Generalaudienz von Papst Franziskus: „Gott will alle retten“

„Gott will, dass seine Kinder alle Absonderung überwinden und sich der Universalität des Heils öffnen.“ Das sagte Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz an diesem Mittwoch auf dem Petersplatz.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Gott wolle „alle retten“, sagte Franziskus eindringlich. Der Heilige Geist begleite das Evangelium „auf seiner Reise durch die Welt“, und wir sollten uns seiner „Kreativität“ dabei nicht in den Weg stellen.

Der Papst kommentiert in diesen Wochen bei seinen Generalaudienzen Bibelstellen aus der Apostelgeschichte. Diesmal war eine Vision des hl. Petrus aus dem 10. Kapitel dran: Sie lässt den Apostelfürsten verstehen, „dass nicht die Kategorien rein und unrein zählen, sondern der Mensch und die Absicht seines Herzens“. „Denn das, was den Menschen unrein macht, kommt nicht von außen, sondern von innen – das hat Jesus klar gesagt.“

“ Das erste Mal, dass so etwas passiert ”

Franziskus referierte, wie Petrus, durch seine Vision ermuntert, den Heiden Cornelius tauft – ein entscheidender Schritt des Christentums von seinen jüdischen Ursprüngen hin zur Universalität.

„In diesem Haus eines Heiden predigt Petrus den gekreuzigten und auferstandenen Christus und die Vergebung der Sünden für alle, die an ihn glauben. Und während er spricht, kommt der Heilige Geist auf Cornelius und seine Familie herab. Daraufhin tauft Petrus sie im Namen Jesu Christi. Ein außerordentlicher Schritt – es ist das erste Mal, dass so etwas geschieht!“

Petrus hat dazugelernt

Kein Wunder, dass die Gemeinde von Jerusalem dem Petrus daraufhin Vorhaltungen gemacht habe. „Also so etwas! Petrus hat etwas getan, das über das Übliche, über das Gesetz hinausging! Das werfen sie ihm vor. Petrus selbst aber ist nach seiner Begegnung mit Cornelius freier von sich selbst und noch stärker mit Gott und den anderen verbunden. Er hat im Wirken des Heiligen Geistes den Willen Gottes erfahren.“

Der Apostel, als dessen Nachfolger sich die Päpste begreifen, habe damals verstanden, dass Israel durch seine Auserwählung Vermittler des Segens Gottes unter den Völkern sein solle.

“ Sich von den Überraschungen Gottes verzaubern lassen ”

„Liebe Brüder und Schwestern, vom Apostelfürsten lernen wir, dass jemand, der das Evangelium verbreitet, sich dem kreativen Wirken Gottes nicht in den Weg stellen darf, sondern die Begegnung der Herzen mit dem Herrn fördern sollte. Und wir – wie verhalten wir uns denn unseren Schwestern und Brüdern gegenüber? Vor allem den nichtchristlichen gegenüber? Sind wir ein Hindernis für die Begegnung mit Gott? Behindern wir ihre Begegnung mit dem Vater, oder erleichtern wir sie ihnen?

Gott „will, dass alle Menschen gerettet werden“, zitierte Papst Franziskus aus dem 1. Brief des Paulus an Timotheus (2,4). „Bitten wir heute um die Gnade, uns von den Überraschungen Gottes verzaubern zu lassen und seine Kreativität nicht zu behindern, sondern die immer neuen Wege zu erkennen und zu fördern, durch die der Auferstandene seinen Geist über der Welt ausgießt und sich als ,der Herr aller‘ (Apg 10,36) zu erkennen gibt!“

(vatican news)

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Papst bei Heiligsprechung: Danken ist eine Frage des Glaubens

Christen sollen ein „liebes Licht“ inmitten der Finsternisse der Welt sein. Das hob Papst Franziskus an diesem Sonntag beim Gottesdienst zur Heiligsprechung von John Henry Newman, Marguerite Bays und drei Ordensfrauen auf dem Petersplatz hervor. Der Papst ging auf drei Glaubensschritten ein – rufen, gehen und danken – die zum Weg der Christen gehören.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Die Feier auf dem Petersplatz – unter strahlender Sonne und mit tausenden Gläubigen – war den fünf neuen Heiligen gewidmet. Unter den Gästen waren Delegationen aus der Schweiz, Großbritannien mit dem Prinzen von Wales, Charles, sowie der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella anwesend. Aus Brasilien war Vizepräsident Hamilton Mourao dabei. Das südamerikanische Land hat ihre erste Heilige, die Ordensschwester Irma Dulce.

Zum Nachhören

Die fünf neuen Heiligen sind: Kardinal John Henry Newman (1801–1890), die Schweizer Schneiderin Marguerite Bays (1815–1879), die brasilianische Ordensschwester Dulce Lopes Pontes (1914-1992), die Ordensgründerinnen Maria Teresa Chiramel Mankidiyan (1876-1926) aus Indien und die Italienerin Giuseppina Vannini (1859-1911).

„Heute danken wir dem Herrn für die neuen Heiligen, die den Weg des Glaubens gegangen sind und die wir nun als Fürsprecher anrufen“, so der Papst. Er betonte, dass drei von ihnen Ordensschwestern gewesen seien. Sie zeigten den heutigen Gläubigen, „dass das Ordensleben ein Weg der Liebe an den existentiellen Rändern der Welt ist“. Über die Schweizerin Marguerite Bays erinnerte der Papst, dass sie eine Schneiderin gewesen war. „Sie legt uns offen, wie mächtig das schlichte Gebet, das geduldige Ertragen, die stille Hingabe sind: Hierdurch hat der Herr in ihrem Leben den Glanz von Ostern neu aufstrahlen lassen“, so der Papst.

Heiligkeit des Alltags

Der wohl bekannteste unter den neuen Heiligen ist Kardinal John Henry Newman, der von Benedikt XVI. in Großbritannien seliggesprochen wurde und nun in das Buch der Heiligen eingetragen wurde. „Es ist die Heiligkeit des Alltags, von der der heilige Kardinal Newman spricht“, sagte Franziskus über den von der anglikanischen Kirche zum Katholizismus konvertierten „großen Theologen des 19. Jahrhunderts“. Franziskus zitierte aus den Schriften Newmans: „Der Christ besitzt einen tiefen, stillen, verborgenen Frieden, den die Welt nicht sieht […] Der Christ ist heiter, zugänglich, freundlich, sanft, zuvorkommend, lauter, anspruchslos; er kennt keine Verstellung, […] er ist […] dabei aber so wenig ungewöhnlich oder auffallend in seinem Benehmen, dass er auf den ersten Blick leicht als ein gewöhnlicher Mensch angesehen werden mag“ (Parochial and Plain Sermons, V,5). Bitten wir darum, so zu sein, „liebes Licht“ inmitten der Finsternisse der Welt. Jesus, „bleibe bei mir! Dann werde ich selber auch leuchten, wie du geleuchtet hast, werde andern ein Licht sein“ (Meditations on Christian Doctrine, VII,3).“

Über die drei Stichwörter, die der rote Faden seiner Predigt darstellten, sagte der Papst:

„Zuallererst rufen. Die Aussätzigen befinden sich in einer schrecklichen Lage, nicht nur aufgrund der Krankheit, die auch heute noch verbreitet ist und mit allen Kräften bekämpft werden muss, sondern auch aufgrund des sozialen Ausschlusses. …Wie diese Aussätzigen bedürfen auch wir der Heilung, wir alle. Es ist notwendig, dass wir vom Misstrauen gegenüber uns selbst, gegenüber dem Leben, der Zukunft geheilt werden; von vielen Ängsten; von den Lastern, die uns versklaven; von vielen Abschottungen, von Abhängigkeit und Anhänglichkeit: an das Spielen, das Geld, das Fernsehen, das Handy, das Urteil der anderen.“

Papst Franziskus bei der Heiligsprechungsfeier auf dem Petersplatz
Papst Franziskus bei der Heiligsprechungsfeier auf dem Petersplatz

Beim Gehen geheilt worden

Der Herr befreie und heile das Herz, „wenn wir zu ihm rufen“, so der Papst weiter.

„Gehen ist die zweite Etappe. Im kurzen Evangelium von heute kommen ungefähr zehn Verben der Bewegung vor. Was aber vor allem beeindruckt, ist die Tatsache, dass die Aussätzigen nicht geheilt werden, als sie still vor Jesus stehen, sondern nachher beim Gehen“, unterstrich der Papst.

Der Glaube schreite voran, wenn man „mit Gottvertrauen ausgerüstet“ weitergehe. Der Glaube bedeute aber auch, gemeinsam gehen, niemals allein, fügte Franziskus an. Und dann noch das dritte Stichwort: danken.

„Es stimmt, es ist unsere Aufgabe – die wir hier sind, um „Eucharistie zu feiern“, also zu danken –, uns um den zu kümmern, der aufgehört hat zu gehen, der vom Weg abgekommen ist: Wir sind Hüter der Brüder und Schwestern, die fernstehen. Wir sind für sie Fürsprecher, wir sind für sie verantwortlich, das heißt gerufen, uns für sie zu verantworten, sie uns zu Herzen zu nehmen. Willst du im Glauben wachsen? Nimm dich eines fernstehenden Bruders, einer fernstehenden Schwester an.“

Zur Quelle gehen statt Glas Wasser trinken

Das Heil bedeute nicht, ein Glas Wasser zu trinken, um in Form zu bleiben, es bedeute, zur Quelle zu gehen, die Jesus sei. Danken sei im Übrigen auch nicht eine Frage der Höflichkeit, der Etikette, es sei eine Frage des Glaubens.

„Ein Herz, das dankt, bleibt jung. Beim Erwachen, während des Tages, vor dem Schlafengehen zu sagen: „Danke, Herr!“ ist das Gegenmittel gegen das Altern des Herzens. Das gilt auch in der Familie, unter Eheleuten: sich daran erinnern, danke zu sagen. Danke ist das einfachste und wohltuendste Wort.“

(vatican news)

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Syrien: Hilfsorganisationen warnen vor humanitärer Krise

Schätzungsweise 450.000 Menschen leben in einem Radius von fünf Kilometern an der syrisch-türkischen Grenze und befinden sich in unmittelbarer Gefahr. (AFP or licensors)

Die jüngste Militäroffensive im Nordosten Syriens droht tausende Zivilisten von Hilfe abzuschneiden, warnen 15 Hilfsorganisationen in einer gemeinsamen Presseaussendung. Die Grundversorgung mit Wasser und medizinischer Hilfe sei bereits unterbrochen, die Flucht habe eingesetzt, Zivilisten bräuchten Schutz.

Schätzungsweise 450.000 Menschen leben in einem Radius von fünf Kilometern an der syrisch-türkischen Grenze und befinden sich in unmittelbarer Gefahr. In der Region leben auch mehr als 90.000 intern vertriebene Menschen, die während des nunmehr seit acht Jahren andauernden Konfliktes in Syrien mindestens schon einmal gezwungen waren, ihr Zuhause zu verlassen.

Laut den Vereinten Nationen sind im Nordosten Syriens rund 1,65 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gleichzeitig mussten Hilfsorganisationen ihre Programme teilweise aussetzen und Mitarbeiter evakuieren. Durch die anhaltende Krise in Idlib und den immensen Bedarf an humanitärer Hilfe im gesamten Land stehen Hilfsorganisationen bereits am Rande ihrer Kapazitäten.

Völkerrecht muss respektiert werden

Die 15 Hilfsorganisationen – darunter CARE, Ärzte der Welt, Aktion gegen den Hunger, Handicap International, International Rescue Committee, NRC Flüchtlingshilfe, Oxfam und World Vision – fordern die Konfliktparteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu respektieren und in besiedelten Gebieten keine explosiven Waffen einzusetzen. Es müsse dringend sichergestellt werden, dass alle Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung ergriffen werden, genauso wie dafür gesorgt werden müsse, dass Hilfsgüter uneingeschränkt zu den Betroffenen gelangten.

Menschen, die in den umkämpften Gebieten lebten, so die Hilfsorganisationen, dürften nicht von dort vertrieben werden. Gleichzeitig dürften geflüchtete Familien in der Türkei nicht zu einer Rückkehr nach Syrien gezwungen werden. Eine erzwungene Rückkehr berge große Gefahren, und die vor Ort tätigen humanitären Organisationen könnten kaum ausreichend Hilfe leisten. Nach Angaben der türkischen Regierung stammen schätzungsweise 83 Prozent der drei Millionen Syrer in der Türkei nicht aus dem Nordosten von Syrien.

Sicherheitslage in der Region sehr fragil

Die Sicherheitslage in der Region sei sehr fragil. Zehntausende Kämpfer und ihre Familien würden in Camps festgehalten. Alle Kinder hätten ein Recht auf Schutz und humanitäre Hilfe, schreiben die Hilfsorganisationen. Herkunftsländer müssten sich deshalb darum kümmern, die etwa 9.000 Kinder aus rund 40 Nationen im Nordosten von Syrien schnell wieder zurück nach Hause zu holen.

Die internationale Gemeinschaft müsse zudem jetzt dringend eine Lösung des Konfliktes einfordern. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen müsse die Notwendigkeit der Zurückhaltung durch alle Konfliktparteien betonen und die Bedeutung des Schutzes der Zivilbevölkerung und den uneingeschränkten Zugang zu humanitärer Hilfe bekräftigen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen trat zum Thema am Donnerstag zusammen.

(pm – pr)

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Einmarsch in Syrien: „Kein Geld mehr an die Türkei zahlen“

Einmarsch in Tel Abyad (AFP or licensors)

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert, sämtliche Zahlungen Deutschlands und der Europäischen Union an die Türkei unverzüglich einzustellen, bis die türkische Militärintervention in Nordsyrien gestoppt wird.

Insbesondere dürfe Europa die Einrichtung der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gewollten Schutzzone in Nordsyrien weder direkt noch indirekt unterstützen, so die vom deutschen Göttingen aus operierende Organisation.

„Europa darf keinesfalls aus Angst vor Flüchtlingen Verbrechen gegen die Menschlichkeit fördern“, erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Donnerstag. Ziel der sogenannten Schutzzone sei ein völkerrechtswidriger Bevölkerungsaustausch.

“ Bisherige Proteste sind halbherzig ”

Die bisherigen Proteste der EU gegen die türkische Militäroffensive seien halbherzig und wenig überzeugend, kritisiert die GfbV. So sei es anmaßend und realitätsfremd, wenn die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini Kurden und die türkische Regierung gleichermaßen zur Mäßigung auffordere, anstatt den Aggressor zu benennen und in die Pflicht zu nehmen. Einfache Appelle zur Mäßigung könnten den Schutz der Zivilbevölkerung vor neuer Gewalt nicht gewährleisten.

Das türkische Religionsministerium hat zudem angekündigt, am Freitag solle in allen Moscheen der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) in Deutschland für eine schnelle und erfolgreiche Besetzung Nordostsyriens gebetet werden. Dies müsse die Bundesregierung scharf verurteilen.

Verbrechen nicht schönreden

„Schwere Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen an der Zivilbevölkerung dürfen in Deutschland nicht schöngeredet oder verherrlicht werden“, so Delius. „Erst recht nicht schon wieder in DITIB-Moscheen, in denen bereits die völkerrechtswidrige Invasion des syrischen Afrin im Januar 2018 verherrlicht wurde.“

Die DITIB steht wegen ihrer Nähe zum türkischen Religionsministerium und dem Machtapparat Erdogans seit Jahren in Deutschland in der Kritik.

(pm – sk)

Syriens Christen erneut von Türkei bedroht, warnt Menschenrechtsgruppe

Betende in der Kirche St. Ananias in Damaskus, Syrien vor dem Bürgerkrieg, am 23. February

Mit dem Abzug amerikanischer Truppen und der Ankunft türkischer Streitkräfte ist die ohnehin gefährdete christliche Minderheit im Nahen Osten erneut bedroht, warnt eine führende Menschenrechtsgruppe, wie die Catholic News Agency berichtet.

Am 6. Oktober teilte das Weiße Haus mit, dass türkische Streitkräfte nach Nordsyrien verlegt werden und die USA keine Soldaten in der Region mehr stationieren werde. Die Ankündigung hat bei den Kurden in Nordsyrien und im Irak große Besorgnis ausgelöst.

Als Verbündeter der Vereinigten Staaten umfasst die kurdische Bevölkerung viele Jesiden und eine Handvoll Christen. Sie haben die Vereinigten Staaten bei ihrem Kampf gegen den Islamischen Staat und andere extremistische Gruppen in der Region unterstützt.

Kurdistan ist ein umkämpftes Gebiet auf türkischem, irakischem und iranischem Boden. Die Verlegung kurdischer Truppen nach Syrien mit Unterstützung der USA hat Anlass zur Sorge gegeben, dass sie eine Kampagne gegen die dort lebenden Kurden führen und die christlichen Gemeinschaften in der Region erneut belasten werden.

In einer Erklärung, die am Montag veröffentlicht wurde, sagte die Gruppe In Defense of Christians (IDC), sie seien „zutiefst besorgt um die christlichen und jesidischen Gemeinschaften Nordostsyriens, sollte die Republik Türkei ihre Truppen in die Region verlegen“, und stellte fest, dass die Region in den letzten Jahren erheblich von Christen entvölkert worden ist.

„Es gibt rund 40.000 Christen im Nordosten, was ein dramatischer Rückgang gegenüber den 130.000 Christen ist, die in diesem Gebiet vor dem Einfall des Islamischen Staates und der weiteren Syrienkrise lebten.“

Die Gruppe sagte, sie werde sich dafür einsetzen, dass die USA erneut Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängen, falls sie gegen die Bewohner der Zone vorgehen.

Zuvor wurden Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängt, als das Land Pastor Andrew Brunson, einen Amerikaner, inhaftierte, der über ein Jahr lang ohne Anklage inhaftiert war. Brunson wurde etwa zwei Monate nach der Verhängung von Sanktionen durch die USA freigelassen.

„Präsident Erdogan hat sicherlich nicht die wirtschaftlichen Auswirkungen von Sanktionen aufgrund der Inhaftierung von Pastor Andrew Brunson vergessen, und wie Präsident Trump sagte, können wir das wieder tun“, sagte Toufic Baaklini, Präsident von IDC, in einer Pressemitteilung.

Die Ankündigung von Trump, Truppen abzuziehen hat Bedenken geäußert, dass Christen in Nordsyrien ein ähnliches Schicksal erleiden könnten wie im Irak.

Der chaldäisch-katholische Erzbischof Bashar Warda von Ebril, eine der führenden Stimmen verfolgter und vertriebener Christen, sagte im Mai, dass der Abzug von US-Truppen massive Konsequenzen haben würde.

„Wir sind ernsthaft besorgt über den Rückzug der USA aus dem Irak“, sagte der Erzbischof.

„Nach dem Völkermord durch den Islamischen Staat haben unsere zerstörten Gemeinschaften immense Hoffnungen aus dem Versprechen des amerikanischen Engagements für irakische Minderheitengemeinschaften unter der Führung des Vizepräsidenten gezogen.“

Die Verteidigung der Christen in der Region ist seit Jahren eine erklärte Politik der Regierung Trumps. Am 25. Oktober 2017 sagte US-Vizepräsident Mike Pence auf dem jährlichen Gipfel des IDC, dass die USA „sich nicht mehr nur auf die Vereinten Nationen verlassen werden, um verfolgten Christen und Minderheiten nach dem Völkermord und den Gräueltaten von Terrorgruppen zu helfen“.

„Die Vereinigten Staaten werden von heute an Hand in Hand mit religiösen Gruppen und privaten Organisationen zusammenarbeiten, um denen zu helfen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Dies ist der Moment, jetzt ist die Zeit, und Amerika wird diese Menschen in ihrer Stunde der Not unterstützen“, sagte Pence weiter.

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Quelle

Kardinal Müller: Sie haben Jesus aus der Amazonas-Synode vertrieben

Patrick Craine / LifeSiteNews

8. Oktober 2019 ( L’Espresso ) – Die Amazonas-Synode hat begonnen . „Aber es wird Konsequenzen für die Weltkirche haben“, warnt Kardinal Gerhard Müller in einem ausführlichen Interview mit Matteo Matzuzzi für die Zeitung „Il Foglio„, die noch am Tag der Eröffnung des Werkes erschienen ist. „Wenn man den Stimmen einiger Protagonisten dieser Versammlung zuhört, versteht man leicht, dass die Agenda vollständig europäisch ist.“

Europäisch und vor allem deutsch. Tatsächlich wurde auch in Deutschland ein „synodaler Weg“ eingeleitet, der vom Amazonas ausgeht, um nicht weniger als die Universalkirche zu reformieren, eine Synode, in der die Laien Zahlen und Stimmen auf Augenhöhe haben werden mit den Bischöfen, eine Synode, deren Beschlüsse „verbindlich“ sein werden und die das Ende des priesterlichen Zölibats, die Ordination von Frauen, die Reform der Sexualmoral und die Demokratisierung der kirchlichen Befugnisse zum Gegenstand haben werden.

Es ist ein Erdbeben, das seit seiner Ankündigung in Papst Franziskus selbst Unruhe stiftete. Er schrieb im Juni einen offenen Brief an die deutschen Bischöfe, um sie davon zu überzeugen, ihre exorbitanten Ambitionen zu mildern. Im September schrieb Kardinal Marc Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation, einen noch dringlicheren Brief an sie und lehnte die in Deutschland eingeleitete Synode als kanonisch „ungültig“ ab. Und dass Ouellet im Einklang mit dem Papst handelt, steht außer Zweifel. Er hat dies vor einigen Tagen bewiesen, als er sagte, er sei „skeptisch“ gegenüber der Idee, verheiratete Männer zu ordinieren – ein zentraler Punkt der amazonischen und deutschen Synode – und fügte sofort hinzu, dass „jemand über mir auch“ skeptisch sei. Was Franziskus anbelangt, so beschloss er, sich am 25. September mit acht jungen Katechisten aus Nordthailand zu treffen, den Führern kleiner Gemeinden, die weit voneinander entfernt sind und die nur sehr selten von einem Priester besucht werden, der die Messe feiert und sich dennoch weigert, darum zu bitten die Ordination von verheirateten Männern. „Das Himmelreich gehört den Kleinen“, sagte ihnen der Papst, „zutiefst gerührt“ in der Erzählung von „L’Osservatore Romano„.

Aber die Warnungen, die Rom an Deutschland gerichtet hat, haben bisher keine Wirkung gezeigt . „Rom wird uns nicht sagen, was wir in Deutschland zu tun haben“, hatte der Münchner Erzbischof und der Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bereits zwischen der ersten und zweiten Sitzung der Familiensynode erklärt. Und dieses Mantra hält sich stabil in Deutschland mit der Zustimmung der meisten und der Opposition nur weniger, von denen der Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki erstrangig ist, der so weit gegangen ist, die Drohung eines Schismas zu sehen. “

„In Deutschland“, sagt Müller jetzt – er ist auch Deutscher, obwohl er keine Diözese regiert und deshalb nicht an der Bischofskonferenz teilnimmt – „wollen sie die katholische Kirche fast neu gründen. Sie denken, dass Christus nur ein Mann ist der vor zweitausend Jahren gelebt hat, sie behaupten, dass er kein moderner Mann war, sie sind davon überzeugt, dass er keine ihrer Ausbildungen hatte, und glauben daher, dass es notwendig ist, diese Lücken zu füllen und dass es an ihnen liegt, zu handeln. In einer Predigt fragte Kardinal Marx rhetorisch: „Wenn Christus heute hier wäre, würde er dann sagen, was er vor zweitausend Jahren gesagt hat?“ Aber Christus ist keine historische Figur wie Cäsar. Jesus Christus ist auferstanden und gegenwärtig, er feiert die Messe durch seinen Stellvertreter, den ordinierten Priester. Er ist das Subjekt der Kirche, und sein Wort bleibt und bleibt für immer wahr. Christus ist die Fülle der Offenbarung, wegen der es keine andere Offenbarung geben wird. Wir sind es, die danach streben müssen, es mehr und besser zu wissen, aber wir können es mit Sicherheit nicht ändern. Christus ist unübertrefflich und irreversibel, und heute scheint dies nicht sehr klar zu sein bestimmte Breiten.“

Für Müller ist dieser Fehler auch im „Instrumentum Laboris„, dem Basisdokument der Amazonas-Synode, enthalten: „Ein Dokument, in dem es nicht um Offenbarung, um das inkarnierte Wort, um Erlösung, um das Kreuz, um die Auferstehung geht, über das ewige Leben“, sondern die religiösen Traditionen der indigenen Völker und ihre Visionen des Kosmos zu einer göttlichen Offenbarung erhebt, um als solche akzeptiert zu werden.

In Aparecida warnte Benedikt XVI. 2007 die Bischöfe des Kontinents. „Die Utopie, die präkolumbianischen Religionen wieder zum Leben zu erwecken und sie von Christus und der Universalkirche zu trennen, wäre kein Schritt nach vorn, sondern ein Rückschritt. In Wirklichkeit wäre es ein Rückschritt.“ Es wäre ein Rückzug in eine Phase der Geschichte, die in der Vergangenheit verankert war. „Aber er war überwältigt von Kritikern von Theoretikern eines „neuen Verständnisses von Gottes Offenbarung“, das bei indigenen Völkern festgestellt werden sollte, und daher ohne den Wunsch, sie zu bekehren. Zu den am stärksten umkämpften gehörte der nach Brasilien ausgewanderte deutsche Theologe Paulo Suess , inspiriert von dem in Österreich geborenen Bischof Erwin Kräutler, führender Stratege der Amazonas-Synode, Mitverfasser des „Instrumentum Laboris“ und Befürworter der Idee, die Eucharistie nicht nur von „viri probati“, sondern auch von „verheirateten Frauen, die eine Gemeinschaft führen“ feiern zu lassen.

„Es gibt aber kein Recht auf das Sakrament“, beanstandet Müller. „Wir sind Gottes Geschöpfe, und ein Geschöpf kann von seinem Schöpfer kein Recht beanspruchen. Leben und Gnade sind ein Geschenk. Der Mann hat das Recht zu heiraten, aber er kann nicht verlangen, dass eine bestimmte Frau ihn heiratet, indem er ein bestimmtes Recht anruft. Jesus hat es frei gewählt Unter all seinen Jüngern stellten zwölf seine göttliche Autorität dar. Er erwählte diejenigen, die er wollte, es ist Gott, der wählte. Niemand kann das Heiligtum betreten, ohne gerufen zu werden. Wieder herrscht die säkularisierte Mentalität vor: man denkt wie Männer nicht wie Gott.“

„Der Priesterliche Zölibat“, fährt Müller im Interview mit „Il Foglio“ fort, „kann nur im Kontext der eschatologischen Mission Jesu verstanden werden, die eine neue Welt geschaffen hat. Es war eine neue Schöpfung. Mit den Kategorien des Säkularismus.“ man kann die Unauflöslichkeit der Ehe nicht verstehen, wie auch den Zölibat oder die Jungfräulichkeit der Orden, und man kann mit diesen Kategorien auch Probleme nicht lösen, die ihren Ursprung ausschließlich in der Glaubenskrise haben Es bedarf einer geistlichen und theologischen Vorbereitung, man muss in die Spiritualität der Apostel eintreten und nicht auf die weltlichen Organisationen achten, die aus Gründen, die völlig im Gegensatz zur Sendung der Kirche stehen, viel und in vielen Dingen beraten gebraucht, nicht Weltlichkeit. “

Und Kardinal Müller sieht Weltlichkeit auch darin, wie sich ein Teil der Kirche auf die Seite der Umweltideologie gestellt hat:

„Die Kirche gehört zu Jesus Christus und muss das Evangelium predigen und Hoffnung für das ewige Leben geben. Sie kann sich nicht zum Protagonisten irgendeiner Ideologie machen, sei es des ‚Geschlechts‘ oder des umweltbewussten Neopaganismus. Es ist gefährlich, wenn dies geschieht. Ich komme noch einmal darauf zurück Das Instrumentum Laboris, das für die Amazonas-Synode vorbereitet wurde, spricht in einem seiner Absätze von Mutter Erde, aber dies ist ein heidnischer Ausdruck: Die Erde kommt von Gott, und unsere Mutter im Glauben ist die Kirche. Wir sind gerechtfertigt durch Glauben, Hoffnung und Liebe, nicht durch Umweltschutz. Natürlich ist es wichtig, sich um die Schöpfung zu kümmern, schließlich leben wir in einem Garten, der von Gott gewollt ist. Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Was ist die Tatsache, dass für uns Gott ist wichtiger. Jesus gab sein Leben für die Rettung der Menschen, nicht des Planeten. “

„L’Osservatore Romano“, der einen Nachruf auf den „durch unsere Schuld“ gestorbenen isländischen Gletscher Okjökull veröffentlicht hat, kritisiert Müller: „Jesus wurde Mensch, kein Eiszapfen.“ Und er fährt fort:

„Natürlich kann die Kirche ihren eigenen Beitrag leisten, mit guter Ethik, sozialer Doktrin, mit dem Lehramt, unter Berufung auf anthropologische Prinzipien. Aber die erste Mission der Kirche besteht darin, Christus, den Sohn Gottes, zu predigen. Jesus hat Petrus nicht angewiesen, sich um sich selbst zu kümmern mit der Regierung des Römischen Reiches tritt er nicht in einen Dialog mit Cäsar, er hat sich auf Abstand gehalten, Petrus war kein Freund des Herodes oder des Pilatus, aber er erlitt ein Martyrium, die Zusammenarbeit mit einer legitimen Regierung ist gerecht, aber ohne zu vergessen, dass die Mission von Petrus und seinen Nachfolgern darin besteht, alle Gläubigen im Glauben an Christus zu vereinen, die nicht empfohlen haben, sich mit den Gewässern des Jordan oder der Vegetation von Galiläa zu befassen. “

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von L’Espresso .

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Quelle