Er schwor Gott die Treue, nicht Hitler: Josef Mayr-Nusser wird seliggesprochen

mayr_nusser_cna_1468400139

Josef Mayr-Nusser war Mitglied des Andreas-Hofer-Bundes und ist eine Leitfigur des katholischen Südtiroler Widerstandes gegen die Nazis. Foto: CNA/Gemeinde Bozen

Das Martyrium eines Laien, der Nein zum Nationalsozialismus gesagt hat, wird anerkannt: Der Südtiroler Josef Mayr-Nusser wird seliggesprochen.

Papst Franziskus hat in einer Audienz Kardinal Angelo Amato, den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, empfangen und den Erlass des entsprechenden Dekrets autorisiert.

Josef Mayr-Nusser war Mitglied des Südtiroler Widerstands, der sich im Andreas-Hofer-Bund organisierte, ein Leiter in der Azione Cattolica, der Katholischen Aktion, und wurde wegen seines Widerstandes gegen den Nationalsozialismus zum Tode verurteilt, starb aber noch während der Fahrt zum Lager in Dachau (1945) an den Entbehrungen und der Misshandlung durch die Nazis.

Josef Mayr-Nusser wird 1910 in eine sehr gläubige Familie von Weinbauern in Bozen geboren. Er hat den Sport im Blut, liebt Schlittschuhlaufen, liest begierig anspruchsvolle Bücher, pflegt eine intensives geistliches Leben. Ihm gefällt Thomas Morus, der unbeugsame Kanzler des XVI. Jahrhunderts, der sich dem König Englands widersetzt, nur um seinen Glauben nicht zu verlieren und von diesem enthauptet lassen wird. Als jemandem, der die Jugendlichen leidenschaftlich mitreißt, wird ihm die Vorstandschaft der Südtiroler katholischen Jugend angeboten. Er heiratet mit 22 Jahren und bekommt schon bald einen Sohn.

Das Leben von Josef erhält 1944 eine Wendung, als er zwangsweise zur SS eingezogen wird: Am 7. September 1944 macht er sich auf den Weg zu einer Ausbildungskaserne. Als der Augenblick der Ablegung des Eides kommt, verweigert er ihn aus religiösen Gründen. Es wird ihm der Prozess gemacht und er wird zum Tode verurteilt. Er wird verhaftet und in einem Viehwagon zum Konzentrationslager Dachau geschickt, stirbt aber unterwegs am 24. Februar 1945 in Erlangen aufgrund der erlittenen Misshandlungen, Hunger und Durst.

Die Seligsprechung von Josef Mayr-Nusser ist sicherlich ein starkes Zeichen von Papst Franziskus. Katholischer Widerstand statt windelweiches Mauscheln mit Mächtigen, unchristlichen Politikern und dem jeweiligen Zeitgeist sind auch heute aktuell und notwendig.

Der Leichnam von Josef Mayr-Nusser wurde 1958 zurück nach Bozen gebracht und ruht nun in der kleinen Kirche St. Josef in Lichtenstern am Ritten.

Die Feier der Seligsprechung wird am 18. März 2017 im Dom von Bozen stattfinden. Dies teilte Monsignore Ivo Muser, Bischof von Bozen-Brixen mit. Das liturgische Fest des neuen Seligen wird das erste Mal am 3. Oktober 2017 gefeiert werden.

_______

Quelle

Die Reliquie des Seligen Papstes Paul VI.

Pope-Paul-VI-Manila

Papst Paul VI. am 27. November 1970 in Manila unmittelbar nach dem Mordversuch.

Nach der Seligsprechung Papst Pauls VI. wurde ein Reliquiar mit einem blutbefleckten Gewand des Seligen zum Altar gebracht. kath.net-Interview mit Ulrich Nersinger
Vatikan (kath.net) Am 19.10.2014 wurde der 1978 verstorbene Papst Paul VI. seliggesprochen. Während der Seligsprechung durch Papst Franzikus wurde ein Reliquiar (Foto) zum Altar gebracht. Der Historiker und Vatikankenner Ulrich Nersinger, der eine wichtige Biografie über den neuen Seligen geschrieben hat, erläutert gegenüber kath.net, woher diese Reliquie stammt.

kath.net: Herr Nersinger, woher stammt die Reliquie, die während der Seligsprechung auf dem Petersplatz ausgestellt wurde?

Ulrich Nersinger: Im November und Dezember 1970 hatte der neue Selige eine neuntägige Pastoralreise nach Asien und Australien unternommen. Unmittelbar nach der Landung auf dem Airport von Manila (Philippinen) stürmte der 35jährige bolivianische Kunstmaler Benjamin y Amor Flores auf den Papst zu und versuchte ihn zu erdolchen. Das Messer des Attentäters, der ein Priestergewand trug, traf Paul VI. zweimal, in der Brust und am Hals, zwar nur oberflächlich, aber doch so, dass die Wunden bluteten. Der Begleitung des Papstes gelang es, Mendoza niederzuringen.

Der Papst deutete sofort an, von dem Vorfall kein Aufhebens zu machen. Bei der anschließend zelebrierten Heiligen Messe verdeckten die liturgischen Gewänder die kleinen Verletzungen des Papstes.

Nach der Eucharistiefeier versorgte der mitgereiste päpstliche Leibarzt die beiden Wunden und gab seinem Patienten eine Tetanusspritze. Ein weiteres Mal gab der Heilige Vater den Umstehenden ein Zeichen, das Geschehene nicht publik zu machen.

kath.net: Doch die Nachricht drang dann doch an die Öffentlichkeit?

Nersinger: Ja, und zwar sehr schnell. Das italienische Parlament unterbrach sogar für kurze Zeit seine Sitzung. In Italien berichteten die Medien, der Privatsekretär Pauls VI., Don Pasquale Macchi, habe den Attentäter wie „ein Halbgewichtsboxer“ blockiert. Auf den Philippinen bemühte man sich, den dortigen Staatspräsidenten und den Erzbischof von Manila als Verhinderer des Anschlags darzustellen. In den USA sah man Monsignore Paul Casimir Marcinkus vom Päpstlichen Staatssekretariat als den Retter des Papstes; „ein Filipino war mit dem Messer auf Papst Paul VI. losgestürmt, Marcinkus, 1,94 Meter groß, ein Zentner schwer, hatte ihn einfach zu Boden gedrückt“ (The Washington Post). Als päpstlicher ‚Bodyguard’ war der „zupackende Amerikaner“, so eine italienische Zeitung, „fortan für die Auslandsreisen seines Chefs verantwortlich“.

kath.net: Wie stand der Papst selber zu dem Attentat?

Nersinger: Er war bemüht, es bis in die Bedeutungslosigkeit hinunterzuspielen. Gegenüber dem späteren Kurienkardinal Sergio Pignedoli zeigte sich der Papst vor allem über den Wettstreit seiner „Leibwächter“ amüsiert.

_______

Artikel auf http://www.kath.net/news/47986
20. Oktober 2014

kath.net-Buchtipp
Paul VI.
Ein Papst im Zeichen des Widerspruchs
Von Ulrich Nersinger
Taschenbuch, 140 Seiten
2014 Patrimonium
ISBN 978-3-86417-027-0
Preis 15.30 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

Link zum kathShop
Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: buch@kath.net
Für Bestellungen aus der Schweiz: buch-schweiz@kath.net

_______

Siehe auch:

Papst Paul VI. – ein großer Papst, mutiger Christ und unermüdlicher Apostel


14beatificazione-paoloVI1019sSDP_9730_imagefullwide
Seligsprechung von Papst Paul VI. und Angelus am 19. Oktober 2014

Rom, 19. Oktober 2014 (ZENIT.org) Britta Dörre

Unter strahlend blauem Himmel begann heute Vormittag um 10.30 Uhr auf dem Petersplatz die Seligsprechungsfeier von Papst Paul VI. (1897-1978) im Rahmen der Heiligen Messe zum Abschluss der Familiensynode. An der Feier nahm auch Benedikt XVI. teil, der gegen 10.00 Uhr eintraf und Platz nahm. Der Petersplatz und die Via della Conciliazione waren bis auf den letzten Zentimeter mit Gläubigen gefüllt.
Um 10.20 Uhr begann der Einzug zur Messe. Papst Franziskus trug anlässlich der Messe eine Kasel, die Papst Paul VI. zu seinem 80. Geburtstag geschenkt worden war. Die Begrüßung von Papst Franziskus und Benedikt XVI. beim Einzug des Papstes war wie immer sehr herzlich und freundlich.

33Paolo-VI---Arazzo-BeatDer Bischof von Brescia, Msgr. Luciano Monari, erschien gemeinsam mit dem Postulator, Pater Antonio Marrazzo, um um die Aufnahme von Papst Paul VI. in den Kreis der Seligen zu erbitten. Pater Marrazzo verlas anschließend einen biographischen Überblick zum Leben des Papstes (Siehe Libretto Beatificazione Seiten 19-22!). Nach der Seligsprechung von Papst Paul VI. durch Papst Franziskus, wurde das Portrait des neuen Seligen enthüllt, das an der Fassade des Petersdoms angebracht war. Anschließend wurde die Reliquie Pauls VI., ein blutbeflecktes Hemd, das der Papst während des Attentats am 27. November 1970 in Manila getragen hatte, ausgestellt. Der Bischof von Brescia sprach seinen Dank aus, und es folgte eine herzliche Umarmung mit Papst Franziskus unter dem Applaus der Anwesenden.

Papst Franziskus begann seine Predigt vom Tagesevangelium ausgehend, „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (Mt 22,21), und erklärte: „Es ist eine einprägsame Antwort, die der Herr allen gibt, die Gewissensprobleme haben, vor allem wenn ihre Vorteile, ihr Reichtum, ihr Ansehen, ihre Macht und ihr Ruf auf dem Spiel stehen.“

Papst Franziskus sagte, die Betonung liege bei Jesus sicher auf dem zweiten Teil des Satzes und bedeute, „dass Gott allein der Herr des Menschen ist und es keinen anderen gibt.“

Der Papst führte aus: „Er hat keine Angst vor dem Neuen! Darum überrascht er uns ständig, indem er ungeahnte Wege vor uns auftut und uns zu ihnen hinführt. Er erneuert uns, das heißt er lässt uns ständig ’neu‘ werden. Ein Christ, der das Evangelium lebt, ist ‚die Neuheit Gottes‘ in der Kirche und in der Welt. Und Gott liebt diese ‚Neuheit‘ sehr!“

„Gott geben, was Gott gehört“, bedeute, sich seinem Willen zu öffnen, ihm unser Leben zu widmen und an seinem Reich der Barmherzigkeit, der Liebe und des Friedens mitzuarbeiten. „Darin liegt unsere Hoffnung, denn die Hoffnung auf Gott ist keine Realitätsflucht, sie ist kein Alibi: Sie bedeutet, Gott tatkräftig das zurückzugeben, was ihm gehört.“

Mit Blick auf die Synode erklärte Papst Franziskus, Hirten und Laien aus aller Welt seien in Rom zusammengekommen, „um den Familien von heute zu helfen, den Weg des Evangeliums zu gehen und dabei auf Jesus zu blicken.“ Er bewertete die Synode als „eine bedeutende Erfahrung, in der wir die Synodalität und die Kollegialität gelebt und die Kraft des Heiligen Geistes gespürt haben, der die Kirche immer leitet und erneuert – diese Kirche, die berufen ist, sich ohne Zögern der blutenden Wunden anzunehmen und in vielen Menschen ohne Hoffnung die Hoffnung neu zu entfachen.“

Der Papst dankte Gott für den konstruktiven Geist der Synode und bat, „der Heilige Geist, der uns in diesen arbeitsreichen Tagen die Gabe verliehen hat, großherzig in wahrer Freiheit und demütiger Kreativität tätig zu sein, begleite weiterhin den Weg, der uns in den Kirchen der ganzen Erde auf die Ordentliche Bischofssynode im kommenden Oktober 2015 vorbereitet.“

Anlässlich der Seligsprechung von Papst Paul VI. zitierte er den neuen Seligen: „Die Zeichen der Zeit aufmerksam durchforschend, [suchen wir,] die Wege und Methoden […] den wachsenden Notwendigkeiten unserer Tage sowie den veränderten Verhältnissen der Gesellschaft anzupassen“ (Apost. Schreiben Motu proprio Apostolica sollicitudo).“

Papst Franziskus beschrieb Papst Paul VI. als „großen Papst“, „mutigen Christen“, „unermüdlichen Apostel“ und sprach unter mehrfachem Applaus der Anwesenden seinen Dank aus: „Danke! Danke, (Applaus) unser lieber und geliebter Papst Paul VI.! Danke (Applaus) für dein demütiges und prophetisches Zeugnis der Liebe zu Christus und seiner Kirche!“

Besonders hob Papst Franziskus die Demut Papst Pauls VI. hervor: „In seinem persönlichen Tagebuch schrieb der große Steuermann des Konzils am Tag nach der Schließung der Konzilsversammlung: ‚Vielleicht hat der Herr mich in diesen Dienst gerufen und hält mich darin, nicht etwa weil ich eine Begabung dafür hätte oder damit ich die Kirche regiere und vor ihren gegenwärtigen Schwierigkeiten rette, sondern damit ich etwas für die Kirche leide und es deutlich wird, dass Er und kein anderer sie leitet und sie rettet‘ (P. Macchi, Paolo VI nella sua parola, Brescia 2001, S. 120-121).“

Papst Franziskus schloss seine Predigt mit einer Bewertung des Pontifikats Papst Pauls VI.: „Während sich eine säkularisierte und feindliche Gesellschaft abzeichnete, hat er es verstanden, weitblickend und weise – und manchmal einsam – das Schiff Petri zu steuern, ohne jemals die Freude am Herrn und das Vertrauen auf ihn zu verlieren. Paul VI. hat es wirklich verstanden, Gott zu geben, was Gott gehört, indem er sein ganzes Leben der ‚heiligen, gewaltigen und äußerst gewichtigen Aufgabe‘ widmete, ‚die Sendung Christi in der Zeit fortzuführen und über die Erde auszudehnen‘ (Homilie zum Ritus der Papstkrönung: Insegnamenti I, (1963), 26). Er hat die Kirche geliebt und hat sie geleitet, damit sie ‚zugleich liebevolle Mutter und Ausspenderin des Heils für alle Menschen sei‘ (Enzyklika Ecclesiam Suam, Prolog).“ Zum Abschluss der Messfeier wurde das für den neuen Seligen komponierte Loblied vorgetragen.

Vor dem heutigen Angelusgebet, das der Papst vom Petersplatz aus betete, grüßte Papst Franziskus unter dem Applaus der Gläubigen die anwesenden Pilger aus aller Welt, vor allem die Gläubigen aus den Diözesen Brescia, Mailand und Rom, die in besonderer Weise mit dem neuen Seligen, Papst Paul VI., verbunden seien.

Der selige Paul VI. habe sich in besonderem Maße für die Missionierung eingesetzt, wovon das Apostolische Schreiben „Evangelii nuntiandi“ Zeugnis ablege. Der Papst unterstrich ausdrücklich die Aktualität des Schreibens. Der missionarische Geist Pauls VI. habe heute, am Weltmissionstag, eine besondere Bedeutung. Papst Franziskus wies auf die tiefe Marienverehrung Papst Pauls VI. hin. Die Christen seien dem Seligen ewig für das Apostolische Schreiben „Marialis cultus“ und die Verkündung des Marientitels „Mutter der Kirche“ zum Abschluss des Vatikanischen Konzils dankbar.

Abschließend bat der Papst die Gläubigen, für ihn zu beten. Er wünschte allen einen schönen Sonntag und ein gutes Mittagsmahl.

(19. Oktober 2014) © Innovative Media Inc.

_______

Quelle

Heiligsprechung von Johannes Paul II.: Das offiziell anerkannte Wunder

Floribeth Mora Díaz

Das Wunder für die Heiligsprechung von Johannes Paul II.:
Die Heilung von Floribeth Mora Díaz aus Costa Rica (deutschsprachiges Video):

22 April 2014, 11:00

Ärzte gaben Floribeth Mora Díaz aus Costa Rica noch eine Lebenserwartung von etwa einem Monat. Am Tag der Seligsprechung des Papstes aus Polen bat sie um seine Fürsprache. Ihre Heilung wurde von der Kirche als Wunder anerkannt.

Von Petra Lorleberg

San José-Vatikan (kath.net/pl) Floribeth Mora Díaz (Foto) aus Costa Rica ist die Frau, deren Heilung auf die Fürsprache von Johannes Paul II. von der katholischen Kirche als Wunder anerkannt wurde. Dieses Wunder hat die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. ermöglicht. Die Lateinamerikanerin wird bei der feierlichen Heiligsprechung auf dem Petersplatz am 27.4.2014 eine Blutreliquie des verstorbenen Papstes tragen dürfen. Das Wunder für die Seligsprechung im Jahr 2011 war die Heilung der französischen Ordensfrau Sr. Marie Simon-Pierre gewesen, auch sie durfte dann bei der Seligsprechungszeremonie 2011 eine Reliquie tragen.

Mora Díaz hatte an einer Gefäßerweiterung im Gehirn gelitten, einem sogenannten Aneurysma, mit offenbar steigender Gefahr einer Gehirnblutung. Dies hatte sich durch migräneartige Kopfschmerzen bemerkbar gemacht, nach Untersuchungen verzichteten die Ärzte wegen des zu hohen Risikos auf eine Operation und sagten ihr, dass sie noch ungefähr einen Monat Lebenserwartung habe.

Wegen dieser Diagnose habe sie zu Hause verzweifelt in ihrem Bett geweint, „weil ich Angst hatte zu sterben und meine Kinder allein zu lassen“. Sie hatte sich sogar schon von ihrer Familie verabschiedet, doch „am 1. Mai hat mich Johannes Paul II. gesund gemacht“, erzählte die jetzt 56-jährige Mutter von fünf fast erwachsenen Kinder bereits im vergangenen Jahr.

Mora Díaz hatte den verstorbenen Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 2011 – dem Tag der seiner Seligsprechung – um Hilfe angefleht. Danach sei sie eingeschlafen und habe im Traum die Stimme von Papst Johannes Paul II. gehört, die energisch zu ihr sagte: „Steh auf. Hab keine Angst!“.

Der Arzt Alejandro Vargas erläuterte, wie überrascht er gewesen sei, als er feststellte, dass das Aneurysma tatsächlich verschwunden war. „So etwas hat es noch nie gegeben. Gott vollbrachte ein Wunder, damit wir an seine Existenz glauben, … wir sollen nie den Glauben verlieren“.

„Steh auf. Hab keine Angst!“ Diese Worte hatte Mora Díaz schon einmal gehört: 1983 war der Papst aus Polen zu Besuch in Costa Rica gewesen und Mora Díaz hatte sich unter den Gläubigen im Nationalstadion befunden, zu denen Johannes Paul II. dies gesagt hatte.

Petra Lorleberg auf Twitter folgen!

_______

Quelle

Siehe dazu ebenfalls:

 

Vier Heiligsprechungen im Oktober in Rom

Vatikanstadt. Erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche hat Papst Franziskus die Heiligsprechung eines Ehepaars angekündigt, das nicht das Martyrium erlitten hat. Bei einem Konsistorium am Samstag, 27. Juni, benannte er offiziell die französischen Eheleute Louis und Zelie Martin (1823-1894 und 1831-1877). Sie sollen am 18. Oktober heiliggesprochen werden.

Bei der Kardinalsversammlung kündigte Franziskus zudem die Heiligsprechung des italienischen Priesters Vincenzo Grossi (1845-1917) und der spanischen Ordensfrau Maria Isabella Salvat Romero (1926-1998) an. Grossi gründete 1885 das »Institut der Schwestern des Oratoriums«. Romero war seit 1977 Generaloberin der Schwestern der Gesellschaft vom Kreuz.

_______

Quelle: L´Osservatore Romano 27/2015

Siehe ferner:

BLEIBEN WIR IN GOTT UND SEINER LIEBE

S01_obmi

Mehrere Zehntausend Pilger und Besucher nahmen an der Heiligsprechung teil. Viele waren aus dem Heiligen Land nach Rom gekommen.

Eucharistiefeier mit Heiligsprechungen auf dem Petersplatz

Predigt von Papst Franziskus am 17. Mai

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat am Sonntag, 17. Mai, vier Ordensfrauen heiliggesprochen, darunter zwei aus der Region Palästina. Bei der feierlichen Zeremonie waren auch der muslimische Präsident von Palästina Mahmud Abbas und der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, anwesend. Der Papst hatte beim Konsistorium am 14. Februar die Heiligsprechung von Mariam Baouardy, Maria Alfonsina Ghattas sowie der französischen Ordensfrau Jeanne Emilie de Villeneuve und der italienischen Ordensfrau Adelaide Brando offiziell angekündigt.

Zum Abschluss grüßte der Papst die Teilnehmer aus Palästina, Israel und Jordanien sowie aus Frankreich und Italien. Ohne den Nahostkonflikt direkt zu erwähnen, äußerte er die Hoffnung, das Vorbild der Heiligen möge besonders für die Christen dieser Länder als Beispiel für Nächstenliebe, Brüderlichkeit, Versöhnung und Barmherzigkeit stehen. Im Folgenden die Predigt des Heiligen Vaters:

Die Apostelgeschichte hat uns die entstehende Kirche gezeigt, den Augenblick, in dem sie denjenigen wählt, den Gott berufen hat, den Platz des Judas im Apostelkollegium einzunehmen. Es geht nicht darum ein Amt zu übernehmen, sondern einen Dienst. Und in der Tat erhält Matthias, der gewählt wird, eine Sendung, die

Petrus folgendermaßen beschreibt: »Einer […] muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein« (Apg 1,22), der Auferstehung Christi. Mit diesen Worten fasst er zusammen, was es bedeutet, zu den Zwölf zu gehören: es bedeutet, Zeuge der Auferstehung Jesu zu sein. Die Tatsache, dass er sagt: »zusammen mit uns«, macht deutlich, dass die Sendung, den auferstandenen Christus zu verkünden, kein individueller Auftrag ist: er muss gemeinsam gelebt werden, zusammen mit dem Apostelkolleg und der Gemeinschaft. Die Apostel haben eine direkte und wunderbare Erfahrung der Auferstehung gemacht, sie sind Augenzeugen dieses Ereignisses. Dank ihres maßgeblichen Zeugnisses haben viele geglaubt; und aus dem Glauben an den auferstandenen Christus sind die christlichen Gemeinschaften entstanden und entstehen ohne Unterlass. Auch wir heute gründen unseren Glauben an den auferstandenen Herrn auf das Zeugnis der Apostel, das durch die Sendung der Kirche bis zu uns gelangt ist. Unser Glauben ist fest verbunden mit ihrem Zeugnis, wie mit einer ununterbrochenen Kette, ausgespannt im Laufe der Jahrhunderte nicht nur durch die Nachfolger der Apostel, sondern durch Generationen um Generationen von Christen. In der Nachfolge der Apostel ist nämlich jeder Jünger Christi berufen, Zeuge seiner Auferstehung zu werden, vor allem in jenen Lebensumfeldern, in denen die Gottvergessenheit und die Orientierungslosigkeit des Menschen am größten sind.

Damit das wahr wird, muss man im auferstandenen Christus und in seiner Liebe bleiben, wie es uns der erste Johannesbrief gesagt hat: »Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm« (1 Joh 4,16). Jesus hat dies immer wieder zu seinen Jüngern gesagt: »Bleibt in mir… Bleibt in meiner Liebe« (Joh 15,4.9). Das ist das Geheimnis der Heiligen: in Christus bleiben, mit ihm vereint sein wie die Reben mit dem Weinstock, um reiche Frucht zu bringen (vgl. Joh 15,1-8). Und diese Frucht ist nichts anderes als die Liebe. Diese Liebe erstrahlt im Zeugnis von Schwester Jeanne-Émilie de Villeneuve, die ihr Leben Gott und den Armen, den Kranken, den Gefangenen, den Ausgebeuteten gewidmet hat und für sie und für alle ein konkretes Zeichen der barmherzigen Liebe des Herrn geworden ist.

Die Beziehung zum auferstandenen Christus ist sozusagen die »Atmosphäre«, in der der Christ lebt und in der er die Kraft findet, dem Evangelium auch inmitten von Widerständen und Unverständnis treu zu bleiben. »In der Liebe bleiben«: Das hat auch Schwester Maria Cristina Brando getan. Sie war ganz ergriffen von brennender Liebe zum Herrn und aus dem Gebet, aus der Begegnung von Herz zu Herz mit dem in der Eucharistie gegenwärtigen Auferstandenen empfing sie die Kraft, das Leiden zu tragen und sich als gebrochenes Brot an viele Menschen hinzugeben, die weit von Gott entfernt waren und nach echter Liebe hungerten.

Ein wesentlicher Aspekt des Zeugnisses für den auferstandenen Herrn ist die Einheit unter uns, seinen Jüngern, als Abbild der Einheit, die zwischen ihm und dem Vater besteht. Heute erklang im Evangelium auch das Gebet Jesu am Vorabend seines Leidens: »…damit sie eins sind wie wir« (Joh 17,11). Aus dieser ewigen Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn, die durch den Heiligen Geist in uns ausgegossen wird (vgl. Röm 5,5), gewinnen unsere Sendung und unsere brüderliche Gemeinschaft ihre Kraft; aus ihr entspringt immer neu die Freude, dem Herrn auf dem Weg seiner Armut, seiner Jungfräulichkeit und seines Gehorsams nachzufolgen; und dieselbe Liebe ist es, die dazu aufruft, das kontemplative Gebet zu pflegen. Das hat in herausragender Weise Schwester Maria Baouardy erfahren, die einfach und ungebildet war und doch Ratschläge und theologische Erklärungen von äußerster Klarheit zu geben wusste, Frucht des beständigen Dialogs mit dem Heiligen Geist. Die Fügsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist machte sie auch zu einem Werkzeug der Begegnung und der Gemeinschaft mit der muslimischen Welt. Ebenso hat Schwester Maria Alfonsina Danil Ghattas gut verstanden, was es bedeutet, die Liebe Gottes im Apostolat auszustrahlen, indem sie Zeugin der Sanftmut und der Einheit wurde. Sie ist ein klares Beispiel dafür, wie wichtig es ist, füreinander Verantwortung zu tragen, im gegenseitigen Dienst zu leben.

In Gott und seiner Liebe bleiben, um mit Wort und Tat die Auferstehung Jesu zu verkünden und dabei die Einheit unter uns und die Liebe zu allen zu bezeugen: Das haben die vier heute Heilig­gesprochenen getan. Ihr leuchtendes Vorbild soll auch unser christliches Leben hinterfragen: Wie bin ich Zeuge des auferstandenen Christus? Das ist eine Frage, die wir uns stellen müssen. Wie bleibe ich in ihm, wie bleibe ich in seiner Liebe? Verstehe ich es, in der Familie, in der Arbeit, in meiner Gemeinschaft den Samen jener Einheit zu säen, die er uns geschenkt hat, indem er uns vom Leben der Dreifaltigkeit her an ihr teilhaben lässt?

Wenn wir heute nach Hause zurückkehren, wollen wir die Freude über diese Begegnung mit dem auferstandenen Herrn mitnehmen; pflegen wir im Herzen den Eifer, in der Liebe Gottes zu bleiben, indem wir mit ihm und untereinander vereint bleiben und den Spuren dieser vier Frauen folgen, Vorbilder der Heiligkeit, die die Kirche uns einlädt nachzuahmen.

(Orig. ital. in O.R. 18./19.5.2015)

BENEDIKT XVI.: HEILIGSPRECHUNG VON FÜNF SELIGEN AM 26. April 2009

nuovi santi

HEILIGSPRECHUNG DER SELIGEN:

Arcangelo Tadini (1846-1912)
Bernardo Tolomei (1272-1348)
Nuno de Santa Maria Alvares Pereira (1360-1431)
Gertrude Comensoli (1847-1903)
Caterina Volpicelli (1839-1894)

  

PREDIGT VON BENEDIKT XVI.

Petersplatz
Sonntag, 26. April 2009

Liebe Brüder und Schwestern!

An diesem dritten Sonntag der Osterzeit stellt die Liturgie noch einmal das Geheimnis des auferstandenen Christus in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Das Böse und den Tod besiegend bringt sich der Urheber des Lebens, der sich als Sühneopfer für unsere Sünden hingegeben hat, »allzeit für uns dar und steht vor dir als unser Anwalt. Denn einmal geopfert, stirbt er nicht wieder, sondern lebt auf ewig als das Lamm, das geschlachtet ist« (vgl. Präfation für die Osterzeit III). Lassen wir uns innerlich von der österlichen Fülle überströmen, die aus diesem großen Geheimnis hervorgeht, und beten wir mit dem Antwortpsalm: »Laß dein Angesicht über uns leuchten, o Herr!«

Das Licht vom Angesicht des auferstandenen Christus leuchtet heute in besonderer Weise über uns durch die vom Evangelium geprägten Züge der fünf Seligen, die während dieser Feier in das Buch der Heiligen eingeschrieben werden. Arcangelo Tadini, Bernardo Tolomei, Nuno de Santa Maria Álvares Pereira, Geltrude Comensoli und Caterina Volpicelli. Gerne schließe ich mich der Verehrung an, die ihnen die hier aus verschiedenen Nationen zusammengekommenen Pilger erweisen, die ich mit großer Zuneigung herzlich grüße. Die unterschiedlichen menschlichen und geistlichen Geschicke dieser neuen Heiligen zeigen uns die tiefe Erneuerung, die das Geheimnis der Auferstehung Christi im Herzen des Menschen wirkt: das grundlegende Geheimnis, das die gesamte Heilsgeschichte lenkt und leitet. Zu Recht lädt uns die Kirche daher stets – und noch mehr in dieser österlichen Zeit – dazu ein, unseren Blick auf den auferstandenen Christus zu richten, der im Sakrament der Eucharistie wirklich gegenwärtig ist.

Im heutigen Evangelium berichtet der hl. Lukas von einer der Erscheinungen des auferstandenen Jesus (24,35–48). Gerade zu Beginn des Abschnittes merkt der Evangelist an, daß die beiden Jünger von Emmaus eilig nach Jerusalem zurückkehrten und dann den Elf erzählten, wie sie ihn erkannt hatten, »als er das Brot brach« (V. 35). Und während sie von der außergewöhnlichen Erfahrung ihrer Begegnung mit dem Herrn erzählten, »trat er selbst in ihre Mitte« (V. 36). Aufgrund seiner unvermittelten Erscheinung erschraken die Apostel und hatten große Angst, so daß Jesus, um sie zu beruhigen und jedes Zaudern und allen Zweifel zu überwinden, sie aufforderte, ihn anzufassen – er war kein Gespenst, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut – und sie dann bat, ihm etwas zu essen zu geben. So wie es den Jüngern von Emmaus geschehen war, geschieht es wieder bei Tisch, während er mit den Seinen ißt, daß sich der auferstandene Christus den Jüngern offenbart und ihnen so hilft, die Heilige Schrift zu verstehen und die Heilsereignisse im Licht von Ostern neu zu lesen. »Alles muß in Erfüllung gehen«, sagt er, »was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist« (V. 44). Und er fordert sie auf, den Blick auf die Zukunft zu richten: »In seinem Namen wird man allen Völkern […] verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden« (V. 47).

Dieselbe Erfahrung lebt jede Gemeinschaft erneut bei der Feier der Eucharistie, besonders am Sonntag. Die Eucharistie, der bevorzugte Ort, an dem die Kirche den »Urheber des Lebens« (vgl. Apg 3,15) erkennt, ist das »Brechen des Brotes«, wie sie in der Apostelgeschichte genannt wird. In ihr treten wir durch den Glauben in die Gemeinschaft mit Christus ein, der »Priester, Altar und Opferlamm« (vgl. Präfation für die Osterzeit V) und mitten unter uns ist. Wir versammeln uns um ihn, um seiner Worte und der Ereignisse zu gedenken, die in der Heiligen Schrift enthalten sind; wir erleben neu sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung. Wenn wir Eucharistie feiern, haben wir Gemeinschaft mit Christus, dem Sühneopfer, und aus ihm schöpfen wir Vergebung und Leben. Was wäre unser Leben als Christen ohne die Eucharistie? Die Eucharistie ist das ewige und lebendige, uns vom Herrn im Sakrament seines Leibes und Blutes hinterlassene Erbe, das wir ständig neu durchdenken und vertiefen müssen, damit es, wie der verehrte Papst Paul VI. sagte, »seine unerschöpfliche Wirksamkeit allen Tagen unseres sterblichen Lebens einprägen « kann (vgl.Insegnamenti, V [1967], S. 779). Genährt vom eucharistischen Brot haben die Heiligen, die wir heute verehren, ihre Sendung der dem Evangelium entsprechenden Liebe in den verschiedenen Bereichen zur Vollendung gebracht, in denen sie mit ihren besonderen Charismen gewirkt haben.

Viele Stunden verbrachte der hl. Arcangelo Tadini vor der Eucharistie, er hatte in seinem pastoralen Dienst stets die menschliche Person in ihrer Ganzheit vor Augen und half so seinen Pfarreimitgliedern, menschlich und geistlich zu wachsen. Dieser heilige Priester, dieser heilige Pfarrer gehörte ganz Gott, er war bereit, sich in jedem Umstand vom Heiligen Geist führen zu lassen und zugleich auch die Dringlichkeiten des Augenblicks zu erfassen und Abhilfe zu finden. Daher unternahm er nicht wenige konkrete und mutige Initiativen wie die Organisation der »Katholischen Arbeitergesellschaft zur gegenseitigen Hilfe«, den Bau der Spinnerei und eines Heims für Arbeiterinnen und im Jahr 1900 die Gründung der »Kongregation der Arbeiterinnen- Schwestern vom Heiligen Haus von Nazaret«, dies mit dem Ziel, die Welt der Arbeit nach dem Vorbild der Heiligen Familie von Nazaret durch das gemeinsame Teilen der Mühen zu evangelisieren. Wie prophetisch war die charismatische Intuition von Don Tadini, und wie aktuell bleibt sein Beispiel auch heute, in einer Zeit der schweren Wirtschafskrise! Er erinnert uns, daß wir den Sauerteig des Evangeliums nur dann, wenn wir eine dauerhafte und tiefe Beziehung mit dem Herrn besonders im Sakrament der Eucharistie pflegen, in die verschiedenen Arbeitstätigkeiten und in jeden Bereich unserer Gesellschaft einbringen können.

Auch im hl. Bernardo Tolomei, dem Gründer einer einzigartigen monastischen benediktinischen Bewegung, tritt die Liebe zum Gebet und zur Arbeit mit den Händen besonders hervor. Sein Dasein war ein eucharistisches, ganz der Kontemplation geweihtes Leben, die sich in einen demütigen Dienst am Nächsten umsetzte. Aufgrund seines einzigartigen Geistes der Demut und Brüderlichkeit wurde er bis zu seinem Tod von den Mönchen für 27 aufeinanderfolgende Jahre zum Abt gewählt. Um dann die Zukunft seines Werkes zu sichern, erhielt er von Papst Clemens VI. am 21. Januar 1344 die päpstliche Anerkennung der neuen benediktinischen Kongregation unter dem Namen »Santa Maria di Monte Oliveto«. Anläßlich der großen Pest des Jahres 1348 verließ er die Einsamkeit von Monte Oliveto, um sich in das Kloster des hl. Benedikt in Porta Tufi bei Siena zu begeben und seinen von der Krankheit betroffenen Mönchen beizustehen, und er selbst starb an der Krankheit als echter Märtyrer der Nächstenliebe. Das Vorbild dieses Heiligen lädt uns ein, unseren Glauben umzusetzen in ein Leben für Gott im Gebet und es hinzugeben im Dienst am Nächsten, gedrängt von einer Nächstenliebe, die auch zum höchsten Opfer bereit ist.

auf portugiesisch: »Erkennt doch: Wunderbar handelt der Herr an den Frommen; / der Herr erhört mich, wenn ich zu ihm rufe« (Ps 4,4). Diese Worte des Antwortpsalms bringen das Geheimnis des Lebens des hl. Nuno de Santa Maria zum Ausdruck, eines Helden und Heiligen Portugals. Die 70 Jahre seines Lebens liegen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts und dem Anfang des 15. Jahrhunderts. In dieser Zeit festigte diese Nation ihre Unabhängigkeit von Kastilien und breitete sich über die Ozeane hinweg aus – nicht ohne einen besonderen göttlichen Plan –, um so neue Ruten zu eröffnen, die die Ankunft des Evangeliums Christi bis an die äußersten Grenzen der Welt begünstigen sollten. Der hl. Nuno fühlte sich als Werkzeug dieses höheren Planes und als Teil der »militia Christi«, das heißt im Dienst des Zeugnisses, das in der Welt zu geben jeder Christ berufen ist. Bezeichnend waren sein intensives Gebetsleben und absolutes Vertrauen in Gottes Beistand. Obwohl er ein hervorragender Soldat und großer Anführer war, gestattete er es nie, daß diese persönlichen Begabungen gegenüber dem höchsten Wirken den Vorrang hatten, das von Gott stammt. Der hl. Nuno bemühte sich, dem Handeln Gottes in seinem Leben keine Hindernisse entgegenzusetzen und ahmte so die Gottesmutter nach, die er sehr verehrte und der er öffentlich seine Siege zuschrieb. Am Ende seines Lebens zog er sich in den Karmeliterkonvent zurück, zu dessen Errichtung er den Auftrag gegeben hatte. Es freut mich, der ganzen Kirche diese beispielhafte Gestalt zu zeigen, dies insbesondere aufgrund des Gegebenseins eines Lebens aus dem Glauben und dem Gebet in Kontexten, die diesem dem Anschein nach wenig förderlich waren, als Beweis dafür, daß es möglich ist, in jeder Lage, auch als Soldat und im Krieg, die Werte und Prinzipien des christlichen Lebens umzusetzen und zu verwirklichen, vor allem wenn dies im Dienst am Gemeinwohl und zur Ehre Gottes geschieht.

auf italienisch: Eine besondere Anziehungskraft des in der Eucharistie gegenwärtigen Jesus verspürte von Kindheit an die hl. Geltrude Comensoli. Die Anbetung des eucharistischen Christus wurde zum Hauptziel ihres Lebens, wir könnten fast sagen: zum gewöhnlichen Zustand ihres Daseins. Im Angesicht der Eucharistie nämlich verstand Geltrude ihre Berufung und Sendung in der Kirche: die Berufung, sich vorbehaltlos dem apostolischen und missionarischen Wirken zu widmen, vor allem zugunsten der Jugend. So entstand im Gehorsam gegenüber Papst Leo XIII. ihr Institut, das es sich zur Aufgabe machte, die im eucharistischen Christus »betrachtete Liebe« in »gelebte Liebe« in der Hingabe an den bedürftigen Nächsten umzusetzen. In einer orientierungslosen und oft verwundeten Gesellschaft wie der unsrigen zeigt die hl. Geltrude einer Jugend, die wie in unserer Zeit auf der Suche nach Werten und einem Sinn für das eigene Leben ist, als festen Anhaltspunkt den Gott, der in der Eucharistie zu unserem Wegbegleiter geworden ist. Sie ruft uns in Erinnerung, daß »die Anbetung vor allen Werken der Nächstenliebe den Vorrang haben muß«; denn aus der Liebe zum gestorbenen und auferstandenen Christus, der wahrhaft im eucharistischen Sakrament gegenwärtig ist, entspringt jene evangeliumsgemäße Liebe, die uns dazu drängt, alle Menschen als Brüder und Schwestern zu betrachten.

Eine Zeugin der göttlichen Liebe war auch die hl. Caterina Volpicelli, die sich bemühte, »Christus zu gehören, um all jene zu Christus zu bringen «, denen sie im Neapel des ausgehenden 19. Jahrhunderts begegnete, in einer Zeit der geistlichen und sozialen Krise. Auch ihr Geheimnis war die Eucharistie. Ihren ersten Mitarbeiterinnen legte sie ans Herz, ein intensives geistliches Leben im Gebet und vor allem im lebensnotwendigen Kontakt mit dem eucharistischen Jesus zu pflegen. Dies ist auch heute die Bedingung, um das von ihr begonnene Werk und die Sendung fortzuführen, die sie den »Ancillae Cordis Iesu« (»Mägden vom Herzen Jesu«) hinterlassen hat. Um wahre Erzieherinnen im Glauben zu sein, die es anstreben, den jungen Generationen die Werte der christlichen Kultur zu übermitteln, ist es unerläßlich, wie sie gerne wiederholte, Gott aus den Gefängnissen zu befreien, in die ihn die Menschen verbannt haben. Allein im Herzen Christi nämlich kann die Menschheit ihre »feste Wohnstatt« finden. Die hl. Caterina zeigt ihren geistlichen Töchtern und uns allen den anspruchsvollen Weg der Umkehr, der das Herz an der Wurzel verändert und sich in mit dem Evangelium übereinstimmende Handlungsweisen umsetzt. So ist es möglich, die Grundlagen zu schaffen, um eine Gesellschaft aufzubauen, die offen ist für Gerechtigkeit und Solidarität und dabei das wirtschaftliche und kulturelle Ungleichgewicht überwindet, das in großen Teilen unseres Planeten weiterhin gegeben ist.

Liebe Brüder und Schwestern, danken wir dem Herrn für das Geschenk der Heiligkeit, das heute in der Kirche in einzigartiger Schönheit in Arcangelo Tadini, Bernardo Tolomei, Nuno de Santa Maria Álvares Pereira, Geltrude Comensoli und Caterina Volpicelli aufstrahlt. Lassen wir uns von ihrem Vorbild anziehen, lassen wir uns von ihren Lehren leiten, damit auch unser Dasein zu einem Lobgesang Gottes werde, auf den Spuren Jesu, den wir gläubig im Geheimnis der Eucharistie anbeten und dem wir großherzig in unserem Nächsten dienen. Die Verwirklichung dieser dem Evangelium gemäßen Sendung erlange uns die Fürsprache Mariens, Königin der Heiligen, und die Fürsprache dieser fünf neuen, lichtvollen Vorbilder an Heiligkeit, die wir heute voll Freude verehren. Amen!

© Copyright 2009 – Libreria Editrice Vaticana