Die Papstpredigt zum Palmsonntag

Vatican News dokumentiert an dieser Stelle die Papstpredigt zum Palmsonntag in der offiziellen deutschen Übersetzung. Diesen und alle anderen Texte des Papstes können Sie im Orignial und den verschiedenen Übersetzungen auf http://www.vatican.va einsehen.

Jesus »entäußerte sich und wurde wie ein Sklave« (Phil 2,7). Lassen wir uns von diesen Worten des Apostels Paulus in die heiligen Tage einführen, wo Jesus in den Lesungen der Heiligen Schrift wiederholt als Knecht bezeichnet wird: am Gründonnerstag ist er der Diener, der den Jüngern die Füße wäscht; am Karfreitag wird als der leidende und siegreiche Gottesknecht dargestellt (vgl. Jes 52,13); und bereits morgen hören wir die Prophezeiung Jesajas über ihn: »Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze« (Jes 42,1). Gott hat uns gerettet, indem er uns dient. Wir denken im Allgemeinen, dass wir es sind, die Gott dienen. Nein, er ist es, der uns unentgeltlich gedient hat, weil er uns zuerst geliebt hat. Es ist schwierig zu lieben, wenn man selbst keine Liebe erfährt. Und noch schwieriger ist es zu dienen, wenn wir uns nicht von Gott bedienen lassen.

Aber – eine Frage – in welcher Weise hat der Herr uns gedient? Indem er sein Leben für uns gibt. Wir sind ihm lieb und er hat einen teuren Preis für uns gezahlt. Die heilige Angela von Foligno bezeugte, dass Jesus ihr folgende Worte sagte: »Ich habe dich nicht zum Spaß geliebt.« Seine Liebe brachte ihn dazu, sich für uns zu opfern, all unser Böses auf sich zu nehmen. Es fehlen einem die Worte: Gott hat uns gerettet, indem er zuließ, dass unser Böses sich gegen seinen Sohn richtete. Keine Gegenwehr, nur mit Demut, mit Geduld und mit dem Gehorsam des Dieners, allein mit der Kraft der Liebe. Und der Vater hat den Dienst Jesu mitgetragen: Er beseitigte das Böse nicht, das über seinen Sohn hereinbrach, sondern stütze ihn im Leiden, damit unser Böses allein mit dem Guten überwunden wird, damit es durch und durch von der Liebe durchdrungen wird. Durch und durch.

Der Herr hat uns gedient, selbst als er die für einen Liebenden schmerzlichsten Situationen erleben musste: Verrat und Verlassenheit.

Der Verrat. Jesus erlebte den Verrat des Jüngers, der ihn verkaufte, und des Jüngers, der ihn verleugnete. Er wurde von den Menschen verraten, die ihm zuerst zujubelten und dann schrien: »Ans Kreuz mit ihm!« (Mt 27,22). Er wurde verraten von der religiösen Institution, die ihn zu Unrecht verurteilte, und von der politischen Institution, die ihre Hände in Unschuld wusch. Denken wir an die kleinen oder großen Situationen des Verrats, die wir erleben mussten. Es ist schrecklich, wenn man entdeckt, dass das Vertrauen, das man in jemanden gesetzt hat, missbraucht wird. Eine solche Enttäuschung geht einem so zu Herzen, dass das Leben keinen Sinn mehr zu haben scheint. Dies kommt daher, weil wir geboren werden, um geliebt zu werden und um zu lieben, und am schmerzlichsten ist es, von denen verraten zu werden, die versprochen haben, uns loyal und nahe zu sein. Wir können uns nicht einmal vorstellen, wie schmerzhaft das für Gott war, für ihn, der die Liebe ist.

Blicken wir in unser eigenes Leben. Wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, werden wir unsere Untreue sehen. Wie viel Unaufrichtigkeit, Heuchelei und Doppelzüngigkeit da doch ist! Wie viele gute Absichten wir verraten haben! Wie viele gebrochene Versprechen! Wie viele Vorsätze haben wir aufgegeben! Der Herr kennt unsere Herzen besser als wir selbst, er weiß, wie schwach und unbeständig wir sind, wie oft wir fallen, wie schwer es uns fällt, wieder aufzustehen, und wie schwierig es ist, manche Wunden zu heilen. Und was hat er getan, um uns zu helfen, um uns zu dienen? Das, was er durch den Propheten gesagt hatte: »Ich will ihre Untreue heilen und sie aus freiem Willen wieder lieben« (Hos 14,5). Er heilte uns dadurch, dass er unsere Untreue auf sich nahm, dass er unseren Verrat hinwegnahm, damit wir uns nicht von Versagensängsten entmutigen lassen, sondern zum Gekreuzigten aufblicken können, uns von ihm umarmen lassen und sagen können: „Schau, meine Treulosigkeit dort, du, Jesus, hast sie mir genommen. Du kommst mir mit offenen Armen entgegen, du dienst mir mit deiner Liebe, du unterstützt mich weiterhin … So gehe ich weiter!“

Die Verlassenheit. Am Kreuz sagt Jesus im Evangelium des heutigen Tages nur einen Satz: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Mt 27,46). Das ist ein starkes Wort. Jesus hatte die leidvolle Erfahrung machen müssen, dass die Seinen geflohen waren und ihn im Stich gelassen hatten. Der Vater aber war bei ihm geblieben. Nun, in abgrundtiefer Einsamkeit, nennt er ihn zum ersten Mal mit der allgemeinen Bezeichnung „Gott“. Und er ruft ihm mit »lauter Stimme« dieses „Warum?“, dieses herzzerreißende „Warum?“ zu: „Warum hast auch du mich verlassen?“ Dies sind eigentlich Worte eines Psalms (vgl. 22,2). Sie sagen uns, dass Jesus auch seine äußerste Trostlosigkeit ins Gebet gebracht hat. Aber die Tatsache bleibt, dass er dies erlebt hat: Er erlebte die größte Verlassenheit, welche die Evangelien bezeugen und mit seinen ursprünglichen Worten wiedergeben.

Warum all das? Noch einmal für uns, um uns zu dienen. Damit wir dann, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, wenn wir uns in einer Sackgasse befinden, ohne Licht und ohne Ausweg, und wenn es scheint, dass selbst Gott nicht antwortet, uns daran erinnern, dass wir nicht allein sind. Jesus erlebte die totale Verlassenheit, die ihm an sich ganz fremd ist, um mit uns vollkommen solidarisch zu sein. Das hat er für mich getan, für dich, für uns alle; er hat es getan, um uns zu sagen: „Hab keine Angst, du bist nicht allein. Ich habe all deine Trostlosigkeit erlebt, um immer an deiner Seite zu sein.“ So weit also ging Jesus in seinem Dienst, dass er in den Abgrund unserer schrecklichsten Leiden hinabstieg, bis hin zu Verrat und Verlassenheit. Heute, in dieser dramatischen Situation der Pandemie, angesichts so vieler Gewissheiten, die zerbröckeln, angesichts so vieler enttäuschter Erwartungen, in diesem Gefühl bedrückender Verlassenheit, sagt Jesus zu einem jeden: „Nur Mut! Öffne dein Herz meiner Liebe. Du wirst den Trost Gottes spüren, der dir beisteht.“

Liebe Brüder und Schwestern, was können wir, die wir vor Gott stehen, tun, der uns bis zur Erfahrung von Verrat und Verlassenheit gedient hat? Wir sollen das nicht verraten, wofür wir geschaffen wurden, und das nicht aufgeben, was zählt. Wir sind auf der Welt, um Gott und unsere Mitmenschen zu lieben. Das bleibt, alles andere vergeht. Das Drama, das wir in diesen Tagen gerade durchleben, drängt uns, die ernsten Dinge ernst zu nehmen und uns nicht in Belanglosigkeiten zu verlieren; wiederzuentdecken, dass das Leben zu nichts dient, wenn man nicht dient. Denn das Leben wird an der Liebe gemessen. So stehen wir in diesen heiligen Tagen zu Hause vor dem Gekreuzigten – Schaut, blickt auf den Gekreuzigten! –, an dem sichtbar wird, wie sehr Gott uns geliebt hat. Mit dem Blick auf den Gekreuzigten bitten wir den Gottessohn, dessen Dienst bis zur Hingabe seines Lebens geht, um die Gnade, dass wir leben, um zu dienen. Versuchen wir, mit denen Kontakt zu halten, die leiden, die allein sind und bedürftig. Denken wir nicht nur an das, was uns fehlt, denken wir auch an das Gute, das wir tun können.

Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze. Der Vater, der Jesus auf seinem Leidesweg gestützt hat, ermutigt auch uns in unserem Dienst. Sicherlich, zu lieben, beten, vergeben und sich um andere zu kümmern, in der Familie wie auch in der Gesellschaft, kann einiges kosten. Es mag wie ein Kreuzweg erscheinen. Aber der Weg des Dienens ist der Weg des Sieges, der uns erlöst hat und uns erlöst, der unser Leben rettet. Ich möchte dies besonders den jungen Menschen sagen, an diesem Tag, der ihnen seit 35 Jahren gewidmet ist. Liebe Freunde, schaut auf die wahren Helden, die in diesen Tagen zum Vorschein kommen. Es sind nicht diejenigen, die Ruhm, Geld und Erfolg haben, sondern diejenigen, die in Selbsthingabe anderen dienen. Fühlt euch berufen, euer Leben einzusetzen. Habt keine Angst, es für Gott und die anderen zu geben, ihr werdet dabei gewinnen! Denn das Leben ist ein Geschenk, das einem zuteilwird, wenn man sich selbst hingibt; und die größte Freude besteht darin, Ja zu sagen zur Liebe, ohne Wenn und Aber. Ja zu sagen zur Liebe, ohne Wenn und Aber. So, wie Jesus es für uns getan hat.

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Unser Sonntag: Palmsonntag

Das war einmal – der Petersplatz mit Gläubigen (Vatican Media)

Prof. Gerl-Falkovitz greift die unfassbare Stimmung des Palmsonntags auf: Das Volk war großenteils auf der Seite Jesu, so musste die Tötung rasch und unter politischem Druck erfolgen, unter Kollaboration mit den eigentlich verhassten Römern. Die Stimmung vor dem Pessach-Fest war aufgeladen wie nie, gewittrig, aber Jubel bei Jesu Einzug in Jerusalem.

Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz


Mt 21, 1-11 Palmsonntag

Sechs Tage vor der Tötung Jesu scheint sich noch einmal das Geschehen umzudrehen. Der Verrat durch Judas ist schon eingefädelt, die Anklage vor dem Hohen Rat eine beschlossene Sache. Umso mehr, als die vor wenigen Tagen erfolgte Auferweckung des Lazarus von den Toten in Betfage, vor den Toren der Stadt, die Gemüter wieder erregt hatte. Immer wieder geschah dieses Unheimliche: dass der nicht zu greifende, nicht zu begreifende Mann Dinge tat, die nicht zu leugnen, noch weniger zu erklären waren.

„Die Stimmung vor dem Pessach-Fest war aufgeladen wie nie, gewittrig.“

Die Hypothese, er tue dies mit dem Beelzebub, spukte in den Gelehrtenköpfen, andererseits überzeugte das nicht wirklich, und doch: Schon die Behauptung, Sünden zu vergeben, klang wie eine Lästerung, und die Erweckung von den Toten verwies auf – ja, was genau?

Das Volk wiederum war großenteils auf seiner Seite, so musste die Tötung rasch und unter politischem Druck erfolgen, unter Kollaboration mit den eigentlich verhassten Römern. Es galt, alles klug einzufädeln und endgültig ein Ende zu machen. Die Stimmung vor dem Pessach-Fest war aufgeladen wie nie, gewittrig.

Jesus rüstet sich zum Äußersten

Als Jesus nun in die Stadt einzog, jubelte das Volk, es rollte eine Welle der Zustimmung und der Freude an. Vor dem Pessach strömten immer zahlreiche Pilger nach Jerusalem; wie die biblische Forschung herausstellte, holte man häufig Pilgergruppen an den Toren ab und begleitete sie durch die Straßen zum Tempel. Diesmal aber brandet der Jubel ungewöhnlich auf, Jesus wird gehuldigt, tatsächlich wie einem König, mit Kleidern als Teppichen, mit Palmen, mit Rufen: „die ganze Stadt erbebte…“ Mit dem einzigartigen Propheten strömt die immer weiter anwachsende Menge in den Tempel, Kinder rufen den Hosanna-Ruf und springen mit. Es ist eine Stunde, in der das Volk „von einer ungeheuren Erregung“ ergriffen wird; Guardini, der den Einzug in seinem Meisterwerk „Der Herr“ beschreibt, meint, die Stunde sei „voll von Mächten des Geistes… In diesen letzten Tage ist es überhaupt so, als hole Jesus Kraft um Kraft aus sich heraus und rüste sich zum Äußersten“. Es ist die große Stunde des Messias, die Stunde des Geistes, ruach oder pneuma. Erst an Pfingsten wird eine vergleichbare Erregung über das Volk kommen. Als die Tempelbehörden den Jubel eindämmen wollen, wehrt Jesus ab, dann würden die Steine schreien…

In der Tiefe ist es eine Königs-Akklamation

Was ist in dieser Szene zu sehen? Zutiefst die Bestätigung des Messias durch das Volk; in der Tiefe ist es eine Königs-Akklamation, sie gilt dem unvergessenen größten König Israels, David, und seinem jetzt als solchen wahrgenommenen späten Sohn. Freilich ist die Kraft der Begeisterung so unstrukturiert, dass sie allein nicht ausreicht, um die spätere Verurteilung abzuwehren. Das hässliche Gesicht der religiösen Autoritäten taucht auf; sie behalten die Oberhand. Daher mischt sich die Schuld eben dieser Autoritäten an der Tötung Jesu, eine unerhörte Schuld, bereits in die Rufe.
Bleiben wir noch beim Volk. Trotz allem ist es wunderbar zu sehen, wie das Volk die Gestalt Jesu erfasst hat. Natürlich nicht als den Sohn Gottes in unserem Sinn, solches ist erst mit der Auferstehung denkbar. Aber doch als einen Großen, ja, den Größten nach dem Verstummen der alten Propheten. In diese Wahrnehmung schimmert bei aller Undeutlichkeit doch schon ein Widerschein des späteren Glaubens. Wie rasch zündet nach Pfingsten das Feuer, diesen Einzigartigen anzunehmen, für den man damals noch keine andere Auslegung hatte als die eines Propheten. Die Apostel tun sich nicht mehr schwer mit der Botschaft vom Sohn Gottes, nicht mehr nur vom Sohn Davids. Nicht Hunderte, sondern Tausende bekehren sich auf ihr Wort hin – da war die Saat schon längst in den Boden gefallen und begann nun zu wachsen; die Drohungen der Behörden rissen die Wurzeln nicht mehr aus. Die vielen, die Jesus geheilt hatte, die vielen, deren Seele durch sein Wort gereinigt, verjüngt, lebendig geworden war, sie alle sind in der Menge, die durch die Straßen Jerusalems ziehen, sie alle hören Wochen später das lösende Wort von seiner lebendigen Begegnung mit den Jüngern, von seiner Zusage, bis ans Ende der Welt zu bleiben, von der verliehenen Macht, weiterhin zu heilen, Sünden abzuwaschen, ja selbst Tote zu erwecken. Und so bleiben die Zeichen der Macht bei seinen Freunden; sie ernten, was von ihm in Tränen gesät worden war.

Die Geheilten leben mitten im Volk

Es ist das Volk, das verstanden hat – nicht weil es klug war, sondern weil es einfach zu sehen gelernt hatte: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige (am Leib wie am Herzen) werden rein… Und diese Geheilten leben mitten unter dem Volk. Wie kann da der gelehrte Zweifel gegen den Augenschein greifen? Wie kann nicht sein, was doch ist? Zum Glauben braucht man nur das Einfachste: sehen, was ist. Und doch scheint es unmöglich, wenn der Geist schon voreingenommen und betäubt ist. „Was ist das Schwerste zu sehen? Was vor den Augen dir liegt“, sagt Goethe.
So ist die Ablehnung Jesu ein Urteilsspruch über eine Gelehrsamkeit, die das Offenkundige nicht mehr sieht und es zurechtbiegen muss. Heute kann solche Wissenschaft darin bestehen, dass sie das offenkundig Zusammengehörige auseinanderpflücken kann: Sie kann Embryonen von ihren leiblichen Eltern trennen, Väter austauschen, mehrere Mütter anbieten: Eimutter, Leihmutter, Bei-Mutter. Was möglich ist, wird auch noch ethisch abgesichert: Es diene dem Wohl der Erwachsenen, dem Kind werde nichts fehlen, da die Erwachsenen es ja gewollt haben. (In Klammer gefragt: Was geschieht, wenn dieses Wollen reißt? Über die Jahre hinweg?)

„Man tötet nie so gut, wie wenn man mit gutem Gewissen tötet, sagte Solschenyzin.“

Ecce Homo

Es gab Menschen, die nicht Gott suchen wollten, sondern die Wahrheit. Nicht selten begriffen sie später, dass der Weg zur Wahrheit immer dieselbe Mündung hat: Gott. Das ist entlastend, denn Wahrheit fordert zunächst nicht Glauben, sondern Verstehen, aus sich selbst heraus Begreifen. Wahrheit ist Offenlegung, Abräumen von Verdecken und Vergessen, lethe. Wahrheit macht frei, sie zwingt nicht. Oder anders: Sie zwingt auf ihre leise Art, durch die Offenbarung der Lüge, durch das Einströmen von Licht = Erkennen. Wer Wahrheit und Gott ineinander münden sieht, kann sich freiwillig öffnen. Kurz nach dem Verhör erhält dieser König seine Krone: aus Dornen. Auch in dieser schauerlichen Krönung liegt Wahrheit: die Wahrheit über uns und die Welt und über ihre Lüge, nämlich dass sie Gott sagt und ihn in Wirklichkeit ausstößt. Ecce homo.
Hosanna ruft die Menge. „Du allein der Herr.“ Das ist kein bloß kultischer Zuruf im Gloria der Liturgie, darin ist überragende Herrschaft sichtbar geworden. Seitdem wissen wir von göttlicher Gerechtigkeit. All das wird im „heiligen Spiel“ der Liturgie gefeiert. Hosanna dem Sohne Davids, Hosanna über alles behördliche, skeptische Besserwissen hinweg. Herodes, Kaiphas, Pilatus – sie verschwinden ins Nichts vor dem Einzug des einzigen Königs.

(radio vatikan – claudia kaminski)

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Die Papstpredigt am Palmsonntag im Wortlaut

 

Die letzten Tage vor Ostern, die Karwoche, hat Papst Franziskus mit dem Palmsonntagsgottesdienst auf dem Petersplatz eröffnet. Wir dokumentieren hier die Predigt in einer offiziellen deutschen Übersetzung.

Der Jubel beim Einzug in Jerusalem und die Erniedrigung Jesu. Die Freudenschreie und die grausame Wut: Dieses zweifache Geheimnis begleitet jedes Jahr den Eintritt in die Karwoche durch die beiden Momente, die diese Feier kennzeichnen: die Prozession mit den Palm- und Ölzweigen und dann die feierliche Lesung der Leidensgeschichte.

Lassen wir uns in diese vom Heiligen Geist bewegte Handlung miteinbeziehen, um zu erhalten, worum wir gebetet haben: dass wir unseren Retter auf seinem Weg mit Glauben begleiten und stets seines Leidens gedenken, das uns lehrt und Vorbild ist für das Leben und den Sieg über den Geist des Bösen.

Jesus zeigt uns, wie wir uns den schwierigen Momenten und den tückischsten Versuchungen stellen sollen, nämlich indem wir uns im Herzen einen Frieden bewahren, der nicht Distanziertheit, nicht Teilnahmslosigkeit oder Übermenschentum bedeutet, sondern vertrauensvolle Hingabe an den Vater und an seinen Willen voll Heil, Leben und Barmherzigkeit. Und während seiner ganzen Sendung hat Jesus die Versuchung ausgehalten, „sein eigenes Werk zu tun“, also selbst die Art und Weise zu wählen und sich vom Gehorsam zum Vater loszulösen. Von Anfang an beim vierzigtägigen Kampf in der Wüste bis zum Ende bei der Passion weist Jesus diese Versuchung im gehorsamen Vertrauen auf den Vater von sich.

Auch heute bei seinem Einzug in Jerusalem zeigt er uns den Weg. Denn bei diesem Ereignis hatte der Böse, der Fürst dieser Welt, eine Karte auszuspielen: die Karte des Triumphalismus; und der Herr hat geantwortet, indem er seinem Weg treu blieb, dem Weg der Demut.

Der Triumphalismus versucht, sich dem Ziel durch Abkürzungen, durch falsche Kompromisse zu nähern. Er strebt danach, den Wagen des Siegers zu besteigen. Der Triumphalismus lebt von Gesten und Worten, die jedoch nicht durch den Schmelztiegel des Kreuzes gegangen sind; seine Nahrung ist der Vergleich mit den anderen, die er immer für schlechter, für fehlerhaft, gescheitert hält … Eine subtile Form des Triumphalismus ist die spirituelle Weltlichkeit; sie ist die größte Gefahr, die heimtückischste Versuchung, welche die Kirche bedroht (De Lubac). Jesus hat mit seinem Leiden den Triumphalismus vernichtet.

Der Herr hat wahrhaft die Freude seines Volkes, der jungen Menschen geteilt, die seinen Namen riefen und ihm als König und Messias zujubelten. Sein Herz freute sich, als es die Begeisterung und Festfreude der Armen Israels sah. So weit, dass er den Pharisäern auf ihre Forderung, seine Jünger aufgrund ihrer Ärgernis erregenden Zurufe zurechtzuweisen, antwortete: »Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien« (Lk 19,40). Demut bedeutet nicht, die Wirklichkeit zu leugnen, und Jesus ist wirklich der Messias, der König.

Aber zugleich ist das Herz Christi auf einem anderen Weg, auf dem heiligen Weg, den nur er und der Vater kennen: dieser geht von der »Gestalt Gottes« zur »Knechtsgestalt«, der Weg der Erniedrigung im Gehorsam »bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz« (Phil 2,6-8). Er weiß, dass er für Gott Raum schaffen muss, um zum wahren Triumph zu gelangen; und um für Gott Raum zu schaffen, gibt es nur eine Art und Weise: die Entäußerung, die Selbstentleerung. Schweigen, beten, sich erniedrigen. Mit dem Kreuz kann man nicht verhandeln, entweder man nimmt es an oder man weist es zurück. Und mit seiner Erniedrigung wollte Jesus uns den Weg des Glaubens eröffnen und uns auf ihm vorausgehen.

Nach ihm war seine Mutter, Maria, die Erste, die ihn beschritten hat, die erste Jüngerin. Die Jungfrau und die Heiligen mussten leiden, um im Glauben und im Willen Gottes zu wandeln. Angesichts der harten und schmerzlichen Ereignisse des Lebens im Glauben zu antworten verlangt »eine besondere Mühe des Herzens« (hl. Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris Mater, 17). Es ist die Nacht des Glaubens. Aber nur aus dieser Nacht bricht die Morgenröte der Auferstehung an. Zu Füßen des Kreuzes dachte Maria an die Worte zurück, mit denen der Engel ihr ihren Sohn angekündigt hatte: »Er wird groß sein […] Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben« (Lk 1,32-33). Maria steht auf Golgota vor dem völligen Widerruf dieser Verheißung: ihr Sohn liegt wie ein Missetäter am Kreuz im Todeskampf. So wurde der Triumphalismus, der durch die Erniedrigung Jesu vernichtet wurde, ebenfalls im Herzen der Mutter vernichtet; beide wussten zu schweigen.

Maria ging unzähligen Heiligen voraus, die Jesus auf dem Weg der Demut und des Gehorsams gefolgt sind. Heute am Weltjugendtag möchte ich an die vielen jungen Heiligen erinnern, besonders an die „von nebenan“, die Gott allein kennt und die er zuweilen uns gerne überraschend enthüllt. Liebe junge Menschen, schämt euch nicht, eure Begeisterung für Jesus zu zeigen und auszurufen, dass Christus lebt, dass er euer Leben ist. Aber zugleich habt keine Angst, ihm auf dem Weg des Kreuzes zu folgen. Und wenn ihr spürt, dass er euch bittet, auf euch selbst zu verzichten, eure Sicherheiten abzulegen und euch völlig dem Vater im Himmel anzuvertrauen, dann freut euch und jubelt! Ihr seid auf der Straße des Reiches Gottes.

Freudige Jubelrufe und grausame Wut; das Schweigen Jesu bei seinem Leiden ist beeindruckend. Er besiegt auch die Versuchung zu antworten, „medial“ zu sein. In den Augenblicken von Dunkelheit und großer Bedrängnis muss man schweigen, man muss den Mut haben zu schweigen, vorausgesetzt, dass es ein mildes und nicht nachtragendes Schweigen ist. Die Milde des Schweigens wird uns noch schwächer, noch erniedrigter erscheinen lassen, und dann wird der Teufel Mut fassen und aus der Deckung kommen. Man muss ihm im Schweigen Widerstand leisten, indem man „die Stellung hält“, aber mit der gleichen Haltung Jesu. Er weiß, dass der Krieg zwischen Gott und dem Fürsten dieser Welt besteht und dass es nicht darum geht, Hand ans Schwert zu legen, sondern ruhig zu bleiben, fest im Glauben. Es ist die Stunde Gottes. Und in der Stunde, in der Gott sich in die Schlacht begibt, muss man ihn machen lassen. Unser sicherer Platz wird unter dem Mantel der heiligen Gottesmutter sein. Und während wir darauf warten, dass der Herr kommt und dem Sturm Einhalt gebietet (vgl. Mk 4,37-41), geben wir mit unserem stillen Zeugnis des Gebets uns selbst und den anderen »Rechenschaft […] über die Hoffnung, die [uns] erfüllt« (1 Petr 3,15). Dies wird uns helfen, die heilige Spannung zwischen dem Gedächtnis der Verheißungen, der Wirklichkeit der im Kreuz gegenwärtigen Wut und der Hoffnung der Auferstehung zu leben.

(vatican news)

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11/04/2019

PAPST FRANZISKUS: PREDIGT ZUM PALMSONNTAG 2016

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FEIER DES PALMSONNTAGS VOM LEIDEN DES HERRN

PREDIGT VON PAPST FRANZISKUS

Petersplatz
XXXI. Weltjugendtag
Sonntag, 20. März 2016

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»Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn« (vgl. Lk 19,38), rief freudig die Menschenmenge von Jerusalem beim Empfang Jesu. Wir haben diese Begeisterung übernommen: Durch das Wedeln der Palm- und Ölzweige haben wir den Lobpreis und die Freude ausgedrückt, den Wunsch, Jesus zu empfangen, der zu uns kommt. Ja, wie er in Jerusalem eingezogen ist, so will er in unsere Städte und in unser Leben eintreten. Wie er im Evangelium auf einem Esel geritten ist, so kommt er demütig zu uns, aber er kommt »im Namen des Herrn«: Mit der Macht seiner göttlichen Liebe vergibt er unsere Sünden und versöhnt uns mit dem Vater und mit uns selbst. Jesus freut sich über den volkstümlichen Ausdruck der Zuneigung der Menschen. Als die Pharisäer ihn dazu auffordern, die Kinder und die anderen, die ihm zujubeln, zum Schweigen zu bringen, antwortet er: »Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien« (Lk 19,40). Nichts konnte die Begeisterung über den Einzug Jesu aufhalten; nichts möge uns daran hindern, in ihm die Quelle unserer Freude, die wahre Freude zu finden, die bleibt und Frieden schenkt. Denn nur Jesus rettet uns von den Schlingen der Sünde, des Todes, der Angst und der Traurigkeit.

Doch die heute Liturgie lehrt uns, dass der Herr uns nicht durch einen triumphalen Einzug oder durch mächtige Wundertaten gerettet hat. In der zweiten Lesung fasst der Apostel Paulus den Weg der Erlösung mit zwei Worten zusammen: Er »entäußerte« und »erniedrigte« sich (Phil 2,7.8). Diese beiden Verben sagen uns, bis zu welchem äußersten Punkt die Liebe Gottes zu uns gegangen ist. Jesus entäußerte sich: Er verzichtete auf die Herrlichkeit des Gottessohns und wurde der Menschensohn, um in allem solidarisch mit uns Sündern zu sein, er, der ohne Sünde ist. Nicht nur das. Er lebte unter uns »wie ein Sklave« (V. 7), nicht als König, noch als Fürst, sondern als Sklave. Er erniedrigte sich also und der Abgrund seiner Erniedrigung, die uns die Karwoche zeigt, scheint kein Ende zu haben.

Das erste Zeichen dieser Liebe »bis zur Vollendung« (Joh 13,1) ist die Fußwaschung. »Der Herr und Meister« (Joh 13,14) bückt sich bis zu den Füßen der Jünger, wie es nur die Sklaven tun. Er hat uns mit seinem Beispiel gezeigt, dass wir es nötig haben, von seiner Liebe erreicht zu werden, die sich über uns beugt. Wir können nicht umhin, wir können nicht lieben, ohne dass wir zuerst von ihm geliebt werden, ohne dass wir seine überraschende Zärtlichkeit erfahren und ohne dass wir akzeptieren, dass die wahre Liebe im konkreten Dienen bestehet.

Aber das ist nur der Anfang. Die Erniedrigung Jesu geht bis zum Äußersten in der Passion: Von einem Jünger, den er ausgewählt und Freund genannt hat, wurde er für dreißig Silberlinge verkauft und mit einem Kuss verraten. Fast alle anderen fliehen und verlassen ihn. Petrus verleugnet ihn drei Mal im Hof des Tempels. Von den Verhöhnungen, den Beleidigungen und von der Spucke im Geist gedemütigt, leidet er grausame Gewalt am Leib: die Schläge, die Geißelhiebe und die Dornenkrone machen seinen Anblick unkenntlich. Er erleidet auch die Schmach und die ungerechte Verurteilung durch die religiösen und politischen Amtsträger: Er wurde zur Sünde gemacht (vgl. 2 Kor 5,21) und zu den Verbrechern gerechnet (vgl. Lk 22,37). Pilatus schickt ihn dann zu Herodes, und dieser schickt ihn wieder zum römischen Statthalter zurück. Während ihm jede Gerechtigkeit verwehrt wird, erfährt Jesus an seinem Leib auch die Gleichgültigkeit, denn niemand will sich die Verantwortung für sein Los aufbürden. Ich denke an die vielen Menschen, an die vielen Ausgegrenzten, die vielen Vertriebenen, die vielen Flüchtlinge, an die, für deren Schicksal viele nicht die Verantwortung übernehmen wollen. Die Menschenmenge, die ihm noch kurz zuvor zugejubelt hat, ändert den Lobpreis in ein Geschrei der Anschuldigung und zieht es sogar vor, dass an seiner Statt ein Mörder freigelassen wird. So kommt er zum Kreuzestod, dem schmerzhaftesten und entehrendsten Tod, der den Verrätern, den Sklaven und den übelsten Verbrechern vorbehalten ist. Die Einsamkeit, die Verleumdung und der Schmerz sind noch nicht der Höhepunkt seiner Entäußerung. Um in allem mit uns solidarisch zu sein, erfährt er am Kreuz auch die geheimnisvolle Verlassenheit durch den Vater. In der Verlassenheit aber betet und vertraut er sich an: »Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist« (Lk 23,46). Am Kreuzesbalken hängend, begegnet er neben dem Spott der letzten Versuchung – der Provokation, vom Kreuz herabzusteigen, das Böse mit der Gewalt zu besiegen und das Gesicht eines mächtigen unbezwingbaren Gottes zu zeigen. Doch Jesus offenbart genau hier, auf dem Gipfel der Entäußerung, das wahre Antlitz Gottes, der Barmherzigkeit ist. Er vergibt denen, die ihn ans Kreuz schlagen; er öffnet dem reuigen Schächer die Pforten des Paradieses und berührt das Herz des Hauptmanns. So abgründig das Geheimnis des Bösen auch ist, so unendlich ist die Wirklichkeit der Liebe, die dieses Geheimnis durchschritten hat und bis zum Grab und in die Unterwelt gelangt; die unser ganzes Leid angenommen hat, um es zu erlösen; um Licht in die Finsternis zu bringen, Leben in den Tod, Liebe in den Hass.

Die Art und Weise des Handelns Gottes, der sich für uns entäußert hat, mag uns so fern vorkommen, während wir uns schwer tun, auch nur ein bisschen von uns selbst aufzugeben. Er kommt, um uns zu erlösen. Wir sind aufgerufen, seinen Weg zu wählen: den Weg des Dienens, der Hingabe und der Selbstverleugnung. Wir können uns auf diesen Weg machen, indem wir in diesen Tagen innehalten und den Gekreuzigten betrachten, es ist der „Lehrstuhl Gottes“. Ich lade euch ein, in dieser Woche oft diesen „Lehrstuhl Gottes“ zu betrachten, um die demütige Liebe zu lernen, die rettet und Leben schenkt, um dem Egoismus, dem Macht- und Geltungsstreben abzusagen. Jesus lädt uns mit seiner Erniedrigung ein, seinen Weg zu gehen. Richten wir den Blick auf ihn, bitten wir um die Gnade, zumindest etwas von dem Geheimnis seiner Entäußerung für uns zu verstehen. Und so wollen wir in Stille das Geheimnis dieser Woche betrachten.

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Quelle

 

PAPST FRANZISKUS: PREDIGT ZUM PALMSONNTAG 2015

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PALMSONNTAG UND PASSION DES HERRN

PREDIGT VON PAPST FRANZISKUS

Petersplatz
30. Weltjugendtag
Sonntag, 29. März 2015

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Im Mittelpunkt dieser Feier, die so freudig erscheint, steht das Wort, das wir im Hymnus aus dem Philipperbrief gehört haben: »Er erniedrigte sich« (Phil 2,8). Die Erniedrigung Jesu.

Dieses Wort verrät uns den Stil Gottes und folglich das, was der Stil des Christen sein muss: die Demut. Ein Stil, der nie aufhört, uns zu überraschen und in Krise zu versetzen: An einen demütigen Gott gewöhnt man sich nie!

Sich zu erniedrigen ist vor allem der Stil Gottes: Gott erniedrigt sich, um mit seinem Volk mitzugehen, um dessen Untreue zu ertragen. Das wird deutlich, wenn man die Geschichte des Exodus liest: Welch eine Demütigung für den Herrn, all dieses Murren, diese Klagen anzuhören! Sie richteten sich gegen Mose, doch letztlich waren sie gegen ihn, ihren Vater, gerichtet, der sie aus der Versklavung herausgeführt hatte und sie auf dem Weg durch die Wüste führte bis zum Land der Freiheit.

In dieser heiligen Woche, der Karwoche, die uns zum Osterfest führt, werden wir diesen Weg der Erniedrigung Jesu gehen. Und nur so wird die Woche auch für uns „heilig“ sein!

Wir werden die Verachtung der Führer seines Volkes spüren und ihre Täuschungen, um ihn zu Fall zu bringen. Wir werden den Verrat des Judas, eines der Zwölf, miterleben, der ihn für dreißig Silberlinge verkauft. Wir werden sehen, wie der Herr gefangengenommen und abgeführt wird wie ein Übeltäter; wie er von den Jüngern verlassen, vor den Hohen Rat geschleppt, zum Tod verurteilt, geschlagen und geschmäht wird. Wir werden hören, dass Petrus, der „Fels“ der Jünger, ihn dreimal verleugnet. Wir werden das Geschrei der von den Führern aufgewiegelten Menge hören, die fordert, dass Barabbas befreit und Jesus gekreuzigt wird. Wir werden ihn von den Soldaten verspottet, mit einem Purpurmantel bekleidet und mit Dornen gekrönt sehen. Und dann auf der „Via dolorosa“ und unter dem Kreuz werden wir die Beleidigungen der Leute und der Führer hören, die ihn als König und Sohn Gottes verlachen.

Das ist der Weg Gottes, der Weg der Demut. Es ist der Weg Jesu schlechthin, einen anderen gibt es nicht. Und es gibt keine Demut ohne Demütigung und Erniedrigung.

Indem der Sohn Gottes diesen Weg bis zum Ende gegangen ist, wurde er „wie ein Sklave“ (Phil 2,7). In der Tat, Demut bedeutet auch Dienst, bedeutet, Gott Raum zu lassen, indem man sich entäußert, innerlich „leer wird“, wie die Schrift sagt (V. 7). Dieses „leer werden“ ist die größte Erniedrigung.

Es gibt einen Weg, der dem Weg Christi entgegengesetzt ist: die Weltlichkeit. Die Weltlichkeit bietet uns den Weg der Eitelkeit, des Stolzes, des Erfolgs… Das ist der andere Weg. Der Böse hat ihn auch Jesus vorgeschlagen während der vierzig Tage in der Wüste. Doch Jesus hat ihn ohne Zögern abgelehnt. Und mit ihm, allein mit seiner Gnade, mit seiner Hilfe können auch wir diese Versuchung der Eitelkeit, der Weltlichkeit überwinden, nicht nur bei den großen Gelegenheiten, sondern in den gewöhnlichen Umständen des Lebens.

Dabei hilft und stärkt uns das Beispiel vieler Männer und Frauen, die in der Stille und im Verborgenen jeden Tag auf sich selbst verzichten, um den anderen zu dienen: einem kranken Angehörigen, einem einsamen Alten, einem Behinderten, einem Obdachlosen…

Denken wir auch an die Demütigung derer, die wegen ihres Verhaltens in der Treue zum Evangelium diskriminiert werden und persönlich dafür bezahlen. Und denken wir an unsere Brüder und Schwestern, die verfolgt werden, weil sie Christen sind, dieMärtyrer von heute – so viele sind es! Sie verleugnen Jesus nicht und ertragen würdevoll Beleidigungen und Schmähungen. Sie folgen ihm auf seinem Weg. Wir können wirklich von einer „Wolke von Zeugen“ sprechen (Hebr 12,1) – die Märtyrer von heute.

Mit ihnen wollen in dieser Woche auch wir uns entschlossen auf diesen Weg der Demut begeben, mit ganz viel Liebe zu ihm, unserem Herrn und Retter. Die Liebe wird uns führen und uns Kraft verleihen. Und wo er ist, dort werden auch wir sein (vgl. Joh12,26).

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BENEDIKT XVI.: PREDIGT ZUM PALMSONNTAG 2010

ROMa 28-03-2010 DOMENICA DELLE PALME E DELLA PASSIONE DEL SIGNORE PRESIEDUTA DAL SANTO PADRE BENEDETTO XVI PH:ALESSIO PETRUCCI

EUCHARISTIEFEIER AM PALMSONNTAG

PREDIGT VON BENEDIKT XVI.

Petersplatz
XXV. Weltjugendtag
Palmsonntag, 28. März 2010


Bilder von der Feier

Liebe Brüder und Schwestern,
liebe Jugendliche!

Das Evangelium der Palmweihe, das wir hier auf dem Petersplatz versammelt hören, beginnt mit dem Satz: »Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf« (Lk 19, 28). Die Kirche nimmt gleich in der Eröffnung der Liturgie dieses Tages ihre Antwort auf das Evangelium vorweg, indem sie sagt: Folgen wir dem Herrn nach. Das Thema des Palmsonntags ist damit klar formuliert. Es heißt: Nachfolge. Christsein bedeutet, daß wir den Weg Jesu Christi als den rechten Weg des Menschseins ansehen – als den Weg, der ans Ziel führt zur erfüllten, rechten Menschlichkeit. Christsein ist ein Weg, besser gesagt: eine Wanderschaft, ein Mitgehen mit Jesus Christus. Ein Gehen in die Richtung, die er uns vorgegeben hat und vorgibt.

Was ist das für eine Richtung? Wie findet man sie? Der Satz unseres Evangeliums macht dazu zwei Angaben. Als erstes sagt er: Er ist ein Aufstieg. Das gilt zunächst ganz praktisch. Jericho, wo der letzte Teil der Pilgerschaft Jesu begann, liegt 250 Meter unter dem Meeresspiegel, Jerusalem – das Ziel des Weges – 740 bis 780 Meter über dem Meer: ein Aufstieg von fast 1000 Metern. Aber dieser äußere Weg ist vor allem ein Bild für die innere Bewegung der Existenz, die sich in der Nachfolge Christi vollzieht: Sie ist Aufstieg zu der wirklichen Höhe des Menschseins. Der Mensch kann es sich bequem machen, jeder Mühe aus dem Weg gehen. Er kann auch absteigen ins Niedrige, ins Gemeine, in die Gedankenlosigkeit. Er kann in dem Sumpf der Lüge und der Ehrlosigkeit versinken. Jesus geht uns voraus, und er geht aufwärts. Er führt uns ins Große, ins Reine, in die heilende Luft der Höhe: in das Leben gemäß der Wahrheit; in die Tapferkeit, die sich nicht vom Gerede der herrschenden Meinungen einschüchtern läßt; in die Geduld, die den anderen erträgt und trägt. Er führt in die Bereitschaft für die Leidenden, für die Verlassenen; in die Treue, die zum anderen steht, auch wenn es schwer wird. In die Hilfsbereitschaft; in die Güte, die sich auch durch Undankbarkeit nicht entwaffnen läßt. Er führt uns in die Liebe – er führt uns zu Gott.

»Jesus zog weiter und ging nach Jerusalem hinauf.« Wenn wir dieses Wort des Evangeliums im Zusammenhang des Ganzen von Jesu Weg lesen, der ja bis zum Ende der Zeiten weitergeht, dann können wir verschiedene Ebenen der Zielangabe Jerusalem entdecken. Zunächst ist damit selbstverständlich einfach der Ort Jerusalem gemeint: Es ist die Stadt, in der der Tempel Gottes stand, dessen Einzigkeit die Einzigkeit Gottes selbst andeuten sollte. So verkündet dieser Ort zunächst zweierlei: zum einen, daß Gott nur einer auf der ganzen Welt ist, all unsere Orte und Zeiten unendlich überschreitet, der Gott, dem die ganze Schöpfung gehört. Der Gott, den alle Menschen im Innersten suchen und um den alle auch irgendwie wissen. Aber dieser Gott hat sich einen Namen gegeben. Sich uns bekannt gemacht, hat eine Geschichte mit den Menschen angefangen; sich einen Menschen – Abraham – als Ausgangspunkt dieser Geschichte gewählt hat. Der unendliche Gott ist zugleich der nahe Gott. Er, der in kein Gebäude eingeschlossen werden kann, will doch unter uns wohnen, ganz mit uns sein. Jerusalem mit seinem Tempel ist Ort der Begegnung zwischen Gott und seinem Volk. Der Ort, an dem er verehrt werden will und an dem er auf uns zugeht. Von David her ist Jerusalem auch Ort der Verheißung. Jerusalem ist mit der Erwartung des Messias verbunden, mit der Hoffnung, daß Gott als König in diese Welt kommen und sie zu seinem Reich machen werde.

Wenn Jesus mit dem pilgernden Israel hinaufsteigt, dann geht er hin, um mit Israel Pascha zu feiern: die Erinnerung an die Befreiung Israels, die zugleich immerfort Hoffnung auf die endgültige Freiheit ist, die Gott schenken wird. Und er geht auf dieses Fest zu in dem Wissen, daß er selbst das Lamm ist, in dem sich erfüllt, was das Buch Exodus davon sagt: ein fehlerloses, männliches Lamm, das vor den Augen der Söhne Israels am Abend geopfert wird »zu einem ewigen Kult« (Ex 12,5 –6.14). Und endlich weiß Jesus, daß sein Weg weiter reicht: daß er am Kreuz nicht zu Ende ist. Er weiß, daß sein Weg den Schleier zwischen dieser Welt und der Welt Gottes aufreißen wird, daß er hinaufgehen wird bis zum Thron Gottes, Gott und Mensch miteinander versöhnen wird in seinem Leib. Er weiß, daß sein auferstandener Leib das neue Opfer und der neue Tempel sein wird. Daß sich um ihn aus der Schar der Engel und Heiligen das neue Jerusalem bildet, das im Himmel und doch auch schon auf Erden ist, weil er ja in seinem Leid die Grenze zwischen Himmel und Erde aufgetan hat. Sein Weg geht über die Höhe des Tempelberges hinaus bis zur Höhe Gottes selbst: Das ist der große Aufstieg, zu dem er uns einlädt. Er bleibt immer bei uns auf der Erde, und er ist immer schon angekommen bei Gott und führt uns auf der Erde und über die Erde hinaus.

So werden in der Weite von Jesu Aufstieg die Dimensionen unserer Nachfolge sichtbar – das Ziel, wohin er uns führen will: auf die Höhe Gottes, zur Gemeinschaft mit Gott, zum Mitsein mit Gott. Das ist das eigentliche Ziel, und die Gemeinschaft mit ihm ist ein Unterwegssein. Ist ständiger Aufstieg zur wirklichen Höhe unserer Berufung. Das Mitgehen mit Jesus ist zugleich immer ein Mitgehen im Wir derer, die ihm nachfolgen wollen. Es führt uns in diese Gemeinschaft hinein. Weil der Weg bis ins wirkliche Leben, bis ins Menschsein nach der Weise des Gottessohnes Jesus Christus, unsere eigenen Kräfte übersteigt, ist dieses Gehen immer auch ein Getragenwerden. Wir sind gleichsam in einer Seilschaft mit Jesus Christus – mit ihm im Aufstieg auf die Höhe Gottes. Er zieht uns, und er hält uns. Zur Nachfolge Christi gehört es, daß wir uns in diese Seilschaft einbinden lassen; akzeptieren, daß wir es allein nicht können. Zu ihr gehört dieser Akt der Demut, das Eintreten in das Wir der Kirche. Das Sich-Anhalten an der Seilschaft, die Verantwortung der Gemeinsamkeit – das Seil nicht durch Eigenwilligkeit und Besserwisserei zu zerreißen. Das demütige Glauben mit der Kirche als Festgemachtsein in der Seilschaft des Aufstiegs zu Gott ist eine wesentliche Bedingung der Nachfolge. Zu diesem Mitsein im Ganzen der Seilschaft gehört es auch, daß wir uns nicht als Herren des Gotteswortes aufspielen, nicht einem falschen Begriff von Mündigkeit nachlaufen. Die Demut des Mitseins ist wesentlich für den Aufstieg. Zu ihr gehört es auch, daß wir uns in den Sakramenten immer wieder vom Herrn an die Hand nehmen lassen. Daß wir uns reinigen und kräftigen lassen von ihm. Daß wir die Zucht des Aufsteigens annehmen, auch wenn wir müde sind.

Endlich müssen wir noch sagen: Zum Aufstieg auf die Höhe Jesu Christi, zum Aufstieg auf die Höhe Gottes selbst gehört das Kreuz. So wie es in den Dingen dieser Welt keine große Leistung geben kann ohne Verzicht und hartes Training, so wie die Freude großer Erkenntnis oder wirklichen Könnens an die Disziplin, ja an das Erleiden des Lernens gebunden ist, so ist der Weg zum Leben selbst, zum Menschwerden an die Gemeinschaft mit dem gebunden, der über das Kreuz zur Höhe Gottes aufgestiegen ist. Letzlich ist das Kreuz Ausdruck dessen, was Liebe bedeutet: Nur wer sich verliert, findet sich.

Fassen wir zusammen: Nachfolge Christi verlangt als ersten Schritt das Wachwerden der Sehnsucht nach dem rechten Menschsein und so das Wachwerden für Gott. Sie verlangt dann das Eintreten in die Seilschaft der Aufsteigenden, in die Gemeinschaft der Kirche. Im Wir der Kirche treten wir in die Gemeinschaft mit dem Du Jesu Christi ein und kommen auf den Weg zu Gott. Verlangt ist des weiteren das Hören auf das Wort Jesu Christi und das Leben daraus: in Glaube, Hoffnung und Liebe. So sind wir auf dem Weg zum endgültigen Jerusalem und jetzt schon irgendwie dort, in der Gemeinschaft aller Heiligen Gottes.

Unsere Wallfahrt in der Nachfolge Christi führt nicht in eine irdische Stadt, sondern in die neue Stadt Gottes, die mitten in dieser Welt wächst. Die Wallfahrt ins irdische Jerusalem kann aber gerade auch für uns Christen ein hilfreiches Element dieser größeren Wanderschaft sein. Ich selbst habe meiner Wallfahrt ins Heilige Land im vorigen Jahr drei Bedeutungen beigelegt. Zunächst hatte ich daran gedacht, daß uns dabei das geschehen kann, was der hl. Johannes am Anfang seines ersten Briefes sagt: Was wir gehört haben, das können wir gleichsam sehen und mit unseren Händen berühren (vgl. 1 Joh 1,1). Der Glaube an Jesus Christus ist keine legendäre Erfindung. Er gründet in wirklich geschehener Geschichte. Wir können diese Geschichte sozusagen anschauen und anrühren. Es ist bewegend, in Nazaret an der Stelle zu stehen, an der der Engel zu Maria kam und ihr den Auftrag überbrachte, Mutter des Erlösers zu werden. Es ist bewegend, in Betlehem an der Stelle zu sein, an der das fleischgewordene Wort unter uns Wohnung genommen hat; den heiligen Boden zu betreten, auf dem Gott als Kind Mensch werden wollte. Und es ist bewegend, die Treppe zu Golgota hinaufzusteigen zu der Stelle, an der Jesus am Kreuz gestorben ist für uns. Und endlich danach vor dem leeren Grab zu stehen; dort zu beten, wo sein heiliger Leichnam ruhte und wo sich am dritten Tag die Auferstehung ereignet hat. Die äußeren Wege Jesu nachzugehen, soll uns helfen, den inneren Weg, den er uns gezeigt hat und der er selber ist, freudiger und mit neuer Gewißheit zu gehen.

Wenn wir ins Heilige Land wallfahren, gehen wir aber auch hin – das ist das Zweite – als Boten des Friedens, mit der Bitte um Frieden; mit der Einladung an alle, an dem Ort, der das Wort Friede im Namen trägt, alles zu tun, daß er wirklich ein Ort des Friedens werde. So ist – als drittes – diese Wallfahrt zugleich Ermutigung für die Christen, in dem Land ihrer Herkunft zu bleiben und in ihm um Frieden zu ringen.

Kehren wir noch einmal zur Liturgie des Palmsonntags zurück. In dem Gebet, mit dem die Palmzweige gesegnet werden, bitten wir darum, daß wir in der Gemeinschaft mit Christus die Frucht guter Werke bringen können. Aus einer falschen Auslegung des hl. Paulus hat sich in der Geschichte immer wieder und auch heute die Meinung entwickelt, gute Werke gehörten nicht zum Christsein, seien jedenfalls für das Heil des Menschen ohne Bedeutung. Aber wenn Paulus davon spricht, daß die Werke den Menschen nicht rechtfertigen können, dann wendet er sich damit nicht gegen die Bedeutung des rechten Tuns, und wenn er vom Ende des Gesetzes spricht, erklärt er nicht die Zehn Gebote für überholt und belanglos. Die ganze Weite der Frage, um die es ihm ging, brauchen wir jetzt nicht zu bedenken. Wichtig ist: Mit »Gesetz« meint er nicht die Zehn Gebote, sondern den komplexen Lebensstil, durch den Israel sich gegen die Versuchungen des Heidentums abschirmen mußte. Nun aber hat Christus Gott zu den Heiden getragen. Ihnen wird diese Unterscheidungsform nicht auferlegt. Ihnen wird allein Christus als Gesetz gegeben. Das aber bedeutet die Liebe zu Gott und zum Nächsten und alles, was zu ihr gehört. Zu ihr gehören aber die von Christus her neu und vertieft gelesenen Gebote, die nichts anderes als die Grundregeln der wahren Liebe sind: Zuerst und grundlegend die Anbetung Gottes, der Primat Gottes, den die ersten drei Gebote ausdrücken. Sie sagen uns: Ohne Gott wird nichts recht. Wer und wie dieser Gott ist, das wissen wir von der Person Jesu Christi her. Darauf folgen die Heiligkeit der Familie (4. Gebot), die Heiligkeit des Lebens (5. Gebot), die Ordnung der Ehe (6. Gebot), die Sozialordnung (7. Gebot) und endlich die Unverletzlichkeit der Wahrheit (8. Gebot). All dies ist heute von größter Aktualität und gerade auch im Sinn des hl. Paulus, wenn wir seine Briefe ganz lesen. »Frucht bringen in guten Werken«: Bitten wir den Herrn zu Beginn der Karwoche, daß er uns allen diese Frucht immer mehr schenken möge.

Am Ende des Evangeliums der Palmweihe hören wir den Ruf, mit dem die Pilger Jesus am Eingang zu Jerusalem begrüßen. Es ist das Wort aus dem Psalm 118, das ursprünglich die Priester von der Heiligen Stadt her den Pilgern zuriefen, das aber inzwischen Ausdruck messianischer Hoffnung geworden war: Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn (Ps 118,26; Lk 19,3B). Die Pilger sahen in Jesus den Erwarteten, der im Namen des Herrn kommt, ja sie fügen nach dem Lukasevangelium das Wort ein: Gesegnet, der da kommt, der König, im Namen des Herrn. Sie fahren fort mit einem Ruf, der an die Botschaft der Engel zu Weihnachten erinnert, sie aber doch auf eine nachdenklich machende Weise abändert. Die Engel hatten von der Herrlichkeit Gottes in der Höhe und vom Frieden auf Erden für die Menschen göttlichen Wohlgefallens gesprochen. Die Pilger am Eingang der Heiligen Stadt sagen: Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe. Sie wissen allzusehr, daß auf Erden nicht Friede ist. Und sie wissen, daß der Ort des Friedens der Himmel ist – daß es zum Wesen des Himmels gehört, Ort des Friedens zu sein. So ist dieser Ruf Ausdruck einer tiefen Not und zugleich Gebet der Hoffnung: Der, der im Namen des Herrn kommt, möge, was im Himmel ist, auf die Erde bringen. Sein Königtum möge Gottes Königtum werden, Gegenwart des Himmels auf Erden. Die Kirche singt das Psalmwort, mit dem Jesus vor dem Einzug in die Heilige Stadt begrüßt wurde, vor der Wandlung: Sie begrüßt Jesus als den König, der von Gott her, im Namen Gottes zu uns hereintritt. Immer ist dieser freudige Gruß auch heute Bitte und Hoffnung. Wir bitten den Herrn, daß er den Himmel zu uns bringe: die Herrlichkeit Gottes und den Frieden der Menschen. Wir begreifen ihn im Geist der Vater-unser-Bitte: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Wir wissen, daß der Himmel Himmel ist, Ort der Herrlichkeit und des Friedens, weil dort ganz Gottes Wille herrscht. Und wir wissen, daß die Erde so lange nicht Himmel ist, so lange Gottes Wille in ihr nicht geschieht. So grüßen wir Jesus, der vom Himmel kommt, und bitten ihn, daß er uns helfe, Gottes Willen zu erkennen und zu tun. Daß Gottes Königtum in die Welt hereintrete und daß sie so mit dem Glanz des Friedens erfüllt werde. Amen.

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