FSSPX Schweiz: FASTENOPFER FÜR SAN DAMIANO

Im „Fastenbrief 2014“ schreibt der Distriktobere der Schweiz, Pater Henry Wuilloud:

„Die Kirche setzt ihren Kreuzweg in dieser seltsamen Krise fort, die sie auf allen Ebenen trifft. Wir leiden auch mit ihr, aber wir sind um jeden Preis verpflichtet, weiterzumachen, um ihr unsere Liebe und Treue zu schenken. Das geistliche Leben tröstet sie am meisten und so muss ein jeder von uns auf diesem Gebiet die Offenheit für die Gnade bewahren.

1. Danach haben wir diese Werke, die überall vorwärts schreiten. Tatsächlich haben wir dieses Mal keine Anfragen aus den Missinosgebieten erhalten; darüber bin ich mehr als Sie verwundert. Man könnte also meinen, dort unten ginge alles zum Besten! Das ist für uns fast ein Glücksfall und so möchte ich Sie um Ihre Hilfe für ein ganz besonderes Projekt bitten: Den Bau einer Kirche in San Damiano.

Ist es nicht seltsam, dass der Schweizer Distrikt sich für den Bau einer Kirche jenseits seiner eigenen Grenzen einsetzt? Es ist eine ganz eigene Geschichte, die die kleine Welt der Tradition mit diesem Erscheinungsort verbindet (der von den kirchlichen Autoritäten noch nicht anerkannt ist). Man sollte sie hier anführen mit all den besonderen Verbindungen, die sie zu unserem Land hat. Leider ist das an dieser Stelle nicht möglich, wir werden das nachholen, sobald das Projekt in Gang kommt.

2. Unsere Liebe Frau von den Rosen hat einen Strom von Gnaden über viele Personen der Tradition ausgeschüttet; auch Mgr. Lefebvre hat das erfahren und war stets sehr dankbar. Wir denken daher, dass in San Damiano ein doppeltes Apostolat für die Priester entstehen könnte, und die Autoritäten der Bruderschaft unterstützen uns darin:

  • Betreuung der Gläubigen; denn oft kommen die Gläubigen an diesen Ort, mit viel gutem Willen, aber wenig klaren Grundsätzen. Generell sind sie sehr offen für die Lehre der katholischen Kirche… ja, jene Lehre, die in den Pfarreien nicht mehr vermittelt wird. Wenn hier in San Damiano ein Priester in Soutane geht, überrascht das nicht, sondern man tritt gern an ihn heran. So ist San Damiano wie ein Sprungbrett, um die katholische Tradition wieder zu entdecken.
  • Um diese Bewegung zu bestärken, wollen wir im Einklang mit dem italienischen Distrikt hier Exerzitien in Deutsch, Französisch und Italienisch anbieten. Wir sind überzeugt, dass wir vielen Leuten helfen können, den katholischen Glauben, das katholische Leben und die katholische Messe zu entdecken. San Damiano soll so mit der Gnade Gottes zu einem Ort der Evangelisierung unseres armen Europas werden. So bitten wir auch Sie, die Sie seit langem von den göttlichen Gnaden San Damianos profitieren, um Ihre Hilfe, damit die Bauten und Umbauten dort anfangen können.
    Die Kirche sollte ungefähr 150 Personen Platz bieten. Dazu kommt noch ein Chorraum, der sicher viel würdiger sein muss, als die alte Bar, in der wir seit 20 Jahren sind.

etc.

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Nun, was halten Sie davon, was sagen Sie dazu? – nach aufmerksamer Kenntnisnahme dieses Artikels?

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Siehe ebenfalls:

Meine Stellungnahme zu „San Damiano“ [1990]

„Wir aber sind völlig anderer Meinung als diese Unglückspropheten, die immer das Unheil voraussagen, als ob die Welt vor dem Untergang stünde.“

Johannes XXIII. bei der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils

Dieses päpstliche Wort sei den nachfolgenden Ausführungen zu San Damiano vorangestellt. Natürlich in der Absicht, schon damit aufzuzeigen, wie widersprüchlich dieses Wort von höchster kirchlicher Stelle zu dem des (unter anderen) durch „Mamma Rosa“ von San Damiano sich offenbarenden „Himmel“ ist. Ich bin der Meinung, daß entweder der Papst recht hatte oder das Orakel. Beide aber können unmöglich vom gleichen Geist inspiriert gewesen sein. Die Geschichte hat aber bereits gezeigt, daß Johannes XXIII. recht hatte und nicht der „prophetische“ Geist der Rosa Quattrini.

Sehen wir nun vorerst einmal, wie Mamma Rosa als Sprachorgan ihrer Inspirationsquelle(n) Unglücksprophetin war, „die immer das Unheil voraussagte, als ob die Welt vor dem Untergang stünde“:

(Ich zitiere nach dem Buch von Jean Gabriel: „San Damiano – Ruf an die Welt, Parvis-Verlag)

16.10.1964: „… Darum bin ich gekommen, um die Welt zum Beten zu bringen, weil die Strafe nahe ist…“

9.6.1967: „… denn die Stunde der furchtbaren Züchtigung schlägt. Ihr seht, die Himmlische Mutter hat euch gewarnt. Die Warnung hat begonnen, ihr müßt es verstehen, es ist der Anfang der schweren Prüfungen, der Angst und des Weinens. Der Ewige Vater hört nicht mehr auf mich, noch auf meine Himmlische Mutter. Er will Gerechtigkeit walten lassen, denn es ist schon hundertdreißig Jahre her seit der Warnung von La Salette, fünfzig Jahre seit Fatima, drei Jahre seit hier, spricht die Himmlische Mutter.“ „Wenn die Stunde kommt, die aus euch Martyrer macht, was geschieht dann mit euch? Was geschieht mit euch, wenn ihr nicht Kraft und Widerstand besitzt? Wenn ihr aber hierher gekommen seid, um Kraft, Mut und Glauben zu schöpfen, um in den Kämpfen, den Drangsalen, der Verfolgung, dem Krieg, den Erdbeben, der Pest, der Hungersnot widerstehen zu können, dann könnt ihr, meine lieben Brüder, Seelen retten…“ (sagt „Jesus“).

14.6.1967: „Seid bereit, meine Kinder, seid bereit! Ich bitte euch seit so langer Zeit, eure Herzen vorzubereiten, eine gute Beichte abzulegen, zu kommunizieren und den Rosenkranz zu beten. Schaut, die Tage nähern sich, furchtbare Tage des Krieges und des Kampfes gegen Satan, der alle Seelen an sich reißen möchte…“ „… die Tage, die kommen, sind furchtbar … denn die kommenden Tage sind traurig …“.

5.4.1968: „… Die Stunde hat geschlagen, meine Kinder! … Der Ewige Vater ist Vater der Liebe …, ist erbarmungsreich Nun aber hat er gesagt, es ist genug! Genug, da ihr auf meine Tochter nicht hört …“ “ … Ich kann nicht mehr, meine Kinder, ich kann meine Arme nicht mehr ausbreiten … Der Ewige Vater hat gesagt: GENUG! Jetzt läßt er den Teufel am
Werk. …“ „… Es wird der Augenblick der Läuterung kommen. … „.

8.12.1968: „… denn die Kämpfe nähern sich! … besonders für Italien … „. 26.5.1967: „… Der Heilige Michael spricht im Namen Gott des Vaters: Ich verkünde, daß alle große Behälter bereitmachen sollen, um hier viel Wasser zu holen … Haltet auch kleine Schüsseln bereit. Wenn der furchtbare Kampf der Verzweiflung anbricht – weil man auf meine Worte nicht gehört hat –, werden so viele abscheuliche Dinge geschehen. – Gießet dieses Wasser in die Schüsseln, taucht euer Gesicht hinein, und ihr werdet gerettet sein.“ … „Bereitet alles dies sehr rasch vor … Wenn ihr die großen Erschütterungen verspürt, die große Finsternis sehen werdet, erhebt die Augen zum Himmel, die Hände nach oben gestreckt …“

9.6.1967: „… Wenn die Stunde schlägt, wo man euch martern wird, wie wird es euch ergehen? Wenn ihr aber hierher gekommen seid …“

5.8.1967: „… Gott Vater wartet nicht mehr zu!“

28.2.1966: „… Der Himmlische Vater läßt es nicht mehr zu, daß ich meinen Arm ausstrecke, um Jesus zu helfen, denn er ist müde und kann das Kreuz nicht mehr tragen. … Wenn die Erschütterungen beginnen, wird keine Zeit mehr sein zum Wirken und zum Reden. Du wirst zu Boden fallen und dich nicht mehr erheben.“

Sind das etwa keine Unheilsvoraussagen, als ob die Welt vor dem Untergang stünde? Papst Johannes XXIII. jedenfalls mochte nicht auf sie hören und schon gar nicht auf sie eingehen und sich auf sie abstellen. Aber auch sein Nachfolger Papst Paul VI. nicht! Und auch Johannes Paul I. nicht, und jetzt auch Johannes Paul II. nicht!

Mindestens seit 1967 wartet also laut Rosa Quattrini Gott Vater nicht mehr zu. Das sind jetzt immerhin 23 Jahre! Seit ebenso langer Zeit sind all die von ihr (als Sprachrohr) angekündigten Strafgerichte nicht eingetroffen. Gewiß, da und dort hat die Erde gebebt, da und dort sind schlimme Dinge passiert, da und dort hat auch noch Krieg gewütet. Aber solche lokalen und auch rasch vorübergehenden Übel können doch nicht für das genommen werden, was in San Damiano und an anderen „prophetischen“ Orten verkündet wurde: das große Strafgericht, die große Läuterung! Weder die Welt noch die Kirche ist bis zur Stunde geläutert!

Aber Mamma Rosa bekam auch reichlich „Botschaften“, welche den Papst in jeder Weise von aller Kritik ausnahmen und bereits heiligsprachen:

13.5.1967: „Papst Paul, mein vielgeliebter Sohn, er liebt mich und ich liebe ihn so sehr.“ … „Der Heilige Vater weint, weint bitterlich.“

13.12.1968: „Der Heilige Geist erleuchtet ihn Minute für Minute! Ich bin immer in seiner Nähe, an seiner Seite; an seiner Seite ist auch mein Sohn Jesus, König, König der Könige!“

27.12.1968: „Ich begleite ihn, meinen Sohn Paul, Schritt für Schritt, und halte ihn fest in meinen Armen…“

10.1.1969: „Ich komme wieder in eure Mitte, um alle zu einer einzigen Weltfamilie zu vereinen, mit der Kirche, mit dem Heiligen Vater, Paul VI., und mit allen meinen Erdenkindern…“ „Betet, betet für den Heiligen Vater, Paul VI., der so verdemütigt und so bekämpft und so niedergemacht wird von den Feinden! … Er wird nie wanken; denn ich stehe ihm immer zur Seite mit meiner Macht, die mir der Ewige Vater gegeben hat…“

16.10.1966: „Es gab keinen Papst auf Erden, der so viel leiden mußte wie er.“
„Mehrere Male hatte Mamma Rosa Visionen, in denen der Heilige Vater zugegen war. In den Händen hielt er einen Kelch, von dem Blut überfloß.“ (S. 167)

29.10.1966: „Betet, betet für den Heiligen Vater, der gleich meinem Sohn auf Golgatha ist…, er leidet so viel…, die selben Leiden wie er. Er weint, weil einige seiner geweihten Söhne ihm nicht mehr gehorchen.“ „Der Heilige Vater hat eine sehr fromme Seele…“

„Nicht nur in seiner Abwesenheit wurden solche Worte von Paul VI. gesprochen, er ist oft in den Erscheinungen dabei.“ (S. 168) „Die Vorgänge in diesen Visionen geben bestimmte Lehren: – Das Einverständnis der Mutter Gottes mit den heutigen Beschlüssen des Papstes; – die Übereinstimmung der Päpste Pius XII., Johannes XXIII., Paul VI., die zur Stunde von großer Bedeutung ist, da sie oft gegeneinander ausgespielt werden; – die Möglichkeit des Martyriums des Heiligen Vaters.“ (S. 168)
Nehmen wir nun einmal an, daß dies alles den Tatsachen entspricht, daß Paul VI. wirklich so vom Heiligen Geiste geführt war und daß alles, was er tat und verkündete, in vollem Einverständnis mit der Gottesmutter (und damit mit GOTT) erfolgte, dann ist es klar: alle Reformen des II. Vatikanums und seither, und insbesondere die Liturgiereform, sind vom Himmel abgesegnet. Dann ist jeder Widerstand dagegen sinnlos, Auflehnung gegen GOTTES Willen. Erzbischof Lefebvre und seine Bruderschaft und überhaupt alle Traditionalisten gehen dann einen Weg des Verderbens, und die Konzilstreuen gehen dann den Weg des Heiles, des wahren Gehorsams! Entweder oder. Entweder hat Mamma Rosa recht, entweder ist sie echt begnadet gewesen, und dann ist die Priesterbruderschaft St. Pius X. (und mit ihr alle traditionalistischen Gruppierungen) auf dem Holzweg. Oder die Priesterbruderschaft (z.B.) erfüllt den Willen Gottes, und dann kann Mamma Rosa unmöglich solche Offenbarungen vom Heiligen Geist, von der Gottesmutter, von Jesus erhalten haben, und dann hat Paul VI. in vielem, in Entscheidendem sträflich versagt. Beides geht unmöglich zusammen. Aber obwohl Paul VI. von Mamma Rosa so „kanonisiert“ wird, hat doch der von Paul VI. „patronierte“ Bischof von Piacenza (mit Wissen des Papstes und mit seiner ausdrücklichen Gutheißung) die Erscheinungen von San Damiano als unechte verurteilt! Und zwar nicht nur einmal, sondern wiederholt! Und auch heute noch sind sie verurteilt. Auch der jetzige Bischof von Piacenza, Mgr. Antonio Mazza, ist weit davon entfernt, San Damiano zu sanktionieren! Und es ist ganz sicher, daß sie (diese angeblichen Erscheinungen) niemals in Zukunft die kirchliche Approbation erlangen werden, ebensowenig wie jene von Heroldsbach oder Bayside oder Wollongong oder Medjugorje!

Nun, in San Damiano befindet sich nach Äußerungen der „Seherin“ aber „das Paradies der Gottesmutter auf Erden“.

5. April 1968: „Betet, betet, betet Kinder, um mein Paradies auf Erden…“ „Sagt allen, sie sollen meinen Ort nicht verlassen…“ „sie sollen meinen Ort nichtverlassen! Sie sollen auf niemand hören!“ (Natürlich auch auf die Kirche nicht! Anm. d. Red.) „zu allen Stunden des Tages erwarte ich euch und zu allen Stunden der Nacht, um bei euch zu sein, um euch Kraft zu geben, alle Kämpfe siegreich zu bestehen.“

Am Freitag, dem 21. Okt. 1966, verkündete die Himmlische Mutter durch Vermittlung von Mamma Rosa während der gewohnten Erscheinung, daß der Himmlische Vater ‚dem kleinen irdischen Garten Macht verleihe, diesem kleinen Fleckchen des Paradieses, wo ich Ströme von Gnaden austeilen werde‘. Hierauf habe er eine kleine gelbe Kugel auf die Erde fallen lassen (die einige Anwesende gesehen haben), zur Bestätigung, daß man an der Stelle ihres Auffallens einen Brunnen graben solle, dem von Nazareth gleich. Während nun der Punkt festgelegt wurde, sahen einige ebenfalls einen glänzenden Gegenstand herunterfallen, dann hob sich eine kleine Flamme zum Himmlischen Vater empor.“
„Kein anderes Wasser sei diesem gleich. Man könne es unbegrenzte Zeit aufbewahren.“
Auch das Jesuskind ruft allen zu: „Meine vielgeliebten Brüder, ich warte hier mit meiner Himmlischen Mutter oft auf euch. Ich warte auf euch, ich rufe euch… warum kommt ihr nicht zu mir?“
„Verkündet es der Welt, allen mir Geweihten… Sprecht mit den Pfarrern, den Bischöfen, damit alle hören, daß sie zu mir kommen sollen, hier zu meinen Füßen, wo ich ihnen Mut und Stärke verleihen werde. Sendet eure Schutzengel in die Welt hinaus, um den Seelen einzugeben, hierher zu kommen. (6.1.1967)
„Kommt und nehmt viel Wasser, meine Kinder: Es wird eure Rettung sein, es wird euch die Gesundheit des Leibes und der Seele geben. Es wird euren Glauben stärken, um zu kämpfen und zu siegen.“ (3 .6.1967)
„Dieser Brunnen wird so viel Wasser geben, daß es für die ganze Welt reicht, um alle zu erfrischen, alle…“ (16.7.1967)
„Damit alle erkennen, daß meine Himmlische Mutter hier in dieser Umzäunung ist.“ (1.12.1967)
Jesus: „Meine Brüder, ich bin gekommen, meine Himmlische Mutter, eure Mutter, zu begleiten, um euch zu sagen, daß ihr hier bei ihr sein müßt… Wartet nicht, bis die Mutter wieder in den Himmel zurückkehrt und ihr mit ihr nicht mehr sprechen könnt.“

Im „Paradies“ auf Erden in San Damiano ist wirklich (fast) der ganze Himmel zugegen; es ist eben „ein Stück des himmlischen Paradieses“:
15. August 1965: „Der Allmächtige Gott! Gott Vater ist hier auf seinem Thron, hier oben. Schaut herauf. Schaut wie schön! … Alle Engel…, alle Engel…, schaut auf…, jetzt kommen die geweihten Seelen… und jetzt die Päpste…, alle Päpste nähern sich der Himmlischen Mutter… Alle Heiligen…, die heiligen Frauen…, die Engel…, die Heiligen…, die Unschuld…, die Heilige Maria Goretti…, die Heilige Imelda…, der Heilige Michael, der Heilige Gabriel, der Heilige Raphael… und alle anderen Engel, die Patriarchen, die Propheten und die Martyrer… Der siegreiche Heiland hat zu seiner Linken die Himmlische Mutter.“
Was wunder, daß die „himmlische Mutter Jesu“ (denken Sie mal darüber nach, wie es möglich ist, daß Jesus seine Mutter „meine himmlische Mutter“ nennen kann!) sagt:
„Es ist Zeit, daß die Bischöfe von mir Kenntnis nehmen, erkennen, daß ich unter euch auf Erden bin.“ (6.9.1967)
Und „die Himmlische Mutter bittet, daß man Photos von den Zeichen mache: Ich wiederhole so oft, es muß, es muß in meiner Gegenwart photographiert werden. (31.3.1967) „Habt ihr photographiert? (21.5.1967) Nehmt Photos, nehmt Photos vom Himmel. Photographiert die Sonne.“

Aber damit man Zeichen bekommt, muß man zum voraus an sie glauben: „Alle, die von Glauben erfüllt hierher kommen, erhalten ein Zeichen. Ich werde ihnen allen ein Zeichen geben, doch sie müssen im Glauben kommen.“(4.3.1966).
San Damiano präsentiert sich also als der Ort des Heiles der Welt, der ganzen Welt. Da kann keine traute Kapelle, keine Pfarrkirche, kein Dom, kein Wallfahrtsort mehr konkurrieren. Kein Tabernakel mit dem Allerheiligsten. Kein Ort, kein geheiligter Ort in der ganzen Welt. Das Paradies befindet sich in San Damiano im Garten der Mamma Rosa. Dort ist der Himmel vollzählig versammelt. Dahin sollen die Menschen wallen. Dort sollen sie das Wasser holen, das keinem andern gleicht, auch nicht dem Weihwasser, auch nicht dem Wasser von Lourdes oder Banneux. Aber gläubig muß man kommen, nicht zweifelnd, nicht kritisch. Nur dem werden Zeichen der Echtheit gewährt, der bereits an die Echtheit glaubt. (Aber natürlich können die da gewährten Zeichen auch nur einem genügen, der bereits keine Zeichen mehr nötig hat. Es sind Zeichen, die keine Beweiskraft haben. Es sind Pseudozeichen. Es sind Zeichen der Selbsttäuschung, der Illusion. Sonnenwunder, die keine wirklichen Sonnenwunder sind, vergleichbar etwa mit jenem von Fatima, sondern „Sonnenwunder“, die sich für den nüchtern Urteilenden als simple Lichtphänomene erweisen, oft „eingefangen“ durch Amateur-Fotografen, die hinter allem für sie Unerklärlichen gleich ein Wunderzeichen sehen!)

Nach den Worten von Mamma Rosa erschien am 29. Oktober 1966 sogar der Stern, dem die Weisen folgten und der auch uns verkünden wird „den Tag, an dem in unseren Herzen der Morgenstern aufgehen wird“ (2. Brief des Apostels Petrus). „Mit diesem Stern werde ich zu euch kommen, mitten unter euch …, ich werde seine Strahlen bis in die Herzen der Priester senden und in alle Seelen.“ (7.4.1967) Dieser Stern ist aber bis heute nicht erschienen! Auch nach einem Vierteljahrhundert noch nicht! „Ich werde ein großes Wunder tun“, versprach „die Hl. Jungfrau“ am 22.8.1967. Auch dieses große Wunder ist bis heute nicht geschehen, ebensowenig wie jenes, das vor Jahren in Medjugorje angekündigt wurde und vor Jahrzehnten in Garabandal!

Sicher, es gibt Wunder, die kleinen und großen Wunder für den einzelnen Gläubigen. Die geschahen und geschehen unbestreitbar. Diese sind aber nicht das Resultat der Echtheit dieser angeblichen Gnadenorte, sondern der Echtheit des Glaubens dieser Menschen. Der Himmel wirkt überall da seine Wunder, wo Menschen echt und tief glauben. Und einen solchen Glauben gibt es auch unter den San Damiano-Anhängern und Wallfahrern. Von ihnen fühle sich deshalb niemand verletzt, wenn er diese Stellungnahme liest. Sie ist nicht gegen die Gottesmutter gerichtet oder gegen ihren (kindlichen) Glauben. Im Gegenteil. Sie will helfen, unseren katholischen Glauben von all dem zu reinigen, was eben unecht, was falsch, was schädlich, was Schein und Trug und teuflisches Spiel ist. Die Mutter Gottes und die katholische Religion soll nicht durch solchekrankhaften Phantasiegebilde verunstaltet und herabgewürdigt werden! Auch eklatante dogmatische Irrtümer kommen in diesem „Offenbarungsgut“ vor. Da heißt es z.B. in dem genannten Buch auf Seite 159: „Noch ein besonderer Titel kommt in den Botschaften vor: Gott Vater nennt die Jungfrau „Braut des Himmlischen Vaters“. „Gott Vater hat seiner Braut alle Macht gegeben für eine große Mission auf dieser Erde.“ (22.11.1967) Es ist natürlich völlig ausgeschlossen, daß eine solche Aussage von Gott, vom Heiligen Geiste, von Jesus oder Maria stammt. Vielmehr ist dies ein Beweis dafür, daß Mamma Rosa einfach phantasiert, und da kann es bei ihrer Bildung nicht ausbleiben, daß sie theologisch „ins Fettnäpfchen“ tritt. Maria, die Hlst. Jungfrau, ist selbstverständlich nie und nimmer die Braut des Himmlischen Vaters, also der 1. göttlichen Person, sondern sie ist die Braut des Heiligen Geistes, der 3. göttlichen Person! Erstaunlich ist nur, daß das sogar von solchen geschluckt wird, die Theologie studiert haben, wie eben von diesem Père Jean Gabriel, der dieses Buch verfaßt hat und der zwischen Seiten 16 und 17 abbgebildet ist, als einer jener, die „von der ersten Stunden an mit dabei waren“!
Es wären nun noch viele, viele Ungereimtheiten und Widersprüche aufzeigbar. Aber lassen wir es bei dem bewenden. Wem das nicht genügt, dem würden auch ganze Bände von Widerlegungen nicht genügen.

Es handelt sich bei diesen Erscheinungen und Offenbarungen klar um Phantasieprodukte, um Eidetik einer biederen, „frommen“ Frau, die sich nur soweit verirren konnte, weil sie sich nicht einer soliden, kritischen geistlichen Führung unterstellte, sondern sich stets solche geistliche Ratgeber wählte, die zum vornherein an die Sache glaubten. Die Aussagen in diesem ganzen vieljährigen Geschehen gehen nie über den Horizont dieser schlichten Frau und denjenigen ihrer nächsten Anhängerschaft hinaus. Deswegen muß man noch lange nicht den Teufel hinter allem sehen. Und diejenigen, die daran glaubten, sind deshalb auch nicht alle vom Teufel betrogen worden. Sie waren nur zu oberflächlich, zu unkritisch, zu leichtgläubig auch.

Paul O. Schenker

DZM Februar 1990