PAPST FRANZISKUS: PREDIGT ZUM PALMSONNTAG 2016

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FEIER DES PALMSONNTAGS VOM LEIDEN DES HERRN

PREDIGT VON PAPST FRANZISKUS

Petersplatz
XXXI. Weltjugendtag
Sonntag, 20. März 2016

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»Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn« (vgl. Lk 19,38), rief freudig die Menschenmenge von Jerusalem beim Empfang Jesu. Wir haben diese Begeisterung übernommen: Durch das Wedeln der Palm- und Ölzweige haben wir den Lobpreis und die Freude ausgedrückt, den Wunsch, Jesus zu empfangen, der zu uns kommt. Ja, wie er in Jerusalem eingezogen ist, so will er in unsere Städte und in unser Leben eintreten. Wie er im Evangelium auf einem Esel geritten ist, so kommt er demütig zu uns, aber er kommt »im Namen des Herrn«: Mit der Macht seiner göttlichen Liebe vergibt er unsere Sünden und versöhnt uns mit dem Vater und mit uns selbst. Jesus freut sich über den volkstümlichen Ausdruck der Zuneigung der Menschen. Als die Pharisäer ihn dazu auffordern, die Kinder und die anderen, die ihm zujubeln, zum Schweigen zu bringen, antwortet er: »Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien« (Lk 19,40). Nichts konnte die Begeisterung über den Einzug Jesu aufhalten; nichts möge uns daran hindern, in ihm die Quelle unserer Freude, die wahre Freude zu finden, die bleibt und Frieden schenkt. Denn nur Jesus rettet uns von den Schlingen der Sünde, des Todes, der Angst und der Traurigkeit.

Doch die heute Liturgie lehrt uns, dass der Herr uns nicht durch einen triumphalen Einzug oder durch mächtige Wundertaten gerettet hat. In der zweiten Lesung fasst der Apostel Paulus den Weg der Erlösung mit zwei Worten zusammen: Er »entäußerte« und »erniedrigte« sich (Phil 2,7.8). Diese beiden Verben sagen uns, bis zu welchem äußersten Punkt die Liebe Gottes zu uns gegangen ist. Jesus entäußerte sich: Er verzichtete auf die Herrlichkeit des Gottessohns und wurde der Menschensohn, um in allem solidarisch mit uns Sündern zu sein, er, der ohne Sünde ist. Nicht nur das. Er lebte unter uns »wie ein Sklave« (V. 7), nicht als König, noch als Fürst, sondern als Sklave. Er erniedrigte sich also und der Abgrund seiner Erniedrigung, die uns die Karwoche zeigt, scheint kein Ende zu haben.

Das erste Zeichen dieser Liebe »bis zur Vollendung« (Joh 13,1) ist die Fußwaschung. »Der Herr und Meister« (Joh 13,14) bückt sich bis zu den Füßen der Jünger, wie es nur die Sklaven tun. Er hat uns mit seinem Beispiel gezeigt, dass wir es nötig haben, von seiner Liebe erreicht zu werden, die sich über uns beugt. Wir können nicht umhin, wir können nicht lieben, ohne dass wir zuerst von ihm geliebt werden, ohne dass wir seine überraschende Zärtlichkeit erfahren und ohne dass wir akzeptieren, dass die wahre Liebe im konkreten Dienen bestehet.

Aber das ist nur der Anfang. Die Erniedrigung Jesu geht bis zum Äußersten in der Passion: Von einem Jünger, den er ausgewählt und Freund genannt hat, wurde er für dreißig Silberlinge verkauft und mit einem Kuss verraten. Fast alle anderen fliehen und verlassen ihn. Petrus verleugnet ihn drei Mal im Hof des Tempels. Von den Verhöhnungen, den Beleidigungen und von der Spucke im Geist gedemütigt, leidet er grausame Gewalt am Leib: die Schläge, die Geißelhiebe und die Dornenkrone machen seinen Anblick unkenntlich. Er erleidet auch die Schmach und die ungerechte Verurteilung durch die religiösen und politischen Amtsträger: Er wurde zur Sünde gemacht (vgl. 2 Kor 5,21) und zu den Verbrechern gerechnet (vgl. Lk 22,37). Pilatus schickt ihn dann zu Herodes, und dieser schickt ihn wieder zum römischen Statthalter zurück. Während ihm jede Gerechtigkeit verwehrt wird, erfährt Jesus an seinem Leib auch die Gleichgültigkeit, denn niemand will sich die Verantwortung für sein Los aufbürden. Ich denke an die vielen Menschen, an die vielen Ausgegrenzten, die vielen Vertriebenen, die vielen Flüchtlinge, an die, für deren Schicksal viele nicht die Verantwortung übernehmen wollen. Die Menschenmenge, die ihm noch kurz zuvor zugejubelt hat, ändert den Lobpreis in ein Geschrei der Anschuldigung und zieht es sogar vor, dass an seiner Statt ein Mörder freigelassen wird. So kommt er zum Kreuzestod, dem schmerzhaftesten und entehrendsten Tod, der den Verrätern, den Sklaven und den übelsten Verbrechern vorbehalten ist. Die Einsamkeit, die Verleumdung und der Schmerz sind noch nicht der Höhepunkt seiner Entäußerung. Um in allem mit uns solidarisch zu sein, erfährt er am Kreuz auch die geheimnisvolle Verlassenheit durch den Vater. In der Verlassenheit aber betet und vertraut er sich an: »Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist« (Lk 23,46). Am Kreuzesbalken hängend, begegnet er neben dem Spott der letzten Versuchung – der Provokation, vom Kreuz herabzusteigen, das Böse mit der Gewalt zu besiegen und das Gesicht eines mächtigen unbezwingbaren Gottes zu zeigen. Doch Jesus offenbart genau hier, auf dem Gipfel der Entäußerung, das wahre Antlitz Gottes, der Barmherzigkeit ist. Er vergibt denen, die ihn ans Kreuz schlagen; er öffnet dem reuigen Schächer die Pforten des Paradieses und berührt das Herz des Hauptmanns. So abgründig das Geheimnis des Bösen auch ist, so unendlich ist die Wirklichkeit der Liebe, die dieses Geheimnis durchschritten hat und bis zum Grab und in die Unterwelt gelangt; die unser ganzes Leid angenommen hat, um es zu erlösen; um Licht in die Finsternis zu bringen, Leben in den Tod, Liebe in den Hass.

Die Art und Weise des Handelns Gottes, der sich für uns entäußert hat, mag uns so fern vorkommen, während wir uns schwer tun, auch nur ein bisschen von uns selbst aufzugeben. Er kommt, um uns zu erlösen. Wir sind aufgerufen, seinen Weg zu wählen: den Weg des Dienens, der Hingabe und der Selbstverleugnung. Wir können uns auf diesen Weg machen, indem wir in diesen Tagen innehalten und den Gekreuzigten betrachten, es ist der „Lehrstuhl Gottes“. Ich lade euch ein, in dieser Woche oft diesen „Lehrstuhl Gottes“ zu betrachten, um die demütige Liebe zu lernen, die rettet und Leben schenkt, um dem Egoismus, dem Macht- und Geltungsstreben abzusagen. Jesus lädt uns mit seiner Erniedrigung ein, seinen Weg zu gehen. Richten wir den Blick auf ihn, bitten wir um die Gnade, zumindest etwas von dem Geheimnis seiner Entäußerung für uns zu verstehen. Und so wollen wir in Stille das Geheimnis dieser Woche betrachten.

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PAPST FRANZISKUS: PREDIGT ZUM PALMSONNTAG 2015

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PALMSONNTAG UND PASSION DES HERRN

PREDIGT VON PAPST FRANZISKUS

Petersplatz
30. Weltjugendtag
Sonntag, 29. März 2015

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Im Mittelpunkt dieser Feier, die so freudig erscheint, steht das Wort, das wir im Hymnus aus dem Philipperbrief gehört haben: »Er erniedrigte sich« (Phil 2,8). Die Erniedrigung Jesu.

Dieses Wort verrät uns den Stil Gottes und folglich das, was der Stil des Christen sein muss: die Demut. Ein Stil, der nie aufhört, uns zu überraschen und in Krise zu versetzen: An einen demütigen Gott gewöhnt man sich nie!

Sich zu erniedrigen ist vor allem der Stil Gottes: Gott erniedrigt sich, um mit seinem Volk mitzugehen, um dessen Untreue zu ertragen. Das wird deutlich, wenn man die Geschichte des Exodus liest: Welch eine Demütigung für den Herrn, all dieses Murren, diese Klagen anzuhören! Sie richteten sich gegen Mose, doch letztlich waren sie gegen ihn, ihren Vater, gerichtet, der sie aus der Versklavung herausgeführt hatte und sie auf dem Weg durch die Wüste führte bis zum Land der Freiheit.

In dieser heiligen Woche, der Karwoche, die uns zum Osterfest führt, werden wir diesen Weg der Erniedrigung Jesu gehen. Und nur so wird die Woche auch für uns „heilig“ sein!

Wir werden die Verachtung der Führer seines Volkes spüren und ihre Täuschungen, um ihn zu Fall zu bringen. Wir werden den Verrat des Judas, eines der Zwölf, miterleben, der ihn für dreißig Silberlinge verkauft. Wir werden sehen, wie der Herr gefangengenommen und abgeführt wird wie ein Übeltäter; wie er von den Jüngern verlassen, vor den Hohen Rat geschleppt, zum Tod verurteilt, geschlagen und geschmäht wird. Wir werden hören, dass Petrus, der „Fels“ der Jünger, ihn dreimal verleugnet. Wir werden das Geschrei der von den Führern aufgewiegelten Menge hören, die fordert, dass Barabbas befreit und Jesus gekreuzigt wird. Wir werden ihn von den Soldaten verspottet, mit einem Purpurmantel bekleidet und mit Dornen gekrönt sehen. Und dann auf der „Via dolorosa“ und unter dem Kreuz werden wir die Beleidigungen der Leute und der Führer hören, die ihn als König und Sohn Gottes verlachen.

Das ist der Weg Gottes, der Weg der Demut. Es ist der Weg Jesu schlechthin, einen anderen gibt es nicht. Und es gibt keine Demut ohne Demütigung und Erniedrigung.

Indem der Sohn Gottes diesen Weg bis zum Ende gegangen ist, wurde er „wie ein Sklave“ (Phil 2,7). In der Tat, Demut bedeutet auch Dienst, bedeutet, Gott Raum zu lassen, indem man sich entäußert, innerlich „leer wird“, wie die Schrift sagt (V. 7). Dieses „leer werden“ ist die größte Erniedrigung.

Es gibt einen Weg, der dem Weg Christi entgegengesetzt ist: die Weltlichkeit. Die Weltlichkeit bietet uns den Weg der Eitelkeit, des Stolzes, des Erfolgs… Das ist der andere Weg. Der Böse hat ihn auch Jesus vorgeschlagen während der vierzig Tage in der Wüste. Doch Jesus hat ihn ohne Zögern abgelehnt. Und mit ihm, allein mit seiner Gnade, mit seiner Hilfe können auch wir diese Versuchung der Eitelkeit, der Weltlichkeit überwinden, nicht nur bei den großen Gelegenheiten, sondern in den gewöhnlichen Umständen des Lebens.

Dabei hilft und stärkt uns das Beispiel vieler Männer und Frauen, die in der Stille und im Verborgenen jeden Tag auf sich selbst verzichten, um den anderen zu dienen: einem kranken Angehörigen, einem einsamen Alten, einem Behinderten, einem Obdachlosen…

Denken wir auch an die Demütigung derer, die wegen ihres Verhaltens in der Treue zum Evangelium diskriminiert werden und persönlich dafür bezahlen. Und denken wir an unsere Brüder und Schwestern, die verfolgt werden, weil sie Christen sind, dieMärtyrer von heute – so viele sind es! Sie verleugnen Jesus nicht und ertragen würdevoll Beleidigungen und Schmähungen. Sie folgen ihm auf seinem Weg. Wir können wirklich von einer „Wolke von Zeugen“ sprechen (Hebr 12,1) – die Märtyrer von heute.

Mit ihnen wollen in dieser Woche auch wir uns entschlossen auf diesen Weg der Demut begeben, mit ganz viel Liebe zu ihm, unserem Herrn und Retter. Die Liebe wird uns führen und uns Kraft verleihen. Und wo er ist, dort werden auch wir sein (vgl. Joh12,26).

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BENEDIKT XVI.: PREDIGT ZUM PALMSONNTAG 2010

ROMa 28-03-2010 DOMENICA DELLE PALME E DELLA PASSIONE DEL SIGNORE PRESIEDUTA DAL SANTO PADRE BENEDETTO XVI PH:ALESSIO PETRUCCI

EUCHARISTIEFEIER AM PALMSONNTAG

PREDIGT VON BENEDIKT XVI.

Petersplatz
XXV. Weltjugendtag
Palmsonntag, 28. März 2010


Bilder von der Feier

Liebe Brüder und Schwestern,
liebe Jugendliche!

Das Evangelium der Palmweihe, das wir hier auf dem Petersplatz versammelt hören, beginnt mit dem Satz: »Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf« (Lk 19, 28). Die Kirche nimmt gleich in der Eröffnung der Liturgie dieses Tages ihre Antwort auf das Evangelium vorweg, indem sie sagt: Folgen wir dem Herrn nach. Das Thema des Palmsonntags ist damit klar formuliert. Es heißt: Nachfolge. Christsein bedeutet, daß wir den Weg Jesu Christi als den rechten Weg des Menschseins ansehen – als den Weg, der ans Ziel führt zur erfüllten, rechten Menschlichkeit. Christsein ist ein Weg, besser gesagt: eine Wanderschaft, ein Mitgehen mit Jesus Christus. Ein Gehen in die Richtung, die er uns vorgegeben hat und vorgibt.

Was ist das für eine Richtung? Wie findet man sie? Der Satz unseres Evangeliums macht dazu zwei Angaben. Als erstes sagt er: Er ist ein Aufstieg. Das gilt zunächst ganz praktisch. Jericho, wo der letzte Teil der Pilgerschaft Jesu begann, liegt 250 Meter unter dem Meeresspiegel, Jerusalem – das Ziel des Weges – 740 bis 780 Meter über dem Meer: ein Aufstieg von fast 1000 Metern. Aber dieser äußere Weg ist vor allem ein Bild für die innere Bewegung der Existenz, die sich in der Nachfolge Christi vollzieht: Sie ist Aufstieg zu der wirklichen Höhe des Menschseins. Der Mensch kann es sich bequem machen, jeder Mühe aus dem Weg gehen. Er kann auch absteigen ins Niedrige, ins Gemeine, in die Gedankenlosigkeit. Er kann in dem Sumpf der Lüge und der Ehrlosigkeit versinken. Jesus geht uns voraus, und er geht aufwärts. Er führt uns ins Große, ins Reine, in die heilende Luft der Höhe: in das Leben gemäß der Wahrheit; in die Tapferkeit, die sich nicht vom Gerede der herrschenden Meinungen einschüchtern läßt; in die Geduld, die den anderen erträgt und trägt. Er führt in die Bereitschaft für die Leidenden, für die Verlassenen; in die Treue, die zum anderen steht, auch wenn es schwer wird. In die Hilfsbereitschaft; in die Güte, die sich auch durch Undankbarkeit nicht entwaffnen läßt. Er führt uns in die Liebe – er führt uns zu Gott.

»Jesus zog weiter und ging nach Jerusalem hinauf.« Wenn wir dieses Wort des Evangeliums im Zusammenhang des Ganzen von Jesu Weg lesen, der ja bis zum Ende der Zeiten weitergeht, dann können wir verschiedene Ebenen der Zielangabe Jerusalem entdecken. Zunächst ist damit selbstverständlich einfach der Ort Jerusalem gemeint: Es ist die Stadt, in der der Tempel Gottes stand, dessen Einzigkeit die Einzigkeit Gottes selbst andeuten sollte. So verkündet dieser Ort zunächst zweierlei: zum einen, daß Gott nur einer auf der ganzen Welt ist, all unsere Orte und Zeiten unendlich überschreitet, der Gott, dem die ganze Schöpfung gehört. Der Gott, den alle Menschen im Innersten suchen und um den alle auch irgendwie wissen. Aber dieser Gott hat sich einen Namen gegeben. Sich uns bekannt gemacht, hat eine Geschichte mit den Menschen angefangen; sich einen Menschen – Abraham – als Ausgangspunkt dieser Geschichte gewählt hat. Der unendliche Gott ist zugleich der nahe Gott. Er, der in kein Gebäude eingeschlossen werden kann, will doch unter uns wohnen, ganz mit uns sein. Jerusalem mit seinem Tempel ist Ort der Begegnung zwischen Gott und seinem Volk. Der Ort, an dem er verehrt werden will und an dem er auf uns zugeht. Von David her ist Jerusalem auch Ort der Verheißung. Jerusalem ist mit der Erwartung des Messias verbunden, mit der Hoffnung, daß Gott als König in diese Welt kommen und sie zu seinem Reich machen werde.

Wenn Jesus mit dem pilgernden Israel hinaufsteigt, dann geht er hin, um mit Israel Pascha zu feiern: die Erinnerung an die Befreiung Israels, die zugleich immerfort Hoffnung auf die endgültige Freiheit ist, die Gott schenken wird. Und er geht auf dieses Fest zu in dem Wissen, daß er selbst das Lamm ist, in dem sich erfüllt, was das Buch Exodus davon sagt: ein fehlerloses, männliches Lamm, das vor den Augen der Söhne Israels am Abend geopfert wird »zu einem ewigen Kult« (Ex 12,5 –6.14). Und endlich weiß Jesus, daß sein Weg weiter reicht: daß er am Kreuz nicht zu Ende ist. Er weiß, daß sein Weg den Schleier zwischen dieser Welt und der Welt Gottes aufreißen wird, daß er hinaufgehen wird bis zum Thron Gottes, Gott und Mensch miteinander versöhnen wird in seinem Leib. Er weiß, daß sein auferstandener Leib das neue Opfer und der neue Tempel sein wird. Daß sich um ihn aus der Schar der Engel und Heiligen das neue Jerusalem bildet, das im Himmel und doch auch schon auf Erden ist, weil er ja in seinem Leid die Grenze zwischen Himmel und Erde aufgetan hat. Sein Weg geht über die Höhe des Tempelberges hinaus bis zur Höhe Gottes selbst: Das ist der große Aufstieg, zu dem er uns einlädt. Er bleibt immer bei uns auf der Erde, und er ist immer schon angekommen bei Gott und führt uns auf der Erde und über die Erde hinaus.

So werden in der Weite von Jesu Aufstieg die Dimensionen unserer Nachfolge sichtbar – das Ziel, wohin er uns führen will: auf die Höhe Gottes, zur Gemeinschaft mit Gott, zum Mitsein mit Gott. Das ist das eigentliche Ziel, und die Gemeinschaft mit ihm ist ein Unterwegssein. Ist ständiger Aufstieg zur wirklichen Höhe unserer Berufung. Das Mitgehen mit Jesus ist zugleich immer ein Mitgehen im Wir derer, die ihm nachfolgen wollen. Es führt uns in diese Gemeinschaft hinein. Weil der Weg bis ins wirkliche Leben, bis ins Menschsein nach der Weise des Gottessohnes Jesus Christus, unsere eigenen Kräfte übersteigt, ist dieses Gehen immer auch ein Getragenwerden. Wir sind gleichsam in einer Seilschaft mit Jesus Christus – mit ihm im Aufstieg auf die Höhe Gottes. Er zieht uns, und er hält uns. Zur Nachfolge Christi gehört es, daß wir uns in diese Seilschaft einbinden lassen; akzeptieren, daß wir es allein nicht können. Zu ihr gehört dieser Akt der Demut, das Eintreten in das Wir der Kirche. Das Sich-Anhalten an der Seilschaft, die Verantwortung der Gemeinsamkeit – das Seil nicht durch Eigenwilligkeit und Besserwisserei zu zerreißen. Das demütige Glauben mit der Kirche als Festgemachtsein in der Seilschaft des Aufstiegs zu Gott ist eine wesentliche Bedingung der Nachfolge. Zu diesem Mitsein im Ganzen der Seilschaft gehört es auch, daß wir uns nicht als Herren des Gotteswortes aufspielen, nicht einem falschen Begriff von Mündigkeit nachlaufen. Die Demut des Mitseins ist wesentlich für den Aufstieg. Zu ihr gehört es auch, daß wir uns in den Sakramenten immer wieder vom Herrn an die Hand nehmen lassen. Daß wir uns reinigen und kräftigen lassen von ihm. Daß wir die Zucht des Aufsteigens annehmen, auch wenn wir müde sind.

Endlich müssen wir noch sagen: Zum Aufstieg auf die Höhe Jesu Christi, zum Aufstieg auf die Höhe Gottes selbst gehört das Kreuz. So wie es in den Dingen dieser Welt keine große Leistung geben kann ohne Verzicht und hartes Training, so wie die Freude großer Erkenntnis oder wirklichen Könnens an die Disziplin, ja an das Erleiden des Lernens gebunden ist, so ist der Weg zum Leben selbst, zum Menschwerden an die Gemeinschaft mit dem gebunden, der über das Kreuz zur Höhe Gottes aufgestiegen ist. Letzlich ist das Kreuz Ausdruck dessen, was Liebe bedeutet: Nur wer sich verliert, findet sich.

Fassen wir zusammen: Nachfolge Christi verlangt als ersten Schritt das Wachwerden der Sehnsucht nach dem rechten Menschsein und so das Wachwerden für Gott. Sie verlangt dann das Eintreten in die Seilschaft der Aufsteigenden, in die Gemeinschaft der Kirche. Im Wir der Kirche treten wir in die Gemeinschaft mit dem Du Jesu Christi ein und kommen auf den Weg zu Gott. Verlangt ist des weiteren das Hören auf das Wort Jesu Christi und das Leben daraus: in Glaube, Hoffnung und Liebe. So sind wir auf dem Weg zum endgültigen Jerusalem und jetzt schon irgendwie dort, in der Gemeinschaft aller Heiligen Gottes.

Unsere Wallfahrt in der Nachfolge Christi führt nicht in eine irdische Stadt, sondern in die neue Stadt Gottes, die mitten in dieser Welt wächst. Die Wallfahrt ins irdische Jerusalem kann aber gerade auch für uns Christen ein hilfreiches Element dieser größeren Wanderschaft sein. Ich selbst habe meiner Wallfahrt ins Heilige Land im vorigen Jahr drei Bedeutungen beigelegt. Zunächst hatte ich daran gedacht, daß uns dabei das geschehen kann, was der hl. Johannes am Anfang seines ersten Briefes sagt: Was wir gehört haben, das können wir gleichsam sehen und mit unseren Händen berühren (vgl. 1 Joh 1,1). Der Glaube an Jesus Christus ist keine legendäre Erfindung. Er gründet in wirklich geschehener Geschichte. Wir können diese Geschichte sozusagen anschauen und anrühren. Es ist bewegend, in Nazaret an der Stelle zu stehen, an der der Engel zu Maria kam und ihr den Auftrag überbrachte, Mutter des Erlösers zu werden. Es ist bewegend, in Betlehem an der Stelle zu sein, an der das fleischgewordene Wort unter uns Wohnung genommen hat; den heiligen Boden zu betreten, auf dem Gott als Kind Mensch werden wollte. Und es ist bewegend, die Treppe zu Golgota hinaufzusteigen zu der Stelle, an der Jesus am Kreuz gestorben ist für uns. Und endlich danach vor dem leeren Grab zu stehen; dort zu beten, wo sein heiliger Leichnam ruhte und wo sich am dritten Tag die Auferstehung ereignet hat. Die äußeren Wege Jesu nachzugehen, soll uns helfen, den inneren Weg, den er uns gezeigt hat und der er selber ist, freudiger und mit neuer Gewißheit zu gehen.

Wenn wir ins Heilige Land wallfahren, gehen wir aber auch hin – das ist das Zweite – als Boten des Friedens, mit der Bitte um Frieden; mit der Einladung an alle, an dem Ort, der das Wort Friede im Namen trägt, alles zu tun, daß er wirklich ein Ort des Friedens werde. So ist – als drittes – diese Wallfahrt zugleich Ermutigung für die Christen, in dem Land ihrer Herkunft zu bleiben und in ihm um Frieden zu ringen.

Kehren wir noch einmal zur Liturgie des Palmsonntags zurück. In dem Gebet, mit dem die Palmzweige gesegnet werden, bitten wir darum, daß wir in der Gemeinschaft mit Christus die Frucht guter Werke bringen können. Aus einer falschen Auslegung des hl. Paulus hat sich in der Geschichte immer wieder und auch heute die Meinung entwickelt, gute Werke gehörten nicht zum Christsein, seien jedenfalls für das Heil des Menschen ohne Bedeutung. Aber wenn Paulus davon spricht, daß die Werke den Menschen nicht rechtfertigen können, dann wendet er sich damit nicht gegen die Bedeutung des rechten Tuns, und wenn er vom Ende des Gesetzes spricht, erklärt er nicht die Zehn Gebote für überholt und belanglos. Die ganze Weite der Frage, um die es ihm ging, brauchen wir jetzt nicht zu bedenken. Wichtig ist: Mit »Gesetz« meint er nicht die Zehn Gebote, sondern den komplexen Lebensstil, durch den Israel sich gegen die Versuchungen des Heidentums abschirmen mußte. Nun aber hat Christus Gott zu den Heiden getragen. Ihnen wird diese Unterscheidungsform nicht auferlegt. Ihnen wird allein Christus als Gesetz gegeben. Das aber bedeutet die Liebe zu Gott und zum Nächsten und alles, was zu ihr gehört. Zu ihr gehören aber die von Christus her neu und vertieft gelesenen Gebote, die nichts anderes als die Grundregeln der wahren Liebe sind: Zuerst und grundlegend die Anbetung Gottes, der Primat Gottes, den die ersten drei Gebote ausdrücken. Sie sagen uns: Ohne Gott wird nichts recht. Wer und wie dieser Gott ist, das wissen wir von der Person Jesu Christi her. Darauf folgen die Heiligkeit der Familie (4. Gebot), die Heiligkeit des Lebens (5. Gebot), die Ordnung der Ehe (6. Gebot), die Sozialordnung (7. Gebot) und endlich die Unverletzlichkeit der Wahrheit (8. Gebot). All dies ist heute von größter Aktualität und gerade auch im Sinn des hl. Paulus, wenn wir seine Briefe ganz lesen. »Frucht bringen in guten Werken«: Bitten wir den Herrn zu Beginn der Karwoche, daß er uns allen diese Frucht immer mehr schenken möge.

Am Ende des Evangeliums der Palmweihe hören wir den Ruf, mit dem die Pilger Jesus am Eingang zu Jerusalem begrüßen. Es ist das Wort aus dem Psalm 118, das ursprünglich die Priester von der Heiligen Stadt her den Pilgern zuriefen, das aber inzwischen Ausdruck messianischer Hoffnung geworden war: Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn (Ps 118,26; Lk 19,3B). Die Pilger sahen in Jesus den Erwarteten, der im Namen des Herrn kommt, ja sie fügen nach dem Lukasevangelium das Wort ein: Gesegnet, der da kommt, der König, im Namen des Herrn. Sie fahren fort mit einem Ruf, der an die Botschaft der Engel zu Weihnachten erinnert, sie aber doch auf eine nachdenklich machende Weise abändert. Die Engel hatten von der Herrlichkeit Gottes in der Höhe und vom Frieden auf Erden für die Menschen göttlichen Wohlgefallens gesprochen. Die Pilger am Eingang der Heiligen Stadt sagen: Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe. Sie wissen allzusehr, daß auf Erden nicht Friede ist. Und sie wissen, daß der Ort des Friedens der Himmel ist – daß es zum Wesen des Himmels gehört, Ort des Friedens zu sein. So ist dieser Ruf Ausdruck einer tiefen Not und zugleich Gebet der Hoffnung: Der, der im Namen des Herrn kommt, möge, was im Himmel ist, auf die Erde bringen. Sein Königtum möge Gottes Königtum werden, Gegenwart des Himmels auf Erden. Die Kirche singt das Psalmwort, mit dem Jesus vor dem Einzug in die Heilige Stadt begrüßt wurde, vor der Wandlung: Sie begrüßt Jesus als den König, der von Gott her, im Namen Gottes zu uns hereintritt. Immer ist dieser freudige Gruß auch heute Bitte und Hoffnung. Wir bitten den Herrn, daß er den Himmel zu uns bringe: die Herrlichkeit Gottes und den Frieden der Menschen. Wir begreifen ihn im Geist der Vater-unser-Bitte: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Wir wissen, daß der Himmel Himmel ist, Ort der Herrlichkeit und des Friedens, weil dort ganz Gottes Wille herrscht. Und wir wissen, daß die Erde so lange nicht Himmel ist, so lange Gottes Wille in ihr nicht geschieht. So grüßen wir Jesus, der vom Himmel kommt, und bitten ihn, daß er uns helfe, Gottes Willen zu erkennen und zu tun. Daß Gottes Königtum in die Welt hereintrete und daß sie so mit dem Glanz des Friedens erfüllt werde. Amen.

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JOHANNES PAUL II.: PREDIGT ZUM PALMSONNTAG 2001

Pope John Paul II greats the faithfull as he arrives for an audience to the Rome's Bank employee and to the Messina, Turin and Trento dioceses in St. Peter's Square at the Vatican, Saturday November 11, 2000. This weekend marks the Vatican's Holy Year celebrations for the world of agricolture. (AP Photo/Marco Di Lauro)

PALMSONNTAG

PREDIGT VON JOHANNES PAUL II. 

8. April 2001

1. »Hosanna!« »Kreuzige ihn!« In diesen beiden – wahrscheinlich von derselben Menge im Abstand von wenigen Tagen geschrienen – Worten könnte man die Bedeutung der beiden Ereignisse, die wir heute in dieser sonntäglichen Liturgie betrachten, zusammenfassen.

Mit der Anrufung »Gepriesen sei der, der kommt!«, die voller Enthusiasmus ist, empfängt das Volk von Jerusalem, Palmzweige schwingend, Jesus, der auf dem Rücken eines Esels in die Stadt geritten kommt. Mit dem »Kreuzige ihn!«, das zweimal in einer steten Steigerung des Zorns geschrien wird, fordert die Menge vom römischen Statthalter die Verurteilung des Angeklagten, der schweigend im Praetorium steht.

Unsere Feier beginnt deshalb mit dem Hosianna und schließt mit dem »Kreuzige ihn!« Die Palme des Triumphes und das Kreuz der Passion: Es ist kein Widerspruch; es ist vielmehr der Mittelpunkt des Geheimnisses, das wir verkünden wollen. Jesus hat sich freiwillig seiner Passion ausgeliefert, er wurde nicht von Kräften dazu gezwungen, die vielleicht größer als er gewesen wären. Er hat den Kreuzestod freiwillig auf sich genommen, und in diesem Tod hat er triumphiert.

Er erforschte den Willen des Vaters und hat verstanden, daß »die Stunde« gekommen war, und er hat sie im freien Gehorsam des Sohnes und mit unendlicher Liebe zu den Menschen angenommen: »Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung« (Joh 13,1).

2. Heute schauen wir auf Jesus, der sich – fast am Ende seines Lebens – als der vom Volk erwartete Messias zeigt, von Gott gesandt und in seinem Namen gekommen, um den Frieden und das Heil zu bringen, auch wenn dies auf eine andere Weise geschieht, als es seine Zeitgenossen erwarteten. Das Heilswerk und die von Jesus vollbrachte Befreiung geht durch die Jahrhunderte weiter. Deshalb hört die Kirche, die fest daran glaubt, daß er – wenn auch unsichtbar – anwesend ist, niemals auf, ihn in Lob und Anbetung anzurufen. Noch einmal ruft unsere Gemeinde hier: »Hosanna! Gepriesen sei der, der kommt im Namen des Herrn!«

3. Die Lesung der heutigen Stelle aus dem Evangelium hat uns die schrecklichen Szenen der Passion Jesu vor Augen gestellt: sein physisches und moralisches Leid, der Kuß des Judas, die Verlassenheit von seiten der Jünger, der Prozeß vor Pilatus, die Beschimpfungen und Verhöhnungen, die Verurteilung, der Kreuzweg, die Kreuzigung. Zuletzt das erbärmlichste Leid: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« Ein lauter Aufschrei – und dann der Tod.

Warum all das? Der Anfang des Hochgebetes gibt uns die Antwort: »Er war ohne Sünde und hat für uns Sünder gelitten. Er war ohne Schuld und hat sich ungerechtem Urteil unterworfen. Sein Tod hat unsere Vergehen getilgt, seine Auferstehung uns Gnade und Leben erworben« (Präfation).

Unsere Feier bringt daher Anerkennung und Liebe dem gegenüber zum Ausdruck, der sich für uns geopfert hat, dem Gottesknecht, der, wie der Prophet sagt, keinen Widerstand geleistet hat, sich nicht zurückzog, seinen Rücken den Folterknechten zuwandte und sein Gesicht den Schmähungen und dem Speichel nicht entzog (vgl. Jes 50,4 –7).

4. Die Kirche beschränkt sich aber, wenn sie die Erzählung der Passion liest, nicht darauf, einzig und allein die Leiden Jesu zu bedenken; sie nähert sich bebend und zugleich vertrauensvoll diesem Geheimnis, weil sie weiß, daß ihr Herr auferstanden ist. Das Licht von Ostern läßt die große Lehre erkennen, die in der Passion enthalten ist: Das Leben wird durch die aufrichtige Selbsthingabe bis zur Bereitschaft zum Tod für die anderen, für den Anderen, bestätigt.

Jesus hat sein irdisches Dasein nicht als Suche nach Macht verstanden, als eine Karriereleiter oder ein erfolgreicher Aufstieg, als Herrschaft über die anderen. Im Gegenteil: Er hat auf seine Privilegien durch die Gleichheit mit Gott verzichtet, hat Knechtsgestalt angenommen und ist so uns Menschen gleich geworden, er hat dem Plan des Vaters gehorcht, bis zum Tod am Kreuz. Und so hat er seinen Jüngern und seiner Kirche eine wertvolle Lehre hinterlassen: »Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht« (Joh 12,24).

5. Der Palmsonntag ist nun schon seit Jahren auch immer der Weltjugendtag; euer Tag, meine lieben Jugendlichen, die ihr hier aus den verschiedenen Pfarreien der Diözese von Rom und aus anderen Teilen der Welt zusammengekommen seid: Zusammen mit euch grüße ich voller Zuneigung und Hoffnung auch eure Altersgenossen, die in den verschiedenen Ortskirchen heute den sechzehnten Weltjugendtag feiern, den ersten des neuen Jahrtausends.

Ich grüße insbesondere die Jugendlichen der kanadischen Delegation, angeführt vom Erzbischof von Toronto, Kardinal Ambrozic, die hier unter uns sind, um das Kreuz in Empfang zu nehmen, um das sich die Jugendlichen aller Kontinente beim nächsten Weltjugendtag 2002 versammeln werden. Euch allen und einem jeden von euch weise ich noch einmal kraftvoll im Kreuz Christi den Weg des Lebens und des Heils, den Weg, um am Tag der Auferstehung zur Siegespalme zu gelangen. Was sehen wir am Kreuz, das sich vor uns aufrichtet und das, seit zweitausend Jahren, die Welt nicht zu fragen und die Kirche nicht zu betrachten aufhört? Wir sehen Jesus, den Sohn Gottes, der Mensch wurde, um den Menschen zu Gott zurückzuführen. Er, sündenlos, steht vor uns als Gekreuzigter. Er ist frei, auch wenn er ans Holz geschlagen ist. Er ist unschuldig, auch wenn über ihm eine Inschrift hängt, die seine Verurteilung angibt. Kein Knochen wurde ihm gebrochen (vgl. Ps 34,21), denn er ist die tragende Säule einer neuen Welt. Sein Gewand wurde nicht zerteilt (vgl. Joh 19,24), denn er ist gekommen, um alle Kinder Gottes zu sammeln, die die Sünde auseinander getrieben hatte (vgl. Joh 11,52). Sein Leib wird nicht in die Erde gelegt, sondern in einem Felsen beigesetzt (vgl. Lk 23,53), denn der Leib des Herrn des Lebens, der den Tod besiegt hat, kann nicht der Verwesung anheim fallen.

6. Meine lieben Jugendlichen! Jesus ist gestorben und auferstanden, er lebt jetzt für immer! Er hat sein Leben hingegeben. Aber niemand hat es ihm genommen; er hat es »für uns« gegeben (Joh 10,18). Durch das Kreuz haben wir das Leben gewonnen. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat das Evangelium triumphiert und wurde die Kirche geboren.

Während wir vertrauensvoll in das neue Jahrhundert und neue Jahrtausend eintreten, liebe Jugendliche, wiederholt euch der Papst die Worte des Apostels Paulus: »Wenn wir mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen« (2 Tim 2,11 –12). Denn nur Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (vgl. Joh 14,6).

Wer wird uns also von der Liebe Christi scheiden? Die Antwort auf diese Frage hat der Apostel auch für uns gegeben: »Denn ich bin gewiß: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn« (Röm8,38 –39).

Ehre und Lob sei dir, Christus, Wort Gottes, Erlöser der Welt!

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Quelle