Das heilige Messopfer, die wertvollste Aufopferung des Kostbaren Blutes Jesu Christi

Das heilige Messopfer ist die lebendige Fortsetzung und Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers Christi. Darum strömt auch im Heiligen Messopfer, wie aus frischer Wunde blutend, das Kostbare Blut des Herrn. In diesem Opfer wird das Kostbare Blut in unsere Zeit, in unsere Gemeinde hineingetragen. Nirgends ist das Kostbare Blut so wirklich, so lebendig und so greifbar nahe wie im Opfer der heiligen Messe. Hier können wir es mit den Händen greifen; denn es fließt lebendig im hl. Kelche. Hier können wir es trinken beim Empfange der hl. Kommunion. Weil es hier nun so wirklich gegenwärtig ist, gibt es auch für den himmlischen Vater keine wertvollere Aufopferung des Kostbaren Blutes als die, die wir in Verbindung mit dem hl. Messopfer machen. Der Heilige Vater sagt hierüber: „Wir haben ein mächtiges Mittel, um den religiösen Eifer mehr zu wecken und um dem frevelhaften Treiben der Gotteshasser womit unsere Zeit besudelt wird, einen Damm und ein Heilmittel entgegenzustellen. Was vermöchten nicht unsere Gebete! Was vermöchte nicht die Bitte, die im Namen Christi von einem unschuldigen und reuigen Herz ausgesprochen wird, stark durch die Kraft des Vertrauens, begleitet vom Gefolge guter Werke! „Das Gebet ist die Mauer des Glaubens, unsere Wehr und Waffe gegen den Feind, der uns allenthalben belauert“ (Tertullian). Doch alles, was die religiöse Huldigung und Übung ist, tritt zurück vor dem eucharistischen Opfer, das in unblutiger Weise die blutige Hinopferung Christi am Kreuze fortsetzt und deren reichste Heilsfrüchte den Menschen zuleitet. Da wird der himmlische und ewige Vater geehrt, um Verzeihung gebeten und versöhnt durch das Kostbare Blut des makellosen Lammes, dessen Stimme wirksamer ist als die Stimme des unschuldigen Blutes Abels und aller Gerechten, weil es unendliche Würde und Kraft besitzt; von uns genommen, wird es für uns vom Sohnes Gottes selbst dargebracht, bewirkt es uns Frieden und Versöhnung, schenkt uns unerschöpflich jegliche himmlische Gabe.

„Wenn durch unsere Schulden wir reizen
unseres Richters Rachestrahl,
möge uns dann Schutz verleihen,
dieses Heiligen Blutes Ruf;
und es möge von uns weichen
aller drohenden Übel her.“

(Aus dem Hymnus des Festes vom kostbaren Blute)

Als wahrer Sühneopfer wird es auch dargebracht „für die Sünden, Strafen, Genugtuung und die übrigen Nöte.“ (Konzil von Trient). Wenn also die Gottesleugnung und der Hass gegen Gott eine ungeheure Schuld ist, wodurch das gegenwärtige Jahrhundert entstellt wird und weswegen es nicht ohne Grund erschreckende Strafen zu fürchten hat, so können wir durch das Bad des Blutes Christi, dass der Kelch des neuen Bundes enthält, den entsetzlichen Frevel gutmachen, dessen Folgen nacherlangter Verzeihung für die Schuldigen beseitigen und der Kirche einen herrlichen Triumph bereiten (aus der Apostolischen Mahnung des Papstes Pius XII. an die Bischöfe der ganzen Welt am 11. Februar 1949).

Nehmen wir deshalb recht oft am Heiligen Messopfer teil. Wir werden nicht nur für uns grossen Nutzen daraus ziehen, sondern wir erweisen dadurch der menschlichen Gesellschaft den grössten Dienst und bewahren sie vor dem völligen Untergang.

Du hast uns erlöst, oh Herr, in deinem Blute!

KARDINAL MÜLLER: PRIESTER SIND VERPFLICHTET, BISCHÖFEN ZU WIDERSTEHEN, DIE PROTESTANTEN ZUR KOMMUNION ZULASSEN WOLLEN

Er sagt, sie gehorchten denjenigen Prälaten zurecht nicht, die eine offene Kommunion anordnen.

ROM ( ChurchMilitant.com ) – Kardinal Gerhard Müller spricht sich gegen Bischöfe aus, die ihren Priestern befehlen, Protestanten zur Kommunion zuzulassen.

Müller, ehemaliger Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, betonte, dass Kleriker verpflichtet seien, solche Anordnungen abzulehnen, und sagte, dass sie Bischöfen „zu Recht nicht gehorchen“, die solche Handlungen anordnen.

Die Aussagen des Kardinals folgen auf eine verfehlte Äußerung des deutschen Bischofs Felix Genn, Leiter der Diözese Münster. Am 20. November veröffentlichte Genn einen pastoralen Leitfaden mit neuen Richtlinien, die von den deutschen Bischöfen anfangs dieses Jahres eingeführt wurden und den protestantischen Ehepartnern der Katholiken die Tür zur Kommunion öffnen. Im Münsterführer stimmte Bischof Genn den neuen Richtlinien zu und sagte: „Als pastorale Verwalter haben wir nicht das Recht, den Zugang zur Eucharistie zu erlauben oder zu verweigern. Es ist strikt unvereinbar, die heilige Kommunion zu verweigern.“

In einer Erklärung, die LifeSiteNews bereitgestellt wurde, warnte Kardinal Müller, dass jeder Prälat, der die Häresie propagiert, seine eigene Autorität untergräbt: „Die Bischöfe würden ihre Autorität untergraben, wenn sie Gehorsam gegenüber Verstößen gegen das natürliche Sittengesetz und falsche Lehren in Doktrinär- und Moralfragen fordern“, sagte Müller. In solchen Fällen fügte er hinzu: „ist jeder Katholik, und besonders jeder Pfarrer, – wie der heilige Paulus gegenüber dem heiligen Petrus – verpflichtet, ihm ins Angesicht zu widersprechen, weil er beschuldigt werden musste.“

Kardinal Müller bekräftigte, dass kein Priester einer Anordnung zur Annahme von Protestanten oder anderen Nichtkatholiken zur Heiligen Kommunion gehorchen muss. Stattdessen, so Müller, sei es seine Pflicht, „die Sakramentalität der Kirche“ nicht zu verletzen.

„Offensichtlich verlangte der ehemalige Erzbischof von Washington, McCarrick, von Seminaristen und Priestern unmoralische Handlungen, indem er seine Macht missbrauchte, um Menschen zu belohnen oder zu bestrafen“, bemerkte Müller. „Es wäre genauso schlimm, wenn ein Bischof durch Berufung auf ‚religiösen Gehorsam‘, den ihm die Priester und Gläubigen seiner Diözese schulden, eine von der Wahrheit der Evangelien abweichende Verkündigung und Seelsorge von ihnen fordern würde.“

Die heilige Kommunion kann nur von einem getauften Christen, der in vollem Umfang mit der katholischen Kirche in ihrem Glaubensbekenntnis (= Lehre), ihren Sakramenten, dem Papst und den Bischöfen steht, würdig empfangen werden.

„Einige Bischöfe sind liberal“, stellte der Kardinal fest, „das heißt, in der Doktrin nachsichtig und gleichgültig, ja nahezu relativistisch, während sie gleichzeitig hyperautoritär gegen orthodoxe Katholiken vorgehen und nur Drohungen umsetzen und Strafen verfügen können.“

Kardinal Müller führte diese Abweichung von der Doktrin auf die „Säkularisierung der Kirche“ zurück, ein Prozess, bei dem die Opfer vor dem Eingriff in die Häresie geblendet werden und ihre Fähigkeit, den Glauben zu verteidigen untergraben wird. Er bekräftigte, dass „die heilige Kommunion nur von einem getauften Christen, der in vollem Umfang mit der katholischen Kirche in ihrem Glaubensbekenntnis (= Lehre), ihren Sakramenten, dem Papst und den Bischöfen steht, würdig empfangen werden kann.“

Bischof Felix Glenn, Bistum Münster

„Die deutschen Bischöfe“, fuhr Müller fort, „mit ihrer in theologisch mangelhafte Weise aufgearbeiteten Handreichung über die Kommunion für protestantische Ehepartner – überschritten damit eindeutig ihre Amtskompetenz, wie die Kongregation für den Glauben mit Zustimmung von Papst Franziskus feststellte .“

„Es kann nicht dem Gewissen des katholischen Gläubigen oder nicht-katholischen Christen überlassen werden, ob er/sie die heilige Kommunion im katholischen Sinne empfangen möchte“, fügte er hinzu, „oder der heiligen Kommunion eine lutherische oder humanistische Bedeutung gibt (das heißt das, was ein Gemeinschaftsgefühl fördert).“

Ein Priester, betonte der Kardinal, „ist nicht durch das göttliche Gesetz verpflichtet, die heilige Kommunion einem Nichtkatholiken darzureichen, und er kann jedenfalls nicht an eine bischöfliche Ordnung gebunden sein – rein nach kirchlichem Recht –, eine Tat zu begehen, die gegen die Sakramentalität der Kirche verstößt und sie verschleiert. “

„Ein Bischof, der Priester bestraft, die in diesem Fall zu Recht ungehorsam sind“, fügte er hinzu, „missbraucht dadurch seine apostolische Autorität auf schwerwiegende Weise und muss sich vor einem höheren kirchlichen Gericht des Papstes dafür verantworten.“

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Quelle

Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS]

Siehe auch:

Nein zu „Vertuschung“: Predigt des Papstes in Ostia (voller Wortlaut)

Franziskus in Ostia

Papst Franziskus hat in der römischen Hafenstadt Ostia dazu aufgerufen, „die Mauern der Gleichgültigkeit und der Vertuschung niederzureißen“ und den Weg der „Legalität“ einzuschlagen. In seiner Predigt am Sonntagabend spielte er auf die Mafia-Probleme in Ostia an.

„Ihr habt schmerzliche Situationen erlebt; der Herr will euch nahe sein“, sagte Franziskus wörtlich. Wir dokumentieren hier die Predigt des Papstes bei der Messe in ihrer amtlichen Übersetzung.

„Im Evangelium, das wir gehört haben, wird vom Letzten Abendmahl berichtet, aber überraschenderweise liegt die Aufmerksamkeit mehr auf den Vorbereitungen als auf dem Abendmahl selbst. Es wiederholt sich mehrfach das Wort „vorbereiten“. Die Jünger fragen zum Beispiel: »Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?« (Mk 14,12). Jesus schickt sie mit genauen Angaben zur Vorbereitung und sie finden »einen großen Raum […], der schon für das Festmahl hergerichtet und mit Polstern ausgestattet« (V. 15) ist. Die Jünger gehen, um vorzubereiten, aber der Herr hatte schon vorbereitet.

Etwas Ähnliches geschieht nach seiner Auferstehung, als Jesus den Jüngern zum dritten Mal erscheint: Während sie fischen, erwartet er sie am Ufer, wo er schon Brot und Fisch für sie vorbereitet. Aber zugleich bittet er seine Jünger, etwas von dem Fisch herbeizubringen, den sie soeben gefangen haben und von dem er selbst gesagt hatte, wie sie ihn fischen sollten (vgl. Joh 21,6.9-10). Auch hier bereitet Jesus im Voraus vor und bittet die Seinen mitzuwirken. Noch einmal hatte Jesus kurz vor Ostern zu seinen Jüngern gesagt: »Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten […], damit auch ihr dort seid, wo ich bin« (Joh 14,2.3). Jesus ist derjenige, der vorbereitet, der gleiche Jesus, der wie vor seinem Hinübergang mit deutlichen Ermahnungen und Gleichnissen jetzt auch uns bittet, uns bereit zu halten (vgl. Mt 24,44; Lk 12,40).

Eucharistie ist die Reservierung des Paradieses

Jesus bereitet also für uns vor und bittet auch uns, vorzubereiten. Was bereitet er für uns vor? Einen Platz und eine Speise. Einen Platz, der viel würdiger ist als der „große hergerichtete Raum“ aus dem Evangelium. Es ist unser geräumiges und großes Haus hier unten, die Kirche, wo es Platz für alle gibt und geben muss. Aber er hat uns auch einen Platz dort oben, im Paradies, bereitet, um für immer mit ihm zusammen und miteinander verbunden zu sein. Außer dem Platz bereitet er uns eine Speise, ein Brot, das er selbst ist: »Nehmt, das ist mein Leib« (Mk 14,22). Diese zwei Gaben, der Platz und die Speise, sind das, was wir zum Leben brauchen. Sie sind die endgültige Kost und Wohnung. Beide werden uns in der Eucharistie gegeben: Kost und Wohnung.

Da bereitet uns Jesus einen Platz hier unten, weil die Eucharistie das schlagende Herz der Kirche ist, sie bringt sie wieder und wieder hervor, sie versammelt sie und gibt ihr Kraft. Aber die Eucharistie bereitet uns auch einen Platz dort oben, in der Ewigkeit, weil sie das Brot vom Himmel ist. Sie kommt von dort, sie ist die einzige Materie auf dieser Erde, die wahrhaft den Geschmack der Ewigkeit trägt. Sie ist das Brot der Zukunft, das uns schon jetzt eine Zukunft vorauskosten lässt, die unendlich größer ist als jede beste Erwartung. Sie ist das Brot, das unsere größten Erwartungen stillt und unserer schönsten Träume nährt. Sie ist mit einem Wort das Unterpfand des ewigen Lebens: nicht nur eine Verheißung, sondern ein Unterpfand, also eine konkrete Vorwegnahme dessen, was uns geschenkt werden wird. Die Eucharistie ist die „Reservierung“ des Paradieses; sie ist Jesus, Wegzehrung auf unserem Weg zum glückseligen Leben, das niemals enden wird.

“ Seien wir unersättlich! ”

In der verwandelten Hostie bereitet uns Jesus über den Platz hinaus die Speise, die Nahrung. Im Leben müssen wir uns beständig ernähren, und dies nicht nur durch Nahrungsmittel, sondern auch durch Vorhaben und Gefühle der Zuneigung, durch Sehnsüchte und Hoffnung. Wir hungern danach, geliebt zu werden. Aber die willkommensten Komplimente, die schönsten Geschenke und die fortschrittlichsten Technologien genügen nicht, sie sättigen uns nie zur Gänze. Die Eucharistie ist eine einfache Nahrung wie das Brot, aber sie ist das einzige, das sättigt, weil es keine größere Liebe gibt. Dort begegnen wir Jesus wirklich, wir nehmen an seinem Leben teil, wir spüren seine Liebe. Dort kannst du erfahren, dass sein Tod und seine Auferstehung für dich sind. Und wenn du Jesus in der Eucharistie anbetest, empfängst du von ihm den Heiligen Geist und du findest Frieden und Freude. Liebe Brüder und Schwestern, wählen wir diese Speise des Lebens: Setzen wir die Messe an die erste Stelle, entdecken wir die Anbetung in unseren Gemeinschaften neu! Bitten wir um die Gnade, nach Gott zu hungern, und seien wir unersättlich nach dem, was er für uns bereitet.

Verlassene Tabernakel

Aber Jesus bittet heute auch uns wie die Jünger damals, vorzubereiten. Fragen wir ihn wie die Jünger: »Herr, wohin sollen wir gehen, um vorzubereiten?“. Wohin: Jesus bevorzugt nicht exklusive oder ausschließende Orte. Er sucht Orte, die von der Liebe nicht erreicht und von der Hoffnung nicht berührt wurden. Zu diesen unbequemen Orten möchte Jesus gehen und er bittet auch uns, für ihn die Vorbereitungen zu treffen. Wie viele Personen sind eines würdigen Ortes zum Leben und der Speise zum Essen beraubt! Aber wir alle kennen einsame, leidende, bedürftige Personen: Sie sind verlassene Tabernakel. Wir, die wir von Jesus Kost und Logis erhalten, sind hier, um diesen schwächsten Brüdern einen Platz und Speise zu bereiten. Er ist für uns zum gebrochenen Brot geworden; er bittet uns, dass wir uns den anderen schenken, nicht mehr für uns selbst zu leben, sondern füreinander. So lebt man eucharistisch, indem man die Liebe, die wir aus dem Fleisch des Herrn schöpfen, in die Welt ausgießen. Die Eucharistie übersetzt sich ins Leben, wenn wir vom Ich zum Du übergehen.

“ Die Mauern der Vertuschung niederreißen ”

Die Jünger, sagt das Evangelium weiter, bereiteten das Abendessen vor, nachdem sie »in die Stadt gekommen waren« (V. 16). Der Herr ruft uns auch heute, sein Kommen vorzubereiten, nicht indem wir draußen, in der Ferne bleiben, sondern indem wir in unsere Städte eintreten. Auch in dieser Stadt, deren Namen „Ostia“ gerade den Eintritt, die Tür in Erinnerung ruft. Herr, welche Türen willst du, dass wir sie hier für dich öffnen? Welche Gitter rufst du uns weit zu öffnen, welche verschlossenen Zugänge müssen wir überwinden? Jesus wünscht, dass die Mauern der Gleichgültigkeit und der Vertuschung niedergerissen werden, die Gitterstäbe der Gewalttaten und Anmaßung entfernt, die Wege der Gerechtigkeit, des Anstands und der Legalität geöffnet werden. Der weitläufige Strand dieser Stadt ruft uns die Schönheit in Erinnerung, sich zu öffnen und auf das Meer das Lebens hinauszufahren. Um aber dies zu tun, ist es notwendig, jene Knoten zu lösen, die uns an die Leinen der Angst und der Beklemmung binden. Die Eucharistie lädt dazu ein, sich von der Welle Jesu mitreißen zu lassen, nicht mit Ballast beladen am Strand zurückzubleiben in der Erwartung, dass etwas kommt, sondern frei, mutig und vereint in See zu stechen.

Die Jünger, so schließt das Evangelium, gingen »nach dem Lobgesang zum Ölberg hinaus« (V. 26). Am Ende der Messe werden auch wir hinausgehen. Wir werden mit Jesus gehen, der durch die Straßen dieser Stadt ziehen wird. Er wünscht, in eurer Mitte zu wohnen. Er will euch in euren Lebenslagen besuchen, in die Häuser eintreten, seine befreiende Barmherzigkeit anbieten, segnen, trösten. Ihr habt schmerzliche Situationen erlebt; der Herr will euch nahe sein. Öffnen wir ihm die Türen und sagen wir zu ihm:

Komm, Herr, kehre bei uns ein.
Wir nehmen dich in unseren Herzen auf,
in unseren Familien, in unseren Städten.
Danke, dass du uns die Speise des Lebens bereitest
und einen Platz in deinem Reich.
Mache uns rührig in der Vorbereitung und
lasse uns deine freudigen Träger sein, der du der Weg bist,
um Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden
in unsere Straßen zu bringen. Amen.“

(vatican news – sk)

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Eucharistie-Streit: Kardinal Eijk will Klarheit vom Papst

Die deutschen Bischöfe sollen den Kommunion-Streit selbst lösen, sagt der Vatikan. Kardinal Willem Jacobus Eijk nannte das „unverständlich“. Noch schärfere Worte wählte aber Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

Der niederländische Kardinal Willem Jacobus Eijk wünscht sich in der Debatte über den Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner mehr Klarheit von Papst Franziskus. Die an eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz gerichtete Vatikan-Erklärung vom vergangenen Donnerstag kritisierte er in einem Beitrag für die US-Zeitung „National Catholic Register“ (Montag) als „völlig unverständlich“. Und das, obwohl die kirchenrechtlichen Vorgaben eindeutig seien, so der Erzbischof von Utrecht.

Ein Zugang zu den Sakramenten der katholischen Kirche sei nichtkatholischen Christen demnach „nur in Notfällen“ möglich – besonders dann, wenn Lebensgefahr bestehe, schrieb Eijk. Eine Interkommunion komme im Grunde nur mit orthodoxen Christen infrage, weil die Sakramentenlehre der Ostkirchen jener der katholischen Kirche entspreche. Das sei bei deutschen Protestanten jedoch nicht der Fall.

Vatikan hatte den Konflikt an die deutschen Bischöfe zurückverwiesen

Die deutschen Bischöfe hatten bei ihrer Frühjahrsvollversammlung im Februar eine bisher noch nicht veröffentlichte Handreichung für konfessionsverbindende Ehen mit Zwei-Drittel-Mehrheit verabschiedet. Darin soll der Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner in begründeten Einzelfällen zugelassen werden. Sieben Bischöfe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hatten inhaltliche und formale Bedenken gegen das Dokument angemeldet und sich an den Vatikan gewandt. Unter anderem ging es um die Auffassung, eine Lösung für diese Frage könne nur auf weltkirchlicher Ebene gefunden werden.

Der Vatikan wies den Konflikt am Donnerstag allerdings an die deutschen Bischöfe zurück. Papst Franziskus ersuche sie, „im Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Regelung zu finden“, hieß es in einer Erklärung nach einem Gipfeltreffen vatikanischer Behördenleiter und deutscher Bischöfe.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Porträt
Kardinal Gerhard Ludwig Müller hatte die Vatikan-Erklärung bereits am Freitag als „armselig“ bezeichnet.

 KNA/Harald Oppitz

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller hatte die Vatikan-Erklärung bereits am Wochenende als „armselig“ bezeichnet. Sie gebe keine Antwort auf die Kernfrage, nämlich dass es „keine sakramentale Gemeinschaft ohne kirchliche Gemeinschaft“ geben könne, sagte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation dem Magazin „National Catholic Register“. Der Papst und die Glaubenskongregation hätten „ganz klare Orientierung“ zu geben, nicht qua „persönlicher Meinung, sondern gemäß dem überlieferten Glauben“.

Müller warnte vor Übertragung von lehrmäßigen Kompetenzen

Müller warnte vor einer Übertragung von lehrmäßigen Kompetenzen auf nationale oder regionale Bischofskonferenzen. „Dem müssen wir widerstehen“, so der deutsche Kardinal. Bischofskonferenzen seien von „sekundärer Bedeutung“ für den Papst. Es sei unmöglich, dass Bischöfe mit Mehrheiten über Angelegenheiten der katholischen Lehre abstimmten. Wenn das Prinzip der Einheit von sakramentaler Gemeinschaft und kirchlicher Gemeinschaft zerstört werde, „wird die katholische Kirche zerstört“, so Müller. Er forderte alle Bischöfe und auch die Glaubenskongregation auf, „ihre Pflicht zu tun und den Glauben zu erklären, zu verteidigen und voranzubringen“.

Die Mehrheit der deutschen Bischöf betont dagegen, dass es sich bei ihrem Schreiben um eine „Pastorale Handreichung“ und nicht um einen Lehrtext handele. Mit der Orientierungshilfe bewege man sich „im Rahmen der gegenwärtigen theologischen und kirchenrechtlichen Möglichkeiten“, schrieb etwa Ökumene-Bischof Gerhard Feige. Mit dem Text werde keine generelle Zulassung oder offene Einladung zum Kommunionempfang ausgesprochen. Daher sei auch keine Rückbindung an Rom erforderlich. (bod/KNA)

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Quelle

Cardinal Müller on Intercommunion Meeting: ‘More Clarity and Courage’ Needed

Cardinal Gerhard Müller. (Edward Pentin photo)

The former CDF prefect views the statement on the meeting about Holy Communion for some Protestant spouses as ‘very poor,’ and calls on bishops and cardinals to ‘raise their voices.’

Edward Pentin

Yesterday’s crucial meeting went quicker than expected, lasting a little over two hours, but the outcome pleased none of those who took part, and will have far reaching consequences for the Church, sources close to the talks have told the Register.

Cardinal Reinhard Marx, president of the bishops’ conference, arrived at the May 3 meeting in the Holy Office at 4pm, along with two allied bishops and Jesuit Father Hans Langendörfer, secretary of the German bishops’ conference, confidently expecting to be able to influence the proceedings in his favor.

Summoned to the Vatican meeting by the Pope last month, the cardinal archbishop of Munich hoped to win the Pope’s backing, and thereby persuade two opposing bishops and senior Vatican officials to support a highly contentious German bishops’ pastoral proposal to allow Protestant spouses in some cases to receive Holy Communion.

The so-called “pastoral handout,” which German bishops overwhelmingly voted for in February, proposed that a Protestant spouse could receive the Eucharist after having made a “serious examination” of conscience with a priest or another person with pastoral responsibilities, and “affirms the faith of the Catholic Church,” wishes to end “serious spiritual distress,” and has a “longing to satisfy a hunger for the Eucharist.”

Proponents said it would help to resolve the suffering of some Protestant spouses unable to receive Holy Communion with their Catholic wives or husbands. Critics called it a “rhetorical trick” that wrongly sought to redefine the sacraments as a means of alleviating mental distress and satisfying spiritual needs.

Criticism heightened after seven German bishops wrote to the Vatican March 22 to protest the move, arguing that the proposal is “not right” as it touches on “the faith and unity of the Church which is not subject to a vote,” and asking for four areas to be clarified.

Two of the seven, Cardinal Rainer Woelki of Cologne and Bishop Rudolf Voderholzer of Regensburg, arrived at the May 3 meeting hopeful that, given what many considered to be serious doctrinal flaws in the document — and which reliable sources say was opposed by Benedict XVI — would be thrown out by the Pope, or completely revised.

Postman Prefect

But to the surprise of many, neither happened. After both sides made their case, Archbishop Luis Ladaria, prefect of the CDF, relayed to the participants that Pope Francis appreciated the “ecumenical commitment of the German bishops and asks them to find, in a spirit of ecclesial communion, a unanimous result, if possible.”

In comments to the Register May 4, Cardinal Gerhard Müller, prefect emeritus of the Congregation for Doctrine of the Faith, expressed his disappointment with the outcome, saying the statement was “very poor” as it contained “no answer to the central, essential question.” It is not possible, he stressed, to be in “sacramental communion without ecclesial communion.”

For the good of the Church, he added, a “clear expression of the Catholic faith” is needed, for the Pope to “affirm the faith,” especially the “pillar of our faith, the Eucharist.” The Pope and the CDF, he went on, are supposed to “give a very clear orientation” not through “personal opinion but according to the revealed faith.”

A source close to the two bishops opposed to the proposal told the Register May 4 that the “official answer is that there is no answer.” The Holy Father, he said, had “failed to fulfil his obligation as pope regarding a question of dogma which his office must decide.”

The Pope “refused” to take a line, he stressed, “and the CDF was left to act as a postman, not to affirm the faith, but to announce this information.” The dicasteries, he said, “are useless” if all will be given over to bishops’ conferences to decide. He acknowledged that the term “unanimity” is not properly defined in this context, but expects Cardinal Marx to somehow seek to reduce the number of bishops opposed to the proposal in order to attain the unanimous requirement for it to go forward.

“Our job now is to strengthen the seven bishops, to strengthen our priests in the argumentation” the source said. “It’ll be a long fight and over the next six months, this is what we’ll be dedicating ourselves to.”

But Cardinal Marx and the German bishops’ conference were also said to be disappointed. The meeting was held in the Congregation for the Doctrine of the Faith, indicating that the Vatican sees this as a doctrinal matter, not simply one of pastoral practice that Cardinal Marx tried to argue it was (he insisted in February it was a “pastoral handout” and not intended to “change any doctrine”).

More significantly, the proposal’s proponents failed to obtain the Pope’s ringing endorsement. Instead, consistent with his wish expressed in his first apostolic exhortation Evangelii Gaudium, Francis is pressing on in his efforts to decentralize the Church’s governance by giving more “doctrinal authority” to bishops’ conferences. He is, therefore, putting the ball back in the court of the German bishops.

“In a way it amounts to a refusal [of the proposal],” said German Church commentator, Mathias von Gersdorf. “It sounds something like this: You [Cardinal Marx] have created a huge problem. Look to yourself to try and get out of it. And if that doesn’t lead to unanimity, so the problem is resolved.”

Marx’s Lost Battle

Also disappointing for Cardinal Marx’s party was the opposition they encountered during the meeting from Cardinal Kurt Koch, president of the Pontifical Council for Promoting Christian Unity. The Swiss cardinal, who was not notified of the proposal before or after it was voted upon, showed himself to be sympathetic to the seven bishops’ concerns.

The disillusionment on the part of the German bishops’ conference was also evident when, after the meeting, its spokesman, Matthias Kopp, said it would be holding no press conference, nor issuing statements or interviews. “It was a lost battle for them, though not a lost war,” said the source close to the talks. “Kopp doesn’t want to speak about a lost battle.”

But the seven bishops and their allies have the greater concerns. Although they believe the meeting could have gone “much worse,” according to the source close to the talks, and the proposal cannot be published as a handout as the German bishops’ conference intended, they see this as an “ecclesiological revolution.”

“The real problem is not the issue itself, but the refusal of the Pope to carry out his obligation as Peter, and this could have heavy consequences,” the source said. “Peter is no longer the rock he was, instead the shepherd is saying to the sheep: ‘Go and look for yourself for something to eat.’”

He foresaw a similar process being adopted to introduce such novelties as married clergy, and that the general drift towards decentralization of doctrine will make the Church more closely resemble the Anglican Communion.

Cardinal Müller, referring to Lumen Gentium, reminded that bishops’ conferences have a “secondary importance” to the Pope, and it is not possible for them to vote unanimously on a matter of doctrine that would contradict “basic elements” of the Church. “We must resist this,” he said, and warned that if the principle of Catholic identity consisting of both sacramental and ecclesial communion is destroyed, “then the Catholic Church is destroyed.” The Church, he stressed, “is not a political actor.”

“I hope more bishops will raise their voices and do their duty,” Cardinal Müller said. “Every cardinal has a duty to explain, defend, promote the Catholic faith, not according to personal feelings, or the swings of public opinion, but by reading the Gospel, the Bible, Holy Scripture, the Church fathers and to know them. Also the Councils, to study the great theologians of the past, and be able to explain and defend the Catholic faith, not with sophistic arguments to please all sides, to be everyone’s darling.”

Going forward, Cardinal Müller regretfully predicted the matter will “continue without the clear necessity for a declaration about the Catholic faith.”

He said bishops must “continue explaining the faith” and he hoped the CDF would fulfil its role, not only as mediators of the different groups, but in leading the magisterium of the Pope.

“More clarity and courage must be encouraged,” he said.

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Quelle

Bischof Rudolf Voderholzer zur Frage des Kommunionempfangs evangelischer Ehepartner  

Die gemeinsame Sehnsucht nach Einheit wach halten –

Respekt vor dem Glauben des Anderen.

  

Herr Bischof Rudolf, wie fühlen Sie sich als „Ewiggestriger“ oder gar als „Antiökumeniker“ – Etiketten, die Ihnen und Ihren sechs bischöflichen Mitbrüdern in den Medien aber auch innerkirchlich angeheftet worden sind?

Ich bedauere, dass die öffentliche Diskussion in der seelsorgerlich wichtigen Frage des Kommunionempfangs des evangelischen Ehepartners durch ein solches Vokabular bestimmt wird. Mir ist es wichtig, die Menschen ernst zu nehmen und ihnen den Glauben der Kirche zu verkünden, und zwar so, dass sie sich darauf verlassen können, dass es richtig und gut ist.

Den sieben Bischöfen wurde öffentlich vorgeworfen, sie hätten am Vorsitzenden der Bischofskonferenz und der Mehrheit der Bischöfe geradezu verschwörerisch und konspirativ vorbei gehandelt, als Sie ihren Brief nach Rom mit der Bitte um Klärung in dieser Frage gesandt haben. Was sagen Sie dazu? Wie kam es zu diesem gemeinsamen Brief?

Auf den beiden letzten Frühjahrsvollversammlungen der deutschen Bischöfe haben wir die Frage der Zulassung evangelischer Ehepartner zur Kommunion offen und auch kontrovers diskutiert. Wir haben dies stets in einer mitbrüderlichen Atmosphäre getan. Ein echtes pastorales Ringen war bei allen Bischöfen deutlich zu erkennen. Doch am Ende kam es in dieser Frage zu keiner Einmütigkeit. Es blieb ein Dissens bestehen.

Ich halte dies aber nicht von vorneherein für schlecht. Es ist ein Ausdruck unserer gemeinsamen Wahrhaftigkeit, dass wir keinen unehrlichen Kompromiss anstrebten. Es gilt vielmehr auch die andere Position eines Mitbruders auszuhalten. Das verlangt der Respekt voreinander. Entscheidend freilich ist, dass wir im Einklang mit den anderen Bischofskonferenzen der Weltkirche handeln möchten. In einer so wichtigen, den Glauben betreffenden Frage wollen wir keinen Alleingang machen. Das verlangt die Kollegialität und die Solidarität über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Sieben Diözesanbischöfe und sechs Weihbischöfe stimmten am Ende gegen den Text. Das sind viele Gegenstimmen bei einer Frage, die eigentlich Einstimmigkeit erfordert. Wir haben uns dann entschieden, uns – im Hinblick auf die Einmütigkeit mit der Universalkirche – an Rom zu wenden, wie es jedem Bischof selbstverständlich immer möglich ist. Eine Kopie des Briefes haben wir – persönlich/vertraulich – an Kardinal Marx als den Vorsitzenden der Bischofskonferenz gesandt, um ihn über den Inhalt zu informieren.

Herr Bischof, wenden wir uns den theologischen Gründen zu: Viele Gläubige sind verunsichert, nicht selten aufgebracht: Wie können diese sieben Bischöfe so hartherzig sein? Wie kann man evangelischen Ehepartnern die Kommunion verweigern – sie ausschließen? Könnten Sie Ihre theologischen Gründe und Ihren Standpunkt in dieser Frage näher erörtern?

Lassen Sie mich zunächst zwei Vorbemerkungen machen: Ich verstehe die Ökumene als einen Grundauftrag Christi selbst. Im Johannesevangelium spricht Jesus zum Vater: „Sie sollen eins sein, wie wir eins sind. … So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17, 22b-23). Diesem Grundauftrag Christi müssen wir treu bleiben. Es geht nicht um die Frage: Ökumene: ja oder nein, sondern um den Weg der Ökumene, den Weg zur Einheit. Nach dieser Einheit sehnen wir uns alle – auch ich!

Lassen Sie mich noch ein Zweites voraus schicken: Ich weiß um die Nöte und Probleme, die gerade auch in der Glaubenserziehung der Kinder in konfessionsverschiedenen Ehen auftreten, aber auch im religiösen Leben der Ehepartner entstehen. Ich weiß auch um die Spannungen, die daraus erwachsen und zu Verwundungen führen können. Ich kenne dies aus Gesprächen mit Menschen in dieser Situation und erlebe dies auch in meinem familiären Umfeld. Das nimmt mich als Bischof auch mit.

Es geht mir daher mit dem Brief, den ich mit meinen Mitbrüdern verfasst habe, darum, nach einem Weg zu suchen, der die Not der Menschen ernst nimmt und gleichzeitig Hilfen anbietet. Wir sind aber der Meinung, dass die von der Mehrheit der DBK angestrebte „Handreichung“, die dem evangelischen Ehepartner den Kommunionempfang ermöglicht, nicht die Probleme und Nöte löst. Sie wird auch der Bedeutung des Sakraments der Eucharistie in der katholischen Kirche nicht gerecht. Ferner berücksichtigt die „Handreichung“ nicht ausreichend das unterschiedliche Glaubensverständnis der einzelnen Konfessionen hinsichtlich der Eucharistie auf der einen und des Abendmahls auf der anderen Seite.

In der Frage der Ökumene müssen wir nicht zuletzt auch die Sicht der Ostkirchen berücksichtigen. Dort wird der Zusammenhang zwischen Kirchengemeinschaft und Eucharistiegemeinschaft noch tiefer gesehen als in der Westkirche. Wenn die katholische Kirche diese Sicht verdunkelt, vergrößert sie erheblich den Graben zu den orthodoxen Kirchen.

Aber sind „Abendmahl“ und „Eucharistiefeier“ nicht doch im letzten ein und dasselbe?

Über das protestantische Selbstverständnis des „Abendmahls“ ist es schwer, von katholischer Seite letztverbindlich Auskunft zu geben. Da gibt es zwischen den einzelnen Gemeinschaften selbst noch einmal Unterschiede, wenngleich sich die verschiedenen Gemeinschaften seit einiger Zeit gegenseitig Abendmahlsgemeinschaft gewähren. Wenn man die Texte studiert, stellt man freilich fest, dass dem Abendmahl nirgendwo eine so bedeutende Rolle zukommt wie der Eucharistiefeier auf katholischer Seite. Wer den Wortgottesdienst feiert, hat schon die höchste Form der Gottesbegegnung, über die hinaus das Abendmahl keinen Mehrwert darstellt (Vgl. EKD – Der Gottesdienst. Eine Orientierungshilfe zu Verständnis und Praxis des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche, 2009, S. 40). Entsprechend selten wird das Abendmahl gereicht, im Durchschnitt einmal im Monat. In der katholischen Kirche feiern wir nicht nur selbstverständlich an jedem Sonntag und an jedem Feiertag die Eucharistie, sondern sogar täglich.

Was die katholische Sicht betrifft, so ist besonders wichtig, dass die Heilige Messe nicht die Wiederholung des Abendmahles Jesu mit seinen Jüngern ist, sondern die Feier seines Todes und seiner Auferstehung, die Vergegenwärtigung seines Kreuzesopfers.

Warum ist es evangelischen Gläubigen verboten, in der katholischen Kirche die Kommunion zu empfangen?

Der Begriff „Verbot“ ist ganz unangemessen. Es geht darum, den eigenen Glauben und das Bekenntnis des anderen ernst zu nehmen. Wer in der katholischen Kirche die Eucharistie empfängt, bejaht den Glauben bezüglich der Eucharistie.

Und was heißt das genauer? 

Da ist zunächst die Glaubensüberzeugung von der realen und bleibenden Gegenwart Jesu Christi in den eucharistischen Gestalten. Doch darauf beschränkt sich der Eucharistieglauben nicht. Gerade das Zweite Vatikanische Konzil hat mit neuer Deutlichkeit herausgestellt, dass die Eucharistie Quelle und Höhepunkt des ganzen kirchlichen Lebens ist. In der Eucharistiefeier wird der gesamte katholische Glauben in verdichteter Form ausgesagt und bekannt. Die Eucharistie ist Ursprung und Quelle der Kirche und ihrer Raum und Zeit übergreifenden Einheit.

Es handelt sich nicht um eine gemeinsame Mahlzeit, wo sich jemand ausgeschlossen fühlen muss, wenn er nichts zu essen bekommt.

Wo wird das ausgedrückt? Wie zeigt sich diese kirchen-bildende Funktion der Eucharistie?

Am deutlichsten beim Höhepunkt der Heiligen Messe im Eucharistischen Hochgebet, in dessen Zentrum vom Priester die Wandlungsworte gesprochen werden. Das Hochgebet wird gesprochen in Einheit mit dem Papst und den Bischöfen. Der Name des Bischofs wird ebenso genannt wie der Name des Papstes, weil die Gemeinschaft ganz konkret besteht. Die Messe wird gefeiert in Verbindung mit der Kirche des Himmels, mit Maria, Joseph und allen Heiligen. Und in jeder Messfeier wird für die Verstorbenen gebetet. Am Ende des Hochgebetes antworten alle mit „Amen“, „so sei es“, „ich glaube es“. Das ist nicht einfach so dahingesagt, sondern ein Bekenntnis! Die Heilige Messe mitfeiern und mitbeten ist ein Bekenntnis! Wer nun von seinem Bekenntnis her das Papstamt ablehnt, die Heiligenverehrung nicht kennt und das Gebet für die Verstorbenen für unnötig oder unmöglich hält, dem ist der Eucharistieempfang nicht „verboten“, sondern er oder sie muss sagen, wenn er sich selber ernst nimmt: Dieser Kirche will und kann ich nicht angehören, zumindest nicht ganz und in höchster Form.

Wenn es anders ist, steht der Weg der Aufnahme in die katholische Kirche offen. Von jemandem aber einerseits den vollen Eucharistieglauben zu verlangen und gleichzeitig zu sagen: Du kannst bei Deinem Bekenntnis bleiben, ist nicht ehrlich. Und das sehen ja auch Vertreter der evangelischen Kirche selbst so. Der evangelische Theologieprofessor Ulrich H. J. Körtner nennt die Handreichung gar

„ökumenischen Murks“.

Das Kirchenrecht räumt den Bischofskonferenzen aber ein, Kriterien zu benennen, wann Notfälle bestehen, in denen ein Kommunionempfang ohne volle Kirchengemeinschaft trotzdem möglich ist.

Sie sprechen Canon 844, 4 an. Dort ist ausdrücklich von „Todesgefahr“

oder einer „anderen schweren Notlage“ die Rede und von dem Fall, dass ein Geistlicher der eigenen Gemeinschaft nicht erreichbar ist. Die Kriterien müssen sich also auf der Ebene solch gravierender Umstände bewegen. Uns scheint, dass allein das Leben in konfessionsverschiedener Ehe diese Kriterien nicht erfüllen und auch nicht allein zu einer „gravis spiritualis necessitas“ („schwere geistliche Notlage“) führen kann. Auch da erbitten wir eine Klärung.

Bewegt Sie nicht die Not vieler konfessionsverschiedener – die Handreichung spricht ja von „konfessionsverbindenden“ – Ehepaaren? Es ist heute ohnehin nicht leicht, den Glauben zu leben, ihn weiterzugeben an die Kinder und Enkel. Jetzt wirft die Kirche ihnen auch noch Knüppel zwischen die Beine. Muss man da so kleinlich sein?

Die konfessionsverschiedenen Ehepaare tragen die Hauptlast der Glaubensspaltung. Es zeigt sich, dass die konfessionellen Prägungen oft bis in die Einzelheiten der Lebensgestaltung hineinreichen. Im besten Fall kann die Situation zur Bereicherung führen. Katholiken lernen von der Bibelfrömmigkeit und der Kirchenmusik, Protestanten beginnen, die Schönheit und Sinnenhaftigkeit der Liturgie, den Reichtum der Tradition kennen, vielleicht auch die Bedeutung der weltweit einen Kirche schätzen. Wichtig ist, dass der jeweils andere in seinem Selbstverständnis respektiert wird. Ich kenne konfessionsverschiedene Ehepaare, die seit Jahrzehnten gut miteinander unterwegs sind und die Grenzen respektieren.

Im letzten Jahr haben sich die Konfessionen erfreulich angenähert. Warum jetzt dieser unfreundliche Akt?

Ich bin sehr froh über die gewachsenen Freundschaften und wir werden sie vertiefen. Zu einer guten Freundschaft gehört es auch gerade, das Gegenüber zu respektieren und in seinem Bekenntnis und in seinem Selbstverständnis ernst zu nehmen. Die geplante „Handreichung“ hingegen könnte als unfreundlicher Akt der Abwerbung verstanden werden, zumal die Ermöglichung der Eucharistieteilnahme im Einzelfall durchaus nicht umgekehrt gilt. Ich halte dafür, dass wir in ökumenischer Verbundenheit alles das miteinander tun, was wir längst tun können: Miteinander das Wort Gottes hören, miteinander singen und beten, miteinander für den Lebensschutz, für die Bedeutung der Ehe von Mann und Frau und der Familie und für die Wahrung der Menschenwürde eintreten. Die gemeinsame Eucharistie kann nicht eine Etappe auf dem Weg sein, sondern sie ist das Ziel. Mehr Einheit geht dann nicht mehr.

Aber bis dorthin ist noch ein Weg.

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Quelle

Der Trick mit dem ‚eucharistischen Hunger’

Archivfoto Walter Kardinal Brandmüller

Der geradezu gewaltsam konstruierte Fall eines ‚eucharistischen Hunger’ leidenden nichtkatholischen Mischehenpartners ist eine peinliche, melodramatische Inszenierung. Ein Gespräch mit Walter Kardinal Brandmüller. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die deutsche Bischofskonferenz kündigte an: „Die Orientierungshilfe geht davon aus, dass in konfessionsverschiedenen Ehen im Einzelfall der geistliche Hunger nach dem gemeinsamen Empfang der Kommunion so drängend sein kann, dass es eine Gefährdung der Ehe und des Glaubens der Ehepartner nach sich ziehen könnte, ihn nicht stillen zu dürfen. Das gilt insbesondere für die Ehepaare, die ihre Ehe sehr bewusst aus dem gemeinsamen christlichen Glauben leben möchten und deren Ehe schon jetzt die Konfessionen verbindet. Hier kann ein ‚schwerwiegendes geistliches Bedürfnis’ entstehen, das es nach dem Kirchenrecht (auf der Grundlage von c. 844 § 4 CIC) möglich macht, dass der evangelische Ehepartner zum Tisch des Herrn hinzutritt, wenn er den katholischen Eucharistieglauben bejaht.

Deshalb ist die zentrale Aussage des Dokumentes, dass alle, die in einer konfessionsverbindenden Ehe nach einer reiflichen Prüfung in einem geistlichen Gespräch mit dem Pfarrer oder einer mit der Seelsorge beauftragten Person zu dem Gewissensurteil gelangt sind, den Glauben der katholischen Kirche zu bejahen sowie eine ‚schwere geistliche Notlage’ beenden und die Sehnsucht nach der Eucharistie stillen zu wollen, zum Tisch des Herrn hinzutreten dürfen, um die Kommunion zu empfangen. Wichtig ist: Wir sprechen über Einzelfallentscheidungen, die eine sorgfältige geistliche Unterscheidung implizieren.“

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In einem Vortrag an der University of Notre Dame in Sydney (Australien) vom 24. Februar beschreibt und verurteilt der frühere Mitarbeiter der Kongregation für die Glaubenslehre P. Thomas Weinandy OFM den Angriff von präzedenzloser Schwere, den einige der von Papst Franziskus ermutigten „pastoralen“ Theorien und Praktiken gegen die „eine, heilige und apostolische“ Kirche und besonders gegen die Eucharistie, „fons et culmen“ des Lebens der Kirche selbst, hervorbrächten. Dabei bezog er sich vor allem auf umstrittene „liberale“ Interpretationen des Apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“, dessen Betonung des „Gewissens des Einzelnen“, der besonderen Situation von „Einzelfällen“ und der „Unterscheidung und Begleitung“, die zu einer Gewissensbildung führen sollen.

Nun spricht auch die deutsche Bischofskonferenz in ihrer pastoralen Orientierungshilfe für die Begleitung von konfessionsverschiedenen Ehepaaren von „Einzelfallentscheidungen, die eine sorgfältige geistliche Unterscheidung implizieren“, „wenn es um einen gemeinsamen Kommunionempfang geht“. Dies führt zu verschiedenen Fragen. Ein grundlegendes Problem bildet der Begriff der „Unterscheidung“: wie soll dieser verstanden werden? Wie die Betonung des „Einzelfalls“?

Die deutschen Bischöfe erklären: „Die Orientierungshilfe geht davon aus, dass in konfessionsverschiedenen Ehen im Einzelfall der geistliche Hunger nach dem gemeinsamen Empfang der Kommunion so drängend sein kann, dass es eine Gefährdung der Ehe und des Glaubens der Ehepartner nach sich ziehen könnte, ihn nicht stillen zu dürfen“.

Nun: was soll man sich unter einem „eucharistischen Hunger“ vorstellen? Hat ein derartiger Begriff einen theologischen Hintergrund? Wie kann es da sogar zu einer „Gefährdung der Ehe und des Glaubens der Ehepartner“ kommen, wenn konfessionsverschiedene Paare nicht gemeinsam die Eucharistie empfangen können? Dann: schließt ein derartiger angenommener „Hunger“ nicht ein, dass sich in der Eucharistie der Gläubige mit der Kirche als „corpus mysticum Christi“ vereint? Sollte man demnach nicht besser mit dem nichtkatholischen Ehepartner „unterscheidend“ darauf hinarbeiten, dass er seinen Glauben an die eine Kirche bekennt, die in der katholischen Kirche „subsistiert“, wie das II. Vatikanische Konzil dies nennt?

Zudem stellt sich die Frage nach der Richtigkeit und Berechtigung des Hinweises auf Can. 844 CIC, besonders §4 und §5. Handelt der Kanon nicht eher von (orthodoxen) Kirchen, die zwar von Rom getrennt sind, aber dasselbe Eucharistieverständnis haben? Und deren Sakramente allesamt „gültig“ sind, da sie das Weihepriestertum kennen? Kann der im Kanon zitierte „Notfall“ einfach „zeitlos“ ausgeweitet werden, ohne damit dem Kanon zu widersprechen oder ihn einfach instrumentalisierend zu verfälschen und zu entleeren?

Es entsteht der Eindruck, dass nun unter der vordergründigen Behauptung des „Einzelfalls“ und des „Notfalls“ schleichend die Tür für eine allgemeine Interkommunion geöffnet werden soll. Dies aber widerspricht in dieser Form der Lehre der Kirche, dabei insbesondere den klaren Aussagen des heiligen Johannes Pauls II. in seine Enzyklika „Ecclesia de Eucaristia“ über die Eucharistie in ihrer Beziehung zur Kirche (17. April 2003) und der Lehre Papst Benedikts XVI, wie sie in seinem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Sacramentum caritatis“ (22. Februar 2007) formuliert ist.

Und es stellt sich die weiterreichende Frage: wie kann/soll man sich diesen Drang zur Interkommunion vorstehen? Ist auch dies vielleicht Zeichen des von Weinandy festgestellten Angriffs auf die Eucharistie, das heißt auf das Wesen und den Mittelpunkt der Kirche? Macht die emotional aufladende Rede vom „eucharistischen Hunger“ und der Gefahr, die sich aus einem Nichtstillen dieses Hungers ergeben soll, nicht ein defizitäres oder wenigstens reduktives Eucharistieverständnis sichtbar, wo es weniger um das „corpus Christi“ geht als vielmehr um einen gemeinschaftlichen Akt des (symbolisch überladenen und ontologisch unterbelichteten) „Mahles“ geht?

Fragen über Fragen, verbunden mit Eindrücken und im Bewusstsein einer sich ausbreitenden relativistischen Mentalität, die die wichtigste Frage nach Wahrheit und Gerechtigkeit zugunsten von anderem Vordergründigen abdrängt und die Substanz als solche schädigen will.

Ein klärendes Wort scheint dringend notwendig zu sein. Der Theologe und Kirchenhistoriker Walter Kardinal Brandmüller ist hierzu wohl der beste Referenzpunkt. Und die Eminenz war bereit, sich in einem ausführlichen „Kamingespräch“ Gedanken zu machen.

Walter Kardinal Brandmüller 

„Es geht also wieder einmal um die Spendung der heiligen Kommunion an nichtkatholische Christen-Ehepartner“, meinte der Kardinal mit seinem milden Lächeln, mit dem der fast 90jährige seinen Blick auf die Wirklichkeit in ihrer Geschichte und Aktualität zu richten gewohnt ist: „Da sollte man vorab einige Fragen stellen: Welche Rolle spielt dabei die Nicht-Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche? Was ist eigentlich ‚Kirche’? Ein Unternehmen zwecks Weltverbesserung? Eine NGO für Lebenshilfe? In diesen oder ähnlichen Fällen wäre unsere Themafrage nach Kriterien wie Nützlichkeit, Machbarkeit, Erfolgschancen zu beantworten“.

„Nun aber ist ‚Kirche’ eine Wirklichkeit“, so Brandmüller weiter, „der diese Begriffe eher fremd sind. Die Kirche ist Werk Gottes, sie ist die sichtbare, erfahrene Gestalt, in welcher der Auferstandene Christus in der Welt sein Erlösungswerk fortsetzt. Das ist festzuhalten, wenn es um Kirche und allem mit ihr Zusammenhängendem geht. Und nun zur Themafrage zurück. Auch hier besteht akuter Klärungsbedarf. Viele sprechen da von ‚Abendmahl’. Da kommen dann Begriffe wie Mahlgemeinschaft, Einladung, Gastfreundschaft etc. ins Spiel. Das alles ist – in gewissem Sinn – wohl wahr. Aber: Eucharistie, Kommunion im katholischen und orthodoxen Verständnis ist etwas wesentlich anderes.

Nach katholisch-orthodoxer Überzeugung werden in der Feier der Eucharistie – der heiligen Messe – Brot und Wein wahrhaft, wirklich und ihrem Wesen nach in Leib und Blut Jesu Christi verwandelt. Am Abend vor seinem Leiden hat Christus Brot und Wein genommen und es den Jüngern gereicht: Nehmt und esst – trinkt: das ist mein Leib, das ist mein Blut, und: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Gerade aber darum geht es, wenn von Kommunion die Rede ist. Es geht um den wahrhaft, wirklich und dem Wesen nach (also sinnlich nicht wahrnehmbar) gegenwärtigen Christus in der sinnlich wahrnehmbaren Form von Brot und Wein“.

„Kommunion ist also“, unterstrich Brandmüller, „die Vereinigung des erlösten Menschen mit dem im Mysterium gegenwärtigen Christus. Ein Geschehen, das sich in den existentiellen Tiefen des Gläubigen ereignet. Eben darum sagt der Apostel Paulus: ‚Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn’. Wer dies tut, – so der Apostel – ‚der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt’. Das also gilt es zu bedenken, wenn von fallweiser Zulassung zur Kommunion die Rede ist.

Wenn nun das Papier der Bischofskonferenz von Einzelfällen spricht, in denen ebendies möglich sein soll, so ist das an und für sich nur ein taktischer Schritt in Richtung Interkommunion mit Nichtkatholiken überhaupt. Ein Ziel, das vor allem Protestanten, aber auch einige katholische Bischöfe anstreben“. Der Kardinal blickte auf, das Lächlen war einem ernsten Blick gewichen: „Man nennt ein solches Vorgehen auch ‚Salami-Taktik’. Und: steter Tropfen höhlt den Stein. Eine ganz und gar unehrliche ‚Masche’, um zum eigentlichen Ziel zu kommen.

Der geradezu gewaltsam konstruierte Fall eines ‚eucharistischen Hunger’ leidenden nichtkatholischen Mischehenpartners ist eine peinliche, melodramatische Inszenierung, um nicht zu sagen ‚Kitsch’: ‚Man merkt die Absicht und man ist verstimmt’. Ein Christ, der wahrhaft nach der heiligen Kommunion verlangt, und der weiß, dass es keine Eucharistie ohne Kirche und keine Kirche ohne Eucharistie gibt, bittet um Aufnahme in die Kirche. Alles andere wäre fragwürdig und unehrlich. Die Kirche ist kein Selbstbedienungsladen, in dem man auswählt, was gefällt, und das andere im Regal stehen lässt. Hier gilt: ‚Alles, oder nichts’!“

„Alles oder nichts“… nun, genau diesem Anspruch sollte entgangen werden. Brandmüller weiter: „Und nun zieht man – auf einmal spielt sogar das sonst so verachtete Kirchenrecht eine Rolle – den Codex Iuris Canonici heran. In der Tat bestimmt dieser im Can. 844 §3, dass es einem katholischen Priester erlaubt ist, Lossprechung, Krankensalbung und Eucharistie orthodoxen Gläubigen, die in rechter Weise disponiert sind und darum bitten, zu spenden.

Und dann folgt in §4: ‚Wenn Todesgefahr besteht, oder nach dem Urteil des Bischofs oder der Bischofskonferenz eine andere schwere Notlage (!) dazu drängt, können diese Sakramente auch den übrigen, nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehenden Christen, die einen Spender der eigenen Gemeinschaft nicht ansprechen können (!!), und von sich aus darum bitten – sofern sie bezüglich dieser Sakramente den katholischen Glauben bekennen und in rechter Weise disponiert sind (!!) –, gespendet werden’“.

Für den Kardinal „ist offenkundig, dass hier an Situationen wie Todesgefahr, Gefangenschaft usw. gedacht ist. Man denke nur an die Situation in den Gestapogefängnissen nach dem 20. Juli 1944, aber, bitte, nicht an einen undefinierbaren ‚eucharistischen Hunger’. Und: was heißt ‚in rechter Weise disponiert’? Damit ist Freiheit von schwerer Sünde und ehrliche Absicht, das Sakrament zu empfangen, gemeint“. Zu fragen wäre dann für Brandmüller auch, „warum ein Nichtkatholik, der die oben genannten Bedingungen erfüllt, und sich nicht in einer Notlage befindet, nicht einfach um Aufnahme in die Kirche bitten soll.

Und der Kardinal sieht die eigentliche Gefahr: „Der üble Trick bei der genannten Argumentation besteht darin, Regelungen für existentielle Extremsituationen auf den normalen Alltag auszuweiten. Ehrliches ökumenisches Bemühen verschmäht derartige Winkelzüge“. Denn:

„Es ist die Wahrheit, die frei macht. Und ganz zum Schluss: Die Kirche kann mit den Sakramenten nicht einfach tun, was sie will: Der Apostel Paulus sagt: ‚So soll man uns betrachten: als Diener Christi und als Verwalter von Geheimnissen Gottes’. Verwalter. ‚Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich als treu erweisen…’, sagt der Apostel Paulus“.

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