KANN ES ECHTEN „FRIEDEN UNTER DEN RELIGIONEN“ GEBEN?

Auf Erden kann immer wieder über kürzere oder längere Zeit „Friede“ herrschen, sicher aber kein paradiesischer Friede. Mit der Ausweisung des Stammelternpaares Adam und Eva haben die Menschen, haben wir ALLE seit damals vor vielen Tausend Jahren das Paradies verloren. Und wir werden es (hier auf Erden) nicht zurückerobern können. Und wir werden auch keinen Ersatz dafür herstellen können. Schon gar nicht durch einen „Frieden unter den Religionen“. Wenn auch (namhafte) Repräsentanten der Religionen noch so oft zusammenkommen und „Frieden“ beschließen und „Frieden“ zelebrieren, es wird (auch – und besonders) unter ihnen kein Friede möglich sein. Denn es gibt nur EINE Religion, die die WAHRE, GÖTTLICHE ist. So wie es nur EINEN wahren GOTT gibt. Diese eine Religion muss sich auf Geheiß dieses einen Gottes per Predigt und Mission auf alle Menschen, alle Völker, alle Nationen ausbreiten, und sie muss die anderen „Religionen“, die sämtliche GEGEN diese eine, wahre, sind und sich (mehr oder weniger exklusiv) GEGEN sie behaupten, sie verdrängen und eliminieren wollen, geistig bekämpfen.

Solange es nicht EINIGKEIT in der Religion gibt, herrscht UN-EINIGKEIT, AUSEINANDER-SETZUNG, ZWIE-TRACHT, FEINDSCHAFT, KRIEG. Es kann keine „Freundschaft und Brüderlichkeit“ geben unter sich widerstreitenden Religionen, vor allem nicht unter denjenigen Religionen, die je für sich den Absolutheitsanspruch stellen: Christentum, Judentum, Islam. Denn Freundschaft und Brüderlichkeit fördern und pflegen unter sich (im Wesentlichen) gegenseitig Ausschließenden, heißt, den eigenen Absolutheitsanspruch aufgeben, die GEGNER und ihre GEGNERSCHAFT nicht mehr als solche betrachten und nicht mehr als solche behandeln und die eigene Position, das eigene Bekenntnis, den eigenen Glauben nicht mehr ohne Schwächung, ohne Relativierung, ohne Verfälschung und Verrat vertreten und leben (wollen). „Religionen“, die CHRISTUS und Sein Zeugnis und Seine Lehre und Sein Wirken und Sein Werk ausdrücklich bekämpfen, die Seinen GOTTHEITS-ANSPRUCH und damit das Wesentliche, das Entscheidende an Ihm verurteilen, sind FEINDE, ja ERZFEINDE GOTTES. Und mit solchen kann ein GOTTGLÄUBIGER nicht „Freundschaft und Brüderlichkeit“ unterhalten. Die gott-feindlichen Religionen führen KRIEG gegen GOTT. Und Gott kann deshalb auch „die große Gabe des Friedens“ der Welt nicht „durch das Gebet ALLER ‚Gläubigen‘ schenken“, sind doch die „Gläubigen“ der gottfeindlichen Religionen in Wirklichkeit und Wahrheit UN-Gläubige. Es ist deshalb eine Utopie zu meinen, die Menschen „der Religionen“ könnten zusammen/miteinander „eine menschlichere Welt aufbauen“. Denn „eine Welt ohne (HEILIGEN) Geist ist niemals menschlich“ und kann niemals menschlich werden. So ist es denn absolut nicht „absurd und eine Gotteslästerung“, „wenn man im Namen Gottes vom Krieg spricht“. Seit dem Engelssturz herrscht Krieg auf dieser Erde. Zwischen den guten und den bösen Geistern, den unsichtbaren und den sichtbaren. Der Krieg der guten Geister ist immer heilig. Der Krieg der bösen Geister ist immer unheilig. Und gar unheilig wäre der Friede zwischen den guten und den bösen Geistern.

Immer wieder sind es notorischerweise ausgerechnet „christliche“ Politiker und „christliche“ Kirchenmänner, die den Islam fördern statt, wie es ihre heiligste Pflicht vor Gott wäre, ihn mit allen legitimen Mitteln zu bekämpfen. Der „christlich-islamische Dialog“, so wie er seit rund 50 Jahren namentlich von der katholischen Kirche (und deswegen auch von den christlichen Politikern) betrieben wird, ist, allem oberflächlichen Anschein zum Trotz, für das Christentum nicht nur unfruchtbar, sondern geradezu kontraproduktiv, also schädlich. Es ist völlig, ja unfassbar naiv zu glauben, man könne den Islam nach säkularen Maßstäben (durch Dialog) reformieren. Sogenannt „gemäßigte“, „anpassungswillige“, „friedfertige“, „grundgesetz“- und „verfassungs“-kompatible Muslime wird man immer finden, vor allem in den Reihen der Imame. Solange der Islam in unseren (vormals christlichen) Staaten in der Minderheit (oder einfach noch zu wenig einflussreich) ist, verhält er sich in aller Regel wie ein Chamäleon. Er passt sich weitestgehend der Umgebung an. Aber aufmerksame Beobachter und Kenner der „Szene“, erkennen und wissen, was da gespielt, vorgetäuscht wird. Gerade auf höchster (Vatikan) und hoher Ebene (z. B. Universitäten) werden diese wie Pilze aus dem Boden sprießenden „Zentren“ des dialogischen Austausches von islamischer Seite missbraucht, um die christlichen Dialogpartner letztlich von der Ungefährlichkeit, Toleranz, ja gar Vorzüglichkeit des Islams gegenüber dem Christentum zu überzeugen. Jedenfalls wird in solchen Gremien und Foren und Organisationen von seiten der Muslime nie das wahre Bild des Islams vermittelt, sondern ein taktisch heuchlerisch geschöntes! Diejenigen, die dann bei solchen Veranstaltungen, Vorträgen und Tagungen das Christentum vertreten, sind zumeist auch nicht die Geeigneten, um den ganzen, ungeschmälerten christlichen Glauben gegen die Irrlehre(n) des Islams effektiv zu verteidigen und die Muslime von ihrem Unheilsweg abzubringen. Dazu fehlt ihnen schon die Grund-Intention. Sie wollen die Muslime ja nicht missionieren, nicht zu Christus bekehren!

Nicht Un-Glaube und nicht Gleichgültigkeit dem Glauben gegenüber und nicht Säkularismus (also Trennung von Religion und Staat) bilden die größte Gefahr für das Christentum, sondern der Islam als Welt-Religion, der sich an die Stelle der einzig wahren Religion, das Christentum, setzen will und weitgehend schon setzt. Der Islam versteht sich (angemaßterweise) als die allein wahre Gottes-Religion. Das Christentum ist für ihn, den Islam, eine von Menschen total gefälschte, korrumpierte, nicht von Gott „herabgesandte“ Religion, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen und auszurotten gilt. Menschen, die nicht glauben und nicht beten, beeinflussen die Christen zwar immer auch negativ, zugegeben, aber eine wirkliche, echte, große Gefahr für sie sind sie nicht. Irrgläubige aber wie die Muslime haben Kohärenz, bilden eine weltumspannende Gemeinschaft, und zwar eine militante, jederzeit fanatisierbare. Eine ähnlich große Gefahr für das Christentum ging immer auch schon vom nachchristlichen Judentum aus, aber auf andere Weise. Sowohl der Islam wie auch das Judentum sind äußerst gefährliche Gegen-„Religionen“ zum Christentum. Islam und Judentum schließen sich ebenfalls gegenseitig aus. Aber sie können sich durchaus vereinigen, bzw. zusammenwirken, mit dem Ziel der Zerstörung des Christentums. Muslime und Juden wollen selbstverständlich auch „Glaubende an Gott“ und „betende Menschen“ sein. Das haben sie mit den Christen gemein. Die Herausforderung an alle ist also nicht, dass man an Gott glaubt und betet, sondern dass man an den einzig wahren Gott glaubt und zum einzig wahren Gott betet! Und dieser ist der christliche, der DREIFALIGE, der DREIPERSÖNLICHE, VATER – SOHN – HEILIGER GEIST, und ER ALLEIN!

Wer WAS glaubt, ist wichtig. Des einen Glaube ist des andern Unglaube. Des Christen Glaube ist des Muslims verdammenswürdiger Irrglaube – und umgekehrt! Echter, tiefer, treuer Glaube kann nicht einhergehen mit „Respekt“, mit „Hochachtung“ für den Gegen-Glauben oder Un-Glauben. (Wenn schon, dann nur mit Respekt und Hochachtung für die Würde des irrenden Menschen.) Ist aber auch nicht vereinbar mit dem Begriff „Religionsfreiheit“, wie er seit dem 2. Vatikanum verstanden wird. Wahrer, gelebter christlicher Glaube erfordert Predigt, Mission und nicht Dialog. Der interreligiöse Dialog, wie er heute weltweit praktiziert wird, führt zu nichts anderem als zur Nivellierung der Wahrheit mit der Unwahrheit, zum Relativismus, Irenismus, Synkretismus, zur „Schmelztiegel-Religion“! Auch unter den „Christen“ gibt es gravierende Glaubensunterschiede, die es verunmöglichen, „gemeinsam ihren Glauben zu verkünden“! Und wenn man es dann eben trotzdem tut, dann nur unter Verschweigung, Abschwächung, Ausblendung und damit Leugnung und Verleugnung des wesentlich Katholischen. Was wäre wohl aus der katholischen Kirche geworden, wenn unsere heiligen Glaubensverkünder wie die Apostel und ihre Jünger, wie Franz Xaver, Antonius von Padua, Petrus Kanisius, Ludwig Maria Grignion von Montfort und Tausende mehr, auf Dialog-Weise missioniert hätten?!

Paul Otto Schenker

Relativismus – neues Gesicht der Intoleranz, so Kardinal Ratzinger

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Kardinal Joseph Ratzinger, Präfekt der Glaubenskongregation, begrüßt am 30.11.2002 einen Glaubenkongress im Los Jeronimos-Kloster in Murcia.

Interview mit dem neuen Dekan des Kardinalskollegiums
über aktuelle Kirchenthemen

MURCIA, 9. Dezember 2002 (ZENIT.org).- Der Relativismus ist zum neuen Ausdruck der Intoleranz geworden, so Joseph Kardinal Ratzinger, der Präfekt der Glaubenskongregation.

Er äußerte sich spontan zu einigen der aktuell brennendsten Themen der Kirche, als er sich am 30. November mit einer Gruppe Journalisten in der spanischen Stadt Murcia traf, unter denen auch der Korrespondent von Zenit war.

Der Kardinal führte den Vorsitz über den Kongress „Christus, Weg, Wahrheit und Leben“ vom 28. November bis zum 1. Dezember an der katholischen Universität San Antonio von Murcia.

Bei diesem Interview wurde auch zum erstenmal offiziell bekanntgegeben, dass Kardinal Ratzinger nun der Dekan des Kardinalskollegiums ist.

FRAGE: Einige interpretieren nicht selten die Verkündigung Christi als einen Bruch innerhalb des Dialogs mit den anderen Religionen. Wie kann man Christus verkünden und gleichzeitig Dialog führen?

KARDINAL RATZINGER: Ich würde sagen, dass heute der Relativismus ziemlich vorherrschend ist. Wer nicht Relativist ist, scheint intolerant zu sein. Wer glaubt, er habe die wesentliche Wahrheit verstanden, wird als intolerant betrachtet. Aber eigentlich ist dieser Ausschluss der Wahrheit wirklich schwerwiegend intolerant und reduziert die wesentlichen Dinge des Lebens auf den Subjektivismus. Auf diese Weise gibt es über die wesentlichen Dinge keine gemeinsame Anschauung mehr. Jeder könnte und sollte so entscheiden wie er es vermag und so verlieren wir die ethischen Grundlagen unseres gemeinsamen Lebens.

Christus ist der ganz andere im Vergleich mit allen anderen Religionsstiftern und kann nicht auf eine Stufe mit Buddha, Sokrates oder Konfuzius gestellt werden. Er ist wirklich die Brücke zwischen Himmel und Erde, das Licht der Wahrheit, das uns erschienen ist. Das Geschenk, Jesus zu kennen, heißt aber nicht, dass es nicht auch wichtige Fragmente der Wahrheit in anderen Religionen gibt. Im Lichte Christi können wir einen fruchtbaren Dialog von einem Standpunkt aus aufnehmen, von dem wir all diese Fragmente der Wahrheit zur Vertiefung unseres eigenen Glaubens und zu einer wahren geistigen Gemeinschaft der Menschen untereinander beitragen.

FRAGE: Was würden Sie heute einem jungen Theologen sagen?
– Welche Aspekte der Christologie würden sie ihm zum Studium empfehlen?

KARDINAL RATZINGER: Es ist vor allem wichtig, die Heilige Schrift zu kennen, das lebendige Zeugnis der Evangelien, sowohl der synoptischen als auch des Johannesevangeliums, um die wahre Stimme zu vernehmen. Sodann sind die großen Konzilien sehr wichtig, vor allem das Konzil von Chalkedon und die darauffolgenden Konzilien, welche die Bedeutung der großartigen christologischen Formel erklären – wahrer Mensch und wahrer Gott. Das ganz Neue, dass er wirklich der Sohn Gottes ist und trotzdem wahrer Mensch, ist nicht nur Schein, sondern verbindet vielmehr Gott mit den Menschen. Drittens würde ich ihnen empfehlen, das Ostermysterium zu vertiefen: es gilt, das Mysterium der Passion und der Auferstehung des Herrn zu verstehen, um so zu begreifen, was Erlösung bedeutet. Das Novum, dass Gott in der Person Jesu leidet, nimmt unsere Leiden mit hinein. Er nimmt an unserem Leben teil und schafft so den Schritt zum wahren Leben in der Auferstehung. Es geht um das Problem der Befreiung des menschlichen Lebens. Das ist auch heute im Ostermysterium inbegriffen und bezieht sich einerseits auf das konkrete Leben in der Zeit, andererseits ist es in der Liturgie zugegen. Es scheint mir besonders diese Verbindung zwischen Liturgie und Leben sehr zentral zu sein, da sie beide im Ostermysterium begründet sind.

FRAGE: Was hat Kardinal Ratzinger gelernt, was der Theologe Ratzinger nicht schon wusste?

KARDINAL RATZINGER: Das Wesen meines Christusglaubens ist immer dasselbe geblieben: diesen Menschen zu kennen, welcher Gott ist, der mich kennt und der, wie der heilige Paulus sagt, sich für mich hingegeben hat. Er ist hier, um mir zu helfen und mich zu leiten, und diese Glaubenssubstanz war immer dieselbe. Im Laufe meines Lebens habe ich die Kirchenväter gelesen und die großen Theologen sowie die Theologen der Gegenwart. Als ich jung war, war in Deutschland die Theologie Bultmanns maßgeblich, also die existentialistische Theologie, später war es dann die Theologie Moltmanns, sozusagen eine vom Marxismus beeinflusste Theologie. Ich würde sagen, derzeit ist der Dialog mit den anderen Religionen der wichtigste Punkt. Es gilt zu verstehen, wie Christus einerseits der Einzige ist und wie andererseits all den anderen entspricht, die vor ihm da waren und die mit Christus im Dialog sind.

FRAGE: Was muss eine katholische Universität als Trägerin der Wahrheit Christi tun, um dem christlichen Missionsauftrag der Evangelienverkündigung gerecht zu werden?

KARDINAL RATZINGER: Wichtig ist, dass man an einer katholischen Universität nicht nur die Vorbereitung zu einer gewissen Berufsausübung beigebracht bekommt. Eine Universität ist mehr als nur eine Berufsschule, wo man Physik, Soziologie und Chemie lernt … Eine gute Berufsausbildung ist zwar sehr wichtig, aber bliebe es nur hierbei, dann wäre die Universität nichts anderes als ein Gebäude mit verschiedenen Berufsschulen. Sie muss vielmehr als Grundlage die Konstruktion einer fundierten Interpretation der menschlichen Existenz liefern. Im Lichte dieser Grundlage können wir den Raum betrachten, welchen jede Wissenschaft einnimmt, wie auch unser christlicher Glaube, der auf einem sehr hohen intellektuellen Niveau angesiedelt werden muss.

Daher muss in der katholischen Schule eine Grundlagenbildung in Glaubensfragen gegeben werden und vor allem muss ein interdisziplinärer Dialog zwischen Professoren und Studenten stattfinden, damit sie gemeinsam die Mission eines katholischen Intellektuellen in unserer Welt begreifen können.

FRAGE: Bei der heutigen Suche nach Spiritualität suchen viele Menschen ihr Heil in transzendentaler Meditation. Welcher Unterschied besteht zwischen dieser und der christlichen Meditation?

KARDINAL RATZINGER: Mit einem Wort würde ich sagen, dass das Wesen der transzendentalen Meditation darin besteht, dass der Mensch sich seines eigenen Ichs entledigt und sich mit dem universalen Wesen der Welt vereint. Daher wird er entpersonalisiert. Hingegen verliere ich in der christlichen Meditation meine eigene Persönlichkeit nicht, sondern ich trete in eine personale Beziehung mit der Person Christi; ich trete in Beziehung mit dem „Du“ Christi, und auf diese Weise kann das „Ich“ nicht verloren gehen. Es behält seine Identität und Verantwortung. Gleichzeitig öffnet es sich und tritt in eine tiefere Einheit ein, die Einheit der Liebe, die nicht zerstörerisch ist. Ich würde daher in wenigen Worten etwas vereinfachend sagen, dass die transzendentale Meditation unpersönlich und in diesem Sinne „entpersonalisierend“ ist, während die christliche Meditation „personalisierend“ ist und zu einer tieferen Einheit hin öffnet, welche aus der Liebe geboren wird und nicht aus der Auflösung des „Ich“.

FRAGE: Sie sind Präfekt der Glaubenskongregation, ehemals die Heilige Inquisition. Nun kennen ja die meisten die vatikanischen Dikasterien gar nicht und glauben, deren Aufgabe sei es nur, zu verurteilen. Worin besteht ihre Arbeit?

KARDINAL RATZINGER: Das ist schwierig, in ein paar Worten zu antworten. Wir haben zwei Hauptbereiche, einen disziplinären und einen doktrinären.

Der disziplinäre Bereich deckt die Probleme im Zusammenhang mit Priesterdelikten ab, die es leider in der Kirche gibt. Nun haben wir ja das große Problem der Päderastie, wie sie wissen. In diesem Fall müssen wir vor allem den Bischöfen helfen, eine angemessene Vorgangsweise zu finden, und daher sind wir so eine Art Berufungsgericht. Wenn sich jemand ungerecht von einem Bischof behandelt fühlt, sind wir seine Anlaufstelle.

Der andere Bereich ist eher bekannt, wo es um die Glaubenslehre geht. In diesem Sinne hat Papst Paul VI. unsere Aufgabe als eine „Förderung“ und „Verteidigung“ des Glaubens definiert. Förderung heißt beim Dialog innerhalb der Familie der Theologen auf der ganzen Welt behilflich zu sein, diesen Dialog zu verfolgen und die positiven Strömungen zu unterstützen, aber auch den weniger positiven Tendenzen behilflich zu sein, mit den positiveren Tendenzen in Einklang zu gelangen. Die andere Dimension ist die Verteidigung: im Kontext der heutigen Welt mit ihrem Relativismus und einer tiefen Opposition gegen den Glauben der Kirche vielerorts mit ihrer agnostischen, atheistischen Ideologie etc. kommt es leicht zum Verlust der Glaubensidentität. Wir müssen helfen, die authentischen „Nova“ und wahren Fortschritte von anderen Schritten zu unterscheiden, die zum Verlust der Glaubensidentität führen könnten.

Uns stehen zwei wichtige Instrumente für diese Arbeit zur Verfügung, nämlich die Internationale Theologenkommission mit 30 Theologen, die von den Bischöfen vorgeschlagen und für fünf Jahre ernannt werden. Es sind dies Diskussionsforen für Theologen, um sozusagen zu einem internationalen Verständnis zu gelangen und zwar auch der verschiedenen Theologenschulen untereinander und im Dialog mit dem Kirchlichen Lehramt.

Für uns ist die Zusammenarbeit mit den Bischöfen wesentlich. Wenn möglich sollten die Bischöfe selbst solche Probleme lösen. Doch häufig geht es dabei um Theologen mit internationalem Ruf und daher übersteigen die Probleme die Möglichkeiten der Bischöfe, so dass sie der Kongregation vorgelegt werden. Hier fördern wir den Dialog mit diesen Theologen, um, wenn möglich, zu einer friedlichen Lösung zu gelangen. Nur in ganz wenigen Fällen kommt es zu einer negativen Lösung.

[Original: Italienisch; Übersetzung: Zenit]

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