Der Westen muss die verfolgten Christen retten

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Zerstörte Kirche / © KiN – KIRCHE IN NOT

Der weltliche, egalitäre Westen
leugnet seine christliche Vergangenheit und sein Erbe

Christen sind seit den Anfängen ihres Glaubens verfolgt worden und dies wird sich wohl so fortsetzen. Aber so paradox dies auch klingen mag: Das Christentum hat sich auch durch das Zeugnis der Märtyrer verbreitet. Obgleich sie in diesen Tagen nicht mehr den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden, erfahren einige harte Strafen für den Besitz einer Bibel, etwa in Saudi-Arabien; in Nordkorea werden sie deswegen sogar hingerichtet. Oder sie werden durch den Islamischen Staat in Syrien und im Irak gekreuzigt. Ihre Geschichten verdienen es, erzählt zu werden.

Es ist schwer zu schätzen, wie viele Christen in den früheren Jahrhunderten für ihren Glauben gestorben sind, aber die absoluten Zahlen sind in unserer Zeit gewiss höher. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. erklärte im Jahr 2010 zu Recht, dass die Christen aktuell die am meisten verfolgte Glaubensgruppe sind, und auch Papst Franziskus erwähnt diese Tatsache häufig.

Dies ist kein neues Phänomen. Im Jahre 1860 griffen Muslime Christen in Damaskus an und töteten Zehntausende von Zivilisten und zerstörten Hunderte von christlichen Dörfern und Kirchen. Der Kirchenstaat und westlichen Konsulate begannen sofort mit Maßnahmen zur Rettung des Christentums in der Levante. Allmählich intervenierten vor allem die westlichen Mächte Frankreich und Großbritannien, aber auch Russland, und drohten dem osmanischen Sultan mit Sanktionen, wenn er nicht sofort die Massaker aufhöre. Kriegsschiffe schossen im östlichen Mittelmeer und die Massaker stoppten innerhalb einer Woche.

Im Gegensatz dazu, als 21 koptische Christen in Libyen voriges Jahr enthauptet wurden, war die Reaktion des Westens beschämend, was jedoch nicht überraschte. Das Weiße Haus und der Élyséepalast verurteilten die Gewalt und die Verbrechen gegen Unschuldige. Aber in den Erklärungen wurde weder explizit erwähnt, dass die Mörder islamistische Extremisten waren, noch dass die Opfer, einfache Arbeiter, schlicht nur getötet wurden, weil sie Christen waren. Die Islamisten haben selbst ein Video herausgegeben, in dem sie unverblümt ihre Gefangenen als koptisch-orthodox identifizierten.

Nach dem Massaker verhängte die ägyptische Regierung drei Tage Staatstrauer und bombardierte die Positionen der Terrorgruppe in Libyen. Ägyptens Präsident versprach, dass eine Kirche in Erinnerung an die Märtyrer im Gouvernement Minya, der Heimat der Opfer, gebaut werden würde.

In Frankreich marschierten 3,5 Millionen Menschen, darunter rund 50 Staatsoberhäupter, aus Solidarität mit den Opfern von Charlie Hebdo, währenddessen kein Massenlauf wegen der libyschen Märtyrer organisiert wurde. Sogar nur wenige politische oder religiöse Führer drückten ihre Solidarität mit den verfolgten Christen aus.

Der weltliche, egalitäre Westen leugnet seine christliche Vergangenheit und sein Erbe und spielt sich selbst vor, dass Freiheit die Freiheit von christlichen Elementen bedeute. Die Zeichen der Entchristlichung sind im Alltag offensichtlich, indem christliche Stimmen aus dem öffentlichen Raum ausgeschlossen und – im Namen der Toleranz – sogar als Hassreden bezeichnet werden. Das kann nicht so weitergehen, wenn der Westen keinen Selbstmord begehen will.Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg brachte Wohlstand in Westeuropa, was zu einem Rückgang der Geburtenraten und einem wachsenden Bedarf an billigen Arbeitskräften führte. Die konsequente Liberalisierung der Einwanderungspolitik und die Bemühungen um die Wiedervereinigung der Familien führten zu einem starken Anstieg der Zahl der muslimischen Zuwanderer in Westeuropa – weit mehr als in Nordamerika. Die aktuelle demographische Entwicklung zeigt, dass Muslime in vielen europäischen Städten innerhalb einiger Jahrzehnte zur Mehrheit der Jugendlichen werden können.

Ölreiche arabische Monarchien liefern die Mittel, um den Einfluss islamischer Interessengruppen in der Bildung und in der Innen- und Außenpolitik der EU-Mitgliedstaaten zu erhöhen. Die Identitätskrise und die Säkularisierung der Christen machen das Thema noch schwieriger.

Europäische Christen reagieren nicht, auch wenn die Wahrheit auf ihrer Seite ist. Wann haben Sie etwa das letzte Mal von den vielen historischen Angriffen der Muslime gegen den Westen gehört?

Dies sind nur einige der vielen Gründe, warum einige der Muslime mit Migrationsgeschichte in der zweiten Generation durch extremistische muslimische Prediger radikalisiert wurden, die – Gegensatz zu Christen – wirklich Hass predigen. Der Westen sollte mehr über die Opfer christenfeindlicher Diktaturen (Nationalsozialismus, Kommunismus) reden, um dem säkularen Narrativ zu begegnen. Gerade christliche Medien sollten beständig die zahlreichen Menschen rund um den Erdkreis in den Fokus rücken, die mit alltäglichen Schwierigkeiten konfrontiert oder mit dem Tode bedroht sind, weil sie Christen bleiben wollen.

Vom Westen, post-christlich wie er hofft zu sein, kann aktuell nicht wirklich gesagt werden, dass er Menschenrechte schütze, wenn er nicht sicherstellt, dass Menschen ihren Glauben frei ausüben können. Wir, die wir in Europa leben, versagen in dieser Hinsicht und auch Staaten in den USA erweisen sich als unfähig, das Recht auf Gewissensfreiheit zu verteidigen. Die Alte und die Neue Welt, beide sollten aufwachen, da Islamisten Enthauptungen wie die in Libyen in den Strassen von London und Paris oder sogar in Nordamerika wiederholen könnten. Wer wird dann übrig sein, um zu den verfolgten Christen im Westen zu stehen?

Youssef Fakhouri (29) ist Ungar, dessen Großeltern aus dem Libanon nach Europa kamen. ZENIT hat den Beitrag, erstmals erschienen in „The Catholic Thing“, aus dem Englischen übersetzt und gekürzt.

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Quelle

Bericht sieht religiösen Hass in „nie dagewesenem Ausmaß“

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Der Bericht zur Religionsfreiheit warnt vor den globalen Auswirkungen „eines neuen Phänomens religiös-motivierter Gewalt“. Ein „islamistischer Hyper-Extremismus“ töte, zerstöre und mache Menschen heimatlos.

Studie warnt vor Eliminierung religiöser Vielfalt durch „islamistischen Hyper-Extremismus“.

Religiöser Hass in nie dagewesenem Ausmaß bedroht zunehmend den Weltfrieden. Zu diesem Schluss kommt eine am Dienstag, 15. November 2016 in München veröffentlichte Studie des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“. Der Bericht zur Religionsfreiheit warnt vor den globalen Auswirkungen „eines neuen Phänomens religiös-motivierter Gewalt“. Ein „islamistischer Hyper-Extremismus“ töte, zerstöre und mache Menschen heimatlos.

Zu den zentralen Merkmalen dieser neuen Dimension von Extremismus gehörten systematische Versuche, andersdenkende Gruppen zu verjagen, heißt es in der Mitteilung. Dazu kämen beispiellose Grausamkeit, ein globales Agieren und der effiziente Einsatz der sozialen Medien. Diese würden häufig zur Gewaltverherrlichung genutzt. In den vergangenen zwei Jahren hat es laut Studie in jedem fünften Land der Welt Anschläge gegeben, die mit Hyper-Extremismus in Verbindung zu bringen seien. Betroffen gewesen seien Länder von Australien bis Schweden sowie 17 afrikanische Staaten.

 

Verfolgung durch IS als Völkermord einstufen

Die Autoren verlangen, die Verfolgungen religiöser Minderheiten durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) als Völkermord einzustufen. Zugleich warnen sie vor einem breit angelegten Versuch, Pluralismus durch eine religiöse Monokultur zu ersetzen. Die Studie über die Beachtung der Religionsfreiheit in 196 Ländern kommt zu dem Ergebnis, dass der islamistische Hyper-Extremismus in Teilen des Nahen Ostens alle Formen religiöser Vielfalt eliminiere. Die Gefahr sei groß, dass dies auch in Teilen Afrikas und Asiens geschehe.

Der alle zwei Jahre veröffentlichte Bericht stützt sich nach den Angaben von „Kirche in Not“ auf Untersuchungen von Journalisten, Wissenschaftlern und Seelsorgern. Entgegen der weitläufig vertretenen Ansicht liege die Schuld für die Verfolgung religiöser Minderheiten nicht nur bei den Regierungen, hieß es. Stattdessen seien in zwölf der 23 am stärksten betroffenen Ländern zunehmend nicht-staatlich militante Gruppen verantwortlich.

Die Religionsfreiheit wird laut Studie aber auch durch ein „erneutes hartes Durchgreifen“ gegen religiöse Gruppen in Ländern wie China und Turkmenistan bedroht. Dazu komme eine fortwährende Missachtung der Menschenrechte für Gläubige in Nordkorea und Eritrea. Erfreuliches sei indes aus Bhutan, Ägypten und Katar zu berichten. Dort hätten religiöse Minderheiten zuletzt bessere Möglichkeiten bekommen, ihren Glauben zu praktizieren.

 

erstellt von: red/kap

„Wir töten Euch alle“

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IS Graffiti, Batnaya, Iraq / © KiN – KIRCHE IN NOT

IS Graffiti auf Deutsch in wiedererobertem Dorf in Irak gefunden

Verschiedene Fotos, die von Stephen Rasche, einem Anwalt der chaldäisch-katholische Erzdiözese von Erbil, an die internationale Hilfsorganisation KIRCHE IN NOT (ACN) geschickt wurden, dokumentieren die Präsenz von Extremisten aus europäischen Ländern unter der ISIS. Die Fotos zeigen Graffiti in deutscher Sprache und wurden in Batnaya – einer kleinen Stadt in der Ninive-Ebene, 15 km von Mosul entfernt – aufgenommen. Bei der Übernahme durch die Terroristen im August 2014 lebten dort nach Angaben des damals dort tätigen Priesters Fr. Steven Esam ca. 850 christliche Familien.

In den Inschriften werden die Christen als “Kreuzsklaven“ beschimpft und mit dem Tode bedroht. Und weiter steht dort: „Dieses Landes ist islamische Land,  ihr Schmuzigen, das Ihr gehört nicht dahin.“ [Fehler im Original] Und auf einer weiteren Inschrift steht: „Entweder gehst du raus, oder wir töten dich“.

Stephen Rasche schrieb an die päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT zu den Bildern: „Das Wichtigste ist das hohe Maß der Zerstörung zu zeigen, um zu verstehen, was es sich ereignet hat und wie gefährlich es noch ist, zurückzukehren. Außerdem möchte ich durch das Zeigen der Zerstörung und der Entweihung unserer heiligen Plätzen der Welt nahebringen, welche Angst und Furcht unsere eigene Leute gerade empfinden, wenn sie überlegen müssen, ob sie später zurückkehren wollen.“

Weitere Bilder wurden in der benachbarten Stadt Karamles (auch Karemlash, Karamlash, Karemles, Karemlish) rund 29 Kilometer südöstlich von Mosul aufgenommen. Die Bilder zeigen das brutale Vorgehen der Terroristen. Abgesehen von zertrümmerten und entweihten Kirchen, zerbrochenen und verstümmelten Statuen von Heiligen ist KIRCHE IN NOT besonders erschüttert über die Schändung des Grabes eines katholischen Priesters. Stephen  Rasche erklärt dazu: „Das Grab eines unseres Priesters wurde aufgegraben und der Leichnam herausgeholt, wir haben seine Gewänder und den Deckel des Sarges gefunden, aber vom Leichnam war keine Spur zu finden.“  Wie das katholische Hilfswerk erfahren hat, handelt es sich um den 2009 verstorbenen  Priester Salem Ganni, einen Verwandten des 2007 in Mosul erschossenen 34-jährigen Priesters Ragheed Ganni.

Seit 2014 hat KIRCHE IN NOT die Christen im Irak mit mehr als 20 Millionen Euro für Nothilfeprojekte, Schulausbildung, Nahrungsmittel und Lebensunterhalt für die Vertriebenen unterstützt.

(Quelle: Pressemitteilung KiN Österreich)

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Bischof Hanke unterstützt Bürgerinitiative zum Schutz von Ehe und Familie

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Die europäische Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ unterstützt der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke. Das teilt der Pressedienst der Diözese mit.

Mit seiner Unterschrift schließe sich der Bischof der Forderung nach einer EU-Verordnung an, mit der Ehe und Familie geschützt werden sollen.

Bischof Hanke betonte, dass auf dem christlichen Menschenbild auch ein entsprechendes Verständnis von Ehe und Familie aufgebaut ist:

„Heute wird in der Europäischen Union viel über die Förderung von Ehe und Familie geredet, aber jeder versteht darunter etwas anderes. Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter und Kind“ möchte Ehe und Familie europaweit so definieren, dass sie mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt: Ehe als Lebensbund von Mann und Frau, Familie als Gemeinschaft, die auf der Ehe basiert. Ich hoffe, dass viele Gläubige diese wichtige europäische Initiative unterstützen“.

Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ lädt europaweit ein, sich in Unterschriftenlisten einzutragen und so für den Schutz der Ehe und Familie einzutreten.

Neben anderen Bischöfen gehört auch Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, zu den Unterstützern. Die Initative wirbt auch in den Sozialen Medien für Unterschriften und Unterstützung.

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Das internationale Hilfswerk Kirche in Not hat einen Video-Aufruf zur Initiative veröffentlicht:

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EICHSTÄTT , 26 October, 2016 / 5:53 PM (CNA Deutsch).-

Papst wünscht stärkere Präsenz der Frauen in den Gesellschaften des Nahen Ostens

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Irakische Christen, Ankawa / © KiN – KIRCHE IN NOT

Telegramm an den Erzbischof Francesco Cacucci von Bari, anlässlich der 2. Internationalen Konferenz der Frauen im Nahen Osten und im Mittelmeerraum

Papst Franziskus hat erneut für eine stärkere Präsenz der Frauen in der Gesellschaft des Mittleren Ostens plädiert. Seinen Appell sandte er ins italienische Bari an die Zweite Internationale Konferenz der Frauen im Nahen Osten und im Mittelmeerraum, die Mittwoch begonnen hat und bis Sonntag noch andauert. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Frauen stiften Frieden für eine Kultur der Begegnung und des Dialogs“ und wird von der Weltunion der Organisationen katholischer Frauen (WUCWO) und dem Internationalen Forum Katholische Aktion (FIAC) organisiert.

In einem Telegramm an den Erzbischof Francesco Cacucci von Bari, das Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin diesem sandte, spricht sich Franziskus dafür aus,“die Präsenz von Frauen und ihre Wirkung“ in den Regionen des Mittleren Ostens und des Mittelmeers zu intensivieren. Er ermutigt dazu, Gelegenheiten der Begegnung, der Erfahrung und des Dialogs zu suchen.

Der Papst wünscht zudem, dass das gemeinsame Engagement beim Aufbau einer Zukunft des Wohlstands und des Friedens reiche Früchte der menschlichen und sozialen Entwicklung hervorbringe und zur Versöhnung zwischen den Menschen und zu einer neuen Eintracht zwischen den Völkern beitrage.

Im Rahmen des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit erinnerte er alle daran, großzügig die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit zu üben und wünschte der Initiative das Beste. Er begrüße herzlich alle Frauen, vor allem diejenigen, die aus dem Nahen Osten und aus Ländern kommen, die unter sozialen Konflikten, Armut und Diskriminierung leiden.

Schließlich wünschte der Papst ihnen, für ein fruchtbares Nachdenken das Licht des Heiligen Geistes und er gab allen Beteiligten seinen Apostolischen Segen.

Die erste derartige Konferenz wurde im Jahr 2013 in Amman (Jordanien) abgehalten. Der WUCWO-Präsidentin Maria Giovanna Ruggieri zufolge ging es darum, Frauen verschiedener Religionen und Kulturen anzuhören, die sich vielleicht allzu ruhig, täglich für Dialog, gegenseitige Fürsorge, Respekt und Versöhnung engagierten.

Frauen tragen einen Großteil der Verantwortung für die Erziehung der Kinder, betonte sie im Gespräch mit Radio Vatikan. In den kirchlichen Gemeinschaften hätten die Frauen eine große Verantwortung im Hinblick auf die Erziehung der Jugend, denn so könnten sie die Kultur beeinflussen und die nächste Generation zum Zusammenleben in der Vielfalt erziehen.

In diesem Jahr spricht eine jordanische Journalistin über ihren Einsatz für die Achtung der Vielfalt der Kulturen und Religionen. Eine Irakerin stellt ihre Initiative vor, mit der sie für die Menschenrechte kämpft und die Anhänger unterschiedlicher Konfessionen zusammenführt. Während der Konferenz wird es eine Zeit des ökumenischen Gebets für den Frieden in Syrien und im gesamten Nahen Osten in der Krypta der Basilika von San Nicola geben. (mk)

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Syrien: „Ohne Bildung wächst die nächste IS-Generation heran“

Belgium, 10th to 12th October 2016: Brussels (European Union) Meeting with the Vice-president of the European Parliament Mr. Antonio Tajani and a group of MEPs heading the different political party groups. Present the children’s letters and pictures from Syria to the political leaders in Brussels. Over the last few days, more than one million Syrian children in over 2,000 schools across the country have signed an appeal for peace, written letters to political decision makers and made drawings. On the left: Metropolitan George Abdou Zakhem of Homs, Patriarch H.B. Gregorius III - Gregory III Laham Greek Melkite of Antioch, Syriac Orthodox Archbishop Selwanos Boutros Al-Neme, Fr. Dr. Andrzej Halemba Fr. Andrzej Halemba (Head of ACN’s Middle East department) and Mark von Riedemann und Marcela Szymanski (second row)

Belgium, 10th to 12th October 2016: Brussels (European Union)
Meeting with the Vice-president of the European Parliament Mr. Antonio Tajani and a group of MEPs heading the different political party groups.
Present the children’s letters and pictures from Syria to the political leaders in Brussels.
Over the last few days, more than one million Syrian children in over 2,000 schools across the country have signed an appeal for peace, written letters to political decision makers and made drawings.
On the left: Metropolitan George Abdou Zakhem of Homs, Patriarch H.B. Gregorius III – Gregory III Laham Greek Melkite of Antioch, Syriac Orthodox Archbishop Selwanos Boutros Al-Neme, Fr. Dr. Andrzej Halemba Fr. Andrzej Halemba (Head of ACN’s Middle East department) and Mark von Riedemann und Marcela Szymanski (second row)

Vergangene Woche haben hochrangige Kirchenvertreter aus Syrien Bilder und Botschaften von 1,2 Millionen syrischen Kindern an Spitzenvertreter der Europäischen Union und der Vereinten Nationen übergeben. Darin bittet die junge Generation die Weltgemeinschaft um ein Ende des Sterbens, mehr Sicherheit und bessere Bildungschancen. Die Bilder waren bei einem landesweiten Gebets- und Aktionstag unter dem Motto „Frieden für Kinder“ entstanden, der in mehreren syrischen Städten wie Homs, Aleppo und Damaskus durchgeführt wurde. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hatte die Veranstaltung zusammen mit orthodoxen Kirchenvertretern initiiert.

Als „Botschafter der Kinder“ waren das Oberhaupt der melkitischen griechisch-katholischen Kirche, Patriarch Gregorius III. Laham, der Metropolit der griechisch-orthodoxen Kirche, George Abou-Zakhem, sowie der syrisch-orthodoxe Bischof Silvanos Petros Al-Nemeh zu Institutionen der Europäischen Union und der Vereinten Nationen gereist.

In Brüssel traf die Delegation unter anderem mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz zusammen. „Es wird nur dann Frieden in Syrien geben, wenn die Weltgemeinschaft sich endlich wieder an einen Tisch setzt. Nur so können Sicherheit und Stabilität wiederhergestellt werden. Aber Frieden kann nicht von außen befohlen werden, er muss in den Herzen beginnen – und das zu vermitteln, ist und bleibt die Aufgabe der Kirchen“, sagte Patriarch Gregorius beim Gespräch mit Schulz.

Dieser hob hervor, dass die EU mit großer Sorge die Situation in Syrien verfolge. „Es ist für uns wichtig, eine Innenansicht des Kriegsgeschehens und der Situation der Menschen in Syrien zu bekommen. Ihr Besuch hat bei allen Gesprächspartnern einen tiefen Eindruck hinterlassen.“ Schulz dankte den Kirchen für die humanitäre Hilfe und ihren Friedenseinsatz.

Am Sitz der Vereinten Nationen in Genf trafen die Bischöfe mit dem Hochkommissar für Menschenrechte, Prinz Zaid Al-Hussain, und dem Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, zusammen. Dabei lag der Fokus auf einer intensiveren Zusammenarbeit der Kirchen mit den UN-Institutionen vor Ort. „Die Vereinten Nationen brauchen die Kirchen als Friedensbotschafter, denn sie erreichen die Herzen der Menschen“, hob Grandi hervor.

Auf die hohe Bedeutung der Christen für die syrische Gesellschaft ging Metropolit George Abou-Zakhem ein. „Christen wird auch von den muslimischen Nachbarn großes Vertrauen entgegengebracht. Das erleben wir auch jetzt bei unseren Hilfsaktionen. Man kann sagen, dass wir der ,Kitt‘ der syrischen Gesellschaft sind.“ Aufgabe der Kirchen sei es, die Spaltungen der Kriegsparteien zu überwinden und so den Weg für Frieden zu bereiten. So geschehe es zum Beispiel in seiner Bischofsstadt Homs, wo man eng mit den Muslimen zusammenarbeite. Im Frühjahr und Sommer wurden Stadt und Region Homs von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ befreit. Viele Menschen kehrten jetzt in ihre Heimat zurück. Die Kirche unterstütze Christen wie Muslime gleichermaßen. „Wir erleben, wie das soziale Leben wieder zu blühen beginnt. Das muss auch für die anderen Regionen möglich werden“, sagte Abou-Zakhem.

Bischof Silvanos Petros Al-Nemeh fügte hinzu: „Die Präsenz der Christen überall im Land ist die Garantie dafür, dass die Einheit Syriens erhalten bleibt.“ Das wirksamste Mittel, den IS zu bekämpfen, sei Bildung. „Ohne Schulen wächst die nächste Generation des IS heran. Die Kirchen bauen überall im Land die Schulen wieder auf. Sie sind offen für jeden.“ Über 90 Prozent der Schüler in kirchlichen Schulen seien Muslime, „denn die Eltern schätzen die Qualität unserer Ausbildung und wollen, dass ihre Kinder gemeinsam mit Christen aufwachsen“, erklärte Al-Nemeh.

Derzeit können nach Informationen der Oxford Research Group mehr als zwei Millionen syrische Kinder aufgrund des Krieges keine Schule besuchen. „Die Kirchen sind in einigen Regionen die einzigen, die Unterricht organisieren und der notleidenden Bevölkerung effektiv helfen“, erklärte der Nahost-Experte von „Kirche in Not“, Andrzej Halemba. Auch viele Hilfsorganisationen hätten sich aus Sicherheitsbedenken aus den umkämpften Gebieten zurückgezogen. Umso wichtiger sei es deshalb, die kirchlichen Einrichtungen zu unterstützen, so Halemba. „Nur wenn wir vor Ort helfen, können wir verhindern, dass noch mehr Menschen flüchten müssen.“

„Kirche in Not“ hat seit Beginn des Syrienkriegs Hilfen in Höhe von 14,6 Millionen Euro geleistet. Damit werden unter anderem Lebensmittelpakete, Medikamente, Babynahrung und Wohnraum für kinderreiche Familien finanziert. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Wiederaufbau zerstörter Kirchen und Klöster sowie die Arbeit der christlichen Schulen.

Um weiter in der Kriegsregion helfen zu können, bittet das Hilfswerk um Spenden – online unter www.spendenhut.de oder an folgendes Spendenkonto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Syrien

(Quelle: Pressemitteilung KiN)

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„Welt braucht Revolution gegen Gewalt“

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Pater Jacques Mourad / © KiN – KIRCHE IN NOT

Syrischer Ordensmann war fünf Monate Geisel des IS – und setzt sich dennoch für Versöhnung ein

Pater Jacques Mourad gehört der syrischen Ordensgemeinschaft „Mar Mousa al-habashi“ („Heiliger Moses von Abessinien“) an. Er war Prior des Kloster Mar Elian, einem Wallfahrtszentrum nahe der Stadt Karjatain. Im Mai 2015 wurde Mourad von Kämpfern des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) entführt. Sein Kloster wurde zu einem großen Teil zerstört. Das Schicksal von Jacques Mourad erlangte deutschlandweit Aufmerksamkeit, als ihn Schriftsteller Navid Kermani bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Oktober 2015 als „Freund“ und „Kämpfer für Versöhnung“ würdigte. Zu diesem Zeitpunkt war Mourad bereits frei. Heute hält er sich in Europa auf, „als Heimatloser unter Heimatlosen“, wie er selbst sagt. Er setzt alles daran, sein zerstörtes Kloster wiederaufzubauen und der notleidenden Bevölkerung zu helfen. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt ihn dabei. Vor kurzem war er im deutschen Büro des Hilfswerks zu Gast. Berthold Pelster hat mit ihm über sein Schicksal und die aktuelle Situation in Syrien gesprochen.

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Pater Jacques, im Mai 2015 wurden Sie zusammen mit einem angehenden Mitbruder von der Terrormiliz IS entführt und in die Wüste verschleppt. Was war der Auslöser?

Mourad: Ich denke, es gab zwei Gründe für meine Entführung: Der IS wollte der Bevölkerung Angst einjagen, um so jeden Widerstand im Keim zu ersticken. Und ich habe als Prior in der Stadtgesellschaft von Karjatain eine wesentliche Rolle gespielt. Unser Kloster bedeutet den Bewohnern sehr viel, Christen und Muslimen. Die Menschen fühlen sich dort wie zu Hause. Und das stört den IS. Es ist für seine Anhänger eine Blasphemie, das dort das Grab des heiligen Elian verehrt wird. Als die Terrormiliz Karjatain erobert hat, haben sie als erstes den Friedhof zerstört. Das geschah an vielen anderen Orten in Syrien genauso.

Sie haben es angesprochen: Im August 2015 wurde die Stadt Karjatain vom IS erobert. Rund 250 Christen aus Ihrer Gemeinde wurden verschleppt….

Diese 250 Christen, das waren ganze Familien, Kinder, behinderte, alte und kranke Menschen… Darunter war auch eine krebskranke Frau. Wir haben den IS angefleht, ihr Medikamente zu besorgen. Aber das war umsonst. Die Frau starb. Das war Folter. Sie haben die Menschen nicht physisch gefoltert, aber psychisch. Die Terroristen wollten unseren Lebenswillen zerstören.

Wie wurden Sie in der Gefangenschaft behandelt?

Es gab sehr schwere Tage voller Gewalt, und dann wurde ich wieder in Ruhe gelassen. Aber Basis der andauernden psychischen Folter der IS-Schergen war der Satz: „Entweder du konvertierst zum Islam, oder wir schlagen dir den Kopf ab!“

Im Oktober 2015, nach über fünf Monaten, gelang Ihnen die Flucht. Wie haben Sie das geschafft?

Das war eigentlich ganz einfach: Wir waren mittlerweile nach Karjatain zurückgebracht worden. Ich habe einen muslimischen Freund dort gefragt, ob er mich mit seinem Motorrad in Sicherheit bringt. Und dann sind wir losgefahren, quer durch die Wüste. Es ist wie durch ein Wunder nichts passiert.

Und wie sieht es mit den anderen entführten Christen aus? Konnten sie auch ihre Freiheit zurückgewinnen?

Das war einer der Gründe, warum ich geflohen bin: Ich wollte eine Möglichkeit finden, den anderen Christen zur Flucht zu verhelfen. Und das haben wir geschafft. Drei Tage später haben wir 58 Personen befreien können. Nach und nach konnten alle christlichen Geiseln durch die Wüste fliehen – immer mit Hilfe von muslimischen Freunden und Nachbarn!

Anfang April 2016 wurde Karjatain schließlich vom IS befreit. Wie ist die Lage dort?

Die Stadt ist zwar vom IS befreit. Aber ein normaler Alltag ist dort noch immer unmöglich. Die meisten Häuser sind zerstört. Immerhin gibt es mittlerweile wieder Strom und Wasser. Dennoch sind die meisten Menschen noch nicht nach Karjatain zurückgekehrt. Die Angst, dass der IS zurückkommt, ist groß.

In welchem Zustand befindet sich Ihr Kloster Mar Elian?

Der alte Teil des Klosters ist fast völlig zerstört, auch die Kapelle, wo sich der Schrein des heiligen Elian befand. Auch die neueren Gebäude sind in einem furchtbaren Zustand. Wir haben sie erst in den letzten 15 Jahren mithilfe von „Kirche in Not“ gebaut. Es tut mir in der Seele weh, dass es so gekommen ist. Aber ich hoffe, dass wir nochmal von vorne anfangen können.

Der Krieg in Syrien geht unvermindert weiter. Friedensverhandlungen sind wiederholt gescheitert. Viele Menschen fliehen – unter ihnen auch Christen. Wie groß ist die Gefahr, dass das Christentum im Nahen Osten ausgelöscht wird?

Die Auslöschung ist längst Realität. Schon heute gibt es im Irak und in Syrien Gegenden, in denen keine Christen mehr leben. Danke an Deutschland und Europa, die mit Großzügigkeit und Liebe viele Flüchtlinge aufnehmen. Aber die Menschen fliehen nicht freiwillig. Sie haben keine andere Wahl. Das gilt besonders für die Christen in Syrien, denn wir sind eine kleine Minderheit. Die Gewalt, die in Syrien herrscht, ist unerträglich. Ich verstehe nicht, warum die anderen Staaten die Realität nicht sehen wollen und keine Entscheidung treffen. Die Welt muss endlich reagieren!

Wie sollte eine solche Reaktion aussehen?

Wenn die Welt es tatsächlich ernst meint und die Fanatiker stoppen will, dann muss sie aufhören, mit Saudi-Arabien Geschäfte zu machen. Denn von dort kommen das Geld und die Waffen für den IS. Die Bombardierungen bringen gar nichts. Seit Jahren bombardieren die USA und Russland Syrien und den Irak. Und was haben sie erreicht? Haben sie die Gewalt der Terroristen gestoppt? Überhaupt nicht!

Was kann die Weltgemeinschaft stattdessen tun?

Die Lösung kann nicht darin bestehen, diejenigen, die uns verfolgen, zu eliminieren. Der Dialog mit dem Islam ist die einzige Möglichkeit, die Extremisten zu stoppen. Das ist meine ganz persönliche Erfahrung. Wir, die Christen meiner Gemeinde, haben uns trotz der Gefahr entschlossen, keine Gewalt anzuwenden. Deshalb sind wir noch am Leben. Das hat uns ein Anführer des IS genauso gesagt: „Ihr ,Leute des Buches‘ [Bezeichnung im Koran für Juden und Christen; Anm. d. Red.]  wendet nicht einmal uns gegenüber Gewalt an.“ Das hat uns das Leben gerettet.

Der Beitrag der Christen in diesem Krieg sollte also Gewaltlosigkeit und Dialog sein?

Im Frühjahr dieses Jahres hatte ich bei einem Gottesdienst folgende Eingebung: Unsere Welt braucht eine Revolution gegen die Gewalt. Nur dann kann sie Frieden finden. Wir wollen Werkzeuge des Friedens sein. So haben wir es in Mar Elian getan – ohne Ansehen der Person oder Religion. Unsere Arbeit wäre nicht möglich geworden ohne unsere Freunde von „Kirche in Not“. Dank Ihrer Unterstützung konnten wir Menschen vor dem Tod bewahren. Wir konnten sie mit Medikamenten versorgen, ihre Häuser wiederaufbauen, Familien Lebensmittel zur Verfügung stellen. Ihre Hilfe ist ein wichtiges Hoffnungszeichen für uns.

„Kirche in Not“ hat seit Beginn des Syrienkriegs Projekte in Höhe von 14,6 Millionen Euro unterstützt, die der notleidenden Bevölkerung zugutekommen. Auch in den Nachbarländern, insbesondere im Irak, hilft „Kirche in Not“ in den Flüchtlingscamps beträchtlich, damit die Menschen eine Zukunft in ihrer Heimatregion haben. Um weiter der notleidenden Bevölkerung beistehen zu können, bittet das Hilfswerk um Spenden – online unter www.spendenhut.de oder an folgendes Spendenkonto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Syrien

(Quelle: KiN)