Pilgerströme aus dem Libanon kommen zum Jubiläum nach Fatima

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Wien/Beirut. Das Fatima-Jahr wird auch bei den Maroniten groß gefeiert. Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums wird das Marienheiligtum Fatima am 24. Juni einen »Tag für den Libanon« feiern, zu dem große Pilgerströme aus dem Zedernstaat in Portugal erwartet werden. Beim Gottesdienst in der Marienbasilika mit Kardinal-Patriarch Bechara Boutros Raï wollen die katholischen Patriarchen aus dem Nahen Osten die Weihe Libanons an Maria erneuern, wie die Stiftung »Pro Oriente« berichtete.

Die im Libanon beheimatete maronitische Kirche begeht 2017 als »Jahr des Martyriums und der Märtyrer«, das zahlreiche spirituelle und kulturelle Veranstaltungen umfassen soll. Auftakt des Jahres war der 9. Februar, Fest des heiligen Eremiten Maron, der als Begründer der maronitischen Tradition angesehen wird. Das Gedenkjahr wird bis zum Fest des ersten maronitischen Patriarchen am 2. März 2018 dauern. Kardinal Raï betonte in einer Botschaft die »Aktualität und Opportunität« des Themas angesichts der Tatsache, dass die Kirche heute an vielen Orten, vor allem im Nahen Osten, der Verfolgung ausgesetzt sei.

Bei ihrem letzten Monatstreffen am 1. Februar hat die Versammlung der maronitischen Bischöfe ein neues Wahlrecht für den Libanon eingefordert, das eine gerechte Repräsentation aller sozialen und religiösen Komponenten der libanesischen Gesellschaft garantiert. In einer gemeinsamen Verlautbarung unterstrichen die Bischöfe die Notwendigkeit »der Beschleunigung der Debatte über das neue Wahlrecht«.

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Quelle: Osservatore Romano 6/2017

Eine Reliquie für die deutschsprachigen Katholiken in Rom

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Rom. Die Kirche der deutschsprachigen Katholiken in Rom, »Santa Maria dell’Anima«, erhielt eine Reliquie des libanesischen Heiligen Charbel Makhlouf. Am Freitagabend, 22. Januar, zelebrierte der maronitische Patriarch von Antiochien, Kardinal Bechara Boutros Raï, anlässlich der feierlichen Übergabe der Reliquie an Rektor Franz Xaver Brandmayr in »Santa Maria dell’Anima« die heilige Messe im maronitischen Ritus. Die Knochenreliquie ist ein Geschenk des Kollegs Mar Abda des Maronitenordens der Heiligen Jungfrau Maria im Libanon. Sie erhielt ihren Platz in einem der Altäre der Kirche, an dem zugleich ein permanentes »Friedenslicht für den Libanon und den Nahen Osten« entzündet wurde. 2014 hatte Kardinal Christoph Schönborn das Saint-Charbel-Heiligtum in den Bergen nordöstlich von Beirut besucht.

Charbel Makhlouf (1828-1898) war ein maronitischer Mönch. Er stammte aus einer einfachen christlichen Bauernfamilie in der schwer zugänglichen Hochgebirgsregion im Norden des Libanon. Mit 23 Jahren trat er in das Kloster von Mayfouk ein. Im Jahre 1853 wechselte er zum Kloster Saint-Maroun in Annaya, legte dort das Mönchsgelübde ab und nahm den Ordensnamen Charbel an.

Die nächsten Jahre verbrachte er im Kloster Kfifan, wo er bei Pater Nimatullah al-Kafri und Pater Nimatullah al-Hardini (der 2004 von Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde) Theologie studierte. 1859 wurde er zum Priester geweiht und kehrte nach Annaya zurück. 1875 entschied er sich für ein Leben als Eremit. Am 16. Dezember 1898 erlitt er, während er in der Eremitage die heilige Messe zelebrierte, einen Schlaganfall, an dessen Folgen er am Heiligen Abend 1898 verstarb.

Charbel stand schon zu Lebzeiten im Ruf der Heiligkeit. Bald nach seinem Tode stellte man fest, dass sein Leichnam nicht verwest oder vertrocknet war. Diese Phänomene sowie zahlreiche Krankenheilungen an seinem Grab machten ihn sehr schnell zu einem festen Bestandteil orientalisch-christlicher Volksfrömmigkeit. Zwei Heilungen aus dem Jahre 1950 führten schließlich zur Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens in Rom, das am 5. Dezember 1965 mit der offiziellen Seligsprechung Charbels durch Papst Paul VI. seinen Abschluss fand. Aufgrund einer dritten bezeugten Heilung im Jahre 1967 sprach Paul VI. den maronitischen Mönch am 9. Oktober 1977 in Rom heilig.

Heute ist Charbel Makhlouf im Nahen Osten einer der populärsten Heiligen. Sein Grab im Saint-Maroun-Kloster von Annaya ist ein Pilgerziel für Christen aller Konfessionen sowie für Muslime und Alawiten.

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Quelle: Osservatore Romano 4/2016

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