Kardinal Müller: „Gott ist nicht einfach überall“

Kurienkardinal Gerhard Müller geht in einem aktuellen Schreiben auf das Offenbarungsverständnis des „Instrumentum laboris“ für die Amazonas-Synode ein. Die „Tagespost“ veröffentlicht das Dokument im Wortlaut.

Anstatt das Christentum durch die Sakralisierung des Kosmos, der biodiversen Natur und der Ökologie zu einer Heilswissenschaft zu machen, ist auf die Mitte und den Ursprung unseres Glaubens zu schauen, meint Kardinal Müller. Foto: Andreas Arnold (dpa)

 

Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist:
Jesus Christus“
(1 Korinther 3,11)

Zur Methode des Instrumentum laboris (IL)

Allen, die bei der Vorbereitung und der Durchführung der Synode für die Kirche in Amazonien mitwirken, wird niemand den guten Willen absprechen, alles Mögliche zu tun, um den katholischen Glauben unter den Bewohnern dieses riesigen Gebietes und in seiner faszinierenden Landschaft zu fördern. Der Amazonas soll für Kirche und Welt „als pars pro toto gelten, als Paradigma, als eine Hoffnung für die ganze Welt.“ (IL 37)

Schon bei dieser Aufgabenstellung zeigt sich die im Instrumentum laboris immer wiederkehrende Idee der „integralen“ Entwicklung aller Menschen in dem einen Haus der Erde, für das die Kirche sich nun zuständig erklärt. Der Text ist in drei Teile aufgebaut: 1. Die Stimme des Amazonas; 2. Integrale Ökologie: Der Schrei der Erde und der Armen; 3. Prophetische Kirche in Amazonien: Herausforderung und Hoffnung. Die drei Teile sind nach dem Schema aufgebaut, dessen sich auch die Theologie der Befreiung bedient: Sehen der Situation – Urteilen im Licht des Evangeliums – Handeln zur Herstellung besserer Lebensbedingungen.

Ambivalenz in der Bestimmung der Begriffe und Ziele

Wie oft bei der Erstellung solcher Art von Werkstatt-Texten arbeiten immer Teams von Gleichgesinnten an den einzelnen Teilen, so dass sich ermüdende Redundanzen ergeben. Nähme man alle Wiederholungen konsequent heraus, ließe sich der Text leicht auf die Hälfte und weniger reduzieren.

Aber  nicht die quantitative Überlänge ist das Hauptproblem, sondern die Tatsache, dass die Schlüsselbegriffe nicht geklärt und inflationär gebraucht werden: Was ist synodaler Weg, was integrale Entwicklung, was soll man unter einer samaritanischen, missionarischen, synodalen offenen Kirche, der Kirche im Aufbruch (chiesa in uscita), der Kirche der Armen, des Amazonas etcetera verstehen? Ist die Kirche etwas anderes als das Volk Gottes oder nur als die Hierarchie von Papst und Bischöfen zu verstehen, oder ist sie ein Teil von ihr oder steht sie dem Volk gegenüber? Ist Volk Gottes ein soziologischer oder theologischer Begriff? Oder ist sie nicht vielmehr die Gemeinschaft der Gläubigen mit ihren Hirten auf der Pilgerschaft zum ewigen Leben? Sind es die Bischöfe, die den Schrei des Volkes hören sollen oder Gott, der wie einst dem Mose in der Sklaverei Israels in Ägypten nun den Nachfolgern der Apostel den Auftrag erteilt, die Gläubigen aus der Sünde und Gottverlorenheit des säkularistischen Naturalismus und Immanentismus zu seinem Heil in Gottes Wort und den Sakramenten der Kirche hinzuführen?

Auf den Kopf gestellte Hermeneutik

Ist die Kirche Christi von ihrem Stifter nur wie ein Rohmaterial in die Hände der Bischöfe und Päpste gegeben worden, die sie nun – unmittelbar erleuchtet vom Heiligen Geist – zu einem zeitgemäßen Instrument auch mit innerweltlichen Zielen umbauen können?

Bei der Anlage dieses Textes fällt die radikale Kehrtwende in der Hermeneutik der katholischen Theologie auf. Das Verhältnis von Heiliger Schrift und Apostolischer Tradition einerseits und des kirchlichen Lehramtes andererseits ist klassisch so bestimmt, dass die Offenbarung in Schrift und Tradition inhaltlich voll enthalten ist, während dem Lehramt – verbunden mit dem Glaubenssinn des ganzen Gottesvolkes – die authentische und unfehlbare Interpretation zukommt. Für das katholische Glaubensbekenntnis und seine theologisch-wissenschaftliche Reflexion sind also Schrift und Tradition konstitutive Erkenntnisprinzipien. Das Lehramt ist dagegen nur interpretativ und regulativ tätig. (Dei verbum 8-10; 24)

„Der ganze Gedankengang bewegt sich
selbstreferentiell und kreisförmig um
die neuesten Dokumente des
Lehramtes von Papst Franziskus“

Im vorliegenden IL ist es genau umgekehrt. Der ganze Gedankengang bewegt sich selbstreferentiell und kreisförmig um die neuesten Dokumente des Lehramtes von Papst Franziskus, versehen mit wenigen Hinweisen auf Johannes Paul II. und Benedikt XVI., während die Schrift wenig und die Kirchenväter fast gar nicht, aber dann nur illustrativ für – die schon aus anderen Gründen feststehenden – Überzeugungen herangezogen werden. Vielleicht will man damit eine besondere Papsttreue bekunden oder glaubt sich die Mühen der theologischen Arbeit sparen zu können, wenn man unentwegt sich auf seine oft wiederholten Schlagworte beruft , die die Autoren –  ziemlich salopp – „sein Mantra“ (IL 25) nennen. Auf die Spitze treibt man diese Schmeichelei nach der Feststellung: „Das aktive Subjekt der Inkulturation sind die indigenen Völker selber“ (IL122) mit der witzigen Formulierung „Wie  Papst Franziskus bestätigte doch: die Gnade setzt die Kultur voraus“, als ob er dieses – freilich grundlegende Axiom der katholischen Kirche – selbst entdeckt hätte.  Im Original ist es die Gnade, die die Natur voraussetzt wie der Glaube die Vernunft (Thomas von Aquin).

Neben dieser Verwirrung der Rollen des Magisteriums auf der einen Seite und der Heiligen Schrift und Tradition auf der anderen geht das IL sogar so weit, als dass es behauptet, es gäbe neue Quellen der Offenbarung. IL 19 behauptet: „Darüber hinaus können wir sagen, dass der Amazonas – oder ein anderes indigenes oder gemeinschaftliches Territorium – nicht nur ein ubi ist, oder ein wo (ein geografischer Ort), sondern auch ein quid oder ein was, ein bedeutungsvoller Ort für den Glauben oder das Erleben Gottes in der Geschichte. So ist ein Territorium ein theologischer Ort, wo Glaube gelebt wird, und daher auch eine spezielle Quelle für die Offenbarung Gottes: epiphanische Orte, wo sich das Reservoir des Lebens und der Weisheit zeigt, eines Lebens und einer Weisheit, die von Gott spricht.“

Wenn hier ein bestimmtes Territorium zu einer „speziellen Quelle für die Offenbarung Gottes“ erklärt wird, dann muss man festhalten, dass dies eine falsche Lehre ist, insofern als die katholische Kirche seit 2000 Jahren unfehlbar gelehrt hat, dass die Heilige Schrift und die Apostolische Tradition die einzigen Quellen der Offenbarung sind und dass keine weitere Offenbarung im Laufe der Geschichte hinzugefügt werden kann. Wie es in Dei verbum heißt: „.. es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten“ (Dei verbum 4). Schrift und Tradition sind die einzigen Quellen der einen Offenbarung. “Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift beider Testamente sind gleichsam ein Spiegel, in dem die Kirche Gott, von dem sie alles empfängt, auf dieser irdischen Pilgerschaft anschaut, bis sie hingeführt wird, ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen, wie er ist.” (Dei verbum 7) “Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift bilden den einen der Kirche überlieferten Schatz des Wortes Gottes.” (Dei verbum 10)

Neben diesen auffallenden Stellungnahmen und Bezugnahmen kann man festhalten: am meisten zitieren sich das mit der Ausarbeitung des IL beauftragte und dafür 2014 gegründete Rete Ecclesiale Panamazzonica  (=REPAM) und die angehörenden Autoren der sogenannte Theologia india selbst.

„Es ist eine geschlossene Gesellschaft von absolut
Gleichgesinnten, wie sich auch leicht aus den
Namenslisten der Vorbereitungstreffen in
Washington und Rom erkennen lässt.
Gegen ernsthafte Einwände ist man immun“

Es ist eine geschlossene Gesellschaft von absolut Gleichgesinnten, wie sich auch leicht aus den Namenslisten der Vorbereitungstreffen in Washington und Rom erkennen lässt und die überproportional viele meist deutschsprachige Europäer aufweist. Gegen ernsthafte Einwände ist man immun, weil sie nur auf monolithischem Doktrinalismus und Dogmatismus oder Ritualismus (IL 38; 110; 138), dialogunfähigen Klerikalismus (IL 110), auf dem rigiden Denken der Pharisäer und Vernunftstolz der Schriftgelehrten beruhen kann, mit denen sich auseinanderzusetzen nur verlorene Zeit und vergebliche Liebesmühe wäre.

Nicht alle haben Südamerikaerfahrung und gehören nur dazu, weil sie auf Linie sind und auch bei dem gleichzeitigen synodalen Weg der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken die Themen bestimmen (Abschaffung des Zölibates, Frauen ins Priesteramt und an die Schalthebel der Macht gegen Klerikalismus und Fundamentalismus, Anpassung der geoffenbarten Sexualmoral an Genderideologie und Wertschätzung homosexueller Praxis).

„Ich urteile nicht aus rein eurozentrischer
Perspektive, wie man mir gerne vorwerfen würde“

Ich selbst war in Peru und anderen Ländern fünfzehn Jahre in Folge zwei bis drei Monate in südamerikanischen Pfarreien und Seminarien pastoral und theologisch tätig und urteile darum nicht aus rein eurozentrischer Perspektive, wie man mir gerne vorwerfen würde. Ein wichtiges Anliegen im IL wird jeder Katholik teilen, dass die Völker Amazoniens nicht zum Objekt von Kolonialismus und Neokolonialismus, von Kräften bleiben dürfen, denen es nur um Profit und Macht geht auf Kosten des Glückes und der Würde anderer Menschen. In Kirche, Gesellschaft und Staat ist klar, dass die dort wohnenden Menschen und insbesondere unsere katholischen Brüder und Schwestern, gleichberechtige und freie Subjekte ihres Lebens und Strebens, ihres Glaubens und ihrer Sittlichkeit sind – in unserer gemeinsamen Verantwortung – vor Gott. Aber wie ist dies zu erreichen?

Der Ausgangspunkt ist die Offenbarung Gottes in Jesus Christus

Ohne Zweifel ist die Verkündigung des Evangeliums ein Dialog, der dem Wort (=Logos) Gottes an uns und unserer Antwort in der freien Hingabe des Gehorsams des Glaubens entspricht (Dei verbum 5). Weil die Mission von Christus, dem Gott-Menschen ausgeht und er seine Mission vom Vater an die Apostel überträgt, hat die Alternative eines dogmatischen Ansatzes „von oben“ und eines pädagogisch-pastoralen Ansatzes „von unten“ keinen Sinn, es sei denn man würde „das gott-menschliche Prinzip der Seelsorge“ (Franz Xaver Arnold) ablehnen.

Aber der Adressat des universalen Missionsauftrags Jesu (Mt 28,19), „des universalen und einzigen Mittler des Heils zwischen Gott und allen Menschen“  (Johannes 14,6; Apostelgeschichte 4,12; 1 Timotheus 2,4f) ist der Mensch, der mit seiner Vernunft über den Sinn des Daseins zwischen Geburt und Tod nachdenkt, der von den existenziellen Krisen des Menschseins erschüttert ist und der im Leben und Sterben seine Hoffnung auf Gott setzt, dem Ursprung und Ziel allen Seins. Eine Kosmovision mit ihren Mythen und dem rituellen Zauber der Mutter „Natur“ oder den Opfern an „Götter“ und Geister, die uns in Angst und Schrecken versetzen oder mit falschen Versprechungen locken kann ebenso wenig der adäquate Ansatz für die Ankunft des dreieinigen Gottes in seinem Wort und Heiligen Geist sein, wie die naturwissenschaftlich-positivistische Weltanschauung des liberalen Bürgertums, die vom Christentum einen bequemen Rest von sittlichen Werten und zivilreligiösen Ritualen übrig lässt. Soll allen Ernstes an Stelle der Kenntnis der klassischen und modernen Philosophie, der Kirchenväter, der neueren Theologie, der Konzilien nun  in der Ausbildung der künftigen Seelsorger und Theologen die amazonische Kosmovision, die Weisheit der Vorfahren mit ihren Mythen und Ritualien treten?

Wenn der Ausdruck „Kosmovision“ nur besagen soll, dass alle geschaffenen Dinge untereinander zusammenhängen, wäre das eine Binsenwahrheit. Aufgrund der substantiellen Einheit von Leib und Seele  steht der Mensch im Schnittpunkt des Gefüges von Geist und Materie. Aber der Anblick des Komos ist nur der Anlass zur Verherrlichung Gottes und seines wunderbaren Waltens in der Natur und Geschichte. Aber nicht der Kosmos wird wie Gott verehrt, sondern nur der Schöpfer selbst. Nicht vor der gewaltigen Macht der Natur und „allen Reichen der Welt mit ihrer Pracht“ (Matthäus 4,8) fallen wir auf die Knie, sondern vor Gott allein. „Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.“ (Matthäus 4,10). So wies Jesus den teuflischen Versucher in der Wüste zurück.

Der Unterschied von Inkarnation des Wortes und Inkulturation als Weg der Evangelisierung

Die „Theologia indigena und die Ökotheologie“ (IL 98) ist eine  Kopfgeburt von Sozialromantikern. Theologie ist das Verstehen (intellectus fidei) der Offenbarung Gottes in seinem Wort im Glaubens-Bekenntnis der Kirche und nicht das immer neue Gewebe von Weltempfindungen und Weltanschauungen oder religiös-moralischen Konstellationen des kosmischen All-eins-Gefühls, des Verschwimmens des Gefühls seiner selbst mit der Welt. Unsere natürliche Welt ist eine Schöpfung des personalen Gottes. Der Glaube im christlichen Sinn ist daher Erkenntnis Gottes in seinem ewigen Wort, das Fleisch geworden ist, ist Erleuchtung im Heiligen Geist, damit wir Gott in Christus erkennen. Mit dem Glauben werden uns als übernatürliche Tugenden Hoffnung und Liebe mitgeteilt. So verstehen wir uns als Kinder Gottes, die durch Christus zu Gott im Heiligen Geist Abba, Vater sagen  (Römer 8,15). Auf ihn setzen wir unser ganzes Vertrauen und er macht uns zu seinen Söhnen, die frei sind von der Angst vor den Elementarmächten der Welt und den dämonischen Gestalten, Göttern und Geistern, die uns in der Unberechenbarkeit der materiellen Kräfte der Welt heimtückisch auflauern.

Die Inkarnation ist ein einmaliges Ereignis in der Geschichte, das Gott in seinem universalen Heilswillen frei beschlossen hat. Sie ist keine Inkulturation und die Inkulturation der Kirche ist keine Inkarnation (IL 7;19; 29;108). Es war nicht Irenäus von Lyon im fünften Buch von Adversus haereses (IL 113), sondern Gregor von Nazianz, der das Prinzip formulierte: „quod non est assumptum non est sanatum – was nicht angenommen ist, das ist auch nicht erlöst“ (Ep. 101, 32). Und gemeint war die Vollständigkeit der menschlichen Natur gegen Apollinaris von Laodicea (315-390), der meinte, der Logos habe in der Fleischwerdung nur den Leib ohne die menschliche Seele angenommen.

„Sekundäre Riten aus der Überlieferung der
Völker können helfen, die Sakramente, die von
Christus gestiftete Heilsmittel sind, in der
Kultur zu verwurzeln. Sie dürfen
sich aber nicht verselbständigen“

Ganz abwegig ist darum der Satz: „Die kulturelle Diversität verlangt nach einer mehr realen Inkarnation, um die verschiedenen Weisen zu leben und die diversen Kulturen aufzunehmen.“ (IL 113). Die Inkarnation ist nicht das Prinzip der sekundären kulturellen Anpassung, sondern konkret und primär auch Prinzip der Heilsvermittlung in der „Kirche als Sakrament des Heils der Welt in Christus“ (Lumen gentium 1; 48) in dem Glaubensbekenntnis der Kirche, in ihren sieben Sakramenten und im Episkopat mit dem Papst an der Spitze in apostolischer Sukzession. Sekundäre Riten aus der Überlieferung der Völker können helfen, die Sakramente, die von Christus gestiftete Heilsmittel sind, in der Kultur zu verwurzeln. Sie dürfen sich aber nicht verselbständigen, so dass zum Beispiel die Hochzeitsbräuche auf einmal wichtiger werden als das für das Ehesakrament allein konstitutive Ja-Wort.

Sakramentale Zeichen können um keinen Preis verändert werden

Die von Christus und den Aposteln gestifteten sakramentalen Zeichen (Wort und materielles Symbol) können um keinen Preis verändert werden. Die Taufe kann nicht anders als im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes mit natürlichem Wasser gültig gespendet werden und bei der Eucharistie kann man das Brot aus Weizenkörnern und Wein vom Weinstock nicht durch ortsübliche Speisen ersetzen. Das wäre keine Inkulturation, sondern ein unzulässiger Eingriff in den historischen Stiftungswillen Jesu und auch eine Zerreißung der Einheit der Kirche in ihrer sakramentalen Mitte. Wenn die Inkulturation sich auf die sekundäre äußere Feier des Gottesdienstes bezieht und nicht auf die Sakramente, die ex opere operato durch die lebendige Gegenwart Christus, des Stifters und eigentlichen Spenders der Gnade in diesen sakramentalen Zeichen ist, dann ist der Satz skandalös oder wenigstens gedankenlos, der sagt: „Ohne diese Inkulturation kann die Liturgie sich reduzieren auf ein Ausstellungsstück im Museum oder ein Besitz weniger.“ (IL 124)

„Gott ist als Schöpfer der Welt im Ganzen
und jedem einzelnen Menschenherzen
präsent Apostelgeschichte“

Gott ist nicht einfach überall und in allen Religionen gleichförmig da, wobei die Inkarnation nur eine typisch mediterrane Erscheinung wäre. Vielmehr ist Gott als Schöpfer der Welt im Ganzen und jedem einzelnen Menschenherzen präsent Apostelgeschichte (17,27f) – auch wenn die Augen der Menschen durch die Sünde oft blind und ihre Ohren taub sind für die Liebe Gottes. Aber er kommt auf dem Weg der Selbstoffenbarung in der Geschichte seines auserwählten Volkes Israel uns selbst ganz nahe in seinem Fleisch gewordenen Wort und dem Geist, der in unsere Herzen ausgegossen ist. Diese Selbstmitteilung Gottes als Gnade und Leben jedes Menschen wird in der Welt auf dem Weg der Verkündigung der Kirche, ihres Lebens und ihres Kultes  ausgebreitet, das heißt der Weltmission nach dem universalen Auftrag Christi. Aber er wirkt auch schon mit seiner helfenden und zuvorkommenden Gnade in den Herzen der Menschen, die ihn noch nicht ausdrücklich und namentlich kennen, damit sie,  wenn sie von ihm hören in der apostolischen Verkündigung, ihn identifizieren können als Jesus, den Herrn – im Heiligen Geist (1 Korinther 12,3).

Das Kriterium der Unterscheidung: die geschichtliche Selbstmitteilung Gottes in Jesus Christus

Was im IL fehlt ist ein klares Bekenntnis zur Selbstmitteilung Gottes im verbum incarnatum, zur Sakramentalität der Kirche, zu den Sakramenten als objektiven Gnadenmitteln statt bloß selbstreferenzieller Symbole, zur Übernatürlichkeit der Gnade, so dass die Integrität des Menschen nicht nur in der Einheit mit der Bio-Natur, sondern in der Gottessohnschaft und der gnadenhaften Gemeinschaft mit der Trinität besteht und dass das ewige Leben der Lohn ist der Bekehrung zu Gott, der Versöhnung mit ihm und nicht nur mit der Umwelt und der Mitwelt. Man kann die integrale Entwicklung nicht nur auf die Bereitstellung der materiellen Ressourcen reduzieren. Denn der Mensch erlangt seine neue Integrität nur durch die Vollendung in der Gnade, jetzt in der Taufe, wodurch wir zu einem neuen Geschöpf und zu Kindern Gottes werden und einst in der Schau Gottes in der Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und in der Gemeinschaft Seiner Heiligen (1 Joh 1, 3; 3, 1f).

Anstelle des unklaren Ansatzes bei einer vagen Religiosität und der vergeblichen Anstrengung, das Christentum durch die Sakralisierung des Kosmos und der biodiversen Natur und die Ökologie zu einer Heilswissenschaft zu machen, ist auf die Mitte und den Ursprung unseres Glaubens zu schauen: „Gott hat in seiner Güte und Weisheit beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun: dass alle Menschen durch Christus, das fleischgewordenen Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig werden der göttlichen Natur.“ (Dei Verbum 2).

DT

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Quelle

Kardinal Gerhard Müller: „Wahre Reform der Kirche geht über ihre Erneuerung in Christus“

Kard. Gerhard Müller, 2015 (Bohumil Petrik/CNA photo)

In einem umfassenden Interview, in dem die Pan-Amazonas-Synode und die Kirche in seinem Heimatland Deutschland erörtert werden, erklärt der Kardinal, das westliche Christentum befinde sich in einer Krise des Glaubens und der geistlichen Führung.

Edward Pentin

Der Gedanke hinter dem viel diskutierten Arbeitsdokument für die Bischofssynode für das gesamte Amazonasgebiet ist eine „Projektion“ des europäischen theologischen Denkens, die nicht mit der katholischen Theologie übereinstimmt und „katholischer“ korrigiert werden muss, hat Kardinal Gerhard Müller gesagt.

In den Kommentaren zum National Catholic Register, die auf EWTN Polen ausgestrahlt werden sollen, sagte der emeritierte Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre auch, dass der Zölibat der Priester nicht geändert werden kann (einige, die an der Organisation der Synode beteiligt sind, möchten verheiratete Männer im Amazonasgebiet ordinieren) „als ob es nur eine externe Disziplin wäre, da sie tief mit der Spiritualität des Priestertums verbunden ist.“

Darüber hinaus sieht der deutsche Kardinal einen offensichtlichen „Zusammenhang“ zwischen der Agenda für die Synode vom 6. bis 27. Oktober und dem von einigen deutschen Bischöfen vorgeschlagenen „Synodenweg“, um die Lehre der Kirche zur Sexualmoral zu ändern. Er geht auch auf den jüngsten Brief von Papst Franziskus an die deutschen Bischöfe ein, warum er im Februar sein „Manifest des Glaubens“ schrieb und warum die Lehren von Papst Johannes Paul II. während dieses Pontifikats anscheinend weniger Beachtung finden.

Eminenz, welches sind Ihre Ansichten zum instrumentum laboris für die Pan-Amazonas-Synode?

Es ist nur ein Arbeitsdokument, es ist kein Dokument des Lehramtes der Kirche, und es steht jedem frei, seine Meinung über die Qualität der Vorbereitung dieses Dokuments zu äußern. Ich denke, dahinter steckt kein großer theologischer Horizont. Es wurde größtenteils von einer Gruppe deutscher Nachkommen geschrieben und nicht von Menschen, die dort leben. Es hat eine sehr europäische Perspektive, und ich denke, es ist eher eine Projektion des europäischen theologischen Denkens auf die Menschen im Amazonasgebiet, weil wir all diese Ideen vor 30 Jahren gehört haben.

Nicht alle Ideen stimmen mit den Grundelementen der katholischen Theologie überein, insbesondere mit dem Religionsbegriff. Wir haben die Vorstellung von einem offenbarten Glauben, der historisch in der Inkarnation des Wortes des Vaters in Jesus Christus verwirklicht ist und vom Heiligen Geist durchdrungen ist. Aber die katholische Kirche ist keine Religion als natürliches Verhältnis zur Transzendenz. Wir können die katholische Kirche nicht nur im Rahmen eines Religionsbegriffs verstehen. Religionen werden vom Menschen gemacht, sie sind Eindrücke, Mittel, Riten anthropologischer Wünsche und des Denkens über die Welt, aber unser Glaube basiert auf der Offenbarung Gottes im Alten und Neuen Testament, in Jesus Christus. Wir müssen dieses Denken in diesem Dokument daher katholischer korrigieren.

Es kann mit dem Leiden des Volkes beginnen, aber dies ist nicht der Ausgangspunkt des katholischen Glaubens. Wir beginnen mit der Taufe und bekennen uns zu Gott, Vater, Sohn und Heiligem Geist. Christus selbst ist in die Welt gekommen, und sein Kreuz nimmt alles Leiden der Welt auf. Aber es ist eine andere Sache, mit den Menschen zu beginnen und dann die Offenbarung nur als Ausdruck der europäischen Kultur zu relativieren. Das ist absolut falsch.

Es gibt auch einen Fokus auf Theologie, der nach Ansicht einiger Kritiker im Grunde genommen ein „kulturelles Recycling der Befreiungstheologie“ ist. Stimmen Sie zu, dass dieses Dokument möglicherweise einen Anstoß darstellt, die Befreiungstheologie durch die Hintertür zu führen?

Die Befreiungstheologie ist ein weit gefasster Begriff, aber die Freiheit ist das Grundelement unseres Glaubens, weil wir gerettet sind, von Jesus Christus von der Sünde befreit und von der Distanz zu Gott befreit worden sind. Diese [Freiheit] beinhaltet auch die Heilung weltlicher Elemente und Dimensionen, aber wir können die Annäherung Christi und seines Kreuzes und die Übernahme aller Leiden und Sünden der Welt auf sich selbst nicht in eine immanente Annäherung umwandeln, wie damals am Ende. Wir relativieren die Offenbarung als nur einen Ausdruck der griechisch-römischen Kultur. Es ist der falsche Ansatz.

Die Befreiungstheologie ist eine katholische Theologie, die mit der Offenbarung beginnt, die in der Heiligen Schrift, in der Überlieferung, im Lehramt der Kirche beginnt, und wir können keine neue Hermeneutik betonen, die dem katholischen Glauben fremd ist.

Sie würden also argumentieren, dass Befreiungstheologie an sich in Ordnung ist, aber auf verschiedene, unorthodoxe Arten verwendet werden kann?

Es kann verstanden werden, dass Christen die Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen für eine integrale Entwicklung. Wir interessieren uns aber nicht nur für die Welt, sondern auch für das Zentrum der Offenbarung, die die Gemeinschaft mit Gott ist, die in diesem Leben beginnt, und auch für das Strahlen der guten Werke, die Gott für uns gemacht hat.

Aber wir können das Christentum, die Kirche, nicht nur für eine weltliche Entwicklung in eine Nichtregierungsorganisation umwandeln, so dass die immanente Entwicklung das Zentrum unseres Glaubens ist. Unser Glaube bezieht sich auf den dreieinigen und persönlichen Gott.

Denken Sie, dass dieses Dokument zu einer immanenteren Perspektive führt (dass sich das Göttliche in der materiellen Welt manifestiert), anstatt zu einer katholischeren?

Ja, das ist die Gefahr, denn hinter diesem Dokument stehen keine großen Theologen, und es gibt diesen eher praktischen, eher ideologischen Ansatz für die Fragen.

Der andere Aspekt, um den sich einige Sorgen machen, ist das Zölibat der Priester, und dass das Dokument die Möglichkeit aufzeigt, verheiratete Männer oder reife Männer mit Familien zum katholischen Priestertum im Amazonasgebiet zu ordinieren. Befürchten Sie, dass dies, wie einige Kritiker sagten, zu einer allgemeinen Untergrabung des kirchlichen Zölibats führen könnte?

Auf der einen Seite drängen sie darauf und sagen es offen und auf der anderen Seite, wenn sie gefragt werden, dass sie den priesterlichen Zölibat nicht untergraben. Die Disziplin wurzelt in der Spiritualität des Priestertums in der westlichen und lateinischen Kirche. Wir können es nicht ändern, als wäre es nur eine externe Disziplin, da es tief mit der Spiritualität des Priestertums verbunden ist, wie das Zweite Vatikanische Konzil sagte ( Presbyterorum Ordinis, 16).

Wir akzeptieren verheiratete Priester in den Ostkirchen, in denen es diese Tradition gibt, aber die lateinische Kirche wird auf diese Weise mit dem Zölibat im Priestertum fortfahren. Ich denke, dies ist nicht die großartige Lösung, die sie erwarten, um alle Probleme zu lösen, da die Krise des Christentums in der westlichen Welt nichts mit dem Zölibat des Priestertums und den religiösen Gelübden zu tun hat. Es ist eine Krise des Glaubens und auch der geistigen Führung.

Viele der an dieser Synode beteiligten Personen haben einen deutschen Hintergrund. Im Zweiten Vatikanischen Konzil wurde gesagt, dass der Rhein in den Tiber mündet. Würden Sie sagen, dass dies ähnlich ist, ein Fall, in dem der Rhein in den Amazonas fließt?

Wir sehen, es ist kein guter Einfluss, weil die katholische Kirche in Deutschland abwärts geht. Schauen Sie sich die Ergebnisse an. Sie [deutsche Kirchenführer] kennen die wirklichen Probleme [in der heutigen Kirche] nicht und sprechen von Sexualmoral, Zölibat und Priesterinnen. Aber sie sprechen nicht über Gott, Jesus Christus, Gnade, Sakramente und Glauben, Hoffnung und Liebe, die theologischen Tugenden und die Verantwortung, die Christen und die Kirche für die Entwicklung der Gesellschaft haben, in der es einen tiefen Legalismus und Verzweiflung gibt – Wie der Papst sagte, von einem neuen Gnostizismus und einem neuen Pelagianismus.

Wir sind nicht in der Lage, das Evangelium für die Menschen in Deutschland und anderen Teilen Europas wie Belgien und den Niederlanden zu verbreiten. Und Sie sehen die Folgen dieser fortschreitenden Welle.

Warum gibt es diesen deutschen Einfluss auf diese Synode – liegt es daran, dass sie das Treffen nutzen wollen, um vielleicht mit diesem von Kardinal Reinhard Marx vorgeschlagenen „Synodenweg“ übereinzustimmen? Gibt es einen Zusammenhang damit?

Es besteht offensichtlich ein Zusammenhang. Sie gingen absolut falsch mit sexuellem Missbrauch um. Sie waren nicht in der Lage und konnten die wahren Ursachen und Gründe dieser Krise nicht erkennen und sie sprechen die ganze Zeit über andere Dinge, die nichts damit zu tun haben.

Wir lernen auch nicht aus dem Niedergang des Protestantismus in Europa. Sie haben all diese verheirateten Pastoren, die eine gleichgeschlechtliche „Ehe“ akzeptieren, und sie haben kein Zölibat. Trotzdem ist die Situation der protestantischen Kirche in Europa schlimmer als in der katholischen Kirche. Das kann also nicht die Medizin sein, um die tiefe Krise, die Krise des Glaubens, zu überwinden. Es ist ein Missverständnis der apostolischen Mission von Bischöfen, die keine politischen Führer sind. Am Ende wird es nutzlos sein.

Was halten Sie von Synodalität und diesem „Synodenweg“ als Mittel zur Kirchenregierung? Glauben Sie, dass die Gefahr besteht, dass fremde Ideen in die Kirche gelangen?

Ich finde es sehr idealistisch. Es gibt keine biblische Grundlage dafür. Wir sprechen von Kollegialität der Bischöfe, aber wir sehen jetzt in der sogenannten Reform der Kurie, dass die Kurie in Gefahr ist, sich in eine andere weltliche Institution zu verwandeln. Alle Befugnisse sind im Staatssekretariat konzentriert. Sie sprechen nicht über die Beteiligung der römischen Kirche oder die petrinische Autorität des Papstes. Sie unterdrücken das Wort „Kongregation“, was eine Übersetzung des Synodus auf Griechisch ist.

Einerseits unterdrücken sie die Synodalität der Heiligen Römischen Kirche, des Kardinalskollegiums, und andererseits verwandeln sie die Einrichtung der Kurie in eine bloße Bürokratie, in nur Funktionalismus und nicht ein kirchliches Institut. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, am Leben der Kirche teilzunehmen, aber wir haben diese universelle Teilhabe seit Beginn der Kirche, seit 2000 Jahren.

Wir können die Kirche nicht mehr so ​​erfinden, als wäre sie altmodisch und neu gestaltet werden müsste, so wie sie sich fortschrittlich nennt und die Kirche nach ihren Vorstellungen bauen will.

Im Februar haben Sie ein „Manifest des Glaubens“ geschrieben. Warum haben Sie es geschrieben?

Viele Leute haben mich gebeten, wegen eines gewissen Chaos in der Kirche und wegen vieler Missverständnisse über das Wesentliche des Christentums etwas zu sagen: Was ist Ehe, was ist zum Beispiel das Priestertum? Wir können nicht alles leugnen, was im Alten und Neuen Testament und in der Tradition der Kirche gesagt wird.

Wir haben eine tiefe Theologie über die sieben Sakramente, und diese kann nicht von Zweifeln an diesen wesentlichen Elementen beherrscht werden, die uns zum ewigen Leben führen. Deshalb habe ich nur die wesentlichen Punkte unseres christlichen Glaubens hervorgehoben, die Trinität, die Inkarnation, die Sakramentalität der Kirche, die Identität unseres Glaubens und unseres Lebens und unsere Hoffnung auf ewiges Leben.

Die Reaktion war nicht immer sehr intelligent, und ich konnte es nicht verstehen; In der Tat konnte niemand verstehen, warum das Hervorheben dieser Grundelemente des Glaubens als Kritik am Papst, dem Nachfolger des heiligen Petrus, interpretiert werden könnte, da er die höchste Verantwortung für den Ausdruck unseres Glaubens trägt. Dies ist in unserem Glaubensbekenntnis verankert – es beginnt mit: „Ich glaube an“ Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, der Schöpfung, der Erlösung und der endgültigen Vollkommenheit der Sakramente und der Hoffnung auf ewiges Leben. Wir werden im Namen des dreieinigen Gottes getauft und drücken unseren Glauben an die Werke der Schöpfung, der Erlösung und die Gabe des ewigen Lebens aus.

Haben Sie die jüngste „Erklärung der Wahrheiten des Glaubens von Kardinal Raymond Burke und vier Bischöfen unterstützt?

Es ist alles wahr, was sie sagten, nein?

Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln dankte Papst Franziskus für seinen Brief an die deutsche Kirche, in dem er die Katholiken in Deutschland „furchtlos“ aufforderte, angesichts des Niedergangs der Kirche eine Missionskirche zu sein. Andere haben jedoch gewarnt, dass es auf unterschiedliche Art und Weise gelesen werden kann und dass die Kirche in Deutschland „vor einem grundlegenden Transformationsprozess“ steht. Wie beurteilen Sie den Brief selbst und wie wichtig ist er für die deutsche Kirche?

In seinem Brief an die deutschen Katholiken hat der Papst den Maßstab für die Einheit der Kirche in der Wahrheit der Offenbarung gesetzt. Wir glauben an den dreieinigen Gott und seine Kirche als Sakrament der Errettung der Welt. Daher ist der Prozess der Umwandlung der Kirche in eine weltliche Organisation mit geistlichen und sozialen Diensten nichts weiter als ein Widerspruch zu ihrer göttlichen Grundlage und Sendung.

Die mentale Aufgabe des gesamten Unternehmens spiegelt sich in einem Realitätsverlust bei der Analyse der Ursachen des sexuellen Missbrauchs junger Menschen wider. Ihre Ursachen liegen in der individuellen Verletzung der Gebote des Herrn und in der hedonistischen Atmosphäre in der westlichen Welt.

Die Weiterleitung sexueller Impulse an Erwachsene beiderlei Geschlechts, die als Neubewertung der Sexualmoral getarnt ist, beseitigt keinen Widerspruch zu Gottes Geboten. Die Verführung von Männern und Frauen über 18 Jahren ist auch eine Todsünde, „die aus dem Reich Gottes ausschließt“ (1. Korinther 6: 9) und eine „Entehrung des eigenen Körpers“ durch Verhalten gegen die von Gott gegebene Natur , männlich und weiblich (Römer 1: 24-27). Sexuelle Beziehungen haben einen legitimen, moralisch einwandfreien und anmutigen Platz nur in der Ehe eines Mannes und einer Frau. Ich hoffe auch, dass man in der Frage der Verbindung des Priestertums mit dem Zölibat nicht hinter der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils ( Presbyterorum Ordinis, 16) und der Enzyklika Sacerdotalis Caelibatus zurückbleibt .

Bei der wahren Reform der Kirche geht es um ihre Erneuerung in Christus und die Wiederbelebung des apostolischen Eifers für das ewige Heil des Menschen. Unter den lauten und boshaften Protagonisten, die sich arrogant als Reformer bezeichnen, sind einige, die durch die Heiligkeit des Lebens, die Bereitschaft zum Opfer und zur Entsagung und die völlige Hingabe an Christus und die Kirche, seine geliebte Braut und unsere Mutter im Glauben glänzen. Die eben erwähnten Begriffe strahlen nur ein ironisches Lächeln aus, weil sie so wenig Aufklärung und Nähe zur modernen Realität des Lebens bieten.

Die großen Reformbewegungen in der Geschichte der Kirche haben Heilige hervorgebracht und wurden von Gelehrten der Heiligen Wissenschaften sowie von Geistlichen und Ordensleuten gefördert, die sich auf das Wort des Herrn bezogen: „Der Eifer für Ihr Haus verzehrt mich“ (Johannes 4:17). .

Wir haben vor kurzem den 40. Jahrestag der Wahl von Papst Johannes Paul II. Gefeiert, aber warum wird seine Lehre während dieses Pontifikats Ihrer Meinung nach an den Rand gedrängt und nicht mehr wie früher aufrechterhalten?

Weil es im Hintergrund die seltsame Vorstellung gibt, dass das Zweite Vatikanum und seine Reformen von Johannes Paul II. und Benedikt gestoppt worden seien, und jetzt müssten wir diese „Blockierung“ überwinden und neu beginnen, wo das Zweite Vatikanum zu Ende ging. Dies ist jedoch keine gültige katholische Idee.

Wir glauben an die Kontinuität der Kirche und jedes Papstes, Konzils und Bischofs. Jede Periode hat eine besondere Bedeutung, ebenso wie jeder Papst und Bischof in dem Kontext, in dem sie leben – aber immer in Kontinuität mit allen Konzilen und allen Päpsten der Vergangenheit.

Wir können den Konzilen nicht widersprechen, indem wir sagen: „Ich bin für das Konzil von Trient“, oder: „Ich bin für das Erste Vatikanische Konzil“, oder: „Ich bin für das Zweite Vatikanische Konzil“, oder gar ich bin für ein drittes Vatikanisches Konzil. Die Konzile sind keine Neugründung der Kirche; sie haben nur die Autorität, den katholischen Glauben zu einer bestimmten Zeit auszudrücken und zu bekennen. Niemals werden wir eine neue Offenbarung erhalten (II. V., Dei Verbum , 10), weil „Gnade und Wahrheit durch Jesus Christus gekommen sind“ (Johannes 1,17).

Edward Pentin ist der Korrespondent des National Catholic Registers in Rom.

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Quelle

Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS]

Kardinal Müller: Angriffe auf Salvini „amateurhaft“ und „unangemessen“

Italian Deputy Prime Minister and Interior Minister Matteo Salvini delivers a press conference holding a rosary after the announcement of initial results during the election-night event for European parliamentary elections on May 26, 2019, in the Lega headquarters in northern Milan. - Matteo Salvini's anti-migrant League party won the most votes in Sunday's European elections in Italy with 27-31 percent, marking a historic success for the far-right, exit polls showed. (Photo by Miguel MEDINA / AFP) (Photo credit should read MIGUEL MEDINA/AFP/Getty Images)

Matteo Salvini mit seinem ständigen Begleiter: dem Rosenkranz

31 Mai 2019, 08:00

Kardinal Müller verteidigt den beliebten italienischen Innenminister Salvini gegen Angriffe von Kirchenvertretern: „Es ist absurd, dass Mitarbeiter des Papstes wie P. Spadaro hier agieren wie politische Richter.“

Rom (kath.net)
Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat den italienischen Innenminister Matteo Salvini, der angeblich keine Audienz bei Papst Franziskus bekam, gegen Angriffe von Linkskatholiken verteidigt. Salvini, der auch bei Katholiken in Italien sehr beliebt ist, hat immer wieder christliche Symbole im Wahlkampf verwendet und auch auf die christlichen Wurzeln verwiesen. Müller wünscht sich in einem Interview mit Corriere della Sera, dass die Kirche sich mit Salvini arrangiert und weist die Angriffe von einigen Kirchenvertretern aus dem Umfeld von Papst Franziskus zurück. Diese seien „amateurhaft“ und „unangemessen“. „Eine kirchliche Autorität kann über theologische Sachen so amateurhaft sprechen“, so Müller. Außerdem dürfe man sich nicht so in Politik einmischen, wenn es hier ein demokratisch legitimiertes Parlament und eine Regierung wie in Italien gäbe. „Es wäre besser mit Salvini zu sprechen, mit ihm zu diskutieren, ihn zu korrigieren, wenn notwendig.“

Für Müller sei das Einmischen von Bischöfen in Politik schlimmer als wenn Salvini religiöse Symbole verwende. „Ich ziehe diejenigen, die über christliche Traditionen sprechen wollen denjenigen vor, die diese entfernen wollen. Es ist absurd, dass Mitarbeiter des Papstes wie P. Spadaro hier agieren wie politische Richter.“ Neben den Angriffen des Jesuiten gab es noch andere bizarre Angriffe auf Salvini. So meinte der italienische Bischof Domenico Mogavero, dass diejenigen, die Salvini wählen, sich nicht Christen nennen sollten. Der Bischof behaupte sogar, dass die Ansichten von Salvini „inhuman, anti-historisch“ und im diametral dem Evangelium entgegenstünden. Kardinal Müller weist solche Angriffe zurück. „Niemand kann sagen, dass diejenigen, die die Aufnahme von Migranten nicht haben möchten, keine Christen sind. Natürlich müssen wir Migranten willkommen heißen, aber wir dürfen uns nicht mit einer einzigen Politik identifizieren.“

Für Müller ist es merkwürdig, dass Papst Franziskus mit dem Regime von Venezuela oder mit den chinesischen Regime spreche, die Millionen Christen verfolgt haben, aber nicht mit Salvini sprechen möchte. „Aber wir sind hier in Italien, nicht in China. Man muss mit Jedem im Geist der Brüderlichkeit sprechen.“

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Kardinal Müller nimmt Papst gegen Häresievorwurf in Schutz

Kardinal Gerhard Ludwig Muller

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat den Papst gegen Vorwürfe verteidigt und zugleich vor einem Personenkult um ihn gewarnt. Franziskus sei kein Häretiker, also Irrlehrer, sagte Müller in einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ (Donnerstag) in Würzburg.

Auch sei es „grundsätzlich falsch“, ihm alles anzulasten, was zurzeit falsch in der Kirche laufe. Zugleich empfahl Müller dem Papst, entsprechende öffentliche Vorhaltungen „renommierter Theologen“ zu beantworten. Ihre Sorgen und ihr Wunsch nach größerer Klarheit in päpstlichen Aussagen seien berechtigt, anders als das von ihnen gewählte Mittel. Der Papst solle daher von der Glaubenskongregation eine offizielle Klarstellung verstellen lassen. Müller riet ausdrücklich, einen solchen Text nicht vom Staatssekretariat „oder befreundeten Journalisten und Theologen“ veröffentlichen zu lassen.

Die von Müller beobachteten Mängel in jüngeren päpstlichen Dokumenten führt er auf das Umfeld von Franziskus zurück. Die Texte würden von Mitarbeitern vorbereitet, die „zwar seine Vertrauten sein mögen, aber weder amtlich noch fachlich in der Theologie ausgewiesen sind“. Sie verursachten so Irritationen und schadeten damit dem Papst sowie dem Papsttum insgesamt. Es könne auch nicht „zwischen Tür und Angel“ von einem Berater dem Papst das Zugeständnis in einer Lehrfrage wie dem Kommunionempfang für Nichtkatholiken abgerungen werden.

„Glaubenswidrig“

Der Kardinal sprach in diesem Zusammenhang auch von den Grenzen päpstlicher und bischöflicher Befugnisse. So dürfe „der Befehl zum Beispiel eines Bischofs, die heilige Kommunion auch an nicht-katholisch Glaubende auszuteilen“ nicht befolgt werden, weil er „glaubenswidrig“ sei.

Neuerlich warnte Müller vor innerkirchlichen Spaltungen. So sei es nicht richtig, Franziskus „auf Kosten aller seiner Vorgänger“ als „den besten Papst der Kirchengeschichte“ hochleben zu lassen. Das „Gerede“ von einer Opposition gegen Franziskus entstamme „dem unverhohlenen Machtwillen von Ideologen, die die Kirche in den Abgrund führen“.

(kna – gs)

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Kardinal Müller kritisiert Kurienreform: Theologische Ahnungslosigkeit

6. Mai 2019, 19:17

Bei der Beschreibung der Aufgaben der neuen Behörde für die Glaubenslehre zeige sich „eine erschütternde theologische Ahnungslosigkeit der Verfasser dieses Abschnitts“.
Rom (kath.net)

Kardinal Gerhard Ludwig Müller,der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, hat den Entwurf für die römische Kurienreform scharf kritisiert. Im Interview mit der PNP spricht Müller von „theologischer Ahnungslosigkeit“. In den in verschiedenen Medien sei „kein schlüssiges Konzept von Ursprung, Wesen und Sendung der Kirche erkennbar“. Statt sich deutlicher am Kirchenbegriff des Zweiten Vatikanischen Konzils zu orientieren, bleibe „die Kurie in einem ortlosen Schwebezustand, weil sie nicht mehr eindeutig dem Dienst des Papstes für die Universalkirche zugeordnet“ werde. Das Dokument war vom Kardinalsrat des Papstes beschlossen worden und liegt derzeit führenden Kirchenstellen zur Begutachtung vor.

Kritisch sieht Müller auch, dass die Sonderrolle der Glaubenskongregation relativiert werden soll. „Im Entwurf handelt es sich um eine planlose Aneinanderreihung von 16 Ministerien, die irgendwie im Dienst des Papstes, der Einzelbischöfe und der Bischofskonferenzen stehen.“ Die Evangelisierung komme „an erster Stelle, obwohl sie eine Aufgabe der ganzen Kirche und keine spezifische des Papstes ist“. Müller findet deutliche Worte: „Es handelt sich bei dieser Skizze für eine künftige Apostolische Konstitution um ein Konglomerat von subjektiven Einzelideen, frommen Wünschen, moralischen Appellen mit einzelnen Zitaten aus Konzilstexten und Verlautbarungen des derzeitigen Papstes.“

Der ehemalige Regensburger Bischof kritisiert auch, dass der Entwurf zur Kurienreform „nicht klar“ zwischen den weltlichen und geistlichen Aufgaben des Papstes unterscheide. Die weltlichen Aufgaben seien „nur sekundär und keineswegs wesentlich mit dem Papsttum verbunden“. Die „höchste Mission des Papstes“ sei „sein Lehramt als Mitglied und Haupt des Bischofskollegiums“. Doch obwohl „das universalkirchliche Lehramt der Existenzgrund des päpstlichen Primates“ sei, erscheine die Glaubenslehre nun nur noch als „beliebige Aufgabe des Papstes unter vielen anderen“.

Gerade bei der Beschreibung der Aufgaben der neuen Behörde für die Glaubenslehre zeige sich, so Müller, „eine erschütternde theologische Ahnungslosigkeit der Verfasser dieses Abschnitts“. So würden Grundbegriffe der katholischen Theologie wie Offenbarung, Evangelium oder Lehramt „falsch oder schief verwendet“. Es bleibe deshalb zu hoffen, „dass dieser Abschnitt von einem ausgewiesenen Theologen und Kanonisten von Grund auf neu formuliert wird“.

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„Das sind Leute, die weder glauben noch denken“

Foto Kardinal Müller (c) Paul Badde

13 April 2019, 12:10

Kardinal Müller übt im kath.net-Interview schwere Kritik an den Kritikern des Missbrauchs-Textes von Papst em. Benedikt XVI. und am (offiziell inoffiziellen) DBK-Internetportal

Von Roland Noé

Vatikan (kath.net/rn) „Es ist ein Skandal, dass katholische Bischöfe Plattformen finanzieren und so die Kirchensteuer zweckentfremden, die eindeutig Positionen vertreten, die mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre im Widerspruch stehen.“ Derart grundsätzlich kritisiert Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, das “offiziell inoffizielle DBK-Internetportal und seine Reaktionen auf das Schreiben des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zum sexuellen Missbrauch in der Kirche. Das Schreiben Benedikts stuft Müller als „die tiefgründigste Analyse der Genese der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche in Fragen der Sexualmoral und intelligenter als alle Beiträge beim Gipfel der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zusammen“ ein.

kath.net: Eminenz, wie werten Sie den Text des emeritierten Papstes über den sexuellen Missbrauch in der Kirche?

Kardinal Müller: Es ist die tiefgründigste Analyse der Genese der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche in Fragen der Sexualmoral und intelligenter als alle Beiträge beim Gipfel der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zusammen.

Es gibt Missbrauch der geistlichen Autorität, wenn kirchliche Obere ihren autoritären oder manipulierenden Stil pseudoreligiös begründen und als den Willen Gottes ausgeben.

Aber Sünden gegen das 6. Gebot des Dekalogs haben ihre Ursache im Missbrauch der uns von Gott gegebenen männlichen oder weiblichen Sexualität.

Diese beiden Sünden miteinander zu vermischen, nur um sexuellen Fehlverhalten zu vertuschen, wäre ein schweres Versagen der kirchlichen Autorität.

Nicht mit Worthülsen wie Klerikalismus oder Forderung nach einer Sexualmoral nach dem egoistischen Lustprinzip kommen wir aus der Krise, sondern nur wenn das Übel beim Namen genannt wird.

Der Zusammenbruch der schon porös gewordenen bürgerlichen Moral in der „globalen sexuellen Revolution“ (Buchtitel von Gabriele Kuby) und der missglückte Versuch einer katholischen Moralbegründung ohne das Naturrecht und die Offenbarung haben bei vielen zu einer Zerrüttung des sittlichen Gewissens geführt.

Gott sei es geklagt auch bei denen, die von Christus den Auftrag erhielten, die Menschen alles zu lehren, was der Herr selbst den Apostel und damit auch ihren Nachfolgern im Bischofs- und Priesteramt geboten hat. (Mt 28,19).

kath.net: Es vergingen nach der Veröffentlichung nur wenige Stunden, bis die altbekannten innerkirchlichen Ratzinger-/Benedikt-Kritiker wieder lautstark ihre Einschätzungen in die Medien brachten. Was denken Sie dazu?

Kardinal Müller: Von Kritikern kann man nicht sprechen, denn das Wort Kritik heißt, geistig anspruchsvolle Dinge zu unterscheiden, um damit einen Beitrag im Verständnis wichtiger Fragen zu leisten.

Das sind Leute, die weder glauben noch denken. Vor allem fehlt ihnen der geringste Anstand.

Es wiederholt sich immer das gleiche Spiel wie bei Stephanus, der Zeugnis von der Wahrheit Christi ablegte: „Und als sie das hörten, wurden sie in ihren Herzen aufs Äußerste empört und knirschten mit den Zähnen gegen ihn“ (Apg 7, 54).

Man spricht von Erneuerung und Reform der Kirche und meint nur die Anpassung an die eigene Dekadenz.

Wer auch nur einen Funken christlicher Liebe in sich hat, kann sich nicht zu solchen unflätigen Pamphleten hinreißen lassen.

Aber wie kann die Liebe die innere Gestalt des Glaubens sein, wenn man den Glauben an den Gott der Offenbarung in Jesus Christus aufgegeben hat, oder höchstens einige Elemente davon noch als Füllmaterial für seine eigene selbstreferentielle Weltanschauung missbraucht.

Es ist ein Skandal, dass katholische Bischöfe Plattformen finanzieren und so die Kirchensteuer zweckentfremden, die eindeutig Positionen vertreten, die mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre im Widerspruch stehen.

Es ist mir natürlich klar, dass die das anders sehen, weil sie nach eigenem Gutdünken definieren, was katholisch ist. Ihr Weltbild besteht in der primitiven Unterscheidung von progressiv und konservativ.

Den bisher formulierten katholischen Glauben qualifizieren sie als konservativ ab und meinen, nur ihre „progressive“ Sicht wäre die Zukunft der Kirche so wie in den anderen von dieser Ideologie verwüsteten ehemaligen katholischen Ländern.

Also muss man die nach ihrem Maß „konservativen“ Katholiken, die der Heiligen Schrift, der Apostolischen Tradition und dem Lehramt treu sind, entweder kaltstellen oder mundtot machen. Dazu ist ihnen jedes Mittel, auch der Verleumdung und Ehrabschneidung, recht.

Denn sittlich erlaubt ist alles, was dem eigenen Interesse nützt, das ja identisch ist mit dem Gemeinwohl.

Auf der besagten Plattform wurde in gleicher Manier mein Glaubensmanifest“ als eine Sammlung von Halbwahrheiten, der Heiligen Schrift fernen, subjektiven Auswahl, von aus dem Zusammenhang gerissenen Meinungen angeprangert, als ob die Trinität, die Inkarnation, die Sakramentalität der Kirche, die Göttliche Liturgie, die Einheit von Glauben und Moral, das Gericht und das ewige Leben in der „Hierarchie der Wahrheiten“ (II. Vatikanum, Dekret über den Ökumenismus, 11) nicht „das Fundament des Glaubens“ wären.

Die infame Gottlosigkeit, die sich hier aufspreizt, ist nicht zu überbieten, wenn man das Verbrechen und die Todsünde des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen benutzt, um zu ihrer angeblichen Vermeidung homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen zu segnen, den Zölibat der Priester und Gelübde der Ordensleute lächerlich zu machen und die Sünden gegen die von Gott verfügte Unauflöslichkeit der Ehe zu bagatellisieren.

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Quelle

JETZT MACHT „DER KASPER“ „THEATER“

Man lese dieses sein neuestes „Stück“!

Er sagt: Kardinal Müller’s Manifest biete halbe Wahrheiten, allzu pauschale Aussagen oder nur private theologische Überzeugung; dabei gesteht er ein: „zwar betone Müller mit Recht das Bekenntnis zum dreifaltigen Gott als einen fundamentalen Unterschied im Gottesglauben zu anderen Religionen. Gleichzeitig gebe es aber auch Gemeinsamkeiten, vor allem mit den Juden wie mit den Muslimen, im Glauben an den einen Gott und fragt dann: „Sind diese Gemeinsamkeiten zumal heutzutage nicht grundlegend für den Frieden in der Welt und in der Gesellschaft?“

Nein, Kardinal Kasper, dieser „Glaube an den einen Gott“ der Juden und der Muslime ist erstens kein wesentlich gemeinsamer Glaube der Juden und der Muslime und zweitens ein je fundamental verfälschter, korrupter Gottes-Glaube mit enormen Unterschieden zwischen demjenigen der Juden und demjenigen der Muslime, so dass er nicht „grundlegend für den Frieden in der Welt und in der Gesellschaft“ sein kann.

Soweit für’s Erste!

Für’s Zweite:

Das DOKUMENT ÜBER DIE BRÜDERLICHKEIT ALLER MENSCHEN FÜR EIN FRIEDLICHES ZUSAMMENLEBEN IN DER WELT vom 4. Februar 2019, unterzeichnet vom Großimam von Al-Azhar, Ahmad Al-Tayyeb und Papst Franziskus basiert auf völlig falschen Prämissen:

  1. Es sei der WILLE GOTTES, dass ALLE Menschen friedlich zusammenleben.
    Nun hat aber JESUS CHRISTUS, ALLER MENSCHEN HERR UND GOTT, ausdrücklich gesagt, Er sei nicht gekommen, um FRIEDEN zu bringen, sondern das „SCHWERT“.
  2. Der Pluralismus und die Verschiedenheit in Bezug auf Religion, entspreche einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat.
    Nun hat aber JESUS CHRISTUS, ALLER MENSCHEN HERR UND GOTT, nur eine, SEINE Religion FÜR ALLE MENSCHEN gestiftet und auferbaut.

Für’s Dritte:

Kardinal Kasper kritisiert:

„An anderen Stellen finden sich pauschale Aussagen, die so nicht stehen bleiben können, etwa wenn gesagt wird, das Gewissen der Gläubigen sei nicht ausreichend geformt. Dieser Satz in dieser Allgemeinheit ist für viele Gläubigen beleidigend.“

Kardinal Müller hat aber geschrieben: „Heute sind vielen Christen selbst die grundlegenden Lehren des Glaubens nicht mehr bekannt“ und „Die aktuelle Beichtpraxis lässt deutlich werden, dass das Gewissen der Gläubigen nicht ausreichend geformt ist.“

Hier müsste richtigerweise lauten: „dass das Gewissen vieler Gläubigen nicht ausreichend geformt ist.“ Aber es muss angenommen werden, dass Kardinal Müller es auch so gemeint hat, und nicht, dass es überhaupt niemand gibt, dessen Gewissen ausreichend geformt ist.

Für’s Vierte:

Weiter kritisiert Kardinal Kasper:

„Für die Aussage, dass standesamtlich wiederverheiratet Geschiedene und nicht katholische Christen die Eucharistie nicht fruchtbar empfangen könnten, beruft sich das Manifest auf Nr. 1.457 des Katechismus der katholischen Kirche.“

Der betreffende Text des Manifests lautet:

Von der inneren Logik des Sakramentes versteht sich, dass standesamtlich wiederverheiratet Geschiedene, deren sakramentale Ehe vor Gott besteht, nicht voll mit dem katholischen Glauben und der Kirche verbundene Christen, wie alle, die nicht entsprechend disponiert sind, die heilige Eucharistie nicht fruchtbar empfangen (1457), weil sie ihnen nicht zum Heil gereicht. Darauf hinzuweisen entspricht den geistigen Werken der Barmherzigkeit.

Nr. 1457 des K.K.K. lautet: Es ist Vorschrift der Kirche, daß jeder Gläubige nach Erreichen des Unterscheidungsalters die schweren Sünden, deren er sich bewußt ist, wenigstens einmal im Jahr beichtet [Vgl.  CIC, can. 989; DS 1683; 1708]. Wer sich bewußt ist, eine Todsünde begangen zu haben, darf selbst dann, wenn er tiefe Reue empfindet, die heilige Kommunion nicht empfangen, bevor er die sakramentale Absolution erhalten hat [Vgl. K. v. Trient: DS 1647; 1661], außer wenn ein schwerer Grund vorliegt zu kommunizieren, und es ihm nicht möglich ist zu beichten [Vgl.  CIC, can. 916; CCEO, can. 711]. Die Kinder müssen, bevor sie zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangen, zur Beichte gehen [Vgl.  CIC, can. 914].

Es ist klar, dass Kardinal Müller hier deshalb auf Nr. 1457 des K.K.K. verweist, weil eben „standesamtlich wiederverheiratete Geschiedene, deren sakramentale Ehe vor Gott (weiter) besteht, im Ehebruch, im Stande einer Todsünde, leben.

Schließlich attackiert Kardinal Kasper auch noch Formulierungen des emeritierten Präfekten der Glaubenskongregation hinsichtlich seiner Äußerungen zum priesterlichen Zölibat.

Er schreibt:

Auch für die kirchliche Disziplin des Zölibats findet sich eine Berufung auf den Katechismus Nr. 1.579. Doch leider ungenau. Dort steht nämlich das Wort „normalerweise„, das im Manifest unterschlagen wird. Tatsächlich gibt es in der katholischen Kirche Priester, welche verheiratet sind: In den mit Rom in Gemeinschaft stehenden Ostkirchen, ehemalige evangelische oder – wie jüngst Papst Benedikt XVI. verfügt hat – ehemalige anglikanische Pastoren. Auch wenn ich persönlich der Überzeugung bin, man müsse über den Sinn der freigewählten Ehelosigkeit der Priester nochmals neu und tiefer nachdenken, so kann zumindest die Diskussion über viri probati nicht verboten sein.

1579 des K.K.K. lautet: Mit Ausnahme der ständigen Diakone werden alle geweihten Amtsträger der lateinischen Kirche normalerweise aus den gläubigen Männern gewählt, die zölibatär leben und den Willen haben, den Zölibat „um des Himmelreiches willen“ (Mt 19,12) beizubehalten. Dazu berufen, sich ungeteilt dem Herrn und seiner „Sache“ zu widmen [Vgl. 1 Kor 7,32], geben sie sich ganz Gott und den Menschen hin. Der Zölibat ist ein Zeichen des neuen Lebens, zu dessen Dienst der Diener der Kirche geweiht wird; mit freudigem Herzen auf sich genommen, kündigt er strahlend das Reich Gottes an [Vgl. P0 16].

Im seinem Glaubensmanifest hält Kardinal Müller fest:
„Der Priester setzt auf Erden das Erlösungswerk fort“ (1589). Die Priesterweihe „verleiht ihm eine heilige Vollmacht“ (1592), die unersetzbar ist, denn durch sie wird Jesus Christus in seinem Heilshandeln sakramental gegenwärtig. Daher entscheiden sich Priester freiwillig für den Zölibat als „Zeichen des neuen Lebens“ (1579). Es geht um die Selbsthingabe im Dienst Christi und Seines kommenden Reiches.

Damit unterschlägt er nichts. Er schreibt ja ausdrücklich, dass sich Priester freiwillig für den Zölibat entscheiden. Er streitet nicht ab, dass es Ausnahmen gibt. Aber es ist die Regel, dass „alle geweihten Amtsträger der lateinischen Kirche normalerweise aus den gläubigen Männern gewählt werden, die zölibatär leben und den Willen haben, den Zölibat ‚um des Himmelreiches willen‘ beizubehalten.“