Russland: Kreml verteidigt geplanten Gottesbezug in Verfassung

Trotz des von Staatspräsident Wladimir Putin vorgeschlagenen Gottesbezugs in der neuen Landesverfassung soll Russland ein säkularer Staat bleiben. „Es ist klar, dass der Staat auf keinen Fall seinen weltlichen Charakter verliert“, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut russischen Nachrichtenagenturen.

Im Entwurf der Verfassung, den Putin dem Parlament vorgelegt hat, ist in der Präambel von der Russischen Föderation die Rede, die „die Erinnerung an ihre Vorfahren bewahrt, die uns Ideale und den Glauben an Gott vermittelten.“

Eine weitere Erklärung des Gottesbezugs lehnte der Kremlsprecher vor Journalisten zunächst ab. Er gab auch keine Antwort auf die Frage, wie der Staat künftig mit Atheisten umgehen werde. Vor dem am 22. April geplanten Volksentscheid über eine ganze Reihe von Verfassungsänderungen werde es eine „breite Kampagne“ geben, kündigte Peskow an.

Nach der orthodoxen Kirche hatten sich auch Spitzenvertreter der katholischen Kirche, des Islam, Judentums und anderer Konfessionen für die Erwähnung von Gott in der Verfassung ausgesprochen. Das orthodoxe Moskauer Patriarchat begrüßte Putins Vorschlag. Der Entwurf widerspreche nicht dem säkularen Charakter der Verfassung, sagte Kirchensprecher Wladimir Legojda.

Kritiker pochen auf atheistische Tradition

Auch die nationale Menschenrechtsbeauftragte Tatjana Moskalkowa unterstützt die Verfassungsänderung. Die Formulierung des Gottesbezugs werde allen Glaubensgemeinschaften gerecht und verletze die Ansichten von Atheisten nicht, sagte sie laut der Agentur RIA Novosti. Kritiker pochen allerdings auf die atheistische Tradition der Sowjetunion. Bisher legt Artikel 14 der russischen Verfassung fest, dass Russland ein „weltlicher Staat“ sei. Weiter heißt es dort: „Die religiösen Vereinigungen sind vom Staat getrennt und vor dem Gesetz gleich.“

Putin will in der Verfassung auch klarstellen, dass eine Ehe nur von einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann. Bisher definiert lediglich ein Gesetz die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau. Dem Entwurf zufolge soll auch der „Schutz der historischen Wahrheit“ ins Grundgesetz aufgenommen werden. Moskau wirft vor allem Polen und den baltischen Staaten eine Verunglimpfung der Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg vor.

Russlands Unterhaus, die Staatsduma, will kommende Woche in zweiter Lesung über die Verfassungsänderungen beraten. Die jetzige Verfassung stammt von 1993.

(kap – gs)

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Russland: Gottesbezug in Verfassung einfügen

Präsident Putin und Patriarch Kyrill (ANSA)

Der Moskauer Patriarch Kyrill hat den Vorschlag gemacht, in der russischen Verfassung den Gottesbezug einfügen zu lassen. Auch Vertreter des russischen Islamrates haben sich positiv zu diesem Vorschlag geäußert. Entsprechende Parlamentskommissionen sind nun daran, eine entsprechende Verfassungsänderung in die Wege zu leiten.

Anlässlich des Jahrestages seiner Amtseinsetzung bekundete Patriarch Kyrill den Wunsch, den Gottesbezug in die Verfassung der russischen Föderation einfügen zu lassen. Am 1. Februar hat Kyrill sein 12. Amtsjahr begangen. Während der Feierlichkeiten sagte der Patriarch: „Wir beten und bemühen uns, dass Gott in unserem Grundgesetz vorkommen wird, weil die Mehrheit der russischen Bürger an Gott glaubt.“ Er erinnerte daran, dass bereits in der russischen Nationalhymne von Gott die Rede sei. „Warum kann das dann nicht auch in der Verfassung gesagt werden?“, fragt sich der Patriarch. Seiner Ansicht nach sei der Glaube an Gott ein „hohes Ideal, das fähig ist, persönliche, soziale und politische Moral zu formen“.

Nach der Zeremonie dankte der Patriarch den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich für die guten Beziehungen zwischen Staat und Kirche in Russland. Es sei viel in den letzten zehn Jahren erreicht worden. Das Treffen fand im Kreml statt. „Wir gehen Hand in Hand mit den staatlichen Institutionen, wir führen einen offenen Dialog in viele Richtungen, und die Zusammenarbeit ermöglicht es uns, viele wichtige Ziele zu erreichen“, sagte Kirill, der die beiden Dimensionen der Beziehung betonte. „Die erste ist die vertikale Dimension, in der der Patriarch für sein Volk betet, aber es gibt auch die horizontale Dimension, in der der Patriarch sich um die geistige und materielle Verfassung des Volkes kümmert.“

Präsident Putin wiederum dankte dem Patriarchen: „Elf Jahre sind so schnell vergangen, dass Sie es nicht bemerkt haben, aber wir haben Ihre unermüdliche Arbeit bemerkt, die der gesamten russischen Gesellschaft zugutekommt.“ Der neue Premierminister Michail Mishustin hatte seinen Glückwunsch zuvor am Ende der feierlichen Zeremonie direkt in der Christ-Erlöser-Kathedrale gerichtet.

(asianews – mg)

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Die spirituelle Wiederauferstehung Russlands

Das riesige Land, das einst von den Kommunisten dominiert wurde, entdeckt seine christlichen Wurzeln wieder

Ich habe vor Kurzem das Buch über Russland von Michelle Parsons „Dying Unneeded“ gelesen. In dem Buch ging es um die Kriegs- und Nachkriegsgeneration ehemaliger Sowjetbürger, deren Leben zum Stillstand kam, als die UdSSR 1991 zusammenbrach.

Sinn und Ziel ihres Lebens wurden vom Staat und von den Arbeitsstellen angewiesen, von dem Verlangen zu überleben – mit stoischen Humor und Abweisung alltäglicher, durch die Planwirtschaft entstandener, Probleme. Die Autorin setzt sich mit der Zeit der dramatischen Sterblichkeitsrate 1990 – 1994, als der staatliche Sozialismus auf einmal nicht mehr war und daraufhin „Aufruhr, Unordnung, Verfall, Wildheit und Diebstahl“ folgten, auseinander.

Über Nacht verlor eine ganze Generation Russen ihre Arbeitsstellen, ihre Renten und ihre Sicherheit. Sie waren zu alt für neue Berufe umzuschulen und mussten erneut Armut und Knappheit erfahren, die sie während des Vaterländischen Krieges hatten leiden müssen und die von ihnen als für immer in der Vergangenheit geblieben geglaubt wurden. Insbesondere Männer, die sich durch die Arbeit bestimmt fühlten, fingen an exzessiv (verstärkt durch Gehaltauszahlung in Vodka anstelle von Bargeld) Alkohol zu konsumieren und litten unter stressbedingen Herzinfarkten. Die Selbstmordrate war gestiegen. Frauen konnten sich ein besseres Überleben sichern, da sie, wie sie es historisch gewohnt waren, einfach weiterkämpften um ihre Familie zu versorgen und zu beschützen.

Parsons malt ein düsteres Bild einer Gesellschaft, die allein von ihrem säkularen Glauben an die Kommunistische Partei gelebt hatte, als Letztere spektakulär versagte. Ohne jegliche inneren geistlichen Ressourcen, nach jahrelanger Existenz unter dem Joch des offiziellen Atheismus der Sowjetunion hatte das Leben der Menschen allen Sinn verloren. Die „Russische Seele“ erklärt Parsons, allerdings, durch Begriffe von Patriotismus und Kommune – die russischen Menschen hielten immer in Leid und Verlust zu- und miteinander, insbesondere traf dies auf die Kriegsjahre zu, als Russland 27 Millionen Menschen verloren hatte.

Nichtdestotrotz soll es eine geistliche Auferstehung in Russland gegeben haben, so Robert Moyniham in seinem am 20. Oktober erschienenen Artikel „Licht aus dem Osten“. Die Menschen sind wie nach einem langen Albtraum in einer anderen, transzendenten Realität erwacht. „Der Osten war bis vor 25 Jahren offiziell atheistisch und unerbittlich radikal in seiner Vision des „neuen sowjetischen Menschen“, dessen Identität in seiner ökonomischen Klasse verwurzelt war. Nun erlebt er eine Umstellung. Der von Moynihan zitierte Metropolit der russisch-orthodoxen Kirche Hilarion ist der Meinung, dass die Rückkehr Russlands zum Christentum während der Feierlichkeiten 1988 aus Anlass der 1000 Jahresfeier der Taufe Russlands (Erklärung des Christentums zur staatlichen Religion) begonnen hatte.

„An diesem Tag hatte die Wiederauferstehung der Kirche in der ehemaligen Sowjetunion begonnen“. Anfang der 1990-er ließen sich im ganzen Land Hunderte Dorf- und Stadtbewohner regelmäßig taufen. Während der vergangenen 26 Jahren, sagt Metropolit Hilarion, sind 26.000 Kirchen und 800 Klöster entweder restauriert oder wiedereröffnet worden. „Und dies geschah in der nachchristlichen, wie sie im Westen manchmal bezeichnet wird, Ära“, so der Metropolit.

Welch´ Ironie – der Westen, einst Bastion zivilisatorischer Werte christlichen Ursprunges und Grundlage, ist fast ebenso schnell zu einer moralischen Wüste geworden, wie das riesige, einst von Kommunisten dominierte Land Russland seine christlichen Wurzeln wiederfand und sich innerlich durch die Wandlung transformierte. Russland mag enorme Probleme haben, heißt es in dem Buch von Michelle Parsons, aber die Leugnung Gottes Existenz ist nicht mehr eine von ihnen.

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Putins ignorierte Bundestagsrede vor 17 Jahren: Plädoyer für ein gemeinsames europäisches Haus

 

Heute vor 17 Jahren kam es einer historischen Begegnung im deutschen Bundestag. Wladimir Putin sprach als erstes russisches Staatsoberhaupt in diesem hohen Hause Deutschlands – und das zum größten Teil auf Deutsch. Die Rede war eine Liebeserklärung an und zugleich eine Mahnung für die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hauses in einer Welt, die sich im Umbruch befindet. Wir veröffentlichen die historische Rede zum Jahrestag in voller Länge.

Seine Mission wird schnell deutlich: Altes Denken aus Zeiten des Kalten Krieges überwinden und neue Brücken der Stabilität, des Vertrauens und der Partnerschaft bauen – hin zu einem einheitlichen Europa, das „die Sicherheit der Bevölkerung Europas und der ganzen Welt gewährleistet“.

Für den russischen Teil der Rede sind Untertitel auf Youtube eingefügt. Bitte zum Ansehen die Funktion auf Youtube aktivieren.

Zu Beginn seiner Rede – noch auf Russisch – lobt er anerkennend die Freiheitsliebe der Menschen in Berlin, beziehungsweise der Deutschen.

„Diese Stadt ist in der jüngsten Geschichte der Menschheit mehrmals zum Zentrum der Konfrontation beinahe mit der ganzen Welt geworden. Selbst in der schlimmsten Zeit – noch nicht einmal in den schweren Jahren der Hitler-Tyrannei – ist es aber nicht gelungen, in dieser Stadt den Geist der Freiheit und des Humanismus, für den Lessing und Wilhelm von Humboldt den Grundstein gelegt haben, auszulöschen.“

Auch in der Sowjetunion hätten sich die „Ideen der Demokratie und der Freiheit“ durchgesetzt, erklärt er. Die Menschen hätten sich der totalitären, stalinistischen Ideologie widersetzt. Die Sowjetunion sowie die Berliner Mauer seien Geschichte.

Heute blicke er Russland mit Hoffnung auf Europa, erklärt er und wirbt für ein gemeinsames Handeln in der sich rasant schnell entwickelnden Welt und die Schaffung einer souveränen Kraft.

Niemand bezweifelt den großen Wert der Beziehungen Europas zu den Vereinigten Staaten. Aber ich bin der Meinung, dass Europa seinen Ruf als mächtiger und selbstständiger Mittelpunkt der Weltpolitik langfristig nur festigen wird, wenn es seine eigenen Möglichkeiten mit den russischen menschlichen, territorialen und Naturressourcen sowie mit den Wirtschafts-, Kultur- und Verteidigungspotenzialen Russlands vereinigen wird.

Russland ist ein freundlich gesinntes europäisches Land. Für unser Land, das ein Jahrhundert der Kriegskatastrophen durchgemacht hat, ist der stabile Frieden auf dem Kontinent das Hauptziel.

Während man oft noch im alten Denken feststecke, mahnt er, verschärften sich andere Probleme, und es zeigten sich längst neue Gefahren am Horizont. Man müsse lernen, einander zu vertrauen und zusammenzuarbeiten, um diesen gemeinsam zu begegnen.

Terrorismus, nationaler Hass, Separatismus und religiöser Extremismus haben überall dieselben Wurzeln und bringen dieselben giftigen Früchte hervor. Darum sollten auch die Kampfmittel gegen diese Probleme universal sein. Aber zuerst sollten wir uns in einigen grundlegenden Fragen einigen. Wir sollten uns nicht scheuen, die Probleme beim Namen zu nennen. Sehr wichtig ist es, zu begreifen, dass Untaten politischen Zielen nicht dienen können, wie gut diese Ziele auch sein mögen.

Insgeheim traue man einander aber noch immer nicht, streite über die NATO, teile die Welt noch immer in zwei Lager ein, obwohl sie viel komplexer geworden sei. Es bedürfe partnerschaftlicher Begegnungen und Abkommen auf Augenhöhe sowie gelebter Demokratie in der internationalen Politik und einer Abkehr vom Egoismus – dies seien die Schlüssel für die Zukunft und Stabilität.

Noch vor kurzem schien es so, als würde auf dem Kontinent bald ein richtiges gemeinsames Haus entstehen, in welchem Europäer nicht in östliche und westliche, in nördliche und südliche geteilt werden. Solche Trennungslinien bleiben aber erhalten, und zwar deswegen, weil wir uns bis jetzt noch nicht endgültig von vielen Stereotypen und ideologischen Klischees des Kalten Krieges befreit haben. Heute müssen wir mit Bestimmtheit und endgültig erklären: Der Kalte Krieg ist vorbei.

Die Welt befindet sich in einer neuen Etappe ihrer Entwicklung. Wir verstehen: Ohne eine moderne, dauerhafte und standfeste internationale Sicherheitsarchitektur schaffen wir auf diesem Kontinent nie ein Vertrauensklima und ohne dieses Vertrauensklima ist kein einheitliches Großeuropa möglich. Heute sind wir verpflichtet, zu sagen, dass wir uns von unseren Stereotypen und Ambitionen trennen sollten, um die Sicherheit der Bevölkerung Europas und die der ganzen Welt zusammen zu gewährleisten.

Aber abgesehen von den objektiven Problemen und trotz mancher – ganz aufrichtig und ehrlich gesagt – Ungeschicktheit schlägt unter allem das starke und lebendige Herz Russlands, welches für eine vollwertige Zusammenarbeit und Partnerschaft geöffnet ist.

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Fatima und Russland: Eine geheimnisvolle und prophetische Beziehung von Bischof Athanasius Schneider aus Kasachstan

Schweizer Fatima-Bote Nr. 76 2/2018

In Nr. 74 haben wir auf den Seiten 4-7 unter dem Titel „Es ist etwas Wunderbares um unseren katholischen Glauben“ auf die Zusammenhänge mit der Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens vom 25. März 1984 berichtet. Bischof Athanasius Schneider hat den Lesern des Schweizer Fatima-Boten zur Situation im heutigen Russ­land Folgendes geschrieben:

„Die Sowjetunion war der atheistische Staat par excellence, aber auch der Staat, der alle Kirchen verfolgte und in der Öffentlichkeit keine christliche Zeichen duldete. Heute nehmen wir eine Lebendigkeit des göttlichen Glau­bens wahr. Es gibt viele Zeichen, die uns die geistige Wie­dergeburt des russischen Volkes und ihrer Institutionen aufzeigen. Die vorhandenen Daten sagen aus, dass in den 25 Jahren seit dem Zusammenbruch des Kommunismus in Russland 20’000 orthodoxe Kirchen von Grund auf neu gebaut oder restauriert wurden. Es ist in der Geschichte der Kirche noch nie vorgekommen, dass innert einem Vierteljahrhundert in einem einzigen Land so viele Kirche gebaut oder geöffnet worden sind. Die andere bedeutende Zahl betrifft das Wiederaufblühen der Männer— und Frau­enklöster: über 1000 sind entstanden. In den 20’000 Kir­chen ist das Heiligste Sakrament im Tabernakel gegenwär­tig; die Orthodoxen haben eine gültige Messe und sie ver­ehren Maria als die Muttergottes. All dies ist ein beredtes Zeugnis der Gegenwart Gottes, in einem Land, in dem Gott erst vor wenigen Jahren verbannt war.

Ich glaube, dass sich diese Wiedergeburt als eine Etappe des Prozesses der Bekehrung Russlands interpretiert wer­den kann, von der die Muttergottes in Fatima gesprochen hat. Es handelt sich um einen langen Prozess; Gott lässt die Dinge nicht von einem Tag auf den andern geschehen (…). Wir können die Hand Gottes erkennen, der die Kir­che zu einem Prozess der Bekehrung der Welt führt.

Als Papst Johannes Paul II. am 25. März 1984 Russland geweiht hatte, begann ein langer Prozess der Bekehrung des russischen Volkes. Es handelte sich aber um eine im­plizite Weihe, die nach den Angaben von Sr. Luica vom Himmel angenommen wurde. Um jedoch die vollkomme­ne Bekehrung Russlands zu erreichen, muss eine expli­zite Weihe vorgenommen werden – erst dann wird die or­thodoxe Kirche zur vollkommenen Gemeinschaft mit Rom zurückkehren. Das bedeutet dann die wahre Bekehrung Russlands.

Eine Tatsache ist gewiss: Die Muttergottes hat verlangt, dass der Papst die Weihe Russlands zusammen mit allen Bischöfen der Welt explizit vornimmt Kardinal Cordes hat daran erinnert, Papst Johannes Paul IL habe ihm anver­traut, dass es ihm nicht gelungen sei, eine öffentliche Wei­he (Russlands) vorzunehmen – dies wegen des Wider­stands der vatikanischen Diplomatie, die zu jener Zeit von einem solchen Akt abrieten. Heute liegen die Dinge aber ganz anders und dies ist der Grund, dass man nicht mehr länger zuwarten darf.

Vergessen wir nicht, dass der russische Präsident Vladi­mir Putin von seiner Mutter heimlich getauft worden ist, als Stalin noch am Leben war.

In der orthodoxen Kirche wird zusammen mit der Taufe auch die Firmung vollzogen. All das hat dazu beigetra­gen, das Licht des Glaubens, der erstickt war, lebendig zu halten, und jetzt darf er in Freiheit ausgedrückt wer­den. Es findet ein umgekehrter Prozess statt: Während des kalten Krieges waren in den von der Sowjetunion beherrschten Ländern Akte der Verehrung Gottes unter­drückt – heute scheint dies, d.h. die Unterdrückung der Gottesverehrung – von der Nomenklatura der Europäi­schen Union praktiziert zu werden. Sicherlich ist der Einfluss der Freimaurerei in diesen Regierungsapparaten gegenwärtiger denn je. Es gibt einige positive Zeichen seitens einiger Regierungen, wie z.B. in Ungarn und Po­len, die die inhumane und den Menschen degradierende Genderideologie nicht fördern, die sonst im übrigen Eu­ropa herrschend geworden ist. In Russland ist die homo­sexuelle Propaganda verboten; dafür werden Programme der natürlichen Familie in den Schulen und Universitäten propagiert. Ich denke, die Muttergottes hat das russische Volk als Instrument einer zukünftigen Erneuerung der christlichen Gesellschaft auserwählt. Dies ist der Grund, weshalb dieses Volk ausdrücklich dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht werden soll, in der Form, wie es die Muttergottes gewünscht hat. Davon hängt auch der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens ab. Gott lenkt grossen Segen auf jene Länder, die sich dem Unbe­fleckten Herzen Mariens weihen. Es handelt sich darum, verdienstvolle Akte zu erwerben, die uns unzählige Gna­den bringen werden. Aber dies gilt auch für jeden einzel­nen Menschen: Man wird an einer geistigen Erneuerung teilnehmen; unzählige kleine Lichter werden im Dunkel dieser Epoche entzündet.“

„Fatima“ wird sich mit der Weihe Russlands
und seiner wahren Bekehrung zum echten
katholischen Glauben im entscheidenden
und endgültigen Übergang zum
TRIUMPH DES UNBEFLECKTEN
HERZENS MARIENS
vollenden.

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Quelle: Schweizer Fatima-Bote, Quartalsheft März-Mai 2018, 19. Jahrgang (Nr. 2/76)

Sister Lucia of Fatima ‘said Russia’s prophecy was fulfilled’

A statue of Our Lady of Fatima is on display inside the Shrine of Our Lady of Fatima in Riverview, Michigan (CNS photo/Dan Meloy, The Michigan Catholic)

Archbishop of Minsk, Belarus, said she made the remark after learning he was the Catholic Archbishop in Moscow

People in the former Soviet republic of Belarus have a great devotion to Our Lady of Fatima, and so does the archbishop who leads them.

Archbishop Tadeusz Kondrusiewicz of Minsk, Belarus, who served as archbishop of Moscow from 1991 to 2007, speaks passionately about his devotion to Our Lady of Fatima, who appeared to three children in Portugal in 1917.

“The idea of Fatima, the idea of the conversion of Russia – it’s in my heart,” he told Catholic News Service during a late-March visit to Washington.

“You will never find a church without a statue of Our Lady of Fatima in my country,” he added.

Archbishop Kondrusiewicz said he met three times with Carmelite Sister Lucia dos Santos, one of the three children who received the visions of Mary.

At the first meeting, in 1991, he told Sister Lucia that he was the Catholic archbishop in Moscow. “She asked several times, ‘Is it true?’”

“‘So,’ she said, ‘it means the prophecy of Fatima is fulfilled,’” Archbishop Kondrusiewicz said.

Part of the Fatima message – contained in a vision to Sister Lucia and her cousins – warned of the rise of communism, but also spoke of the ultimate triumph of the Immaculate Heart of Mary, especially in Russia if the country was consecrated to her Immaculate Heart. Although some Fatima devotees have debated whether the consecrations were carried out properly, Popes Pius XII, Paul VI and John Paul II each entrusted the world, and Russia in particular, to Mary. Archbishop Kondrusiewicz said Sister Lucia assured him that it was done correctly.

Archbishop Kondrusiewicz said Sister Lucia told him to work with the Orthodox, and she sent a statue of Our Lady of Fatima with him to give to Patriarch Alexei II of Moscow, who was patriarch of the Russian Orthodox Church at the time.

“Later, I saw the statue on his table several times,” the archbishop said.

In honour of the 100th anniversary of the first time Mary spoke of Russia in the apparitions, he said, two pilgrimages from Belarus will meet in Fatima on July 13.

As far as Sister Lucia’s instructions to work with the Orthodox, the archbishop said the two churches applied to open counselling centres in abortion hospitals and received government permission.

“We saved a lot of lives,” he said, adding that the two churches along with some Protestant communities lobbied to change the Belarusian law to limit instances in which abortion is allowed.


Archbishop Tadeusz Kondrusiewicz of Minsk, Belarus (Photo: CNS)

 

Archbishop Kondrusiewicz told CNS that, as in other European countries, a growing secularism is threatening family life. He said about 50 per cent of Belarusian couples are divorced and, unfortunately, Catholic couples are part of the statistic. The Church is sending family consultations teams – psychologists, doctors, priests and nuns – to different parishes, “and people are coming,” he said.

During a large part of the 20th century, Belarus was under communist rule and there were no churches, the archbishop said, but parents taught their children to pray every day. Now there are churches, but many parents do not take their children to church after their first Communion at age seven or eight.

The city of Minsk – with about 400,000 Catholics – has five churches, six chapels and seven churches under construction.

“It’s not easy to receive permission to build a church, but we are receiving permission, and we are receiving land for free,” said Archbishop Kondrusiewicz.

About 20 per cent of the nation’s 500 priests are from other countries, and the head of the nation’s Religious Affairs Department is making it difficult for them to stay. The same government official has said that when the Council of European Bishops’ Conferences holds its plenary in Belarus in late September, participants must receive special permission to celebrate Mass in public.

Archbishop Kondrusiewicz was in the United States seeking support for a new Catholic business university. He said he often is invited to speak at secular universities about moral values and ethics. “Our society, they feel this necessity. They say, ‘Please come.’”

He said there is a university for sale in Minsk, with the potential to buy it on the condition that current students must be allowed to finish their course of studies. He is not sure such a university would succeed, “but we are trying to move stone.”

He also expressed thanks for all the support Catholics in the United States and other Western countries gave former Soviet republics after the fall of communism. As a Catholic in the former Soviet Union, he said, he was only “able to dream about” things like reconstruction and renovation of churches.

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Russland: „Papstbesuch ist kein Problem mehr“

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Der Papst auf dem Roten Platz in Moskau? Das könnte schon bald möglich werden, sagt der katholische Erzbischof der russischen Hauptstadt, der Italiener Paolo Pezzi. Franziskus’ bahnbrechende Begegnung mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill auf Kuba vor einem Jahr habe auch die Tür zu einem Papstbesuch in Russland aufgestoßen.

„Ich weiß nicht, wie lange das genau dauern wird“, so Pezzi zum SIR-Infodienst der italienischen Bischofskonferenz. „Ich glaube aber, dass so etwas nicht mehr als problematisch gesehen wird.“ Und weiter: „Mir scheint, dass man nach dem Ereignis von Kuba heute sagen kann, ein Papstbesuch in Russland wäre kein Problem mehr.“

Pezzi ist auch Vorsitzender der – kleinen – katholischen Bischofskonferenz für Russland. Die katholischen Strukturen in Russland wurden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von Vatikan errichtet, oft zum Missfallen der orthodoxen Kirche, die das Land als ihr kanonisches Territorium betrachtet. Das ist einer der Gründe, warum die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Moskau sehr heikel sind.

Erzbischof Pezzi wies aber auch darauf hin, dass Franziskus aus seiner Sicht nicht allzu stark auf einen Besuch in Moskau hinarbeite. Der Papst sei da sehr „diskret“. Pezzi wörtlich: „Natürlich würde er Patriarch Kyrill gerne wiedersehen – ob in Moskau, in Rom oder anderswo. Aber er will da nichts erzwingen.“

Pezzi lobte in dem Interview den jetzigen Stand der ökumenischen Beziehungen. Seit dem Treffen von Franziskus und Kyrill nehme er auf orthodoxer Seite mehr Interesse an einem Kennenlernen und an Zusammenarbeit wahr. Allerdings sei die Lage von Ort zu Ort verschieden.

(rv 12.01.2016 sk)

Papst empfängt den russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion

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Papst Franziskus & Metropolit Hilarion, 15. September 2016 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Kardinal Kurt Koch hat am Sonntag an einem gemeinsamen Konzert der Chöre des Moskauer Patriarchats und der Sixtinischen Kapelle teilgenommen

Papst Franziskus hat am Samstag, den 10. Dezember, den Metropoliten Hilarion von Volokolamsk in Audienz im Vatikan empfangen. Der Leiter des Amtes für kirchliche Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats gilt als einer der engsten Mitarbeiter des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill.

Wie die Internetseite des Moskauer Patriarchates berichtet, hat Hilarion die Glückwünsche des Moskauer Patriarchen zum 80. Geburtstag des Papstes, der am Samstag, den 17. Dezember gefeiert wird, überreicht.

Hilarion schenkte dem Papst eine Ikone des Heiligen Seraphim von Sarow (1759-1833).  Der Starez und Mystiker ist einer der wichtigsten Heiligen der russisch-orthodoxen Kirche.

Anlässlich seines vorherigen Besuchs am 15. September hatte Hilarion dem Papst bereits eine Reliquie Seraphims geschenkt.

Zum 70. Geburtstags Kyrills hatte der Papst am 20. November dem Patriarchen Moskaus eine Reliquie des heiligen Franziskus von Assisi überreichen lassen.

Im Laufe des Gesprächs haben der Papst und Hilarion am Samstag verschiedene bilaterale Themen besprochen. Wie der Metropolit erklärte, seien die im Laufe des historischen Treffens zwischen Papst Franziskus und Kyrill am 12. Februar auf Kuba angesprochenen Themen noch immer aktuell. Dies betreffe insbesondere „die Lage im Nahen Osten, wo die Terroristen weiter unschuldige Menschen töten“, so die Webseite des Patriarchats.

Die beiden Kirchenmänner besprachen auch die Entwicklung der Beziehungen zwischen Rom und Moskau im kulturellen Bereich. Am 25. November wurde in der Moskauer Tretjakow-Galerie die Ausstellung „Roma Aeterna“ mit 42 Meisterwerken aus den Vatikanischen Sammlungen für das Publikum geöffnet.

Ein weiteres Thema war das gemeinsame Konzert der Chöre des Moskauer Patriarchats und der Sixtinischen Kapelle, das am Sonntag in der römischen Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri stattfand.

An der Begegnung zwischen dem Papst und Hilarion nahmen Msgr. Visvaldas Kulbokas vom vatikanischen Staatssekretariat, und Pater Alexyi Dikarev vom Moskauer Patriarchat teil.

Das Konzert fand am Sonntag in Anwesenheit des Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, statt, der eine Botschaft vom Papst vorlas.

Vorbereitet wurde das Konzert von einer gemischten russisch-vatikanischen Arbeitsgruppe. Zum Abschluss sangen die beiden Chöre die Hymne „Wir preisen Gott“ des russischen Komponisten Dmitri Bortnjanski und „Tu es Petrus“ von Giovanni da Palestrina.

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Schwere Vorwürfe gegen Moskau

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Führt Wladimir Putin einen „Informationskrieg“ mit Desinformation und Propaganda gegen die Einigkeit Europas?

Das Europäische Parlament legt sich mit der Türkei und Russland an –
Abwehr gegen Desinformation und Propaganda.

Von Stephan Baier

Straßburg (DT) Mit scharfen Erklärungen zur Türkei wie zu Russland hat das Europäische Parlament in dieser Woche für Verstimmung in Ankara und Moskau gesorgt. Die Forderung des Straßburger Vielvölkerparlaments, „die laufenden Beitrittsverhandlungen mit der Türkei vorübergehend auszusetzen“, veranlasste den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einer Drohung gegen Europa: „Wenn Sie noch weiter gehen, werden die Grenzen geöffnet, merken Sie sich das!“ Ministerpräsident Binali Yildirim konkretisierte: „Wir sind einer der Faktoren, die Europa beschützen. Wenn Flüchtlinge durchkommen, werden sie Europa überfluten und übernehmen. Die Türkei verhindert dies.“ Yildirim drohte neuerlich mit einer Aufkündigung des Flüchtlingsabkommens und warf dem Europäischen Parlament „Doppelmoral“ vor. Der türkische Europa-Minister Ömer Celik nannte die Resolution aus Straßburg „null und nichtig“.

Das Europäische Parlament hatte am Donnerstag mit großer Mehrheit befunden, dass die Türkei die Vorgaben für eine Visa-Liberalisierung weiterhin nicht erfüllt, und bekräftigte, „dass eine Wiedereinführung der Todesstrafe durch die türkische Regierung eine offizielle Aussetzung des Beitrittsprozesses zur Folge haben müsste“. Die Abgeordneten verurteilten „die unverhältnismäßigen repressiven Maßnahmen“ der türkischen Regierung seit dem Putschversuch.

In einer weiteren Resolution wirft das Europäische Parlament dem Kreml „feindselige Propaganda gegen die EU“ sowie Desinformation und die Unterstützung rechtsextremer Parteien in Europa vor. Wörtlich heißt es in dem Text, dass „die strategische Kommunikation Russlands Teil einer umfassenden Kampagne zur Unterwanderung ist, mit der die EU-Zusammenarbeit und die Souveränität, politische Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit der Union und ihrer Mitgliedstaaten geschwächt werden sollen“. Die EU-Staaten sollten wachsam sein und die Spionageabwehr gegen derartige Maßnahmen intensivieren. Russland sei in der Lage und beabsichtige auch, „Maßnahmen zur Destabilisierung anderer Staaten durchzuführen“, unter anderem durch die Unterstützung politischer Extremisten und umfassender Desinformationskampagnen. Dabei nutze die russische Regierung viele Werkzeuge, etwa Denkfabriken und Stiftungen wie „Russki Mir“, mehrsprachige Fernsehsender wie „RT“ und Pseudo-Nachrichtendienste, aber auch „gesellschaftliche und religiöse Gruppen, da sich das Regime als einziger Vertreter traditioneller christlicher Werte darstellen will“. Mittels sozialer Medien und Trolle im Internet versuche der Kreml, „die demokratischen Werte infrage zu stellen, Europa zu spalten, inländische Unterstützung zu gewinnen und in den Ländern der östlichen Nachbarschaft der EU den Eindruck zu erwecken, als hätten sich ihre staatlichen Strukturen aufgelöst“.

Russland stelle „erhebliche finanzielle Mittel für seine Desinformations- und Propagandainstrumente bereit“. Das Europäische Parlament stellt in seiner Resolution fest, dass „Russland in der europäischen Medienlandschaft eine immer stärkere Rolle spielt“ und darauf zielt, „die Kohärenz der Außenpolitik der EU zu schwächen“. In manchen Ländern Osteuropas habe die russische Propaganda und das Eindringen russischer Medien „ein nie dagewesenes Ausmaß“ angenommen. Die Propaganda des Kreml ziele auch darauf ab, „einige europäische Länder als in den ,traditionellen Einflussbereich Russlands‘ fallend darzustellen“ und die „Geschichte zu verfälschen“. Das Europäische Parlament zeigt sich überzeugt, „dass durch die aggressiven Maßnahmen Russlands im Cyberbereich der Informationskrieg gefördert wird“.

Es brauche auf staatlicher wie europäischer Ebene sowie in Zusammenarbeit mit der NATO Maßnahmen zur „Bekämpfung der Desinformation und Propaganda“. Das größte Hindernis wären nach Ansicht des Europaparlaments unabhängige und freie Medien in Russland, doch gehe der Kreml in Russland und seinen besetzten Gebieten „regelmäßig in scharfer Form gegen unabhängige Medien, Journalisten und Aktivisten der Zivilgesellschaft“ vor.

Der russische Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin warf dem Europäischen Parlament daraufhin vor, die Pressefreiheit infrage zu stellen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, drohte der Europäischen Union, Moskau werde Gleiches mit Gleichem vergelten, sollte die Arbeit russischer Medien in der EU eingeschränkt werden.

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