Weltweites Rosenkranzgebet mit Papst Franziskus am Samstag

Papst Franziskus an der Lourdes-Grotte in den vatikanischen Gärten (Archivbild)

Global im Gebet vereint um ein Ende der Pandemie: In diesem Anliegen findet am Vorabend des kommenden Pfingstsonntag in den Vatikanischen Gärten ein Rosenkranzgebet mit Papst Franziskus statt. Live – und auch auf Deutsch – übertragen wir die Marienandacht an der Lourdes-Grotte ab 17.30 Uhr in Wallfahrtsstätten der ganzen Welt, darunter Lourdes und Fatima.

Organisiert hat das Ereignis der Päpstliche Rat für Neuevangelisierung, es steht unter dem Titel „eifrig und einmütig im Gebet, zusammen mit Maria“ in Anlehnung an das Gebet der Urgemeinde, von dem die Apostelgeschichte erzählt (vgl. Apg 1,14).

Gebet für alle Leidenden an der Pandemie

Es handele sich um einen „Moment des weltweiten Gebets“ am Vorabend des Pfingstfestes mit dem Papst, an dem vor allem Familien beteiligt seien, heißt es in einer Erklärung des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung von diesem Dienstag. Franziskus wolle „die Schmerzen und Wehen der Menschheit, die durch die Ausbreitung des Covid-19-Virus weiter verschärft worden seien“, zur Gottesmutter tragen und diese um Fürsprache bitten.

Wallfahrtorte weltweit beten mit

Zugeschaltet seien „die größten Wallfahrtsorte auf allen fünf Kontinenten“, informiert die Note. In Europa sind dies zum Beispiel die Heiligtümer von Lourdes in Frankreich, Fátima in Portugal und Tschenstochau in Polen, in den USA Immaculate Conception in Washington, in Afrika der nigerianische Wallfahrtsort Elele und Notre-Dame de la Paix in Elfenbeinküste. In Lateinamerika sind unter anderem das Nationalheiligtum von Mexiko mit der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau von Guadalupe und der Pilgerort von Luján in der Heimat des Papstes, Argentinien, mit dabei.

Betroffene der Corona-Krise und Helfer beten mit dem Papst

Einzelne Teile des Rosenkranzes am Samstag würden von Vertretern verschiedener Gruppen gebetet, die in besonderer Weise von der Coronavirus-Pandemie getroffen wurden oder einen besonderen Einsatz leisten, informiert der Päpstliche Rat weiter. Papst Franziskus hatte für diese Menschen bei seinen Frühmessen in den letzten Wochen jeweils zum Gebet aufgerufen und ihr Wirken gewürdigt. Beim Rosenkranz mit dem Papst dabei sind ein Arzt und eine Krankenschwester, eine vom Virus geheilte Person, eine Trauernde, die ein Corona-Opfer in der eigenen Familie zu beklagen hat, ein Priester und eine Ordensschwester, die beide im Krankenhaus wirken, eine Apothekerin, eine Journalistin, ein Freiwilliger des Zivilschutzes mit Familie und eine junge Familie, die inmitten der Corona-Krise Nachwuchs bekommen hat.

Zu Sicherheits- und Hygieneregeln im Rahmen der Veranstaltung oder dem detaillierten Ablauf machte der Vatikan in der Erklärung keine Angaben. Es ist die erste größere Zusammenkunft des Papstes mit Gläubigen seit Beginn des Lockdown im Vatikan.

Unsere Live-Übertragung

Radio Vatikan überträgt das Gebet ab 17.30 Uhr mit deutschem Kommentar auf der Webseite vaticannews.de.

(vatican news – pr)

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Ein Glaubens- und Taufbekenntnis in den Drangsalen der heiligen Kirche

Die von Vater Niklaus Wolf von Rippertschwand verfaßte Litanei

  • Kyrie eleison!
  • Christe eleison!
  • Kyrie eleison!

… erbarme Dich unser!

  • Gott Vater vom Himmel!
  • Gott Sohn, Erlöser der Welt!
  • Gott Heiliger Geist!
  • Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott,
  • Der Du als die ewige Wahrheit nicht betrügen kannst,
  • Der Du als die unfehlbare Weisheit nicht kannst betrogen werden,
  • Der Du Deine Kirche auf einen unüberwindlichen Felsen gebaut hast, (Matth. 28,30)
  • Der Du Deiner heiligen Kirche den beständigen Beistand versprochen hast, (Matth. 28,30)
  • Der Du Deine Kirche in den größten Gefahren erhalten hast,
  • Der Du Deine heilige Kirche zwar oft hast bestreiten, aber nie besiegen lassen,
  • Der Du aus den Drangsalen der heiligen Kirche allzeit den größten Gewinn gezogen hast,
  • Der Du ungeachtet allen Bestrebens der Hölle gewiß Dein heiliges und verborgenes Ziel erreicht hast,
  • Der Du sicher über die Pforten der Hölle siegen wirst,
  • Dessen Macht weder ein Staub der Erde, weder ein Verdammter der Hölle, noch ein Cherubim des Himmels sich entzieht,
  • Dessen Auge kein Gerechter und kein Sünder entgeht,
  • Dessen Herz so väterlich über die Seinen wachet,
  • Dessen Engel ganze Kriegsheere in einer Nacht erschlägt, (2. Mach. 8-9)
  • Dessen Ehre beim Gewinn der Hölle nichts verliert,
  • Dem alle Legionen der Engel zu Diensten stehen,
  • Der wie Samson einst seine verlachte Stärke wieder gewinnt und seine Feinde zu Boden schlägt,
  • Der der Schlange das Haupt zertritt, (Gen. 3)
  • Ohne dessen Willen kein Haar von unserem Haupte und kein Spatz vom Dache fällt,
  • Der Du die Welt in Deinen Händen trägst und allein richten wirst,

… glaube ich fest, o Gott!

  • Daß Du unser Gott und Vater bist,
  • Daß Du Deinen Dienern helfen kannst, helfen willst und helfen wirst,
  • Alles geschriebene und ungeschriebene Wort Gottes,
  • Alle Lehren der Apostel,
  • Alle Aussprüche der heiligen römisch-katholischen Kirche,
  • Ohne allen Anstand und Zweifel,
  • Mit gänzlicher Unterwerfung meines Verstandes,
  • Mit vollkommenstem Beifall des Willens,
  • Mit ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus allen Kräften, (Luk. 11,27)
  • Mit innerlichem und äußerlichem Bekenntnis,
  • Mit allen öffentlichen Siegeszeichen der Fahnen und Miliz Jesu Christi,
  • Vor allen Richterstühlen,
  • Vor der Welt, dem Himmel und der Hölle,
  • Ganz freimütig und unerschrocken,
  • Wegen Deiner Wahrheit und Weisheit,
  • Wegen Deines göttlichen Wortes,
  • Wegen meiner ewigen Liebe zu Dir,
  • Wegen meines Glaubensbekenntnisses,
  • Wegen der erschrecklichen Zeit der Versuchung,
  • Wegen meines ewigen Heiles,
  • Sollte ich auch verfolgt werden,
  • Sollten sie mich auch für einen Sonderling halten, aus ihren Synagogen stoßen, um des Namens Christi willen mich alle Menschen hassen,
  • Sollte ich auch Hab und Gut verlieren,
  • Sollte ich auch Leib und Leben lassen,
  • Sollten auch ganze Schulen und Weltweise anders lehren,
  • Sollten Fleisch und Satan mir alle Reiche der Welt bieten, (Luk. 4,7)
  • In allen Versuchungen,
  • In allen Kämpfen,
  • In allen Ärgernissen,
  • In den verzweifeltsten Umständen,
  • Im Leben und im Tode,
  • In Vereinigung mit jenem lebhaften Glauben aller Gerechten,
  • In Vereinigung mit jenem standhaften Glauben aller heiligen Märtyrer,
  • In Vereinigung mit jenem vollkommensten Glauben der jungfräulichen Mutter Maria,

… widersage ich von ganzem Herzen!

  • Allen falschen Engeln des Lichtes, (Kor.)
  • Allen Wölfen im Schafspelze, (Matth. 7,15)
  • Allen falschen Propheten,
  • Allen Lehrern, die den Ohren kitzeln, (2. Tim. 4,4)
  • Allem Sauerteig der Heuchler,
  • Allen blinden Führern, (Matth. 19,19)
  • Allen eingedrungenen Mördern und Dieben im Schafstall Christi, (Joh. 10,10)
  • Allen lichtscheuen Verführern,
  • Allen gefährlichen Neuerern,
  • Allen Finsternissen der Aufklärer,
  • Allen Winkelversammlungen der Verräter,
  • Allen offenbaren uind heuchlerischen Feinden Gottes und der Kirche,
  • Allen Feinden des öffentlichen Bekenntnisses der hl. Religion,
  • Aller Herrschaft des Teufels,
  • Allen Anhängern Luzifers und seiner gestürzten Rebellen,
  • Allen Feinden der Heiligen, ihrer Bildnisse und ihrer feierlichen Verehrung,
  • Allen Feinden der glänzenden Verehrung Mariä, ihrer Bildnisse und besonders des heiligen Rosenkranzes,
  • Allen Feinden des römisch-apostolischen Stuhles und der Hierarchie,
  • Allen Feinden der Kirchengewalt und Freiheit,
  • Allen Feinden des königlichen Priestertums und der heiligen Ordensstände,
  • Allen Tempel- und Sabbatschändungen,
  • Allem Raub des fremden Gutes,
  • Allen Gesandten des Teufels,
  • Allen Vorläufern des Antichrists,
  • Ihren verdammten Grundsätzen,
  • Ihrer unseligen Politik,
  • Ihren gottes- und menschenfeindlichen Plänen,
  • Ihrer Gesetzlosigkeit und Untreue,
  • Ihrem geträumten Weltglück und Haß des Kreuzes,
  • Ihren Heucheleien und Bosheiten,
  • Ihren verdeckten und offenbaren Fallstricken,
  • Ihrer tränenwerten Blindheit,
  • Ihren teuflischen Schriften,
  • Ihren zweideutigen Worten,
  • Ihren kindischen Schätzen,
  • Ihrer erbärmlichen Hoheit,
  • Ihrer schändlichen Gemeinschaft und Teilnahme zuwider evangelischen Grundsätzen,

… halte ich es, o Gott!

  • Mit Deinen Heiligen im Himmel und auf Erden,
  • Mit der Heiligen Schrift und römischen Kirche,
  • Mit den hl. Vätern und Kirchenlehrern,
  • Mit dem Statthalter Christi und seinen Schafen,
  • Mit dem Altertum und frommen Gewohnheiten,
  • Mit den Gesetzen meines beschworenen Berufes,
  • Mit den Grundsätzen einer gottesfürchtigen Erziehung,
  • Mit den Regeln eines reinen Gewissens,
  • Mit den Verfolgten und um Christi willen Getöteten, (Apostelgeschichte 6,9)
  • Mit den Weinenden und Leidenden, (Matth. 5,5)
  • Mit den Kleinen, denen das Reich des Himmels ist,
  • Mit den Kleinen, denen es, wie Christus sagt, der himmlische Vater offenbart, was er den Weisen verborgen, (Matth. 11,25)
  • Mit der kleinen Herde, die zu einem Reiche werden soll,
  • Mit den Kleinen und Schwachen, wodurch Gott allzeit das Starke zuschanden macht, (1. Kor. 1,28)
  • Mit denen, die jene nicht fürchten, so den Leib töten, sondern Den, der Leib und Seele verdammen kann, (Luk. 12)
  • Mit denen, so ihr Leben verlieren, damit sie es behalten, (Luk. 4,32)
  • Mit den Wenigen, die aus allen Berufenen auserwählt sind, (Matth. 22,14)
  • Mit allen wahren Christen, die es mit Gott und seinen Dienern halten und zur Zeit der Versuchung nicht abfallen, (Luk. 8)
  • Die mit dem Apostel für Christus zu sterben für einen Gewinn halten, (Phil. 1,2)
  • Die, wie der Apostel, weder Hunger, weder Durst, weder Kälte, weder Blöße, weder Gefahr, noch Schmerz von der Liebe Jesu trennen, (Röm. 8,35)
  • Mit den Christen, die sich des Namens Jesus nicht schämen, (Luk. 3,26)
  • Mit den Christen, die Christus bekennen vor den Menschen und darum von ihm vor dem himmlischen Vater bekennet werden, (Matth. 10,32)
  • Mit den Christen, die Vater oder Mutter, Bruder oder Schwester, Kinder oder Acker weniger als Jesus lieben und darum seiner würdig sind, (Matth. 10,37)
  • Mit den Christen, die dem Kaiser geben, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist, (Luk. 2,28)
  • Mit den Christen, die Gott mit Mund und Herzen loben,
  • Mit den Christen, die es mit den Aposteln für eine Würde halten, für Jesus Unbilden zu leiden,
  • Mit den Christen, die nicht durch die unrechte Türe einsteigen, (Joh. 10,1)
  • Mit den Christen, so die Kirche hören und darum noch nicht Heiden und öffentliche Sünder geworden, (Matth. 18)
  • Mit den Christen, die Ehre geben, wem Ehre, und Zoll, wem Zoll gebührt, (Röm. 3,19)
  • Mit den Christen, die der Welt Weisheit für Narrheiten halten, (Kor. 3,19)
  • Mit den Christen, die das Kunststück nicht zu verstehen glauben, zwei Herren zugleich dienen zu können (Matth. 6,24)
  • Mit den Christen, die nicht halb kalt und halb warm sind und darum aus dem Munde gespien werden, (Apostelgeschichte 3,18)
  • Mit den Christen, die einen wahren Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit haben, (Matth. 5,6)
  • Mit den Christen, die mit Christus sammeln, damit sie nicht zerstreuen, (Luk. 11,23)
  • Mit den Christen, die mit Christus und darum nicht wider ihn sind,
  • Mit den Christen, die bei der Versuchung der Henkersrotte des Judas nicht schlafen, (Mark. 13,27)
  • Mit den Christen, die, wenn sie Jesus verleugneten nicht mit Judas verzweifeln, sondern mit Petrus büßen und das fremde Gut in den Tempel zurückwerfen, (Matth. 27,5)
  • Mit jenen standhaften Christen, die Jesus bis unter das Kreuz folgen und mit ihm gern sterben, (Maltth. 28)
  • Mit jenen verherrlichten Christen, die einst mit Christus auferstehen, die Welt richten und zum ewigen Feuer verdammen werden, (Matth. 19,28)

… sei uns gnädig

  • Darum, o Gott!
  • Wenn die Verführer aus unserer Mitte wachsen werden,
  • Wenn das Schifflein Petri mit Wellen bedeckt wird,
  • Wenn der Drache von der Kette losgebunden sein wird,
  • Wenn die große Spaltung sein wird, (Thess. 2)
  • Wenn Seuchen, Erdstöße und Himmelsschrecken hin und wieder vernommen werden, (Luk. 21,11)
  • Wenn sie rufen: Sieh, hier ist Christus, sieh, dort ist er! (Matth. 24,23)
  • Wenn Krieg und Aufruhr sein wird, (Luk. 21,9)
  • Wenn unsere Feinde spotten werden: Wo ist euer Gott, wo die versprochene Zukunft? (2. Petri)
  • Wenn der Menschensohn keinen Glauben mehr auf Erden antreffen wird, (Luk. 18,8)
  • Wenn der abgerissene Stein die irdenen Füße des letzten Reiches trifft, (Dan. 2,24)
  • Wenn der Greuel der Verwüstung am heiligen Orte sein wird, (Matth. 24,18)
  • Wenn der Sohn des Verderbens im Tempel zur Anbetung stehen wird, (Dan. 11)
  • Wenn viele das Zeichen der Bestie tragen müssen, (Apostelgeschichte 61)
  • Wenn die Hirten geschlagen und die Schafe zerstreut werden, (Matth. 26,31)
  • Wenn der Sohn des Verderbens seine Arme weit ausstrecken wird, (Dan. 11)
  • Wenn er die Erdstriche umsonst austeilen wird,
  • Wenn es ihm gegeben ist, die Heiligen zu bekriegen und sie zu überwinden, (Apostelgeschichte 13)
  • Wenn er über Gold- und Silberschätze gebieten wird, (Dan. 11)
  • Wenn er das Heiligtum beflecken und das ewige Opfer abstellen wird, (Dan. 11)
  • Wenn alles rufen wird: Friede, Friede! wir haben nichts zu fürchten, – und darum der Untergang schnell ist, (!. Thess. 5,5)
  • Wenn ihre Häuser ruhig und sie bei Orgeln und Trommeln singen werden, (Joh. 21)
  • Wenn, wie in den Tagen des Noe und Loth, sie heiraten, essen und trinken werden, (Matth. 24,38)
  • Wenn, wie ein Blitz, der vom Auf- und Niedergang scheint, der Menschensohn kommen wird, (Matth.)
  • Wenn die ungeheure Stadt, dieWeltsünderin, die vom Blute der Heiligen trunken, in Purpur und Nessel sich kleidet, in einem Augenblicke stürzen wird, (Apostelgeschichte 18)
  • Am Tage des Gerichts,

… wir Sünder bitten Dich, erhöre uns!

  • Daß Du uns verschonest,
  • Daß Du unsere Sünden verzeihest,
  • Daß Du uns zur wahren Buße bekehren wollest,
  • Daß Du allen verirrten Menschen die Augen zum wahren Lichte öffnest,
  • Daß Du den apostolischen Hirten und alle geistlichen Stände der heiligen Religion erhalten wollest,
  • Daß Du alle gerechte Treue gegen Dich und von Dir verordnete Obere in uns befestigen wollest,
  • Daß Du allen Obern die Rechte der heiligen Lehre und des guten Beispiels verleihen wollest,
  • Daß Du allen Leidenden christliche, unerschrockene Geduld und Sanftmut schenken wollest,
  • Daß Du alle Anschläge und Grundsätze des Teufels und seiner Diener vernichten wollest,
  • Daß Du uns vor den Versuchungen der letzten Zeiten bewahren oder wider solche stärken wollest,
  • Daß Du uns mit Stärke und Rat alles für unsere evangelischen Grundsätze tun und leiden zu können begnadigen wollest,
  • Daß Du alle Ketzerei und allen Unglauben von unseren Grenzen und Deiner Erde verbannen wollest,
  • Daß Du einen Hirten und einen Schafstall machen wollest,
  • Daß Du die Rettung Deiner Ehre und des Heiles so vieler tausend Seelen beschleunigen wollest,
  • Daß Du unsern Feinden vergeben wollest,
  • Daß Du uns vor der gewaltigen Versuchung des Satans in der Person der Menge weiser Scheinheiliger behüten wollest,
  • Daß Du allen Haß außer dem der Sünde und des Teufels aus unseren Herzen verbannen wollest,
  • Daß Du die Feinde der heiligen Kirche erniedrigen wollest,
  • Daß Du jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann, verleihen wollest,
  • Daß Du allen christgläubigen Seelen, besonders denen, die durch Gelegenheit dieses Krieges von Freunden und Feinden im Herrn starben, die ewige Ruhe verleihen wollest,
  • Durch die Fürbitte aller Heiligen im Himmel und Gerechten auf Erden,
  • Durch die Fürbitte aller heiligen Mäyrtyrer,
  • Durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria,
  • Durch Jesum Christum, unsern Herrn,
  • O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verschone uns, o Herr!
  • O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erhöre uns, o Herr!
  • O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme Dich unser, o Herr!

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Lesen Sie auch diesen meinen Blog-Artikel vom November 2006

Papst lädt im Mai zum gemeinsamen Rosenkranzgebet ein

Papst Franziskus will mit Ihnen im Monat Mai den Rosenkranz beten (Vatican Media)

In Zeiten der Corona-Pandemie ist gerade das Gebet des Rosenkranzes eine wichtige Geste. Darauf weist Papst Franziskus in einem Brief hin, der an diesem Samstag im Vatikan veröffentlicht wurde. Den Rosenkranz zu beten sei in Zeiten der Ausgangssperre wichtig für die Familie. Deshalb lade er alle ein, im Monat Mai gemeinsam das Mariengebet zu beten.

Es sei wie ein Eintauchen in ein Jahrhunderte altes Volksgebet, so der Papst in seinem Brief. Mit dem Rosenkranz in der Hand könne man die Pandemie besiegen. Dieses Gebet könne in den Häusern Trost und Halt schenken, in denen die Menschen wegen des Virus bleiben müssten. Mit dem Rosenkranz könne man die Offenheit für die Hoffnung spüren, denn das Gebet zu Maria könne zum „normalen Lauf“ des Lebens zurück führen.

Zum Nachhören

Es handelt sich um einen Vorschlag des Papstes für den nächsten Monat Mai, in dem in vielen Ländern der Welt eine erste Lockerung der Ausgangssperre erwartet wird. Franziskus wendet sich in seinen Brief an alle Gläubigen. Darin erinnert er sie daran, dass es eine lange Tradition der Kirche sei, im Mai „den Rosenkranz zu Hause, in der Familie“ zu beten. Eine Dimension, stellt er fest, die uns auch die Beschränkungen der Pandemie aufs Neue nahe gebracht hätte, weil sie uns „gezwungen“ habe, den bisherigen Alltag auch vom spirituellen Standpunkt aus zu bewerten.

Rosenkranz, einfach und kraftvoll

Das gemeinsame Aufsagen des Rosenkranz – man kann ihn auch alleine, für sich beten – solle jeder je nach der eigenen Situation durchführen. Man solle sich vor allem auf die Geheimnisse des Gebets konzentrieren, so der Ratschlag des Papstes. Es handele sich um ein einfaches und kraftvolles Gebet. Franziskus schlägt vor, auch im Internet nachzuschauen. Dort gebe es, „gute Gebetsmuster, denen man folgen sollte“. „Gemeinsam das Antlitz Christi mit dem Herzen Mariens, unserer Mutter, zu betrachten – so der Papst abschließend – wird uns als geistliche Familie noch mehr einigen und uns helfen, diese Prüfung zu überwinden.“

Die beiden Gebete

In dem kurzen Brief fügt der Papst auch zwei zusätzliche Gebete bei. Er lädt alle ein, am Ende des Rosenkranzes diese zusätzlich mitzubeten. Er werde selbst, so versichert er in seinem Brief, im Monat Mai „geistlich vereint mit Ihnen beten“.

Das erste Gebet ist dasjenige, das zu Beginn der Krise, am vergangenen 11. März, in einer Videobotschaft veröffentlicht wurde. Er richtete es an die Muttergottes der göttlichen Liebe. Die Videobotschaft war anlässlich der Feier der Messe zum Gebets- und Fastentag unter dem Vorsitz von Kardinalvikar Angelo De Donatis übertragen worden.

Das zweite Gebet ist eine intensive Anrufung, die das bekannte „Salve Regina“ heraufbeschwört. Im Mittelpunkt steht die Bitte an die Muttergottes, ihre „barmherzigen Augen in dieser Pandemie des Coronavirus zu uns“ zu wenden. Daraufhin geht das Gebet auf all die Kategorien von Menschen ein, die seit Ausbruch der Pandemie auf verschiedene Weise wegen Covid-19 leiden und kämpfen.

(vatican news)

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25/04/2020
Papstbrief zum Rosenkranz im Mai im Wortlaut
Mario Galgano – Vatikanstadt

MARIA GRAF-SUTTER — Beschreibungen über mein inneres Leben (12)

 

Fortsetzung zu Folge 11

27. Mai. Fronleichnam. Am Vorabend Gewitter und Regen, sodass niemand erwarten durfte, dass die Prozession im Freien gehalten werden könne. Aber ich vertraute auf die Hilfe und Macht dessen, der gesagt: „Bin nicht ich es, der Wasser und Flüssen die Wege weist.“ Ich betete: „O mein liebster Jesus, wenn’s Dir zur Ehre und Verherrlichung gereicht, gebiete Du den Wolken zu fliehen und dem Regen aufzuhören, dass Du im Triumphe von allen geehrt und verherrlicht werdest. Erbarme Dich unser, o Gott, nach Deiner unendlichen Liebe und Barmherzigkeit und schaue nicht auf unsere Sünden, sondern komme Deinen Dienern zu Hilfe und erhöre uns! Komme und segne all Deine Erlösten, ihre Wohnungen, dass sie Stätten des Friedens werden, all die Fluren und Felder, dass sie weiter Dich verherrlichen in ihrer Pracht! Dir soll huldigen jedes Geschöpf und alles was grünt und blüht!“

„Mein liebster Heiland Jesus Christus, ich bitte Dich, komme heraus aus der Enge des Tabernakels und gib mir die Gnade, Dich mit Liebe und Andacht begleiten zu dürfen durch all Dein Eigentum! Segne alle, die mit Dir gehen, und alle die gleichgültig am Wege stehen! Rüttle diese auf vom Schlaf der Gleichgültigkeit und Weichlichkeit und gib ihnen den wahren Glauben, die feste Hoffnung und die brennende Liebe zu Dir!

Ich durfte Ihn begleiten, meinen Herrn und Gott, verborgen im heiligsten Sakramente. O welch unergründliche Gottesliebe ist es, die Jesus bewogen, ja gedrängt hat, sich so zu erniedrigen, dass Er verborgen in der hl. Hostie als Herr des Himmels und der Erde Seinen Auserwählten, Seinen Geschöpfen sich ganz überlässt, um immer unter uns zu sein! Niemand kann diese Liebe ermessen. Aber wer kann einer solchen Liebe noch gleichgültig gegenüberstehen? O es sind derer so viele, die während der Prozession so unandächtig und zerstreut sich benehmen, so viele, die überhaupt gar nicht an diese grenzenlose Liebe denken! Mein liebster Jesus, erbarme Dich ihrer, sie wissen nicht, was sie tun! O heiligstes Herz Jesu, Du leidende Liebe im heiligsten Sakramente, ich bete Dich an, o könnte ich Dich anbeten überall, wo Du verlassen bist, besonders von Deinen Freunden!

1. Juli. Fest des Kostbaren Blutes Jesu Christi. Und morgen ist Herz-Jesu-Freitag. Mein Gott, heute vor sieben Jahren hast Du selber mein Herz zutiefst erschüttert. Gleichgültig und müde vom Beten und in der Angst, es sei alles vorher Erlebte nur Täuschung, blieb ich daheim, anstatt am Herz-Jesu-Fest zu den hl. Sakramenten zu gehen. Aber ich dachte doch: könnte ich leben wie andere! Was soll das alles, das Erlebte, bedeuten, wenn es nicht Täuschung ist? Da stand so plötzlich Jesus vor mir, ganz natürlich und lebensgroß. Mit der rechten Hand zeigte Er auf Sein aufgerissenes Herz und bei jedem Herzschlag sah ich deutlich Sein hl. Blut in vielen Tropfen aus der offenen Wunde spritzen. Seine Augen hat Er in unsäglichem Weh und doch in so unendliche Liebe auf mich gerichtet. Und Er sagt: „Meine Wunden sind neu. An so vielen Seelen geht mein kostbares Blut verloren.“ O Er meinte, an so vielen Seelen, als Tropfen aus Seinem hl. Herzen fließen, geht es verloren.

Juli. Nun soll ich mich mit einem HH. Visitator vom hochw. Gnädigen Herrn Bischof aussprechen. Wie lange noch muss ich warten, bis ich einstehen darf für Jesus? Mein Herr und Heiland, ich übergebe mich immer Dir und Du bist stets bei mir. Was soll ich fürchten, wenn mein Gott bei mir ist?

Wenn ich mein Leben an meiner Seele lasse vorüberziehen, muss sich immer wieder denken: warum habe ich so Geheimnisvolles erfahren müssen, während andere ganz in der Welt versunken dahinleben? Warum verlangt Gott von mir mehr als von meinen Mitmenschen? Und nun verlangt die Kirche, dass ich tiefste Geheimnisse aussprechen soll. Noch weiss ich nicht wie ich alles in Worten sagen soll. Doch ich bete ja täglich: „Zu Dir, lieber himmlischer Vater, erhebe ich Herz und Hände und bitte Dich sende mir doch den Geist, dass Er Wohnung in mir nehme, dass Er in mir bleibe und aus mir mache, was Du, himmlischer Vater, aus mir haben willst! So komm denn, Hl. Geist, nimm Wohnung in meinem Herzen, erleuchte mich, dass ich Gottes Willen allzeit recht erkenne! Stärke und führe und leite mich, dass ich nur in Gott und für Gott und zum Heile der armen Sünder arbeite und leide! Und bete Du selbst in mir mit unaussprechlichen Seufzern, dass Gott Sein Werkzeug allzeit erhöre! Komm zu mir mit Deinen sieben Gaben und heilige mich, so wie Du mich haben willst!“

August. Nun ist mir erlaubt, den Bedrängten zu helfen und den Rosenkranz zu verbreiten. Aber, mein Gott, wer wird einer armen Sünderin solches glauben, dass die geheimen Wasser, durch die der Satan so viel Unheil und Sünde anrichtet, auf mein nächtliches Beten und das Rosenkranzgebet für die Bekehrung der Sünder, fliehen oder stillstehen? Die himmlische Gottesmutter erbarmt sich unser, ihrer Kinder, die Jesus sterbend am Kreuze ihr anvertraut hat. Sie will uns zu Jesus führen, will uns zu jenem Frieden verhelfen, den die Welt nicht geben kann. Den Menschen fehlt der echte Glaube an Gott. Sie glauben an die Fortschritte und Errungenschaften der Menschen, an die Technik, die den Menschen zum Wohle, aber auch zum Verderben gereichen kann. Sie glauben an den Menschen, als habe er die Macht, zu retten oder zu verderben. Den Glauben an den himmlischen Vater, der alles lenkt und leitet und in Seiner unaussprechlichen Liebe alles uns zum Besten lenken will, denken sie nicht mehr. Gott hat uns zuerst die Gottesmutter und dann den Erlöser gesandt. Und Er will, dass wir durch die Mutter, die unsere Mutter geworden ist, den Weg zu Gott zurückfinden. Dazu bietet sie uns den Rosenkranz, der uns die Geheimnisse des Glaubens und der Erlösung vor Augen führt. Kein Gebet ist geeigneter, den Glauben zu erneuern und das Leben und Leiden unseres Erlösers zu betrachten, als die Geheimnisse des heiligen Rosenkranzes. Am Rosenkranzgebet erkennt man den wahren Christen.

14. August. Heute an meinem Geburtstage habe ich allen Grund, dem lieben Gott zu danken für alles Gute, das Er, seit Er mich erschaffen, mir erwiesen hat. Meine Seele jubelt: „Wunderbar sind Deine Wege, o Gott, mein Gott, und ohne Grenzen ist Deine Liebe und Barmherzigkeit!“ Gott hat mich ins Dasein gerufen, um Sein Werkzeug zu sein im Walten Seiner göttlichen Vorsehung. Und ich verlange gar nichts als Seine Gnade, Seinen Willen zu erkennen, und Seine Liebe, die mich drängt, Seinen heiligen Willen allzeit zu erfüllen. Ich habe das Kreuz meines Erlösers umfangen und betete vor Ihm kniend für die Rettung meines Volkes aus dem Sumpf der Sünde zum wahren Glauben und Leben in Gott. Als ich betete: „Lieber Heiland und Erlöser, erbarme Dich Deiner Erlösten, die aus Sünde und Not den Weg zu Dir nicht mehr finden! In unendlicher Liebe zu uns hast Du sterbend Deine reinste Mutter uns zur Mutter gegeben, damit wir durch sie den Weg zu Deinem heiligsten Erlöserherzen finden. Ihr hast Du mein Gott, die Macht gegeben, dem Satan das Haupt zu zertreten. O sage Du Deiner gebenedeiten Mutter, dass sie auch heute wieder einstehen für Dich, die Seelen zu Dir führe und ihm das Haupt zertrete, dass er nicht länger die hl. Kirche schlage und peinige!“. „Das kannst auch du durch den Exorzismus“, so hörte ich mitten im Beten. Mein Jesus will, dass ich den Exorzismus bete für mein armes Volk, dass der böse Feind aus der hl. Kirche und den erlösten Seelen fliehen möge. Ich dachte über das Vernommene nach und erinnerte mich, dass ich, als mein liebes Kind in der Nacht immer im Schlaf aufschrie, dass ich nicht schlafen und nicht beten konnte, den großen Exorzismus betete, den ich vor Jahren von einem Priester erhielt; und das Kind war von da an ruhig. Mir aber träumte in jener Nacht: ich sah hinter und über mir einen blutroten großen Drachen. Er hielt mich mit seinen fordern Krallen umfangen und hat mich hin und her geschüttelt. Ich fühlte den Schmerz der Krallen im Fleisch und schrie laut auf. Er konnte nicht recht reden, er zischte nur: „Du brauchst mir nicht ins Handwerk zu pfuschen.“ Mein Gatte erschrak auch ob meinem Schrei und ich sagte es ihm. Ich glaube, ich sagte nur „Jesus, Maria“, und er war fort. Dann aber überkam mich eine so große Freude und Sicherheit wie noch nie; denn ich wusste, dass dieses alles Erleben von Gott ist, wenn es dem Teufel zuwider ist. All meine Zweifel, es sei alles Täuschung, ich sei nicht bei Sinnen, alles war einer frohen Zuversicht gewichen. Nun wusste ich, dass Gott etwas besonderes von mir will, dass Er mir da eine große Aufgabe gegeben hat. Seither fürchte ich den Teufel nicht mehr. Denn ich weiß, er kann mir nur antun, was Gott zulässt. Maria will die Seelen zu Jesus führen und Jesus will uns die Gnade der Bekehrung schenken durch Maria. Die heiligsten Herzen Jesu und Maria sind eins in der Liebe zu uns.

So will Jesus in Seiner alles übersteigenden Erlöserliebe seine Erlösten durch seine Mutter, durch die Er zu uns gekommen, wieder durch seine Mutter an sich ziehen und sein Volk retten aus Sünde und Tod.

Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir! Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, das mich fördert zu Dir! Mein Herr und mein Gott, nimm ich mir und gib mich ganz zu eigen Dir!

Heute vernahm ich das Evangelium, wo Jesus der weinenden Witwe ihren toten Sohn zum Leben erweckte und ihr zurückgab. Zuversicht auf die Liebe Gottes muss einem erfüllen. Aber ich bin In tiefer Bedrängnis und zutiefst im Herzen ist mir bange. Was will denn Jesus von einem so armseligen Menschen, wie ich bin? Warum hast Du, mein Gott, mir, Deiner armseligen geringsten Magd, so Großes anvertraut? Ich bin zu schwach, ich soll zu demjenigen gehen, von dem Du, mein Gott gesagt: „Er steht zwischen mir und Dir“, mit der tiefsten Angst im Herzen? Er wird mir nicht glauben. Doch ich weiß, wenn der Priester Dein Rettungsmittel gebraucht und die Seelen so zur heiligen Mutter führt, wird mein Opfern und Beten fruchtbringend sein. Doch ich finde den Mut nicht, solches dem Beichtvater zu sagen. Und solange ich es nicht sage, werde ich sicher diese Bedrängnis nicht los.

Ich suche Hilfe bei meinem lieben Herrn und Meister. Ganz inständig bete ich aus tiefstem Herzen zu Jesus. Er ist ja durch den Empfang der heiligen Kommunion bei mir und wird mich erhören. Er sieht meinen Willen, Ihm zu folgen, meine ach so große Schwäche, die mir immer wieder Furcht eingibt, der Beichtvater zweifle an mir und glaube nicht an das so Große und Wichtige; das ich ihm sagen muss. Er wird für mich einstehen.

Doch nichts geschieht. In Angst und Bangen gehe ich heim und denke: ich will dies alles ertragen aus Liebe zu Jesus, der noch Schrecklicheres für mich ertragen hat. Ich will leiden, wie Jesus es will und solange Er will, und sie ihm aufopfern für jene, an denen Sein heiligstes Leiden verloren geht.

Herz-Jesu-Freitag. O ewige unermessliche Gottesliebe! In Dir vereinigt, glückselig in Dir, mein Gott, ganz ein Herz und ein Wille mit Dir! Es ist der Himmel auf Erden. Ich darf ruhen am Herzen Gottes, meines Jesus. Mich ganz hingeben, in Ihm Leben ist höchste Wonne, heiliges Geschehen. Gott will, dass ich mich ganz dem anvertraue, der mich gerufen. Opfern und beten für jene, an denen Sein hl. Blut sonst verloren geht.

Gott, mein Alles! Will das aufrichtig sagen. So muss ich mich geistigerweise von allem trennen, was mir lieb und teuer ist. O ich sehe das Walten der göttlichen Vorsehung, wie Er für die Meinen sorgt, die ja die Seinen sind.

Ich bin nicht fähig, das zu beschreiben, was mich zutiefst in der Seele erschüttert.

1. Oktober. Gott der Herr über Himmel und Erde, der Gebieter über Wasser und Meere, nimmt mich als Sein Werkzeug an. Er hört auf mein Rufen und gibt mir zu erkennen, welche Menschen durch unterirdisches Wasser unter dem Einfluss Satans zu leiden haben. Diese sind von Seiner heiligen Mutter auserwählt, zu beten für jene die nicht mehr beten, an denen Sein heiliges Blut sonst verloren geht. Gott wird ihnen auf die Fürbitte Marias den Frieden geben und sie von der Drangsal befreien. Du, mein Gott, bist allein meine Liebe, mein Glück und Alles!

Wohin soll ich mich wenden und wem meine Seele übergeben? Wenn ich zurückdenke an alle meine seelischen Nöte, Bedrängnisse und Schwierigkeiten, all die geistigen Freuden und die Erfahrungen, die ich unter der Führung jenes Beichtvaters erfahren habe, den die himmlische Mutter mir gegeben und von dem Jesus gesagt hat: „Er steht zwischen mir und dir“, kann ich die Sehnsucht nicht zurückdrängen, diesem Priester mich ganz zu überlassen. Auf ihn allein kann ich vertrauen, denn er hat mich geführt wie ein Engel zu Gott.

Oktober. Mein Verlangen ist, Gott über alles zu lieben. Ich kann aber nicht lieben ohne das Verlangen, allen Seelen seine Liebe und sein Erbarmen mitzuteilen. Und ich möchte mich  ganz veräußern und aufopfern, dass sie gerettet werden. O mein Herr und Gott, Du kennst mein Verlangen. Ich darf eins sein mit Dir in Deinem Willen, Deiner Liebe zu uns Menschen.

November. Warum hat Gott wieder einmal dem geringsten und sündhaftesten aller Seiner Geschöpfe so unendlich viel Liebe und Gnade erwiesen? O ich Elende falle immer wieder in Lauheit und Gleichgültigkeit dieser unendlichen Gottesliebe gegenüber. Ach so oft und lange vergesse ich Seine heilige Gegenwart in mir. Und diese unermessliche Liebe hat schon so lange zu mir gesagt: „Ich habe Dich gerufen, ich bin ja bei dir.“ O ich muss denken, andere Menschen würden bei solcher Heimsuchung Jesu entbrennen in Liebe zu Ihm, und ich Ärmste bin ach so lau und kalt und träge im Opferbringen aus Liebe zu Jesus und seinen erlösten Seelen. Wann werde ich endlich anfangen, Gott, die unendliche Liebe, recht zu lieben? Alles an mir und in mir ist Schwachheit und Sünde.

Als ich in der heutigen frühen Morgenstunde mit ausgespannten Armen Jesu hl. Wunden betrachtete und mich und alle, die sich in mein Gebet empfohlen hatten, und alle, für die ich zu beten Gott schuldig bin, mein ganzes Volk, Sein Volk, für das Er Sein Leben hingegeben hat, da war mir, als sehe ich, wie Jesus sich dem himmlischen Vater aufopfert, so oft ein Priester im hl. Opfer den hl. Leib und das Blut Jesu Gott zum Opfer bringt.

Jesus blickt in unendlicher Liebe zu Seinem Vater auf, zeigt Ihm Seine, wie am Kreuz, ausgespannten Armen und Seine hl. Wunden, besonders Sein hl. Blutendes Herz und sagt: „Vater, in Deiner unendlichen Liebe habe ich mich für sie hingegeben, für jene, die Du mir gegeben hast. Schau, Vater, auf meine Wunden! Es fliesst durch Deine unendliche Liebe mein Blut. Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun!“ Und der Hl. Geist, die im Vater und Sohne vereinigte unermessliche Liebe, giesst durch die Wunden Jesu Ströme der Gnaden wieder heraus, Ströme Seines hl. Blutes am Kreuze überall jene, die diesem hl. Opfer beiwohnen in Andacht und die sich in das heilige Messopfer einschliessen und eingeschlossen werden.

„Deine Stunde ist gekommen, gib Zeugnis von mir!“ Diese Worte, die Jesus während dem Hauptgottesdienst nach der hl. Wandlung am Mauritiustage zu mir gesagt, als ich mich so ganz unwürdig fühlte, Seine Liebe und Seine göttliche Allmacht zu erfahren, lassen mir keine rechte Ruhe.

O ich weiss, ich soll Jesus bekennen vor den Menschen, soll Zeugnis von Ihm geben, dass Er es ist, der herrscht über Himmel und Erde, über Wasser und Meere; dass Er es ist, der in unendlicher Liebe für uns Sein hl. Blut vergossen und sterbend für uns Seine göttliche Mutter uns als Mutter gegeben, dass sie, die fürbittende Allmacht, bei Ihm alles vermag und in ihrer alles übersteigenden Mutterliebe uns zu Hilfe kommt, dass wir aus dem Sumpfe der Sünde gerettet werden, dass sie uns durch das Rosenkranzgebet zu Jesus führen will, damit Sein hl. Blut an keiner Seele verloren gehe. Dazu hat Jesus mich, Sein schwaches sündiges Weib, auserwählt. Ich kann es nicht verstehen. Ich bin ein Nichts und Sünde, zu schwach und zu unbeständig. Wenn das Erfahrene doch nichts anderes wäre als Täuschung, das Auffinden der Wasser Magnetismus mit Gedankenübertragung?

Noch einmal versuche ich, meine Gedanken an den Ort gerichtet wo ich weiss, dass Wasser hier ist. Aber bloß auf meine Gedanken gerichtet, steht der Rosenkranz still, reagiert auch kein Magnet. Wenn ich in Jesu Gegenwart zu Ihm sage: „Wenn Dir zur Ehre und Verherrlichung gereicht, gib mir zu erkennen, ob dieser Person geheime Wasser schaden an Leib oder Seele“, sofort reagiert der Rosenkranz und zeigt mir die Gattung der Wasser. Mein Gott, warum muss ich das erfahren? Und ich habe es so viel schon erfahren. Ich weiss so viele, denen der böse Feind schadet und durch die geheimen Wasser. Denn alles Gute kommt von Gott und alles Bösen letzte Ursache ist der Feind Gottes, der Teufel. Und das Böse, Unglück und Leid kommt durch die Sünde vom Teufel mit der Zulassung Gottes, er in seiner unfassbaren Liebe alles wieder zu unserem Besten lenken will. Und zuletzt ist alles Geschaffene, auch die geheimen Wasser unter der Erde, von Gott erschaffen, um Ihn zu verherrlichen.

Nun kommt das Schwerste, das Unfassbare. Wird der Herr über Himmel und Erde, der unendliche ewige Gott, auf die Worte einer einzigen Sünderin hören und in seine erschaffene Ordnung eingreifen? Ich kann es nicht verstehen. Je tiefer ich eindringe in dieses Geschehen, desto größer erscheint es mir. O müsste ich doch nichts solches erfahren! Wie glücklich sind jene, die nur dem Seelenführer gehorchen müssen, um zur Vollkommenheit zu gelangen!

In dieser Situation wollte ich mich an den Priester wenden, der die Liebe zu seinem göttlichen Meister mir gezeigt hat, als er den weiten Weg nicht scheute und mir, krank an Leib und Seele, so oft das Brot des Lebens gereicht, der mich wie ein Engel vom Himmel immer wieder den rechten Weg zu Gott geführt und von dem Jesus gesagt hat, als ich so innig ihn um einen Führer bat: „Er steht zwischen mir und Dir.“ Von ihm habe ich Rat und Beistand erwartet.

Mitten in dieses Gedenken hinein sagte unsere kleine Maria letzten Samstag: „Mutter ich will zur Muttergottes gehen, zur Kapelle.“ Ich sagte: „Ich habe jetzt keine Zeit, wir gehen dann morgen.“ Nach einer Weile sagte sie in tiefem Ernst: „Muttergottes wird weinen, wenn Mammi nicht mehr zu ihr geht.“

Diese Worte meines Lieblings waren mir wie ein Vorwurf, eine Mahnung. Und ich nahm sie mit und ging die Kirchenwäsche holen um sie der Verwaltung zu übergeben. Ganz aus tiefsten Herzen flehte ich die Schmerzensmutter um Hilfe und Fürbitte an: „O heilige Mutter, um Deiner reinsten Muttertränen, Deiner tiefsten Mutterleiden willen bitte Du für mich bei Jesus! Er soll mir zu erkennen geben, wann Dein tiefstes Mutterleid und das kostbare Blut Jesu an den Seelen verloren gehen. Sage mir, wie soll ich denn Zeugnis von Ihm geben! Übergib Du mich in Seine hl. Wunden!“

Nachher öffnete ich den Kasten, um die Albe herauszunehmen. Und ein so starker feuchter Geruch kam mir entgegen, dass ich dachte: Hier hat’s Wasser. Zudem hat der HH. Kaplan, der im Sommer die hl. Messe gelesen, gesehen, wie der Altartisch so nass war, dass das Wasser herunterrann. In Jesu Gegenwart fand ich links eine Kreuzung und rechts beim Kasten eine Quelle.

Ein elendes Nichts steht vor Gott dem Allmächtigen und sagt: „Jesus, Du hast gesagt, durch Deine hl. Wunden könne ich alles erlangen. Wenn’s Dir zur Ehre und Verherrlichung gereicht, gebiete Du den Wassern, zu weichen von dieser Stelle und nicht länger im Heiligtum der heiligen Mutter zu schaden! Jesus, gib mir Zeugnis von Dir und ich will mich ganz Dir schenken und Zeugnis von Dir geben!“

Dann ging ich wieder an die Arbeit und nachdem ich den Boden gereinigt hatte, nahm ich einer Anregung folgend den Rosenkranz, zeigte auf die Stellen, wo es Wasser angezeigt hat, und bat Jesus: „Sage mir, schadet hier das Wasser noch?“ Aber es reagierte nichts mehr. Zutiefst erschrocken kniete ich vor dem Gnadenbild nieder und betete: „Mein Herr und mein Gott, ich schenke mich Dir. Nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir! Gib alles mir, was mich fördert zu Dir! Nimm ich mir und gib mich ganz zueigen Dir! O Jesus, mein Alles, mach mich zum Werkzeug Deiner Liebe ganz nach Deinem hl. WiIlen!“ Aber ich stehe vor einer ach so großen Aufgabe. Doch was soll ich so furchtsam sein? Jesus ist ja bei mir und Seine Gnade genügt mir. Er macht alles gut.

(Fortsetzung folgt!)

Immer um 12 auf diesem Portal: der Rosenkranz aus Loreto

In bevorstehenden Karwoche übertragen wir auf diesem Portal von Montag bis Samstag um 12 Uhr den Rosenkranz aus dem Heiligtum von Loreto in Mittelitalien.

Die Übertragung im italienischen Original mit dem Erzbischof von Loreto, Fabio Cal Cin, tritt an die Stelle des Rosenkranzgebetes, das in den  vergangenen Wochen Vatikan-Kardinal Angelo Comastri im geschlossenen Petersdom leitete.

Loreto ist der bedeutendste Marienwallfahrsort Italiens. In der Basilika wird das Heilige Haus verehrt, in dem der Überlieferung nach die Gottesmutter Maria die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel empfing. Im Inneren der Wallfahrtskirche befinden sich die drei Wände des Hauses aus Nazareth, die Kreuzritter 1294 nach Loreto brachten.

Die Basilika von Loreto steht auch in Zeiten der Ausgangssperre in Italien aufgrund de Corona-Pandemie zum individuellen Gebet und zur Beichte offen. Heilige Messen können aufgrund der für das ganze Land geltenden Maßnahmen nur ohne Volk stattfinden, werden aber online übertragen.

(vatican news – gs)

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PATER PIO — Kraft seiner Fürbitte — Die Schule

Die Kraft seiner Fürbitte

Ein anderer Charakterzug der Seele des jungen Francesco ist unbestreitbar die Macht seines Gebetes. Da er sich schon ganz seinem Herrn geschenkt hat, kann ER dieser Freigebigkeit nichts verweigern. Francesco sieht die Bedürfnisse derer, die ihn umgeben, so nimmt er sie in sein Gebet hinein, bittet inständig, legt Fürbitte ein und bekommt die Gnade … So wird es Pater Pio sein Leben lang machen, wahrhaftig im Vollsinn des Wortes als ein Mann des Gebetes und der Fürbitte.

Pater Pio hat selber folgende Szene erzählt. 1896 liess ihn sein Vater, Zi´Grazio, als Neunjährigen hinter sich auf dem Esel aufsitzen und sie zogen beide nach Altavilla-Irpina los, einem kleinen, ungefähr 27 km entfernten Marktflecken. Es war ein Markttag und zugleich das Patronatsfest des heiligen Märtyrers Pellegrino, des himmlischen Beschützers der Pfarrei. Im überfüllten Heiligtum, das vollgestopft war mit überschäumenden, lärmenden Süditalienern, die bei ihren Gebeten gar deutlich ihre Gefühle durch äußere Zeichen bekundeten, machten Zi´Grazio und Francesco so gut es eben ging ihre Andacht. Um sie herum wurde gebetet, geweint, geschrien, und schon war man daran wieder wegzugehen. Da bat Francesco seinen Vater, er möge doch noch eine kleine Weile da bleiben.

Er hatte eben eine arme Frau entdeckt, mit fliegenden Haaren, schreiend, fluchend und betend zugleich. Diese hatte sich niedergeworfen an den Stufen des Altars, ihr missgestaltetes Kind in den Armen. Aus diesem Fleischklumpen kamen nur unartikulierte Laute und lautes Gebrüll hervor, was die Menge erzittern liess. Francesco vereinte sein Gebet mit dem der armen Mutter. Plötzlich, von diesem inständigen Bitten ermüdet und von nun an nichts mehr erwartend warf sie ihr gebrechliches Kind zur Statue des Heiligen hinauf, der oben auf dem Altar stand, indem sie schrie: „Warum willst du es nicht heilen? Da, behüt´ es, es gehört dir!“ Das Kind fiel glücklicherweise in die Arme der unglücklichen Mutter zurück. Aber es kam geheilt zurück. Pater Pio hat nie mehr diese Szene vergessen. Immer erzählte er sie mit Tränen in den Augen.

Man kann sich das vorstellen, dass diesem Vorgang ein ungeheures Durcheinander folgte. Jeder wollte sehen, berühren, sich Rechenschaft geben über den Vorfall. Man weinte, umarmte sich, schrie von einem Wunder und bald wurden die Glockenseile gezogen und mit allen Kräften geläutet, denn die ganze Welt sollte davon erfahren. Wir wollen darüber nicht erstaunt sein. Wir sind ja in Süditalien! Pater Raffaele da Sant´Elia von Pianisi, dem Pater Pio das Ereignis berichtet hatte, fügte hinzu, dass dem Pater beim Erzählen durch die bloße Erinnerung an dieses Wunder reichlich Tränen gekommen seien. Dies war, meinte Pater Raffaele, die Ankündigung so vieler geheimnisvoller Vorkommnisse, die später durch Gottes Zulassung und Fügung um Pater Pio herum geschahen.

„Auf der Rückreise, so erzählte Pater Pio, gab mein Vater dem armen Esel Stockschläge, der doch keine Schuld daran trug, und mir machte er schwere Vorwürfe, weil ich die Ursache der Verspätung war!

 

Die Schule

„Ich hatte fünf oder sechs Schafe für die Bedürfnisse der Familie, erzählt Zi´Gratio, der Vater Francescos, und eines Tages als der Kleine mit den Tieren auf der Weide war, verweilte ich dabei, ihn anzuschauen und ich sagte zu mir selber: „Bedenk doch ein wenig! Wegen ein paar Schafen darf dieser Sohn nicht zur Schule gehen!“ Und wenn man sich dabei sagen muss, dass er schon mehrere Jahre über die Schulpflicht hinaus war! Ich wandte mich an meinen Sohn und sagte zu ihm: – Franz, willst du zur Schule gehen? Sofort antwortete mir der Knabe: – Aber sicher will ich zur Schule gehen! – Ach du willst also dort hingehen? Wenn du gut lernst und wenn du es nicht wie dein Bruder machen würdest, dann wirst du sehen, dass dein Vater aus dir einen Mönch machen wird! …“

Dieser Bruder war kein anderer als der ältere Sohn Michael, der seine letzten Lebensjahre in San Giovanni Rotondo verbringen wird. Jedermann nannte ihn dort Zi´Michele. Sein Vater hatte ihn in die Schule geschickt, aber er hatte nie etwas lernen wollen, so hatte er ihn den auch bald wieder zurückgeholt.

Einige Zeit sollte noch vergehen, ehe Zi´Gratio sein Versprechen erneuerte. „Schließlich, sagte abschließend der Vater, habe ich abends mit meiner Frau darüber gesprochen und wir haben beschlossen, ihn an die Privatschule zu schicken, da dieser Junge schon längst die Schulpflicht hinter sich hatte“.

Und so wurde denn Francesco, als kleiner Knirps von zehn Jahren Don Domenico Tizzani, der ein wenig Latein konnte, anvertraut. Drei Jahre wird er bei ihm bleiben bis zum Quinta elementare.

Die Wahl dieses Lehrers war alles andere als glücklich, „denn, fuhr Zi´Gratio fort, wir hatten ihn zu einem Priester geschickt, der seinen Talar an den Nagel gehängt hatte und mit einer Frau zusammenlebte. Der hatte eine Privatschule eröffnet, um überleben zu können.“

Francesco gelang es nie, sich mit Don Tizzani zu verstehen und dieser Lehrer zahlte ihm diese Antipathie mit Spöttereien, Schlägen, Ungerechtigkeiten heim, die dem Kind viel Leid bereiteten. Er hielt Francesco für zu dumm, um auch nur das Geringste zu erlernen. „Er macht keine Fortschritte, erklärte er Mamma Peppa. Das ist verständlich, da er morgens immer zur Kirche geht zur heiligen Messe und am Abend wieder zur Kirche! Was kann er dabei lernen?“

Was würde der Vater dazu sagen, der seit mehreren Monaten nach Amerika ausgewandert war, um für die Bedürfnisse der Familie auszukommen? Die Mutter ließ über das Kind einen Hagel von Vorwürfen niederprasseln … „Mutter, antwortete Francesco gelassen, nicht ich mache keine Fortschritte, nicht die Kirche hindert mich daran zu lernen, nein er ist ein schlechter Priester …“

Die Mutter schwieg und sagte nichts mehr … Francesco spürte bereits das Böse, die Sünde. Aus seinem fernen Exil schrieb der Vater an seine Frau: „Nimm das Kind sofort von der Schule dieses gemeinen Kerls und schicke es zu einem besseren Lehrer …“

Viele Jahre später wurde Pater Piero als jungem Priester der Trost zuteil, den exkommunizierten Priester mit Gott und der Kirche versöhnen zu dürfen. Er starb im Frieden. Mit der besonderen Erlaubnis des Erzbischofs von Benevent wurde sein Leichnam mit der priesterlichen Amtstracht bekleidet.

Mamma Peppa fand einen besseren Lehrer. Sie vertraute Francesco Angelo Càvacco an, der aber bei weitem nicht alle religiösen Ansichten seines neuen Schülers teilte. Er hatte jedoch viel mehr Erfolg. Mit seinem neuen Lehrer, der bei ihm viel Intelligenz entdeckt hatte, begann Francesco zu arbeiten. Er gewann ein Schulabschlusszeugnis, sodass er sich für die Aufnahmeprüfung ins Franziskanerkollegium zu Morcone vorbereiten konnte.

Einer seiner Schulkameraden, Tiziano d´Andrea, schrieb am 14. Mai 1971 einen Brief, worin er einige Einblicke in die Schule des Lehrers Càvacco gab. Er erklärte, dass „die Fehler der Schüler durch Pensen, d. h. durch in einer bestimmten Zeit zu Hause zu erledigende Abschreibaufgaben von 5-10 Seiten, bestraft wurden. Diese mussten natürlich am nächsten Tag dem Lehrer vorgelegt werden um so den Schülern einzuprägen, dass man keine Fehler begehen dürfe, von welcher Art sie auch seien …“

Und Tiziano d´Andrea fuhr fort: „Unsere Schule beschränkte sich darauf, Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen zu erteilen. Es gab noch keine klar festgelegten Programme wie heute. Man übte das Diktat, entwickelte jede Woche einige Aufsatzthemen über die üblichen Gegenstände. Lehrstunden über Geschichte und Geographie waren eher spärlich …“

*

(Fortsetzung)

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Quelle: Pater Derobert – Pater Pio durchsichtig auf Gott hin – Geistliches Bildnis aus den Briefen Pater Pios gewonnen. Hovine Verlag, Belgien und Frankreich, 1990, 814 Seiten.

EINE HOFFNUNG DER HOFFNUNGSLOSEN

UNSERE LIEBE FRAU VON POMPEI

Alle jene, welche die Zeichen der Zeit verstehen, blicken mit Bangen in die Zukunft und sind übereinstimmend der Ansicht, dass wir schweren Prüfungen entgegengehen. Die heilige Kirche, die von Gott die Bestimmung erhalten hat, alle Völker zu allen Zeiten zu beglücken, hat auch stets das richtige Heilmittel in Bereitschaft, um die Übel einer Zeitepoche zu heilen. Wir brauchen nur die Arznei zu nehmen, die sie uns anbietet, und eine solche Arznei ist in unseren Tagen der Rosenkranz. Unsere Zeit hat in mancher Hinsicht große Ähnlichkeit mit jenen stürmischen Tagen, in denen der heilige Dominikus den Rosenkranz predigte, als letztes Mittel, um der Menschheit den Frieden wieder zu bringen.

Das Rosenkranzgebet war die Rettung der damaligen Zeit. Aber die Aufgabe des heiligen Dominikus war mit seinem Tode noch nicht vollendet. Der heiligen Katharina von Siena wurde einst die Größe und Herrlichkeit des heiligen Dominikus gezeigt und ihr geoffenbart, dass er bis ans Ende der Welt predigen werde.

Im Jahre 1878 gab Gott der Kirche in Leo XIII. einen Papst ganz im Geiste des heiligen Dominikus. Schon bei seiner Wahl wollte es Gott offenbaren. Eine hoch begnadete Nonne sah in einem Gesichte den neugewählten Papst und den heiligen Dominikus neben ihm. Zwanzig Rundschreiben über den Rosenkranz hat Papst Leo XIII an die Bischöfe der Welt gerichtet und die Christenheit zu diesem Gebet aufgefordert. Das ist die Waffe, die der große Papst den Kindern der Kirche gab gegen die Wut der Hölle, die die Kirche Christi vernichten will.

Aber auch die wunderbaren Ereignisse in Valle di Pompei bei Neapel in Italien riefen gleich der Stimme des heiligen Dominikus durch die ganze Welt und haben alle Nationen und Völker der Erde zum Rosenkranzgebet aufgefordert. Maria hat daselbst ein Heiligtum, einen Gnadenort vom heiligen Rosenkranz gegründet, der die ganze Welt in Staunen setzt. Sie hat dadurch der Welt zu erkennen gegeben, wie sie als Königin des Rosenkranzes verehrt werden will und was für Gnaden jene erlangen, die sie unter diesem Titel anrufen. Das beweisen die vielen Wunder, Bekehrungen, Krankenheilungen und Gebetserhörungen in der ganzen Welt.

Die Novene zur Rosenkranzkönigin in Pompei, in verzweifelten Anliegen, wurde in sechzehn Jahren in 21 Sprachen übersetzt, 184 Auflagen gaben 2 280 000 Exemplare. So sehr ist die Andacht zur Königin des Rosenkranzes in Pompei in der ganzen Welt verbreitet. Maria blickt mit besonderer Huld auf jene, die sie unter ihrem bevorzugten Titel „Königin des heiligen Rosenkranzes im Tale von Pompei“ anrufen, und, sei es auch von Ferne, ihre Werke an diesem Gnadenort unterstützen. In der Erscheinung der Muttergottes von Pompei, die sich im Jahre 1884 in Neapel im Hause des Commentatoren Agrelli ereignete, würdigte sich die himmlische Mutter zu offenbaren, wie sie angerufen werden wolle. Sie sagte zu der leidenden Fortuna Agrelli: „Wer immer Gnaden von mir will, halte drei Novenen mit dem Gebete des Rosenkranzes von fünfzehn Gesetzen, und drei Novenen zur Danksagung.“

Unzählige Gnaden sind schon durch diese Andachten erlangt worden. Es ist aber nicht verlangt, dass man alle Tage drei Rosenkränze bete, sondern zum Beispiel am ersten Tag den freudenreichen, am zweiten den schmerzhaften, am dritten Tag den glorreichen. So betet man in den drei Novenen neunmal alle drei Rosenkränze. Man muss sie aber mit Andacht und mit Betrachtung der 15 Geheimnisse beten, wenn möglich vor einem Bilde unserer Lieben Frau von Pompei. Dieses Bild ist an sehr vielen Orten aufgestellt und bringt viele Gnaden wie die Lourdgrotten, die überall errichtet sind. Damit die Gläubigen immer mehr zum heiligen Rosenkranz entflammt werden und mit Vertrauen zu unserer Lieben Frau von Pompei in ihren Anliegen flüchten, sollen im folgenden die Herrlichkeiten dieses Gnadenortes geschildert werden. Möge die Rosenkranzkönigin dazu ihren Segen geben!

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Fortsetzung (12.1.2020):

Das Heiligtum der Rosenkranzkönigin

Im Rosenkranzmonat des Jahres 1872 ging ein angesehener Rechtsgelehrter, namens Bartolo Longo durch das einsame Tal von Pompei. Trostlosigkeit, fast eine Art Verzweiflung umgab seine Seele. In dieser peinlichen Gemütsstimmung hörte er eine innere Stimme: „Wenn du gerettet werden willst, so tue etwas für die Verbreitung des Rosenkranzes!“ Das ist eine Verheißung, welche die Muttergottes dem heiligen Dominikus gab. Der Gedanke: wenn ich den Rosenkranz verbreite, bin ich gerettet, war wie ein Blitz in finsterer Nacht. In großer Aufregung, Gesicht und Hände zum Himmel erhoben, richtete er an die allerseligste Jungfrau die Worte: „Wenn es wahr ist, was du dem heiligen Dominikus versprochen hast, dass jener, der deinen Rosenkranz verbreitet, so leicht selig wird, so werde ich meine Seele retten, und ich werde diese Gegend nicht verlassen, ohne hier den Rosenkranz eingeführt zu haben.“ Da wurde es ruhig in seiner Seele, er hörte das Ave-Glöcklein, fiel auf seine Knie und betete das Ave Maria. Bald nach diesem Vorfall fing er an, bei den armen Leuten des Tales, es waren ungefähr 300 Bauern, das Rosenkranzgebet zu verbreiten, und schenkte ihnen Rosenkränze und Medaillen. Aber er hatte große Schwierigkeiten, die Leute waren sehr unwissend und viele kannten nicht einmal das Ave Maria. Drei Jahre lang wirkte er so unter ihnen, sah aber wenig Früchte. Im Jahre 1876, am 13. Februar, gelang es ihm, die Bruderschaft des Heiligen Rosenkranzes einzuführen. Darum wollte er in dem armen Parrkirchlein einen Rosenkranzaltar errichten. Der Bischof von Nola, in dessen Sprengel die Pfarrgemeinde lag, bat ihn jedoch, armen Leuten eine neue Kirche zu bauen und versprach ihm 500 Fr. Zu diesem Zwecke fing er an, Beiträge zu sammeln; es gab jedoch berghohe Hindernisse, aber Maria kam ihm zu Hilfe. In Neapel wurde ein krankes Mädchen plötzlich geheilt, nachdem es der Gottesmutter versprochen hatte, einen Beitrag zur neuen Rosenkranzkirche in Valle di Pompei zu geben. Dieses Wunder geschah am Tag, an dem daselbst die Rosenkranzbruderschaft errichtet wurde, und machte in Neapel großes Aufsehen. Ein Wunder für ein Landkirchlein, für Bauern! Bald geschah ein anderes Wunder. An einer Kranken, nachdem sie versprochen hatte, etwas für die neue Kirche zu opfern. Zahlreiche Gebetserhörungen fanden statt, wenn man eine Gabe für diese Kirche versprach. Auf diesem Wege sandte die Himmelskönigin ihrem verehrten Bartolo Longo Millionen. Maria gab durch fortgesetzte Wunder zu erkennen, dass sie an dieser Stelle keine neue Pfarrkirche sondern ein Weltheiligtum wolle, wo sie als Rosenkranzkönigin verehrt und angerufen werde. Fünfzehn Jahre wurde an dem herrlichen Tempel gebaut, der in Gold und Marmor glänzt.

Im Mai 1891 wurde diese Rosenkranzkirche durch Kardinal La Vallette, umgeben von 74 Bischöfen, Erzbischöfen und Kardinälen, eingeweiht. Weil diese Basilika aus den Opfern der Gläubigen der ganzen Welt gebaut wurde, hat der Gründer, Bartolo Longo, alles dem Heiligen Vater Leo XIII. geschenkt; es ist Eigentum des Apostolischen Stuhles. Leo XIII. hat dieses Heiligtum wie keine andere Kirche der ganzen Welt mit Ablässen und Privilegien bereichert. In dieser Kirche darf die heilige Messe bis 2:00 Uhr nachmittags gelesen werden. Jeder Priester darf täglich die Messe von Rosenkranz lesen, damit so das Rosenkranzfest wiederholt werde. Leo XIII. hat den Gründer Bartolo Longo mit einem herrlichen Schreiben beehrt und so vor der ganzen Welt seine Billigung ausgesprochen.

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Fortsetzung folgt!

Das Heilige Haupt Christi als Sitz der göttlichen Weisheit

Die Verehrung des Heiligen Hauptes Christi als Sitz der göttlichen Weisheit geht zurück auf Offenbarungen des Heilandes an Theresia Higginson († 1905).

Es würde jedoch über den bescheidenen Rahmen dieser Schrift hinausgehen, wenn wir das Leben dieser englischen Mystikerin ausführlich darlegen wollten. Wir verweisen dafür auf die Lebensbeschreibung der Theresia Higginson von Cecil Kerr. Nur kurz zusammenfassend sei hier das Wichtigste aus ihrem Leben und von ihren Offenbarungen wiedergegeben.

Theresia Helena Higginson wurde am 27. Mai 1844 zu Holywell in England geboren. Ihr Vater stammte aus einer tiefkatholischen Familie; ihre Mutter, von Geburt aus protestantisch, war in ihrer Jugend zur katholischen Kirche übergetreten.

Theresia war von den acht Kindern der Familie Higginson das dritte; es war unter anderem das lebhafteste und fröhlichste. Aber schon von frühester Kindheit an übte Theresia im geheimen Buße und Abtötung. Ihren ersten Unterricht erhielt die Kleine im elterlichen Hause. Im Alter von zwölf Jahren kam sie ins Kloster von Nottingham, wo sie neun Jahre lang studierte und mit großem Eifer Fortschritte machte in der Frömmigkeit und in der opferbereiten Liebe zu Jesus. Im Jahre 1865 kehrte sie in ihr Elternhaus zurück. Hier unterstützte sie ihre Angehörigen mit dem Erlös feiner Handarbeiten.

Bald aber kam die Zeit, da der Heiland diese auserwählte Seele ins öffentliche Leben führen wollte. Im Jahre 1871 brach in der Pfarrei St. Alexander in Bootle eine ansteckende Krankheit aus, die viele Opfer forderte. Pfarrer Powell, Rektor der dortigen Pfarrschule, musste wegen Mangel an Lehrkräften seine Unterrichtsanstalt schließen. In dieser Verlegenheit wandte er sich an die Leiterin der Normalschule von Mount Pleasant in Liverpool, die ihm Theresia Higginson als Lehrerin empfahl.

Theresia Higginson begann gleich den Unterricht zu erteilen; da sie jedoch keinen pädagogischen Unterricht genossen hatte, sollte sie auf Anraten der Oberin noch ein Jahr Spezialstudien machen. Darnach erst könnte sie eine endgültige Anstellung als Lehrerin erhalten. Pfarrer Powell aber drängte Theresia, sofort an den gerade stattfindenden Prüfungen teilzunehmen. Sie gehorchte und bestand das Examen glänzend.

Die Eltern waren jedoch mit dem Lehrerinnenberuf ihrer Tochter nicht recht einverstanden. In ihrer Gewissensnot fragte deshalb Theresia den heiligmäßigen Ignatius Spencer um Rat. Dieser bestärkte jedoch Theresia in ihrem Vorhaben, Lehrerin zu werden. Jedoch kam Theresia nicht nach Bootle, sondern 1872 zunächst zur Dorfschule von Orrell bei Wigan, und im folgenden Jahre zur Marienschule in Wigan. Mit warmem Aposteleifer widmete sie sich ihrem neuen Berufe. Von allen Schülerinnen war sie geachtet und geliebt. Zugleich aber zog der Heiland sie immer inniger an sich. Am Karfreitag 1874 schenkte der Heiland ihr während der Passionsschauung, die sie von jetzt ab fast jeden Freitag erlebte, Seine heiligen Wundmale. Jedoch betete Theresia, der Heiland möge ihr die sichtbaren Wundmale wegnehmen, ihr aber stattdessen noch größere Schmerzen gewähren. Ihr Wunsch ging in Erfüllung. Jedoch haben manche Priester und andere ihre nahstehende Personen die Stigmen, besonders an ihren Händen, sehen dürfen.

Aus Gesundheitsrücksichten kehrte Theresia 1875 nach Hause zurück, übernahm aber 1877 wieder eine Anstellung an der von Jesuiten errichteten Schule in Sabden bei Clitheroe.

Trotz aller Arbeiten und Sorgen als Lehrerin vertiefte sie hier ihr inneres Leben noch immer mehr. Schon als Kind hatte sie oft Engelscharen gesehen, die, in Andacht versunken, das hochheilige Sakrament umgaben. Dieses Schauspiel genoss sie jetzt noch öfters. Auch erfreute sie sich der wirklichen fühlbaren Gegenwart ihres geliebten Herrn. Jedoch litt Theresia auch oft unter quälenden, lästigen Angriffen der höllischen Geister.

In Sabden, wo nur einmal in der Woche die hl. Messe gefeiert und die hl. Kommunion ausgeteilt wurde, erhielt Theresia zum ersten Male die heilige Kommunion aus der Hand des göttlichen Heilandes. Manchmal geschah dies von jetzt ab sogar drei- oder viermal am selben Tag. Im Jahre 1875, am Feste des Hl. Herzens Jesu, empfing sie eine der größten Gnaden des mystischen Lebens: der Heiland erwählte sie in einer wunderbaren Anschauung zu seiner Braut und steckte ihr ein Dornenringlein an die Hand. Dadurch wollte der Heiland sie vorbereiten zur Sendung, die Er ihr bald anvertrauen würde.

Wegen Krankheit musste Theresia zu Beginn des Jahres 1879 Sabden verlassen. Die Sommermonate verbrachte sie bei ihrer Mutter und Schwester zu Neston in Cheshire. Hier wurde ihr erstmalig am Herz-Jesu-Fest 1879 während der Hl. Messe die Offenbarung über die göttliche Weisheit Jesu Christi und die vom Heiland gewünschte Verehrung seines Hl. Hauptes als Sitz der göttlichen Weisheit zuteil. Theresia schaute die göttliche Weisheit als einen leuchtenden Kristall mit unzähligen Augen, in dem sich das ganze Weltall spiegelte und der ein strahlendes Licht aussandte gleich „tausend Sonnen“. Es wurde ihr mitgeteilt, dass das göttliche Herz in all seinen Regungen und Handlungen ganz unter dem Einflusse dieser Weisheit stehe, und dass die Verehrung des Hl. Herzens durch die Verehrung des Hl. Hauptes als Sitz der ewigen Weisheit, vollendet werden müsse.

Als dann noch im selben Jahre Theresia, auf Wunsch des ihr gut bekannten Pfarrers Powell eine Stelle als Lehrerin zu Bootle übernahm, war es vor allem in der St. Alexanderkirche dortselbst, dass sie vom Heiland immer wieder aufgefordert wurde, die Andacht zum Hl. Haupte Christi, als dem Sitz der göttlichen Weisheit bekannt zu machen und zu verbreiten. – Theresia schreibt über eine dieser Visionen im Gehorsam ihrem Seelenführer Pfarrer Powell wie folgt:

„Es ist der Wille unseres vielgeliebten und göttlichen Herrn, dass sein heiliges Haupt als Sitz der göttlichen Weisheit angebetet werde; nicht nur das Haupt (ich will sagen, wie wir seine heiligen Hände und Füße anbeten) sondern das Haupt als Heiligtum der Seelenkräfte und der intellektuellen Fähigkeiten und in ihnen die Weisheit, die alle Liebe des heiligsten Herzens und alle Handlungen des ganzen Herzens Jesu unseres Herrn und Gottes geleitet hat … Dieses Haupt ist eine Welt von unendlicher Weite, ein Meer von ungeheuren Tiefen, eine Sonne von unerreichbarem Lichte, die nie untergeht, und es sind unermessliche Höhen unausgesprochene Geheimnisse der Vollkommenheit und Schönheit. – Unser vielgeliebter und gütiger Herr gab jedoch die Zeit nicht genau an, da diese Andacht öffentlich werden wird; doch ließ er mich erkennen dass jeder, der sein Hl. Haupt in dieser Weise verehre, auf sich selbst die auserwähltesten Gaben des Himmels herabziehe.“

In einem anderen Briefe berichtet Theresia von einer Vision am Himmelfahrtstage.

„Es war am frühen Morgen des Himmelfahrtstages, als ich unseren göttlichen Herrn sah, wie man ihn auf den Bildern des Hl. Herzens darstellt, ausgenommen, dass um sein Hl. Haupt noch ein Licht von unvergleichlichem Glanze und unvergleichlicher Schönheit strahlte. Es war wie eine Sonne, in der zwölf prächtige Edelsteine funkelten, die alle Farben des Regenbogens wiedergaben. Und in dem Haupte sah ich einen Ozean von unendlicher, klarer und ruhiger Tiefe, und die glänzenden Strahlen der Sonne durchdrangen ihn in seiner ganzen Tiefe, und es spiegelten sich in ihm alle Schönheiten der Sonne. Die zwölf Steine strahlten gleich Diamanten, ihre grünen, grünlichgelben, purpurnen, roten Lichter und alle Regenbogenfarben aus. Und in der Mitte des Lichtmeeres gewahrte ich ein (alles durchdringendes) Auge. Die Majestät dieses Schauspiels brachte mich derart außer mir, dass ich mehrere Stunden unfähig war, mich auch nur zu bewegen. Der Geist des Menschen ist zu schwach, seinen Verstand zu schwerfällig, um diese gewaltige Größe der Gottheit zu verstehen, zu fassen oder zu beschreiben, und es dünkt mich ein Wunder, nach einem kleinen Blick darein, noch zu leben … Das Licht verbreitete sich von allen Teilen seiner heiligen Person aus. Und aus seinem Hl. Herzen, das von Dornen umgeben und von einem Kreuze überragt war, sah ich Flammen hervorbrechen. Darüber schwebte ein silberweißes Licht in Gestalt einer Taube, und die Strahlen der Sonne umgaben das ganze mit einer außerordentlichen Lichtfülle.“

Über eine andere Heilanderscheinung am 27. Mai 1880 berichtet Theresia wie folgt:

„An diesem Morgen sah ich während der hl. Messe, da die geweihte Hostie bei der Wandlung emporgehoben wurde, sozusagen den ganzen himmlischen Hof in Anbetung niedergesunken; alsdann verschwand alles in eine Lichtflut, deren leuchtende Pracht von der Hl. Person unseres Herrn Jesus Christus herrührte.

Eine strahlende Sonne von wunderbarer Schönheit und Klarheit glänzte um sein Hl. Haupt und warf ihr Licht in die Tiefen seines Hl. Herzens. Hierauf ließ der Heiland mich sehr deutlich erkennen, dass die Zeit nahe, da Er der Welt den Wunsch, der Ihn sozusagen verzehrt, offenbare, Sein Hl. Haupt als Sitz der göttlichen Weisheit angebetet und verehrt zu sehen.“

Am 2. Juni 1880 teilte ihr der Heiland den Tag mit, an dem das Fest zu Ehren seines Hl. Hauptes gefeiert werden soll. Sie schrieb darüber ihrem Seelenführer u. a.:

„Unser geliebter göttlicher Herr verlangte von mir, Ihnen in seinem Auftrage mitzuteilen, Er wünsche, dass Sein Hl. Haupt als Sitz der göttlichen Weisheit öffentlich angebetet und verehrt werde; Er bestimmte auch, dass der Freitag in der Oktav des Festes des Hl. Herzens als Fest zu Seiner Ehre genannt werde, um Ihm an diesem Tage ganz besonders Genugtuung zu leisten und Seine Verzeihung zu erflehen; denn Er sagt: „Sieh, Meine geliebte Tochter, man bekleidet Mich als Narr und spottet Meiner in der Wohnung Meiner Freunde. Man krönt mich zum Hohne, Mich, der Ich der Gott der Weisheit und aller Wissenschaft bin, Mich den König der Könige, den Allmächtigen, den Unwiderstehlichen; man reicht Mir ein Zepter, um Mich zu verhöhnen. Ich wünsche, dass man diese Andacht, über die Ich Mich so oft mit dir unterhalten habe, bekannt mache, und Ich will, dass der erste Freitag nach dem Feste Meines Hl. Herzens als Tag des Festes zur Ehre Meines Hl. Hauptes als Sitz der göttlichen Weisheit vorbehalten werde und dass man Mir für alle Beleidigungen und für alle Sünden, die fortwährend gegen Mich begangen werden, öffentliche Anbetung darbringe.“ Er sagte auch, dass man wegen der Schwierigkeiten; die eintreten könnten und die sich gewiss einstellen, sich nicht entmutigen lassen soll, und dass die Kreuze zahlreich sein werden. „Jeder, der helfen wird, diese Andacht zu verbreiten, wird tausendmal gesegnet sein … Unser geliebter Herr sagt, dass all das, was er denen verheißen hat, die Sein Hl. Herz würdig lieben und verehren, auch jenen im Überfluss zuteil werde, die Ihn durch diese Andacht verehrten oder andere zu dieser Verehrung aneiferten.“

Einige Zeit später schreibt Theresia: „Als ich Freitag dem Hl. Sakramente meine gewöhnliche Besuchung machte, sah ich mit den Augen des Geistes Jesus gleichsam durch ein glühendes Feuer verzehrt; … und unser Herr ließ mich nun wieder etwas von dem innigen Wunsche empfinden, Sein Hl. Haupt verehrt zu sehen, so wie ich es schon erklärt habe. Ich sah, wie die göttliche Weisheit die Erlösung des Menschen geleitet hat, wie die hl. Seele Jesu Christi dabei mitwirkte, und ich verlor mich in Staunen und Bewunderung über das, was ich sah. Ich weiß selbst nicht mehr die Hälfte dessen, was ich wahrnahm; aber der brennende Wunsch Jesu prägte sich in mir äußerst tief ein.“

 

Und weiter schreibt Theresia Higginson:
„Ich sehe auch, wie durch die Andacht zum Sitze der göttlichen Weisheit der Heilige Geist sich unserem Verstand zu erkennen gibt, oder wie seine Eigenschaften sich in der Person des Sohnes Gottes offenbaren. Je mehr wir die Andacht zum Hl. Haupt üben, desto mehr werden wir das Wirken des Heiligen Geistes in der Seele bemerken, und desto besser werden wir den Vater, den
Sohn und den Heiligen Geist, die, obgleich dreifach in der Person, doch nur ein Wesen sind, erkennen und lieben. Ich denke, dass unser geliebter Herr unsere Gebete erhören müsste, falls wir
anfingen, ihn dreimal täglich durch sein kostbares Blut, sein Kreuz und sein Leiden zu bitten, die Entwicklung dieser Andacht beschleunigen zu wollen; denn unser Wunsch ist im Vergleich zu der brennenden Glut seines Wunsches nur ein winzig kleiner Funke. Oh, ich kann nicht verstehen, wie Er so sehr wünschen kann, Sich in dieser Weise verehrt zu sehen, Er, der Allmächtige, und dennoch die Erfüllung seines intensiven Wunsches in die Länge ziehen lässt. Gleichwohl
weiss ich, dass seine Wege unerforschlich sind, und dass alles, was Er will, notwendigerweise geschehen muss und sich gewiss ereignen wird.“

Am 15. Juni 1880 hatte Theresia wieder eine Offenbarung des Heillandes. Sie schreibt darüber:

„Unser gütiger und geliebter Herr zeigte mir, welch große Verherrlichung der anbetungswürdigen Dreifaltigkeit und seiner Hl. Menschheit durch diese Andacht zuteil werde, und er sagte zu mir, mich nicht zu entmutigen, wenn andere sie nicht sofort aufnehmen; denn jene, die jetzt die größten Gegner zu schein seien, ersetzten dies durch ihren Eifer in der Zukunft; dass sein Wille allmächtig ist, und dass er aus allem, dessen sich die Menschen bedienen könnten und sich
bedienten, um den Fortschritt dieser Andacht aufzuhalten, Mittel machen werde, sie zu verbreiten.
Am Himmelfahrtsfeste 1881 berichtet Theresia Higginson wieder folgendes über
ihre Schauungen:
„Als ich mich niederkniete, um die dreimal Hl. Dreifaltigkeit für die große Glorienerfahrung der Hl. Menschheit an diesem Tage anzubeten, fand ich mich von der höchsten Glut und Herrlichkeit der Sonne der göttlichen Gerechtigkeit ergriffen und aufgelöst, und ich hörte Lobpreisungen, Freudengesänge, die sich wiederholten und auf der Erde widerhalten; es erschallten Hymnen der
Dankbarkeit und der Bewunderung angesichts des Sitzes der göttlichen Weisheit. Ich sah alsdann in dem großen Kristall sich die Glorie, die der dreimal Hl. Dreifaltigkeit durch die Andacht zum Hl. Haupte zuteil werden wird, widerspiegeln, und ich sah die unberechenbare Zahl der Seelen, die ihr Licht inden Schoß der wahren Kirche und schließlich zum Throne Gottes führen wird.

Ich sah auch, dass dies ein Hauptmittel für die Bekehrung unseres armen, so geliebten Englands sein wird, und dass der Tag nicht mehr fern sei, an dem es seinen Verstand dem Glauben unterwerfen und durch diese Andacht die große Sünde des Abfalls vom Glauben bis zu einem gewissen Grad wieder gut machen wird, und dass der Name Mariä und ihres Sohnes durch unser Volk mehr geehrt werden, als es sie jemals entehrt hat.“

Am Fronleichnamsfest (19. Juni 1881) erschien ihr wieder der Heiland und belehrte sie abermals über seine Wünsche:

„Alsdann kam Er wirklich und zog mich an sich wie einen Regentropfen in den Ozean. Er stellte mir wieder Seinen großen Wunsch vor, den Sitz der göttlichen Weisheit verehrt zu sehen, und unterwies mich folgendermaßen: dass die unerschaffene Weisheit, Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist ist, und dass Gott der Sohn, das Bild der unerschaffenen Weisheit Gottes, da Er Mensch wurde, für sich selbst das Hl. Haupt als Wohnung errichtet hat; denn „die Weisheit hat sich ein Haus gebaut“. Und wie Jesus uns versprochen hat, immer bei uns zu bleiben, so werden Er und der Geist der Wahrheit Seine Kirche bis zum Ende der Zeiten führen, regieren und erleuchten.

Und ich sah Ihn einer Sonne gleich; die den Dampf von der Erde an sich zog; so werden auch Seelen, von den Strahlen dieser Sonne der Gerechtigkeit erwärmt und durch ihr Licht geleitet, emporsteigen zum großen, glänzenden Thron, um die Allerheiligste Dreifaltigkeit und Einheit Gottes anzubeten … Jesus aber schien eine Krone von Feuer zu tragen, die sein Hl. Haupt verzehrte und bis in Sein Gehirn hineinbrannte, und Er sagte: „Sieh, welch brennenden Wunsch Ich habe, Mein Hl. Haupt in der Weise verehrt zu sehen wie Ich es dir offenbart habe“.

„Am 16. Juni 1881 ließ mich unser göttlicher Herr ahnen, dass es sich mit dieser besonderen Andacht wie mit dem Senfkorn verhält, obgleich so wenig bekannt und so wenig geübt wird sie doch die größte Andacht der Kirche in der Zukunft sein …

Er ermunterte mich zu beten, auf das alle, besonders die Andersgläubigen und alle armen Sünder, das wahre Licht, den wahren Glauben und die Ware Weisheit empfangen. Er ließ mich wahrnehmen, dass jene, welche diese Andacht üben, durch den Glanz dieses wahren Lichtes leuchten und durch dieselben mehr Seelen zu Gott zurückführen werden, als solche durch ihre Untreue verloren gingen. Und es schien mir das Maria mit mir zu ihrem Sohne betete, und dass er ihre Hände mit Gnaden und Segnungen für uns fühlte; dass um Maria eine neue Glorie erstrahlte, die der Widerschein der Glorie ist, die den Sitz der göttlichen Weisheit umgibt. Unser geliebter und gütiger Herr erneuerte darauf abermals alle durch ihn gemachten Versprechungen, jene, die diese Andacht pflegen oder in irgendeiner Weise verbreiten helfen, zu segnen.“

Bei ihren Anschauungen und mystischen Erlebnissen hatte Theresia Higginson auch schwere Prüfungen und Leiden zu erdulden. Auch teuflische Angriffe quälten sie recht oft. Der göttliche Meister aber wachte über seine Treueleidensbraut und stärkte sie durch den vertrautesten Umgang sowie durch die heilige Kommunion, die er ihr oft eigenhändig brachte.

In der Schule aber blieb Theresia die kleine, liebevolle Lehrerin. Hier merkte man nicht, dass sie so oft in der Ekstase mit dem Heiland reden durfte, dass sie seine Passion miterlebte und ganz in ihrer Sendung aufging, die Verehrung des Hauptes Christi zu verbreiten. Selbst die Gnade der Bilokation hatte ihr der Heiland verliehen. Während sie unter ihren Kindern wirkte oder auf inniger Weise im Gebet beim Heiland war, weilte sie des öfteren als Missionarin bei Negerstämmen in Südafrika oder bei Indianern in Amerika. Dies geschah nicht dem Geiste nach, sondern in leiblicher Wirklichkeit.

Theresia hatte manchmal auch schwere Seelenkämpfe zu bestehen. Ihre Seele war dann wie in Dunkelheit gehüllt; sie befand sich in der dunklen, läuternden Nacht, von der der heilige Johannes vom Kreuz in seinen mystischen Werken schreibt. In großer Geistesdürre und unter vielen Anstrengungen verrichtete sie dann ihre religiösen Übungen, die früher ihre höchste Wonne waren.

So geläutert durfte Theresia Higginson in der Nacht vom 23. Oktober 1887 die Gnade der mystischen Vermählung mit dem Heiland erleben. Dies geschah zu Clitheroe, wo sie bei ihrer Freundin Elisabeth Dawson zu Besuch weilte. Sie teilte dieses mystische Erlebnis gehorsamst ihrem Seelenführer mit. Trotz allem aber blieb sie immer die einfache, demütige Lehrerin, die in ihrer tiefen Vereinigung mit dem Heiland nach dem Vorbild der heiligen Jungfrau Maria in dankbarer Demut täglich das Magnificat jubelte. Ihr Durst nach Leiden und Opfer ging in dem großen Leitmotiv ihres Lebens auf: „Was Er will!“ 

Nach ihrer mystischen Vermählung war ihre Seele von Ruhe und Frieden erfüllt. Durch die Vermittlung des Pfarrers Snow fand Theresia nun Aufnahme im Kloster der heiligen Katharina in Edinburg (1887-1899). Hier lebte sie schlicht und einfach, stets bereit, allen zu helfen. Bald war sie in der Schule tätig, dann in der Sakristei, ja selbst in der Kirche. Mit feurigem Eifer machte sie das Kloster und die Umgebung mit der Verehrung des Hl. Hauptes bekannt.

Ihr letzter Wirkungskreis war seit 1904 Chudleigh im südwestlichen England. Jedoch brach hier ihre schwache Gesundheit zusammen. Zusehends nahmen ihre Kräfte ab. Der Heiland ließ sie nochmals Sein Leiden miterleben und holte sie am 15. Februar 1905 zur ewigen Heimat ab.

Ihr Leichnam, der nach dem Tode eine fast überirdische Schönheit aufwies, wurde nach Neston überführt und dort in der Familiengruft neben Mutter Higginson beigesetzt.

Theresia Higginson war eine hervorragende Mystikerin. Pater Wilberforce O.P., aus dem Heilig-Kreuz-Kloster von Leicester, legt in einem Memorandum, das Cecil Kerr als Anhang ihrer Lebensbeschreibung veröffentlicht hat, Zeugnis ab für die heldenhafte Demut und Geduld, und für den hervorragenden Gehorsam und Opfergeist der Theresia. Generalvikar Snow, der 22 Jahre ihr Seelenführer war, wagt sogar den Ausspruch: „Ich erachte es als meine Pflicht, zu behaupten, dass Theresia nicht nur eine Heilige war, sondern auch eine der größten Heiligen, die der allmächtige Gott je in seiner Kirche erstehen ließ.“ Übrigens beweist ja auch die Tatsache, dass ihr Seligsprechungsprozess, der im Jahre 1932 in Rom eingeleitet worden ist, eindeutig, dass der Bischof, der ihn eingeleitet hat, und alle, die dazu mitgeholfen haben, von ihrer Heiligkeit überzeugt sind.

Dass Theresia Higginson noch nicht seliggesprochen worden ist, beweist nicht gegen ihre Heiligkeit und I die Glaubwürdigkeit ihrer Offenbarungen. Wir dürfen hier keine Parallele ziehen mit Theresia vom Kinde Jesu. Letztere hatte in ihrem Leben keine aussergewöhnlichen Anschauungen, Offenbarungen und Ekstasen. Ganz anders Theresia Higginson. Bei einer Person aber, die mit den Stigmen und mit so wichtigen und weittragenden Offenbarungen, die eine neue Andacht betreffen, begnadigt war, wäre es gerade jetzt zu verwundern, wenn die Seligsprechung jetzt schon erfolgt wäre. In derartigen komplizierten Fällen lässt sich die Kirche meistens sehr lange Zeit instruktive Beispiel dafür ist das grosse, ganz gleich geartete Vorbild von Theresia Higginson: Margareta Alacoque († 1690). Es wird doch jetzt niemand mehr bezweifeln, dass Margareta Alacoque eine wirklich grosse, ganz einzig begnadeter Heilige war. Und doch wurde sie erst 1864, also 174 Jahre nach ihrem Tode, seliggesprochen, und erst 1920 also 230 Jahre nach ihrem Tode kanonisiert. Ebenso muss der heilige Johannes Eudes († 1680), der als erster den liturgischen Kult des Heiligen Herzens Jesu einführte und im Brevier jetzt so ruhmvoll „Vater, Lehrer rund Apostel“ der Herz-Jesu -Andacht genannt wird, 229 Jahre auf seine Seligsprechung warten.                                   .

Wann wird der mystisch begnadeten Seele von Neston diese Ehre zuteil? Gott allein weiß es. Uns aber genügt zu wissen, dass sie eine außergewöhnlich reich begnadete Mystikerin war und dass die ihr zuteil gewordenen Offenbarungen um den einen Kerngedanken kreisen: die Verehrung des Hauptes Christi, als Sitz der göttlichen Weisheit.

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Quelle: Robert Ernst: Das Heilige Haupt Christi als Sitz der göttlichen Weisheit; Heiland, Mai-Juni 1956

PAPST JOHANNES PAUL II. (1920-2005)

Gebet zum 35. Weltgebetstag um geistliche Berufungen, 3. Mai 1998

Geist der ewigen Liebe,
der Du vom Vater und vom Sohne ausgehst,
wir danken Dir für alle Berufungen an Aposteln und Heiligen,
die die Kirche fruchtbar machten.
Wir bitten Dich, führe auch heute Dein Werk fort.
Gedenke, wie Du einst am Pfingstfest
auf die Apostel herabkamst, die zum Gebet versammelt waren
mit Maria, der Mutter Jesu,
und schau auf Deine Kirche, die heute ganz besonders
heiligmäßige Priester braucht,
treue und vollmächtige Zeugen Deiner Gnade,
die Ordensmänner und Ordensfrauen braucht,
welche die Freude derer sichtbar machen, die nur für den Vater leben,
derer, die sich die Sendung und Hingabe Christi zu eigen machen,
und derer, die in Liebe an der neuen Welt bauen.
Heiliger Geist, immerwährender Quell der Freude und des Friedens,
Du bist es, der Herz und Sinn für den göttlichen Anruf öffnet;
Du bist es, der jeden Antrieb zum Guten, zur Wahrheit
und zur Liebe wirksam werden lässt.
Dein „unausprechliches Seufzen“ steigt
aus dem Herzen der Kirche zum Vater empor,
der Kirche, die für das Evangelium leidet und kämpft.
Öffne die Herzen und Sinne der jungen Männer und Mädchen,
damit ein neues Aufblühen heiligmäßiger Berufungen
die Treue Deiner Liebe zeige
und alle Christus erkennen können,
das wahre Licht, das in die Welt gekommen ist,
um jedem Menschen die sichere Hoffnung
auf ewiges Leben zu schenken. Amen!

Quelle

Siehe dazu auch: