Tradition und Katholizismus in Einheit mit dem Heiligen Stuhl

PMT-Hauptversammlung 2004 in Augsburg, Pontifikalamt mit Bischof Rifan

Vortrag bei der Jahrestagung von

Pro Missa Tridentina

am 8. Mai 2004 in Augsburg

von Bischof Fernando Rifan

Sehr geehrte Damen und Herren Vorstände der Vereinigung „Pro Missa Tridentina“, ganz besonders Frau Monika Rheinschmitt und Prof. Dr. Wolfgang Waldstein, die mich zu meiner großen Freude zu diesem Treffen eingeladen haben.

Hochwürdigste Priester, sehr geehrte Mitglieder von „Pro Missa Tridentina“, teure Brüder und Freunde der traditionellen Liturgie, meine Damen und meine Herren,

zuerst möchte ich mich für die liebenswürdige Einladung von „Pro Missa Tridentina“, in Person der verehrten Frau Monika Rheinschmitt, bedanken und für die damit verbundene Möglichkeit und Freude, hier zu sein und gemeinsam mit Ihnen die heilige Messe zu feiern und an dieser Tagung teilzunehmen. Ich danke ganz besonders Seiner Exzellenz, dem Diözesanbischof von Augsburg, Dr. Viktor Joseph Dammertz, der liebenswürdigerweise uns erlaubte, ein Pontifikalamt zu zelebrieren. Ich bedanke mich für Ihre Anwesenheit und im Voraus für Ihre Achtung und Ihre Geduld.

Einführung

Ich bin Dom Fernando Arias Rifan, Titularbischof von Cedamusa, Apostolischer Personal-Administrator von São João Maria Vianney, von Campos, Rio de Janeiro, Brasilien, zum Bischof geweiht am 18. August 2002 durch seine Eminenz Kardinal Dario Castrillon Hoyos, Präfekt der Kongregation für den Klerus. Nominiert durch den Heiligen Vater, Papst Johannes Paul II., als Bischof Koadjutor seiner Exzellenz Dom Licinio Rangel. Nach dessen Tod am 16. Dezember vergangenen Jahres wurde ich automatisch, entsprechend dem kanonischen Recht, sein Nachfolger, also Apostolischer Administrator.

Unsere Apostolische Personal-Administratur Hl. Johannes Maria Vianney ist eine offizielle kirchliche Jurisdiktion innerhalb der katholischen Kirche, errichtet durch das Dekret „Animarum bonum“ der Kongregation für die Bischöfe am 18. Januar 2002, unter Berücksichtigung der Anordnung des Höchsten Pontifex in handschriftlicher Ausfertigung „Ecclesiae unitas“ in Verbindung mit den liturgischen Formen der Römischen Liturgie, die der letzten liturgischen Reform von 1969 vorausgingen.

Um Ihnen ein besseres Verständnis dafür zu ermöglichen, wie sich alles entwickelte, möchte ich Ihnen etwas aus unserer Geschichte erzählen.

Unsere kleine Geschichte innerhalb der Kirchengeschichte

Die katholische Kirche auf unserer Erde ist kämpferisch, da sie sich immer im Streit befindet mit den Feinden Gottes und der Seelen, innen wie außen, gegen Sünden und Häresien.

Hervorgegangen aus den römischen Verfolgungen der drei ersten Jahrhunderte, mußte die Kirche stets gegen die großen trinitarischen und christologischen Häresien ankämpfen.

Selbst auf dem Höhepunkt der mittelalterlichen Christenheit, der Epoche der großen Heiligen, fehlten nicht die großen Häresien, die eine intensive Wachsamkeit seitens der Kirche erforderten. Als Ergebnis der Dekadenz der Sitten in der Renaissance ist der Verfall der Moral zu sehen, der alle Ebenen des christlichen Universums getroffen hat, vom einfachen Volk bis in die höchsten Hierarchien. Es entstand der Protestantismus, eine Pseudo-Reform, die verheerende Schäden anrichtete im christlichen Volk und noch heute anrichtet, hauptsächlich in Irrtümern über das Priestertum, die Eucharistie und den Opfercharakter der heiligen Messe. Die wirkliche Reform wurde von der Kirche durch das Konzil von Trient bewirkt sowie durch den Eifer der Heiligen, wie z.B. des heiligen Ignatius mit der Gesellschaft Jesu, des heiligen Karl Borromäus mit der Gründung von Seminaren, des heiligen Pius V. mit der Festlegung der Liturgie.

Ende des 18. Jahrhunderts kam die Französische Revolution mit der Verkündung der Menschenrechte unabhängig von den Gottesrechten, es kamen der Laizismus der Staaten und die modernen Freiheiten, es kam eine starke Kirchenverfolgung.

Im 19. Jahrhundert kam die Vorherrschaft des Liberalismus, der durch das kirchliche Lehramt verurteilt wurde.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam der Modernismus als Zusammenfassung aller Häresien in die Kirche und wurde verurteilt durch den heiligen Pius X.

Im sozialen Bereich entstand der Kommunismus, Ergebnis der marxistischen Philosophie, Zerstörer der christlichen Gesellschaft und großer Verfolger der Kirche.

Zwei Weltkriege forderten die stärkere Laisierung und Entchristlichung der Gesellschaft.

Und viele Irrtümer, die durch die Kirche bereits verurteilt waren, fanden ihre Wiedereinführung in die christlichen Reihen. Der heilige Vater Pius XII. erneuerte die Verurteilung dieser Irrtümer in verschiedenen Enzykliken, besonders in „Humani Generis“ und im liturgischen Bereich in „Mediator Dei“ (1947).

1948 wurde Dom Antonio de Castro Mayer zum Bischof von Campos ernannt, Professor, Doktor der Theologie, Abschluß an der Universität Gregoriana in Rom, treu dem kirchlichen Lehramt ergeben. Dom Antonio, vor allem bekannt durch seine Predigten, Artikel und insbesondere wegen seiner brillanten Pastoral-Briefe, alarmierte unaufhörlich seine Priester und Diözesanen wegen der aktuellen Irrtümer, die bereits durch die Kirche verurteilt und schon überall eingedrungen sind. In diesem Geist der Treue zur Kirche formte er seine Priester.

Er nahm von 1962 bis 1965 am II. Vatikanischen Konzil teil und versuchte, seinen Priestern und Gläubigen die legitime Interpretation des „Aggiornamento“ zu geben, die durch Papst Johannes XXIII. gewünscht wurde, als Warnung gegen diejenigen, die sich das Konzil zunutze machen, um den Modernismus und in seinem Gefolge die Häresien wieder zu beleben, wie sie durch den Papst Paul VI. als „Selbstzerstörung der Kirche“ aufgedeckt wurden.

Nach dem Konzil folgte die große noch nie dagewesene Krise innerhalb der Kirche: mit Glaubensabfällen in großem Ausmaß seitens der Priester und Ordensleute, mit der Entheiligung der Liturgie, Laisierung des Klerus, Rückgang der Berufungen, Verweltlichung der Seminare, irendische Ökumene, religiöser Synkretismus (Vermischung verschiedener Religionen), usw.

Wie sagte Papst Johannes Paul II: „Es wurden diejenigen Ideen ausgestreut, die am ausdrücklichsten der offenbarten und immer gelehrten Wahrheit entgegenstanden: wahre Häresien auf den Feldern der Dogmatik und der Moral wurden verbreitet … selbst die Liturgie wurde vergewaltigt“ (Diskurs auf dem Kongreß der Missionen, 6. Februar 1981).

Inmitten der allgemeinen Krise suchte Dom Antonio seine Diözese in der wahren katholischen Lehre zu erhalten durch die Bildung der Priester und die Anleitung der Gläubigen.

Nach dem Konzil wurden einige Änderungen in der Liturgie der heiligen Messe eingeführt, welche von Dom Antonio folgsam akzeptiert und in der Diözese übernommen wurden. Aber es gab Anzeichen dafür, daß die liturgische Reform nicht gut verlief und Unzufriedenheit verursachte.

Kardinal Antonelli, Mitglied der Päpstlichen Kommission für die Liturgische Reform, gesteht ein, daß die Reform durch „Personen, vorgerückt auf den vorgegebenen Wegen der Erneuerungen …“ vorbereitet worden ist, lieblos und ohne jegliche Verehrung dessen, was uns überliefert wurde.“ (Card. Ferdinando Antonelli e gli sviluppu della riforma liturgica dal 1948 al 1970 Studia Anselmiana Roma).

Im Jahre 1969 kam der Novus Ordo Missae des Papstes Paul VI., der nicht wenig Bestürzung bei vielen Katholiken verursachte, einschließlich wichtiger Persönlichkeiten wie einiger Kardinäle der Römischen Kurie.

Gleichermaßen bestürzt schrieb Dom Antonio an Papst Paul VI., um seine Gewissenskonflikte bezüglich der Akzeptanz der neuen Messe darzulegen. Hier ein Auszug aus seinem Brief: „Ich habe mit Aufmerksamkeit den „Novus Ordo Missae“ geprüft, … nun, nach viel Gebet und Reflexion, erachte ich es als meine Pflicht als Priester und Bischof, Eurer Heiligkeit meine Gewissensqual aufzuzeigen und in Ehrfurcht und kindlichem Vertrauen, die ich dem Stellvertreter Jesu Christi schulde, eine Bitte vorzubringen. Ich erfülle somit eine dringende Gewissenspflicht, demütig und in ehrerbietiger Weise Eure Heiligkeit anzuflehen, Sie möge die Güte haben, uns zu ermächtigen, weiterhin den „Ordo Missae“ des heiligen Pius V. zu gebrauchen, dessen Wirksamkeit für die Ausbreitung der heiligen Kirche und für den Eifer der Priester und Gläubigen durch Eure Heiligkeit mit großem Nachdruck in Erinnerung gerufen wird.“ (Brief vom 12. September 1969).

Auf diese Weise, obwohl Dom Antonio niemals jemanden hierzu verpflichtete – es gab Priester, welche die Neue Messe übernahmen – wurde in der Mehrheit der Pfarreien in der Diözese von Campos offiziell die traditionelle heilige Messe nach dem heiligen Pius V. sowie die gesamte traditionelle apostolische Ausrichtung bewahrt.

1981 wurde Dom Antonio auf dem Bichofssitz von Campos ersetzt. Die auf ihn folgenden Bischöfe hatten nicht seine Ausrichtung. Nachdem sie von ihren Pfarreien wegversetzt worden waren mit der Folge, daß Tausende von Gläubigen die Wiederherstellung der traditionellen heiligen Messe und der traditionellen Ausrichtung wünschten, erkannten die „Priester von Campos“ die Notwendigkeit, für diese Gläubigen zu sorgen und ihnen in neuen Kirchen und neuen Kapellen die Sakramente zu spenden. So wurde die Priestergemeinschaft vom hl. Johannes Maria Vianney gegründet.

Und ohne jegliche Absicht, ein Schisma in der Kirche zu begründen, beantragten die Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X., einen ihrer Priester, Dom Licinio Rangel, zum Bischof zu weihen, um für die traditionsverbundenen Gläubigen zu sorgen als ein Bischof ohne Jurisdiktion, nur versehen mit der Gewalt des Amtes und ohne Absicht, eine parallele Diözese zu errichten (1991). Es war klar, daß diese Notsituation nicht ewig andauern konnte. Alle ersehnten die Rückkehr zur Normalität.

Zum Jubiläum des Jahres 2000 nahmen die „Priester von Campos“ teil an der Pilgerfahrt des Heiligen Jahres nach Rom, gemeinsam mit der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Zu diesem Zeitpunkt begann Kardinal Dario Castrillon Hoyos, Präfekt der Kleruskongregation, mit der Genehmigung und dem Segen des Heiligen Vaters, Papst Johannes Paul II., das Gespräch mit dem Ziel einer juristischen Regulierung der Situation der betroffenen traditionsverbundenen Priester und Gläubigen.

Die Priester der Priestergemeinschaft vom heiligen Johannes Maria Vianney schrieben einen Brief an den Heiligen Vater, in dem sie um Akzeptanz und Anerkennung als Katholiken baten. Der Papst antwortete, daß er ihnen wohlwollend Gehör schenken wolle. Am 18. Januar 2002, wurde die Personal-Administratur Heiliger Johannes Maria Vianney errichtet, mit eigenem Bischof und Priestern, mit Personal-Jurisdiktion über die Gläubigen und mit dem Recht auf die traditionelle heilige Messe als eigener Ritus (die offizielle Verwirklichung der Bitte von Dom Antonio de Castro Mayer war hiermit erreicht). Alle Zensuren und Strafen, die sie möglicherweise in der Vergangenheit auf sich gezogen hatten, wurden aufgehoben. Auf diese Weise wurde die rechtliche Stellung innerhalb der katholischen Kirche geregelt, die kanonischen Befugnisse wurden wieder zuerkannt und ihre kirchlichen Realität mit ihren charakteristischen Eigentümlichkeiten respektiert.

Gründe für die Übereinkunft mit dem Heiligen Stuhl

Wie bereits erwähnt im Zusammenhang mit dem handgeschriebenen Brief „Ecclesiae unitas“ des Heiligen Vaters Papst Johannes Paul II. vom 25. Dezember 2001 und durch das Dekret „Animarum bonum“ der heiligen Kongregation für die Bischöfe vom 18. Januar 2002 schuf der Heilige Stuhl die Apostolische Personal-Administratur Hl. Johannes Maria Vianney, um den Katholiken den tridentinischen Ritus mit eigenem Bischof, Priestern, Pfarreien und eigenem Seminar zu ermöglichen und die der traditionellen Liturgie des lateinischen Ritus verbundenen Gläubigen zu achten.

Es war ein historisches Ereignis und von großer Wichtigkeit für die katholische Kirche.

Es war nicht im eigentlichen Sinne eine Übereinkunft, wie man sagte und wie ich es noch erklären werde.

Beachten wir den juristischen Aspekt zum Zeitpunkt, als unsere Bitte gewahrt wurde, so können wir sagen, es gab eine juristische Genehmigung von Seiten des Heiligen Stuhls.

Beachtet man aber die Verhandlungen und Gespräche für sich selbst, so gab es keine eigentliche Übereinkunft, sondern es gab eine Absprache.

Allein das Wort „Übereinkunft“, welches in den vorhergehenden Verhandlungen mit dem Heiligen Stuhl gebraucht wurde, erachten wir unter den gegenwärtigen Umständen als wenig geeignet.

Einmal, weil es keine Übereinkunft gibt mit einem Höherrangigen der kirchlichen Hierarchie und noch weniger mit dem Papst: ihm schuldet man Folgsamkeit und Gehorsam nach den Regeln der Kirche und zweitens, weil „ Übereinkunft „ Konzessionen und Austausch beinhaltet, die es in der Realität nicht gegeben hat.

Der Begriff, welcher das, was es gab, besser ausdruckt ist: „Absprache“.

In Wahrheit wurden wir zu Beginn der Gespräche als Negativ-Part erachtet, als Zerrbild (Karikatur): die „Priester von Campos“, „Traditionalisten“, also als jene, die absolut weder den Papst noch das 2. Vatikanische Konzil noch den Wert des Novus Ordo Missae, die Messe von Papst Paul VI., anerkannten. Deshalb war es notwendig, unsere wahre Position zu verdeutlichen, die, einmal „verstanden“, wie sie ist, unsere Anerkennung und Genehmigung als Katholiken, in vollständiger Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl, erlaubte. Also, es gab eine „Absprache“, und mit ihr eine juristische Regelung.

Warum suchen wir diese Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl? Folgendermaßen antwortete Dom Licinio Rangel der internationalen Zeitschrift „30 Tage“: „Es war unsere Liebe zu Rom und zum Papst, unser katholisches Gefühl, als Frucht der Bildung, die wir durch Dom Antonio de Castro Mayer erhalten haben. Er veranlaßte uns, immer die Einheit mit der Hierarchie der heiligen Kirche zu wünschen. Immer hatten wir die Gewißheit, daß unsere Position des Widerstandes „für“ die Tradition und die konsequente Situation der Ausführung, eng am notwendigen Thema sein sollte, den zeitlichen Umständen entsprechend, immer die Ursprünge der Krise anzeigend, gerechtfertigter Widerstand im Interesse der Seelen, ohne irgendeine Intention zum Schisma. Als Beweis sei angeführt, daß ich nach dem Tode des Dom Antonio de Castro Mayer vor zehn Jahren und als ich das Bischofsamt erhielt, erklärte, daß die Zustände sich andern müßten, und ich würde dem Papst mein Bischofsamt zur Verfügung stellen, sofern er es Wünsche, so daß er darüber verfügen könne. Nichts also, kein Bruch mit der Kirche. Immer ersehnten wir eine Regulierung und eine Anerkennung. Die Möglichkeit hierzu ergab sich nach unserer Pilgerfahrt nach Rom zum Jubiläum des Jahres 2000, als der Heilige Vater Dario Kardinal Castrillon Hoyos ernannte, in seinem Namen die Gespräche im Hinblick auf unsere Regulierung vorzubereiten. Die Gespräche dauerten das ganze Jahr 2001 hindurch, und Gott sei Dank wurde ein guter Schluß erreicht mit unserer vollständigen kanonischen Anerkennung im Schoß der Heiligen Kirche.“

Die Notwendigkeit einer Anerkennung

Eines, was uns am meisten bewegte, die Anerkennung und die Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl zu akzeptieren, war das vertiefte Studium einiger sicherer katholischer Wahrheiten. z.B.: Alle Katholiken müssen geeint sein unter der Hierarchie der Kirche. Übrigens ist es ein Dogma des katholischen Glaubens: „Wir erklären, sagen und definieren, daß es absolut notwendig ist zur Rettung aller Menschen, sich dem römischen Pontifex unterzuordnen“ (Bonifatius VIII., Bulle Unam Sanctam, Dz-Sh 875).

Und das Lehramt der Kirche (Leo XIII. Enzyklika Satis Cognitum) lehrt uns, daß die Einheit der Herrschaft oder der Regierung ebenso notwendig ist wie die Einheit des Glaubens.

Folglich ist das Getrenntsein von der Hierarchie gleichermaßen als körperliche Trennung zu verstehen, etwas Unnormales, etwas zeitlich Befristetes, das es notwendig macht, diesen Zustand zu beenden.

So waren die Gedanken des Dom Marcel Lefebvre, als er während der mit dem Heiligen Stuhl geführten Gespräche im Jahre 1988, an Kardinal Ratzinger schrieb:

„Ich konnte die Arbeiten der beauftragten Kommission begleiten, um eine akzeptable Lösung für die Probleme, um die wir uns sorgen, vorzubereiten. Es scheint, daß wir Dank der Gnade Gottes auf dem richtigen Weg sind für eine Übereinkunft, mit der wir glücklich sein werden.“ (Brief vom 15.04.1988  cf. Fideliter,  le dossier complet).

Gefahr des Schismas in diesem Zustand der Trennung

Die Priester der Priestergemeinschaft von Campos unter Dom Licinio schrieben nach reifer Überlegung am 5. Juni 2001 offiziell an den Superior der Priesterbruderschaft St. Pius X., Dom Bernard Fellay, mit welchem sie zusammen die Gespräche mit dem Heiligen Stuhl führten, und listeten 28 ernste Grinde auf über die Notwendigkeit einer Anerkennung und warnten ihn vor der zu erwartenden Gefahr des Verbleibens in diesem unnormalen Stand der Trennung: „Man muß berücksichtigen … daß die derzeitige Trennung der traditionellen Katholiken in Bezug auf die Hierarchie, provoziert durch die Krise der Kirche, etwas Abnormales ist, was nur gelegentlich und vorübergehend sein darf, und daß es folglich unser ernsthaftes Anliegen sein muß, nach einer Regulierung und Einheit zu streben, anstatt sich mit einer Situation zu begnügen, welche die negativen Auswirkungen dieser abnormalen Trennung schon inmitten der traditionsverbundenen Gläubigen spürbar werden läßt. Diese negativen Auswirkungen rufen einen Geist der allgemeinen und systematischen Kritik hervor, einen Geist der Unabhängigkeit, ein Sich-Zufrieden-Geben mit der Abnormalität der Situation und ein Gefühl, persönlich im Besitz der Einen Wahrheit zu sein; die Gefahr, die von dieser Trennung im Verlauf der Zeit ausgeht, auch wenn sie nicht das Bekenntnis zu irgendeinem theoretischen Schisma bedeutet, ist das Entstehen eines schismatischen Geistes, wenn man das Fehlen einer einheitlichen Struktur als gegeben betrachtet“.

(Unglücklicherweise wurde dieser Brief nicht beantwortet)

Die Beispiele für diesen Geist, die wir aus traditionsverbundenen Kreisen kennen, brachten uns dazu, über diese Gefahr, die in einer gewohnheitsmäßigen oder systematischen Trennung liegt, nachzudenken: Die Radikalen wandeln sich zu Sedisvakantisten, zu Schismatikern oder sogar zu Apostaten.

Der Heilige Thomas von Aquin sagt: „Es seien genannt Schismatiker diejenigen, die es ablehnen, sich dem Höchsten Pontifex unterzuordnen und jene, die es ablehnen, in Gemeinschaft mit den Gliedern der Kirche und ihren Menschen zu leben“ (2a-2ae, q. 39, art. 1).

Der berühmte spanische Theologe Francisco Suarez lehrt, daß es verschiedene Möglichkeiten gibt, zum Schismatiker zu werden: „ohne zu verneinen, daß der Papst das Oberhaupt der Kirche ist, was an sich schon Häresie wäre, es genügt schon sich so zu verhalten, als wäre er es nicht: dies ist die übliche Methode.“ (De Charitate, disp. 12, sect. I, n.2, t. XII, p. 733, in Opera Omnia).

Dies lehrt das Lehramt der Kirche: „In einem gefährlichen Irrtum befinden sich also jene, die meinen, sie könnten Christus als Haupt der Kirche verehren, ohne seinem Stellvertreter auf Erden die Treue zu wahren. Denn wer das sichtbare Haupt außer acht läßt und die sichtbaren Bande der Einheit zerreißt, der entstellt den mystischen Leib des Erlösers zu solcher Unkenntlichkeit, daß er von denen nicht mehr gesehen noch gefunden werden kann, die den sicheren Hort des ewigen Heiles suchen.“ (Pius XII., Enzyklica Mystici Corporis).

„Wozu dient es in Wahrheit, das katholische Dogma des Primates des glückseligen Petrus und aller seiner Nachfolger, die Verbreitung von so vielen Erklärungen zum katholischen Glauben und des Gehorsams gegenüber dem Apostolischen Stuhl, wenn deren Taten offensichtlich deren Worten widersprechen? Kann es sein, daß die Rebellion nicht weniger entschuldbar ist, desto mehr, als man die Pflicht zum Gehorsam anerkennt?….jener, der dies verneint, ist Ketzer; jener der im Gegensatz hierzu dies anerkennt aber hartnäckig es ablehnt zu gehorchen, ist würdig des Bannfluchs“ (Papst Pius IX., Enzyklika Quae in Patriarchatu, 1/9/1868, n. 23 u. 24).

Worin bestand die Unregelmäßigkeit der Situation?

Die erste Unregelmäßigkeit war die Weihe eines Bischofs und dessen Einsetzung gegen den Willen des Papstes. Folglich wäre es notwendig gewesen, bei der ersten passenden Gelegenheit aus dieser irregulären Situation wieder herauszukommen, denn es gab die schwerwiegende Gefahr der Weiterentwicklung von einem Zustand der bloßen Trennung hin zu einem realen Schisma.

So sagte Papst Pius XII. in seiner Enzyklika „Ad Apostolorum Principis“: „Keine Autorität, außer es wäre der Höchste Hirte, keine Person oder Versammlung von Priestern oder Laien kann sich das Recht der Bischofsnominierung anmaßen. Niemand kann rechtmäßigerweise die Bischöfliche Weihe erteilen, ohne die Gewißheit eines päpstlichen Mandats zu haben. Eine solche Weihe gegen göttliches und menschliches Recht, ist ein äusserst schwerwiegender Anschlag auf die Einheit der Kirche selbst und wird bestraft mit der Exkommunikation“.

Darüber hinaus beginnen mit der Zeit Fälle aufzutreten, für welche die „Schlüsselgewalt“ notwendig ist, die ein Bischof ohne Jurisdiktion nicht besitzt, z.B. die Erklärung der Annullierung von Ehen, die Laisierung von Diakonen, die Dispens von Wahlen usw. Wenn jemand solche Vollmachten für sich beanspruchte, käme das einer Ersetzung der Hierarchie gleich, der Bildung einer Parallelkirche, was tatsächlich ein Schisma wäre.

In unserem Fall strebte Dom Licinio Rangel, in einer außerordentlichen Situation zum Bischof geweiht, um für diejenigen Gläubigen zu sorgen, die der traditionellen Liturgie verbunden waren immer die Normalisierung der irregulären Situation an, in der wir uns befanden, denn er war sich bewußt, daß es für einen Katholiken normal ist, mit der Kirche vereint und ihrer Hierarchie unterstellt zu sein. Sobald der Heilige Stuhl uns die Möglichkeit der Regulierung angeboten hatte, bestätigte Dom Licinio: „Der Notstand soll beendet werden!“. Und er tat alles dafür, daß die Gespräche mit dem Heiligen Stuhl zu einem guten Ergebnis führten, trotz des Drucks, den diejenigen ausübten, die weiterhin am Rande verbleiben wollten.

Der Kampf für die heilige Messe im traditionellen Ritus

Während vieler Jahre kämpften und litten wir für den Erhalt der traditionellen heiligen Messe. Und jetzt, Gott sei Dank, gewahrte uns der Heilige Vater wie einen Siegespreis für diesen Kampf das offizielle Recht, in unserer Administratur die vom heiligen Pius V. kodifizierte traditionelle heilige Messe sowie alle Sakramente, die vollständige Liturgie und die traditionelle Disziplin beizubehalten.

Die Gründung der Apostolischen Administratur zeigt aller Welt, daß es möglich ist, die traditionelle Liturgie zu bewahren, in voller Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater, dem Papst. Es ist nicht notwendig, die Gemeinschaft mit ihm aufzubrechen. Desweiteren ist beachtenswert, daß die Bitte von Dom Antonio de Castro Mayer, der den Papst um die Erlaubnis gebeten hatte, die Feier der traditionellen Messe fortführen zu dürfen, letztlich erfüllt wurde.

So bewahren wir mit dem Segen des Heiligen Vaters, des Papstes, die tridentinische heilige Messe, da sie den authentischen Reichtum der heiligen katholischen Kirche in sich trägt, eine Liturgie, die viele Seelen heiligte, die heilige Messe, welche schon die Heiligen mitfeierten, die heilige Messe, die in aller Klarheit und ohne Zweideutigkeiten die eucharistischen Dogmen ausdrückt, die ein authentisches Glaubensbekenntnis begründen, als Symbol unserer katholischen Identität, ein wahrhaftiges theologisches und geistliches Erbe der Kirche, das es zu bewahren gilt.

Wie Kardinal Dario Castrillon Hoyos, der Präfekt der Kongregation für den Klerus, es gut ausgedrückt hat: „Gerade der alte Ritus der heiligen Messe hilft vielen Menschen, den Sinn für das Geheimnis lebendig zu erhalten. Der heilige Ritus mit seiner Offenheit für das Geheimnis hilft uns, mit unseren Sinnen einzudringen in das Innere des göttlichen Geheimnisses. Die Würde eines Ritus’, der die Kirche während so vieler Jahre begleitete, rechtfertigt sehr wohl, daß eine besondere Gruppe von Gläubigen die Wertschätzung dieses Ritus erhalten will, und die Kirche, vertreten durch die Stimme des Höchsten Pontifex, verstand dies, als sie darum bat, die Türen für seine Zelebration zu öffnen… Wir feiern einen schonen Ritus, einen Ritus, der viele zu Heiligen gemacht hat, eine schöne heilige Messe, welche die Gewölbe vieler Kathedralen erfüllt und welche ihre geheimnisvollen Klänge in den kleinen Kapellen der ganzen Welt erklingen läßt _“ (Auszüge aus der Predigt während der heiligen Messe des heiligen Pius V., von Kardinal Dario Castrillon Hoyos, zelebriert in Chartres, am 4. Juni 2001).

Das Gleiche sagte Papst Johannes Paul II. in Bezug auf die traditionelle heilige Messe, als er sie als Vorbild der Ehrfurcht und Demut für alle Zelebranten der Welt vorgegeben hat:

„Das Volk Gottes hat das Bedürfnis, in uns Priestern und Diakonen ein Verhalten zu sehen, voll Ehrfurcht und Würde und fähig, ihnen zu helfen, in die unsichtbaren Dinge einzudringen, auch mit wenigen Worten und Erklärungen. Im Missale Romanum vom heiligen Pius V. finden wir wunderschöne Gebete, mit denen der Priester die tiefsten Gefühle der Demut und Ehrfurcht im Angesicht der heiligen Geheimnisse ausdrücken kann: sie offenbaren das innerste Wesen der ganzen Liturgie“ (Johannes Paul II., Botschaft an die Vollversammlung der Kongregation für den Göttlichen Kult und der Sakramentenordnung, über das Thema „Vertiefung des liturgischen Lebens im Volk Gottes, vom 21.9.2001).

Aber: Lieben, Verteidigen und Bewahren der traditionellen heiligen Messe bedeutet nicht, die Neue Messe an sich als häretisch, sakrilegisch, sündhaft oder unrechtmäßig zu erachten. Das wäre gegen das Dogma der Unfehlbarkeit der Kirche.

Wir sagen in unserer Erklärung, daß wir die Gültigkeit des Novo Ordo Missae, erlassen durch Papst Paul VI., immer dann anerkennen, wenn sie richtig und in der Intention zelebriert wird, das wahre Opfer der heiligen Messe darzubringen.

Übrigens war dies die Lehre von Dom Antonio de Castro Meyer und auch von Dom Marcel Lefebvre, der in seiner Grundsatzerklärung, die von ihm geprüft und unterzeichnet worden ist, erklärte:

„Wir erklären außerdem, die Gültigkeit des Meßopfers und der Sakramente anzuerkennen, die mit der Intention das vollbringen, was die Kirche vollbringt und nach den Riten zelebriert werden, die in den von den Päpsten Paul VI. und Johannes Paul II. promulgierten offiziellen Ausgaben des römischen Meßbuches und den Ritualen für die Sakramente enthalten sind.“ (Fideliter, le dossier complet).

Weshalb machten wir die Einschränkung „vorausgesetzt, es wird korrekt und mit der Absicht zelebriert, das wahre Opfer der heiligen Messe darzubringen“?

Darum, weil klar ist, daß der Priester, wenn er die Messe in der Absicht zelebriert, nur eine Mahlfeier abzuhalten oder eine einfache Zusammenkunft mit einem Bericht über das Herrenmahl ohne die Absicht, das wahre Opfer der heiligen Messe darzubringen, dann die Gültigkeit dieser Messe beeinträchtigt sein wird.

Und darüber hinaus sind gerade diejenigen Messen beklagenswert, in denen „die Liturgie verletzt wurde“, wie Papst Johannes Paul II. sagte (Diskurs auf dem Kongreß der Missionen, 6. Februar 1981), oder in denen „die Liturgie verkommt zu einer Show’, in der man versucht, die Religion interessant zu gestalten mit Hilfe von modernen Dummheiten – von vorübergehenden Erfolgen einer Gruppe liturgischer Macher“, wie Kardinal Ratzinger kritisiert (Vorwort des Buchs „La Reforme Liturgique“, von Msgr. Klaus Gamber, S. 6). Und vor allem, wie Kardinal Eduardo Gagnon, Präsident des päpstlichen Komitees für die internationalen Eucharistischen Kongresse, sagte, „man kann unterdessen nicht ignorieren, daß die (liturgische) Reform die Ursache war für viele Mißbräuche, und sie führte in gewisser Weise zum Schwinden der dem Heiligen gegenüber geschuldeten Ehrfurcht. Diese Tatsache muß bedauerlicherweise eingestanden werden und entschuldigt einen Großteil der Leute, die sich von unserer Kirche oder aus ihrer alten Pfarrgemeinschaft entfernt haben“ (…) („Integrismo e Conservatismo“ Interview mit Kardinal Gagnon, „Offerten Zeitung  Römisches“, Nov./Dez. 1993, S. 35)

Es ist offensichtlich, daß die Kirche eine große Krise durchlebt. Dies ist einer der Gründe, weshalb wir die traditionelle heilige Messe bewahren. Wie Joseph Kardinal Ratzinger, derzeitiger Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, richtigerweise sagte: „Die kirchliche Krise, in der wir uns heute befinden, ist größtenteils bedingt vom Zusammenbruch der Liturgie“ (Kard. Ratzinger La mia vita, pag. 113).

Darum, zu unserer größeren Ruhe und Sicherheit, bewahren wir in unserer Apostolischen Administration in aller Liebe und Ergebenheit und mit der Berechtigung, die uns der Heilige Vater und Papst gewährte, die Liturgie und die traditionelle liturgische Ordnung als eigenen Ritus, diesen großen Schatz der Kirche, als authentisches Bekenntnis des katholischen Glaubens, in vollkommener Gemeinschaft mit dem Stuhl des Petrus. Und dasselbe machen die Damen und Herren hier. Ich möchte „Pro Missa Tridentina“ loben und alle Katholiken, die lieben und sich bemühen, alles zu tun, damit die traditionelle Liturgie und der Heilige Vater geliebt werden. Und der Heilige Vater beruhigt uns, indem er sagt, daß es legitim ist, der traditionellen Liturgie des Römischen Ritus anzuhängen.

Folglich, wie ich in meinem ersten Pastoralbrief schrieb, bewahren wir die Tradition und die traditionelle Liturgie, in Einheit mit der Hierarchie und mit dem lebendigen Lehramt der Kirche, und nicht in Gegenposition zu ihnen. Die Gründung unserer Apostolischen Administratur demonstriert uns, daß dies vollkommen möglich ist. Es ist möglich katholisch und traditionell zu sein, in völliger Einheit mit dem Heiligen Stuhl.

Schluß

Lieben wir die heilige Messe als Zentrum unseres katholischen Lebens, als Ausdrucksform unseres Glaubens und als unser Bekenntnis zum Herrn und seiner Heiligen Kirche.

Lieben wir die traditionelle Heilige Messe, diesen großen Schatz der heiligen Kirche, dieses klare Bekenntnis unseres katholischen Glaubens, in Einheit mit der Hierarchie und dem lebendigen Lehramt der Kirche.

Lieben wir den Heiligen Vater, den Papst, und beten wir immer für ihn.

Beten wir dafür, daß Gott die Feinde seiner Kirche besiegt: „Ut inimicos Sanctae Ecclesiae humiliare digneris, te rogamos, audi nos“ (Allerheiligen-Litanei).

Fahren wir fort im vereinten Gebet, daß alles sein möge zur größeren Verherrlichung Gottes, zum Triumph der heiligen Kirche und zur Errettung unserer Seelen. Daß Unsere Liebe Frau, Mutter der Kirche, uns beschützen möge in ihrem Unbefleckten Herzen.

Übersetzung aus dem Portugiesischen durch Roland Grund

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Quelle

DIE „VEREINIGUNG VOM HL. JOHANNES MARIA VIANNEY“

SCHREIBEN VON PAPST JOHANNES PAUL II.
AN DEN BRASILIANISCHEN BISCHOF MSGR. LICINIO RANGEL
UND AN DIE „VEREINIGUNG VOM
HL. JOHANNES MARIA VIANNEY“

Dem Ehrwürdigen Bruder
LICINIO RANGEL
und den geliebten Söhnen der
»Vereinigung vom hl. Johannes Maria Vianney« von Campos in Brasilien 

Die Einheit der Kirche ist ein Geschenk, das uns der Herr, Hirt und Haupt des Mystischen Leibes, gewährt; zugleich erfordert sie aber die entschlossene Antwort jedes ihrer Glieder, die der eindringlichen Bitte des Erlösers entsprechen soll: »Ut omnes unum sint sicut tu Pater in me et ego in te ut et ipsi in nobis unum sint ut mundus credat quia tu me misisti – Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast« (Joh 17, 21).

Mit großer Freude haben Wir Euren Brief vom vergangenen 15. August erhalten, mit dem die gesamte Vereinigung ihr katholisches Glaubensbekenntnis erneuert und ihre volle Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri bekundet hat; in ihm anerkennt sie deren »Primat und Leitungsgewalt über die Universalkirche, über die Hirten und Gläubigen« und erklärt weiterhin, daß »wir um nichts auf dieser Welt von dem Felsen, auf den Jesus Christus seine Kirche gegründet hat, abrücken wollen«.

Mit tiefer pastoraler Freude haben Wir Kenntnis erhalten von Eurem Wunsch, bei der Verkündigung des katholischen Glaubens und der katholischen Lehre mit dem Stuhl Petri zusammenzuarbeiten, im Einsatz zu Ehren der heiligen Kirche – die sich als »signum inter nationes« (Jes 11, 12) erhebt – und im Kampf gegen diejenigen, die vergebens versuchen, das Schiff Petri zu erschüttern, denn »die Mächte der Unterwelt werden sie [die Kirche] nicht überwältigen« (Mt 16, 18 ).

Laßt uns dem dreieinigen Herrn für diese guten Absichten danken!

In Erwägung all dessen und im Hinblick auf die Ehre Gottes, das Wohl der heiligen Kirche und das oberste Gesetz, nämlich das »salus animarum« (das Seelenheil – vgl. can. 1752 CIC), kommen Wir gerne Eurer Bitte nach, in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen zu werden, und anerkennen kirchenrechtlich Eure Zugehörigkeit zu ihr.

Wir teilen Dir zugleich mit, Ehrwürdiger Bruder, daß gegenwärtig das gesetzgeberische Dokument ausgearbeitet wird, das die Rechtsform der Anerkennung Eurer kirchlichen Einrichtung feststellen und die Achtung Eurer Eigenheiten bestätigen wird.

Mit diesem Dokument wird Eure Vereinigung kirchenrechtlich als Apostolische Personaladministratur errichtet, die dem Apostolischen Stuhl direkt unterstellt sein und ihr Territorium in der Diözese Campos haben wird. Die Jurisdiktion wird dabei zusammen mit der des Ortsordinarius ausgeübt. Die Leitung der Vereinigung wird Dir, Ehrwürdiger Bruder, anvertraut, und Deine Nachfolge wird gewährleistet.

Weiterhin wird der Apostolischen Administratur die Befugnis bestätigt, die Eucharistie und das Stundengebet nach dem Römischem Ritus zu feiern und nach der von meinem Vorgänger Pius V. vorgeschriebenen liturgischen Ordnung mit den von seinen Nachfolgern bis zum sel. Johannes XXIII. eingeführten Anpassungen.

Mit tiefempfundener Freude erklären Wir daher, daß Wir zur Widerherstellung der vollen Gemeinschaft die Aufhebung der Beugestrafe aussprechen, die laut can. 1382 CIC gegen Dich, Ehrwürdiger Bruder, verhängt worden war, sowie die Aufhebung aller Beugestrafen und die Dispens von allen Irregularitäten, in die andere Mitglieder der Vereinigung verfallen sind.

Das bedeutsame Datum der Unterzeichnung Deines Briefes, nämlich das Hochfest der Aufnahme der allerseligsten Jungfrau Maria in den Himmel, ist uns nicht entgangen. Ihr, der heiligen Mutter Gottes, sowie der Kirche empfehlen Wir diesen Rechtsakt mit dem Wunsch – der zum Gebet wird – eines immer einträchtigeren Miteinanders zwischen Klerus und Gläubigen Eurer Vereinigung und der geliebten Diözese Campos im Hinblick auf einen verstärkten und wahrhaft missionarischen Einsatz der heiligen Kirche.

Allen Mitgliedern der Vereinigung vom hl. Johannes Maria Vianney erteilen Wir von ganzem Herzen einen besonderen Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 25.Dezember, dem Hochfest der Geburt des Herrn im Jahr 2001, dem 24. Jahr Unseres Pontifikats 

IOANNES PAULUS PP. II

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Quelle

Siehe dazu auch:

Pakistan: Ein weiteres Osterfest hinter Gittern für Asia Bibi

Die Töchter von Asia Bibi

In Pakistan war auch dieses Osterfest ein trauriges für die Christin Asia Bibi, die junge Mutter, die seit nunmehr acht Jahren wegen vorgeblicher Beleidigung des Korans im Todestrakt des Gefängnisses von Multan sitzt. Die Revision des Verfahrens, durch NGO´s und ausländische Regierungen nachdrücklich gefordert, geht schleppend voran, erst kürzlich wurden Richter des Höchsten Gerichts, die sich mit dem Fall befassen sollen, ausgetauscht. Trotz wiederholter Versicherungen der Regierung unter Nawaz Sharif, das umstrittene Blasphemiegesetz umzuschreiben, ist bislang noch kein konkretes Ergebnis greifbar. Im Gegenteil, den Lippenbekenntnissen zum Trotz, werden in den vergangenen Wochen die Betreiber von Websites und Social Media verstärkt dazu aufgefordert, Inhalte mit „blasphemischem Inhalt“ zu löschen. Drakonische Strafen drohen Firmen oder Privatleuten, die derartiges Material verbreiten.

Der Katholik und ehemalige Minister für Nationale Harmonie [insb. unter den Religionen, Anm. d. R.] Paul Bhatti ist seit Jahren im Einsatz für die Rechte der religiösen Minderheiten in Pakistan. Ein gefährliches Unterfangen in einem Land, in dem es wegen angeblicher blasphemischer Verhaltensweisen immer wieder zu außergerichtlichen Exekutionen kommt. Erst vor wenigen Tagen traf es einen jungen Journalistikstudenten, der selbst Muslim war. Es waren Kommilitonen, die Mashal Khan gefoltert und anschließend erschossen hatten, weil er Mohammed beleidigt habe. Paul Bhatti selbst hat seinen Bruder verloren; der ehemalige Minister für religiöse Minderheiten in Pakistan, Shabaz Bhatti, ist 2011 von einem islamistischen Extremisten erschossen worden. Er meint zu den Vorstößen der Regierung:

„Leider gibt es in Pakistan immer noch diese extreme Mentalität aus Verschlossenheit und Verletzung der Menschenrechte. Diese Restriktionen in den Medien, auf Youtube, im Internet, heißen nichts anderes als Pakistan um Jahre zurück zu werfen. Doch die Menschen verstehen das.“ Einige Dinge, so Bhatti weiter, seien schon angepackt worden, doch die Regierung kämpfe mittlerweile selbst mit einer Reihe von Problemen, die ihre eigene Stabilität und Kontinuität beträfen. „Deshalb“, so die Analyse des Politikers und Menschenrechtlers, „passieren einige Dinge, die man nicht verstehen kann. Doch das ist der Instabilität der Macht geschuldet.“

Insbesondere der Fall der Asia Bibi liegt ihm am Herzen, seit Jahren setzt er sich für ihre Freilassung ein. Bis zum endgültigen Urteilsspruch des Pakistanischen Höchsten Gerichts könne man für Asia Bibi allerdings nichts anderes mehr tun als warten – doch der Stiftung, die für die Gerichtskosten der jungen Frau aufkommt, gehen mittlerweile die Gelder aus.

„Leider kann keiner eingreifen“, so Bhatti, „bis der Gerichtshof nicht seine Entscheidung fällt; auch wenn wir davon überzeugt sind, dass die Entscheidung früher oder später positiv ausfallen wird. Es tut uns Leid, dass Asia Bibi immer noch im Gefängnis ist und auch dieses Osterfest leiden musste. Dieser Fall ist kompliziert aus vielen verschiedenen Gründen, er hat nationale und internationale Implikationen. Deshalb ist ihr noch keine Gerechtigkeit widerfahren. Aber wir sind uns sicher, dass sie diese früher oder später erfahren wird.“

Trotz ihres Schicksals blickt Asia Bibi hoffnungsvoll in die Zukunft. Ihr Osterfest hat sie mit ihrem Mann sowie dem Tutor der Familie, Joseph Nadeem, in ihrer Zelle verbracht. Diesem hat sie auch ein Gebet übergeben, das sie um ihre Freilassung geschrieben hat. Ihren ungerechten Anklägern hat sie längst vergeben, auch sie werden in ihre Gebete eingeschlossen. An Papst Franziskus richtete sie einen Appell: Er solle nicht vergessen, für sie zu beten, so ihre Bitte aus der Zelle an den Papst, der immer wieder auf das Schicksal von aufgrund ihres Glaubens verfolgten Christen hinweist. Bhatti:

„Das tut der Papst immer, nicht nur für Asia Bibi sondern für alle Christen und auch für Muslime, die Opfer von Ungerechtigkeiten sind. Denn Papst Franziskus hat des Öfteren gesagt, dass unser Glaube die Würde des Menschen achtet. Wenn ein Mensch leidet, dann zählt für uns nicht, ob er Christ oder Muslim ist. Das was zählt, ist Gerechtigkeit für diesen Mann und seine Freiheit.“ Der Vatikan und der Papst täten, was in ihrer Macht stünde, zeigt sich Bhatti überzeugt: „Er ist immer offen für den Dialog, fördert ihn und unterstützt uns in jeder Hinsicht. Und der Papst unterstützt die Menschen, insbesondere die Christen, die für ihren Glauben verfolgt werden.“

Seine Wünsche an diesem Osterfest gälten Asia Bibi und all jenen, die aus denselben Gründen verfolgt werden, so Bhatti. Egal aus welchem Land sie kämen: die Christen seien eine Familie, die eine Botschaft des Friedens verbreite. „Denn“, so schließt Bhatti seine Überlegungen, „unser Ziel ist es, dass jeder auf der Welt in Frieden leben kann ohne sich vor einer anderen Religion oder Person fürchten zu müssen, und jeder seinen Glauben bezeugen kann… Für uns ist es nicht wichtig, dass jemand Christ oder Katholik ist, es ist jedoch wichtig, dass er seinen Glauben leben kann und nicht den anderen schade oder sie bedrohe.“

Hintergrund Blasphemiegesetz

Das Blasphemiegesetz in Pakistan stellt die Beleidigung einer jeden offiziell anerkannten Religion unter Strafe, auch die Todesstrafe kann ausgesprochen werden. Oft wird das Gesetz jedoch zur Austragung persönlicher Fehden missbraucht, insbesondere Angehörige der religiösen Minderheiten haben den zu einem großen Teil erfundenen Anschuldigungen kaum etwas entgegen zu setzen. In der Regel wird Anklage wegen der Beleidigung des Koran erhoben, weitaus seltener wegen der Beleidigung des Propheten Mohammed. Auch moderate Muslime und vor allem die Minderheit der Ahmadiyya werden wegen Blasphemie unter Anklage gestellt. Sobald ein Fall dem Gericht überstellt wird, gewinnt er oftmals eine Eigendynamik: Angeklagte wie Polizisten, Anwälte und Richter sehen sich Druck und Drohungen durch islamistische Extremisten ausgesetzt.

Auch außergerichtliche Tötungen durch aufgebrachte Mobs kommen häufig vor: Allein in den vergangenen 27 Jahren zählt man 66 Tötungen; besonderes Aufsehen hatte der Fall eines jungen Ehepaares erregt, das 2014 getötet und vor den Augen seiner Kinder durch einen aufgebrachten Mob verbrannt worden war. Die beiden Christen waren fälschlicherweise der Beleidigung des Korans beschuldigt worden, die Hauptangreifer wurden im Jahr 2016 selbst zu Tode verurteilt.

Änderungen an dem Gesetz, das in den 1980er Jahren während der Militärherrschaft von General Zia-ul Haq nochmals verschärft und mit diskriminatorischen Klauseln versehen worden war, sind schwierig. Der Gouverneur des besonders betroffenen Bundestaates Punjab, Salman Taseer, ist 2011 von seinem eigenen Leibwächter erschossen worden. Taseer war für eine Änderung des umstrittenen Gesetzes, das überdurchschnittlich viele Angehörige religiöser Minderheiten in Pakistan trifft, eingetreten. Insbesondere die einflussreichen islamischen Autoritäten sperren sich seit Jahren entschieden gegen eine Modernisierung des Gesetzes.

(rv 17.04.2017 cs)

Österreich: Bischof Elbs für Kreuze in Gerichtssälen

Gerichtssaal

Für Kreuze in Gerichtssälen hat sich der Feldkircher Bischof Benno Elbs ausgesprochen. Die Kreuze seien ein Zeichen der hiesigen Kultur, schließlich seien 80 Prozent der Menschen in Österreich Christen. Deshalb sind laut Elbs religiöse Zeichen in der Öffentlichkeit „wichtige Symbole für unsere Wurzeln, für die Frage, woher wir als Gesellschaft und auch als einzelner Mensch kommen“. Auch stünden Kreuze für Gerechtigkeit und Menschenrechte, erklärte Elbs. Diese Erinnerungen an fundamentale Werte der Gesellschaft haben laut Elbs auch in einem Gerichtssaal Platz. Kreuze seien ein stummes Symbol, das niemanden zu etwas zwinge. So wie Elbs hatte sich dieser Tage auch Kardinal Christoph Schönborn, Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, für Kreuze in den Gerichtsälen ausgesprochen.

(kap 15.04.2017 gs)

DIE ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND

Bernd Lucke, professor for macroeconomics and co-founder of Germany’s anti-euro party „Alternative fuer Deutschland“ (alternative for Germany)

 

———- Weitergeleitete Nachricht ———-
Von: Bundesvorstand der Alternative fuer Deutschland <bundesvorstand@alternativefuer.de>
Datum: 13. April 2017 um 18:57
Betreff: Ostergrüße des AfD-Bundesvorstandes an alle Mitglieder

Liebe Mitglieder und Förderer der Alternative für Deutschland,

mit dem offenbar islamistisch motivierten Anschlag auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins BVB Dortmund hat sich der Terror schon wieder auf dramatische Weise in unseren Alltag gedrängt. Mehr und mehr Menschen wird schmerzlich bewusst, dass wir ohne funktionierende äußere Grenzen aus Schutzgründen zusätzliche Grenzen innerhalb unserer Gesellschaft errichten müssen.
Die AfD hat als einzige Partei in Deutschland die Dramatik der Lage verstanden und weist unermüdlich auf die zahlreichen Fehlentwicklungen hin, welche auf mittlerweile allen Politikfeldern zu verzeichen sind. Wir haben, wie bereits der Leitantrag zum Bundestagswahlprogramm deutlich zeigt, die für unser Land und seine Bürger tatsächlich wichtigen Themen benannt und zeigen praktikable Lösungswege auf.

Vor zwei Tagen hat der AfD-Bundesvorstand sowohl den Bundespräsidenten als auch den Bundesinnenminister öffentlich gebeten, einen Aufruf zur Mäßigung im Umgang mit dem politischem Gegner zu veröffentlichen – insbesondere im Hinblick auf die massiven zum Teil auch körperlichen Angriffe gegen unsere Mitglieder, Büros und Veranstaltungen. Diese Aktion wird nicht allein unsere gesellschaftliche Akzeptanz weiter verbessern, sondern auch für Diskussionen und Nachdenklichkeit bei vielen politisch interessierten Menschen in Deutschland sorgen. Mitterweile häufen sich nämlich Berichte, dass immer mehr Bürger über die lange Linkliste mit einer Übersicht von Angriffen gegen die AfD entsetzt sind, die sich im Anhang zum Anschreiben an Bundespräsident bzw. Bundesinnenminister findet. Unter der folgenden Adresse können Sie sich das Dokument mit allen Links anschauen oder als PDF-Datei herunterladen:
www.alternativefuer.de/brief-des-bundesvorstandes-der-afd-an-bundespraesident-steinmeier/

Rechtzeitig zum Bundesparteitag liegt auch die englischsprachige Variante unseres Grundsatzprogramms („Manifesto for Germany„) als Druckfassung vor. In Kürze folgt die russische Version, die sich derzeit noch im Druck befindet. Durch die Seiten unseres englischen Programms können Sie hier entspannt blättern oder sich den Text als PDF-Datei herunterladen:
www.alternativefuer.de/grundsatzprogramm-englisch

Eine weitere erfreuliche Nachricht kommt von unserer Pressestelle: Für den bevorstehenden Bundesparteitag gingen mehr als 1.000 Akkreditierungswünsche von Pressevertretern ein – allerdings können aus Platzgründen nur maximal 300 Journalisten teilnehmen.
Man kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass wir an dieser Stelle CDU und SDP bereits deutlich hinter uns gelassen haben und das Medieninteresse an der AfD als wichtigster Oppositionspartei in und für Deutschland den bislang bekannten Rahmen sprengt.
Die Pressevertreter in Köln erhalten außerdem die englischsprachige gedruckte Fassung unseres Grundsatzprogramms überreicht, was die internationale Beachtung unerer Partei und ihrer Positionen noch verstärken wird.

Des Weiteren freuen wir uns, Ihnen ausgewählte Inhalte unseres Online-Mitgliedermagazins www.AfDKompakt.de als PDF-Datei und auf dem Bundesparteitag auch als Druckversion vorstellen zu können. Unter www.alternativefuer.de/afdkompakt finden Sie – in einer PDF-Ausgabe vereint – beispielhafte Beiträge aus den aktuell über 600 Veröffentlichungen, in denen wir unverfälscht durch etablierte Medien über die Arbeit unserer Landesverbände und Landtagsfraktionen sowie über bundesweit relevante Konferenzen und Kongresse der AfD informieren. Die aktuelle Ausgabe der „AfD Kompakt“ enthält beispielsweise neben Fakten zur Mitgliederbefragung, zur Bundesprogrammkommission oder zum Konvent auch Berichte über die Klima-Energie-Konferenz oder den Extremismus-Kongress der AfD. Wir hoffen, Sie können über die Osterfeiertage Zeit zur Lektüre einplanen und wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Gerade weil in Zeiten der fortschreitenden „Unterwerfung“ (so der sprechende Titel des bekannten Romans von Michel Houellebecq) eine große englische Firma ihre Schokoladeneier nicht mehr nach Ostern benennt und in Deutschlands Hauptstadt Berlin eine Lehrerin ihr dezentes, an der Halskette getragenes Kreuz beim Unterrichten ablegen muss, ist es dem AfD-Bundesvorstand ein herzliches Anliegen, Ihnen und Ihrer Familie eine schöne und friedliche Karwoche sowie gesegnete Ostern zu wünschen.

Die Agnostiker, Atheisten und Andersgläubigen unter uns möchten wir auf die damals heftig kritisierte Papstrede aus dem Jahr 2006 verweisen, in der Benedikt XVI. auf eindrucksvolle Weise den christlich-jüdischen Gott als einen Gott der Vernunft („Logos“) schildert. Dieser „Vernunftglaube“ sollte uns alle einen können. Der Papst schloss seine Rede damals mit den Worten:
[…] ‚Nicht vernunftgemäß, nicht mit dem Logos handeln ist dem Wesen Gottes zuwider‘, hat Manuel II. von seinem christlichen Gottesbild her zu seinem persischen Gesprächspartner gesagt. In diesen großen Logos, in diese Weite der Vernunft laden wir beim Dialog der Kulturen unsere Gesprächspartner ein.“

Ganz ähnlich wie der damalige Papst auf religiösem Feld, sollte die AfD auf weltlichem Gebiet – im Sinne unseres Landes und seiner Bürger – für einen Sieg der Vernunft über faktenfreies Wunschdenken und irrationale Politik streiten.

Für den Bundesvorstand der Alternative für Deutschland verbleiben in diesem Sinne
Ihre Bundessprecher
Frauke Petry und Jörg Meuthen


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521 Kilometer mit Jesus: Ein Bericht vom längsten Kreuzweg der Welt

Zum zwanzigsten Mal fand vom 5. bis 10. April der längste Kreuzweg der Welt statt, bei dem rund 200 Gläubige mit dem Fahrrad und dem Auto die Diözese Formosa im Norden Argentiniens durchquerten.

Der Kreuzweg dieser Diözese stand in diesem Jahr unter dem Motto „Durch den Weg des Kreuzes sollen wir Friedensstifter sein“. Er führte von Ost nach West auf einem 512 Kilometer langen Weg entlang der Bundesstraße 81, die an der Grenze zu Paraguay verläuft.

Dieser Kreuzweg wurde 1997 vom ersten Bischof Formosas, Monsignore Marcelo Scozzina, ins Leben gerufen und besteht darin, das Gebiet der Diözese zu durchqueren und dabei an vierzehn Stationen Halt zu machen, die mit einem Kreuz gekennzeichnet sind. Jede Station soll an die Geschichte Formosas erinnern, eine „Geschichte von Schmerz und Blut“, wie Pater Marcelo Arauja, der zum Organisationsteam gehört, CNA erklärte.

„Aber wir sehen diese Geschichte mit neuen Augen, wir bleiben nicht an der schmerzhaften Vergangenheit hängen, sondern ändern unsere Mentalität und wollen Konstrukteure einer neuen Gesellschaft sein. Daher ist das Motto, das Monsignore Scozzina vorgeschlagen hatte ´Durch das Kreuz zum Licht´ – dieses Motto wird dann jedes Jahr mit einem weiteren Satz ergänzt“.

Die Intentionen, die die Gemeinschaft der Gläubigen mitnimmt, reichen von den sozialen Konflikten in anderen Ländern bis hin zu den Problemen vor Ort, die sich aus den jüngsten Überschwemmungen in Argentinien ergeben und hin zur Bitte, dass „die Einheimischen aus der Spirale der Gewalt herauskommen, um Friedensstifter zu sein.“

Am 5. April versammelte sich eine Karawane aus 100 Pilgern mit dem Fahrrad auf der Plaza San Martín in Formosa, während es zwei Tage später mit 15 Autos weiterging.

Von Formosa führte der Weg entlang klangvoller Namen als Stationen des Kreuzwegs: Zuerst nach San Hilario, dann nach Gran Guardia, Pirané, Palo Santo, Bartolomé de las Casas, Ibarreta, Pozo del Tigre, Las Lomitas, Juan G. Bazán, Laguna Yema, Los Chiriguanos, Ingeniero Juárez y Línea Barilari.

Unterwegs wurde über die Worte Jesu auf dem Kreuzweg meditiert und für die Geschichte Formosas gebetet, die Schmerz und Opfer kennt. So wurde der Arbeiter gedacht, die das Volk groß gemacht hatten, der Eingeborenen, der Soldaten, Missionare, Ordensleute und all derer, die zum Aufbau der Region beigetragen hatten.

Auf dem Rückweg machten die Pilger in der Ortschaft Pozo del Tigre in der Gegend von Campo Alegre Halt, wo die sterblichen Überreste von Monsignore Scozzina, dem ersten Bischof Formosas und Initiator des Kreuzweges, beigesetzt sind.

Pater Araujo, Pfarrer der Pfarrei Unsere Liebe Frau der Barmherzigkeit in Lomitas, betonte, dass Monsignore Scozzina sich bemüht hatte, „im Volk das geistliche Leben zu säen.“

„Sein großes geistliches Erbe sind der Kreuzweg und die Verehrung Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel, der Patronin Formosas, deren Bild an jedem der Eingänge zur Stadt steht. Das Kreuz und die Gottesmutter begleiten und beschützen das Leben und den Glauben auf unserem Weg hin zum ewigen Osterfest, der Begegnung mit dem Herrn“, sagte er zum Abschluss.

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Quelle

Bischof von Aleppo: „Es gibt ein Projekt, Syrien zu teilen“

Bischof Antoine Audo

Mit seinem Militärschlag in Syrien hat US-Präsident Donald Trump alle überrascht – vielleicht sogar sich selbst. Aber was sagen eigentlich die Menschen in Syrien zu dieser neuen Lage? Macht ihnen Trumps Eingreifen Hoffnung oder eher Sorgen? Das fragten wir den chaldäischen Bischof von Aleppo, Antoine Audo.

„Es war wirklich für alle eine Überraschung! Das ist etwas Neues – es wirkt wie ein Wandel in der Militärpolitik auf internationalem Level. Aber keiner weiß, wohin die Reise geht. Hier in Syrien fragen sich die Leute (ich selbst nicht, aber die Leute): War vielleicht diese Sache mit den Chemiewaffen nur eine Vorbereitung für dieses Eingreifen? Um die öffentliche Meinung in der Welt darauf vorzubereiten? So etwas sagen sie.“

Das muss man sich mal vorstellen: Als wäre Assads Einsatz von Chemiewaffen sozusagen mit den Amerikanern abgesprochen oder ihnen jedenfalls willkommen gewesen, um einen Vorwand zum Angriff zu haben! Einem Beobachter aus dem Westen mag das absurd erscheinen. Aber ist es nicht auch verständlich, dass viele Syrer nach sechs Jahren Bürgerkrieg und Verwicklungen nicht mehr wissen, was sie denken und glauben sollen?

„Die Menschen, die zu den bewaffneten Gruppen halten, sind zufrieden, weil (Trumps Luftschlag) dem syrischen Staat Zerstörungen eingebracht hat. Viele denken so. Die anderen dagegen warten jetzt ab, wie es weitergeht.“ Und was denkt Bischof Audo selbst? Der Jesuit, der auch Caritaschef für Syrien ist, antwortet unumwunden: „Es gibt ein Projekt, Syrien zu teilen. All das bereitet dem irakischen Modell den Boden – das ist eine ständige Mahnung für uns. Wir dachten ja früher immer: Das, was im Irak passierte, kann bei uns nicht passieren. Aber jetzt sehen wir das alles.“

Audo meint damit: Den Christen droht die Vertreibung aus Syrien. Tatsächlich drohen sie in Syrien in eine ähnliche Falle zu geraten wie im Irak. Als Minderheit, die nach Schutz sucht, haben sie sich lange – vielleicht zu lange – an das jeweilige Regime gehalten, Saddam im Irak, Assad in Syrien. Gerät allerdings das Regime ins Wanken, dann schützt niemand mehr die Christen vor dem Zorn der lange unterdrückten sunnitischen Muslime.

„Offenbar hat die syrische Regierung die Kontrolle der Linie wiedererlangt, die sich von Damaskus bis nach Aleppo zieht. Damit hat sie die wichtigsten Städte unter Kontrolle: Damaskus, Aleppo, Homs, Hama und die Städte an der Mittelmeerküste. Aber gleichzeitig gehen die Angriffe weiter. Immer wieder mal gibt es Bombardements in Damaskus, auch in Aleppo und in Homs. Es ist noch nicht vorbei!“„Wir Christen haben schon alles verloren“

Bischof Audo ist fest davon überzeugt, dass der Krieg schon lange vorüber wäre, hätten sich nicht ausländische Akteure eingemischt. Syrer unter sich würden sich schon einig, glaubt er. Aber leider sei der Krieg an Euphrat und Tigris längst ein Bündel aus widerstreitenden internationalen Interessen.

„Ich glaube, es geht da vor allem um wirtschaftliche Interessen. Alles dreht sich um die Frage von Gas und Öl. Das ist das eine. Das andere ist der islamische Level. Da wird dieser Kampf zwischen Schiiten und Sunniten im ganzen Nahen Osten am Leben gehalten, um den Waffenhandel voranzubringen. Innerhalb Syriens wird dann dieses Ungleichgewicht zwischen Minderheiten und Mehrheiten ausgenutzt – ich denke, das ist das Problem.“ Da ist ja nicht nur die christliche Minderheit: Auch Staatschef Baschar al-Assad gehört zu einer islamischen Minderheit, mit der er die Mehrheitsbevölkerung in Schach hält.

In Aleppo können die chaldäischen Christen jetzt zum ersten Mal seit Jahren Ostern ohne Belagerungsring und Bombardements feiern. Dass das Regime die Kontrolle über Aleppo wiedererlangt hat, erlebten die Christen in der früheren Wirtschaftsmetropole als Befreiung. „Ich war am letzten Freitag sehr überrascht: Wir haben da immer nach der Messe noch einen Kreuzweg, und die Kirche war viel voller als sonst! Das war früher, während der Bombardements und der Unruhe und Angst, so gewesen – aber jetzt kommen die Leute wieder en masse in die Kirche. Dieser Glaube ist etwas Außerordentliches… Er ist alles, was wir noch haben, denn wir sind ja ohne politische oder wirtschaftliche Mittel. Wir tun alles, um die christliche Präsenz hier zu sichern. Wir verfolgen keinerlei Eigeninteresse. Alle anderen haben ihre Interessen in diesem syrischen Krieg: international, regional, lokal. Nur wir Christen, wir haben schon als erste alles verloren.“

(rv 11.04.2017 sk)