Johannes XXIII. – Enzyklika über das Rosenkranzgebet für die Missionen und den Frieden

Der Rosenkranz im bisherigen Leben des Papstes

1 Dankbares Gedenken steigt seit den frühen Jahren Unseres Lebens in Unserer Seele an jene Rundschreiben auf, die Unser Vorgänger Leo XIII. unvergesslichen Andenkens beim Herannahen des Monats Oktober oft an die katholische Welt richtete, um besonders für den Verlauf dieses Monats alle zum frommen Beten des Marianischen Rosenkranzes aufzurufen (1). Es waren Schreiben, geschmückt mit einer Vielfalt von Gedanken, durchdrungen von Weisheit, stets aufs neue begeisternd und überaus förderlich für das christliche Leben. Mit sanftem Nachdruck riefen sie das katholische Volk auf, mit großem Vertrauen zu Gott zu flehen, indem es unter dem überaus mächtigen Schutz der jungfräulichen Gottesmutter Maria den heiligen Rosenkranz betet. Dies ist ja, wie alle wissen, die geeignetste Form von Gebet und Betrachtung, mit der der mystische Kranz aus Engelsgruß, Herrengebet und Lobpreis der Heiligsten Dreifaltigkeit, dem „Ehre sei dem Vater…“, geflochten wird. Damit wird die Betrachtung der wichtigsten Geheimnisse unseres Glaubens verbunden, bei der uns die Menschwerdung Christi und die Erlösung des Menschengeschlechtes der Reihe nach vor Augen geführt werden. Diese liebliche Erinnerung der Jugendjahre ist im Laufe Unseres Lebens keineswegs erloschen, ja nicht einmal verblasst. Sie macht Uns vielmehr – Wir wollen es mit schlichter Aufrichtigkeit gestehen – den Marianischen Rosenkranz, den Wir an keinem Tage des Jahres unterlassen haben und den Wir mit besonderer Andacht während des nächsten Monats beten wollen, überaus teuer.

Während des ersten Jahres Unseres Pontifikats, das zu Ende geht, haben Wir den Klerus und das christliche Volk nicht nur einmal bei gegebenem Anlass zu öffentlichen und privaten Gebeten aufgerufen. Jetzt tun Wir dies aber mit noch größerer Eindringlichkeit und mit bewegtem Herzen aus mehrfachen Gründen, die Wir in diesem Rundschreiben kurz und in geraffter Form darlegen wollen.

Johannes XXIII. im Einklang mit seinem Vorgänger

2 I. Im kommenden Monat Oktober wird es ein Jahr, dass Unser Vorgänger Pius XII. fromm aus diesem irdischen Leben schied, das er mit vielen und hervorragenden Taten geschmückt hatte. Zwanzig Tage später sind Wir, ohne Unser Verdienst, durch Gottes geheimnisvollen Ratschluss auf die hohe Stufe des päpstlichen Amtes gestellt worden. Es schien, als ob ein Papst dem anderen die gesamte Christenheit gleichsam als ein heiliges Erbe von Hand zu Hand übergebe, damit er es weide. Ebenso deutlich zeigte sich die Hirtensorge bei der, durch die sich ihre väterliche Liebe zu allen Völkern kundtut. Machen nicht diese beiden Ereignisse, das eine voller Trauer, das andere voller Freude, vor aller Augen deutlich, dass, während alle menschlichen Dinge nacheinander dem Untergang geweiht sind, das römische Papsttum im Laufe der Jahrhunderte unversehrt überlebt, wenngleich auch jedes sichtbare Oberhaupt der katholischen Kirche nach dem durch die göttliche Vorsehung festgesetzten Zeitraum aus dieser irdischen Verbannung abberufen wird?

Alle Christgläubigen mögen, wenn sie des verstorbenen Pius XII. und insbesondere seines demütigen Nachfolgers in Liebe gedenken, in denen der heilige Petrus das unvergängliche Amt des Obersten Hirten weiterhin ausübt, folgende Bitte an Gott richten: „Dass Du den Apostolischen Hirten und alle Stände der Kirche in der heiligen Religion erhalten wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!“ (2) Ebenso möchten Wir daran erinnern, dass auch Unser unmittelbarer Vorgänger in der Enzyklika, die mit den Worten „Ingruentium malorum“ (3) beginnt, in gleicher Weise wie Wir alle Christgläubigen aufgerufen hat, den Marianischen Rosenkranz vor allem im Monat Oktober andächtig zu beten. In jenem Rundschreiben steht die Mahnung, die Wir gern wiederholen: „Eilt mit noch größerem Vertrauen zur jungfräulichen Gottesmutter; zu ihr in schwieriger Lage seine Zuflucht zu nehmen, war dem christlichen Volk stets ein besonderer und geheiligter Brauch, da sie ja die ‚Ursache des Heiles für das ganze Menschengeschlecht geworden ist‘ (4)“.

Gebetsbitte des Papstes: Die Glaubensboten

3 II. Am 11. Oktober wollen Wir freudigen Herzens das Kreuz Jesu Christi mit eigener Hand mehreren Glaubensboten reichen, die ihre liebe Heimat verlassen, um ferne Völker mit dem Lichte Christi zu erleuchten, nachdem sie diese schwere Aufgabe auf sich genommen haben. Am Nachmittag des selben Tages wollen wir das Nordamerikanische Seminar auf dem Gianicolo besuchen, um die Hundertjahrfeier seiner Gründung mit den Vorstehern, Lehrern und Studenten der Theologie feierlich und freudigen Herzens zu begehen.

Diese zwei Feiern treffen wie zufällig auf denselben Tag, bedeuten fast dasselbe und bestätigen dasselbe: nämlich dass die katholische Kirche bei allem, was sie tut, stets von einer himmlischen Anregung bewegt und von den Grundsätzen und Lehren der ewigen Wahrheit geleitet wird, und dass all ihre Söhne durch ihre edle und tätige Gesinnung mit aller Kraft zu gegenseitiger Achtung und brüderlicher Verbundenheit der Völker und zu einem sicheren Frieden beitragen sollen. Das bewundernswerte Schauspiel, das diese jungen Menschen bieten, ist in der Tat so gewaltig, dass es größte Hoffnung auf glücklichere Zeiten wecken kann; sie geben sich ja nach Überwindung unzähliger Schwierigkeiten und Hindernisse Gott ganz hin, damit auch die anderen Menschen Christus gewinnen (5), sei es in fernen Ländern, denen das Licht der Wahrheit noch nicht aufleuchtete, oder sei es in jenen riesigen Städten voller Unruhe und Geschäftigkeit, in denen die tägliche Arbeitslast so verwirrend und unüberschaubar geworden ist, dass sie bisweilen das Herz der Menschen verdorren lässt und gleichsam in den Strudel der irdischen Güter hineinreißt. Von den Lippen der Älteren aber, die aus demselben Grunde so schwere Lasten schon getragen haben, dringt das inständige Gebet des Apostelfürsten: „Lass deine Diener mit allem Vertrauen Gottes Wort verkünden“ (6) !

Ihrer aller apostolische Mühen mögen, so wünschen wir immer wieder, der erhabenen Jungfrau Maria im kommenden Oktobermonat durch flehentliches Gebet empfohlen sein.

Gebetsbitte: Die verschiedenen geistigen Nöte

4 III. Noch ein anderer Grund veranlasst Uns dazu, noch inständigere Bitten an Jesus und an seine geliebte Mutter vom Heiligen Kollegium der Kardinäle, von euch, Ehrwürdige Brüder, von den Priestern, von den gottgeweihten Jungfrauen, von allen Kranken und Leidenden, von den unschuldigen Kindern und von der gesamten Christenheit aus tiefstem Herzen zu erflehen: nämlich dass jene, von denen größtenteils das Schicksal der Völker abhängt, deren legitime Rechte und deren reiches geistliches Erbe unversehrt zu erhalten ist, gleichgültig, ob sie klein oder groß sind, die kritische Lage unserer Tage aufmerksam im Auge behalten.

Wir flehen also zu Gott, dass diese die Ursachen der Zwietracht gewissenhaft untersuchen und mit gutem Willen kraftvoll überwinden. Besonders sollen sie bedenken, dass kriegerische Auseinandersetzungen – die Gott verhüten möge – nichts anderes hervorbringen, als ungeheueres Verderben für alle, und sie sollen darauf überhaupt keine Hoffnung setzen. Die Gesetze im bürgerlichen und sozialen Bereich, durch welche die Völker und die bürgerliche Ordnung untereinander zusammengehalten werden, sollen den Bedürfnissen der Menschen unserer Zeit angepasst werden. Sie mögen auch nicht die ewigen Gesetze vergessen, die von Gott stammen und die die Fundamente und gleichsam die Angelpunkte für die Leitung der Völker sind. Auch sollen sie die geistigen Ansprüche der Menschen vor Augen haben; denn wie sie vom allmächtigen Gott geschaffen sind, so sind sie auch dazu bestimmt, ihn zu erreichen und sich seiner zu erfreuen.

Des weiteren muss bemerkt werden, dass solche Formen des Denkens und Philosophierens bestehen und ebenso solche Lebensauffassungen heute verbreitet werden, die mit der christlichen Lehre in keiner Weise übereinstimmen können. Niemals werden wir aufhören, dies mit ruhiger, fester und sicherer Überzeugung zu erklären.

Doch Gott hat die Menschen heilbar gemacht (7)!
Demnach hoffen Wir für die Zukunft, dass die gehaltlosen Forderungen und Pläne hintangesetzt werden, die ihre Ursache in einer bestimmten Denk- und Handlungsweise haben und die fast wie Kristall hart geworden sind und, wie alle wissen von den Irrtümern des Laizismus und Materialismus durchdrungen sind. Mögen dann die rechten Heilmittel in jener gesunden Lehre gesucht und gefunden werden, die Tag für Tag mehr durch die praktische Erfahrung bestätigt wird. Diese Lehre aber bezeugt: Gott ist der Urheber des Lebens und seiner Gesetze; Er ist der Anwalt des Rechtes und der Würde der menschlichen Person. Gott ist also „unser Heil und unsere Erlösung“ (8).

Die Augen unseres Geistes blicken auf alle Länder, in denen alle Völker vom Streben nach besseren Zeiten bewegt zu sein scheinen und in denen sich beobachten lässt, dass eine gewisse geheime Kraft Leben gewinnt; diese berechtigt zu der Hoffnung, dass das rechte Gewissen des Menschen pflichtgemäß angetrieben wird, das wahre Wohl der ganzen Menschheit zu fördern. Damit dies in möglichst glücklicher Weise geschieht, das heißt mit dem Triumph des Reiches der Wahrheit, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Liebe, ermahnen Wir alle Söhne in Christus, dass sie „ein Herz und eine Seele seien“ (9) und dass sie im kommenden Monat Oktober zur Königin des Himmels und unserer geliebten Mutter gemeinsam inständige Bitten richten und dabei folgende Worte des Völkerapostels Paulus bedenken: „In allem werden wir bedrängt, doch nicht erdrückt, hilflos sind wir, doch wir verzweifeln nicht. Verfolgt sind wir, doch nicht verlassen, niedergeworfen, doch nicht verloren. Allzeit tragen wir das Hinsterben Jesu an unserem Leibe, damit auch das Leben Jesu an Unserem Leibe sichtbar werde.“ (10)

Gebetsbitte: Die römische Synode und das Konzil

5 Bevor Wir aber diese Enzyklika abschließen, äußern Wir noch den Wunsch, Ehrwürdige Mitbrüder, dass ihr den Marianischen Rosenkranz im Monat Oktober mit besonderer Frömmigkeit betet, und zwar auch aus folgendem Grund, der Uns so sehr am Herzen liegt: Möget ihr die jungfräuliche Gottesmutter Maria mit flehentlichen Bitten bestürmen, damit die Römische Synode für diese Stadt fruchtbar und heilbringend werde und damit aus dem kommenden Ökumenischen Konzil, an dem ihr selbst mit eurem Rat teilnehmen werdet, die ganze Kirche ein so wunderbares Wachstum gewinnt, dass auch die von diesem Apostolischen Stuhl getrennten Brüder und Unsere Söhne von dieser aufblühenden Kraft, die Wir erhoffen, Ermunterung und heilsamen Ansporn zur Übung aller christlichen Tugenden gewinnen. Erfüllt von dieser Hoffnung erteilen Wir jedem einzelnen von euch allen, Ehrwürdige Mitbrüder, und auch der ganzen euch anvertrauten Herde, besonders aber jenen, die diesen Unseren Aufforderungen mit frommem und tätigem Sinn nachkommen, in grenzenloser Liebe den Apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom, bei St. Peter, am 26. September 1959,
im ersten Jahre Unseres Pontifikates

 

Johannes XXIII.

 

Anmerkungen

(1) Vgl. oben Nr. 31-136.

(2) Allerheiligenlitanei

(3) Vgl. oben Nr. 203-208.

(4) Irenäus, Adv. haer. III, 22; MG VII, 959; vgl. Nr. 205. 

(5) Vgl. Phil 3, 8.

(6) Apg 4, 29. 

(7) Vgl. Weish 1, 14.

(8) Aus der Liturgie.

(9) Apg 4, 32.

(10) 2 Kor 4, 8-10.

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Quelle: Graber/Ziegenaus, Die marianischen Weltrundschreiben der Päpste von Pius IX. bis Johannes Paul II., Herausgabe im Auftrag des Institutum Marianum e.V.; Schnell & Steiner Regensburg 1997; 3. erweiterte und überarbeitete Auflage, S. 261-265 (Nn. 260-264).

Entnommen bei: www.kathtube.com

Vatikanische Texte: [ EN – ES – IT – LA – PT ]

Papst kündigt Gebetstag für Frieden in Afrika an

Angelusgebet des Papstes (Vatican Media)

Franziskus hat einen besonderen Tag des Gebets und des Fastens für den Frieden auf der Welt ausgerufen.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Bei seinem Angelusgebet am Sonntag sagte er, der Gebets- und Fasttag solle am 23. Februar stattfinden, dem ersten Freitag in der Fastenzeit. Schon im September 2013 hatte Franziskus einen besonderen Tag des Gebets und Fastens für einen Frieden in Syrien durchgeführt. Ende November letzten Jahres leitete er außerdem ein Friedensgebet für Afrika im Petersdom.

„Angesichts der fortdauernden, tragischen Konfliktsituationen in verschiedenen Teilen der Welt lade ich alle Gläubigen zu einem besonderen Tag des Betens und Fastens für den Frieden ein“, so der Papst nach seinem Angelusgebet am Petersplatz wörtlich. „Wir widmen ihn besonders der Bevölkerung in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan. Wie bei ähnlichen Gelegenheiten lade ich auch wieder die nicht-katholischen und nichtchristlichen Brüder und Schwestern ein, sich dieser Initiative auf die Weise, die sie für am besten geeignet halten, anzuschließen.“

“ Beten – aber nicht nur ”

Im Südsudan, einem der jüngsten und ärmsten Staaten der Erde, tobt seit einigen Jahren ein verheerender Bürgerkrieg; die Absicht des Papstes, eine Friedensmission in den Südsudan durchzuführen, ließ sich bisher aus Sicherheitsgründen nicht verwirklichen. Im Kongo kommt es in den letzten Monaten immer wieder zu politischer Gewalt und zu Massakern.

„Unser himmlischer Vater hört seine Kinder immer, wenn sie in Schmerz und Angst zu ihm schreien“, fuhr der Papst beim Angelus fort. „Er heilt, die gebrochenen Herzens sind, er verbindet ihre Wunden“ (Ps. 147,3). Ich rufe dringend dazu auf, dass auch wir diesen Schrei hören mögen! Jeder möge sich vor seinem eigenen Gewissen und vor Gott fragen: Was kann ich für den Frieden tun? Mit Sicherheit können wir beten – aber nicht nur. Jeder von uns kann konkret Nein zur Gewalt sagen, soweit das von ihm oder ihr abhängt! Denn die Siege, die man durch Gewalt erringt, sind falsche Siege, während das Arbeiten für den Frieden allen guttut!“

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Papstgebet für den Frieden im Südsudan und im Kongo

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„Ohne Weihnachten kein Vaterunser“

„Das Vaterunser als weihnachtliches Gebet“ stellt der Bischof von Regensburg in den Mittelpunkt seiner Predigten.

Was wir im zurückliegenden Advent erlebt haben, hatte man in unserer säkularisierten Gesellschaft kaum mehr für möglich gehalten. Bis in die Boulevardblätter hinein wird über das zentrale Gebet der Christenheit und den Sinn seiner Worte diskutiert. Allein das ist schon eine Gute Nachricht!

Das Vaterunser: ein weihnachtliches Gebet? Gewiss, die Engel singen das „Gloria in excelsis Deo“, die Hirten beten an, die Weisen aus dem Morgenland bringen Geschenke. Die Bitte der Jünger, sie beten zu lehren, wird Jesus erst als Erwachsener im Rahmen der Bergpredigt erfüllen: Wenn Ihr betet, so sprecht: „Vater unser im Himmel …“

….einer von uns

Dennoch: Ohne Weihnachten kein Vaterunser! Die Weihnachtsbotschaft lautet: Der ewige Sohn des Vaters wird Mensch, einer von uns. Er geht in die Geschichte ein und teilt unser aller Menschenlos. So nimmt er uns hinein in seine Beziehung zu Gott. Er erneuert unsere Gotteskindschaft. In ihm sind wir Söhne und Töchter Gottes und miteinander Schwestern und Brüder.

Die Geschwisterlichkeit der Menschheitsfamilie wird nicht erreicht durch die Abschaffung der Väter, sondern allererst ermöglicht durch den gemeinsamen Bezug auf den himmlischen Vater. In seiner Hand sind wir geborgen.

Beterinnen und Beter

Das Vaterunser braucht keine neue Übersetzung. Es braucht Beterinnen und Beter, Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, die sich an der Krippe neu als Kinder Gottes erfahren und täglich neu aus dieser Beziehung leben. So schenken wir uns und den Menschen unserer Nähe auch ganz nebenbei ein im eigentlichen Sinne der Worte frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

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Frühmesse: Der irdische Vater Christi

Papst bei der Frühmesse

Bei der Frühmesse mit Franziskus in der Casa Santa Marta haben sich die Überlegungen des Papstes um den irdischen Vater Christi gedreht, vom dem das Tagesevangelium nach Matthäus (Mt 1, 18-24) berichtet.
 

Christine Seuss – Vatikanstadt

Der heilige Josef war ein Vater, dem sozusagen ein Kuckucksei ins Nest gelegt wird, der an seiner Frau zweifelt, die schwanger ist, ohne von ihm berührt worden zu sein und der uns lehrt, wie wir angesichts von Problemen, Zweifeln und Dunkelheit „die Stimme Gottes hören“ und die „Situation in die Hand nehmen“, so Franziskus in seiner Predigt an diesem Montag.

„Er glaubte und gehorchte“

Der Evangelist lässt in seiner Beschreibung des irdischen Vaters Jesu auch dessen inneren Kampf angesichts der Schwangerschaft Marias nicht aus. Die „Zweifel“, der „Schmerz“ und das „Leiden“ Josefs, während rund umher die „Schwatzweiber des Dorfes“ anfingen, mit dem Finger auf ihn und seine Braut zu zeigen, deren Schwangerschaft allmählich „sichtbar“ wurde, umschrieb der Papst die Situation des irdischen Vaters Jesu. Er „verstand nicht“, so der Papst, doch er wusste, dass Maria „eine Frau Gottes“ war. Deshalb die Entscheidung, sie in aller Stille zu verlassen, bis „der Herr einschritt“, mit einem Engel, der Josef im Traum erschien und ihm erklärte, dass das Kind „vom Heiligen Geist“ käme. Und so „glaubte er und gehorchte,“ betonte Franziskus:

„Josef kämpfte einen innen Kampf; in diesem Kampf ertönt die Stimme Gottes: ,Steh auf!´ Dieses ,Steh auf´ kommt oft am Beginn einer Mission in der Bibel vor: ,Steh auf´, nimm Maria, bring sie in dein Haus. Übernimm die Verantwortung, nehme die Situation in die Hand und gehe vorwärts.“

Josef hat die Situation in die Hand genommen

Josef habe sich weder Rat bei Freunden geholt noch sei er „zum Psychiater“ gegangen, damit der seinen Traum interpretiere, erklärte Franziskus.

„Nein: er glaubte. Er ist vorwärts gegangen. Er hat die Situation in die Hand genommen. Aber was musste Josef eigentlich in die Hand nehmen? Was war die Situation? Was musste Josef auf sich nehmen? Zwei Dinge. Die Vaterschaft und das Geheimnis.“

Josef habe also die Vaterschaft auf sich genommen, die nicht von ihm, sondern „vom Vater“ kam – mit allem, was dazu gehöre, betonte Franziskus:

„Nicht nur Maria und das Kind zu unterhalten, sondern auch das Kind aufzuziehen, ihm das Handwerk lehren, ihn zur männlichen Reife zu führen. ,Nimm die Vaterschaft auf dich, die nicht deine ist, sondern von Gott kommt´. Und das, ohne ein Wort zu sagen. Im Evangelium ist kein einziges Wort, das von Josef kommt. Der Mann des Schweigens, des stillschweigenden Gehorsams.“

Schweigender Gehorsam, der nichts für sich selbst nimmt

Doch, so Franziskus weiter mit Blick auf die Lesung aus dem Buch Jeremia, Josef sei auch der Mann, der das „Geheimnis” auf sich nehme, das Volk zu Gott zurück zu führen.

„Jesus nimmt dieses Geheimnis in die Hand und hilft: mit seinem Schweigen, mit seiner Arbeit bis zu dem Moment, in dem Gott ihn zu sich ruft. Von diesem Mann, der die Vaterschaft und das Geheimnis auf sich genommen hat, sagt man, dass er der Schatten des Vater war: der Schatten von Gott Vater.“ Ein Schatten, so führte Franziskus seine Überlegungen fort, der auch für die Entwicklung der Beziehung zwischen Gott und seinem fleischgewordenen Sohn entscheidend war: „Und wenn der Mensch Jesus es gelernt hat, „Papa“, „Vater“, zu seinem Vater zu sagen, den er als Gott kannte, dann hat er das durch das Leben gelernt, durch das Zeugnis Josefs: der Mann, der bewahrt, der Mann, der wachsen lässt, der Mann, der jede Vaterschaft und jedes Geheimnis voranträgt, aber nichts für sich selbst nimmt.“

Dieser, so schloss Franziskus seine Ausführungen, sei der „große Josef“, den Gott brauchte, um das „Geheimnis der Rückführung des Volkes hin zur neuen Schöpfung“ voran zu bringen.

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Kardinal Kasper verteidigt Vaterunser-Anmerkung des Papstes

Gebet auf dem Petersplatz im Advent

Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hat Papst Franziskus in der Vaterunser-Debatte gegen Kritik in Schutz genommen. Dass der Papst die berühmte Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ gerne anders übersetzen würde, sei „noch lange kein Attentat weder auf die Ökumene noch auf die wissenschaftliche Exegese“, betonte Kasper. Der emeritierte Kurienkardinal äußerte sich in einem Leserbrief an die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Kasper erinnerte daran, dass bereits im Katechismus der Katholischen Kirche von 1992 die alternative Übersetzung „lass uns nicht in Versuchung geraten“ ins Spiel gebracht wurde. Diesen Text  habe damals der „wissenschaftlich ja wohl nicht ganz unbedarfte Kardinal Joseph Ratzinger“ erarbeitet, und Papst Johannes Paul II. habe ihn veröffentlicht. Darauf beziehe sich auch Papst Franziskus mit seinem neuen Übersetzungsvorschlag.

Es stellt sich laut Kasper die Frage, wer „einfältig“ sei: „der Papst oder diejenigen, die den Papst für so einfältig halten.“ Mit seinem Leserbrief reagierte der Kardinal auf einen Kommentar des FAZ-Feuilleton-Herausgebers Jürgen Kaube mit dem Titel „Heilige Einfalt“. Darin hatte Kaube geschrieben, der neue Übersetzungsvorschlag des Papstes lasse Zweifel an dessen Weisheit aufkommen.

(kap 14.12.2017 gs)

Und führe uns nicht in Versuchung 

Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: die Betrachtung zum Vaterunser im Buch ‚Jesus von Nazareth’. Im Gefolge von Ijob, als Apologie des Menschen, die zugleich Verteidigung Gottes ist. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Führe uns nicht in Versuchung“ – „wir sagen damit zu Gott: ,Ich weiß, dass ich Prüfungen brauche, damit mein Wesen rein wird. Wenn du diese Prüfungen über mich verfügst, wenn du – wie bei Ijob – dem Bösen ein Stück freien Raum gibst, dann denke, bitte, an das begrenzte Maß meiner Kraft. Trau mir nicht zu viel zu. Zieh die Grenzen, in denen ich versucht werden darf, nicht zu weit und sei mit deiner schützenden Hand in der Nähe, wenn es zu viel für mich wird’“.

kath.net veröffentlicht die dem Buch „Jesus von Nazareth I, 5. Kapitel: Das Gebet des Herrn“ entnommene Betrachtung Benedikts XVI. zur Bitte: „Und führe uns nicht in Versuchung“: 

Und führe uns nicht in Versuchung 

Die Formulierung dieser Bitte ist für viele anstößig: Gott führt uns doch nicht in Versuchung. In der Tat sagt uns der heilige Jakobus: ,,Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand in Versuchung“ (1,13).

Einen Schritt vorwärts hilft es uns, wenn wir uns an das Wort des Evangeliums erinnern: ,,Damals wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden“ (Mt 4,1). Die Versuchung kommt vom Teufel, aber zu Jesu messianischer Aufgabe gehört es, die großen Versuchungen zu bestehen, die die Menschheit von Gott weggeführt haben und immer wieder wegführen. Er muss, wie wir gesehen haben, diese Versuchungen durchleiden bis zum Tod am Kreuz und so den Weg der Rettung für uns öffnen. Er muss so nicht erst nach dem Tod, sondern mit ihm und in seinem ganzen Leben gleichsam „hinabsteigen in die Hölle“, in den Raum unserer Versuchungen und Niederlagen, um uns an die Hand zu nehmen und aufwärts zu tragen. Der Hebräer-Brief hat auf diesen Aspekt ganz besonderen Wert gelegt, ihn als wesentlichen Teil des Weges Jesu herausgestellt: ,,Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden“ (2,18). ,,Wir haben ja nicht einen Hohepriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat“ (4,15).

Der Blick auf das Buch Ijob, in dem sich in so vieler Hinsicht schon das Geheimnis Christi abzeichnet, kann uns zu weiteren Klärungen verhelfen. Satan verhöhnt den Menschen, um so Gott zu verhöhnen: Sein Geschöpf, das er nach seinem Bild geschaffen hat, ist eine erbärmliche Kreatur. Alles, was gut an ihm scheint, ist doch nur Fassade; in Wirklichkeit geht es dem Menschen – jedem – doch immer nur um das eigene Wohlbefinden. Das ist die Diagnose Satans, den die Apokalypse als den „Ankläger unserer Brüder“ bezeichnet, ,,der sie bei Tag und bei Nacht vor Gott verklagte“ (Offb 12,10). Die Verlästerung des Menschen und der Schöpfung ist im Letzten Verlästerung Gottes, Rechtfertigung für die Absage an ihn.

Satan will am gerechten Ijob seine These beweisen: Wenn ihm nur erst alles genommen werde, dann werde er schnell auch seine Frömmigkeit fallen lassen. So gibt Gott dem Satan die Freiheit zur Erprobung, freilich mit genau definierten Grenzen: Gott lässt den Menschen nicht fallen, aber prüfen. Hier scheint ganz leise, noch unausgesprochen, doch schon das Geheimnis der Stellvertretung auf, das in Jes 53 große Gestalt erhält: Die Leiden Ijobs dienen der Rechtfertigung des Menschen. Er stellt durch seinen im Leiden bewährten Glauben die Ehre des Menschen wieder her. So sind die Leiden Ijobs im Voraus Leiden in der Gemeinschaft mit Christus, der unser aller Ehre vor Gott wieder herstellt und uns den Weg zeigt, auch im tiefsten Dunkel den Glauben an Gott nicht zu verlieren.

Das Buch Ijob kann uns auch zu einer Unterscheidung verhelfen zwischen Prüfung und Versuchung. Um reif zu werden, um wirklich immer mehr von einer vordergründigen Frömmigkeit in ein tiefes Einssein mit Gottes Willen zu finden, braucht der Mensch die Prüfung. Wie der Saft der Traube vergären muss, um edler Wein zu werden, so braucht der Mensch Reinigungen, Verwandlungen, die ihm gefährlich sind, in denen er abstürzen kann, aber die doch die unerlässlichen Wege sind, um zu sich selbst und zu Gott zu kommen. Liebe ist immer ein Prozess der Reinigungen, der Verzichte, schmerzvoller Umwandlungen unserer selbst und so Weg der Reifung.

Wenn Franz Xaver betend zu Gott sagen konnte: ,,Ich liebe dich, nicht weil du Himmel oder Hölle zu vergeben hast, sondern einfach, weil du du bist – mein König und mein Gott“, so war gewiss ein langer Weg innerer Reinigungen bis zu dieser letzten Freiheit hin nötig gewesen; ein Weg der Reifungen, auf dem die Versuchung, die Gefahr des Absturzes lauerte – und doch ein nötiger Weg.

So können wir nun die sechste Vaterunser-Bitte schon etwas konkreter auslegen. Wir sagen damit zu Gott: ,,Ich weiß, dass ich Prüfungen brauche, damit mein Wesen rein wird. Wenn du diese Prüfungen über mich verfügst, wenn du – wie bei Ijob – dem Bösen ein Stück freien Raum gibst, dann denke, bitte, an das begrenzte Maß meiner Kraft. Trau mir nicht zu viel zu. Zieh die Grenzen, in denen ich versucht werden darf, nicht zu weit und sei mit deiner schützenden Hand in der Nähe, wenn es zu viel für mich wird.“

In diesem Sinn hat der heilige Cyprian die Bitte ausgelegt. Er sagt: Wenn wir bitten „und führe uns nicht in Versuchung“, dann drücken wir das Wissen aus, „dass der Feind nichts wider uns vermag, wenn es ihm nicht vorher gestattet wird, so dass unsere Furcht, unsere Hingabe und unsere Achtsamkeit sich auf Gott richten, weil ja dem Bösen nichts verstattet ist, wenn ihm nicht Vollmacht dazu gegeben wird“ (De dom or 25, a. a. 0., S. 285f).

Und er führt dann, die psychologische Gestalt der Versuchung abwägend, aus, dass es zwei unterschiedliche Gründe geben kann, warum Gott dem Bösen eine beschränkte Macht erteilt. Es kann geschehen uns zur Buße, um unseren Hochmut zu dämpfen, damit wir wieder die Armseligkeit unseres Glaubens, Hoffens und Liebens erfahren und uns nicht einbilden, aus Eigenem groß zu sein: Denken wir an den Pharisäer, der Gott von seinen eigenen Werken erzählt und keiner Gnade bedürftig zu sein meint. Cyprian führt dann leider nicht näher aus, was die andere Art der Prüfung bedeutet – die Versuchung, die uns Gott ad gloriam – auf seine Herrlichkeit hin – auferlegt. Aber sollten wir dabei nicht daran denken, dass Gott den ihm besonders nahen Menschen, den großen Heiligen, von Antonius in der Wüste bis zu Therese von Lisieux in der frommen Welt ihres Karmels, eine besonders schwere Last an Versuchung aufgebürdet hat?

Sie stehen sozusagen im Gefolge von Ijob, als Apologie des Menschen, die zugleich Verteidigung Gottes ist. Mehr noch: Sie stehen in ganz besonderer Weise in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, der unsere Versuchungen durchlitten hat. Sie sind gerufen, die Versuchungen einer Periode sozusagen an ihrem eigenen Leib, in ihrer eigenen Seele zu bestehen, sie für uns, die gewöhnlichen Seelen, durchzutragen und uns hindurchzuhelfen zu dem hin, der unser aller Last auf sich genommen hat. In unserem Beten der sechsten Vaterunser-Bitte muss so einerseits die Bereitschaft enthalten sein, die Last an Prüfung auf uns zu nehmen, die uns zugemessen ist.

Andererseits ist es eben die Bitte darum, dass Gott uns nicht mehr zumisst, als wir zu tragen vermögen; dass er uns nicht aus den Händen lässt. Wir sprechen diese Bitte in der vertrauenden Gewissheit, für die uns der heilige Paulus die Worte geschenkt hat: ,,Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt“ (1 Kor 10,13).

(Aus: Joseph Ratzinger-Benedikt XVI, Jesus von Nazareth I, Freiburg-Basel-Wien 2007, S. 195-199)

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Bischof Kohlgraf zum Vaterunser: Gottesbild nicht weichspülen

Bischof Peter Kohlgraf

In die aktuelle Vaterunser-Debatte hat sich jetzt auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf eingeschaltet. Er sagt, warum Gott den Menschen durchaus in Versuchung führen könne – und widerspricht damit indirekt dem Papst.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat sich in die Vaterunser-Debatte eingeschaltet. „Es führt kein Weg an der Feststellung vorbei, dass die deutsche Übersetzung dem griechischen Urtext im Matthäus- und Lukasevangelium entspricht“, schrieb er am Sonntag auf seiner Facebook-Seite. Frühere Versuche, die griechische Version ins Aramäische, die Sprache Jesu, zurückzuübersetzen, seien nicht eindeutig gelungen. „Wir werden also den griechischen Text als das Gebet Jesu nehmen müssen“, so Kohlgraf. Wegen der derzeitigen Diskussion über eine mögliche Neuformulierung der Vaterunser-Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“ hätten besorgte und interessierte Gläubige ihn um eine Stellungnahme gebeten, schreibt der Bischof.

Bei der Bitte, dass Gott die Menschen nicht in Versuchung führen möge, gehe es nicht um kleine Versuchungen, „sondern um die Situation einer Grundentscheidung für oder gegen Gott“, so Kohlgraf. Solche Versuchungen gebe es gleichermaßen im Alten wie im Neuen Testament. Jesus werde in der Wüste zwar vom Teufel in Versuchung geführt. Es sei aber der Geist Gottes selbst, der Jesus in die Situation führe, sich für oder gegen den Vater entscheiden zu müssen. Eine entsprechende Situation wiederhole sich vor seinem Leiden im Garten Getsemani. „Gott ist offenbar nicht nur ‚lieb‘, vieles bleibt in seinem Ratschluss uns Menschen verborgen“, schlussfolgert Kohlgraf.

Dunkle und unverständliche Seiten Gottes

Auch die Menschen heute könnten in solche existenziellen Prüfungssituationen kommen. Dabei kämen sie um die grundlegende Frage nicht herum, ob sie Gott vertrauen oder sich von ihm lossagen wollten, so der Bischof. „Die Bibel lässt zumindest die Möglichkeit zu, dass Gott Menschen eine solche Situation nicht erspart, ja sogar herbeiführt.“ Man tue ihnen keinen Gefallen, wenn man die dunklen und unverständlichen Seiten Gottes ausblende. Es sei demnach nicht sinnvoll, das Gottesbild weich zu spülen und alles wegzustreichen, was man nicht verstehe, schreibt Kohlgraf. „Allein, dass über ein Gebet so diskutiert wird wie derzeit, spricht dafür, die Übersetzung zu belassen.“

Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche die unter anderem auch in Deutschland verwendete Fassung der Vaterunser-Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“ kritisiert. Dies sei „keine gute Übersetzung“, sagte er in einem Interview des italienischen Senders TV2000. Es sei nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, um zu sehen, wie er falle. „Wer dich in Versuchung führt, ist Satan“, so der Papst. Franziskus nahm damit Bezug auf einen Beschluss der französischen Bischöfe, die offizielle Übersetzung zu ändern. Die freie Übersetzung lautet dort nun: „Lass uns nicht in Versuchung geraten.“ Im Zusammenhang mit der französischen Initiative hatten auch Theologen im deutschen Sprachraum eine Anpassung verlangt. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer warnte hingegen vor einer „Verfälschung der Worte Jesu“. (tmg)

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