Papst-Brief über Krippe als Vorbereitung auf Weihnachten

Der Papst in Greccio

Wie nach dem Angelusgebet an diesem 1. Adventssonntag angekündigt, begab sich Papst Franziskus am Sonntagnachmittag nach Greccio, um ein Apostolisches Schreiben über die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe zu unterzeichnen.

AKTUALISIERUNG vom 1. Dezember, 16.30 Uhr!

Bereits am Mittag erläuterte der Papst auf dem Petersplatz im Vatikan, dass er nach Greccio gehen wolle, „dem Ort, an dem der heilige Franziskus die erste Krippe gemacht hat“. Dort wolle er einen Brief über die Bedeutung und den Wert der Krippe unterschreiben. „Die Krippe ist ein einfaches und wunderbares Zeichen des christlichen Glaubens. Es ist ein kurzer Brief, der gut zur Vorbereitung auf Weihnachten geeignet ist. Begleite mich mit dem Gebet auf diesem Weg“, so der Papst nach dem Mittagsgebet.

In Greccio empfingen ihn die franziskanische Ordensgemeinschaft, Kinder und der zuständige Bischof von Rieti, Domenico Pompili. Den Ordensleuten bei der Grotte, wo die Weihnachtskrippe ausgestellt ist, sagte der Papst:

„Die größte Botschaft des heiligen Franziskus ist das Zeugnis und seine Bitte: ,Predigt das Evangelium, und wenn nötig auch mit Worten´, es geht nicht darum, Proselytismus zu betreiben. Es geht um die Bedürftigen, um die Sünder. Es geht um das Zeugnis. Gott hat uns aus der ,Erde´ erschaffen, wie es im Buch der Genesis heißt: Er hat uns Erde gemacht, wir sind Erde. Er verliebte sich in unserer Erde. Das ist das Zeugnis von Jesu Liebe. Denkt daran: Armut und Demut. Danke.“

Danach unterzeichnete der Papst das Schreiben „Admirabile signum“, in der es um die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe geht. „Wie viele Gedanken drängen sich in den Geist an diesem heiligen Ort! Und doch sind wir vor dem Felsen dieser Berge, die dem Heiligen Franziskus so teuer sind, aufgerufen, vor allem die Einfachheit wiederzuentdecken“, sagte der Papst in seiner Betrachtung bei der feierlichen Unterzeichnung seines Schreibens. Die Krippe, die der heilige Franziskus „auf engstem Raum“, in Anlehnung an die schmale Grotte von Bethlehem, zum ersten Mal herstellte, spreche für sich, führte Franziskus weiter aus. Mit der Weihnachtskrippe bestehe keine Notwendigkeit, Worte zu vervielfachen, „denn die Szene vor unseren Augen drückt die Weisheit aus, die wir brauchen, um das Wesentliche zu erfassen“, erinnerte der Papst weiter:

„Vor der Weihnachtskrippe entdecken wir, wie wichtig es für unser so oft hektisches Leben ist, Momente der Stille und des Gebets zu finden. Stille, um die Schönheit des Gesichts von Jesus, dem Kind, dem Sohn Gottes, zu betrachten, der in der Armut eines Stalls geboren wurde. Gebet, um das ,Dankeschön´ auszudrücken, das über dieses große Geschenk der Liebe, das uns gegeben wird, erstaunt ist.“

In diesem „einfachen und wunderbaren Zeichen“ der Weihnachtskrippe offenbare sich „das große Geheimnis unseres Glaubens“. Gott liebe jeden Menschen. Das sei die zentrale Botschaft der Krippe. Es handele sich um eine Tradition, die zur Volksfrömmigkeit gehöre und „von Generation zu Generation“ weitergegeben werde.

„Gott lässt uns nie allein; er begleitet uns mit seiner verborgenen Gegenwart, aber nicht unsichtbar. In jeder Situation, in Freude wie in Schmerz, ist er der Emmanuel, Gott mit uns. Wie die Hirten von Bethlehem nehmen wir die Einladung an, in die Grotte zu gehen, um das Zeichen zu sehen und zu erkennen, das Gott uns gegeben hat. Dann wird unser Herz voller Freude sein, und wir werden es dort hinbringen können, wo es Traurigkeit gibt; es wird voller Hoffnung sein, um mit denen geteilt zu werden, die es verloren haben.“

Zum Abschluss seiner kurzen Ansprache rief der Papst die Gläubigen auf, sich mit Maria zu identifizieren, die ihren Sohn in die Krippe gelegt habe, weil in einem Haus kein Platz war.

„Mit ihr und mit dem heiligen Josef, ihrem Mann, schauen wir auf das Jesuskind. Möge ihr Lächeln, das in der Nacht erblüht, Gleichgültigkeit zerstreuen und die Herzen für die Freude derer öffnen, die sich vom Vater im Himmel geliebt fühlen.“

(vatican news –mg)

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„245 Millionen Gründe“: Internationale Konferenz zur Christenverfolgung in Budapest

Patriarchen, Kardinäle, Priester, Politiker und viele weitere Christen aus der ganzen Welt bei der International Conference on Christian Persecution (ICCP) in Budapest. Foto: Alexey Gotovskiy / EWTN

BUDAPEST , 27 November, 2019 / 3:34 PM (CNA Deutsch).-

Zahlreiche Patriarchen, Kardinäle, Politiker und Christen aus der ganzen Welt sind diese Woche in Budapest zu einer Internationalen Konferenz zum Thema Christenverfolgung zusammengekommen.

Die International Conference on Christian Persecution (ICCP) bringt mittlerweile Teilnehmer aus über 40 Nationen zusammen.

„Wir haben 245 Millionen Gründe, hier zu sein. So viele Menschen werden täglich wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt“, sagte der ungarische Staatssekretär für die Hilfe verfolgter Christen, Tristan Azbej, am gestrigen 26. November zum Auftakt der ICCP-Tagung.

Azbej ist eine treibende Kraft hinter „Hungary Helps“, einer Regierungsinitiative zur Bereitstellung internationaler Hilfe speziell für verfolgte christliche Gemeinschaften im Nahen Osten – ein Engagement, mit dem sich Ungarn von den meisten anderen europäischen Regierungen unterscheidet.

Erzbischof Bashar Warda aus Erbil (Irak) sagte gegenüber CNA, er hoffe, dass mehr europäische Führungskräfte die Tatsache anerkennen – und darauf reagieren, dass Christen im Nahen Osten verfolgt werden.

„Ich appelliere an die europäischen Regierungschefs, die Tatsache anzuerkennen, dass Christen verfolgt werden, denn bis jetzt ist diese Stimme noch schwach“, sagte Warda. „Ungarn und Polen haben das Richtige getan, um deutlich und laut zu erklären: Christen werden verfolgt.“

Seit die ungarische Regierung 2017 die erste Internationale Konferenz zur Christenverfolgung einberufen hat, hat sich die ICCP-Veranstaltung auf 650 Teilnehmer aus über 40 Ländern verdoppelt.

„Was uns zusammenbringt, ist die Sache der verfolgten Christen im Nahen Osten und unsere Suche nach den Faktoren, die diese schrecklichen Situationen für die ältesten christlichen Gemeinschaften im Osten verursachen“, sagte Gewargis III., Patriarch der Assyrischen Ostkirche, auf der Konferenz.

Die ICCP-Tagung, die vom 26. bis 28. November stattfindet, zog zahlreiche syrische, irakische und libanesische Kirchenleiter an, darunter den Patriarchen der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien, Ignatius Aphrem II., den chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mosul, Najeeb Michaeel sowie Pfarrer Joseph Kassab, Leiter der Evangelischen Gemeinschaft von Syrien und Libanon.

Inoffizielle Gespräche fanden am „Tag Null“ der Konferenz zum Umgang mit Islamismus sowie die Rolle von NGOs bei der Unterstützung verfolgter Gemeinschaften statt.

Der Bischof und Primas der armenisch-orthodoxen Diözese von Damaskus, Armash Nalbandian, betonte in seiner Ansprache, dass die gezielte Verfolgung von Christen in Syrien immer noch eine sehr aktuelle Bedrohung ist.

„Vor nicht einmal einem Monat erschoss ein Schütze Pater Hovsep Bedoyan, den Leiter der armenisch-katholischen Gemeinde in Syrien und seinen Vater, Abraham Bedoyan, in Qamischli, nahe der Grenze zur Türkei.“

Der Angriff wurde vom Islamischen Staat (IS) für sich beansprucht, so Nalbandian.

„Die lokalen Medien berichteten von drei Bombenanschlägen in Qamischli, die am gleichen Tag des Attentats verübt und auch vom IS beansprucht wurden.“ Es stehe zu befürchten, dass auch dies koordinierte Angriffe auf Christen in der Stadt waren, fügte er hinzu.

Zu den katholischen Rednern auf der Konferenz gehören Kardinal Peter Erdő, Primas von Ungarn und Erzbischof von Budapest; Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Antoine Camilleri, apostolischer Nuntius in Äthiopien, Bischof Oliver Dashe Doeme von Maiduguri, Nigeria, Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto, Nigeria, und Erzbischof Ephram Yousif Mansoor aus Bagdad, der den syrisch-katholischen Patriarchen von Antiochien, Ignatius Joseph III. Younan, bei der Konferenz vertrat.

Der ungarische Premierminister Viktor Orban hielt eine Grundsatzrede auf der Konferenz. US-Präsident Donald Trump schrieb einen Brief an die Konferenzteilnehmer, der auf der Konferenz laut vorgelesen wurde.

Die ungarische und die US-amerikanische Regierung haben sich im November darauf geeinigt, gemeinsam Wiederaufbau-Projekte in Qaraqosh zu finanzieren, der größten Stadt im Irak mit einer christlichen Bevölkerungsmehrheit.

„Die Ungarn glauben, dass christliche Werte zu Frieden und Glück führen, und deshalb besagt unsere Verfassung, dass der Schutz des Christentums eine Verpflichtung für den ungarischen Staat ist. Das verpflichtet uns, christliche Gemeinschaften in der ganzen Welt zu schützen, die unter Verfolgung leiden“, sagte Orban.

„Die Ungarn machen 0,12% der Weltbevölkerung aus. Hat es einen Sinn, dass sich ein Land dieser Größe für den Schutz der Christen einsetzt? Unsere Antwort ist ja“, sagte der Premierminister.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original der CNA.

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Quelle

Kardinal Müller befürchtet in Lateinamerika einen Massenexodus aus der Kirche.

Kardinal Gerhard Müller zur Kirche in AmazonienKardinal Gerhard Müller warnt vor falsch verstandener Inkulturation. Foto: KNA

Kardinal Gerhard Ludwig Müller lehnt Kritik am Pachamama-Wurf in den Tiber ab. Ohne den Urheber der Aktion, Alexander Tschugguel, namentlich zu nennen, erklärte Müller kürzlich gegenüber dieser Zeitung. „Wenn die Hirten schlafen, schlägt die Stunde der Laien.“ Der Skandal bestehe in der Gotteslästerung, wenn in katholischen Kirchen und im Beisein von katholischen Gläubigen und ihren Hirten Geschöpfe oder von Menschenhand geschaffene Bilder aus Stein, Holz, Metall et cetera anstelle des einzigen und wahren Gottes angebetet werden.

Alttestamentliche Propheten waren viel rigoroser

Auf den Tiberwurf Tschugguels angesprochen, sagte der Kardinal, im Kampf gegen die Götzenbilder seien die alttestamentlichen Propheten viel rigoroser vorgegangen. Müller erinnerte auch an das Vorbild des Apostels der Deutschen: Der heilige Bonifatius habe aus dem Holz der gefällten Donareiche eine christliche Kapelle gebaut. Wörtlich stellte der Kardinal fest: „Im Zeitalter der Selbstsäkularisierung des Christentums hätten sicher einige Jünger – in fröhlicher Eintracht mit seinen Feinden, die ihn ans Kreuz brachten – nach der Tempelreinigung Christus wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung öffentlich angeklagt und strafrechtlich verfolgt. Sie hätten Jesus mangelnde Dialogbereitschaft attestiert, weil Er mit heiligem Eifer einschritt, als Geldwechsler und Tierhändler das Haus seines Vaters zu einer Markthalle machten.

Erneut übte der Kardinal scharfe Kritik an der Amazonas-Synode: „Das ganze – mit vielen Euros gesponserte – Treiben kann man nicht als Inkulturation verharmlosen oder als Zeichen des Respekts für andere Kulturen schönreden oder gar in bemalten weiblichen Fruchtbarkeitsfiguren ein Pro-Life-Symbol erkennen wollen.“

Müller grenzt Heiligenverehrung vom Pachamama-Kult ab

Die Bischöfe mahnte der Kardinal, sie sollten sich an das Beispiel des Apostels Paulus erinnern. Die Lykanonier hätten Paulus und Barnabas Opfer darbringen wollen, weil sie diese für die griechischen Götter Zeus und Hermes hielten. Paulus habe jedoch den Heiden geantwortet: „Wir bringen euch das Evangelium, damit ihr euch von diesen Nichtsen zu dem lebendigen Gott bekehrt, der den Himmel und die Erde geschaffen hat.“ Mit Nachdruck grenzte der Kardinal die katholische Bilder- und Heiligenverehrung vom Kult um die Pachamama ab. Heiligenbilder und -reliquien dienten nur der Erinnerung an die Heiligen, die als Zeugen der Gnade Gottes geehrt, aber nicht wie oder als Gott angebetet und verherrlicht würden, unterstrich der Kardinal. Die Grenzen der Inkulturationsfähigkeit der katholischen Kirche ergeben sich aus Sicht des Kardinals aus der Taufe. Wenn Menschen aus der Amazonasregion durch die Taufe zu Christus gehören, „können sie nicht innerhalb des katholisches Kultes Götzenverehrung betreiben“, stellte er klar. „Und wenn sie nicht katholisch sind, gehören sie nicht zur Kirche als Leib Christi und Tempel des Heiligen Geistes. Sie haben somit kein Recht, im liturgischen Kirchenraum mit ihren heidnischen oder nicht-katholischen Riten aufzutreten.“

Götzendienst gegenüber personifizierten Gewalten der Natur wie mythischen Gottheiten oder verabsolutierten endlichen Werten wie Geld, Macht und Prestige ruiniert aus Sicht des Kardinals jede Kultur. Müller erinnerte an das Pauluswort aus dem Epheserbrief: „Kein Götzendiener erhält ein Erbteil im Reich Christi und Gottes.“

Warnung vor Folgen falsch verstandener Inkulturation

Er warnte vor den Folgen einer falsch verstandenen Inkulturation: „Das ganze Trauerspiel wird viele aggressive antikatholische Sekten in Südamerika und anderswo in ihrer Polemik bestätigen, dass die Katholiken Götzendiener seien und dass der Papst, dem sie gehorchen, der Antichrist sei. Hunderttausende von Katholiken werden nun gerade im Amazonasgebiet und überall, wo die Videos von diesem römischen Spektakel gesehen wurden, die Kirche unter Protest verlassen. Hat man an diese Konsequenz gedacht oder nimmt man sie in Kauf?“

Zweifel äußerte der vormalige Präfekt der Glaubenskongregation, der Lateinamerika von zahlreichen Aufenthalten her kennt, an der Eignung ethnischer Symbole wie der Pachamama für die Neuevangelisierung. „Die Jungen dort interessieren sich sowieso nicht für die Pachamama, sondern vielmehr für Laptop und iPad. Soviel nur zur Zeitgemäßheit der Synodenmacher, deren Ideen sich in den 70er Jahren verfestigten.“ Aus dem im Matthäusevangelium dokumentierten Missionsbefehl Christi habe man „eine Karikatur“ gemacht.

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Prof. Jörg Meuthen, AFD, spricht im EU-Parlament – hören Sie ihm zu!

Nachklang Amazonien-Synode: Pachamama ist keine Götzenanbetung

Die Feier in den Vatikanischen Gärten (ANSA)

Der emeritierte Bischof von San Cristobal de las Casas in Mexiko, Felipe Arizmendi Esquivel, hat die Zeremonie in den Vatikanischen Gärten zur Eröffnung der Amazonien-Synode verteidigt. In einem Gastbeitrag für die Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“ geht er auf die Bedeutung der Figuren und Rituale der Indigenen ein.

Wie der emeritierte Bischof zu Beginn seines Beitrags festhielt, sorgte die Zeremonie, an der auch Papst Franziskus teilnahm, „für großes Aufsehen“. Einige hätten die Rituale und die verwendeten Figuren verurteilt und dies als Götzenverehrung angeprangert. Konkret ging es um eine angebliche Anbetung der „Mutter Erde“ und anderer „Gottheiten“, die man unter dem Begriff „Pachamama“ kennt.

Nun wendet Bischof Arzimendi ein, dass „nichts davon“ stimme. Es habe sich nicht um Göttinnen gehandelt und es habe auch kein Götzenkult stattgefunden. „Es waren Symbole der amazonischen Realitäten und Erfahrungen, die nicht nur kulturell, sondern auch religiös zu verstehen sind – aber das hat nichts mit Anbetung zu tun, denn die gebührt allein Gott“, präzisiert der Bischof.

Es sei eine „große Unverschämtheit“, den Papst als Götzendiener zu brandmarken, „denn das war er nicht, und er wird es auch nie sein“. Arzimendi erinnert auch daran, dass der Papst am Ende der Zeremonie in den Vatikanischen Gärten um eine kurze Ansprache gebeten worden sei – „und er sich darauf beschränkte, das Vaterunser zu beten“. „Es gibt keinen anderen Gott als unseren Vater im Himmel“, betont der Bischof in seinem Artikel.

Er habe vor Jahren ein Treffen des lateinamerikanischen Bischofsrats CELAM koordiniert, bei dem es um die verschiedenen Namen ging, die die Indigenen Gott geben, erzählt Arzimendi. Und auf seine Frage, ob die Indigenen Pachamama (Mutter Erde) und Inti (Vater Sonne) als Götter betrachteten, habe man ihm folgende schöne Antwort gegeben: „Das sind sie nur für die Indigenen, die nicht evangelisiert worden sind.“ Wer evangelisiert worden sei, der betrachte sie als „beste Gaben Gottes“, Zeichen der Liebe Gottes, und nicht als Gottheiten.

„Wenn ich in meiner früheren Diözese mit großer Zuneigung und Respekt von ,Mutter Erde´ reden hörte, fühlte ich mich dabei immer etwas unbehaglich, weil ich mir sagte: ,Meine einzigen Mütter sind meine Mutter, die Jungfrau Maria und die Kirche.´ Und wenn ich sah, dass die Indigenen niederknieten, um die Erde zu küssen, fühlte ich noch mehr Unbehagen. Aber je länger ich mit den Indigenen lebte, umso besser verstand ich, dass sie sie nicht als Göttin verehren, sondern dass sie sie schätzen, sie als wahre Mutter und Teil der Schöpfung betrachten. Schließlich ist es die Erde, die uns ernährt, uns Wasser, Luft und alles gibt, was wir zum Leben brauchen: sie betrachten sie also nicht als Göttin, sie beten sie nicht an – sie drücken nur ihren Respekt ihr gegenüber aus, und das tun sie, indem sie Gott im Gebet für sie danken.“

Im Aparecida-Dokument werde die Erde ebenfalls als „Mutter“ bezeichnet und zwar nach dem Beispiel des Heiligen Franz von Assisi, „der bestimmt kein Götzendiener war“, so Arzimendi. Und um jeden Zweifel an der Haltung des Papstes auszuräumen, genüge es, sich an das zu erinnern, was er in „Laudato si“ geschrieben habe. Dort heißt es, dass wenn man das Spiegelbild Gottes in allem, was existiert, wahrnehme, dann hege das Herz den Wunsch, „dem Herrn für alle seine Geschöpfe“ im Gebet zu danken.

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