Medienkampagne anlässlich des Weltflüchtlingstages 2017

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Papst Franziskus, Generalaudienz, 9. November 2016

Papst Franziskus wird vom 12. bis zum 15. Januar 2017 Twittereinträge zur Situation der Flüchtlinge und Migranten veröffentlichen

Mit einer Pressemitteilung informierte heute die Abteilung für Migranten und Flüchtlinge des Dikasteriums zur ganzheitlichen Entwicklung des Menschen, dass sie anlässlich des Weltflüchtlingstags am 19. Januar 2017 am 15. Januar eine Medienkampagne zum Thema starte. Der Weltflüchtlingstag wurde zum ersten 1914 begangen.

Wie die Abteilung für Migranten und Flüchtlinge verlauten ließ, werde in diesem Jahr insbeondere das Schicksal der minderjährigen Migranten, der schwachen Menschen und der Menschen ohne Stimme in den Blickpunkt gerückt. Damit folgt die Abteilung für Migranten und Flüchtlinge der von Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2017 vorgegebenen Linie: „Darum liegt es mir anlässlich des diesjährigen Welttags des Migranten und des Flüchtlings am Herzen, auf die Wirklichkeit der minderjährigen Migranten – besonders auf die, welche ganz allein unterwegs sind – aufmerksam zu machen und alle aufzurufen, sich um diese Kinder zu kümmern, die dreifach schutzlos sind: weil sie minderjährig, weil sie fremd und weil sie wehrlos sind, wenn sie aus verschiedenen Gründen gezwungen sind, fern von ihrer Heimat und getrennt von der Liebe in der Familie zu leben.“

Papst Franziskus selbst wird zusätzlich in Tweets auf seinem Account vom 12. bis 15. Januar 2017 das Schicksal und die Situation der Migranten und Flüchtlinge thematisieren.

Zu Verständnis und Barmherzigkeit forderte Papst Franziskus bereits in seiner Botschaft zum Weltflüchtlingstag auf, in der er die Umstände, die Menschen zu Migration und Flucht treiben, und die Gefahren vor allem für Kinder und Jugendliche darlegte: „Heute sind die Migrationen kein auf einige Gebiete des Planeten beschränktes Phänomen, sondern betreffen alle Kontinente und nehmen immer mehr die Dimension eines dramatischen weltweiten Problems an. Es handelt sich nicht nur um Menschen auf der Suche nach einer würdigen Arbeit oder nach besseren Lebensbedingungen, sondern auch um Männer und Frauen, alte Menschen und Kinder, die gezwungen sind, ihre Häuser zu verlassen, in der Hoffnung, ihr Leben zu retten und woanders Frieden und Sicherheit zu finden. Und an erster Stelle sind es die Minderjährigen, die den hohen Preis der Emigration zahlen, die fast immer durch Gewalt, durch Elend und durch die Umweltbedingungen ausgelöst wird – Faktoren, zu denen sich auch die Globalisierung in ihren negativen Aspekten gesellt. Die zügellose Jagd nach schnellem und leichtem Gewinn zieht auch die Entwicklung abnormer Übel nach sich wie Kinderhandel, Ausbeutung und Missbrauch Minderjähriger und ganz allgemein die Beraubung der Rechte, die mit der Kindheit verbunden und in der UN-Kinderrechtskonvention sanktioniert sind.“

Die Abteilung für Migranten und Flüchtlinge ist Teil des Dikasteriums für den Dienst für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, das am 17. August 2016 durch ein „Motu proprio“ von Papst Franziskus gegründet wurde und seit dem 1. Januar 2017 seine Aufgaben wahrnimmt. In dem neuen Dikasterium wurden der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden, der Päpstlichn Rat „Cor Unum“, der Päpstliche Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs sowie der Päpstliche Rat für die Pastoral im Krankendienst vereint.

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Quelle

Papst-Botschaft zum Welttag des Flüchtlings: Migranten als Herausforderung

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Archivbild: Ein Besuch des Papstes in einem Flüchtlingszentrum in Rom – AP

Einen Flüchtling aufnehmen, bedeutet Gott aufnehmen. Das schreibt Papst Franziskus in seiner am Donnerstag veröffentlichten Botschaft zum Welttag des Migranten und Flüchtlings vom 17. Januar 2016. Er steht unter dem Motto „Migranten und Flüchtlinge sind eine Herausforderung. Antwort gibt das Evangelium der Barmherzigkeit“.

Die biblische Offenbarung ermutige zur Aufnahme des Fremden, in dessen Antlitz die Züge Jesu Christi erkennbar seien, so Franziskus in seiner Botschaft. Zahlreiche Organisationen, Gruppen und Vereine hätten die Stimme Jesu bereits erkannt und zeigten Solidarität mit den Flüchtlingen. Die Kirche jedenfalls könne gar nicht anders handeln, als dem Beispiel Jesu zu folgen, so Franziskus.

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen der Welt rüttele das Evangelium der Barmherzigkeit heute mehr denn je die Gewissen der Menschen wach, sodass sie sich nicht an Leid und Elend der anderen gewöhnten. Denn eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden und Sterben der Flüchtlinge an den Außengrenzen führe zur Mittäterschaft. Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Seelsorge von Migranten, Kardinal Antonio Maria Vegliò, sieht hier die Kirche in einer besonderen Verantwortung. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Vatikan sagte er:

„Die Kirche hat eine ,prophetische´ Rolle bei der Sensibilisierung für die Aufnahme der Flüchtlinge, die sich durch die verschiedenen Aktionen und Werke der christlichen Gemeinden zeigt. Es ist eine Sensibilisierung, die durch den alltäglichen Einsatz und das Handeln entsteht.“

Der Papst erinnert in seiner Botschaft daran, dass Migranten unsere Brüder und Schwestern seien, die wie jeder Mensch ein besseres Leben und legitimen Wohlstand suchten. Sie seien nicht nur von ihrem legalen oder illegalen Status her zu betrachten, sondern vor allem als Personen. Sie fragten Einzelne und ganze Gesellschaften an und seien auch eine Herausforderung für die traditionelle Lebensweise der Aufnahmeländer, brächten deren kulturellen und sozialen Horizont bisweilen durcheinander. Sowohl die Flüchtlinge als auch die Menschen in den Aufnahmeländern müssten sich verändern und einander annähern, so der Papst in dem Schreiben. Es gelte herauszufinden, wie man diesen Wandel leben könne, dass er nicht zum Hindernis der echten Entwicklung wird, sondern Gelegenheit für ein wahrhaft menschliches, soziales und spirituelles Wachstum werde. Kardinal Vegliò meint dazu:

„Die Solidarität erschöpft sich aber nicht in einem bloßen Ausdruck des Respekts und der karitativen Unterstützung für den Anderen, sondern, so sieht es der Papst, besteht in der Pflege der persönlichen Kontakte und der Fähigkeit, Ängste und Vorurteile zu überwinden. Die Barmherzigkeit führt letztlich zu einer Kultur der Begegnung.“

Bischof Joseph Kalathiparambil vom Päpstlichen Rat für die Seelsorge der Migranten erinnert zugleich an die zentrale Rolle des Staates bei der Aufnahme der Flüchtlinge:

„Er ist für die Hauptverantwortung für die Aufnahme und den maximalen Schutz der Flüchtlinge zuständig. Die Kirche will den Staat nicht ersetzen, aber ihm ihre Hilfe anbieten. Das alles muss geschehen im Dialog zwischen entsprechenden staatlichen Stellen. Auch die kirchliche Aufnahme muss gut organisiert und koordiniert werden, wohlwissend, dass allein der gute Wille allein nicht ausreicht.“

Die Kirche helfe aber nicht nur bei der Aufnahme von Flüchtlingen, sondern stehe auch an der Seite all jener, die sich für verbesserte Bedingungen und eine gerechte Güterverteilung in den Herkunftsländern der Flüchtlinge einsetzten. Der Papst erinnerte erneut an die modernen Formen der Sklaverei, Zwangsarbeit, Kindersoldaten und sexuelle Ausbeutung, die den Menschen Anlass zur Flucht gäben. Es sei notwendig, sich vor allem in den Herkunftsländern der Migranten auf „tiefe und wirkungsvolle Weise“ zu engagieren, sodass eine Massenabwanderung von vorn herein verhindert werde.

(rv 01.10.2015 cz)