Diakone aus aller Welt zu Gast beim Jubiläum der Diakone

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Heilige Pforte, Petersdom / PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO, Copyright

Vom 27. bis zum 29. Mai 2016 Jubiläum der Diakone in Rom

Morgen wird im Rahmen des Jubiläums der Barmherzigkeit das Jubiläum der Diakone beginnen. Bis zum 29. Mai 2016 werden sich Diakone aus aller Welt mit ihren Familien zu einer mehrtägigen Begegnung versammeln, die am Sonntag mit der Messe mit Papst Franziskus ihren Schlußpunkt finden wird.

Mit dem Jubiläum der Diakone soll zum Nachdenken über die wichtige Rolle des Diakons als Bild der Barmherzigkeit angeregt und ein Schritt zur Neuevangelisierung getan werden. Den Diakonen wird Gelegenheit zum Austausch, zur Diskussion und zum gemeinsamen Gebet gegeben.

Die Diakone werden außerdem gemeinsam zu den Kirchen Roms pilgern, die dem ersten Diakon und Märtyrer, Laurentius, geweiht sind, und die Heilige Pforte am Petersdom durchschreiten.

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Quelle

Freiheit ist die Gabe, das Gute zu wählen

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Heilige Messe auf dem Petersplatz
anlässlich des Jubiläums der Jugendlichen

Homilie von Papst Franziskus am 24. April

Vatikanstadt. Zu der dreitägigen Jugendwallfahrt anlässlich des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit waren insgesamt 70.000 Jugendliche nach Rom gepilgert, vor allem aus Italien, Spanien, Frankreich und Belgien. An sieben zentralen Plätzen in der Stadt – unter anderem an der Spanischen Treppe – wurden »Zelte der Barmherzigkeit« aufgebaut, wo die Jugendlichen Gelegenheit zum Austausch hatten.

Am Samstag gab es eine große Überraschung: Papst Franziskus reihte sich über eine Stunde lang zwischen die 150 Priester, die am Petersplatz im Rahmen des Jugendtreffens das Sakrament der Versöhnung spendeten. Auf einem einfachen Plastikstuhl sitzend hörte der Heilige Vater die Beichte von 16 Mädchen und Jungen (Bild rechts), sprach mit ihnen und erteilte ihnen die Absolution.

Im Folgenden der Wortlaut seiner Predigt am Sonntag:

»Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt« (Joh 13,35).

Liebe Jugendliche, welche große Verantwortung trägt uns der Herr heute auf! Er sagt uns, dass die Menschen die Jünger Jesu daran erkennen werden, wie sie einander lieben. Die Liebe ist – mit anderen Worten – die Identitätskarte des Christen, der einzige »Ausweis«, der gültig ist, um als Jünger Jesu erkannt zu werden. Der einzige gültige Ausweis. Wenn dieser Ausweis abläuft und nicht ständig erneuert wird, sind wir keine Zeugen des Meisters mehr. Also frage ich euch: Wollt ihr die Einladung Jesu annehmen, seine Jünger zu sein? Wollt ihr seine treuen Freunde sein? Der echte Freund von Jesus unterscheidet sich wesentlich durch die konkrete Liebe – nicht durch die Liebe »in den Wolken«, sondern die konkrete Liebe, die in seinem Leben aufleuchtet. Die Liebe ist immer konkret. Wer nicht konkret ist und von der Liebe spricht, macht eine Telenovela, eine Fernsehverfilmung eines Romans. Wollt ihr diese Liebe leben, die er uns schenkt? Wollt ihr oder wollt ihr nicht? Versuchen wir also, uns in seine Schule zu begeben, die eine Schule für das Leben ist, um lieben zu lernen. Das ist eine Arbeit für jeden Tag: lieben zu lernen.

Zuallererst, lieben ist schön, es ist der Weg, um glücklich zu sein. Es ist jedoch nicht leicht, es ist anspruchsvoll und kostet Mühe. Denken wir zum Beispiel, wie es ist, wenn wir ein Geschenk erhalten: Dies macht uns glücklich, aber um dieses Geschenk vorzubereiten, haben großzügige Menschen Zeit und Einsatz aufgebracht. Und dadurch, dass sie uns etwas zum Geschenk machen, haben sie so uns auch etwas von ihnen selbst gegeben, etwas, auf das sie zu verzichten wussten. Denken wir auch an das Geschenk, das eure Eltern und Betreuer euch gemacht haben, indem sie es euch ermöglicht haben, zu dieser für euch veranstalteten Jubiläumsfeier nach Rom zu kommen. Sie haben alles für euch geplant, organisiert, vorbereitet, und das hat ihnen viel Freude gemacht, auch wenn sie vielleicht auf eine Reise für sich verzichten mussten. Das ist die Konkretheit der Liebe. Denn lieben heißt schenken – nicht irgendetwas Materielles, sondern etwas von sich selbst: die eigene Zeit, die eigene Freundschaft, die eigene Fähigkeit.

Schauen wir auf den Herrn, der unbesiegbar ist an Großzügigkeit. Von ihm erhalten wir viele Gaben, und jeden Tag sollten wir ihm danken … Ich möchte euch fragen: Dankt ihr dem Herrn jeden Tag? Auch wenn wir es vergessen, er vergisst nie, uns jeden Tag ein besonderes Geschenk zu machen. Es ist nicht ein Geschenk, das man materiell in den Händen halten und verwenden kann, sondern eine viel größere Gabe, eine Gabe fürs Leben. Was schenkt uns der Herr? Er schenkt uns seine treue Freundschaft, die er uns nie entziehen wird. Der Herr ist der Freund für immer. Selbst wenn du ihn enttäuschst und dich von ihm abwendest, Jesus hat dich weiter lieb und bleibt dir weiter nahe, er glaubt weiter an dich mehr als du selbst. Das ist die Konkretheit der Liebe, die uns Jesus lehrt. Und das ist sehr wichtig! Denn die größte Bedrohung, die dich daran hindert gut zu wachsen, besteht dann, wenn du niemandem wichtig bist – traurig ist das –, wenn du fühlst, dass du beiseitegeschoben wirst. Der Herr hingegen ist immer mit dir und freut sich, bei dir zu sein. Wie bei seinen in jungem Alter berufenen Jüngern schaut er dir in die Augen und ruft dich, ihm zu folgen, im Vertrauen auf sein Wort »hinauszufahren« und »die Netze auszuwerfen«, das heißt deine Talente im Leben einzusetzen, gemeinsam mit ihm, ohne Angst. Jesus wartet geduldig auf dich, er erwartet eine Antwort, er wartet auf dein »Ja«.

Liebe Jugendliche, in eurem Alter taucht in euch auf neue Weise auch das Verlangen auf, Zuneigung zu schenken und zu erhalten. Wenn ihr in seine Schule geht, wird der Herr euch lehren, auch die Zuneigung und Zärtlichkeit schöner werden zu lassen. Er wird euch eine gute Absicht ins Herz legen, nämlich liebzuhaben ohne zu besitzen: die Menschen zu lieben, ohne sie für sich haben zu wollen, sondern sie frei sein zu lassen. Denn die Liebe ist frei! Es gibt keine wahre Liebe, die nicht frei ist! Es ist die Freiheit, die der Herr uns lässt, wenn er uns liebt. Er ist uns immer nahe. Es besteht nämlich immer die Versuchung, die Zuneigung mit dem instinktiven Anspruch zu verschmutzen, zu nehmen, zu »haben«, was einem gefällt – das ist Egoismus. Und auch die Konsumkultur verstärkt diese Neigung. Aber alles, was man zu sehr hält, wird abgenutzt, wird ruiniert; dann ist man enttäuscht, voll innerer Leere. Wenn ihr auf seine Stimme hört, wird der Herr euch das Geheimnis der Zärtlichkeit offenbaren: um den anderen sich kümmern, das heißt ihn respektieren, behüten und auf ihn warten. Das ist die Konkretheit der Zärtlichkeit und der Liebe.

In diesen Jahren der Jugend verspürt ihr auch einen großen Wunsch nach Freiheit. Viele werden euch sagen, dass frei sein bedeutet, zu tun, was man will. Aber hier muss man nein sagen können. Wenn du nicht nein sagen kannst, bist du nicht frei. Frei ist, wer ja sagen und nein sagen kann. Die Freiheit besteht nicht darin, immer das tun zu können, das mir passt: es macht einen verschlossen, distanziert, es hindert daran, offene und ehrliche Freunde zu sein; es ist nicht wahr, dass alles in Ordnung ist, wenn es mir gut geht. Nein, es ist nicht wahr. Die Freiheit dagegen ist die Gabe, das Gute wählen zu können: das ist Freiheit. Frei ist, wer das Gute wählt, wer das sucht, was Gott gefällt, auch wenn es mühsam ist, nicht einfach ist. Aber ich denke, ihr junge Menschen habt keine Angst vor der Mühe, ihr seid mutig! Nur mit mutigen und starken Entscheidungen verwirklichen sich die größten Träume, jene Träume, für die es sich lohnt, das Leben zu verbringen.

Mutige und starke Entscheidungen. Gebt euch nicht mit der Mittelmäßigkeit zufrieden, nicht damit, »sich durchzuschlagen«, indem man es sich bequem sein lässt. Vertraut dem nicht, der euch vom wahren Reichtum, der ihr seid, abhält, indem er euch sagt, dass das Leben nur dann schön ist, wenn man vieles hat. Misstraut dem, der euch glauben machen will, dass ihr etwas geltet, wenn ihr euch als stark ausgebt wie die Filmhelden oder die neueste Mode anzieht. Euer Glück hat keinen Preis und wird nicht gehandelt. Es ist keine App, die auf das Handy heruntergeladen wird: Nicht einmal die zuletzt aktualisierte Version wird euch helfen können, frei und groß zu werden in der Liebe. Die Freiheit ist etwas anderes.

Die Liebe ist nämlich die freie Gabe dessen, der ein offenes Herz hat; die Liebe ist eine Verantwortung, aber eine schöne Verantwortung, die das ganze Leben dauert; sie ist der tägliche Einsatz dessen, der große Träume zu verwirklichen weiß! Weh den Jugendlichen, die nicht zu träumen wissen, die nicht zu träumen wagen! Wenn ein Jugendlicher in eurem Alter nicht fähig ist zu träumen, dann ist er schon in Pension gegangen, nützt er nicht. Die Liebe nährt sich von Vertrauen, Achtung und Vergebung. Die Liebe verwirklicht sich nicht, weil wir darüber sprechen, sondern wenn wir sie leben: Sie ist nicht eine süße Poesie, die auswendig zu lernen ist, sondern eine Lebensentscheidung, die umgesetzt werden muss! Wie können wir in der Liebe wachsen? Das Geheimnis ist wieder der Herr: Jesus gibt uns sich selbst in der Messe, er bietet uns die Vergebung und den Frieden in der Beichte an. Dort lernen wir, seine Liebe anzunehmen, sie zur unseren zu machen und sie in der Welt in Umlauf zu bringen. Und wenn zu lieben schwer scheint, wenn es schwierig ist, zu dem, was falsch ist, nein zu sagen, dann schaut auf das Kreuz Jesu, umarmt es und schlagt seine Hand nicht aus, die euch nach oben führt und euch wieder aufrichtet, wenn ihr fallt. Im Leben fällt man immer, weil wir Sünder sind, weil wir schwach sind. Da ist aber die Hand Jesu, die uns wieder aufrichtet. Jesus will, dass wir stehen. Jenes schöne Wort, das Jesus zum Gelähmten gesagt hat: »Steh auf!« Gott hat uns erschaffen, damit wir stehen. Es gibt ein schönes Lied, das die Gebirgsjäger singen, wenn sie auf den Berg steigen. Das Lied geht so: »Das Wichtige bei der Kunst des Bergsteigens ist nicht, dass man nicht fällt, sondern dass man nicht liegen bleibt!« Den Mut haben aufzustehen, sich von der Hand Jesu aufrichten zu lassen. Und diese Hand kommt oft von der Hand eines Freundes, von der Hand der Eltern, von der Hand derjenigen, die uns im Leben begleiten. Auch Jesus selbst ist da. Steht auf! Gott will, dass wir stehen, immer stehen!

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Ich weiß, dass ihr zu Gesten großer Freundschaft und Güte fähig seid. Ihr seid berufen, die Zukunft so aufzubauen: gemeinsam mit den anderen und für die anderen, nie gegen jemand anderen! Man baut nicht »gegen« auf: das nennt man Zerstörung. Ihr werdet Wunderbares schaffen, wenn ihr euch schon jetzt gut vorbereitet und euer Alter, das so reich an Gaben ist, in Fülle lebt, ohne vor der Mühe Angst zu haben. Macht es wie die Spitzensportler, die hohe Ziele erreichen, indem sie jeden Tag demütig und hart trainieren. Euer tägliches Programm seien die Werke der Barmherzigkeit: Trainiert euch darin mit Begeisterung, um Champions des Lebens zu werden! So wird man euch als Jünger Jesu erkennen. So werdet ihr die Identitätskarte der Christen haben. Und ich versichere euch: Eure Freude wird vollkommen sein.

Nach der heiligen Messe betete der Papst das Regina Caeli. Zuvor wandte er sich mit den folgenden Worten an die Jugendlichen:

Am Schluss dieser Jubiläums-Feier gilt mein Gedanke in besonderer Weise euch, liebe Jungen und Mädchen. Ihr seid aus Italien und aus verschiedenen Teilen der Welt gekommen, um Augenblicke des Glaubens und des geschwisterlichen Zusammenseins zu erleben. Danke für euer frohes und lautes Zeugnis. Geht mutig voran!

Gestern sind in Burgos (Spanien) der Priester Valentín Palencia Marquina und vier seiner Gefährten und Märtyrer seliggesprochen worden, junge Männer, die während des spanischen Bürgerkriegs wegen ihres Glaubens getötet wurden. Preisen wir den Herrn für diese seine mutigen Zeugen, und durch ihre Fürsprache wollen wir zu ihm flehen, dass er die Welt von jeder Gewalt befreie.

Weiter erfüllt mich lebhafte Sorge um die katholischen und orthodoxen Brüder – Bischöfe, Priester und Ordensleute –, die vor geraumer Zeit in Syrien entführt worden sind. Der barmherzige Gott möge an die Herzen der Entführer rühren und unseren Brüdern so bald als möglich das Geschenk zuteil werden lassen, befreit zu werden und zu ihren Gemeinschaften zurückkehren zu können. Ich lade euch alle ein, dafür zu beten, ohne die anderen auf der Welt entführten Menschen zu vergessen.

Wir empfehlen all unsere Wünsche und unsere Hoffnungen der Fürsprache Marias, Mutter der Barmherzigkeit.

[Nach dem Schlusssegen:]

Liebe Jugendliche, ihr habt das Jubiläum gefeiert: jetzt kehrt ihr mit der Freude eurer christlichen Identität nachhause zurück. Aufrecht stehend, erhobenen Hauptes und mit eurer Identitätskarte in euren Händen und in eurem Herzen! Der Herr begleite euch. Und bitte betet auch für mich. Danke.

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Quelle: Osservatore Romano 17/2016