gebrauch des Internet weitergehen.[40]

Ein Forschungsgebiet betrifft den Eindruck, daß die große Auswahl, die im Internet an Produkten und Dienstleistungen für den Konsumenten zur Verfügung steht, den Effekt einer Reizüberflutung in bezug auf die Religion haben könnte und dazu ermuntert, sich in der Art eines »Konsumenten« den Glaubensdingen zu nähern. Die Daten lassen vermuten, daß einige Besucher auf den religiösen Seiten im Internet in einer Art Einkaufsbummel aus verbrauchergerechten religiösen Paketen Einzelteile auswählen und aufnehmen, um sie ihrem persönlichen Geschmack anzupassen. Die »Tendenz eines Teils der Katholiken, in ihrer Zustimmung zur Lehre der Kirche selektiv zu sein«, ist ein in anderen Zusammenhängen erkanntes Problem;[41] es wird mehr Information darüber benötigt, ob und in welchem Ausmaß das Problem durch das Internet verschärft wird.

Gleicherweise hat die virtuelle Realität des »Cyberspace«, wie oben angedeutet, einige beunruhigende Folgen sowohl für die Religion als auch für andere Bereiche des Lebens. Virtuelle Realität ist kein Ersatz für die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie, die sakramentale Realität der anderen Sakramente und den gemeinsamen Gottesdienst in einer menschlichen Gemeinschaft aus Fleisch und Blut. Es gibt keine Sakramente im Internet; und auch die religiöse Erfahrung, die hier dank der Gnade Gottes möglich ist, ist ungenügend, es fehlt die Beziehung zu anderen Gläubigen in der wirklichen Welt. Das ist ein anderer Aspekt des Internet, das Studium und Reflexion verlangt. Zur gleichen Zeit sollte die Pastoralplanung überlegen, wie sie die Menschen aus dem »Cyberspace« zu wahrer Gemeinschaft führen kann und wie das Internet durch Unterricht und Katechese in der Folge als Unterstützung genutzt werden und sie in ihrem Engagement als Christen bereichern kann.

III

EMPFEHLUNGEN UND SCHLUß

10. Religiöse Menschen als Teil eines größeren Internet-Publikums, der auch legitime Eigeninteressen hat, möchten Teil des Prozesses sein, der die zukünftige Entwicklung dieses neuen Mediums bestimmt. Selbstverständlich verlangt das manchmal von ihnen, ihr eigenes Denken und Handeln zu präzisieren.

Es ist auch wichtig, daß die Menschen auf allen Ebenen der Kirche das Internet kreativ benutzen, um ihre Verantwortung wahrzunehmen und Hilfe zu leisten bei der Erfüllung der Mission der Kirche. Sich furchtsam zurückzuhalten aus Angst vor der Technik oder aus anderen Gründen ist nicht akzeptabel in Anbetracht der vielen positiven Möglichkeiten des Internet. »Methoden für eine Erleichterung der Kommunikation und des Dialogs zwischen ihren eigenen Mitgliedern können die Bande der Einheit zwischen ihnen stärken. Unmittelbarer Zugang zu Informationen macht es (der Kirche) möglich, ihren Dialog mit der heutigen Welt zu vertiefen …Die Kirche kann die Welt leichter über ihre Glaubensauffassungen informieren und die Gründe für ihre Stellungnahme zu einem bestimmten Thema oder Vorgang darlegen. Sie kann deutlicher die Stimme der öffentlichen Meinung hören und in eine ständige Diskussion mit der sie umgebenden Welt eintreten, so daß sie unmittelbar in das gemeinsame Suchen nach Lösungen für zahlreiche dringende Probleme der Menschheit einbezogen wird«.[42]

11. Zum Abschluß dieser Überlegungen möchten wir deshalb Worte der Ermutigung aussprechen, die speziell an einige Gruppen gerichtet sind — in der Kirche mit Leitungsaufgaben beauftragte Personen, die in der Pastoral Tätigen, die Erzieher, die Eltern und besonders die jungen Menschen.

An die in der Kirche mit Leitungsaufgaben beauftragten Personen: Personen in leitenden Positionen in allen Bereichen der Kirche müssen die Medien verstehen, dieses Verständnis bei der Formulierung der Pastoralpläne für die soziale Kommunikation [43] anwenden zusammen mit konkreter Politik und Programmen auf diesem Gebiet. Sie müssen die Medien in angemessener Weise benutzen. Wo nötig, sollten sie selbst eine Medienerziehung erhalten; in der Tat, »wäre es ein guter Dienst an der Kirche, wenn mehr von ihren Amtsträgern und Funktionsinhabern eine Ausbildung in Kommunikation erhielten«.[44]

Das gilt für das Internet und auch für die älteren Medien. Die in der Kirche mit Leitungsaufgaben beauftragten Personen haben eine Verpflichtung zum Gebrauch der »Möglichkeiten des Computerzeitalters, damit sie der menschlichen und transzendenten Berufung des Menschen dienen und damit den Vater ehren, von dem alle guten Dinge herkommen«.[45]

Sie sollten diese bemerkenswerte Technologie in verschiedenen Bereichen der kirchlichen Mission anwenden, wobei sie auch die Gelegenheiten für ihre Nutzung in der ökumenischen und interreligiösen Zusammenarbeit erkunden.

Wie wir gesehen haben, betrifft ein besonderer Aspekt des Internet die manchmal verwirrende Ausbreitung der inoffiziellen Seiten, die als »katholisch« etikettiert werden. Ein System der freiwilligen Zertifikation auf lokaler und nationaler Ebene unter der Überwachung von Vertretern des Lehramtes könnte hilfreich sein in bezug auf Inhalte doktrinärer oder katechetischer Natur. Die Idee ist nicht, eine Zensur einzuführen, sondern den Internetbenutzern eine verläßliche Führung anzubieten zu dem, was der authentischen Position der Kirche entspricht.

An die Mitarbeiter in der Pastoral: Priester, Diakone, Ordensleute und Laien in der Pastoral sollten eine Medienerziehung haben, die ihr Verständnis von der Bedeutung der sozialen Kommunikation für Einzelpersonen und die Gesellschaft erweitert und ihnen hilft, eine Art der Kommunikation zu erlernen, die die Sensibilitäten und Interessen der Menschen in einer Medienkultur anspricht. Heute beinhaltet das sicher eine Ausbildung im Bereich des Internet, einschließlich seiner Verwendung im eigenen Arbeitsbereich. Sie können auch von Internetseiten profitieren, die theologische Aktualisierung und pastorale Vorschläge anbieten.

Für die direkt in den Medien tätigen kirchlichen Mitarbeiter ist eine professionelle Ausbildung fast selbstverständlich. Aber sie brauchen auch eine Ausbildung in Lehre und Spiritualität, denn »um von Christus Zeugnis zu geben, muß man ihm selbst begegnen und eine persönliche Beziehung zu ihm festigen durch Gebet, Eucharistie und Sakrament der Versöhnung, durch Lesen und Betrachten des Wortes Gottes, durch das Studium der christlichen Lehre und den Dienst an anderen«.[46]

An die Erzieher und Katecheten: Die Pastoralinstruktion Communio et progressio sprach von einer »dringlichen Notwendigkeit« der katholischen Schulen, die Sender und Empfänger von sozialer Kommunikation in den entsprechenden christlichen Prinzipien auszubilden.[47]

Dieselbe Botschaft wurde oft wiederholt. Im Zeitalter des Internet mit seiner enormen Ausbreitung und seinem Einfluß ist der Bedarf dringender denn je.

Katholische Universitäten, Hochschulen, Schulen und Erziehungsprogramme auf allen Ebenen sollten Kurse für verschiedene Gruppen anbieten — »Seminaristen, Priester und Ordensmänner und -frauen, die in der Pastoral tätigen Laien … Lehrer, Eltern und Studenten« [48] — und auch eine Ausbildung für Fortgeschrittene in Kommunikationstechnologie, — Management, — Ethik und politischen Fragen, die Einzelpersonen auf eine professionelle Tätigkeit in den Medien oder Positionen mit Entscheidungsbefugnis vorbereiten, einschließlich derer, die im Bereich der sozialen Kommunikationsmittel für die Kirche arbeiten. Überdies empfehlen wir die oben genannten Aufgaben und Fragestellungen der Aufmerksamkeit der Gelehrten und Forscher der entsprechenden Disziplinen in den Katholischen Instituten der höheren Bildung.

An die Eltern: Die Eltern müssen lernen »sich um des Wohles ihrer Kinder und um ihres eigenen Wohles willen die Fertigkeiten urteilsfähiger Zuschauer, Hörer und Leser anzueignen und zu praktizieren, indem sie als Vorbilder für den besonnenen Umgang mit den Medien fungieren«.[49]

Was das Internet betrifft, sind die Kinder und Jugendlichen damit häufig vertrauter als die Eltern, aber die Eltern haben immer noch die ernste Verpflichtung, ihre Kinder bei der Benutzung zu leiten und zu beaufsichtigen.[50] Wenn das bedeutet, mehr über das Internet zu lernen, als sie bis jetzt wissen, wird das nur gut sein.

Elterliche Beaufsichtigung sollte einschließen sicherzustellen, daß in den Computern, zu denen Kinder Zugang haben, ein Filter benutzt wird, wenn das technisch und finanziell durchführbar ist, damit sie so viel wie möglich vor Pornographie, sexuellen Beutefängern und anderen Gefahren beschützt werden. Unbeaufsichtigte Benutzung des Internet sollte nicht erlaubt sein. Eltern und Kinder sollten über das sprechen, was sie im Internet sehen und erleben; hilfreich wird auch sein, Erfahrungen mit anderen Familien auszutauschen, die die gleichen Werte und Interessen haben. Die grundsätzliche Pflicht der Eltern besteht hier darin, den Kindern zu helfen, urteilsfähige und verantwortliche Nutzer und nicht Internetsüchtige zu werden, die den Kontakt mit Gleichaltrigen und der Natur vernachlässigen.

An die Kinder und Jugendlichen: Das Internet ist die Tür zu einer blendenden und aufregenden Welt mit einem starken erzieherischen Einfluß; aber nicht alles auf der anderen Seite der Tür ist gefahrlos, heilsam und wahr. »Die Kinder und Jugendlichen sollten, dem Alter und den Umständen entsprechend, zur Medienbildung angeleitet werden, damit sie der billigen Versuchung zu unkritischer Passivität, dem von ihren Spielgefährten und Schulkameraden ausgeübten Druck und der kommerziellen Ausbeutung widerstehen«.[51]

Die Jugendlichen schulden es sich selbst — und ihren Eltern, Familien und Freunden, ihren Priestern und Lehrern und letztlich Gott —, das Internet auf richtige Art und Weise zu nutzen.

Das Internet bringt in die Reichweite der jungen Menschen zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt eine immense Möglichkeit, Gutes und Schlechtes zu tun, sich selbst und anderen. Es kann ihr Leben bereichern, wie es sich frühere Generationen nicht hätten vorstellen können, und sie befähigen, im Gegenzug andere zu bereichern. Es kann sie aber auch in Konsumismus, pornographische und gewalttätige Phantasien und krankhafte Isolation stürzen.

Die jungen Menschen sind, wie oft gesagt wurde, die Zukunft der Gesellschaft und der Kirche. Ein guter Gebrauch des Internet kann dazu beitragen, sie auf ihre Verantwortung auf beiden Gebieten vorzubereiten. Aber das wird nicht automatisch geschehen. Das Internet ist nicht nur ein Medium der Unterhaltung und Konsumentenbefriedigung. Es ist ein Werkzeug, um sinnvolle Arbeit auszuführen, und die Jugendlichen müssen lernen, es als solches zu sehen und zu gebrauchen. Im »Cyberspace« könnten sie, mindestens so viel wie auch anderswo, dazu aufgerufen sein, gegen den Strom zu schwimmen, eine Gegenkultur zu praktizieren, auch Verfolgung zu erleiden für das, was wahr und gut ist.

12. An alle Personen guten Willens: Schließlich möchten wir einige Tugenden vorschlagen, die von allen, die vom Internet eine guten Gebrauch machen wollen, gepflegt werden sollten; ihre Praktizierung sollte gegründet sein auf eine realistische Abschätzung der Inhalte der Internetseiten und auch davon geleitet werden.

Klugheit ist notwendig, um die Implikationen — das Potential für Gut und Böse — in diesem neuen Medium zu sehen und schöpferisch auf seine Herausforderungen und Möglichkeiten zu antworten.

Gerechtigkeit ist notwendig, besonders Gerechtigkeit bei der Arbeit, die digitale Kluft zu überbrücken, die die Informations-Reichen von den Informations-Armen in der heutigen Welt trennt.[52] Das verlangt eine Verpflichtung für das internationale Gemeinwohl nicht weniger als eine »Globalisierung der Solidarität«.[53]

Stärke, Mut ist notwendig. Das bedeutet, einzutreten für die Wahrheit im Angesicht des religiösen und moralischen Relativismus, für Altruismus und Großmut im Angesicht von individualistischem Konsumismus, für die Würde im Angesicht von Sinnlichkeit und Sünde.

Und Maß ist notwendig — Selbstdisziplin beim Gebrauch dieses bemerkenswerten technischen Instrumentes Internet, um es weise und nur für das Gute zu benutzen.

Während wir über das Internet wie auch alle anderen Mittel der sozialen Kommunikation nachdenken, erinnern wir daran, daß Christus der »Meister der Kommunikation« [54] ist — die Norm und das Modell für die Kommunikationsmethode der Kirche, genauso wie für den Inhalt, zu dessen Mitteilung die Kirche verpflichtet ist. »Mögen Katholiken, die sich in der Welt der sozialen Kommunikationsmittel engagieren, die Wahrheit Jesu immer unerschrockener und freudiger von den Dächern verkünden, so daß alle Männer und Frauen von der Liebe hören, die das Herzstück der Selbstmitteilung Gottes in Jesus Christus ist, der derselbe ist gestern, heute und in Ewigkeit«.[55]

Vatikanstadt, 22. Februar 2002, am Fest Petri Stuhlfeier.

John P. Foley
Präsident

Pierfranco Pastore
Sekretär

 


[1] Johannes Paul II., Enzyklika Laborem exercens, 25; vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, 34.

[2] Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die sozialen Kommunikationsmittel Inter mirifica, 1.

[3] Zum Beispiel Inter mirifica; die Botschaften von Papst Paul VI. und Papst Johannes Paul II. aus Anlaßder Weltmedientage; Päpstlicher Rat für soziale Kommunikation, Pastoralinstruktion Communio et progressio, Pornographie und Gewalt in den Medien: Eine Pastorale Antwort, Pastoralinstruktion Aetatis novae, Ethik in der Werbung, Ethik in der sozialen Kommunikation.

[4] Pornographie und Gewalt in den Medien: Eine Pastorale Antwort, 30.

[5] Communio et progressio, 2.

[6] Johannes Paul II., Botschaft zum 34. Welttag der sozialen Kommunikationsmitte, 4. Juni 2000.

[7] Communio et progressio, 10.

[8] Zweites Vatikanisches Konzil, Pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, 39.

[9] Inter mirifica, 2.

[10] Päpstlicher Rat für die sozialen Kommunikationsmittel, Ethik im Internet.

[11] Aetatis novae, 8.

[12] Ibid.

[13] Ethik in der sozialen Kommunikation, 3.

[14] Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung Dei Verbum, 10.

[15] Aetatis novae, 10.

[16] Ethik in der sozialen Kommunikation, 26.

[17] Communio et Progressio, 128.

[18] Apostolisches Schreiben Evangelii nuntiandi, 45.

[19] Enzyklika Redemptoris missio, 37.

[20] Aetatis novae, 2.

[21] Johannes Paul II., Botschaft zum 35. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 3, 27. Mai 2001.

[22] Aetatis novae, 9.

[23] Ethik in der sozialen Kommunikation, 11.

[24] Vgl. Communio et progressio, 15.

[25] Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, 37.

[26] Communio et progressio, 115.

[27] Ibid., 117.

[28] Vgl. can. 212.2; 212.3.

[29] Vgl. Aetatis novae, 10; Ethik in der sozialen Kommunikation, 26.

[30] Aetatis novae, 10.

[31] Ethik in der sozialen Kommunikation, 26.

[32] Ethik in der sozialen Kommunikation, 25.

[33] Aetatis novae, 28.

[34] Communio et progressio, 107.

[35] Johannes Paul II., Botschaft zum 24. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 1990.

[36] Vgl. Ethik im Internet.

[37] Johannes Paul II., Botschaft zum 35. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 3.

[38] Pornographie und Gewalt in den Medien, 6.

[39] Aetatis novae, 8.

[40] Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo Millennio Ineunte, 40.

[41] Vgl. Johannes Paul II., Ansprache vor den Bischöfen der Vereinigten Staaten, 5, Los Angeles, 16. September 1987.

[42] Johannes Paul II., Botschaft zum 24. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 1990.

[43] Vgl. Aetatis novae, 23–33.

[44] Ethik in der sozialen Kommunikation, 26.

[45] Johannes Paul II., Botschaft zum 24. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 1990.

[46] Johannes Paul II., Botschaft zum 34. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 2000.

[47] Communio et progressio, 107.

[48] Aetatis novae, 28.

[49] Ethik in der sozialen Kommunikation, 25.

[50] Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales apostolisches Lehrschreiben Familiaris consortio, 76.

[51] Ethik in der sozialen Kommunikation, 25.

[52] Ethik im Internet, 10, 17.

[53] Johannes Paul II., Ansprache an den Generalsekretär der Vereinten Nationen und den Koordinationsausschußder Vereinten Nationen, 2; 7. April 2000.

[54] Communio et progressio, 11.

[55] Johannes Paul II., Botschaft zum 35. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 4.

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Quelle

DIE REVOLUTION DER MENSCHLICHEN KOMMUNIKATION

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AETATIS NOVAE

Pastoralinstruktion zur sozialen Kommunikation
zwanzig Jahre nach Communio et Progressio

Päpstlicher Rat für die sozialen Kommunikationsmittel
vom 22. Februar 1992

Einleitung

EINE REVOLUTION DER MENSCHLICHEN
KOMMUNIKATION

1. Mit dem Anbruch eines neuen Zeitalters erfährt die menschliche Kommunikation eine enorme Ausweitung, die die Kulturen der ganzen Welt tiefgreifend beeinflußt. Die revolutionären technischen Veränderungen sind nur ein Aspekt dieses Phänomens. Überall stehen die Menschen heute unter dem Einfluß, den die Medien auf das religiöse und sittliche Verhalten, auf die politischen und sozialen Systeme und auf die Erziehung ausüben.

So kann zum Beispiel bei den „Umwälzungen“ der Jahre 1989 und 1990, auf deren historische Bedeutung der Papst in Centesimus annus hinweist(1) , niemand die Rolle der Massenmedien übersehen, denen geographische und politische Grenzen nicht Einhalt zu gebieten vermochten.

Hier wurde offenkundig, daß der „erste Areopag der neuen Zeit die Welt der Kommunikation ist, die die Menschheit immer mehr eint und – wie man zu sagen pflegt -zu einem Weltdorf macht. Die Mittel der sozialen Kommunikation spielen eine derartig wichtige Rolle, daß sie für viele zum Hauptinstrument der Information und Bildung, der Führung und Beratung für individuelles, familiäres und soziales Verhalten geworden sind“.(2)

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Verkündung des Dekrets des Zweiten Vatikanischen Konzils über die sozialen Kommunikationsmittel, Inter mirifica, und zwei Jahrzehnte nach der Pastoralinstruktion Communio et progressio möchte der Päpstliche Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel Überlegungen über die pastoralen Konsequenzen dieser Situation anstellen. Er tut das im Geist der Schlußworte von Communio et progressio: „Das Volk Gottes geht seinen Weg durch die Geschichte. Mitteilend und empfangend blickt es mit Vertrauen und zum Engagement bereit auf die künftige Entwicklung der sozialen Kommunikation im beginnenden Raum-Zeitalter“ .(3)

Da wir glauben, daß den Grundsätzen und Einsichten dieser Konzils- und Nachkonzilsdokumente bleibender Wert zukommt, wollen wir sie auf die sich abzeichnende neue Wirklichkeit anwenden. Wir erheben damit nicht Anspruch, in einer komplexen, in ständiger Bewegung und Entwicklung begriffenen Situation das letzte Wort zu sprechen, sondern wollen lediglich allen jenen, die mit den pastoralen Konsequenzen der neuen Wirklichkeit konfrontiert werden, ein Arbeitsinstrument und ein Mittel der Ermutigung in die Hand geben.

2. In den Jahren seit der Veröffentlichung von Inter mirifica und Communio et progressio haben sich die Menschen allmählich an Ausdrücke wie „Informationsgesellschaft“, „Massenmedien-Kultur“ und „Mediengeneration“ gewöhnt. Solche Bezeichnungen unterstreichen eine bemerkenswerte Tatsache: Vieles von dem, was die Menschen heute über das Leben wissen und denken, wird von den Medien bestimmt; die menschliche Erfahrung als solche ist zu einer durch Medien vermittelten Erfahrung geworden.

Die letzten Jahrzehnte geben gleichfalls Zeugnis von eindrucksvollen Neuerungen auf dem Gebiet der Kommunikationstechnologie. Diese umfassen sowohl die rasche Weiterentwicklung älterer Technologien als auch das Entstehen neuer Formen der Telekommunikation und anderer Techniken des Medienwesens; dazu gehören: Satelliten, Kabelfernsehen, Faserkabel, Videokassetten, Compact Disks, computergestützte Bildgestaltung und andere digitalisierte Datenverarbeitungstechniken. Die Verwendung neuer Medien hat das entstehen lassen, was man die „neuen Sprachen“ nennt, und sie hat neue Möglichkeiten für die Sendung der Kirche ebenso hervorgebracht wie neue pastorale Probleme.

3. Vor diesem Hintergrund ermutigen wir die Hirten und das Kirchenvolk, ihr Verständnis für die Probleme im Zusammenhang mit der sozialen Kommunikation und den Massenmedien zu vertiefen und ihr Verständnis in praktische Maßnahmen und realisierbare Vorhaben umzusetzen.

„Als die Konzilsväter ihren Blick in die Zukunft richteten und das Umfeld auszumachen versuchten, worin die Kirche ihre Sendung zu erfüllen haben würde, konnten sie erkennen, daß der technische Fortschritt bereits daran war, das „Antlitz der Erde umzuformen“, ja sogar den Weltraum zu erobern. Sie erkannten, daß insbesondere die Entwicklungen in der Kommunikationstechnik geeignet waren, Kettenreaktionen mit unvorhersehbaren Folgen auszulösen“. (4)

„Weit davon entfernt vorzuschlagen, die Kirche solle sich heraushalten oder versuchen, sich vom Hauptstrom dieser Entwicklungen abzukapseln, erblickten die Konzilsväter die Kirche mitten im menschlichen Fortschritt, wie sie die Erfahrungen der übrigen Menschheit, aufgreift und sie zu verstehen sucht, um sie im Licht des Glaubens zu deuten. Gottes gläubiges Volk sollte von den neuen Entdeckungen und Techniken zum Wohl der Menschheit und zur Erfüllung von Gottes Plan für die Welt schöpferischen Gebrauch machen … Wir wollen die Möglichkeiten des „Computerzeitalters“ so gebrauchen, daß sie der menschlichen und transzendenten Berufung des Menschen dienen und damit den Vater ehren, von dem alle guten Dinge herkommen“. (5)

Wir möchten allen Verantwortlichen für die schöpferische Medienarbeit, die allerorts in der Kirche geleistet wird, unseren Dank aussprechen. Trotz mancher Schwierigkeiten – z.B. bedingt durch begrenzte Geldmittel oder Hindernisse, die bisweilen dem Zutritt der Kirche zu den Medien in den Weg gelegt werden, oder auch eine durch die vorherrschende Präsenz der Medien ausgelöste ständige Umgestaltung der Kultur, der Werte und Haltungen – ist schon viel erreicht worden und wird noch mehr vollbracht werden. Die Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien, die sich engagiert diesem wichtigen Apostolat widmen, verdienen den Dank aller.

Zu begrüßen sind auch jene positiven Bemühungen im Medienbereich um ökumenische Zusammenarbeit, die Katholiken und ihre Brüder und Schwestern aus anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften einbeziehen, sowie auch um interreligiöse Zusammenarbeit mit den Anhängern, anderer Weltreligionen. „Eine wirksamere Zusammenarbeit der Christen und ein engeres gemeinsames Handeln mit Anhängern anderer Religionen im Kommunikationsbereich“ ist nicht nur wünschenswert, sondern erforderlich, „damit das Religiöse in den Massenmedien wirklich präsent sein kann“.(6)

1.

DAS UMFELD

DER SOZIALEN KOMMUNIKATION

A. Kulturelles und soziales Umfeld

4. Die Umwälzung, die sich heute im Bereich der sozialen Kommunikation vollzieht, setzt mehr als eine rein technische Revolution voraus: nämlich die grundlegende Umgestaltung der Elemente, wodurch der Mensch die, ihn umgebende Welt erfaßt und seine Wahrnehmung überprüft und ihr Ausdruck verleiht. Die ständige Verfügbarkeit von Bildern und Vorstellungen und ihre rasche Weitergabe sogar von Kontinent zu Kontinent haben zugleich positive und negative Auswirkungen auf die psychologische, moralische und soziale Entwicklung der Personen, auf die Struktur und das Funktionieren der Gesellschaften, auf den Austausch und die Kommunikation zwischen den Kulturen, auf die Erfassung und Weitergabe von Werten, auf die Weltanschauungen, Ideologien und religiösen Überzeugungen. Die Revolution im Kommunikationsbereich berührt auch die Vorstellungen, die die Menschen von der Kirche, haben, und beeinflußt die Bildung der kircheneigenen Strukturen und Funktionsweisen.

Das alles hat beachtliche pastorale Konsequenzen. Die Medien können in der Tat genauso dazu verwendet werden, das Evangelium zu verkünden wie es aus den Herzen der Menschen zu verdrängen. Je enger sich die Verflechtung der Medien mit dem Alltagsleben der Menschen gestaltet, um so nachhaltiger beeinflussen sie deren Verständnis vom Sinn des Lebens.

Die Macht der Medien reicht so weit, daß sie nicht nur die Denkweisen, sondern sogar den Inhalt des Denkens beeinflussen. Für viele Menschen entspricht die Wirklichkeit dem, was die Medien als wirklich ausgeben; alles, was die Medien nicht ausdrücklich anerkennen, scheint bedeutungslos zu sein. So kann Einzelmenschen und Gruppen, von denen die Medien keine Notiz nehmen, de facto Schweigen auferlegt werden; auch die Stimme des Evangeliums kann auf diese Weise zum Schweigen gebracht, allerdings nicht völlig erstickt werden.

Es ist daher wichtig, daß die Christen imstande sind, die fehlende Information dadurch zu liefern, daß sie jene zu Wort kommen lassen, die keine Stimme haben.

Die Macht der Medien, die traditionellen Bezugspunkte in Sachen Religion, Kultur und Familie entweder zu stärken oder aufzuheben, unterstreicht die anhaltende Aktualität der Konzilsworte: „Die rechte Benutzung der sozialen Kommunikationsmittel setzt bei allen, die mit ihnen umgehen, die Kenntnis der Grundsätze sittlicher Wertordnung voraus und die Bereitschaft, sie auch hier zu verwirklichen.“(7)

B. Politisches und wirtschaftliches Umfeld

5. Die Wirtschaftsstrukturen der Nationen sind aufs engste mit den modernen Kommunikationssystemen verknüpft. Staatliche Investitionen in eine leistungsfähige Infrastruktur des Kommunikationswesens werden im allgemeinen als notwendig für die wirtschaftliche und politische Entwicklung angesehen. Die Kostensteigerung solcher Investitionen war im übrigen ein äußerst wichtiger Faktor, der die Regierungen zahlreicher Länder zur Annahme einer die Wettbewerbssteigerung anstrebenden Politik veranlaßte. Das ist vor allem der Grund dafür, daß in vielen Fällen die öffentlichen Systeme der Telekommunikation und der Übertragung und Ausstrahlung von einer Politik der abgebauten Vorschriften und der Privatisierung abhängig wurden.

Genauso wie der Mißbrauch öffentlicher Einrichtungen zu ideologischer und politischer Manipulation führen kann, haben der nicht durch Vorschriften geregelte Betrieb und die Privatisierung der Übertragung und Ausstrahlung tiefgreifende Folgen. In der Praxis wird, oft ganz offiziell, die öffentliche Verantwortlichkeit für die Benützung der Ätherwellen abgewertet. Man neigt dazu, Erfolg nach dem Gewinn und nicht nach dem Dienst einzuschätzen. Profitdenken und die Interessen der Werbefachleute üben eine unzulässige Beeinflussung des Inhalts der Medien aus: Popularität geht vor Qualität, und der, kleinste gemeinsame Nenner setzt sich durch. Die Werbefachleute überschreiten ihre rechtmäßige Rolle, nämlich die echten Bedürfnisse festzustellen und auf sie einzugehen, und bemühen sich, von Profitgeist getrieben, künstliche Konsumbedürfnisse und Konsumvorbilder zu erzeugen.

Der Geschäftsdruck kommt auch über die nationalen Grenzen hinaus auf Kosten bestimmter Völker und ihrer Kultur zur Auswirkung. Angesichts der wachsenden Konkurrenz und der Notwendigkeit, neue Absatzmärkte zu erschließen, nehmen die Medienunternehmen immer mehr einen „multinationalen“ Charakter an, der Mangel an lokalen Produktionsmöglichkeiten macht gleichzeitig manche Länder zunehmend vom Ausland abhängig. So überschwemmen bestimmte populäre Medienerzeugnisse, die für eine Kultur charakteristisch sind, eine andere Kultur, oft zum Schaden der dort bestehenden Kunst- und Medienformen und der Werte, die sie verkörpern.

Die Lösung der Probleme, die aus dieser ungeregelten Kommerzialisierung und Privatisierung entstanden sind, liegt jedoch nicht in einer staatlichen Medienkontrolle, sondern in einer umfassenderen Regelung, die den Normen des öffentlichen Dienstes entspricht, sowie in größerer öffentlicher Verantwortlichkeit. In diesem Zusammenhang muß darauf hingewiesen werden, daß, obwohl sich der rechtlich-politische Rahmen, worin die Medien bestimmter Länder funktionieren, gegenwärtig deutlich bessert, es andere Gegenden gibt, wo das Eingreifen seitens der Regierung nach wie vor ein Instrument der Unterdrückung und Ausschließung ist.

2.

AUFGABE DER KOMMUNIKATION

6. Communio et prgressio beruht auf einer Vorstellung von Kommunikation als Weg zur Gemeinschaft. Denn Kommunikation, so heißt es in dem Dokument, ist „mehr als nur Äußerung von Gedanken oder Ausdruck von Gefühlen; im Tiefsten ist sie Mitteilung seiner selbst in Liebe“.(8) In diesem Sinn spiegelt Kommunikation die kirchliche Gemeinschaft wider und kann ihren Beitrag zu dieser Gemeinschaft leisten.

Die Mitteilung der Wahrheit kann tatsächlich eine erlösende Kraft haben, die von der Person Christi ausgeht. Er ist das fleischgewordene Wort Gottes und das Bild und Gleichnis des unsichtbaren Gottes. In ihm und durch ihn teilt sich Gott durch das Wirken des Geistes der Menschheit mit. „Seit der Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit“.(9) Dazu kann man auch das folgende Bibelwort anführen: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“.(10)

Im fleischgewordenen Wort teilt sich Gott endgültig mit. In Jesu Worten und Wirken wird es zum befreienden und erlösenden Wort für die ganze Menschheit. Diese Selbstenthüllung Gottes aus Liebe bringt in Verbindung mit der Glaubensantwort des Menschen einen tiefgründigen Dialog hervor.

Die menschliche Geschichte und alle zwischenmenschlichen Beziehungen spielen sich innerhalb dieser Selbstmitteilung Gottes in Christus ab. Die Geschichte selbst soll eine Art Wort Gottes werden, und es gehört zur Berufung des Menschen, dazu beizutragen, indem er diese ständige, unbegrenzte Mitteilung der versöhnenden Liebe Gottes auf schöpferische Weise zu leben versucht. Wir sollen das in Worten der Hoffnung und in Taten der Liebe, das heißt durch unsere Lebensweise, zum Ausdruck bringen. Die Kommunikation muß infolgedessen der kirchlichen Gemeinschaft am Herzen liegen.

Christus ist zugleich der Inhalt und die Quelle dessen, was die Kirche, wenn sie das Evangelium verkündet, mitteilt. Die Kirche ist „der mystische Leib Christi – die verborgene Fülle des verherrlichten Christus, der das All umfaßt“‚.(11) Wir gehen also in der Kirche mit Hilfe des Wortes und der Sakramente auf die erhoffte letzte Vereinigung zu, wo „Gott alles in allem sein wird“.(12)

A. Die Medien im Dienst der Menschen und der Kulturen

7. Neben all dem Guten, das sie tun und zu dem sie imstande sind, vermögen die Massenmedien, die „so wirksame Werkzeuge für Einheit und Verständigung sein können, zuweilen auch zu Werkzeugen einer entstellten Sicht des Lebens, der Familie, Religion und Moral zu werden – eine Sicht, die die wahre Würde und Bestimmung der menschlichen Person nicht achtet.(13) Es ist dringend erforderlich, daß die Medien die ganzheitliche Entwicklung der Person, die „die kulturelle, transzendente und religiöse Dimension des Menschen und der Gesellschaft“(14) umfaßt, achten und zu ihr beitragen.

Der Ursprung manch individueller und sozialer Probleme liegt auch darin, daß die zwischenmenschlichen Beziehungen in immer größerem Ausmaß durch den Gebrauch der Medien und durch die leidenschaftliche Identifizierung mit deren fiktiven Helden ersetzt werden. Die Medien können weder den unmittelbaren persönlichen Kontakt noch die Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Familie oder zwischen Freunden ersetzen. Die Medien können aber ihren Beitrag zur Lösung dieser Schwierigkeit leisten, indem sie durch Diskussionsgruppen, durch Aussprachen über Filme und Rundfunksendungen zur Kommunikation zwischen den Menschen anregen statt sie zu ersetzen.

B. Die Medien im Dienst des Dialogs mit der Welt

8. Das II. Vatikanische Konzil hat betont, daß sich die Christen bewußt sind, daß sie „mit der Menschheit und ihrer Geschichte wirklich engstens verbunden“(15) sind. Jene, die das Wort Gottes verkünden, sind verpflichtet, auf die „Worte“ der verschiedenen Völker und Kulturen zu achten und zu versuchen, sie zu verstehen, nicht nur um von ihnen zu lernen, sondern um ihnen zu helfen, das Wort Gottes zu erkennen und anzunehmen.(16) Die Kirche muß daher in einer Weise in der Welt aktiv und aufmerksam präsent sein, daß sie die Gemeinschaft fördert und denjenigen beisteht, die nach annehmbaren Lösungen für persönliche und soziale Probleme suchen.

Zudem muß die Kirche, wenn sie ihre Botschaft immer in einer Weise mitteilen soll, die der jeweiligen Epoche und den Kulturen der einzelnen Nationen und Völker angepaßt ist, das besonders heute in der und für die Kultur der neuen Kommunikationsmittel tun.(17) Das ist eine Grundvoraussetzung für die Antwort auf einen entscheidenden Punkt, auf den das 2. Vatikanische Konzil besorgt hingewiesen hat: Das Auftreten „sozialer, technischer und kultureller Bande“, die die Menschen immer enger miteinander verbinden, stellt für die Kirche „eine besondere Dringlichkeit“ dar, alle Menschen in der „vollen Einheit in Christus“ zusammenzuführen.(18) Die Kirche betrachtet die sozialen Kommunikationsmittel angesichts der bedeutenden Rolle, welche diese bei ihren Anstrengungen zur Förderung der Einheit spielen können, als „von der Vorsehung Gottes gegebene Mittel“ für die Entfaltung der Kommunikation und des Miteinanders der Menschen während ihrer Erdenpilgerschaft.(19)

Wenn die Kirche mit der modernen Welt in Dialog zu treten versucht, will sie mit den Verantwortlichen der Medien einen aufrichtigen und von Achtung bestimmten Dialog führen können.

Von der Kirche verlangt dieser Dialog, daß sie sich um das Verständnis der Medien – ihrer Ziele, internen Strukturen, Formen und Arten – bemüht und jene unterstützt und ermutigt, die dort arbeiten. Auf Grund dieses Verständnisses und dieser Unterstützung wird es möglich, gewichtige Vorschläge zur Beseitigung der Hindernisse zu unterbreiten, die dem menschlichen Fortschritt und der Verkündigung des Evangeliums im Wege stehen.

Ein solcher Dialog erfordert, daß sich die Kirche aktiv mit den weltlichen Medien, insbesondere mit der Entwicklung der Medienpolitik befaßt. Die Christen haben tatsächlich eine Verantwortung, sich in allen Kommunikationsmedien in freier Initiative zu Wort zu melden. Ihre Aufgabe beschränkt sich nicht bloß auf die Verbreitung kirchlicher Meldungen. Zu diesem Dialog gehört auch die Unterstützung derer, die im Medienwesen arbeiten, ferner die Erarbeitung einer Anthropologie und einer Theologie der Kommunikation, damit die Theologie selbst kommunikativer und damit fähiger wird, die Werte des Evangeliums zu offenbaren und sie auf die heutige Wirklichkeit der menschlichen Verhältnisse anzuwenden. Und dann fordert der Dialog noch, daß die Verantwortlichen der Kirche und die Seelsorger bereitwillig und klug die Anfragen der Medien beantworten: daß sie nämlich versuchen, mit denen, die nicht unseren Glauben teilen, auf gemeinsame Werte gegründete Beziehungen des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung herzustellen.

C. Die Medien im Dienst der menschlichen Gemeinschaft und des sozialen Fortschritts

9. Die Kommunikation, die in der Kirche und durch die Kirche stattfindet, besteht im wesentlichen in der Verkündigung der Frohbotschaft Jesu Christi. Sie ist die Verkündigung des Evangeliums als prophetisches und befreiendes Wort, das an die Menschen unserer Zeit gerichtet ist; sie ist angesichts einer radikalen Säkularisierung das Zeugnis für die göttliche Wahrheit und für die transzendente Bestimmung des Menschen, sie ist angesichts der Konflikte und Spaltungen die Entscheidung für die Gerechtigkeit in Solidarität mit allen Gläubigen im Dienst der Gemeinschaft unter den Völkern, Nationen und Kulturen.

Dieses Verständnis der Kommunikation von seiten der Kirche beleuchtet in einmaliger Weise die sozialen Kommunikationsmittel und die Rolle, die sie nach dem Plan der göttlichen Vorsehung bei der Förderung der Entwicklung der Menschen und der menschlichen Gesellschaft spielen sollen.

D. Die Medien im Dienst der kirchlichen Gemeinschaft

10. Zusammen mit dem bisher Gesagten muß an das wichtige Recht auf Dialog und auf Information innerhalb der Kirche, wie es in Communio et progressio bekräftigt(20) wird, und an die Notwendigkeit erinnert werden, weiter nach geeigneten Mitteln für die Förderung und den Schutz dieses Rechtes, insbesondere durch einen verantwortungsvollen Gebrauch der Massenmedien, zu suchen. Wir denken hier unter anderem an die Weisungen des Kirchlichen Gesetzbuches, wonach es den Gläubigen im Gehorsam gegenüber den Hirten der Kirche „unbenommen [ist], ihre Anliegen, insbesondere die geistlichen, und ihre Wünsche“ diesen Hirten „zu eröffnen“,(21) und wonach sie „entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und ihrer hervorragenden Stellung das Recht und bisweilen sogar die Pflicht haben, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen“.(22)

Wir haben es hier mit einem Mittel zu tun, um die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit der Kirche aufrechtzuerhalten und zu stärken. Noch grundlegender aber dürfte das der Weg sein, um den Gemeinschaftscharakter der Kirche, der in der innigen Gemeinschaft der Dreifaltigkeit seinen Ursprung hat und diese widerspiegelt, konkret zu verwirklichen. Zwischen den Mitgliedern dieser Gemeinschaft, die die Kirche darstellt, besteht eine grundlegende Gleichheit in Würde und Sendung, die ihren Ursprung in der Taufe hat und der hierarchischen Struktur und der Vielfalt der Aufgaben und Ämter zugrunde liegt. Diese Gleichheit soll in einer aufrichtigen und respektvollen Beteiligung an Information und Meinungsäußerung Ausdruck finden.

Im Fall von Meinungsverschiedenheiten muß man im Auge behalten, daß „man nicht durch das versuchte Ausüben von Druck auf die öffentliche Meinung zur Klärung von Lehrfragen beitragen und der Wahrheit dienen wird“.(23) In der Tat, „nicht alle Ideen und Vorstellungen, die im Volk Gottes im Umlauf sind, lassen sich rundweg mit dem „Glaubenssinn“ gleichsetzen“.(24)

Warum besteht die Kirche auf dem Recht der Menschen auf korrekte Information? Warum unterstreicht die Kirche ihr Recht, die authentische Wahrheit des Evangeliums zu verkünden? Warum legt die Kirche solches Gewicht auf die Verantwortung ihrer Hirten, die Wahrheit zu vermitteln und den Gläubigen heranzubilden, dasselbe zu tun? Der Grund dafür ist, daß das Gesamtverständnis dessen, was Kommunikation in der Kirche bedeutet, auf der Erkenntnis beruht, daß das Wort Gottes Ihn selbst mitteilt.

E. Die Medien im Dienst einer Neuevangelisierung

11. Zusätzlich zu den traditionellen Mitteln und Wegen, wie Lebenszeugnis, Katechismus, persönlicher Kontakt, Volksfrömmigkeit, Liturgie und anderen ähnlichen Feiern, ist der Einsatz der Massenmedien für die Glaubensverkündigung (Evangelisierung) und Katechese unabdingbar geworden. Ja, „die Kirche würde vor ihrem Herrn schuldig, wenn sie nicht diese machtvollen Mittel nützte, die der menschliche Verstand immer noch weiter vervollkommnet“.(25) Die sozialen Kommunikationsmittel können und müssen Werkzeuge sein im Dienst des Planes der Kirche zur Re-Evangelisierung bzw. Neuevangelisierung in der heutigen Welt. Im Hinblick auf die erwiesene Wirksamkeit des alten Grundsatzes „sehen, urteilen, handeln“ sollte dem audiovisuellen Aspekt der Medien bei der Evangelisierung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Für die Einstellung der Kirche gegenüber den Massenmedien und der Kultur, zu deren Gestaltung sie beitragen, ist es jedoch sehr wichtig, daß wir eines immer präsent haben: „Es genügt nicht, die Massenmedien nur zur Verbreitung der christlichen Botschaft und der Lehre der Kirche zu benutzen; sondern die Botschaft selbst muß in diese, von der modernen Kommunikation geschaffene „neue Kultur“ integriert werden … mit einer neuen Sprache, mit neuen Techniken und mit neuen psychologischen Haltungen“.(26) Die Evangelisierung in der heutigen Zeit sollte in der aktiven und offenen Präsenz der Kirche in der Welt der Kommunikation neue Mittel und Möglichkeiten finden.

3.

AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN

A. Die Notwendigkeit einer kritischen Beurteilung

12. Wenn die Kirche den Massenmedien gegenüber eine positive und offene Haltung einnimmt, indem sie an der von der Kommunikation geschaffenen neuen Kultur teilzuhaben versucht, um sie zu evangelisieren, muß sie auch eine kritische Beurteilung der Medien und ihres Einflusses auf die Kultur vorlegen.

Die Kommunikationstechnik ist, wie wir wiederholt gesagt haben, ein wunderbarer Ausdruck des menschlichen Geistes, und die Massenmedien sind von beachtlichem Nutzen für die Gesellschaft. In gleicher Weise aber haben wir unterstrichen, daß die Anwendung der Kommunikationstechnik nur zum Teil segensreich war und ihr Einsatz zu Recht gesunde Werte und besonnene Auswahl auf seiten der einzelnen, des privaten Bereiches, der Regierungen und der ganzen Gesellschaft erfordert. Die Kirche nimmt sich nicht heraus, diese Entscheidungen und diese Auswahl zu diktieren, sondern sie versucht dadurch eine echte Hilfe zu leisten, daß sie auf die für diesen Bereich geltenden ethischen und moralischen Kriterien hinweist – Kriterien, die man in den zugleich menschlichen und christlichen Werten finden wird.

B. Solidarität und Entwicklung

13. Wie die Dinge heute liegen, kommt es vor, daß die Massenmedien die individuellen und sozialen Hindernisse, die der Solidarität und der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen im Wege stehen, noch verschlimmern. Zu diesen Hindernissen gehören der Säkularismus, das Konsumdenken, der Materialismus, die menschliche Entfremdung und das mangelnde Interesse für die Notlage der Armen und Entrechteten. (27)

Vor diesem Hintergrund macht die Kirche, die die sozialen Kommunikationsmittel als „privilegierten Weg zur Schaffung und zur Weitergabe der Kultur“(28) anerkennt, es sich zur Pflicht, denen, die beruflich im Medienwesen arbeiten, und dem Publikum eine Weiterbildung anzubieten, damit sie an die Kommunikationsmittel „mit einem kritischen, von der Liebe zur Wahrheit getragenen Sinn“ herantreten; sie anerkennt auch ihre Pflicht zu „einer umfassenden Verteidigung der Freiheit, der Ehrfurcht vor der personalen Würde, der Festigung der wahren Kultur der Völker durch die entschiedene und mutige Ablehnung jeder Form von Monopolisierung und Manipulierung“.(29)

C. Politik und Strukturen

14. Es ist klar, daß manche diesbezüglichen Probleme das Ergebnis der Politik und der besonderen Strukturen der Massenmedien sind: Wir nennen als Beispiele den Ausschluß gewisser Gruppen oder Klassen vom Zugang zu den Kommunikationsmedien, die mancherorts praktizierte systematische Einschränkung des Grundrechtes auf Information, die weitverbreitete Beherrschung der Massenmedien durch Eliten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Das alles steht im Gegensatz zu den grundlegenden Zielen und zur eigentlichen Natur der sozialen Kommunikationsmittel, deren eigene und wesentliche soziale Rolle darin besteht mitzuwirken, damit das Recht des Menschen auf Information gewährleistet, im Streben nach dem Gemeinwohl die Gerechtigkeit gefördert, den einzelnen Menschen, den Gruppen und Völkern bei ihrer Suche nach der Wahrheit Hilfe geleistet wird. Die Massenmedien nehmen diese entscheidenden Aufgaben dann wahr, wenn sie den Gedanken- und Informationsaustausch zwischen allen Klassen und Bereichen der Gesellschaft fördern und allen verantwortlichen Stimmen Gelegenheit geben, sich Gehör zu verschaffen.

D. Verteidigung des Rechts auf Information und Kommunikation

15. Es ist untragbar, daß die Ausübung der Kommunikationsfreiheit vom Reichtum, von der Erziehung oder von der politischen Macht abhängt. Das Recht auf Kommunikation ist ein Recht, das allen zusteht.

Das erfordert besondere Anstrengungen auf nationaler und internationaler Ebene, nicht nur um den Armen und Machtlosen den Zugang zur Information zu geben, die sie für ihre individuelle und soziale Entwicklung brauchen, sondern auch um sicherzustellen, daß sie bei der Entscheidung über den Inhalt der Medien und bei der Festlegung der Strukturen und der Politik ihrer nationalen Kommunikationseinrichtungen tatsächlich eine verantwortungsvolle Rolle spielen.

Wo rechtliche und politische Strukturen die Beherrschung der Massenmedien durch Eliten begünstigen, muß die Kirche nachdrücklich auf der Respektierung des Rechts auf Kommunikation und insbesondere auf ihrem eigenen Zugangsrecht zu den Medien bestehen, während sie gleichzeitig für ihre eigenen Mitglieder und für die Bevölkerung insgesamt nach alternativen Kommunikationsmodellen sucht. Das Recht auf Kommunikation gehört im übrigen zum Recht auf religiöse Freiheit, die nicht auf die Kultfreiheit beschränkt werden sollte.

4.

PASTORALE PRIORITÄTEN

UND MÖGLICHKEITEN, IHNEN ZU ENTSPRECHEN

A. Verteidigung menschlicher Kulturen

16. In Anbetracht der Lage, die an vielen Orten besteht, kann die Sensibilität für die Rechte und Interessen des Einzelmenschen die Kirche oft zur Förderung altenativer Kommunikationsmittel veranlassen. In den Bereichen der Evangelisierung und der Katechese wird die Kirche häufig Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der „volkstümlichen Medien“ und anderer herkömmlicher Ausdrucksformen ergreifen müssen, wenn sie erkennt, daß diese in bestimmten Gesellschaften für die Verbreitung des Evangeliums wirksamer sein können als modernere Medien, weil sie eine größere persönliche Teilnahme ermöglichen und tiefere Schichten der menschlichen Empfindung und Motivation erreichen.

Die Allgegenwart der Massenmedien in der modernen Welt schmälert keineswegs die Bedeutung altenativer Medien, die es den Menschen erlauben, sich zu engagieren und aktiv an der Produktion, ja sogar an der Planung der Kommunikation teilzunehmen. Die bodenständigen, traditionellen Massenmedien stellen in der Tat nicht nur ein wichtiges Forum für den Ausdruck lokaler Kultur dar, sondern sie ermöglichen auch die Entfaltung einer Kompetenz für die aktive Teilnahme an der Gestaltung und Verwendung der Massenmedien.

Als gleichermaßen positiv betrachten wir den Wunsch zahlreicher Völker und Menschengruppen, über gerechtere und angemessenere Kommunikations- und Informationssysteme zu verfügen, die sie davor schützen sollen, vom Ausland oder von ihren Landsleuten beherrscht und manipuliert zu werden. Die Entwicklungsländer haben diese Furcht gegenüber den entwickelten Ländern; die Minderheiten mancher – sowohl entwickelter wie in Entwicklung begriffener – Nationen kennen dieselbe Sorge. Wie auch immer die Lage sein mag, die Bürger sollten sich aktiv, selbständig und verantwortlich an der Kommunikation beteiligen können, denn diese beeinflußt in vielfältiger Weise ihre Lebensverhältnisse.

B. Entwicklung und Förderung der sozialen Kommunikationsmittel der Kirche

17. Während sich die Kirche weiterhin auf verschiedene Weise im Bereich der Kommunikation und der Massenmedien engagiert, muß sie trotz der vielfältigen Schwierigkeiten, denen sie dabei begegnet, ihre eigenen, spezifisch katholischen Mittel und Programme für die soziale Kommunikation entwickeln, erhalten und fördern. Dazu gehören: Presse und Verlage, Rundfunk und Fernsehen, Büros für Information und Medienbeziehungen, Einrichtungen und Programme zur Ausbildung und praktischen Schulung in sozialer Kommunikation und Medienforschung. Schließlich kirchenbezogene Organisationen für jene, die professionell im Medienwesen tätig sind. Besonders auch die internationalen katholischen Organisationen für Kommunikation sind hier angesprochen. Ihre Mitglieder sollten sachverständige Mitarbeiter der Bischofskonferenzen sowie einzelner Bischöfe sein.

Katholische Medienarbeit ist nicht lediglich eine zusätzliche Aktivität neben allen übrigen Tätigkeiten der Kirche: Tatsächlich muß die soziale Kommunikation bei allen Gesichtspunkten des kirchlichen Sendungsauftrags eine Rolle spielen. So sollte es nicht nur einen Pastoralplan für Kommunikation geben, sondern die Kommunikation sollte ein integrierender Bestandteil jedes Pastoralplanes sein, da sie nun einmal zu jedem anderen Apostolat, Dienst oder Programm wirklich etwas beizutragen hat.

C. Ausbildung christlicher Kommunikatoren

18. Die Erziehung und Ausbildung in sozialer Kommunikation sollte integrierender Bestandteil der Ausbildung aller, die pastoral tätig sind, und der Priester sein.(30) Für diese Erziehung und Ausbildung bedarf es mehrerer unterschiedlicher Elemente und Aspekte.

In der heutigen Welt, die so stark von den Massenmedien beeinflußt wird, müssen zum Beispiel die im kirchlichen Dienst Stehenden wenigstens eine zutreffende Gesamtvorstellung von der Wirkung haben, die die neuen Informations- und Medientechniken auf die einzelnen und die Gesellschaft ausüben. Sie sollten in gleicher Weise bereit sein, ihren Dienst ebenso den „an Information Reichen“ wie den „an Information Armen“ zu erweisen. Es kommt darauf an, daß sie wissen, wie sie die anderen zum Dialog einladen sollen, und dabei einen Kommunikationsstil vermeiden, der an Herrschaft, Manipulation oder persönlichen Gewinn denken lassen könnte. Was diejenigen betrifft, die sich aktiv in der Medienarbeit für die Kirche engagieren wollen, so haben sie sich berufliche Fachkenntnisse im Bereich des Medienwesens zusammen mit einer Ausbildung in kirchlicher Lehre und Spiritualität anzueignen.

D. Pastorale Betreuung der im Kommunikationsbereich Tätigen

19. Medienarbeit bedingt besonderen psychologischen Druck und beklemmende Verlegenheiten in ethischer Hinsicht. In Anbetracht der bedeutenden Rolle der Massenmedien bei der Gestaltung der modernen Kultur und des Lebens unzähliger einzelner und ganzer Gesellschaften ist es sehr wesentlich, daß jene, die in den weltlichen Medien arbeiten, und die Kommunikationsindustrien mit hohen Idealen und mit dem Willen, der Menschheit zu dienen, an ihre verantwortungsvollen Aufgaben herangehen.

Das bringt für die Kirche eine entsprechende Verantwortung mit sich: Sie sollte Pastoralprogramme erarbeiten und vorlegen, die genau den besonderen Arbeitsbedingungen und ethischen Herausforderungen entsprechen, mit denen sich die Medienleute konfrontiert sehen. Diese Pastoralprogramme sollten eine ständige Weiterbildung einschließen, die für diese Männer und Frauen – von denen viele aufrichtig wissen und tun wollen, was ethisch und moralisch richtig ist – hilfreich sein wird, ihre Berufsarbeit wie auch ihr Privatleben immer mehr von sittlichen Normen durchdringen zu lassen.

5.

NOTWENDIGKEIT

EINER PASTORALEN PLANUNG

A. Verantwortlichkeiten der Bischöfe

20. Wenn sie die Gültigkeit, ja Dringlichkeit der von der Welt der Kommunikation ausgehenden Ansprüche anerkennen, sollten sich die Bischöfe und andere Verantwortliche, die über die Verteilung der begrenzten menschlichen und materiellen Mittel und Reserven der Kirche zu entscheiden haben, darum bemühen, unter Berücksichtigung der besonderen Situation ihrer jeweiligen Nation, Region oder Diözese diesem Bereich eine hohe Priorität einzuräumen.

Dieses Verlangen mag heute einfach deshalb ausgeprägter sein als in der Vergangenheit, weil bis zu einem gewissen Grad der große „Areopag“ der heutigen Zeit – die Welt der Kommunikation – von der Kirche bis jetzt mehr oder weniger vernachlässigt worden ist.(31) Eine Tatsache, auf die der Heilige Vater hinweist: „Man bevorzugt im allgemeinen andere Hilfsmittel für die Verkündigung des Evangeliums und für die Bildung, während die Massenmedien der Initiative einzelner oder kleiner Gruppen überlassen werden und in der pastoralen Planung erst an untergeordneter Stelle Eingang finden“.(32) Diese Situation erfordert eine Richtigstellung.

B. Dringlichkeit eines Pastoralplans für soziale Kommunikation

21. Wir empfehlen daher den Diözesen und den Bischofskonferenzen bzw. Bischofsversammlungen dringend, darauf zu achten, daß in alle ihre Pastoralpläne der Problembereich der sozialen Kommunikation eingebracht wird. Wir empfehlen ihnen außerdem, eigene Pastoralpläne für soziale Kommunikation auszuarbeiten bzw. die bereits bestehenden Pläne zu überarbeiten und auf den letzten Stand zu bringen; auf diese Weise würde ein wünschenswerter Prozeß der ständigen Überprüfung und Aufarbeitung in Gang gebracht werden. Dazu müßten sich die Bischöfe um die Mitarbeit professioneller Medienleute – die in den weltlichen Massenmedien oder in den kircheneigenen Medienorganisationen arbeiten – und anderer internationaler und nationaler Organisationen für Film, Rundfunk, Fernsehen und Presse bemühen.

Für einige Bischofskonferenzen waren Pastoralpläne, die die bestehenden Bedürfnisse und die gesetzten Ziele konkret beschreiben und zu einer Koordinierung der Anstrengungen ermutigen, bereits sehr hilfreich. Die Ergebnisse der Untersuchung, der Bewertungen und Befragungen im Zusammenhang mit der Erstellung dieser Dokumente könnten und sollten allen Ebenen der Kirche zugänglich sein, denn sie liefern wichtige Angaben für die Pastoral. Praktische, realistische Pläne können auch den Bedürfnissen der Ortskirchen angepaßt werden. Sie müßten angesichts der sich verändernden Bedürfnisse offen sein für ständige Überprüfungen und Anpassungen.

Zum Abschluß dieses Dokumentes stellen wir Elemente für einen Pastoralplan bereit und schlagen Themen vor, die in Hirtenschreiben oder bischöflichen Erklärungen sowohl auf nationaler wie auf lokaler Ebene behandelt werden könnten. Diese Elemente stammen aus Vorschlägen von Bischofskonferenzen und von Medienfachleuten.

SCHLUSS

22. Wir bekräftigen noch einmal, daß „die Kirche in den sozialen Kommunikationsmitteln „Geschenke Gottes“ erblickt, weil sie nach dem Ratschluß der göttlichen Vorsehung die Menschen brüderlich verbinden, damit diese im Heilswerk Gottes mitwirken“.(33) Wie der Geist den alttestamentlichen Propheten geholfen hat, anhand der Zeichen ihrer Zeit Gottes Plan zu enträtseln, so hilft er heute der Kirche, die Zeichen unserer Zeit zu deuten und ihre prophetische Aufgabe zu erfüllen, zu der das Studium, die Bewertung und der richtige Gebrauch der Kommunikationstechnik und der Massenmedien gehören, die aus unserer Zeit nicht mehr wegzudenken sind.

ANHANG,

ELEMENTE EINES PASTORALPLANS

FÜR SOZIALE KOMMUNIKATION

23. Die Situation der Massenmedien und die Möglichkeiten, die sich der Kirche auf dem Gebiet der sozialen Kommunikation bieten, unterscheiden sich von Nation zu Nation und selbst innerhalb ein und desselben Landes von einer Diözese zur anderen. Daraus werden sich natürlich von Ort zu Ort Unterschiede im Verhalten der Kirche gegenüber den Massenmedien und dem kulturellen Milieu ergeben, das diese Medien mitgestaltet; die Pläne und die Teilnahme der Kirche werden auf die örtlichen Verhältnisse zugeschnitten sein.

Jede Bischofskonferenz und jede Diözese soll einen, vollständigen Pastoralplan für soziale Kommunikation ausarbeiten, am besten in Beratung mit Vertretern der internationalen und nationalen katholischen Organisationen für soziale Kommunikation und mit Fachleuten der lokalen Medien. Außerdem sollten die anderen Pastoralpläne, besonders jene für den sozialen Dienst, für die Erziehung und für die Evangelisierung, bei ihrer Formulierung und Durchführung der sozialen Kommunikation Rechnung tragen. Mehrere Bischofskonferenzen und Diözesen haben bereits Pläne erarbeitet, worin die Bedürfnisse der Kommunikation genannt, die Ziele definiert, realistische Voranschläge für die Finanzierung gemacht und verschiedene bereits unternommene Anstrengungen auf diesem Gebiet koordiniert werden. Als Hilfe für alle jene, die diese Pastoralpläne ausarbeiten oder die bestehenden Pläne auf den letzten Stand bringen sollen, legen wir die folgenden Richtlinien vor.

Richtlinien für die Ausarbeitung von Pastoralplänen für die soziale Kommunikation in einer Diözese, einer Bischofskonferenz oder einer Patriarchalversammlung

24. Ein Pastoralplan für die soziale Kommunikation sollte folgende Elemente enthalten:

a) eine auf der Grundlage einer umfassenden Konsultation für alle kirchlichen Dienste erstellte Gesamtdarstellung der Kommunikationsstrategien, die auf die aktuellen Probleme und Verhältnisse eingeht;

b) eine Bestandsaufnahme oder Bewertung, die die Mediensituation in dem betreffenden Gebiet beschreibt: die verschiedenen Publikumskreise, die Produzenten und Leiter der öffentlichen und kommerziellen Medien, die finanziellen und technischen Mittel, die Verteilungssysteme, die ökumenischen und erzieherischen Möglichkeiten, die Mitglieder der katholischen Medienorganisationen, einschließlich der Ordensgemeinschaften;

c) ein Vorschlag zum Aufbau und zur Gestaltung der kirchlichen Kommunikationsmittel zur Unterstützung der Evangelisierung, der Katechese und Erziehung, des sozialen Dienstes und der ökumenischen Zusammenarbeit; dieser Vorschlag soll nach Möglichkeit von der Öffentlichkeitsarbeit, von Presse, Rundfunk, Fernsehen, Film, Kassetten, Computernetzen, Reproduktionsverfahren und anderen Formen der Telekommunikation handeln;

d) eine Medienerziehung, die ganz besonderes Gewicht legt auf die Beziehung zwischen Massenmedien und Werten;

e) einen Vorschlag zur Seelsorge und zum Dialog mit denen, die in den Massenmedien arbeiten; das Hauptaugenmerk soll dabei vor allem der Entwicklung ihres Glaubens und ihrer geistlichen Entfaltung gelten;

f) einen Hinweis auf die Mittel und Möglichkeiten zur Finanzierung dieses Pastoralplans.

Ausarbeitung eines Pastoralplans für soziale Kommunikation

25. Der Plan sollte den für die Kommunikation in der Kirche Verantwortlichen Richtlinien und Anregungen bieten und ihnen realistische Ziele und Prioritäten für ihre Arbeit aufzeigen. Wir empfehlen, daß ein aus kirchlichen Mitarbeitern und Medienfachleuten gebildetes Planungsteam mit diesem Prozeß der Ausarbeitung befaßt wird, der in zwei Phasen verlaufen soll:

1) Untersuchung;

2) Planung.

Untersuchungsphase

26. In die Untersuchungsphase gehören die Einschätzung der Bedürfnisse, die Sammlung von Informationen und die Wertung verschiedener Pastoralplan-Modelle. Das schließt eine Analyse des Rahmens ein, wo Kommunikation stattfindet, das heißt der Stärken und Schwächen der bestehenden kirchlichen Kommunikationsstrukturen und -programme sowie der sich ihnen bietenden Möglichkeiten und der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert werden.

Die Recherchen für die Sammlung der notwendigen Informationen erfolgen, wenn sie nützlich sein sollen, in drei Schritten: Einschätzung der Bedürfnisse, Prüfung der Kommunikationsmittel und Bestandsaufnahme der verfügbaren Hilfsmittel. Der erste Schritt der Untersuchung wird die Bereiche des kirchlichen Dienstes feststellen, die einer besonderen Beachtung von seiten der Bischofskonferenz oder der Diözese bedürfen. Der zweite Schritt wird sich mit den geltenden Methoden – und mit einer Beurteilung ihrer Wirksamkeit – befassen, um die Stärken und Schwächen der bereits bestehenden Strukturen und Verfahren der Kommunikation festzustellen. Der dritte Schritt wird die Mittel, die Techniken und, das Personal beschreiben, die der Kirche im Kommunikationsbereich zur Verfügung stehen – zu diesen gehören nicht nur die kircheneigenen Mittel und Reserven, sondern auch jene, zu denen die Kirche in der Geschäftswelt, in der Medienindustrie und in den ökumenischen Organisationen Zugang hat.

Planungsphase

27. Nach dieser Sammlung und Analyse von Daten sollte sich das Planungsteam mit den Zielen und Prioritäten der Bischofskonferenz oder der Diözese im Bereich der sozialen Kommunikation befassen. Damit beginnt die Phase der Planung. Unter Berücksichtigung der regionalen und lokalen Verhältnisse soll das Planungsteam dann die folgenden Probleme behandeln.

28. Die Erziehung: Die Probleme der Kommunikation und der Massenmedien betreffen alle Ebenen des pastoralen Dienstes, einschließlich der Erziehung. Ein Pastoralplan für die soziale Kommunikation sollte versuchen:

a) Möglichkeiten der Erziehung in sozialer Kommunikation als wesentliche Bestandteile der Ausbildung aller jener anzubieten, die für die Kirche tätig sind, mag es sich nun um Seminaristen, Priester, Ordensleute oder Laien handeln;

b) die katholischen Schulen und Universitäten zum Angebot von Programmen und Kursen in Verbindung mit den Bedürfnissen der Kirche und der Gesellschaft auf dem Gebiet der Kommunikation zu ermutigen,

c) Kurse, Workshops und Seminare über Technik, Handhabung, Ethik und Politik der Kommunikation anzubieten, die für die Verantwortlichen der Kirche in diesem Bereich, für die Seminaristen, für die Ordensleute und für den Klerus gedacht sind,

d) Programme in Medienerziehung und Medienbildung für Lehrer, Eltern und Schüler zu planen und durchzuführen;

e) schöpferische Künstler und Schriftsteller zu ermuntern, bei der Anwendung ihrer Talente zum Schreiben, für das Theater, den Rundfunk, für Fernsehsendungen, für Unterhaltungsfilme und Filme mit erzieherischem Gehalt die Werte des Evangeliums weiterzugeben;

f) auf die neuen Methoden der Evangelisierung und der Katechese hinzuweisen, die die Anwendung von Kommunikationstechniken und Kommunikationsmitteln erlauben.

29. Geistliche Ausbildung und pastoraler Beistand. Katholische Laien und andere Personen, die im kirchlichen Apostolat der sozialen Kommunikation oder in den weltlichen Medien arbeiten, erwarten oft von der Kirche eine geistliche Orientierung und einen seelsorglichen Beistand. Ein Pastoralplan für die soziale Kommunikation sollte daher versuchen:

a) den katholischen Laien und den anderen, die im Medienbereich arbeiten, Gelegenheiten zu bieten , ihre berufliche Ausbildung durch Einkehrtage, Exerzitien, Seminare und durch Unterstützung von Fachleuten zu erweitern;

b) einen seelsorglichen Beistand anzubieten als notwendige Unterstützung und Gewähr dafür, den Glauben der für die Kommunikation Verantwortlichen zu nähren und ihre Hingabe an diese schwierige Aufgabe lebendig zu erhalten, nämlich der Welt die Werte des Evangeliums und echte menschliche Werte zu vermitteln.

30. Zusammenarbeit. Die Zusammenarbeit schließt die Aufteilung der Hilfsmittel zwischen den Bischofskonferenzen und den Diözesen bzw. zwischen den Diözesen und den anderen Einrichtungen, wie den Ordensgemeinschaften, den Universitäten und den Gesundheitsorganisationen, ein. Ein Pastoralplan für die soziale Kommunikation sollte darauf hinzielen:

a) die Beziehungen und die gegenseitige Konsultation zwischen den Vertretern der Kirche und den Medienfachleuten, die der Kirche im Gebrauch der Medien große Hilfe leisten können, zu stärken und zu unterstützen;

b) Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen regionalen und nationalen Zentren zu untersuchen und die Entwicklung gemeinsamer Netzsysteme für Förderung, Marketing und Verteilung zu unterstützen,

c) die Zusammenarbeit mit den Ordenskongregationen, die auf dem Gebiet der sozialen Kommunikation arbeiten, zu fördern,

d) mit den ökumenischen Organisationen und mit den anderen Kirchen und religiösen Gruppen in allem zusammenzuarbeiten, was die Sicherheit und Garantie des Zugangs der Religion zu den Medien betrifft; „ihre Zusammenarbeit auch auf die in letzter Zeit entwickelten Medien“ auszudehnen, „insbesondere auf die gemeinsame gemeinsame Verwendung von Satelliten, Datenbanken, der Kabelvernetzung und Informatik im allgemeinen, angefangen mit der System-Kompatibilität“, (34)

e) mit den weltlichen Medien zusammenzuarbeiten, besonders was die gemeinsamen Anliegen hinsichtlich der religiösen, moralischen, ethischen, kulturellen, erzieherischen und sozialen Fragen betrifft.

31. Öffentlichkeitsarbeit. Die Öffentlichkeitsarbeit erfordert seitens der Kirche eine aktive Kommunikation mit der Gemeinde durch Vermittlung sowohl der weltlichen wie der religiösen Medien. Diese Arbeit, die die Bereitschaft der Kirche, die evangelischen Werte mitzuteilen und ihre Dienste und Programme bekannt zu machen, voraussetzt, verlangt von ihr, alles zu tun, was in ihrer Macht steht, um zu gewährleisten, daß sie tatsächlich das Bild Christi widerspiegelt. Ein Pastoralplan für die soziale Kommunikation sollte deshalb darauf ausgerichtet sein:

a) Büros für Öffentlichkeitsarbeit zu unterhalten, die mit ausreichenden personellen und materiellen Mitteln ausgestattet sind, um eine echte Kommunikation zwischen der Kirche und der ganzen Gemeinschaft zu ermöglichen;

b) Publikationen, Rundfunk-, Fernseh- und Videoprogramme von hervorragender Qualität zu produzieren, um auf diese Weise die Botschaft des Evangeliums und die Sendung der Kirche sichtbar zu machen;

c) Auszeichnungen (Preise) und andere Formen der Anerkennung vorzusehen als Ermutigung und Unterstützung für diejenigen, die in den Massenmedien tätig sind;

d) den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel zu begehen als ein Mittel, die Bedeutung der sozialen Kommunikation bewußt zu machen und die von der Kirche auf dem Gebiet der Kommunikation ergriffenen Initiativen zu unterstützen.

32. Forschung. Die Strategie der Kirche im Bereich der sozialen Kommunikation muß sich auf die Ergebnisse einer ernsthaften Medienforschung stützen, die eine sachkundig erstellte Analyse und Einschätzung miteinschließt. Es kommt darauf an, daß die Kommunikationsforschung Raum läßt für die wichtigsten Fragen und Probleme, mit denen die Sendung der Kirche in der betreffenden Nation oder Region fertig werden muß. Ein Pastoralplan für die soziale Kommunikation sollte darauf angelegt sein:

a) die Institute für höhere Studien, die Forschungszentren und die Universitäten sowohl zu Grundlagen- wie zu angewandten Forschungen über die Bedürfnisse und die Anliegen der Kirche und der Gesellschaft im Bereich der sozialen Kommunikation anzuregen,

b) die praktischen Methoden der Auslegung laufender Kommunikationsforschung und ihrer Anwendung auf die Sendung der Kirche festzulegen;

c) eine ständige theologische Reflexion über die Verfahren und Mittel der sozialen Kommunikation und über ihre Rolle in Kirche und Gesellschaft zu fördern.

33. Soziale Kommunikation und Entwicklung der Völker. Kommunikation und Massenmedien können, wenn sie wirklich zugänglich sind, es vielen Menschen ermöglichen, an der Wirtschaft der modernen Welt teilzunehmen, die freie Meinungsäußerung zu erfahren und den Frieden und die Gerechtigkeit in der Welt zu fördern. Ein Pastoralplan für die soziale Kommunikation sollte darauf ausgerichtet sein:

a) daß die evangelischen Werte Einfluß ausüben auf das breite Angebot heutiger Medienaktivitäten – von der Buch- oder Zeitungsausgabe bis zur Kommunikation über Satelliten -, so daß sie zum Wachsen der internationalen Solidarität beitragen;

b) das öffentliche Interesse zu verteidigen und den Zugang der Religionen zu den Medien zu schützen, indem in den Fragen der Kommunikationsgesetzgebung und -politik und der Entwicklung der Kommunikationssysteme informierte, verantwortungsvolle Standpunkte bezogen werden;

c) den sozialen Einfluß der hochentwickelten Kommunikationstechniken zu analysieren und zur Vermeidung unnötiger sozialer Brüche und einer kulturellen Destabilisierung beizutragen;

d) den in den Massenmedien tätigen Menschen bei der Formulierung und Einhaltung ethischer Normen – vor allem was Rechtschaffenheit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Anstand und Achtung vor dem Leben betrifft – zu helfen;

e) Methoden zu erarbeiten, die zu einem umfassenderen, repräsentativeren und verantwortungsvolleren Zugang zu den Medien ermutigen;

f) eine prophetische Rolle auszuüben, indem im richtigen Augenblick das Wort ergriffen wird, wenn es darum geht, den Standpunkt des Evangeliums im Zusammenhang mit den moralischen Dimensionen wichtiger Fragen und Probleme von öffentlichem Interesse herauszustellen.

Vatikanstadt, 22. Februar 1992, am Fest Petri Stuhlfeier.

John P. Foley, Msgr. Pierfranco Pastore

Präsident, Sekretär

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Anmerkungen

(1) Vgl. Johannes Paul II., Centesimus Annus, Nr. 12-23, in: AASS3(1991)807-821.

(2) Johannes Paul II., Redemptoris Missio, Nr. 37, in: AAS83(1991)285.

(3) Communio er Progressio, Nr. 187, in: AAS63(1971)655-656.

(4) Johannes Paul II., Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 1990, veröffentlicht am 24.1.1990; vgl. Gaudium et Spes, Nr. 5, in:,4AS58(1966)1028.

(5) Ebd., a.a.0.

(6) Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, Richtlinien für die ökumenische und interreligiöse Zusammenarbeit im Kommunikationswesen, Nr. 1, Vatikanstadt 1989.

(7) Inter Mirifica, Nr.4, in: 4AS56(1964)146.

(8) Communio et Progressio, Nr. 11, in: AAS63(1971)598.

(9) Röm 1,20.

(10) Joh 1,14.

(11) Eph 1,23; 4, 10.

(12) 1 Kor 15,28; Communio et Progressio, Nr. 11, in:,4AS63(1971)598.

(13) Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, Pornographie und Gewalt in den Kommunikationsmedien: Eine pastorale Antwort, Nr. 7, Vatikanstadt 1989.

(14) Johannes Paul II., Sollicitudo Rei Socialis, Nr. 46, in: AAS 80 (I9S8)579.

(15) Gaudium et Spes, Nr. 11, in: AAS 58(1966)1034.

(16) Vgl.PaulVI.,Evangelii Nuntiandi,Nr.20,in:,4AS68(1976)18-19.

(17) Vgl. Inter Mirifica,Nr.3,in:,4AS56(1964)146.

(18) Lumen Gentium, Nr. 1, in: AAS57(1965)5.

(19) Vgl. Communio et Progressio, Nr.12,in:AAS63(1971)598.

(20) Ebd., Nr. 114-12 1, SS. 634-636.

  1. Vgl. CIC, can. 212 § 2, in: AA.775, 2(1983)34.
  2. Vgl. CIC, can. 212 § 3

(23) Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion über die kirchliche Berufung des Theologen, Nr. 30,in: AAS82(1990)1562.

(24) Vgl. ebd., Nr. 35, S. 1565.

(25) Paul VI., Evangelii Nuntiandi, Nr. 45, in: 4AS68(1976)35.

(26) Johannes Paul II., Redemptoris Missio, Nr. 37, in: 4A.A.S.83(1991)285.

(27) Vgl. Johannes Paul II., Centesimus Annus, Nr, 41, in:,4AS83(1991)841.

(28) Johannes Paul II., Christifideles Laici, Nr. 44, in:.4AS8l(1989)480.

(29) Ebd., S. 481.

(30) Vgl. Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Anleitung für die Ausbildung künftiger Priester im Hinblick auf die sozialen Kommunikationsmittel, Vatikanstadt 1986.

(31) Vgl.Johannes Paul 2.,Redemptoris Missio,Nr.37,in:AAS83(1991)285.

(32) Ebd.

(33) Communio et Progressio, Nr. 2, in: 4AS63(1971)593-594.

(34) Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, Richtlinien für die ökumenische und interreligiöse Zusammenarbeit im Kommunikationswesen, Nr. 14.