Kardinal Müller zur Diskussion um Amoris laetitia“Streit nicht aussitzen“

Papst Franziskus (l.) mit Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat erneut für einen Dialog im Streit um die Auslegung des Papstschreibens „Amoris laetitia“ zu Ehe und Familie geworben. Es habe sich eine Schere zwischen heftigsten Kritikern und bissigsten Verteidigern aufgetan.

Mit diesen Worten analysiert der frühere Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation die Situation in einem Interview mit der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ in Würzburg. „Den Streit kann man weder aussitzen noch durch einen versuchten K.-o.-Schlag lösen.“

Müller sagt, es gelte „mit einem Vorschuss des Vertrauens die theologischen und pastoralen Probleme sachlich lösen und den betroffenen Personen bestmöglich auf ihrem Weg zu Gott helfen“. Dabei könne an der Unauflöslichkeit der Ehe nicht gerüttelt werden.

In der Seelsorge nicht untätig bleiben

Angesichts der vielen Ehekrisen dürfe man aber auch nicht in der Seelsorge untätig bleiben. „Irgendwie sind beide Anliegen richtig. Die einen stellen vor einem gefährlichen Graben ein Stoppschild auf, die andern versuchen schon Brücken darüber zu bauen.“ Auf dem Weg des Heils sei „beides notwendig“.

Der Kardinal kritisierte zugleich die Auslegungen mehrerer nationaler und regionaler Bischofskonferenzen, unter anderem in Malta und auf den Philippinen, die aus dem Papstschreiben eine unter bestimmten Umständen mögliche Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zur Kommunion ableiten. Manche dieser bischöflichen Erklärungen meinten, auf grundlegende Auslegungsprinzipien der katholischen Kirche verzichten zu können, bemängelte Müller. Der Beifall der veröffentlichten Meinung sei aber „gar kein theologisches Kriterium“.

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Kardinäle plädieren für Dialog zur Klärung offener Fragen um Amoris Laetitia

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation, und Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (rechts).  Foto: CNA / Paul Badde // Wikimedia / TharonXX (CC BY-SA 2.0)

Kardinal Parolin: „Wege finden, einander zu verstehen“ – Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Theologisch profunde Disputation statt Polemik und Einschüchterungsversuche

Einer der ranghöchsten Vertreter der Kurie, Kardinal Pietro Parolin, hat diese Woche einen Dialog zur Klärung offener Fragen um Amoris Laetitia gefordert.

Vor dem Hintergrund des Erscheinens einer „Correctio Filialis„, die Papst Franziskus vorwirft, Irrlehren zu verbreiten, sagte Kardinal Parolin am Donnerstag, wer nicht die Meinung des Papstes teile, dem stehe frei, dies zu äußern, „doch über diese Dinge muss man nachdenken und Wege finden, einander zu verstehen„, zitierte der britische „Catholic Herald“ den Kardinalstaatssekretär.

Einen Dialog forderte auch Kardinal Gerhard Ludwig Müller in einem neuen Interview mit dem „National Catholic Register“ (NCR). In der aktuellen Situation könne nicht Polemik und Rhetorik helfen, sondern „nur eine profunde theologische Diskussion„, so der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation gegenüber dem Vatikanisten Edward Pentin.

Kardinal Müller warnte vor einem Klima der Angst, vor Polemik und Einschüchterungen und plädierte für eine klärende Debatte:

„Eine mögliche Lösung könnte eine Gruppe von Kardinälen sein, die der Heilige Vater bestellt um eine theologische Disputation zu führen mit einigen prominenten Vertretern der Dubia und der ‚Zurechtweisungen‘ über die verschiedenen und manchmal umstrittenen Interpretationen mancher Aussagen im achten Kapitel von Amoris Laetitia.“

Die als Dubia im September 2016 mit der Bitte um Klärung von vier Kardinälen formulierten Fragen wurden im November – zwei Monate später – veröffentlicht, nachdem der Papst den Brief nicht beantwortet hatte. Auch eine spätere Bitte um eine Audienz der Kardinäle blieb ohne Antwort. Im neuen Interview mit dem NCR sagt Kardinal Müller:

„Am besten wäre es gewesen, wenn der Heilige Vater vor einer Veröffentlichung eine Audienz abgehalten hätte“.

Die von den Dubia völlig unabhängige Correctio Filialis wurde mit damals 40 Unterschriften am 11. August 2017 zugestellt, und dann im September im Internet in mehreren Sprachen veröffentlicht, darunter auch auf Deutsch.

Zu den Unterzeichnern gehören der Schriftsteller Martin Mosebach, der ehemalige Präsident der Vatikanbank, Ettore Gotti Tedeschi, der Generalobere der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, sowie laut Herald mittlerweile auch der emeritierte Bischof René Henry Gracida und der Forschungsdirektor des Ian Ramsey Zentrums für Wissenschaft und Religion der Oxford University, der Priester Andrew Pinsent.

Hintergrund: Was bisher geschah

  • Am 8. Oktober 2013, ein gutes halbes Jahr nach seiner Wahl, kündigte Papst Franziskus an, er werde im Oktober 2014 eine Außergewöhnliche Synode über Familie und Evangelisierung abhalten, gefolgt von einer Bischofssynode zum gleichen Thema im Oktober 2015.
  • Im September 2015, kurz vor der zweiten Synode, drückten 800.000 Individuen und Verbände aus 178 Nationen in einer Petition an den Papst ihre Sorge aus, dass nach der ersten Synode –  deren Handhabung ins Kreuzfeuer scharfer Kritik gekommen war – „weitverbreitete Verwirrung“ herrsche.
  • Am 8. April 2016 veröffentlichte Franziskus als Abschlussdokument das fast 300 Seiten umfassende Lehrschreiben Amoris Laetitia.
  • Am 28. April 2016 warnte der renommierte Philosoph Robert Spaemann gegenüber CNA Deutsch, das Schreiben stelle möglicherweise einen Bruch mit der kirchlichen Lehrtradition dar. In einem zweiten Kommentar für CNA Deutsch präzisierte er seine Äußerungen dazu weiter.
  • Im Juli 2016 schrieben 45 katholische Gelehrte, Würdenträger und Geistliche einen Bittbrief an alle Kardinäle und Patriarchen der Kirche. Darin ersuchten sie die Kardinäle, Papst Franziskus aufzufordern, einige Passagen in Amoris Laetitia richtig zu stellen.
  • Am 19. September 2016 übermittelten vier Kardinäle – Joachim Meisner, Walter Brandmüller, Carlo Caffara und Raymond Burke – dem Papst einen Bittbrief, in dem sie um die Klärung von fünf „Dubia – also Zweifel – in der Form von Fragen baten.
  • Am 18. November warf Papst Franziskus in einem Interview mit „Avvenire“ (der Zeitung der italienischen Bischofskonferenz) Kritikern vor, Amoris Laetitia „nicht verstanden zu haben„. Das liege daran, dass diese Personen nach dem Schema „schwarz oder weiß“ dächten, „selbst wenn wir im Fluss des Lebens unterscheiden müssen“, so Franziskus.
  • Am 4. Dezember sagte der enge Papst-Vertraute und Jesuitenpater Antonio Spadaro in einem Interview mit „Crux„, dass die Fragen der Dubia eigentlich schon bei der Synode beantwortet worden seien. Absolution in der Beichte und Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete sei nun, dank Amoris Laetitia, möglich.
  • Am 7. Dezember 2016 warnte der Freiburger Theologieprofessor Helmut Hoping in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass eine „Revision der katholischen Sexualmoral insgesamt“ auf dem Spiel stehe, nicht nur die Frage des Kommunionempfangs.
  • Am 14. Januar 2017 veröffentlichten die Bischöfe Maltas Leitlinien, die geschiedenen Wiederverheirateten ermöglichten, nach „ehrlicher Prüfung“ ihres Gewissens selber zu entscheiden, ob sie zur Kommunion gehen – auch wenn sie weiterhin nicht enthaltsam lebten. Die Änderung begründeten die Bischöfe mit Amoris Laetitia.
  • Am 1. Februar 2017 veröffentlichte die Deutsche Bischofskonferenz Leitlinien zu Amoris Laetitia, die eine Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete unter bestimmten Umständen einführten. Auch wenn es Einzelfälle seien, gebe es grundsätzlich die „Möglichkeit des Sakramentenempfangs in diesen Situationen“.
  • Dagegen erklärte am gleichen Tag der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerald Ludwig Müller, dass aus seiner Sicht Amoris Laetitia im Licht der gesamten Lehre der Kirche interpretiert werden müsse und diese nicht ändere, ja nicht ändern könne. Ihm „gefalle nicht“, wenn Bischöfe dies anders interpretierten, so der ehemalige Bischof von Regensburg.
  • Am 3. Februar 2017 veröffentlichte Bischof Vitus Huonder von Chur Leitlinien, in denen die Heiligkeit des Ehebandes betont und eine geduldige Begleitung und Eingliederung von Gläubigen unterstrichen wurde. Eine Kommunion oder Absolution für geschiedene Wiederverheiratete machten die Leitlinien jedoch abhängig von der Frage der Enthaltsamkeit der Betroffenen, so der schweizer Oberhirte.
  • Ebenfalls im Februar 2017 veröffentlichten die International Confraternities of Catholic Clergyein Zusammenschluss von über 1.000 Priestern aus den USA, Irland, Australien und anderen Ländern, ein Statement zu Amoris Laetitia. Darin plädierten sie für eine Klärung der offenen Fragen angesichts unterschiedlicher Auslegungen und „wachsender Unterschiede in der Praxis“.
  • Am 14. März 2017 wandte sich Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer mit einer „Handreichung für die Seelsorge mit wiederverheirateten Geschiedenen“ an Betroffene und Seelsorger seiner Diözese. Darin betont er, dass niemand ausgeschlossen werde und jeder Katholik die Messe besuchen solle. Wer jedoch als geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion zugelassen werden wolle, der müsse in seinem Bistum zumindest weiterhin enthaltsam „wie Bruder und Schwester“ leben.

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Cardinal Müller Speaks Out on ‘Amoris Laetitia,’ the Dubia and the Vatican

Cardinal Gerhard Ludwig Müller speaks at the presentation of the document Iuvenescit Ecclesia in the Vatican Press Office June 14, 2016. (Daniel Ibáñez/CNA)

The former prefect of the Congregation for the Doctrine of the Faith gives an extensive interview to the Register.

Over the course of Pope Francis’ pontificate, reports from Rome have frequently mentioned the fact that when it comes to drafting documents, the Holy Father has preferred to consult his own advisers rather than depend on the Congregation for the Doctrine of the Faith (CDF), leading to the dicastery’s isolation. Added to this have been reports that since Francis’ election, the congregation has been less stringent in taking action against dissident theologians.

How important is the CDF — until the 1960s, the most important Vatican department — in the life of the Church today? To find out, the Register sat down Sept. 13 with Cardinal Gerhard Müller, who had served five years as the congregation’s prefect until Pope Francis decided not to renew his term in July for reasons the cardinal has said were never explained to him.

In this extensive interview, Cardinal Müller criticizes what he describes as careerists and opportunists who he says are sowing discord in the Roman Curia and besmirched his name. He also discusses the dangers of the CDF being ignored, particularly in the drafting process of pontifical documents such as the Pope’s apostolic exhortation on the family, Amoris Laetitia (The Joy of Love)and how a pervading sense of fear is preventing more people, particularly priests, seminarians and professors, from daring to openly criticize aspects of this pontificate.

He also shares his opinion on the dubia (five questions posed to the Pope by four cardinals aimed at clarifying passages of Amoris Laetitia), the extent of authority held by the Pope’s closest advisers, and the dangers some of them present by invoking the Holy Spirit to justify their positions considered by some scholars as propagating heresy.

 

Your Eminence, last month it was reported that, since 2013, no action has been taken against dissident theologians. Is this true? 

This observation is not correct. The approach of the Congregation for the Doctrine of Faith since the changes of the Second Vatican Council is first to promote the faith — and the second is to defend the faith. In some cases we act as a tribunal for delicts against the faith and morals. But in my time there were cases in which we had first to dialogue with some theologians to resolve problems in a brotherly way. But I think there has been no absolute change in the role of the congregation. It must continue to defend the faith against heresies, schisms and other delicts against unity of the Church and the holiness of the sacraments, all according the apostolic constitution Pastor Bonus (1988).

 

So there haven’t been, at least publicly, cases of dissident theologians being disciplined in any way over the past four or so years?

There were often reproaches against us over the past year, which belong to an anachronistic view of the CDF, which carries no resemblance to the role and the work of the congregation in modern times. There was a group of so-called progressive activists, who issued propaganda against us, saying the existence of the congregation is a throwback to the days of the Inquisition. These are old obsessions dating back to ’68. Now the same people say they’ve been successful in intervening with “their” Pope, that the congregation isn’t doing its work, but this is not true. We addressed some cases involving problematic views and theologians. For example, we couldn’t give the nihil obstat in some — few — cases.

 

Do you have examples of theologians who have been disciplined over the past few years, perhaps who we haven’t heard of?

No, I cannot give the names because they’re under the pontifical secret, but my impression of the situation over the past five years is that there hasn’t been any change in the role of the congregation.

 

There has been a lot of talk about the congregation being downgraded, even isolated, during this pontificate. Instead, the Holy Father prefers to consult his advisers, such as his close confidant Archbishop Victor Fernandez, rector of the Pontifical Catholic University of Argentina in Buenos Aires. Are such people directing doctrine, and is the CDF being sidelined?

I heard that the Pope is close to certain theologians, but they cannot claim to be authoritative interpreters of the Pope. If Archbishop Fernandez makes a declaration, for instance, that’s only private. It has no more weight than the statements of other bishops — and certainly for the whole Church, he has no magisterial authority — and so it holds no more authority for me than any other theological voice.

 

But when he ghostwrites a document such as Amoris Laetitia, as evidence has shown, then his views become authoritative?

I don’t know if he was the ghostwriter of the eighth chapter of Amoris Laetitia [the highly disputed chapter on, among other things, allowing Holy Communion for remarried divorcees in a small number of special cases]. It is a text of the Pope, not of Victor Fernandez or of any other ghostwriter. Magisterial documents are the product of a process of theological preparation; and in former times we were given the names of theologians who had made a draft or had added any points or reflections to it. But in the end, what is decisive is the authority of the Pope. An apostolic exhortation of Pope Francis, and all that he says concerning doctrine, has a magisterial authority. It’s binding according to the range of that particular declaration. It does not contain any “new dogma,” but is, rather, an exposition of dogma always held and taught by the Church.

In Amoris Laetitia there’s no new doctrine or explication of some juridical points of the doctrine, but an acceptance of the doctrine of the Church and the sacraments. The only question is their pastoral application in extraordinary situations. The Pope will not and cannot change either the doctrine or the sacraments. What he wants is to help couples in very difficult circumstances as a good shepherd, but in accord with the word of God.

 

You say you don’t know the reasons for the Pope not renewing your term as prefect, but might it be because there’s a wave of heterodoxy at the highest levels, and you didn’t fit into that because you’re considered orthodox? Then you have Amoris Laetitia and your interpretation of it that diverges from those held by the Pope’s closest advisers and, in view of his comments on the issue, very possibly the Pope himself. Could this be the reason for ending your term?

I don’t know because no explanation was offered to me. The Pope only saw me at a routine private audience, at the end of my term, to discuss the work of the congregation, and said, “That is all.” All other explanations in the mass media are speculations. It is true that some time ago the Pope told me that some of his “friends” had been saying that “Müller is an enemy of the Pope.” I suppose these were anonymous accusations, and the anonymity of the accusers suggests that they were not prepared to have their arguments exposed to the light of honest and open discussion. The use of such underhanded tactics is always detrimental to the life of the Church and to the functioning of the Curia. Looking at history, we see that courts are often blighted by such intrigues, and this is something that the Pope himself has condemned very strongly as a longstanding evil in the Roman Curia. He assured me that no credence should be given to such gossip.

For the good of the Curia and the Church, there should be open dialogue. I must refute any calumnies that have originated in certain parts of the press, or from certain ultramontanist circles and Vaticanisti, and this anonymous group of false “friends” around the Holy Father who have questioned my loyalty. All my life as a priest, theologian and bishop, I’ve worked for the Kingdom of God and his Holy Church. And to present me as an enemy of the Successor of St. Peter is completely crazy and unjust.

Throughout the pontificates of St. John Paul II and Benedict XVI, as a theologian and bishop, I was accused by people with an anti-Roman attitude of being too close to the Pope and of not having maintained a critical distance to Rome. It is surely ironic that these same people should accuse me now of being an enemy of the Pope. This is obviously opportunistic behavior we’re seeing. The biggest danger to the Pope these days are these opportunists, careerists and false friends who are concerned not for the good of the Church, but for their own financial interests and self-advancement.

 

Do you think the Pope is advised poorly by these people around him, or is your removal a manifestation of his own will?

I don’t know. As I said, I received no explanation for my dismissal, and it would be wrong to speculate. But I firmly maintain my fidelity to Pope Francis, to whom I devoted myself as a loyal cooperator. In this year of the commemoration of the Protestant revolution against the primacy of the Holy Roman Church, I published a historical and theological study on the mission of the Pope as Successor of St. Peter, and so it is not as if I am unaware of the importance of the papacy in the Church of Jesus Christ. The important thing is that we have to love the Church because she is the Bride of Christ. Loving her means that we sometimes have to suffer with her, because in her members she is not perfect, and so we remain loyal despite the disappointments. In the end, it is how we appear in the eyes of God that matters, rather than how we are regarded by men.

 

While you were head of the CDF, there were reports that the congregation made corrections to various drafts of papal documents, particularly Amoris Laetitia, but also the Pope’s apostolic exhortation Evangelii Gaudium (The Joy of the Gospel), but they were ignored.

We don’t have the right in the congregation to correct the Holy Father, that’s very clear, but it’s always been usual that the first drafts need to have an official comment by the congregation. Regarding Amoris Laetitia, I don’t know who made the ultimate redaction (final edition), the last corrections or editing.

 

Does it disturb you that your corrections to these documents were ignored?

Not all were ignored — the Holy Father isn’t obliged to accept our corrections, but I don’t know who made the synthesis of all texts and brought them to the Holy Father. If it were so, that the same people who made the first draft also made the ultimate redaction and that they decided whether or not how to accept the suggestions or not, then that would not be in order. The Holy Father cannot personally do all of the elaboration of different suggestions from this and other congregations, of other theologians. He’s free to ask anybody. If you are a theologian of the congregation and are asked by the Holy Father to make a draft, you must distinguish between your own personal theology and what will be coming out, so that it is a document of the papal magisterium. One must be very humble in preparing a text, always cautious not to take the opportunity to introduce your own personal point of view and to praise yourself or let yourself be celebrated as the famous adviser of the Pope. The more responsible you are the more discreet you have to be.

 

Given the diminishment of the congregation, why does it continue to be important? If it’s being stripped of its main role, why is it necessary?

In the current atmosphere in the Catholic Church, there are many prejudices against the congregation, based on misconceptions and myths. To some people, mention of the CDF conjures up images of Hollywood films about the Inquisition, burnings at the stake, etc. What did or did not happen centuries ago is a question for historians, but bears no relation to the work of the congregation today, when its job is to support the Holy Father in his mission in 2017. But some people don’t understand what the consistory of all the cardinals is, and they do not understand the theological teaching that underpins the role of the Roman Curia. It is not merely a functional apparatus or a bureaucracy.

The cardinals represent the Holy Roman Church. The Pope is the head of the Roman Church, which is ecclesia principalis (the principal Church) in the communion of all the dioceses, bishops and Churches around the world.

Over time, there developed this group of Roman clerics to serve not only the Diocese of Rome, but in service to the Holy Father for the whole Church. As this body of the major clerics of the Roman Church evolved, the cardinals formed a college; and now they have the important role of electing the Pope and of being his primary advisers and collaborators.

In the 16th century, there was a division of responsibilities, so that one group was given the oversight of doctrine, another of the nomination of future bishops, another of the liturgy. But when we consider the mission of the Church, it’s clear that the Congregation for the Doctrine of the Faith is the most important because the mission of the Church is preaching the Gospel of the truth of revelation.

The Holy Father, as Successor of St. Peter, has to unite the Church. His mission and task is to proclaim, “You are Christ, Son of the Living God” (Matthew 16:16). All the other truths are included in this Christological reality, in relation to the Triune God and in Christ’s revelation to us as the Redeemer of all mankind. Therefore, the congregation is so important for the Holy Father. He does right to fulfill his mission with the help of the Holy Roman Church in this form of the congregation of 25 cardinals, some bishops, the working staff and plenty of consulters.

 

Has that been lost, do you think?

It’s not lost, but I’m afraid that there is no clear idea of the ecclesiological status of the Roman Church in the form of the congregation of the cardinals and the Roman Curia. Some think that a pope personally can do whatever he wants because he is absolute sovereign, but that’s not true.

 

He’s the “Servant of the Servants of God.”

He is, and the role of the Pope as the head of the Vatican state has nothing to do with the Pope as the visible head of the Church, the principal of the unity of the Church in the revealed truth. The Pope’s independence of worldly powers is necessary for his mission, but he is not independent of the moral law. He is, in fact, the first interpreter of the natural moral law.

As the first and the last, the highest, most important interpreter of that revelation of God in Jesus Christ, he is not an isolated person, but head of the Roman Church — and, therefore, he is reliant on the qualified and engaged cooperation of the Roman Church in the form of the cardinals and the dicasteries of the Roman Curia.

 

Do you think the fruits of this diminishment of the CDF and the papacy is why we’re seeing this chaos and confusion, bishops having different and, some theologians argue, heretical interpretations of Amoris Laetitia, for example? Is it because of this ignorance, or lack of respect, if you like, for what the Church is?

I think the Pope should not be blamed for this confusion, but he is authorized by Jesus Christ to overcome it. The pope, as bishop of the first apostolic Church in the worldwide communion of Catholic Churches is the permanent principle and foundation of the unity of the Church in the faith and the communion in love (Lumen Gentium 18).

 

He’s known to pay close attention to the media, and so must know what is going on. Is it not, therefore, incumbent on him to put this right, in the interests of unity of the Church, and that this responsibility rests with him, and him only?

I don’t want to criticize him, publicly or privately. But I am free to say what I think is for the good of the Church. I’ve made some interventions in my office as prefect of the congregation, in which I explained that the only true and correct interpretation of Amoris Laetitia — which on the whole is very good and in favor of matrimony — is the orthodox interpretation, by which we mean to say: It is in the line of holy Scripture, apostolic Tradition and the definite decisions of the papal and episcopal magisterium, which is continuous up to now. Nowhere in Amoris Laetitia is it demanded by the faithful to believe anything that is against the dogma because the indissolubility of marriage is very clear. The only question is whether, in some cases, true matrimony exists in today’s context, in a culture where the definition of matrimony is very different from what the Church is teaching.

 

Is it problematic that the Pope is giving his own interpretations that appear to be at odds with the orthodox interpretation you espouse, for example his letter to the Argentine bishops and his praise for the Maltese bishops?

In the case of the letter to the Argentine bishops, if the Pope is writing a personal and private letter, it’s not an official doctrinal document.

 

It has been posted on the Vatican website.

The website of the Vatican has some weight, but it’s not a magisterial authority, and if you look at what the Argentine bishops wrote in their directive, you can interpret this in an orthodox way.

 

To go back to the CDF, how would you like to see it be brought back to its stated purpose? How would you like it to do this under its new prefect, Archbishop Luis Ladaria?

Theologically, Archbishop Ladaria and I have absolutely the same understanding of the Catholic faith and theology, because he refers to the great Church Fathers and theologians and has an orientation to the foundation of the verses of Holy Scripture, the word of God, the apostolic Tradition — the same framework. But I hope that the secretary and undersecretary will have, also, this understanding: to serve the orthodox faith, to serve the Holy Father in his very important role for the unity of the Church and the revealed truth. Competence is more important than friendships, and sincerity serves more than ambitions. I said it personally to the Holy Father that it’s especially important that the congregation’s members, superiors, our collaborators and our consulters are, firstly, orthodox, have theological competence and must have a good moral life, and a deep spirituality as priests.

 

Does such opportunism disturb you?

The Holy Father, in his second Christmas speech to the Roman Curia, to the cardinals, spoke of the 15 illnesses of the Curia very general. Many of the participants felt offended because the press spoke about Vatican officials as if they were all careerists and opportunists, looking around only for money and big apartments, etc. But one should not speak generally about present persons as if they were guilty or stupid.

Careerists and opportunists should not be promoted, and other people who are competent collaborators not excluded without any reason or expelled from the Curia. It’s not good. I heard it from some houses here, that people working in the Curia are living in great fear: If they say one small or harmless critical word, some spies will pass the comments directly to the Holy Father, and the falsely accused people don’t have any chance to defend themselves. These people, who are speaking bad words and lies against other persons, are disturbing and disrupting the good faith, the good name of others whom they are calling their brothers.

The Gospel and the words of Jesus are very strong against those who denounce their brothers and who are creating this bad atmosphere of suspicion. I’ve heard that nobody speaks; everyone is a little afraid because they can be snitched on. It’s not the behavior of adult people, but that of a boarding school.

 

One senior Church figure, speaking to me on condition of anonymity, called it a “reign of terror.”

It’s the same in some theological faculties — if anybody has any remarks or questions about Amoris Laetitia, they will be expelled, and so on. That is not maturity. A certain interpretation of the document’s Footnote 351 cannot be criteria for becoming a bishop. A future bishop must be a witness to the Gospel, a successor of the apostles, and not only someone who repeats some words of a single pastoral document of the Pope without a mature theological understanding.

We must distinguish between what is official doctrine of the Church, the role of the Pope, and what he is saying in private conversations. Those private opinions of the Pope need to be respected because they are opinions and words of the Holy Father, but nobody is obliged to accept uncritically everything that he’s saying, for example, about political or scientific questions. That’s his personal opinion, but nothing to do with our Catholic faith, by which we are justified in the grace of God.

 

Regarding Amoris Laetitia and the fear of criticizing it, and the lack of response to the dubia, isn’t the irony that it goes against the Pope’s wish for parrhesia (to speak boldly and frankly) and dialogue?

Everyone who becomes bishop, cardinal or pope must learn to distinguish between the critics who are against the person and critics against the mission you have. The Holy Father, Francis, must know that it is important one accepts his intention: to help those people who are distant from the Church, from the belief of the Church, from Jesus Christ, who wanted to help them. … This discussion is not against him, it is not against his intentions, but there is need of more clarification. Also, in the past, we had discussions about the faith and the pastoral application of it. It’s not the first time this has happened in the Church, and so why not learn from our long experiences as Church, to have a good, profound discussion in promoting the faith, the life of the Church and not to personalize and polarize? It’s not a personal criticism of him, and everybody must learn it and respect his high responsibility. It is a very big danger for the Church that some ideological groups present themselves as the exclusive guardians of the only true interpretation of Amoris Laetitia. They feel they have the right to condemn all people of another standpoint as stupid, rigid, old-fashioned, medieval, etc.

Nobody can, for example, say Cardinal Caffarra didn’t understand anything of moral theology. Sometimes the un-Christian behavior is printed in L’Osservatore Romano, the semi-official Vatican newspaper, or given in official organs of the media, to make polemics and rhetoric. This cannot help us in this situation — only a profound theological discussion will.

 

Do you think this unwillingness to discuss, and this tendency to make things personal, is because those making these accusations don’t really have the strength of their own convictions, that they know their arguments won’t stand up to rigorous examination?

All my life, after the Second Vatican Council, I’ve noticed that those who support so-called progressivism never have theological arguments. The only method they have is to discredit other persons, calling them “conservative” — and this changes the real point, which is the reality of the faith, and not in your personal subjective, psychological disposition. By “conservative,” what do they mean? Someone loves the ways of the 1950s, or old Hollywood films of the 1930s? Was the bloody persecution of Catholics during the French Revolution by the Jacobins progressive or conservative? Or is the denial of the divinity of Christ by the Arians of the fourth century liberal or traditional? Theologically it’s not possible to be conservative or progressive. These are absurd categories: Neither conservatism nor progressivism is anything to do with the Catholic faith. They’re political, polemical, rhetorical forms. The only sense of these categories is discrediting other persons.

We have Holy Scripture, we have eschatological revelation in Jesus Christ, the irreversibility of Jesus Christ, the Incarnation, the salvation of the cross, the Resurrection, the Second Coming of Jesus Christ for the end of the world. … The responsibility of the Pope and the bishops is to overcome the polarization. Therefore, it’s very dangerous for the Church to divide bishops into friends and enemies of the Pope regarding a footnote in an apostolic exhortation. I am sure that anybody will denounce me also for this interview, but I hope that the Holy Father will read my complete interview here and not only some headlines, which cannot give a complete impression of what I said.

 

Would you say we have never had a Pope like this, who has this disputed approach to doctrine, distinguishing between teaching and pastoral practice, and so allowing false interpretations to grow? In such a context, would you, therefore, say that the CDF is needed more than ever?

He has another approach: John Paul II and former Popes Paul VI and Benedict XVI — they met all the modern questions and genesis of the modern world; they gave good explanations. He [Francis] thinks his contribution is not in this way, because what is clear is to have pastoral approach from the so-called Third World. The poor are the key for the New Evangelization, and he wants that, it is true, and a very good intention to try to overcome this contraposition in the Church. The Holy Father wants to say not only this or that is not allowed, but to give more importance to good intentions, positivity, to say that the Gospel is in favor of life, not only against abortion, for example.

We have the inseparable relation between faith and life, grace and love, and not the dualism between theory and practice. It is a Marxist approach to distinguish the two. We are not speaking from theory because belief isn’t a theory; belief is the unity with God in our conscience. Our categories are not theory and praxis, but truth and life, both gifts of grace, forms of the communication with God in the Church as the Body of Christ. Therefore, pastoral practice means coming to a true understanding of what Christ as pastor and good shepherd is doing for us, leading us to the eternal life.

 

What other concerns would you like to see addressed, in the CDF and further afield, perhaps?

The role of the CDF is very important: The prefect and all the collaborators give interviews and talks that promote the faith. That was a new identity shaped by Cardinal Joseph Ratzinger in his long time as prefect, and we cannot go back to the old pre-conciliar approach when the CDF, or Holy Office, was only a bureaucratic defender behind the walls of the Vatican, and everyone was afraid to get a letter of the congregation. That is an old form, and I hope there’s no way back to that. The congregation has to offer the Church, especially bishops and theologians, impulses and orientations for the teachers of the faith. The best help for the Holy Father today is a high-profiled congregation for the doctrine of faith and morals.

 

And yet many people would like to see the CDF being more of a defender of the faith, especially today. It’s almost as if there’s an absence of authority of defending the faith coming from the Vatican. What do you say to that?

I always tried to avoid this impression. I gave many talks around the world. What I offered was this promotion of the faith and all the teaching, defending the faith, new questions of dogma and moral [questions], and especially the challenges of bioethics and all these big efforts, such as gender ideology, which will absolutely destroy the fundament of human existence, family and future.

 

But what about the problem of secularist thinking and heterodoxy within the Church and defending orthodoxy?

What I could do, I did. I understood the role of the prefect in this new vision manifested by Cardinal Ratzinger and then by his successor, Cardinal William Levada, and therefore Pope Benedict XVI appointed me. I hope that the CDF will now continue with this line promoting the faith. What we need is a great effort for the truth of the faith and not a battle for more power in the whole Church and especially in the Roman Curia.

The question of today is not about more power for Church officials, but the truth of God for the lives of all men. Paul VI made a certain mistake when he changed the congregation’s role, and it became one among the other congregations. The truth is that the CDF is more important than the others, not because its members consider themselves better and more powerful than the others, but because the foundation of the Church is not politics, but the faith. The secretary of state has the job of organizing the apostolic nuncios, working for peace and freedom among the states, for social justice and so on. It’s a very important role, but, nevertheless, the Church is not a political organization; it is not a social organization; it’s not a NGO [nongovernmental organization]. The Holy Father underlines all the time that we are the sacrament of the complete unity between God and man on the basis of real faith, hope and love, and nobody can change it.

 

Would you like the Pope to answer the dubia? Is that vital for the well-being of doctrine?

The best thing would have been for the Holy Father to have had an audience before their publication. Now we have the spectacle of a trial of strength. It’s better to speak before and to deepen the questions and give good answers.

 

What is your opinion on the correction? Given the depth of concern among many priests and faithful on the issues raised there, how important is it that the Pope gives a response?
What the Church needs in this serious situation is not more polarization and polemics, but more dialogue and reciprocal confidence. The Holy Father and all good shepherds are wishing the full integration of couples in irregular situations. But this must happen according to the general conditions of the worthy and valid reception of the holy sacraments. We must avoid new schisms and separations from the one Catholic Church, whose permanent principle and foundation of its unity and communion in Jesus Christ is the actual Pope Francis and all bishops in full communion with him. The Successor of St. Peter deserves full respect for his person and divine mandate, and, on the other hand, his honest critics deserve a convincing answer. A possibility of the solution could be a group of cardinals engaged by the Holy Father to begin a theological disputation with some prominent representatives of the dubia and the “corrections” about the different and sometimes controversial interpretation of some statements in Chapter 8 of Amoris Laetitia.

 

There are rumors that the CDF had a file on Archbishop Fernandez because his theology was problematic. Do you know about this?

I don’t; it was before my time. Once, in an interview in Corriere della Sera (2015), he criticized me publicly, saying the prefect of the congregation has nothing to say, that the Pope is his friend, he is the true interpreter, that the Holy Father is enlightened directly by the Holy Spirit. But never have I read that the Holy Father is enlightened by the Holy Spirit in the understanding of a new revelation. The Pope is only assisted by the Holy Spirit for the authentic interpretation of the revelation of God in Christ. He and the bishops are human cooperators in transmitting Revelation, which is completely given in Jesus Christ, the incarnate Word of God, but they don’t get any other revelation.

The Gospels are human words inspired by the Holy Spirit, but that didn’t exclude the true human cooperation of the Evangelists. Catholic theology doesn’t speak about the “enlightenment of the magisterium of the Pope and the bishops.” The apostles listened to the words of Jesus — it was a human mediation by human nature, and so the cooperation of the Church is absolutely needed. Surely the faith is given by the Holy Spirit, but by the mediation of evangelization. Nobody can believe unless heard by human ears the word of God.

 

When some of the Pope’s advisers often invoke the Holy Spirit to justify their positions, implying that if someone doesn’t understand it, he doesn’t understand the workings of the Holy Spirit, is this a dangerous trend?

I am afraid that there is a certain Pentecostal misunderstanding of the role of the Holy Spirit. In the Incarnate Word of God, in the Son of God, Jesus Christ, to us is given all the grace and truth. The Holy Spirit actualizes the full revelation in the doctrine, the sacraments of the Church. The Holy Father plays here a very important role in the apostolic Tradition, but not the only one. His teaching is regulated by the word of God in the Bible and the dogmatic Tradition of the Church. The magisterium and all the believers are supported by the Holy Spirit in the actualization of the full and complete revelation, but they do not receive any new public revelation as a part of the depositum fidei, as it confirmed the Second Vatican Council (Lumen Gentium, 25).

Nobody can demand of a Catholic to believe a doctrine which is in an obvious contradiction to the Holy Scripture, apostolic Tradition and the dogmatic definitions of the Popes and ecumenical councils in the matter of faith and morals. What is needed is a religious obedience, but not a blind faith, to the Pope and the bishops, and nothing at all to private friends and advisers.

These people must come out with their arguments, and they are not allowed to demand any respect for their presumed magisterial authority. We do not just believe things because a Pope teaches them, but because these truths are included in Revelation (cf. II.Vatican Council, Dei Verbum, 10).

Edward Pentin is the Register’s Rome correspondent.

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Quelle

Die Unauflöslichkeit der Ehe – Das Zeugnis der kirchlichen Tradition

Von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller,
Präfekt der Glaubenskongregation

Auch bei Trennung zweier Ehepartner bleibt das Eheband einer gültigen Ehe vor Gott weiterhin aufrecht und die einzelnen Partner sind nicht frei, eine neue Ehe zu schließen.

Vatikan (kath.net/www.vatican.va) Für die Herausbildung der kirchlichen Position bilden sodann die Kirchenväter und die Konzilien wichtige Zeugnisse. Für die Väter sind die biblischen Weisungen bindend. Sie lehnen die staatlichen Ehescheidungsgesetze als mit der Forderung Jesu unvereinbar ab. Die Kirche der Väter hat Ehescheidung und Wiederheirat zurückgewiesen, und zwar aus Gehorsam gegenüber dem Evangelium. In dieser Frage ist das Zeugnis der Väter eindeutig.

In der Väterzeit wurden geschiedene Gläubige, die zivil wieder geheiratet haben, auch nicht nach einer Bußzeit offiziell zu den Sakramenten zugelassen. Einige Vätertexte lassen wohl erkennen, dass Missbräuche nicht immer rigoros zurückgewiesen wurden und hin und wieder für sehr seltene Grenzfälle pastorale Lösungen gesucht wurden.

In manchen Gegenden kam es später, vor allem aufgrund der zunehmenden Verflechtung von Staat und Kirche, zu größeren Kompromissen. Im Osten setzte sich diese Entwicklung weiter fort und führte, besonders nach der Trennung von der Cathedra Petri, zu einer immer liberaleren Praxis. Heute gibt es in den orthodoxen Kirchen eine Vielzahl von Scheidungsgründen, die zumeist mit dem Verweis auf die Oikonomia, die pastorale Nachsicht in schwierigen Einzelfällen, gerechtfertigt werden, und den Weg zu einer Zweit- und Drittehe mit Bußcharakter öffnen. Mit dem Willen Gottes, wie er in den Worten Jesu über die Unauflöslichkeit der Ehe eindeutig zum Ausdruck kommt, ist diese Praxis nicht zu vereinbaren. Sie stellt jedoch ein nicht zu unterschätzendes ökumenisches Problem dar.

Im Westen wirkte die Gregorianische Reform den Liberalisierungstendenzen entgegen und stellte die ursprüngliche Auffassung der Schrift und der Väter wieder her. Die katholische Kirche hat die absolute Unauflöslichkeit der Ehe selbst um den Preis großer Opfer und Leiden verteidigt. Das Schisma einer vom Nachfolger Petri abgelösten „Kirche von England“ erfolgte nicht aufgrund von Lehrdifferenzen, sondern weil der Papst dem Drängen des blutrünstigen Königs Heinrichs VIII. nach Auflösung seiner Ehe aus Gehorsam gegenüber dem Wort Jesu nicht nachkommen konnte.

Das Konzil von Trient hat die Lehre von der Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe bestätigt und erklärt, dass diese der Lehre des Evangeliums entspricht (vgl. DH 1807). Manchmal wird behauptet, dass die Kirche die orientalische Praxis faktisch toleriert habe. Das trifft aber nicht zu. Die Kanonisten sprachen immer wieder von einer missbräuchlichen Praxis. Und es gibt Zeugnisse, dass Gruppen orthodoxer Christen, die katholisch wurden, ein Glaubensbekenntnis mit einem ausdrücklichen Verweis auf die Unmöglichkeit von Zweit- und Drittehen zu unterzeichnen hatten.

Das Zweite Vatikanische Konzil hat in der Pastoralkonstitution Gaudium et spes über die „Kirche in der Welt von heute“ eine theologisch und spirituell tiefe Lehre über die Ehe vorgelegt. Es hält klar und deutlich an der Unauflöslichkeit der Ehe fest. Die Ehe wird verstanden als umfassende leib-geistige Lebens- und Liebesgemeinschaft von Mann und Frau, die sich gegenseitig als Personen schenken und annehmen. Durch den personal freien Akt des wechselseitigen Ja-Wortes wird eine nach göttlicher Ordnung feste Institution begründet, die auf das Wohl der Gatten und der Nachkommenschaft hingeordnet ist und nicht mehr menschlicher Willkür unterliegt: „Diese innige Vereinigung als gegenseitiges Sich-Schenken zweier Personen wie auch das Wohl der Kinder verlangen die unbedingte Treue der Gatten und fordern ihre unauflösliche Einheit“ (Nr. 48). Durch das Sakrament schenkt Gott den Gatten eine besondere Gnade: „Wie nämlich Gott einst durch den Bund der Liebe und Treue seinem Volk entgegenkam, so begegnet nun der Erlöser der Menschen und der Bräutigam der Kirche durch das Sakrament der Ehe den christlichen Gatten. Er bleibt fernerhin bei ihnen, damit die Gatten sich in gegenseitiger Hingabe und ständiger Treue lieben, so wie er selbst die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat“ (ebd.). Durch das Sakrament enthält die Unauflöslichkeit der Ehe einen neuen, tieferen Sinn: Sie wird zum Bild der beständigen Liebe Gottes zu seinem Volk und der unwiderruflichen Treue Christi zu seiner Kirche.

Man kann die Ehe nur im Kontext des Christusmysteriums als Sakrament verstehen und leben. Wenn man die Ehe säkularisiert oder als bloß natürliche Wirklichkeit betrachtet, bleibt der Zugang zur Sakramentalität verborgen. Die sakramentale Ehe gehört der Ordnung der Gnade an, sie ist hinein genommen in die endgültige Liebesgemeinschaft Christi mit seiner Kirche. Christen sind gerufen, ihre Ehe im eschatologischen Horizont der Ankunft des Reiches Gottes in Jesus Christus, dem Fleisch gewordenen Wort Gottes, zu leben.

Das Zeugnis des Lehramts in der Gegenwart

Das bis heute grundlegende Apostolische Schreiben Familiaris consortio, das Johannes Paul II. am 22. November 1981 im Anschluss an die Bischofssynode über die christliche Familie in der Welt von heute veröffentlichte, bestätigt nachdrücklich die dogmatische Ehelehre der Kirche. Es bemüht sich aber pastoral auch in der Sorge um die zivil wiederverheirateten Gläubigen, die in einer kirchlich gültigen Ehe noch gebunden sind. Der Papst zeigt ein hohes Maß an Sorge und Zuwendung. Die Nr. 84 „Wiederverheiratet Geschiedene“ enthält folgende Grundaussagen: 1. Die Seelsorger sind aus Liebe zur Wahrheit verpflichtet, „die verschiedenen Situationen gut zu unterscheiden“. Man darf nicht alles und alle gleich bewerten. 2. Die Seelsorger und die Gemeinden sind gehalten, den betroffenen Gläubigen in „fürsorgender Liebe“ beizustehen. Auch sie gehören zur Kirche, haben Anspruch auf Seelsorge und sollen am Leben der Kirche teilnehmen. 3. Die Zulassung zur Eucharistie kann ihnen allerdings nicht gewährt werden. Dafür wird ein doppelter Grund genannt: a) „ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse stehen in objektivem Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht“; b) „ließe man solche Menschen zur Eucharistie zu, bewirkte dies bei den Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe Irrtum und Verwirrung“. Eine Versöhnung im Bußsakrament, die den Weg zum Eucharistieempfang öffnet, kann es nur geben bei Reue über das Geschehene und „Bereitschaft zu einem Leben, das nicht mehr im Widerspruch zur Unauflöslichkeit der Ehe steht“. Das heißt konkret: Wenn die neue Verbindung aus ernsthaften Gründen, etwa wegen der Erziehung der Kinder, nicht gelöst werden kann, müssen sich die beiden Partner „verpflichten, völlig enthaltsam zu leben“. 4. Den Geistlichen wird aus inner sakramenten-theologischen und nicht aus legalistischen Zwang ausdrücklich verboten, für Geschiedene, die zivil wieder heiraten, „irgendwelche liturgische Handlungen vorzunehmen“, solange eben die erste sakramental gültige Ehe noch besteht..

Das Schreiben der Glaubenskongregation über den Kommunionempfang von wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen vom 14. September 1994 bekräftigt, dass die Praxis der Kirche in dieser Frage „nicht aufgrund der verschiedenen Situationen modifiziert werden kann“ (Nr. 5). Zudem stellt es klar, dass die betroffenen Gläubigen nicht auf der Basis ihrer eigenen Gewissensüberzeugung zur heiligen Kommunion hinzutreten dürfen: „Im Falle, dass sie dies für möglich hielten, haben die Hirten und Beichtväter… die ernste Pflicht, sie zu ermahnen, dass ein solches Gewissensurteil in offenem Gegensatz zur Lehre der Kirche steht“ (Nr. 6). Falls Zweifel über die Gültigkeit einer zerbrochenen Ehe bestehen, müssen diese durch die dafür kompetenten Ehegerichte überprüft werden (vgl. Nr. 9). Von fundamentaler Bedeutung bleibt, „in fürsorgender Liebe alles zu tun, was die Gläubigen, die sich in einer irregulären ehelichen Situation befinden, in der Liebe zu Christus und zur Kirche bestärken kann. Nur so wird es ihnen möglich sein, die Botschaft von der christlichen Ehe uneingeschränkt anzuerkennen und die Not ihrer Situation aus dem Glauben zu bestehen. Die Pastoral wird alle Kräfte einsetzen müssen, um glaubhaft zu machen, dass es nicht um Diskriminierung geht, sondern einzig um uneingeschränkte Treue zum Willen Christi, der uns die Unauflöslichkeit der Ehe als Gabe des Schöpfers zurückgegeben und neu anvertraut hat“ (Nr. 10).

In dem nachsynodalen Apostolischen Schreiben Sacramentum caritatis vom 22. Februar 2007 fasst Benedikt XVI. die Arbeit der vorausgegangenen Bischofssynode zum Thema der Eucharistie zusammen und führt sie weiter fort. In Nr. 29 kommt er auf die Situation der wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen zu sprechen. Auch für Benedikt XVI. handelt es sich hierbei um ein „dornenreiches und kompliziertes pastorales Problem“. Er bekräftigt „die auf die Heilige Schrift (vgl. Mk 10,2-12) gegründete Praxis der Kirche, zivil wiederverheiratete Geschiedene nicht zu den Sakramenten zuzulassen“, beschwört aber die Seelsorger geradezu, den Betroffenen „spezielle Aufmerksamkeit“ zu widmen: „in dem Wunsch, dass sie so weit als möglich einen christlichen Lebensstil pflegen durch die Teilnahme an der heiligen Messe, wenn auch ohne Kommunionempfang, das Hören des Wortes Gottes, die eucharistische Anbetung, das Gebet, die Teilnahme am Gemeindeleben, das vertrauensvolle Gespräch mit einem Priester oder einem geistlichen Führer, hingebungsvoll geübte Nächstenliebe, Werke der Buße und den Einsatz in der Erziehung der Kinder“. Wenn Zweifel an der Gültigkeit der in Brüche gegangenen ehelichen Lebensgemeinschaft bestehen, sind diese von den zuständigen Ehegerichten sorgsam zu prüfen. Die heutige Mentalität steht dem christlichen Eheverständnis, etwa bezüglich der Unauflöslichkeit der Ehe oder der Offenheit für Kinder, weithin entgegen. Weil viele Christen davon beeinflusst werden, sind in unseren Tagen Ehen wahrscheinlich häufiger ungültig als früher, weil es am Ehewillen im Sinn der katholischen Ehelehre mangelt und die Sozialisation im gelebten Raum des Glaubens zu gering ist. Darum ist eine Überprüfung der Gültigkeit der Ehe wichtig und kann zu einer Lösung von Problemen führen. Wo eine Ehenichtigkeit nicht festgestellt werden kann, setzen die Lossprechung und der Kommunionempfang gemäß der bewährten kirchlichen Praxis ein Zusammenleben „als Freunde, wie Bruder und Schwester“ voraus. Segnungen von irregulären Verbindungen sind „in jedem Fall zu vermeiden…, damit unter den Gläubigen keine Verwirrungen in Bezug auf den Wert der Ehe aufkommen“. Die Segnung (bene-dictio: Gutheißung von Gott her) einer Beziehung, die dem Willen Gottes entgegensteht, ist ein Widerspruch in sich.

In seiner Predigt beim VII. Weltfamilientreffen in Mailand am 3. Juni 2012 kam Benedikt XVI. wiederum auf dieses schmerzliche Problem zu sprechen: „Ein Wort möchte ich auch den Gläubigen widmen, die zwar die Lehre der Kirche über die Familie teilen, jedoch von schmerzlichen Erfahrungen des Scheiterns und der Trennung gezeichnet sind. Ihr sollt wissen, dass der Papst und die Kirche euch in eurer Not unterstützen. Ich ermutige euch, mit euren Gemeinden verbunden zu bleiben, und wünsche mir zugleich, dass die Diözesen geeignete Initiativen ergreifen, um euch aufzunehmen und Nähe zu vermitteln“.

Die letzte Bischofssynode zum Thema „Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens“ (7. – 28. Oktober 2012) hat sich erneut mit der Situation der Gläubigen beschäftigt, die nach dem Scheitern einer ehelichen Lebensgemeinschaft nicht dem Scheitern der Ehe, die als Sakrament bestehen bleibt) eine neue Verbindung eingegangen sind und ohne sakramentales Eheband zusammenleben. In der Schlussbotschaft wandten sich die Synodenväter mit folgenden Worten an die betroffenen Gläubigen: „Allen jenen möchten wir sagen, dass die Liebe des Herrn niemand allein lässt, dass auch die Kirche sie liebt und ein einladendes Haus für alle ist, und dass sie Glieder der Kirche bleiben, auch wenn sie die sakramentale Lossprechung und die Eucharistie nicht empfangen können. Die katholischen Gemeinschaften mögen gastfreundlich gegenüber all jenen sein, die in einer solchen Situation leben, und Wege der Versöhnung unterstützen“.

Anthropologische und sakramententheologische Erwägungen

Die Lehre über die Unauflöslichkeit der Ehe stößt in einer säkularisierten Umwelt häufig auf Unverständnis. Wo die Grundeinsichten des christlichen Glaubens verloren gegangen sind, vermag eine bloß konventionelle Zugehörigkeit zur Kirche wichtige Lebensentscheidungen nicht mehr zu tragen und in Krisen im Ehestand – wie auch im Priester- und Ordensleben – keinen Halt mehr zu bieten. Viele fragen sich: Wie kann ich mich für das ganze Leben an eine einzige Frau bzw. an einen einzigen Mann binden? Wer kann mir sagen, wie es mir in zehn, zwanzig, dreißig, vierzig Jahren in der Ehe gehen wird? Ist eine endgültige Bindung an eine einzelne Person überhaupt möglich? Die vielen ehelichen Gemeinschaften, die heute zerbrechen, verstärken die Skepsis der Jugend gegenüber definitiven Lebensentscheidungen.

Andererseits hat das in der Schöpfungsordnung begründete Ideal der Treue zwischen einem Mann und einer Frau nichts von seiner Faszination verloren, wie aus neueren Umfragen unter jungen Menschen hervorgeht. Die meisten von ihnen sehnen sich nach einer stabilen, dauerhaften Beziehung, wie sie auch der geistigen und sittlichen Natur des Menschen entspricht. Darüber hinaus ist an den anthropologischen Wert der unauflöslichen Ehe zu erinnern: Sie entzieht die Partner der Willkür und der Tyrannei der Gefühle und Stimmungen. Sie hilft ihnen, persönliche Schwierigkeiten durchzustehen und leidvolle Erfahrungen zu überwinden. Sie schützt vor allem die Kinder, die am Zerbrechen der Ehen am meisten zu leiden haben.

Die Liebe ist mehr als Gefühl und Instinkt. Sie ist ihrem Wesen nach Hingabe. In der ehelichen Liebe sagen zwei Menschen wissentlich und willentlich zueinander: nur du – und du für immer. Dem Wort des Herrn “Was Gott verbunden hat…“ entspricht das Versprechen der Brautleute: „Ich nehme dich an als meinen Mann… Ich nehme dich an als meine Frau… Ich will dich lieben, achten und ehren, solange ich lebe, bis der Tod uns scheidet.“ Der Priester segnet den Bund, den die Brautleute miteinander vor Gottes Angesicht geschlossen haben. Wer Zweifel hat, ob das Eheband von ontologischer Qualität ist, möge sich vom Wort Gottes belehren lassen: „Am Anfang hat Gott Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins“ (Mt 19,4-6).

Für Christen gilt, dass die Ehe von Getauften, die in den Leib Christi eingegliedert sind, sakramentalen Charakter hat und damit eine übernatürliche Wirklichkeit darstellt. Ein ernstes pastorales Problem besteht darin, dass manche heute die christliche Ehe ausschließlich mit weltlichen und pragmatischen Kriterien beurteilen. Wer nach dem „Geist der Welt“ (1 Kor 2,12) denkt, kann die Sakramentalität der Ehe nicht begreifen. Dem wachsenden Unverständnis gegenüber der Heiligkeit der Ehe kann die Kirche nicht entsprechen durch pragmatische Anpassung an das vermeintlich Unausweichliche, sondern nur durch das Vertrauen auf „den Geist, der aus Gott stammt, damit wir erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist“ (1 Kor 2,12). Die sakramentale Ehe ist ein Zeugnis für die Macht der Gnade, die den Menschen verwandelt und die ganze Kirche vorbereitet für die heilige Stadt, das neue Jerusalem, die Kirche, die breit ist „wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat“ (Offb 21,2). Das Evangelium von der Heiligkeit der Ehe ist in prophetischem Freimut zu verkünden. Ein müder Prophet sucht in der Anpassung an den Zeitgeist sein Heil, aber nicht das Heil der Welt in Jesus Christus. Die Treue zum Jawort der Ehe ist ein prophetisches Zeichen für das Heil, das Gott der Welt schenkt. „Wer es fassen kann, der fasse es!“ (Mt 19, 12). Durch die sakramentale Gnade wird die eheliche Liebe gereinigt, gestärkt und erhöht. „Diese Liebe, die auf gegenseitiger Treue gegründet und durch Christi Sakrament geheiligt ist, bedeutet unlösliche Treue, die in Glück und Unglück Leib und Seele umfasst und darum unvereinbar ist mit jedem Ehebruch und jeder Ehescheidung“ (Gaudium et spes, Nr. 49). Die Gatten haben kraft des Ehesakramentes an der endgültigen, unwiderruflichen Liebe Gottes teil. Sie können deshalb Zeugen der treuen Liebe Gottes sein, müssen ihre Liebe aber beständig nähren durch ein Leben aus dem Glauben und der Liebe.

Freilich gibt es Situationen – jeder Seelsorger weiß darum –, in denen das eheliche Beisammensein aus schwerwiegenden Gründen, etwa aufgrund von physischer oder psychischer Gewalt, praktisch unmöglich wird. In solchen Härtefällen hat die Kirche immer gestattet, dass sich die Gatten trennen und nicht länger zusammen wohnen. Dabei ist aber zu bedenken, dass das Eheband einer gültigen Ehe vor Gott weiterhin aufrecht bleibt und die einzelnen Partner nicht frei sind, eine neue Ehe zu schließen, solange der Ehepartner am Leben ist. Die Seelsorger und die christlichen Gemeinschaften müssen sich dafür einsetzen, Wege der Versöhnung auch in diesen Fällen zu fördern oder, falls dies nicht möglich ist, den betroffenen Menschen zu helfen, ihre schwierige Situation im Glauben zu bewältigen.

Moraltheologische Anmerkungen

Immer wieder wird vorgeschlagen, man soll wiederverheiratete Geschiedene selber in ihrem Gewissen entscheiden lassen, ob sie zur Kommunion hinzutreten oder nicht. Dieses Argument, dem ein problematischer Begriff von „Gewissen“ zugrunde liegt, wurde bereits im Schreiben der Glaubenskongregation von 1994 zurückgewiesen. Natürlich müssen sich die Gläubigen bei jeder Messfeier im Gewissen prüfen, ob ein Kommunionempfang möglich ist, dem eine schwere nicht gebeichtete Sünde immer entgegensteht. Sie haben dabei die Pflicht, ihr Gewissen zu bilden und an der Wahrheit auszurichten. Dabei hören sie auch auf das Lehramt der Kirche, das ihnen hilft, „nicht von der Wahrheit über das Gute des Menschen abzukommen, sondern, besonders in den schwierigeren Fragen, mit Sicherheit die Wahrheit zu erlangen und in ihr zu bleiben“ (Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis splendor, Nr. 64). Wenn wiederverheiratete Geschiedene in ihrem Gewissen subjektiv der Überzeugung sind, dass eine vorausgehende Ehe nicht gültig war, muss dies objektiv durch die zuständigen Ehegerichte nachgewiesen werden. Die Ehe betrifft nämlich nicht nur die Beziehung zweier Menschen zu Gott, sie ist auch eine Wirklichkeit der Kirche, ein Sakrament, über dessen Gültigkeit nicht der einzelne für sich, sondern die Kirche entscheidet, in die er durch Glaube und Taufe eingegliedert ist. „Wenn die vorausgehende Ehe von wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen gültig war, kann ihre neue Verbindung unter keinen Umständen als rechtmäßig betrachtet werden, daher ist ein Sakramentenempfang aus inneren Gründen nicht möglich. Das Gewissen des einzelnen ist ausnahmslos an diese Norm gebunden“ (Kardinal Joseph Ratzinger, Die Ehepastoral muss auf der Wahrheit gründen: L’Osservatore Romano. Wochenausgabe in deutscher Sprache, 9. Dezember 2011, S. 7).

Auch die Lehre von der Epikie, wonach ein Gesetz zwar allgemein gilt, aber das konkrete menschliche Handeln nicht immer angemessen abdeckt, kann hier nicht angewandt werden, weil es sich bei der Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe um eine göttliche Norm handelt, über die die Kirche keine Verfügungsgewalt hat. Die Kirche hat jedoch – auf der Linie des Privilegium Paulinum – die Vollmacht, zu klären, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit eine im Sinne Jesu unauflösliche Ehe zustande kommt. Sie hat, davon ausgehend, Ehehindernisse festgelegt, Gründe für die Ehenichtigkeit erkannt und ein ausführliches Prozessverfahren entwickelt.

Ein weiterer Vorschlag für die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten plädiert mit dem Argument der Barmherzigkeit. Da Jesus sich selbst mit den Notleidenden solidarisiert und ihnen seine erbarmende Liebe geschenkt habe, sei die Barmherzigkeit ein besonderes Zeichen wahrer Nachfolge. Dies ist richtig, greift aber als sakramenten-theologisches Argument zu kurz. Denn die ganze sakramentale Ordnung ist ein Werk göttlicher Barmherzigkeit und kann nicht mit Berufung auf dieselbe aufgehoben werden. Durch die sachlich falsche Berufung auf die Barmherzigkeit besteht zudem die Gefahr einer Banalisierung des Gottesbildes, wonach Gott nichts anderes vermag, als zu verzeihen. Zum Geheimnis Gottes gehören neben der Barmherzigkeit auch seine Heiligkeit und Gerechtigkeit. Wenn man diese Eigenschaften Gottes unterschlägt und die Sünde nicht ernst nimmt, kann man den Menschen letztlich auch nicht seine Barmherzigkeit vermitteln. Jesus begegnete der Ehebrecherin mit großem Erbarmen, sagte ihr aber auch: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr“ (Joh 8,11). Die Barmherzigkeit Gottes ist keine Dispens von den Geboten Gottes und den Weisungen der Kirche. Sie verleiht vielmehr die Kraft der Gnade zu ihrer Erfüllung, zum Wiederaufstehen nach dem Fall und zu einem Leben in Vollkommenheit nach dem Bild des himmlischen Vaters.

Die pastorale Sorge

Auch wenn eine Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten aus ihrer inneren Natur heraus nicht möglich ist, sind umso mehr die pastoralen Bemühungen um diese Gläubigen geboten, wobei diese auf die offenbarungstheologischen und lehramtlichen Vorgaben der Kirche verwiesen bleiben. Der von der Kirche aufgezeigte Weg ist für die Betroffenen nicht einfach. Sie dürfen aber wissen und spüren, dass die Kirche als Heilsgemeinschaft ihren Weg begleitet. Indem die Partner sich bemühen, die Praxis der Kirche zu verstehen und nicht zur Kommunion zu gehen, legen sie auf ihre Weise Zeugnis für die Unauflöslichkeit der Ehe ab.

Die Sorge um wiederverheiratete Geschiedene darf freilich nicht auf die Frage des Eucharistieempfangs reduziert werden. Es geht um eine umfassendere Pastoral, die versucht, den unterschiedlichen Situationen möglichst gerecht zu werden. Wichtig ist dabei, dass es außer der sakramentalen Kommunion noch andere Weisen der Gemeinschaft mit Gott gibt. Verbindung zu Gott gewinnt man, wenn man sich ihm in Glaube, Hoffnung und Liebe, in Reue und Gebet zuwendet. Gott kann den Menschen auf unterschiedlichen Wegen seine Nähe und sein Heil schenken, auch wenn sie sich in einer widersprüchlichen Lebenssituation befinden. Wie die neueren Dokumente des kirchlichen Lehramts durchgängig unterstreichen, sind die Seelsorger und die christlichen Gemeinden gerufen, die Menschen in irregulären Situationen offen und herzlich aufzunehmen, ihnen einfühlsam und helfend zur Seite zu stehen und sie die Liebe des Guten Hirten spüren zu lassen. Eine in Wahrheit und Liebe gründende Seelsorge wird dafür immer wieder neu die rechten Wege und Formen finden.

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Quelle 

„Der Präfekt hat dem Papst zu dienen“

ARCHIV - Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre, spricht am 30.01.2015 auf dem 10. Semperopernball in der Semperoper in Dresden (Sachsen). (zu dpa "Kampf gegen Missbrauch: Deutscher Kardinal in der Kritik" vom 14.03.2017) Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Ein Gespräch mit Kardinal Gerhard Müller über den Papst, die Kurie, seine Ausscheiden aus der Glaubenskongregation und seine Zukunftspläne. Von Regina Einig

Eminenz, haben Sie den Eindruck, dass die Nichtverlängerung Ihrer Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation von außen instrumentalisiert worden ist, um gegen Papst Franziskus Stimmung zu machen? Von verschiedenen Seiten sicher. Und ein gewisser Teil der Medien, hinter denen bestimmte ideologische Gruppierungen stehen, jubelt, weil er die Rolle des Präfekten völlig falsch einschätzt. Aber der Präfekt hat dem Papst zu dienen in seinem Dienst an der Einheit der Kirche in der Wahrheit des Evangeliums. Deshalb ist es von vorneherein falsch, die Kirche sozusagen in zwei ideologische Flügel aufzuteilen und die eigene Energie darin zu investieren, dass der eine den anderen überwindet.

Was sagen Sie den Ideologen? Wir sind katholisch, und es gibt nicht konservative und progressive Wahrheiten. Die Wahrheit ist die Wahrheit Gottes – und der müssen wir uns stellen, denn die Wahrheit führt uns in die Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes (Röm 8,21).

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Ihrem Nachfolger erlebt? Wir haben die Arbeit in der Glaubens- und Disziplinarabteilung in vollkommener Harmonie ausgeführt. Er ist in seinem theologischen Grundverständnis vom Zweiten Vaticanum, von den Kirchenvätern sowie den großen Theologen des Mittelalters und der Neuzeit geprägt. Wir haben auch die Entwürfe zu Amoris laetitia gemeinsam kommentiert.

Also gibt es zwischen Ihnen keinen Dissens in der Auslegung von Amoris laetitia? Nein. Es ist eigentlich kaum verständlich, dass jemand einen Zweifel daran haben kann, dass die Aussagen eines Papstes immer im Licht und in Konformität mit der Heiligen Schrift, der apostolischen Tradition und den bisherigen Lehrbestimmungen der Päpste und der Konzilien gelesen werden müssen. Sonst steht einer nicht mehr auf dem Boden des katholischen Glaubens. Man lese dazu nur die Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung des II. Vatikanums (Dei Verbum 10).

In der Kurie ist ein Umbau im Gange. Wie beurteilen Sie Stimmen, die sagen, dass die Linien Johannes Pauls II. und Benedikts XVI. verwischt werden sollen? Man sieht allenfalls einige Baustellen, aber welcher Plan dahintersteht, erschließt sich mir bisher nicht. Wichtig ist zu sehen, dass die römische Kurie eine kirchliche Wirklichkeit ist und nicht einfach ein Verwaltungsapparat für eine weltliche Institution (Vgl. das Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe des II. Vatikanums (Christus Dominus 9f). Was Reform heißt, kann einerseits eine strukturelle oder organisatorische Anpassung an die moderne Kommunikation sein. Aber kirchlich betrachtet verstehen wir unter Reform eine innere geistige und geistliche Erneuerung in Christus mit dem Willen, seiner Kirche treu zu dienen.

Täuschen sich diejenigen, die Ihnen Spannungen mit Papst Franziskus nachsagen? Wir Kardinäle dienen der Weltkirche mit dem Papst zusammen unter seiner Leitung. Ich halte es für sehr wichtig, dass sich die Kirche nicht mit politischen Organisationen vergleicht oder wie ein Sozialkonzern oder eine internationale Hilfsorganisation agiert. Sie ist Zeichen und Werkzeug, Sakrament des Heils der Welt in Christus. Die Kirche dient der Wahrheit und steht nicht unter dem Gesetz politischer und ideologischer Machtkämpfe.

Welche Pläne haben Sie für sich nach der Sommerpause? Wie möchten Sie die nächsten Jahre gestalten? Auch wenn ich die alltägliche Arbeit und Verantwortung in der Kongregation nicht mehr habe, bleibe ich Kardinal und Bischof. Bischof, das heißt, dass wir als Diener des Wortes das Evangelium Christi verkünden in der Nachfolge der Apostel und durch unser Gebet die Kirche erbauen. Als Kardinal hat man die besondere Verantwortung auch für die Weltkirche im Senat des Papstes. Insofern wird es inhaltlich nicht anders sein als es auch die Beschreibung der Kongregation ist: den katholischen Glauben zu fördern und zu bewahren in der ganzen Welt. Wie hatte doch damals Kardinal Ratzinger in „Salz der Erde“ geschrieben: „Mir klingen immer die Worte der Bibel wie der Kirchenväter im Ohr, die die Hirten mit großer Schärfe verurteilen, die wie stumme Hunde sind und, um Konflikte zu vermeiden, das Gift sich ausbreiten lassen. Ruhe ist nicht die erste Bürgerpflicht, und ein Bischof, dem es nur darauf ankäme, keinen Ärger zu haben und möglichst alle Konflikte zu übertünchen, ist für mich eine abschreckende Vision.“

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Quelle

Kardinal Müller wirbt für Dialog mit konservativen Kardinälen

Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat neuerlich für einen Dialog mit konservativen Kirchenvertretern in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen geworben. Im Gespräch mit der italienischen Zeitung „il Foglio“ regte Müller ein Treffen mit den Kardinälen Raymond Leo Burke, Walter Brandmüller und Carlo Caffarra an, bei dem offen über die strittigen Themen gesprochen werden solle. Er habe „bis heute nur Schmähungen und Beleidigungen gegen diese Kardinäle gehört“, sagte Müller. Dies sei „weder die Art noch der Ton, um weiterzukommen“. Die drei Genannten sowie der inzwischen verstorbene Kölner Kardinal Joachim Meisner hatten von Papst Franziskus Klarstellungen zu einem möglichen Sakramentenempfang für wiederverheiratete Geschiedene verlangt und Kritik am Papstschreiben „Amoris laetitita“ (2016) geübt.

Müller, bis Anfang Juli Präfekt der Glaubenskongregation, wies eine Kategorisierung in Freund oder Feind des Papstes zurück. „Für einen Kardinal ist es absolut unmöglich, gegen den Papst zu sein“, sagte er. Nichtsdestoweniger hätten Bischöfe „das – ich würde sagen – göttliche Recht, frei zu diskutieren“.

Mit Blick auf die Nichtverlängerung seiner fünfjährigen Amtszeit an der Spitze der Glaubenskongregation sagte Müller, er sei „immer gelassen“ gewesen. Seine Aufgaben habe er über das nötige Maß hinaus erfüllt. Vor allem habe er sich stets loyal gegenüber dem Papst verhalten, „wie es unser Glaube verlangt“. Neben Papsttreue habe er auch theologische Kompetenz eingebracht; darum sei seine Loyalität „nie bloße Lobhudelei“ gewesen.

Papst Franziskus hatte dem 69 Jahre alten deutschen Kardinal kurzfristig bekannt gegeben, dass er seinen Dienstvertrag nicht verlängern werde. Müller will eigenen Angaben zufolge in Rom bleiben und sich der Theologie und der Seelsorge widmen.

(kna 21.07.2017 gs)

Kardinal Müller übt deutliche Kritik an Franziskus

Kurienkardinal Müller kritisiert die Art, wie ihm der Papst sein Aus als Präfekt der Glaubenskongregation mitteilte. Dennoch will sich Müller nicht vor den Karren bestimmter Bewegungen spannen lassen.

Vatikan | Passau – 05.07.2017

Deutliche Kritik an Papst Franziskus hat Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller geäußert. Der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag) sagte er, Papst Franziskus habe ihm die Entscheidung über die Nichtverlängerung seiner Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation am letzten Tag seines Mandats „innerhalb einer Minute mitgeteilt“, ohne Gründe zu nennen. „Diesen Stil kann ich nicht akzeptieren“, sagte Müller. Auch für den Umgang mit Mitarbeitern in Rom müsse die Soziallehre der Kirche gelten.

Auf die Frage nach seinem momentanen Verhältnis zum Papst verwies Müller auf Äußerungen von Franziskus selbst. Dieser habe gesagt, „dass das Verhältnis persönlich immer sehr gut war“. Dies könne er, Müller, bestätigen. „Das gilt auch heute noch.“ Der Papst habe diese Entscheidung getroffen, die ihm auch zustehe. „Ich werde darauf nicht mit irgendwelchen Aktionen antworten.“

Müller: Ich will Polarisierungen verhindern

Er wolle sich nicht „vor den Karren einer papstkritischen Bewegung spannen“ lassen, auch wenn manche daran dächten. „Ich habe als Kardinal weiterhin die Verantwortung, für die Einheit der Kirche zu sorgen und Polarisierungen so weit wie möglich zu verhindern.“

Eine neue konkrete Aufgabe hat Müller nach eigenem Bekunden noch nicht. Dem Papst bot er sich in dem Interview als Vermittler für ein Gespräch mit den drei noch lebenden Kardinälen an, die öffentlich Zweifel an der Ehelehre von Franziskus angemeldet hatten. Der vierte Unterzeichner eines entsprechenden Briefes, Kardinal Joachim Meisner, war am Mittwoch im niederbayerischen Bad Füssing gestorben.

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Die Nachricht machte am Freitagabend die Runde. Papst Franziskus verlängert die Amtszeit von Kardinal Müller als oberstem Glaubenshüter der Kirche nicht. Was hat zur Entscheidung des Papstes geführt?

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Müller sagte, er könnte ein solches Gespräch zwischen den drei Kardinälen und dem Papst moderieren, „weil ich die Kompetenz und auch das Verantwortungsbewusstsein dafür habe“. Der ehemalige Glaubenspräfekt sagte, ihm wäre lieber gewesen, wenn der Brief der Kardinäle mit ihren Zweifeln nicht öffentlich diskutiert worden wäre. Er selbst habe sich „nie auf die eine oder andere Seite geschlagen“, sondern sei immer loyal zum Papst gewesen und wolle es auch in Zukunft bleiben.

Die bisher vorgelegten Interpretationen zum päpstlichen Schreiben „Amoris laetitia“, unter anderem vom Wiener Kardinal Christoph Schönborn und von Kardinal Walter Kasper, bezeichnete Müller als „nicht überzeugend“. Ein großes Symposium „von wirklichen Fachleuten“ könnte aber dafür sorgen, dass der Spagat zwischen Lehre und Pastoral gelinge.

Müller sagte, er habe noch am Dienstagabend, und damit kurz vor dessen Tod – mit Kardinal Meisner telefoniert. „Er sagte mir, dass er sich gesundheitlich gut fühle, zeigte sich aber sehr besorgt über die Situation in der katholischen Kirche“, gibt Müller Meisner wider. Dass der Papst seine Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation nicht verlängert habe, habe Meisner „persönlich bewegt und verletzt“. (KNA)

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Es gibt Unterschiede in den Ansichten von Papst Franziskus und Kardinal Gerhard Ludwig Müller zur Stellung der Kurie. Liegt in ihnen der Grund für das Aus Müllers als Präfekt der Glaubenskongregation?

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