„Unser Schweigen verletzt die Opfer“

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Ján Figeľ (Photo: 2014) / Wikimdia Commons – European People’s Party (EPP), CC BY 2.0 (Cropped)

Internationale Konferenz über „Christen in Bedrängnis“ in Wien

Der Sondergesandte der Europäischen Union zur Förderung der Religionsfreiheit außerhalb der EU, Jan Figel, hat Ignoranz, Gleichgültigkeit und Angst gegenüber den schwerster Menschenrechtsverletzungen Schuldigen angeprangert. Der ehemalige EU-Kommissar bezeichnete sie am Samstag bei einer internationalen Konferenz in Wien zur weltweiten Christenverfolgung als „Verbündete des Bösen“. Auf diese Weise werde Fanatikern und Tätern geholfen. „Unser Schweigen verletzt die Opfer“, warnte er in seiner Ansprache. Das Versprechen des Kriegsverbrechertribunals von Nürnberg 1946, keinen Völkermord mehr hinzunehmen, sei bereits mehrfach gebrochen worden.

„Wir haben die Selbstverpflichtung, Völkermord oder unmenschliche Behandlung zu verhindern zu oft aufgegeben“, beklagte der slowakische christdemokratische Politiker. Rhetorisch fragte er, ob das Jahrhundert der Genozide nun enden oder andauern solle. Eine ganze Serie von Schrecken habe sich dem ersten Völkermord, durch die Hand der Jungtürken 1915/16 an Armeniern, Assyro-Aramäern und Pontos-Griechen, angeschlossen, erinnerte Figel. Lobend erwähnte er, dass Parlamente rund um die Globus die Verbrechen des IS, wie Mord, Folter, Versklavung, Entführung, Vergewaltigung an Angehörigen religiöser und ethnischer Minderheiten als Völkermord angeprangert hätten.

Abgesehen vom Genozid zeige sich religiöse Unterdrückung in Gestalt von Blasphemie- und Anti-Konversion-Gesetzen sowie durch Gewalt gegen Andersgläubige. Totalitäre Regime seien bestrebt, zugunsten von Ideologie und Konformität die Freiheit des Gewissens auszulöschen. Das habe dazu geführt, dass mittlerweile 74 Prozent der Weltbevölkerung unter der Einschränkung von Religionsfreiheit leiden; immerhin 84 Prozent seien religiös geprägt. „Die Kultur der menschlichen Würde ist ohne Recht auf Religionsfreiheit nicht vorstellbar“, warnte Figel.

Unter dem Motto „Christen in Bedrängnis“ versammelten sich am Samstag Politiker und Vertreter von Menschenrechtsorganisationen und Rechtsexperten auf Einladung des „Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe“ und vier weiterer Initiativen im Erzbischöflichen Palais in Wien. Der schwedische Europa-Parlamentarier Lars Adaktusson sprach dort ebenso wie die Wiener ÖVP-Landtagsabgeordnete Gudrun Kugler.

Ein ehemaliger Nordkoreaner legte das Klima äußerster Angst und umfassender Bespitzelung unter dem Regime dar, dass global als schärfster Feind der Religionsfreiheit gilt. Die Rechtsexpertin Ewelina Ochab warnte davor, über die Verbrechen der islamischen Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria die Taten der Fulani-Hirten zu übersehen, die auch islamistisch agierten, aber bislang international keine Beachtung fänden. Tamas Török, der Leiter des Staatssekretariats in Ungarn zur Unterstützung weltweit verfolgter Christen, sprach darüber, wie politische Verantwortungsträger verfolgte Christen unterstützen können.

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Bericht sieht religiösen Hass in „nie dagewesenem Ausmaß“

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Der Bericht zur Religionsfreiheit warnt vor den globalen Auswirkungen „eines neuen Phänomens religiös-motivierter Gewalt“. Ein „islamistischer Hyper-Extremismus“ töte, zerstöre und mache Menschen heimatlos.

Studie warnt vor Eliminierung religiöser Vielfalt durch „islamistischen Hyper-Extremismus“.

Religiöser Hass in nie dagewesenem Ausmaß bedroht zunehmend den Weltfrieden. Zu diesem Schluss kommt eine am Dienstag, 15. November 2016 in München veröffentlichte Studie des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“. Der Bericht zur Religionsfreiheit warnt vor den globalen Auswirkungen „eines neuen Phänomens religiös-motivierter Gewalt“. Ein „islamistischer Hyper-Extremismus“ töte, zerstöre und mache Menschen heimatlos.

Zu den zentralen Merkmalen dieser neuen Dimension von Extremismus gehörten systematische Versuche, andersdenkende Gruppen zu verjagen, heißt es in der Mitteilung. Dazu kämen beispiellose Grausamkeit, ein globales Agieren und der effiziente Einsatz der sozialen Medien. Diese würden häufig zur Gewaltverherrlichung genutzt. In den vergangenen zwei Jahren hat es laut Studie in jedem fünften Land der Welt Anschläge gegeben, die mit Hyper-Extremismus in Verbindung zu bringen seien. Betroffen gewesen seien Länder von Australien bis Schweden sowie 17 afrikanische Staaten.

 

Verfolgung durch IS als Völkermord einstufen

Die Autoren verlangen, die Verfolgungen religiöser Minderheiten durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) als Völkermord einzustufen. Zugleich warnen sie vor einem breit angelegten Versuch, Pluralismus durch eine religiöse Monokultur zu ersetzen. Die Studie über die Beachtung der Religionsfreiheit in 196 Ländern kommt zu dem Ergebnis, dass der islamistische Hyper-Extremismus in Teilen des Nahen Ostens alle Formen religiöser Vielfalt eliminiere. Die Gefahr sei groß, dass dies auch in Teilen Afrikas und Asiens geschehe.

Der alle zwei Jahre veröffentlichte Bericht stützt sich nach den Angaben von „Kirche in Not“ auf Untersuchungen von Journalisten, Wissenschaftlern und Seelsorgern. Entgegen der weitläufig vertretenen Ansicht liege die Schuld für die Verfolgung religiöser Minderheiten nicht nur bei den Regierungen, hieß es. Stattdessen seien in zwölf der 23 am stärksten betroffenen Ländern zunehmend nicht-staatlich militante Gruppen verantwortlich.

Die Religionsfreiheit wird laut Studie aber auch durch ein „erneutes hartes Durchgreifen“ gegen religiöse Gruppen in Ländern wie China und Turkmenistan bedroht. Dazu komme eine fortwährende Missachtung der Menschenrechte für Gläubige in Nordkorea und Eritrea. Erfreuliches sei indes aus Bhutan, Ägypten und Katar zu berichten. Dort hätten religiöse Minderheiten zuletzt bessere Möglichkeiten bekommen, ihren Glauben zu praktizieren.

 

erstellt von: red/kap

Asia Bibis Tochter bittet um Gebet für ihre Mutter

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Die Internetplattform MasLibres.org hat ein Video mit Worten von Eisham Ashiq, der Tochter Asia Bibis, verbreitet. Darin erklärt sie, dass sich ihre Mutter in einem schlechten Gesundheitszustand befinde und darauf hoffe „das Gefängnis verlassen und in Spanien leben zu können.“

Nachdem sich das definitive Urteil zur Freilassung verzögert und es noch kein bestimmtes Datum dafür gibt, berichtet die Tochter Asia Bibis, die seit zwei Monaten bei ihr ist, dass sie „traurig und gesundheitlich angeschlagen“ sei.

Die junge Frau erklärte, ihre Mutter bitte darum, für sie zu beten, damit sie bald aus dem Gefängnis käme und versicherte, das Erste, was sie nach ihrer Freilassung tun werde, sei „Gott für die wiedererlangte Freiheit zu danken.“ „Meine Mutter hat volles Vertrauen auf Gott und darauf, dass er ihr helfen werde, das Gefängnis sehr bald zu verlassen“, so Ashiq.

Die Jugendliche verbrachte im März 2015 einige Tagen in Spanien, als sie am Kongress #WeAreN über verfolgte Christen und Religionsfreiheit teilnahm, der von HazteOír organisiert worden war. „Als ich meine Mutter sah, erzählte ich ihr von diesem Besuch in Spanien und wie wunderbar er gewesen war“ erzählte Ashiq, und deshalb „hofft meine Mutter, in Spanien leben zu können, wenn sie aus dem Gefängnis kommt“ erklärt sie.

Laut Angaben des Sprechers von MasLibres.org, Miguel Vidal, werden Botschaften der Unterstützung an Asia Bibi geschickt, „damit sie weiß, dass wir zuversichtlich auf ihre baldige Befreiung harren und sie mit offenen Armen in Spanien erwarten.“

Am vergangenen 13. Oktober war die definitive Verhandlung zur Freilassung von Asia Bibi vorgesehen. Sie fand jedoch letztendlich nicht statt und wurde aufgrund der „Befangenheit“ eines Richters vertagt, ohne Nennung eines neuen Termins.

Eigene Befangenheit ist die willentliche Enthaltung eines Richters in einer Verhandlung, wenn er der Meinung ist, dass ein Motiv vorliegt, das seine Unparteilichkeit erschwert.

In diesem Fall gab der Richter an, dass er am Prozess gegen Mumtaz Qadri teilgenommen hatte, dem Mörder von Salman Tasser, dem Gouverneur von Punjab, der 2011 getötet worden war, weil er Asia Bibi seine Unterstützung bekundet hatte.

Asia Bibi befindet sich seit mehr als sechs Jahren in Haft, nachdem sie 2009 angeklagt worden war, gegen das Blasphemiegesetz Pakistans verstoßen zu haben, da sie aus einem Brunnen getrunken hatte, der für Muslime reserviert war und angeblich einen Koran verbrannt hatte.

Bibi war unter Druck gesetzt worden, zum Islam zu konvertieren, hatte sich aber immer geweigert. Vor einem Jahr wurde das Todesurteil ausgesetzt, ihre Freilassung hängt aber von einer Verhandlung ab, für die es aktuell noch keinen Termin gibt.

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