Bat Ye’or: Es ist nicht zu spät…

Bat Ye’or: Dies ist nicht das erste Mal, dass ich vor einem christlichen Publikum spreche. Ich bin eine Tochter Israels, die Schritt für Schritt die Qualen, den Todeskampf und das Ende des größten christlichen Reiches, das durch die Arabisch-Muslimische Invasion zerstört wurde, studiert hat. Dadurch habe ich die Art der modernen und doch so alten Bedrohung früh erkannt. Mein Buch, Der Niedergang des orientalischen Christentums, war eine lange, schmerzhafte Reise, die ich in Gesellschaft von Geistern unternahm. Sie führte mich zu zerstörten Städten, verlassenen Dörfern und Orten, die dem Jahrtausende währenden Djihad im Weg standen. Und ich habe mir folgende Frage gestellt: Was hat den Glauben, den Widerstand der Christen am Leben erhalten?

Die Beschreibungen der an ihnen vollbrachten Gräueltaten waren durchsetzt mit biblischen Wehklagen. Über die Jahrhunderte hinweg gingen die Christen- und Judenverfolgungen in islamischen Ländern Hand in Hand. Ich nenne den islamischen theologischen und rechtlichen, die Juden und Christen betreffenden Kontext: Dhimmitum. Wir leben heute in einer Zeit des weltweiten Djihad und Dhimmitum. Der ist das religiöse Streben die Dominanz des Islam auf die gesamte Welt auszubreiten. Dies ist eine muslimische religiöse Pflicht.

Der militärische Djihad deckt mehrere Bereiche ab: Krieg, Terrorismus, Entführung, Erpressung, Versklavung und Bedingungen für einen Waffenstillstand. Der „soft-jihad“ – der gedämpfte Djihad – umfasst den geistlichen Djihad, der friedlich geführt wird, durch Propaganda und Proselytismus (da’wa); Umsturz der westlichen Kultur und Zivilisationen durch Multikulturalismus und die Einführung der Werte und Gesetze der Scharia in Europa; darunter die Korruption einflussreicher Nicht-Muslime in hohen Positionen, um die Verbreitung des und Eroberung durch den Islam zu begünstigen. Der Djihad ist so alt wie der Islam selbst. Es ist eine Ideologie, eine Doktrin, ein Gesetz basierend auf religiösen Texten. Er beruht auf einer weltweit-greifenden Strategie, auf einer Vision für die Welt, und heutzutage breiter er sich durch ein globales Netzwerk aus. Der Djihad wurde 13 Jahrhunderte lang gegen Nicht-Muslime geführt, hauptsächlich gegen die Christen.

Gemäß der Djihad Doktrin hat die nicht-muslimische Bevölkerung eine Wahl: Zum Islam konvertieren oder sich der muslimischen Oberherrschaft beugen und Schutzgeld, die Dschizya, zahlen. Sie werden ein beschütztes Volk – die Dhimmi. Wenn beides abgelehnt wird, werden sie mit Krieg und damit einhergehenden Massakern, Zerstörung und Versklavung konfrontiert.

Die Dhimmi müssen den Islam annehmen und tyrannisierende und diskriminierende Sharia-Gesetze akzeptieren. Das nenne ich Dhimmitum. Der Djihad und das Dhimmitum sind die zwei Kräfte, die die einheimische nicht-muslimische Bevölkerung in ihren jeweiligen islamisierten Heimatländern stark geschwächt haben. Das islamische Gesetz behandelt die Rechte und Verpflichtungen der Dhimmis detailliert. Das Dhimmitum ist mit dem Djihad verknüpft und sie ist wie der Djihad eine theologische, politische und rechtliche Institution. Das Dhimmitum ist im Prinzip die friedliche Weiterführung des Djihad, denn das Dhimmitum hat die großen nicht-muslimischen Mehrheiten, vor allem die der Christen, die erobert und unterworfen wurden, zerstört. Kriege werden auf mehreren Ebenen ausgetragen, doch die spirituelle Ebene ist wahrscheinlich die wichtigste. Die theologischen Divergenzen, die wir – Juden und Christen – mit dem Islam haben, wurden verschleiert. Wir müssen sie jedoch kennen, um sie lösen zu können. Wir müssen wissen, dass der Koran biblische Namen wie Adam, Noah, Abraham, einige Könige Israels und Jesus als muslimische Propheten nennt, die den Islam predigten. Die Figuren aus dem Koran unterscheiden sich jedoch stark von denen in der Bibel. Für die Muslime ist Jesus ein muslimischer Prophet namens Isa.

Wir haben also einen Jesus namens Isa, ein muslimischer Prophet, der mit dem jüdischen Jesus, der „geboren war in Bethlehem in Judäa“ (Matthäus 2:1), konkurriert.

Die Aufgabe des muslimischen Jesus ist es, das Christentum und alle anderen Religionen zu zerstören. Aus islamischer Sicht ist das Christentum eine Falschdarstellung des Islams und der wahren Botschaft Isa’s, die dieselbe ist, wie die die Mohammed erhalten hat. Daraus ergibt sich, dass ein guter Christ ein Muslim ist. Das wahre Christentum ist demnach der Islam. Folglich ist die wahre Bibel der Koran, und die Heiligen Schriften der Juden und Christen sind nur Falschdarstellungen und die biblischen Figuren sind muslimische Propheten, die den Islam predigten.

Was sind also die Konsequenzen?

1) Die biblischen Erzählungen aus dem Heiligen Land ist die muslimische Geschichte und Juden und Christen haben dort keine Geschichte, da sie erst nach dem Islam kamen.

2) Die Muslime bestreiten, dass sich das Christentum aus dem Judentum ergeben hat, denn sie glauben, dass es eine Falschdarstellung des Islams sei. Aus diesem Grund haben einige palästinensische und arabische Kirchen (vor allem das Sabeel Zentrum in Jerusalem) versucht, sich dem Islam anzunähern, indem sie die jüdischen Wurzeln des Christentums zerstören wollten. Dies ist eine stärker werdende Bewegung in Europa, die durch die antisemitische/antizionistische Bewegung, entstanden durch Palestinianismus unterstützt wird.

Palestinianismus ist das beste Mittel, um das Christentum zu zerstören. Im islamischen Kontext verkörpern die Palästinenser die djihadistische Ideologie gegen Ungläubige sowie die muslimische Replacement Theologie. Der Krieg Palästinas gegen Israel basiert auf der Lehre des Korans, dass alle biblischen Propheten, Könige und Jesus muslimische Propheten seien, und dass die Bibelgeschichte eigentlich eine muslimische Geschichte sei, deren Wahrheit im Koran und nicht in der Bibel begründet liegt.

Der Druck durch den palästinensischen Terrorismus in den späten 60er Jahren des 20. Jahrhunderts sowie der Ölboykott im Oktober 1973 verwickelten Europa in den Djihad Palästinas gegen Israel. Seit 1973 ist der palästinensische Djihad eine gemeinsame Euro-arabische politische und kulturpolitische Angelegenheit: Dies ist der Ursprung von Eurabien. Europa hat sich in eine selbstmörderische Dynamik gebracht, als es den Djihad Palästinas gegen Israel gerechtfertigt hat. Diese Dynamik legitimiert die eigene Zerstörung und die Zerstörung des Christentums. Die gesamte Eurabia-Politik konzentriert sich darauf, Europa mit der muslimisch-arabischen Welt zu vereinen, während gleichzeitig die Verbindungen mit Israel und den geistlichen Wurzeln unterdrückt werden.

Der Krieg der Kultur und der Medien in Europa mit dem Bestreben Israel zu delegitimieren bestätigt die muslimische Ansicht, dass Juden und damit auch die Christen keine historischen Wurzeln im Heiligen Land haben. Wenn die Juden im Heiligen Land keine Legitimierung haben, dann gilt das ebenso für die Christen, da Jesus der muslimische Jesus – Isa – ist. Eine weitere Folge der muslimischen Replacement-Theologie ist, dass wenn wir von jüdisch-christlichen Werten sprechen, wir eigentlich muslimische Werte meinen, da es keine jüdisch-christlichen Werte gibt, denn sowohl das Christen- als auch das Judentum haben sich aus einer falschen Wiedergabe des Islams entwickelt. Und wenn wir über biblische Erzählungen und Personen sprechen, bzw. deren Ikonographie, beleidigen wir die Muslime, da sie nicht in das Modell des Koran passen.

Ich denke, dass wir heute in einer Zeit leben, in der der Djihad und das Dhimmitum eine Wiederbelebung erfahren. Diejenigen von ihnen, die im Südsudan und in Darfur gearbeitet haben und die Gräueltaten dort gesehen haben, werden die in meinen Büchern oder irgendwelchen muslimischen Texten beschriebene Taktik des Djihad erkennen, die seit dem 8./9. Jahrhundert verfolgt wird. Was im Sudan, in Darfur, Irak, Libanon, Israel und an anderen Orten geschieht, weckt die Erinnerung an Geschehnisse, die Christen und Juden in diesen Gebieten schon vor mehr als einem Jahrtausend beschrieben haben. Wir sehen immer wieder dieses Schema endloser Kriege und Verfolgungen von Juden und Christen; in Anatolien, auf dem Balkan und in den Küstengebieten des Mittelmeerraums sowie auf den europäischen Inseln.

Jahrhundertelang haben wir immer wieder dieselbe Taktik des Djihad gesehen, die immer und immer wieder gegen Juden und Christen in verschiedenen Gegenden auf der Welt eingesetzt wurde. Christen und Juden werden für Lösegeldforderungen entführt. Dies war in allen islamischen Ländern üblich. Geschichtliche Zeugnisse solcher Fälle sind zahllos. Im Archiv des Vatikan gibt es Unmengen von Briefen christlicher Familien, die um Geld bitten, damit sie das Lösegeld für zahllose europäische Christen, Männer, Frauen und Kinder, die entführt und versklavt wurden, bezahlen können. Dies ging jahrhundertelang so. Und dies sind nur die katholischen Fälle. Dasselbe passierte aber auch tausend Jahre lang in anderen, christlichen Kirchen. Heute werden junge koptische Christinnen in Ägypten entführt, um sie zu zwingen zu konvertieren.

Die Wiederbelebung des Djihad-Gedankens im Islam hat das Dhimmitum gegen Nicht-Muslime – vor allem gegen Christen, da fast alle Juden nach dem 2. Weltkrieg entweder geflohen oder vertrieben waren – wieder verstärkt. Das Dhimmitum gegen Juden und Christen steht in den Gesetzen der Scharia und wurde von den europäischen Kolonialmächten im 20. Jahrhundert nur mit größten Mühen abgeschafft. Anti-jüdischer Hass ist immer verbunden mit anti-christlichem Hass und anders herum, da es aus derselben religiösen Quelle stammt.

Jahrzehntelang wurden Europäer durch die Verleugnung der Geschichte des Djihad und des Dhimmitums konditioniert. Die Nichtanerkennung Israels geschichtlicher Legitimierung in seinem eigenen Land unterstützt das Replacement durch eine nach dem Djihad gerichtete Weltordnung mit den islamischen Vorstellungen von Gerechtigkeit, die alle nicht-muslimischen Religionen herabsetzt oder unterdrückt. Dieselbe Doktrin verleugnet Europas eigene Souveränität und Legitimität und rechtfertigt den Djihad gegen Europa – gegen das Christentum. Diese westliche Einwilligung in den gegen Israel geführten Djihad hat seine eigenen Werte verdreht und hindert Europa daran, die Gefahren für sein eigenes Fortbestehen zu erkennen.

Für die Christen spielt Israel in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle, da der Djihad im Namen der Replacement-Theologie geführt wird, damit Jesus durch Isa und die Evangelien durch den Koran ersetzt werden. Die Bibel verbindet die Christen mit den Juden. Wenn die Christen dieses Band lösen wollen, dann müssen sie auf das Alte Testament, mit den 10 Geboten, den Propheten, den Psalmen und vielem mehr verzichten. Dann müssen sie einen Weg finden, wie sie das Evangelium mit dem muslimischen Isa des Korans verbinden können. Dies ist Ziel der Palestinänsischen Befreiungstheologie. Die Herausforderung vor der die Christen nun stehen ist nicht nur der militärische Djihad sondern auch ein spiritueller/kultureller Djihad, der in der Islamisierung der christlich-theologischen Wurzeln stattfindet. Und dies ist die spirituelle Bedeutung Israels für die heutigen Christen. Der Djihad gegen Israel ist auch ein Krieg gegen die christliche Welt.

Heute vertrete ich die Meinung, dass Europa das neue Land des Dhimmitums geworden ist. Und ich erkläre ihnen auch warum. In meinem jüngsten Buch Eurabia, beschreibe ich die Ursachen des Dhimmitums in Europa. Politisch und intellektuell sind wir darauf vorbereitet worden Dhimmis zu werden, ohne dass wie das bemerkt hätten, da wir die Zeichen nicht erkennen, da die Geschichte verleugnet wurde. Ich werde an dieser Stelle vier Punkte anführen:

1) Die Muslime betrachten die jüdisch-christliche Bevölkerung als nicht existent. Unsere europäischen Politiker haben daher beschlossen, dass Europa keine jüdisch-christlichen Wurzeln besitzt, um die muslimische Immigranten-Bevölkerung integrieren zu können. Wir verlieren dadurch den wichtigsten Teil unsere Identität.

2) Das muslimische Gesetz verbietet es Nicht-Muslimen, unter Androhung von Schmerz und Tod, den Islam und die Scharia zu kritisieren. Die Europäische Union hat, aus Angst die Muslimen zu verärgern, in diese Regel eingewilligt und hat die Herrschaft des Terrors und der Diskriminierung gegen Christen in muslimischen Ländern verschleiert.

3) Aus demselben Grund unterdrücken die EU Politiker jede Form von Kritik am Djihad. Wir sollen die muslimischen Ansichten, dass der Djihad immer gerecht sei, da er die Gesetze Allahs umsetzt und den Unglauben erniedrigt, respektieren. Aus unserer Sicht war und ist der Djihad ein Krieg zum Zweck des Völkermords. Es wird von uns erwartet, dass wir ihn lobpreisen. Als der Papst bei seiner Ansprache in Regensburg einen byzantinischen Kaiser des 15. Jahrhunderts zitierte indem er sagte, dass der Islam durch das Schwert verbreitet wurde, protestierten die Muslimen und beschuldigten ihn der Islamophobie. Sie sagten, dass der Islam sich friedlich entwickelt hätte. Wir sollen dien Djihad bewundern und jedwede Kritik vermeiden, obwohl der Djihad die christliche Welt zerstört hat. Wir sehen also, dass der spirituelle Krieg gegen die jüdisch-christlichen Werte unseren Geist so konditionieren will, dass wir das lobpreisen, was uns zerstören wird.

4) Für die Muslime ist die Quelle des Bösen auf dem Planeten immer der Unglaube. Deshalb werden der Westen, Amerika, Israel immer für den Terrorismus und die von Muslimen begangenen Verbrechen verantwortlich gemacht. In einem Hadith steht: „Am Tag der Wiederauferstehung werden Menschen unter den Muslimen sein mit Sünden so schwer wie ein Berg und Allah wird ihnen vergeben und die Juden und Christen an ihre Stelle setzen.“ (Muslim, vol. 4, Kap. 1149, 6668). Es gibt viele Hadithe, die besagen, dass die Sünde von den Schultern der Muslime genommen und auf die Christen und Juden übertragen wird. Seltsam ist, dass die Christen diese Argumentation akzeptieren anstatt in dieser Djihad Doktrin der Vorherrschaft der Muslimen über alle anderen die wahre Quelle von Krieg und Terror zu sehen. Stattdessen verurteilen sie Israels Existenz und Selbstverteidigungspoltik. Die Christen haben sogar unbewusst die muslimische Schuldverlagerung verinnerlicht. Sie haben die Ansicht des Djihad, dass der Widerstand der Opfer des Djihad eine islamophobische Aggressionstat sei, angenommen.

Wir leben in einer Zeit des globalen Djihad, woraus sich morgen ein nuklearer Djihad entwickeln kann und wir wissen es nicht. Ebenso wenig wissen wir, wie wir uns verteidigen können gegen den ideologischen Krieg. Wir leben in einer Zeit des Dhimmitums, wir sind vom Dhimmitum konditioniert, die muslimische Version unserer Geschichte zu akzeptieren und wir erkennen dies nicht, weil der historische Rahmen der Djihad und Dhimmitum-Vergangenheit verschleiert wurde.

Lassen Sie mich dies zusammenfassend so ausdrücken: Es gab über Jahrzehnte einige glaubensübergreifende Dialoge, doch nur wenig wurde erreicht. Europa hat Abermilliarden an muslimische Länder weltweit gezahlt, um sich seine Sicherheit zu erkaufen, doch die Djihad-Kultur erstrahlt in Europa und in den Arabischen Ländern trotz der Europäischen „Appeasement-Politik“ in neuer Blüte. Palestinianismus zusammen mit der muslimischen Replacement-Theologie waren die Mittel, die zur Islamisierung und zum Dhimmitum in Europa führten. Europa hat seine eigene Geschichte vernebelt indem es den muslimischen Djihad gegen Israel unterstützt hat. Nun steht es vor einem globalen Djihad und kann die Situation weder richtig einschätzen noch sich verteidigen. Ein Kontinent, der sein Überleben an Appeasement-Politik, Ehrerbietung und Selbstverleugnung koppelt, ist bereits ein toter Kontinent.

Israel repräsentiert die Befreiung der Menschheit von der Versklavung durch Dhimmitum, während Palästina für die Djihad- und Dhimmitum-Ideologie steht, die auf der Replacement-Theologie basiert. Europa, das durch Palestinianismus versklavt wurde, hat die Knechtschaft anstatt die Freiheit gewählt.

Wenn wir wollen, dass Friede herrscht, muss die muslimische Welt die Ideologie des Djihad verbannen und anerkennen, dass Juden und Christen anders und nicht abtrünnige Muslimen, die zum Islam zurückkehren müssen, sind. Und dies muss mit der muslimischen Anerkennung der Legitimität Israels beginnen, denn der Djihad hat gegen die Juden begonnen und kann nur enden, wenn die Juden und Israel wieder rehabilitiert sind. Dadurch werden dann auch die Christen und alle anderen Nicht-Muslimen rehabilitiert. Wir können dies erreichen, wenn wir die Wahrheit aussprechen und das Wissen über den Djihad und das Dhimmitum weiter geben. Dann werden zahlreiche friedlichen Muslime, die die Hass-Ideologie des Djihad abgelegt haben, die von vielen abgelehnt oder ignoriert wird, zu uns stoßen und mit uns gemeinsam den Frieden etablieren.

Wir können den friedlichen Muslimen aber nur helfen, wenn wir uns selbst helfen können. Und nicht, wenn wir uns von dem Dhimmitum ergreifen lassen. Wenn Sie nun noch eine Minute haben, sage ich Ihnen, dass die Zukunft Europas in Ihren Händen liegt. Sie müssen agieren, um ihre Werte und das zu retten, was das Christentum aufgebaut hat. Wenn sie aber tatenlos bleiben, dass werden sie erfolglos sein, denn die Zeit ist schon mehr als reif. Sie sind nicht schuld, wenn sie nichts wissen, aber es ist Ihre Aufgabe zu wissen, um dann andere zu lehren und selbst zu lernen – es ist Ihre Verpflichtung zu lernen und jene anzuweisen, die nicht lernen können – es liegt in Ihrer Verantwortung.

Quelle: Kirche in Not

Die Wahrheit über den politischen Islam — Teil 1

Michael Stürzenberger, ein fundierter Kenner des Islam, schaut sich mit Oliver Flesch auf Mallorca eine Quasselschau aus dem arabischen Fernsehen an. In der spricht ein sogenannter Gelehrter aber mal so richtig Klartext.

Was auf YouTube kaum noch möglich ist, läuft nun exklusiv auf „1984: die freie Rede“

Irak: Vor fünf Jahren begann die Vertreibung der Christen durch den IS

Christen im Irak in einer wiederaufgebauten Kirche

Die Häuser der christlichen Familien wurden mit einem Symbol gekennzeichnet, dann wurde gehandelt: Am 6. August 2014, vor genau fünf Jahren, eroberten und zerstörten Einheiten des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) die christlichen Ortschaften in der irakischen Ninive-Ebene. Etwa 120.000 Christen mussten über Nacht fliehen.

Hier zum Nachhören

Seit zwei Jahren gibt es eine erfreuliche Rückkehrbewegung der christlichen Bevölkerung in die Ninive-Ebene. Wir sprachen darüber mit Berthold Pelster, Sprecher des Hilfswerks Kirche in Not, das den Christen im Irak beisteht und namentlich in der Ninive-Ebene tatkräftig hilft.

Gudrun Sailer – Vatikanstadt

Vatican News: Herr Pelster, wie sieht die Ninive-Ebene heute aus?

Pelster: Man sieht überall noch Spuren, von damals, was im August 2014 und danach passiert ist. Man sieht immer noch sehr viele zerstörte Häuser. Die Vertreibung der Christen und auch der Jesiden durch den IS war ein abscheuliches Verbrechen. Der IS hat damals versucht, die christliche Gemeinschaft in der Ninive-Ebene komplett auszulöschen, deswegen spricht man auch zu Recht von einem Genozid, einem Völkermord – ähnlich bei den Jesiden. Die Christen wurden buchstäblich über Nacht aus ihrer Heimat vertrieben. Sie haben alles verloren, ihre Häuser, ihren ganzen Besitz, ihre Heimat. Um eine Rückkehr der Christen unmöglich zu machen, hat der IS tausende Wohnhäuser geplündert, hat sie mit Granaten beschossen oder in die Luft gesprengt. Auch die religiösen Wurzeln der Christen wollte der IS zerstören. Deswegen hat er Kirchen und Klöster geschändet und niedergebrannt. Dann kam es zu den monatelangen Gefechten. Der IS wurde militärisch bekämpft. Und auch bei diesen Gefechten kam es immer wieder zu schweren Schäden an vielen Häusern.

Vatican News: Lassen sich die Schäden eigentlich beziffern?

Pelster: Als die ersten Christen 2017 in die Ninive-Ebene zurückkehrten, haben sie mithilfe von „Kirche in Not“ eine Bestandsaufnahme gemacht. Da haben wir festgestellt, dass es 13.000 Häuser gab, die mehr oder weniger schwere Schäden erlitten hatten. Jedes Gebäude war komplett zerstört und mithilfe von „Kirche in Not“ konnte inzwischen ein Teil dieser Häuser wiederhergestellt werden. Deswegen konnten auch einige – oder ein Teil – der Christen zurückkehren. Damals hieß es, es sind etwa 125.000 Christen geflüchtet und vertrieben worden. Etwa die Hälfte davon ist bis heute in die Ninive-Ebene zurückgekehrt und versucht, einen neuen Anfang zu machen. Die andere Hälfte der Flüchtlinge lebt immer noch im Exil.

“ Die andere Hälfte der Flüchtlinge lebt immer noch im Exil ”

Vatican News: Ungefähr die Hälfte der Christinnen und Christen sind in ihre irakische Heimat zurückgekehrt. Viele haben damals Aufnahme in anderen Ländern gefunden, auch in Europa, in Ländern wie Schweden oder Deutschland. Von denen, die bis jetzt nicht oder noch nicht zurückgekehrt sind: Wollen sie ihrer Einschätzung nach zurück in die Heimat oder ziehen sie es vor, im Exil zu bleiben?

Pelster: Viele von jenen Flüchtlingen, die ins Ausland gegangen sind – vor allen in den Westen – haben sich dort eine neue Existenz aufgebaut, und ich fürchte, dass viele von denen wohl nicht zurückkehren werden. Denn die Kinder gehen dort zur Schule, lernen eine neue Sprache, bekommen eine gute Ausbildung. Die Eltern haben Arbeit gefunden, sind vielleicht inzwischen gut integriert. Warum sollten sie zurückkehren in eine weiterhin doch sehr unsichere Region? Auf der anderen Seite gibt es aber auch Christen, die an ihrer Heimat hängen. Das sind dann vor allem Christen, die nach der Vertreibung im Irak geblieben sind, die jetzt also in der kurdischen Region leben. Und ich könnte mir vorstellen, dass von denen eher welche in die Ninive-Ebene zurückkehren würden, wenn sich die Lage verbessert.

Vatican News: So etwas hängt oft auch mit politischen Entwicklungen zusammen. Wie groß ist denn das Vertrauen der irakischen Christen, die zurückgekehrt sind oder diesen Schritt erwägen, in die heutige politische Führung des Landes?

Pelster: Leider nicht sehr hoch. Nach der Vertreibung der Christen haben wir kaum Unterstützung von der irakischen Regierung bekommen. Die humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge kam damals fast ausschließlich von der Kirche und von internationalen Organisationen – wie „Kirche in Not“. Der Irak ist heute immer noch innerlich zerrissen und von Spannungen geprägt. Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten, zwischen Arabern und Kurden. Die politische Führung des Landes ist eher schwach. Dabei hätte die Regierung die wichtige Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen. Dafür zu sorgen, dass Christen, Jesiden und andere Minderheiten nicht erneut Opfer von islamistischer oder krimineller Gewalt werden. Die irakische Regierung müsste auch dafür sorgen, dass der islamistischen Ideologie etwas entgegengesetzt wird. Denn die Intoleranz in dieser fanatischen Ideologie des IS hat zur brutalen Gewalt gegen religiöse Minderheiten geführt. Und gegen diese islamistische Gewalt müsste der Staat etwas unternehmen.

Vatican News: Mit welchen Mitteln?

Pelster: Zum Beispiel durch politische Aufklärung, durch Bildungsarbeit für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder auch durch die Medien, über Fernsehen und Radio. Auch die islamischen Geistlichen hätten eine wichtige Aufgabe. Nur das sind bislang eher fromme Wünsche. In der Realität gibt es das bislang kaum. Eine politische Forderung der Christen, die schon seit Jahren erhoben wird, die richtet sich dahin, dass die Christen gleiche Rechte bekommen und gleich behandelt werden – die Forderung nach gleichen Rechten für alle Bürger des Staates, ganz egal, zu welcher Volksgruppe, Religion oder Konfession sie gehören. Aber davon ist die Realität leider noch weit entfernt.

“ Moderate Muslime schätzen die Anwesenheit von Christen im Irak ”

Vatican News: Inwiefern könnte denn gerade von der kleinen christlichen Minderheit ein Impuls ausgehen für die gesellschaftliche Stabilität im Irak – und zwar trotz aller Widrigkeiten, wie Sie sie gerade beschrieben haben?

Pelster: Die Bischöfe im Irak haben wiederholt berichtet, dass sie von moderaten Muslimen gebeten worden sind, alles dafür zu tun, dass die Christen im Land bleiben. Moderate Muslime schätzen die Anwesenheit von Christen im Irak oder anderen muslimischen Ländern. Denn Christen haben aufgrund ihrer Religion tatsächlich Werte und Verhaltensweisen, die ausgleichend und stabilisierend wirken können – zum Beispiel Gewaltfreiheit, Versöhnung und Nächstenliebe, aber sie betreiben auch Krankenhäuser und Schulen, die ein gutes Niveau haben und zugleich allen offenstehen – auch den Muslimen. Solche Einrichtungen werden oft von Muslimen geschätzt und in Anspruch genommen. Allerdings fürchte ich, dass die Zahl der Christen im Irak inzwischen so weit geschrumpft ist, dass ihr Einfluss kaum noch spürbar ist. Vor 30 bis 40 Jahren gab es 1,5 Millionen Christen im Irak. Heute sind es wohl deutlich weniger als 300.000. Das ist ein Rückgang von über 80 Prozent. Und dieser Trend nach unten ist leider bisher ungebrochen.

Vatican News: Nun will Papst Franziskus auch aus diesem Grund – um die Christen im Irak zu bestärken – das Land nächstes Jahr besuchen. Das wäre eine Premiere, denn noch nie war ein Papst im Irak. Wie groß ist denn das Thema Papstbesuch in der Ninive-Ebene?

Pelster: Sollte es tatsächlich zu so einem Papstbesuch kommen, dann wäre das eine ganz große Sache für die Christen. Die Freude der Christen wäre unbeschreiblich, und sie hoffen schon seit Jahren darauf, dass der Papst sie einmal besucht. Das wäre auch ein großes Zeichen der Solidarität und Verbundenheit. Die Christen im Irak und auch im ganzen Nahen Osten haben seit Jahren – wenn nicht seit Jahrzehnten – das Gefühl, dass sie vom christlichen Westen im Stich gelassen werden, vor allem von den Politikern. Die Christen dort haben oft das Gefühl, dass für den Westen nur geopolitische Interessen zählen und dass den westlichen Politikern das Schicksal der Christen im Nahen Osten ziemlich egal ist. Patriarch Kardinal Luis Sako habe ich die Hoffnung äußern gehört, dass Papst Franziskus sich im Irak mit hochrangingen schiitischen Geistlichen treffen könnte und dort auch ein Dokument unterschreiben könnte. Vielleicht auch das gleiche Dokument unterschreiben könnte, das im Februar dieses Jahres in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Abu Dhabi unterzeichnet wurde, damals auch von dem Großscheich der Al-Azhar-Universität, dem höchsten Repräsentanten des sunnitischen Islams. Das war ein Dokument über die Brüderlichkeit der Menschen über ein friedliches Zusammenleben in der Welt. Wenn das jetzt mit schiitischen Geistlichen im Irak gelingen könnte, dann wäre auch das eine große Sache. Eine solche Geste könnte ein wichtiger Schritt sein, um im Schutz religiöser Gemeinschaften vor Unterdrückung und Verfolgung ein gutes Stück voran zu kommen.

(vatican news)

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Kongo: Bischöfe warnen vor islamistischer Gewalt und Kriminalität

Betende Christen im Kongo (Archivbild) Foto: Steve Evans / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Vor den Aktivitäten islamistischer Terroristen und krimineller Banden haben die Bischöfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo gewarnt.

Unter den bewaffneten Gruppen, deren Aktionen den Bischöfen Sorge bereiten, befindet sich der Islamische Staat (IS) in Zentralafrika, berichtet die Agentur „Fides“.

In der abschließenden Erklärung der ordentlichen Versammlung der Bischöfe der Provinz Bukavu (ASSEPB) werden mehrere Gruppen angeprangert, die Massaker, Anschläge, Entführungen und Plünderungen begehen sowie Teile der Bevölkerung vertreiben.

„Diese Entwicklung verdeutlicht den Niedergang des Staates“, heißt es in einer gemeinsamen Verlautbarung.

Die am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen sind die Einwohner von Beni und Butembo, wo mehrere Massaker der islamischen ADF-NALU zugeschrieben werden, einer Gruppe ugandischer Herkunft, welche mittlerweile als dschihadistische Organisation agiere. Angehörige der Gruppe sollen an der Gründung des IS in Zentralafrika beteiligt gewesen sein.

Der Islamische Staat in Zentralafrika bekennt sich seit kurzem auf einer offiziellen Website zu Übergriffen und Anschlägen.

Weitere Gewalttaten werden laut „Fides“ von Milizen und bewaffneten Gruppen begangen, die in den Gebieten von Uvira, Fizi und Mwenga im Auftrag der traditionellen Stammeshäuptlinge agieren, was zur Folge hat, dass Stammeskonflikte und ethnische Spaltungen sich verschärfen.

Die Bischöfe warnen: Das Fehlen von Sicherheit und die Abwesenheit des Staates schwächt eine ohnehin instabile Volkswirtschaft weiter. Zudem werden Mineralien und andere Bodenschätze geplündert, die lokale Landwirtschaft wird zugunsten subventionierter ausländischer Produkte aufgegeben; eigene Initiativen oder ein lokales Unternehmertum gibt es kaum.

Die Bischöfe fordern die Behörden des Landes deshalb auf, „die Verwaltung der souveränen Aufgabe des Staates erneut zu übernehmen“. Es gehe um die Gewährleistung der Einheit, der territorialen Integrität, der Sicherheit von Personen und Eigentum und der Förderung des Wohlergehens der Bevölkerung und die Gewährleistung des Schutzes der natürlichen Ressourcen und nationaler Interessen. Die Bischöfe fordern zudem die Schaffung von Arbeitsplätzen für die lokale Bevölkerung, die Bekämpfung von Korruption in den Reihen der Elite durch eine angemessene Gehaltspolitik für Staatsbedienstete sowie freie und geregelte Wahlen.

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Quelle

Die Kreuzzüge – Fiktion und Wirklichkeit

Das märchenhafte Andalusien und was Oriana Fallaci dazu meint

Andalusien… das legendäre „Al-Andalus“ … seit Jahrhunderten Brücke zwischen Abendland und Orient … das goldene Zeitalter Spaniens im südandalusischen Granada …maurischen Juwel … die 700jährige Blütezeit … Glanz einer eigenständigen arabischen Kultur … den großen literarischen und wissenschaftlichen Leistungen … auch ihr enormes Wissen mit .. das Land zur Blüte brachte … die Wissenschaften konnten unter dem Islam aufblühen … Wer die verdrehten Elogen des ZDF und seiner euroiranischen bw. euroarabischen Apologeten und Aufraggeber genießen will, muss sich unbedingt den 2. Teil der schwer verdaulichen Seifenoper “Märchenland Teil 2″ anschauen. Andalusien, ein Beispiel für die Toleranz der islamischen Mauren und eine funktionierende multi-kulturelle Gesellschaft. Eine Modell für die europäischen Zukunft! Das ist allerdings eine Sichtweise, die kein ernsthafter Historiker oder Wissenschaftler mehr teilt. Denn anhand der Fakten, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Das scheint sich nur noch nicht bis in die Führungsetage des ZDF herumgesprochen zu haben!

Oriana Fallaci sieht das alles etwas anders:

… Denn die einzige Kunst, in der sich die Söhne Allahs stets hervorgetan haben, ist die Kunst zu besetzen, zu erobern, zu unterjochen. Die begehrteste Beute war immer Europa, die christliche Welt …

Im Jahr 635 n. Chr., das heißt drei Jahre nach Mohammeds Tod, besetzten die Heere des Halbmonds das christliche Syrien und das christliche Palästina. Im Jahr 638 nahmen sie Jerusalem und das Heilige Grab. Im Jahr 640, nach der Eroberung von Persien, Armenien und Mesopotamien, also dem heutigen Irak, marschierten sie im christlichen Ägypten ein und überrannten den christlichen Maghreb, das heißt Tunesien, Algerien und Marokko.

Im Jahr 668 griffen sie zum ersten Mal Konstantinopel an und belagerten die Stadt fünf Jahre lang. Im Jahr 711 überquerten sie die Straße von Gibraltar und gingen auf der erzkatholischen Iberischen Halbinsel an Land, eigneten sich Portugal und Spanien an, wo sie trotz eines Pelayo und eines Cid Campeador und der zahlreichen, in der Reconquista engagierten Herrscher rund acht Jahrhunderte blieben.

Und wer an den Mythos des »friedlichen Zusammenlebens« glaubt, das nach Meinung der Kollaborateure die Beziehungen zwischen Eroberten und Eroberern prägte, täte gut daran, die Geschichten über verbrannte Konvente und Klöster nachzulesen, über geschändete Kirchen, vergewaltigte Nonnen, christliche oder jüdische Frauen, die entführt wurden und in die Harems gesperrt wurden. Er täte gut daran, über die Kreuzigungen von Cordoba nachzudenken, über die Gehenkten von Granada, über die Enthauptungen in Toledo und Barcelona, Sevilla und Zamora. (Die in Sevilla befahl Mutamid, der König, der mit den abgeschlagenen Köpfen die Gärten seines Palasts schmückte. Die in Zamora befahl Almanzor: der Wesir, der »Mäzen der Philosophen« genannt wurde, der »größte Herrscher, den das Islamische Spanien je hervorgebracht hat«.)

Herrgott! Wenn man den Namen Jesu oder der Muttergottes aussprach, wurde man sofort hingerichtet. Gekreuzigt, wie gesagt, oder enthauptet oder gehenkt. Und manchmal gepfählt. Wenn man die Glocken läutete, ebenso. Wenn man sich grün kleidete, in der Farbe des Islam, idem. Und kam ein Muslim vorüber, mussten die »ungläubigen Hunde« beiseite treten, sich verneigen. Wenn der Muslim sie angriff oder beschimpfte, durften sie sich nicht wehren. Und weißt du, warum die »ungläubigen Hunde« nicht gezwungen wurden, zum Islam überzutreten? Weil Konvertiten keine Steuern zahlten. Die »ungläubigen Hunde« dagegen schon.

Von Spanien gelangten sie 721 ins nicht weniger katholische Frankreich. Unter der Führung von Abd al-Rahman, dem Gouverneur von Andalusien, überquerten sie die Pyrenäen und eroberten Narbonne. Dort metzelten sie die gesamte männliche Bevölkerung nieder, machten alle Frauen und Kinder zu Sklaven und zogen dann weiter nach Carcassonne. Von Carcassonne rückten sie nach Nimes vor, wo sie unter Mönchen und Patres ein Blutbad anrichteten. Von Nimes zogen sie nach Lyon und Dijon, wo sie jede einzelne Kirche plünderten, und weißt du, wie lang ihr Feldzug in Frankreich dauerte? Elf Jahre. Sie kamen in Wellen. Im Jahr 731 erreichte eine Welle von dreihundertachtzigtausend Fußsoldaten und sechzehntausend Reitern Bordeaux, das sich sofort ergab. Von Bordeaux schwappte sie nach Poitiers, dann nach Tours, und hätte Karl Martell nicht 732 die Schlacht von Tour und Poitiers gewonnen, würden heute auch die Franzosen Flamenco tanzen.

Im Jahr 827 landeten sie auf Sizilien, einem weiteren Ziel ihrer Begierde. Wie gewöhnlich mordend und brandschatzend eroberten sie Syrakus und Taormina, Messina und dann Palermo, und innerhalb eines dreiviertel Jahrhunderts (so lange brauchten sie, um den stolzen Widerstand der Sizilianer zu brechen) islamisierten sie die Insel. Sie blieben mehr als zweieinhalb Jahrhunderte, nämlich bis sie von den Normannen vertrieben wurden, doch 836 landeten sie in Brindisi, 840 in Bari. Und islamisierten auch Apulien. 841 landeten sie in Ancona.

Dann kehrten sie von der Adria ins Thyrrenische Meer zurück und landeten im Sommer 846 in Ostia. Sie plünderten es, zündeten es an und gelangten die Tibermündung hinauf nach Rom. Sie belagerten die Stadt und drangen eines Nachts in sie ein. Sie raubten die Basiliken des Heiligen Petrus und des Heiligen Paulus aus, plünderten, was es zu plündern gab. Um sie loszuwerden, musste Papst Sergius II. sich verpflichten, ihnen einen jährlichen Tribut von 25 000 Silbermünzen zu zahlen. Um weiteren Angriffen vorzubeugen, musste sein Nachfolger Leo IV. die Leoninischen Mauern errichten.

Nachdem sie von Rom abgelassen hatten, ließen sie sich jedoch in Kampanien nieder. Dort blieben sie siebzig Jahre lang, zerstörten Montecassino und quälten Salerno. In dieser Stadt belustigten sie sich eine Zeit lang damit, jede Nacht die Jungfräulichkeit einer Nonne zu opfern. Weißt du, wo? Auf dem Altar der Kathedrale.

Im Jahr 898 dagegen landeten sie in der Provence. Im heutigen Saint Tropez, um genau zu sein. Dort ließen sie sich nieder und überquerten 911 die Alpen, um im Piemont einzumarschieren. Sie besetzten Turin und Casale, zündeten Kirchen und Bibliotheken an, ermordeten Tausende von Christen, dann zogen sie weiter in die Schweiz. Sie erreichten das Bündner Tal und den Genfer See, dann kehrten sie, vom Schnee entmutigt, um. Sie zogen sich zurück in die warme Provence, besetzten 940 Toulon und …

Heute ist es Mode, sich wegen der Kreuzzüge an die Brust zu schlagen, den Westen für die Kreuzzüge zu tadeln, in den Kreuzzügen eine Ungerechtigkeit zu sehen, zum Schaden der armen, unschuldigen Muslime. Doch verfolgten die Kreuzzüge nicht nur die Absicht, wieder in den Besitz des Heiligen Grabes zu gelangen, sondern waren vor allem die Antwort auf vierhundert Jahre Invasion, Besatzung, Gewalt und Gemetzel. Eine Gegenoffensive, die die islamischen Expansionsbestrebungen in Europa aufhalten sollte. Und sie (mors tua vita mea – dein Tod mein Leben) nach Osten umleiten. Richtung Indien, Indonesien, China, Afrika sowie nach Russland und Sibirien, wo die zum Islam übergetretenen Tataren schon den Koran verbreiteten. Nach den Kreuzzügen begannen die Söhne Allahs in der Tat, uns genauso zu misshandeln wie vorher und schlimmer als vorher. Diesmal in Gestalt der Türken, die sich anschickten, das Osmanische Reich zu gründen. Ein Reich, das bis 1700 seine ganze Gier und Gefräßigkeit auf den Westen konzentrieren und Europa in sein bevorzugtes Schlachtfeld verwandeln sollte…

(Oriana Fallaci – Die Kraft der Vernunft – Berlin 2004)

EUROPA STEHT AM SCHEIDEWEG

Europa steht am Scheideweg: Wird es sich unter Politikern wie Merkel und Macron weiterhin in rasantem Tempo in Eurabia verwandeln? Oder wird es sich auf die Grundlagen des jüdisch-christlichen Abendlandes zurückbesinnen und diese wehrhaft verteidigen?

Tertium non datur! Einen dritten Weg kann es nicht geben – weshalb überzeugte Christen in Deutschland am kommenden Sonntag reinen Gewissens eigentlich nur die AfD wählen können.

Ein Videokommentar von Dr. David Berger aus dem niederrheinischen Marienpilgerort Kevelaer

PAPST FRANZISKUS — DER BRUDER DER MUSLIME

Papst Franziskus (l.) und König Mohammed VI.

Papst Franziskus (l.) und König Mohammed VI. während der Willkommenszeremonie im Internationalen Flughafen Rabat-Sale am 30. März 2019 in Sale (Marokko).

 

2. Johannes 10-11

10 Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß!

11 Denn wer ihm den Gruß bietet, macht sich mitschuldig an seinen bösen Taten.

 

Aus «Rückblick auf die Apostolische Reise nach Marokko»

Papst Franziskus:

Warum geht der Papst zu den Muslimen und nicht nur zu den Katholiken? Weil es viele Religionen gibt. Und warum gibt es viele Religionen? Zusammen mit den Muslimen stammen wir vom selben Vater ab, Abraham: Warum lässt Gott es zu, dass es viele Religionen gibt? Gott wollte es zulassen: Die Theologen der Scholastik sprachen von der »voluntas permissiva« Gottes.

Er wollte diese Wirklichkeit zulassen: Es gibt viele Religionen. Einige entstehen aus der Kultur heraus, aber immer schauen sie zum Himmel, schauen sie auf Gott. Aber Gott will die Brüderlichkeit unter uns und in besonderer Weise – hier liegt der Grund für diese Reise – mit unseren Brüdern, die wie wir Kinder Abrahams sind, den Muslimen. Wir dürfen nicht erschrecken vor dem Unterschied: Gott hat es zugelassen. Wir müssen erschrecken, wenn wir nicht in Brüderlichkeit handeln, um gemeinsam durchs Leben zu gehen.

Der Hoffnung dienen, in einer Zeit wie der unseren, bedeutet vor allem, zwischen den Kulturen Brücken zu bauen.

 

AUF DEM RÜCKFLUG VON RABAT NACH ROM Sonntag, 31. März 2019

Siham Toufiki (Agentur Map):

Welche Früchte wird dieser Besuch tragen für die Zukunft, für den Frieden in der Welt, für das Zusammenleben im Dialog der Kulturen?

Papst Franziskus:

Ich würde sagen, jetzt gibt es Blüten, die Früchte werden später kommen! Doch die Blüten sind vielversprechend. Ich bin froh, dass ich auf diesen beiden Reisen [in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Marokko] über das sprechen konnte, was mir sehr, sehr am Herzen liegt, nämlich Friede, Einheit und Brüderlichkeit. Mit den muslimischen Brüdern und Schwestern haben wir diese Brüderlichkeit im Dokument von Abu Dhabi besiegelt, und hier in Marokko mit dem, was wir alle gesehen haben: Freiheit, Brüderlichkeit, Aufnahme; alle sind Brüder und Schwestern mit sehr großer Achtung. Und das ist eine schöne „Blüte“, eine schöne Blüte des Zusammenlebens, die Früchte verspricht. Wir dürfen nicht lockerlassen! Es stimmt, dass es weiter Schwierigkeiten geben wird, es wird viele Schwierigkeiten geben, weil es intransigente Gruppen gibt. Auch das möchte ich noch einmal klar betonen: In jeder Religion gibt es immer eine fundamentalistische Gruppe, die nicht voranschreiten will und von bitteren Erinnerungen an vergangene Schlachten lebt und eher Krieg sucht und Angst sät. Wir haben gesehen, dass es schöner ist, Hoffnung zu säen – Hoffnung zu säen und Hand in Hand zu gehen, immer weiter. Wir haben gesehen, dass beim Dialog mit Ihnen hier in Marokko Brücken nötig sind, und es erfüllt uns mit Schmerz, wenn wir Menschen sehen, die lieber Mauern bauen. Warum erfüllt es uns mit Schmerz? Weil die, die Mauern bauen, am Ende Gefangene der von ihnen gebauten Mauern sind. Wer dagegen Brücken baut, kommt viel weiter. Brücken zu bauen ist für mich etwas, das gewissermaßen über das Menschliche hinausgeht, weil es sehr große Anstrengung braucht. Mich hat ein Wort des Schriftstellers Ivo Andrić in seinem Roman Die Brücke über die Drina sehr berührt. Er sagt, dass die Brücke von Gott mit den Flügeln der Engel gebaut wurde, damit die Menschen verbunden sind zwischen den Bergen und den Ufern des Flusses, damit sie untereinander kommunizieren. Die Brücke dient der menschlichen Kommunikation. Dies ist wunderschön und das habe ich in Marokko gesehen. Mauern stattdessen sind gegen die Kommunikation, sie dienen der Isolation und man wird zum Gefangenen dieser Mauern … Also, kurz gesagt: Die Früchte sieht man noch nicht, doch man sieht viele Blüten, die Früchte tragen werden. Gehen wir weiter in diese Richtung.

Papst Franziskus:

Die andere Überlegung habe ich bereits in unserer letzten Begegnung gemacht, aber es scheint mir wichtig, sie zu wiederholen: Kein Volk ist kriminell, und keine Religion ist terroristisch. Es gibt keinen christlichen Terrorismus, es gibt keinen jüdischen Terrorismus, und es gibt keinen islamischen Terrorismus. Es gibt ihn nicht.

 

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