Möchte Bischof Kräutler eine „amazonisch-katholische“ Sekte?

17 Juli 2019, 12:00

Ein kath.net-Kommentar von Weihbischof Athanasius Schneider zu den Forderungen von Bischof Erwin Kräutler und des Arbeitsdokuments der Amazonassynode

Linz (kath.net)
In seinem Interview mit dem ORF vom 14. Juli 2019 sagte Bischof Erwin Kräutler, es sei „beinahe ein Skandal“, dass in vielen Gemeinden Amazoniens die Eucharistie kaum gefeiert wird. Diese Sprechweise an sich ist schon unklar und eindeutig tendenziös. Niemand hat ein Recht auf die Eucharistie. Das Sakrament der Eucharistie ist die Gabe Gottes schlechthin. Von einem Skandal in den katholischen Gemeinden kann man sprechen, wenn dort der Glaube verleugnet und nicht gelebt wird, wenn dort Gott beleidigt wird durch die Verachtung Seiner Gebote, durch grobe Sünden gegen die Nächstenliebe, durch Götzendienst, Schamanismus und dergleichen. Von einem Skandal in einer katholischen Gemeinde kann man sprechen, wenn dort nicht genügend gebetet wird. Das wäre ein wahrer Skandal.

Man müsste eher von einem Skandal sprechen, wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass man in den letzten Jahrzehnten in Amazonien offensichtlich keine intensive Berufungspastoral gemacht hat und zwar gemäß der bewährten zweitausendjährigen Erfahrung der Kirche, nämlich durch inständige Gebete, geistige Opfer, heiligmäßiges Lebensvorbild von Missionaren. Eines der wirksamstes Mittel zur Weckung von soliden Priesterberufungen auch in Amazonien sind Missionare, die ein Leben als wahre Männer des Gebets, als wahre Apostel führen, d.h. durch ein Leben der liebe- und opfervollen Ganzhingabe an Christus und an die Rettung der unsterblichen Seelen.

Das, was Bischof Erwin Kräutler und viele seiner klerikalen Gesinnungsgenossen fördern, sind eher Karikaturpriester in der Gestalt von Entwicklungshelfern, NGO-Mitarbeitern, sozialistischen Syndikalisten und Ökologiespezialisten. Darin aber besteht nicht die Sendung Jesu Christi, des Menschgewordenen Gottes, der gekommen ist, um Sein Leben am Kreuze hinzugeben, damit alle Menschen vom größten Übel erlöst werden, nämlich der Sünde, und damit alle Menschen das Göttliche und übernatürliche Leben haben, und es in Fülle haben (vgl. Joh. 10, 10).

Der Trick mit der Dramatisierung des „eucharistischen Hungers“ oder des Mangels an Eucharistiefeiern hält nicht stand, weil der Empfang der Eucharistie an sich nicht heilsnotwendig ist, jedoch aber der Glaube, das Gebet, ein Leben nach den Geboten Gottes.

Wenn Katholiken lange Zeit aufgrund von Priestermangel keine hl. Kommunion empfangen können, dann soll man sie anleiten, die geistige Kommunion zu pflegen, die eine große geistige Kraft und Wirkung hat. Die Wüstenväter z.B. haben jahrelang ohne Eucharistie gelebt und sind zu einer großen Christusverbundenheit gelangt. Meine Eltern und ich selber konnten in der Sowjetunion jahrelang keine hl. Kommunion empfangen. Wir haben aber immer die geistige Kommunion gepflegt, die uns große geistige Kraft und Trost gab. Wenn dann ein Priester kam, und wir beichten, am Messopfer teilnehmen und sakramental die hl. Kommunion empfangen konnten, dann war es ein wirkliches Fest und wir haben es ganz tief und freudig erlebt, wie kostbar die Gabe des Priestertums und der Eucharistie ist.

Man sollte in Amazonien ein gut organisiertes System aufbauen mit wandernden Priestermissionaren, die an den einzelnen Orten, wenn auch nur mehrmals im Jahr, jeweils ein wahres geistiges Fest mit guten Beichten und würdig gefeierten hl. Messen halten sollten und den Katholiken Jesus im Tabernakel zur Anbetung lassen, und diese anleiten Stunden eucharistischer Anbetung zu halten und den Rosenkranz zu beten, in der Intention um gute einheimische ehelose Priester und gute christliche Familien zu erflehen. Dann wird Gott zweifellos ihnen diese Gnade schenken. Man sollte auch einen weltweiten Aufruf machen, um Priester einzuladen, nach Amazonien zu kommen, um den Menschen dort seelsorglich beizustehen. Man kann ja auch verheiratete Diakone weihen oder in Ausnahmefällen Akolythen beauftragen oder treue katholische Frauen, die das Allerheiligste aussetzen könnten und Gebete leiten.

Einmalig bleibt in der Kirchengeschichte das Beispiel der japanischen Katholiken, die in einem Zeitraum von mehr als zweihundert Jahren den katholischen Glauben ohne Priester bewahrt haben. Heute hat Japan genügend eigene einheimische Priester, natürlich ehelose. Obwohl die heidnische Kultur Japans ein eheloses Priestertum damals ablehnte, haben die japanischen Katholiken das ehelose Priestertum für so groß gehalten, dass es ein Erkennungszeichen der Katholiken wurde. Nachdem nämlich zu ihnen wieder christliche Missionare im 19. Jahrhundert kamen, unter ihnen auch verheiratete protestantische Prediger, haben sie diese aus diesem Grund abgelehnt. Als aber dann katholischen Priester kamen und die japanischen Katholiken sie gefragt haben ob sie verheiratet sind, und diese es verneint haben, wurde sie als Priester der wahren Kirche Jesu Christi von diesen Gläubigen angenommen. Die Kirche hätte im 19. Jahrhundert z.B. dieselben Argumente vorbringen können, wie es heuer die Amazonasynode tun wird, um einheimische verheiratete Priester zu weihen, weil ja auch damals viele Gemeinden in einigen Missionsgegenden nur ein paar Mal im Jahr den besuch eines Priesters haben konnten.

Die Priesterehe wurde in der Ostkirche im 7. Jahrhundert legalisiert nicht wegen Priestermangel, es gab damals gerade in Konstantinopel einen Überschuss von Priestern, sondern wegen dem Nachgeben der menschlichen Schwäche, wegen dem Abrücken von der apostolischen Regel des geschlechtlich enthaltsamen Lebens derjenigen, die im Bischofs- und Priesteramt Jesus Christus, den Ewigen Hohepriester des Neuen Bundes nachahmen und im Weihesakrament in der Person Christi des Hauptes handeln. Das war damals in der griechischen Kirche eine regionale Lösung einer Ortskirche, die die römischen Päpste aber nicht anerkannten. Es handelte sich dabei um ein Abrücken von und eine Untreue gegenüber der fordernden Nachfolge Christi, die die Apostel in der vollständigen geschlechtlichen Enthaltsamkeit nach ihrer Berufung bis zu ihrem Tod gelebt haben. Der Apostel Peter hat diese Lebensweise nämlich klar bekannt und bestätigt: “Wir haben alles verlassen: auch Frau und Kinder“ (Mt. 19, 27).

Das geschlechtlich enthaltsame Priestertum haben alle Väter der Kirche im Bischofs- und Priesteramt gelebt. Auch wenn einige verheiratet waren (wie z.B. der hl. Hilarius), so haben sie erwiesenermaßen nach dem Empfang der Bischofs- bzw. Priesterweihe geschlechtlich enthaltsam gelebt und keine Kinder mehr gezeugt, weil sie die apostolische Regel der priesterlichen und bischöflichen Enthaltsamkeit kannten und respektierten.

Die römische Kirche hat diese apostolische Norm treu weitergeben und sie stets verteidigt bis in unsere Tage, mit einer Ausnahme, die sie den Ostkirchen bei den Unionsverhandlungen mit dem Apostolischen Stuhl seit dem Unionskonzil von Lyon und Florenz gewährte durch das Zugeständnis eines verheirateten Priestertum um der Einheit willen.

Die Einführung eines verheirateten Priestertums in Amazonien würde keine wahren Apostel, sondern eher eine neue Priesterkategorie mit einer Art Dynastie hervorbringen, wobei man die Tatsache berücksichtigen sollte, dass die einheimische Kultur der amazonischen Völker noch nicht zur tragenden und bewährten Reife ganzer christlicher Generationen kam, die ganz vom Geist des Evangeliums durchdrungenen wäre.

Die germanischen Völker z.B. haben nach der anfänglichen systematischen Evangelisierung durch den hl. Bonifatius auch noch einige Jahrhunderte gebraucht, bevor sie dazu fähig waren, dass aus ihnen ein zahlreicher bewährter eheloser einheimischer Klerus hervorging.

Ohne Zweifel gab es in Amazonien im 19. und in 20. Jahrhundert heroische und heiligmäßige Missionare: Bischöfe, Priester, Ordensschwestern. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich allerdings einige Missionare in Amazonien vom wahren Geist Jesu Christi, der Apostel und der heiligen Missionare abgewandt und sich dem Geist dieser Welt zugewandt. Sie predigen nicht mehr mit voller Überzeugung den einzigen Erlöser Jesus Christus und bemühen sich nicht genügend, Sein übernatürliches Leben der Gnade an die Menschen in Amazonien zu vermitteln, um sie somit zum ewigen Leben, sie in den Himmel führen, und das unter dem Einsatz des eigenen Lebens. Es geschah oft das Gegenteil. Unter Missbrauch des Namens Jesu, unter Missbrauch des heiligen Bischofs- und Priesteramtes haben Missionare und sogar Bischöfe den Menschen in Amazonien vorwiegend ein Evangelium des irdischen Lebens, ein Evangelium des Bauches und nicht ein Evangelium des Kreuzes, ein Evangelium der Anbetung der Natur, des Waldes, des Wassers, des Sonne, ein Evangelium der Anbetung dieses so kurzen irdischen materiellen Lebens gepredigt, wobei die Menschen auch dort im Grunde nach den Quellen des göttlichen ewigen Lebens dürsten. So eine Missionierung Amazoniens bedeutet einen Verrat des wahren Evangeliums und dieser Verrat wurde in den vergangenen Jahrzehnten in weiten Teilen jener Region betrieben. Man möchte jetzt den Verrat der wahren übernatürlichen Evangelisierung im Geist der Jesu und der Apostel noch durch eine Bischofssynode auf Weltebene legitimieren.

Amazonien braucht dringend wahre heilige Missionare nach dem Geist und dem Lebensbeispiel der großen Missionare der Kirchengeschichte, wie der hl. Bonifatius, der großen lateinamerikanischen Missionsheiligen, wie z.B. des hl. Turibio de Mogrovejo, des hl. Jose Anchieta und vieler anderer mehr.

Bischof Kräutler begründet in seinem Interview die Priesterweihe von Frauen zu Feier der Eucharistie mit deren “Einfühlungsvermögen”. Hier handelt es sich offenkundig um ein anderes Verständnis von Kirche und Eucharistie, ein anderes Verständnis von Priestertum und Diakonenamt.

„Einfühlungsvermögen“ ist kein tragendes theologisches Kriterium, sondern der Wille Gottes. Die Kirche Gottes ist nicht ein Konzern, eine Partei, ein Club, eine menschliche Einrichtung, wo an erster Stelle menschliche Effizienz und Einfühlungsvermögen stehen, wenn auch solche Eigenschaften durchaus nützlich sind. Die Kriterien für das Amt der Apostel und deren Nachfolger im Bischofsamt und untergeordnet im Priesteramt und dann auch im Diakonenamt müssen dieselben sein, die Christus uns vorgab und die dir Kirche immer bewahrt hat: es sind zunächst Männer, und dann müssen sie eine sittliche und charakterliche Eignung haben. Sie müssen Männer des Glaubens sein, voll des Hl. Geistes, bereit in Ehelosigkeit zu leben, Männer, die das Gebet und die Verkündigung der Lehre Christi an die erste Stelle setzen, Männer, die bereit sind wahre Hirten zu sein, und ihr Leben hinzugeben für die Rettung der unsterblichen Seelen, der ihnen anvertrauten Menschen. Männer die wahre Väter aller Gläubigen sind, und nicht einer begrenzten persönlichen Familiendynastie. Männer, die wahre Bräutigame der Braut Christi, der Kirche sind und deshalb als solche Väter und Bräutigame ehelos sind.

Der hl. Irenäus bezeugt die Einheit des Glaubens und der Disziplin der Kirche schon im 2. Jahrhundert bei allen Völkern, auch wenn die bekehrten Katholiken damals aus so unterschiedlichen und teils gegensätzlichen Kulturen kamen: „Die Kirche bewahrt, obwohl sie über die ganze Welt zerstreut ist, sorgfältig den Glauben der Apostel, als ob sie in einem einzigen Haus wohnte; auf dieselbe Weise glaubt sie an diese Wahrheiten, als ob sie nur eine Seele und dasselbe Herz hätte; in voller Übereinstimmung verkündigt, lehrt und überliefert sie diese Wahrheiten, als ob sie nur einen Mund hätte. Es gibt verschiedene Sprachen auf der Welt, aber die Kraft der Überlieferung ist einzig und dieselbe: Die in Germanien gegründeten Kirchen glauben und überliefern nicht anders als die in Spanien oder bei den Kelten, die im Orient oder in Ägypten, die in Libyen oder in der Mitte der Welt“ (Adversus haereses 1,10,1-2).

Viele der ersten neu bekehrten katholischen Gemeinden in den germanischen Völkern in der Zeit der Völkerwanderung (4. – 6. Jahrhundert) hatten vielleicht auch nur ein paar Mal im Jahr die Möglichkeit an der hl. Messe teilzunehmen und die hl. Kommunion zu empfangen. Nach einigen Generationen aber, sind aus diesen germanischen Gemeinden Generationen von ehelosen und im allgemeinen vorbildlichen Priestern hervorgegangen.

Die Verfechter eines verheirateten amazonischen Klerus unter Verwendung des Tricks der elegant formulierten Losung „bewährten Männer“ („viri probati“) halten die amazonischen Völker im Grunde für minderwertig, indem sie ihnen von vornherein die Fähigkeit absprechen, der Kirche aus ihrer Mitte ehelos lebende Priester zu schenken. Im Laufe von zweitausend Jahren waren alle Völker und selbst Barbaren dazu fähig, mit Hilfe der Gnade Christi ihre eigenen Söhne zu einem ehelosen Priestertum nach dem Vorbild Jesu Christi zu erziehen. Die Forderungen nach verheirateten Priester für die amazonischen Völker, die ausgerechnet Kleriker europäischer Abstammung vorbringen, verbirgt in sich einen verkappten Rassismus. Zugespitzt formuliert könnte es so klingen: „Wir Europäer, d.h. wir Weiße, sind zu einem ehelosen Priestertum schon fähig. Für Euch Amazonier ist das aber eine Nummer zu groß!“.

Es geht den Verfechtern eines verheirateten amazonischen Klerus, die eigentlich fast alle europäischer und nicht indigener Abstammung sind, letztlich nicht um das wahre geistige Wohl der amazonischen Gläubigen, sondern um das Durchsetzen ihrer eigenen ideologischen Agenda, die darin besteht, einen verheirateten Klerus auch in Europa und dann in der ganzen lateinischen Kirche zu haben. Denn alle wissen es, dass es nach der Einführung eines zunächst regional begrenzten verheirateten Klerus im Amazonien, durch den Dominoeffekt innerhalb einer relativ kurzen Zeit einen regulären verheirateten Klerus des römischen Ritus auch in anderen Teilen der Welt geben wird. Dadurch wird das apostolische Erbgut eines ehelos lebenden Priestertums nach dem ausdrücklichen Lebensvorbild Jesu Christi und Seiner Apostel in der ganzen Kirche vernichtet.

Einige Katholiken, die sicherlich nicht die Mehrheit der wahren Gläubigen repräsentieren, sondern Funktionäre einer reichen kirchlichen Bürokratie sind und klerikale Machtpositionen in der Kirche errungen haben, wollen weltlich lebende Menschen mit einem verheirateten Priestertum anlocken, mit einem Priestertum ohne Opfer, ohne Selbsthingabe, ohne übernatürliche brennende Gottesliebe.

Was die Kirche tun sollte, damit die Gläubigen Priester haben, hat der Herr selber gesagt: “Bittet den Herrn der Ernte, dass Er Arbeiter in Seine Ernte sende” (Mt. 9, 38). Es gibt kein besseres und wirkungsvolleres Mittel als dies. Wenn es eines gäbe, hätte es uns der Herr gesagt.

Um verheiratete Kandidaten zur Priesterweihe zu haben, dazu braucht es keiner besonderen Gebetseinsätze. Es wird immer bis ans Ende der Zeit wenige Arbeiter im Weinberg des Herrn geben. In einer Zeit, in der es viele Priester gab, sprach der heilige Papst Gregor der Große diese bedenkenswerte Worte: “Siehe, die Welt ist voll von Priestern, aber doch findet man in der Ernte des Herrn selten Arbeiter” (In Ev. hom., 34). Gott bewirkt Sein Werk der Gnade und der Rettung der Seelen für das ewige Leben immer durch Opfer und oft durch wenige und nicht durch eine große Menge. In diesem Sinne sagte der hl. Gregor von Nazianz, dass Gott keinen Gefallen an Zahlen habe (vgl. Or. 42, 7).

Bischof Erwin Kräutler fragt dann im Interview: “Was können wir als Kirche tun, damit diese Leute Eucharistie feiern können?“ Das Gemeindeleben funktioniere wunderschön, „aber es fehlt am Zentrum.“ Die Antwort darauf ist diese: Das Zentrum ist Christus, die Wahrheit, die Er lehrte, das Beispiel, das Er gab. Der Tabernakel ist das wahre Zentrum der Kirche hier auf Erde und einer jeden Ortsgemeinde. Hat eine katholische Gemeinde in Amazonien den Tabernakel, und das haben ja fast alle, dann hat sie das Zentrum, dann fehlt ihr letztlich nichts, weil sie Gott selber in ihrer Mitte hat, Gott mit Fleisch und Blut gegenwärtig in ihrer Mitte!.

Damit die Katholiken in Amazonien eigene und nach Möglichkeit zahlreiche Priester haben, muss man sie um die Tabernakel versammeln. Dort sollen die katholischen Mütter und Kinder innige Gebete an Gott, den Spender aller Gaben, richten um gute, ehelose und apostolisch gesinnte einheimische Priester. Man soll eine Kette von eucharistischen Anbetungen in ganz Amazonien starten. Solch eine eucharistische Anbetungskette der einfachen Gläubigen mit ihren Bischöfen und mit wenn auch wenigen Priestern, wird zweifellos in der von Gott bestimmten Zeit den Völkern Amazoniens Priester nach dem Herzen Jesu schenken. Die amazonischen Völker soll man nicht für eigene dekadente, in Europa fabrizierte, Ideologien und theologische Häresien ausnutzen.

Weite Teile des Arbeitsdokuments (Instrumentum laboris) der Amazonassynode und die Forderungen jener Kleriker schmücken mit Losungen wie „bewährte Männer“, „eucharistischer Hunger“, „weibliches Einfühlungsvermögen“ das Bild Christi des Königs, gleichsam wie mit kostbaren Steinen, um so leichter Priesterehe und Frauenordination durchzusetzen. Die wahren Katholiken Amazoniens und anderer Teile der Welt werden aber darin das Bild des Fuchses erkennen und es nicht für das Bild Jesu Christi des Königs halten. Weite Teile des Instrumentum laboris und die revolutionären Forderungen Bischof Erwin Kräutlers und seiner klerikalen Gesinnungsgenossen stellen in der Tat eine Geisteshaltung dar, die sehr an die Gnosis und den Naturalismus erinnert, die schon früh in die Kirche eindringen wollte, wie es der hl. Irenäus von Lyon aus dem 2. Jahrhundert bezeugt: „Das sind nun ihre Lehrmeinungen, die weder die Propheten verkündeten, noch der Herr lehrte, noch die Apostel überlieferten, die sie besser zu verstehen sich rühmen als alle anderen, die niemals gelehrt, nirgends in der Schrift enthalten sind, und die sie doch vorlesen. Indem sie, wie man so sagt, aus Sand Seile flechten, suchen sie ihren Lehren die Parabeln des Herrn, die Aussprüche der Propheten oder die Worte der Apostel anzupassen, damit ihr Hirngespinst nicht ohne Zeugnisse bleibe. Aber die Ordnung und den Zusammenhang der Schriften übertreten sie und lösen nach Kräften die Glieder der Wahrheit auf. Sie versetzen und stellen um, verändern völlig den Sinn und täuschen viele durch ihre trügerische Zusammenstellung der Reden des Herrn. Gleichwie wenn jemand an dem von einem weisen Künstler aus bunten Steinen schön zusammengestellten Bilde eines Königs die zugrunde liegende menschliche Gestalt auflösen, die Steine versetzen und umändern, die Gestalt eines Hundes oder Fuchses machen und dazu noch schlecht ausführen wollte und behaupten, das sei jenes schöne Bild des Königs, das der weise Künstler fertigte, um so durch sein Steingebilde die Unerfahrenen in Irrtum zu führen, die keine Ahnung von der wirklichen Gestalt eines Königs haben, und ihnen einzureden, die stinkende Figur des Fuchses sei das schöne Bild des Königs — auf genau dieselbe Weise flicken auch diese Märchen zusammen, reißen dann Reden, Worte und Parabeln aus ihrem Zusammenhang und wollen diese Worte des Herrn ihren Fabeln anpassen“ (Adversus haereses 1, 8, 1).

Es ist offenkundig, dass der Inhalt weiter Teile des Instrumentum laboris, die Forderungen Bischof Erwin Kräutlers und seiner klerikalen Gesinnungsgenossen eigentlich eine neue christliche Konfession wollen, die dann vielleicht „Amazonisch-katholische Kirche“ heißen wird, die aber letztlich eine Sekte wird im Vergleich zu der wahren einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Diese ging und geht sicher durch alle Zeiten, immer dieselbe bleibend in der unbedingten Treue zur Reinheit des Glaubens und des großen unabänderlichen Erbgutes der Apostel in der Liturgie und der Disziplin der Kirche. Die Katholiken unserer Zeit werden solch einer „Amazonisch-katholischen“ Sekte, die Naturanbetung pflegen und Frauenpriestertum haben wird, die Worte zurufen, die der hl. Augustinus einst den donatistischen Sektanten sagte: „Die Kirche die auf der ganzen Welt ist in ihren Urteilen der Wahrheit sicher!“ (securus iudicat orbis terrarum: Contra epistolam Parmeniani 3, 3).

Der Nachfolger Petri, der Papst, hat eine ihm von Gott streng aufgetragene Pflicht als Inhaber der Kathedra der Wahrheit (cathedra veritatis), die Wahrheit des katholischen Glaubens, der göttlichen Verfassung der Kirche, der von Christus gestifteten Ordnung der Sakramente und des apostolischen Erbgutes priesterlicher Ehelosigkeit in ihrer Reinheit und Unversehrtheit zu bewahren und an seinen Nachfolger und die nächste Generation weiterzugeben. Er darf die offenkundig gnostisch und naturalistisch geprägten Inhalte einiger Teile des Instrumentum laboris sowie die Abschaffung der apostolischen Pflicht der priesterlichen Ehelosigkeit (die zunächst regional ist und dann naturgemäß schrittweise universal wird) durch sein Schweigen oder durch ein zweideutiges Verhalten nicht im geringsten unterstützen. Selbst wenn der Papst das in der kommen Amazonassynode tun würde, dann würde er seine Pflicht als Nachfolger Petri und Stellvertreter Christi schwer verletzen und kurzzeitig eine geistige Sonnenfinsternis in der Kirche verursachen. Aber diese kurze Eklipse wird Christus, die unbesiegbare Sonne der Wahrheit, wieder erhellen, in dem Er Seiner Kirche erneut heilige, mutige und treue Päpste schenken wird, denn die Pforten der Hölle können den Felsen Petri nicht überwältigen (vgl. Mt. 16, 18) und das Gebet Christi für Petrus und seine Nachfolger ist unfehlbar, dass sie nämlich nach ihrer Bekehrung, die Brüder im Glauben wieder stärken werden (vgl. Lk. 22, 32).

Die Wahrheit, die der hl. Irenäus formuliert hat, bleibt auch in der Zeit einer zeitweiligen geistigen Sonnenfinsternis in der Kirche – wie es die unsere Zeit durch die unbegreifliche Zulassung Gottes ist – bestehen: „Denn in der römischen Kirche ist immer die apostolische Tradition bewahrt seitens der Gläubigen, die überall sind“ (Adversus haereses 3, 3, 2).

+ Athanasius Schneider ist Weihbischof der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana

_______

Quelle

Bischof Voderholzer: Fehlende Weihe schmälert Bedeutung von Frauen nicht – „Dienst nicht beliebig ersetzbar“

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sieht in der Ablehnung der Frauenweihe keine verminderte Bedeutung von Frauen in der Kirche. Indes habe Jesus ausschließlich Männer als Apostel berufen.

Die Bedeutung sei durch die „Zuordnung des geistlichen Dienstamtes mit seiner seinsmäßigen Aufgabe der Christusrepräsentation“ nicht geschmälert, sagte Voderholzer laut seiner Pressestelle am Sonntag in Regensburg.

Der Bischof wiederholte demnach bei der Eröffnung der diözesanen Wolfgangswoche, Jesus habe ausschließlich Männer als Apostel berufen. Dies hatte Voderholzer erst vor rund einer Woche beim Kongress „Freude am Glauben“ des konservativen Forums Deutscher Katholiken in Ingolstadt betont.

Weiheamt nicht nur eine Funktion

Die Apostel sollten Jesus „in besonderer Weise vergegenwärtigen: Wer euch hört, hört mich. Wer euch aufnimmt, mich auf und den, der mich gesandt hat“, ergänzte Voderholzer. Dies habe seinen Grund in der sakramentalen Struktur der Kirche. „Beim geistlichen Dienstamt geht es nicht zuerst um eine Funktion, die beliebig ersetzbar wäre, sondern um die Darstellung einer Seinswirklichkeit.“

Die Kirche sei keine Gewerkschaft, keine Partei und kein Staatswesen, das im Letzten nur eine irdische Wirklichkeit sei, eigene Zwecke und Ziele verfolge und von gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten vertreten werde.

Die Kirche sei vielmehr der „Leib Christi“ zur Vergegenwärtigung seines Wortes und seiner heilbringenden Erlösungstat am Kreuz, erklärte Voderholzer. „In dieser Kirche gibt es verschiedene Dienste und Ämter. Und von Anfang haben Frauen sich in der Kirche mit all ihren Gaben und Fähigkeiten eingebracht.“

Frauen konnten sich in Kirche entfalten

Soziologisch gesehen hätten Frauen in der Antike und im Mittelalter vor allem durch die Kirche Entfaltungsmöglichkeiten bekommen. „Der Stand der Witwen etwa bot Schutz vor der im Römischen Reich selbstverständlichen Wiederverheiratungspflicht“, so der Bischof. Zudem seien Frauenorden stets Orte der Bildung und der Innovation gewesen.

«Wir vertreten nur das, was die Kirche immer schon geglaubt hat»

Ein Interview mit Johanna Stöhr, Initiatorin von „Maria 1.0“.
Von Rudolf Gehrig

Die Privatinitiative „Maria 2.0“ hat am vergangenen Sonntag in einigen Diözesen zum „Kirchenstreik“ aufgerufen. Frauen sollen dabei der Kirche und dem kirchlichen Dienst eine Woche lang fernbleiben, um der Forderung nach „Gleichberechtigung“ Ausdruck zu verleihen, die laut den Initiatoren unter anderem eine Änderung der Kirchenlehre in Bezug auf die Priesterweihe für Frauen vorsieht. Während sich vereinzelt sogar Kirchenmitarbeiter wie der Generalvikar des Bistums Essen mit den Streikenden solidarisierten, sorgte die Aktion bei vielen deutschen Katholiken für Empörung. Eine von ihnen, Johanna Stöhr aus Schongau, hat deshalb Frauen hinter sich versammelt, die an der bisherigen Lehre der Kirche festhalten wollen.

***

Johanna Stöhr, Initiatorin von "Maria 1.0"

Johanna Stöhr, Initiatorin von „Maria 1.0“, im „Tagspost“-Interview. Foto: privat

Frau Stöhr, während diese Woche die Aktion „Maria 2.0“ zumindest in den Medien für Aufruhr gesorgt hat, haben Sie die Seite Maria 1.0 ins Leben gerufen. Ihr Motto lautet: „Maria braucht kein Update“. Warum ist das so?

Maria ist makellos, in allen Tugenden vollkommen und ohne Sünde. Sie ist einfach perfekt und auch das größte und schönste Vorbild in der Nachfolge Jesu für alle Gläubigen, insbesondere natürlich für uns Frauen. Das Perfekte braucht kein Update!

Die Initiatoren von „Maria 2.0“ fordern unter anderem die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe. Sie dagegen berufen sich auf Johannes Paul II. und Papst Franziskus, die beide betonen: Der Ausschluss von Frauen bei den Weiheämtern ist definitiv. Ist das nicht zu hart?

Nein! Das Problem ist eher unsere Einstellung dazu. Es fällt uns Menschen bei vielen endgültigen Dingen, die uns nicht gefallen, schwer zu akzeptieren, dass wir es nicht ändern können. Viele Psychologen werden bestätigen, dass Akzeptanz meist der Schlüssel zur Heilung und zum inneren Frieden ist. Die päpstlichen Schreiben machen ausdrücklich deutlich, dass es sich dabei um eine Glaubenswahrheit handelt. Was ist Wahrheit? Als Mathe-Lehrerin sage ich nur: Wenn ich 100 € habe und 100 € ausgebe, dann habe ich nichts mehr. Gefällt mir nicht, bleibt aber wahr.

Können Sie verstehen, dass sich Frauen in der Katholischen Kirche nicht gleichberechtigt fühlen?

Wir können das durchaus verstehen, wenn man weltliche Maßstäbe der Arbeitswelt anlegt. Nun ist aber die Kirche kein Unternehmen, sondern der lebendige Leib Christi. In diesem Leib hat jeder Mann und jede Frau eine von Gott zugewiesene Berufung, wie es Paulus mit dem einen Leib und den vielen Gliedern ausdrückt. Alle sind gleich wichtig, auch wenn das Auge nicht die Aufgabe des Fußes übernehmen kann. Und wenn man sich in diese göttliche Ordnung einfügt, wird man wahrhaftig glücklich. Deshalb sehen wir es nicht als Nachteil, wenn wir keine Priesterinnen werden können. Das Priestertum ist auch eine Bürde, die uns Gott erspart hat. Es ist ein Privileg, eine Frau zu sein. Das kann man dankbar annehmen. Wir wollen Jesus zu Füßen liegen wie Maria, die den guten Teil gewählt hat, wie Jesus in Lk 10, 42 spricht.

Beide Seiten, sowohl die Initiatoren von „Maria 2.0“, wie auch Ihre Aktion, beziehen sich auf die Muttergottes. Welche Rolle spielt Maria in Ihrem Leben als Katholikin?

Eine ganz zentrale Rolle! Wie der heilige Ludwig Maria Grignion und der heilige Maximilian Kolbe uns lehren, ist Maria der einfachste, sicherste und schnellste Weg zu Christus. Eine Seele, die sich ganz ihren mütterlichen Händen anvertraut, kann letztlich nicht verlorengehen. Sie ist das Urbild aller Tugenden und unser aller Mutter.

Um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen, hat „Maria 2.0“ zum „Kirchenstreik“ aufgerufen. Viele Katholiken in Deutschland empfinden das als ein großes Ärgernis und beklagen sich darüber, dass sich die Kirchenleitung nicht ausdrücklich von den Aufrufen, die Sonntagspflicht zu vernachlässigen, distanziert. Haben Sie das Gefühl als praktizierende Katholikin von den Bischöfen alleine gelassen zu werden?

Man kann schon dieses Gefühl bekommen, ja. Wir empfinden es so, dass man in der Deutschen Bischofskonferenz anscheinend eher darauf schaut, womit man bei den Medien und bei der zivilen Gesellschaft gut ankommt. Dabei benötigen wir so dringend Rückendeckung durch unsere Hirten. Wir vertreten ja nur das, was die Kirche immer schon geglaubt und praktiziert hat. Das ist freilich unspektakulär und eher kein Medienreißer. Wir fragen uns aber schon, welchen persönlichen Glauben und welche Liebe zu Jesus sie haben, wenn sie ein Fernbleiben von der Heiligen Messe unterstützen können, in der sich Jesus uns schenken will.

Gerade die Missbrauchskrise hat die Kirche in einen hohen Glaubwürdigkeitsverlust gestürzt. Auch die aktuellen Diskussionen zeigen, dass die Katholiken in Deutschland teilweise gespalten sind. Fürchten Sie um die Einheit der Kirche?

Definitiv. Wir beobachten die sich immer mehr ausbreitenden spalterischen Tendenzen mit großer Sorge. Für uns ist die Missbrauchskrise ein Spiegel der Gesellschaft, denn die Kirche besteht aus Menschen. Man sucht das Problem lieber in kirchlichen Strukturen als im Zustand der Gesellschaft.

Wie können Ihrer Meinung nach Frauen die Kirche wieder aus der Krise holen?

Jedenfalls nicht, indem wir uns dem Geschmack der Gesellschaft angleichen. Denn dann verliert unser Salz den eigenen Geschmack und wird schal. In unseren Augen liegt die Lösung des Problems woanders: Die Krise der Kirche ist in erster Linie eine Glaubenskrise, und sie ist hausgemacht. Um diese zu überwinden, vertrauen wir grundsätzlich auf die übernatürlichen Mittel, besonders das Gebet. Der Rosenkranz hat große Kraft: Die Gottesmutter hat bei ihren Erscheinungen immer wieder zum Rosenkranzgebet aufgerufen und ihre Fürsprache zugesichert. Auch die Eucharistische Anbetung muss neu belebt werden. Jede Frau kann bei sich beginnen, indem sie versucht, der Unbefleckten Jungfrau gleichförmig zu werden. Das bedeutet konkret: Gebet und regelmäßiger, würdiger Empfang der Sakramente, der Beichte und der Kommunion. Darüber hinaus ist das persönliche Zeugnis ganz wichtig. Das kann zum Beispiel das Tischgebet vor dem Essen im Restaurant sein. Sofern wir Ehefrauen und Mütter sind, versuchen wir diese Rolle gut auszufüllen, indem wir in Liebe unermüdlich für unsere Familie da sind. Die gottgeweihten Frauen verwirklichen diesen Auftrag, indem sie die geistliche Mutterschaft leben. Anstatt selbst nach dem Priesteramt zu greifen, wollen wir die Priester ganz bewusst in ihrem Dienst bestärken. Wir brauchen mehr heilige Priester! Deshalb beten wir treu für sie und helfen ihnen, wo immer wir können. Das alles sind Wege, wie wir Frauen beharrlich zum Wohl der Kirche tätig sein können – und darin besteht die beste Krisenbewältigung.

Frau Stöhr, vielen Dank für das Gespräch!

***

DT (jobo)

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

_______

Quelle

Bischof Voderholzer gegen Frauenweihe und „Neuerfindung“ der Kirche

Der Regensburger Bischof sprach in Heiligenkreuz über Laienberufung.

Vor wenigen Tagen wurde seine erneute Berufung zum Mitglied der vatikanischen Glaubenskongregation bekannt gegeben, nun sprach der Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer zum Apostolat der Laien – und erteilte der Weihe von Frauen eine klare Absage.

Regensburg/Heiligenkreuz – 12.05.2019

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sieht keine Möglichkeit der Weihe von Frauen in der katholischen Kirche. „Es führt uns keinen Millimeter weiter, wenn wir uns die Geschichte der Kirche zurechtbasteln, um uns dann am Ende etwa ein Frauenpriestertum zu genehmigen“, sagte Voderholzer laut der diözesanen Internetseite am Samstag an der Hochschule Papst Benedikt XVI. in Heiligenkreuz bei Wien.

Dort sprach der Bischof demnach bei einem Symposium über die Frage der Laienberufung. Christus habe sehr bewusst mit Blick auf die innere Logik des priesterlichen Dienstes einen Kreis von Männern ausgewählt und ihnen die apostolischen Vollmachten übertragen.

„Das war keine Rücksicht auf seine Zeit. Im Gegenteil“, ergänzte Voderholzer. Christus habe im Gegensatz zu fast allen Kulturen seiner Zeit, die weibliches Priestertum in den unterschiedlichsten Formen gekannt hätten, entschieden. Die Kirche habe kein Recht, von dieser Vorgabe abzuweichen. „Die Diakonissen erfüllten eben keinen apostolischen Dienst. Sie trugen kein Weiheamt.“ Im Übrigen hätten Gemeinde- und Pastoralreferentinnen heute weit mehr Kompetenzen als die altkirchlichen Diakonissen.

Pflicht der Bischöfe, „Glaubensgut rein weiterzugeben“

Zum von den deutschen Bischöfen geplanten „synodalen Weg“ erklärte Voderholzer: „Ein synodaler Prozess, der meint, vor allem die Kirche neu erfinden zu sollen, beschreitet einen Weg der Zerstörung. Er zerspaltet die Christen, er zerstückelt die Kirche, er beschädigt letztlich auch unsere Gesellschaft und belastet auch die evangelischen Glaubensgemeinschaften.“

Die Pflicht des bischöflichen Dienstes komme sehr konkret im Weiheversprechen zum Ausdruck, fügte Voderholzer hinzu. „Der Bischof gelobt unter anderem, das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut rein und unverkürzt weiterzugeben.“ Damit habe er eine persönliche Verpflichtung übernommen. Kein Gremium, kein Komitee und keine Synode könne diese personale Verbindlichkeit ersetzen.

Es gehe darum, dass sich alle Beteiligten des „synodalen Weges“ ihrer je eigenen Berufung vergewisserten. Der Erneuerungsweg der Kirche gelinge, „wenn wir uns um Heiligkeit bemühen. Nicht Mehrheit, sondern Heiligkeit, das muss unser Ziel sein.“ Er warne vor einer Klerikalisierung der Laien und einer Laisierung der Kleriker, so Voderholzer weiter. (KNA)

_______

Quelle