„Einen Fürsprecher auf Erden verloren, aber einen im Himmel gewonnen”

Kardinal Meisner, Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ 2015 / © ACN

Nachruf von Karin Maria Fenbert,
Geschäftsführerin von „Kirche in Not“ Deutschland,
zum Tod von Joachim Kardinal Meisner

Die Päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ hat der Tod Joachim Kardinal Meisners tief getroffen. Wir trauern um einen hochgeschätzten Freund unseres Werkes.

Kardinal Meisner verband eine lebenslange und intensive Freundschaft mit dem Gründer von „Kirche in Not“, Pater Werenfried van Straaten OPraem. Beiden war die Sorge um die verfolgte und notleidende Kirche hinter dem Eisernen Vorhang und weltweit ein Herzensanliegen. Beide verband die Treue und Liebe zum Papst, insbesondere zum heiligen Johannes Paul II. Mit ihm arbeiteten sie intensiv zusammen – verschieden in der Position, geeint in der Mission. Beide verband die Liebe zur Wahrheit des Evangeliums und zum klaren, eindeutigen Wort. Daran nahmen die einen Anstoß, den anderen gab es Orientierung im Meer der Meinungen und Parolen. Auch deshalb wird uns Kardinal Meisner sehr fehlen, gerade jetzt.

Als gebürtiger Schlesier teilte Kardinal Meisner das Los von Millionen heimatvertriebenen Deutschen. Ein Los, das unseren Gründer Pater Werenfried vor genau 70 Jahren bewog, mit einer gigantischen Hilfsaktion den leiblichen wie geistlichen Hunger der Entwurzelten zu stillen. Einer von ihnen war Joachim Meisner, wie er selbst wiederholt erzählte: Als 14-Jähriger hörte er in der thüringischen Diaspora zum ersten Mal vom „Speckpater“ Werenfried van Straaten. Die Unterstützung eines Niederländers für die ehemaligen deutschen Feinde nach dem noch nicht vernarbten Krieg rührte ihn derart, dass er das Foto des Gründers von „Kirche in Not“ ausschnitt und an die Wand seines kärglichen Mansardenzimmers hing, neben das der Bischöfe Alojzije Stepinac und József Mindszenty – beide Märtyrer der kommunistischen Kirchenverfolgung hinter dem Eisernen Vorhang. In der Rückschau bekannte Meisner einmal: „Das großartige Werk ,Kirche in Not‘ ist nicht zuerst unter die großen Hilfswerke der katholischen Kirche in Europa zu zählen, sondern es gehört zu den geistlichen Bewegungen, die in der Kirche nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges aufgebrochen sind.“

Als aus dem jungen Heimatvertrieben Meisner ein Priester und Bischof in der Diktatur der DDR geworden war, sind er und der „Speckpater“ sich häufig begegnet. Gemeinsam versuchten sie der verfolgten Kirche im Kommunismus und in vielen anderen Regionen der Welt zu helfen – so diskret wie möglich, aber so konkret wie nötig.

Als Mauer und Stacheldraht fielen, war Kardinal Meisner bereits Erzbischof von Köln. Über die Freude an der wiedergewonnenen Freiheit mischte sich die Sorge um Gottesvergessenheit, moralische Beliebigkeit und einen menschenvergessenen Materialismus. Diese Einsicht, zusammen mit der Sorge um die Neuevangelisierung Europas, war ein weiteres einigendes Band zwischen Kardinal Meisner, Papst Johannes Paul II. und dem Gründer unseres Werkes. Dieses Band übersteht den Tod. Als Pater Werenfried im Jahr 2003 starb, war es Kardinal Meisner, der unserem Werk wertvolle Impulse gab, um das Charisma des Ursprungs weiterzutragen.

So zelebrierte der Erzbischof in seiner Kölner Kathedrale Jahr für Jahr bis zu seiner Emeritierung 2014 einen Gedenkgottesdienst für den Gründer von „Kirche in Not“ und erinnerte die anwesenden Wohltäter in mitreißenden Predigten an das Erbe Pater Werenfrieds. In einer dieser Predigten sagte er: „Gottes Werkzeuge sind oft arm und verachtet. Kaum jemand kennt ihren Namen. Aber sie wirken große Dinge, wenn sie glauben. Wir sind mit der Gnade Gottes einem solchen Giganten des Reiches Gottes in Pater Werenfried auf die Spur gekommen.“ Nun dürfen wir auch von Kardinal Meisner sagen: Ein ganz Großer der Kirche in Deutschland und weit darüber hinaus ist heimgekehrt in das Vaterhaus.

Ein gern gesehener, regelmäßiger Teilnehmer war Kardinal Meisner auch bei den Kongressen „Treffpunkt Weltkirche“, die „Kirche in Not“ seit 2004 veranstaltet. Seine klare Analyse der Zeichen der Zeit, seine unverkürzte, lehramtstreue Verkündigung und seine zugewandte, offene Art haben ihn dort wie auch bei anderen Gelegenheiten die Herzen vieler Menschen gewinnen lassen.

2016 war Kardinal Meisner zum letzten Mal bei „Kirche in Not“ zu Gast. Auf einem Begegnungstag in Köln sprach er über die Bedeutung der Marienerscheinungen von Fatima für den Fall der Mauer – auch dies ein Thema, dass ihn als ehemaligen Bischof des geteilten Berlin mit dem Papst aus Polen und dem „Speckpater“ aus den Niederlanden verband. Dass er jetzt im Fatima-Jahr verstorben ist, sei ihm persönliche Erfüllung der Verheißung, der er ein Leben lang geglaubt hat.

Joachim Kardinal Meisner hatte sich nach dem Tode unseres Gründers einen Kugelschreiber als „Erbstück“ erbeten. Mit ihm hatte er „Kirche in Not“ ins Stammbuch geschrieben: „Werden Sie keine Behörde, die das Geld der Geber für die Nehmer nur verwaltet, sondern bleiben Sie eine Bewegung, die Menschen in die Nähe Gottes ruft und damit auch in die Nähe zu den anderen. Für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter darf nicht die Spaltung ihres Lebens in privat und öffentlich anstehen, wie das sogar auch Politiker in christlichen Parteien für sich in Anspruch nehmen. … Das christliche Menschenbild kennt keine derartige Differenzierung.“

Diesem Erbe wissen wir uns verpflichtet. Mit Joachim Kardinal Meisner haben wir einen großen irdischen Fürsprecher verloren, aber einen Fürsprecher im Himmel gewonnen. Wir werden seiner im Gebet und bei der Feier der heiligen Messe gedenken. Der „treue Knecht“ (vgl. Mt 25,23) möge teilhaben an der nie endenden Freude Seines Herrn!

(Quelle: KiN)

„Ein Leuchtturm des Glaubens“

Miloslav Kardinal Vlk (Photo: 2003) / © KiN – KIRCHE IN NOT

„Kirche in Not“ trauert um Miloslav Kardinal Vlk

Die internationale Päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ trauert um den früheren Prager Erzbischof Miloslav Kardinal Vlk, der am 18. März im Alter von 84 Jahren verstorben ist. „Kardinal Vlk war ein Leuchtturm des Glaubens in einem Land, das unter dem Kommunismus schwer zu leiden hatte“, sagte der Geistliche Assistent des Werkes, Pater Martin Barta. Vlk habe viele Menschen durch sein treues priesterliches Zeugnis entscheidend geprägt und sei nach der politischen Wende zu einer „Symbolfigur des Glaubens in einer Gesellschaft geworden, die den Weg zu Gott neu entdecken musste“, so Barta.

Eine langjährige Freundschaft verband Vlk mit „Kirche in Not“. „Diese Verbundenheit ist uns ein kostbares Vermächtnis, das wir im Herzen tragen“, sagte Barta. Pater Werenfried van Straaten, der Gründer von „Kirche in Not“, hatte seit den fünfziger Jahren immer wieder das Schicksal der Priester hinter dem Eisernen Vorhang zum Thema seiner Predigten gemacht. Vielen von ihnen war durch die kommunistischen Machthaber die Ausübung ihres Dienstes untersagt. Zu ihnen gehörte auch Vlk: Von 1978 bis zur Wende durfte er nicht in der Pfarrseelsorge wirken. In dieser Zeit arbeitete er unter anderem als Fensterputzer.

Als Vlk 1990 Bischof von Budweis und nur ein Jahr später Erzbischof von Prag wurde, unterstütze ihn „Kirche in Not“ beim Wiederaufbau seiner Diözese. Dazu zählten neben der Instandsetzung verfallener Kirchen vor allem die pastorale Erneuerung – zum Beispiel durch die Neuansiedlung von Ordensgemeinschaften oder die Förderung der Priesterausbildung. „Die Hilfe, die wir im zuteilwerden ließen“, sagte Barta, „hat er in einer anderen Währung erwidert: der des Gebetes. Das hat er immer wieder zum Ausdruck gebracht.“

In einem Gespräch mit „Kirche in Not“ aus Anlass seines 75. Geburtstages im Jahr 2007 sprach der Kardinal über seine Erfahrungen und die Lehren aus der Erfahrung der kommunistischen Diktatur: „Die Verfolgung hat uns geholfen, Gott treuer zu sein. … Nur Gott war unser Licht. In der Verfolgung gab es keine Literatur, keine Mittel. Man konnte nur Gott wählen und suchen. Dies war für mich eine große Gnade.“

Mit Sorge sah Vlk aber auch einen Verfall der Grundwerte in der europäischen Gesellschaft: einen mangelnden Respekt vor der menschlichen Würde, vor dem Leben, einen sich ausbreitenden Egoismus. „Eine Gesellschaft kann nicht auf Egoismus aufgebaut sein“, betonte er. „Die Kirche muss vor allem Zeugnis ablegen, denn das gelebte Zeugnis findet Beachtung und löst in den menschlichen Herzen einen Widerhall aus.“

„Kirche in Not“ werde Kardinal Vlk als großen Zeugen, des Glaubens in Erinnerung behalten, sagte Barta. „Wir hoffen und beten, dass sein Beispiel auch über seinen Tod hinaus Menschen dazu bewegen möge, den Glauben zu finden, der durch den Kommunismus radikal verwüstet wurde und der nun wieder zu einer zarten Blüte kommt.“

Waren im Jahr 1950 auf dem Territorium der heutigen Tschechischen Republik noch über drei Viertel der Einwohner katholisch, so sind es heute nur 10,4 Prozent. Weitere elf Prozent gehören einer anderen christlichen Konfession an. Mit 34 Prozent Konfessionslosen sowie weiteren 44 Prozent, die keine Angaben zu ihrer Religionszugehörigkeit machen, ist die Tschechische Republik das am stärksten atheistisch geprägte Land Europas. Zu kommunistischer Zeit war die damalige Tschechoslowakei eines der Länder, in denen die katholische Kirche am stärksten verfolgt wurde.

Das Hilfswerk „Kirche in Not“, das 1947 vom niederländischen Prämonstratenser Werenfried van Straaten als „Ostpriesterhilfe“ gegründet wurde, stand dieser „Kirche des Schweigens“ intensiv bei. Auch heute gehört die Unterstützung der katholischen Christen Osteuropas zu den Schwerpunkten des Werks.

(Quelle: KiN)

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Quelle

Der Westen muss die verfolgten Christen retten

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Zerstörte Kirche / © KiN – KIRCHE IN NOT

Der weltliche, egalitäre Westen
leugnet seine christliche Vergangenheit und sein Erbe

Christen sind seit den Anfängen ihres Glaubens verfolgt worden und dies wird sich wohl so fortsetzen. Aber so paradox dies auch klingen mag: Das Christentum hat sich auch durch das Zeugnis der Märtyrer verbreitet. Obgleich sie in diesen Tagen nicht mehr den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden, erfahren einige harte Strafen für den Besitz einer Bibel, etwa in Saudi-Arabien; in Nordkorea werden sie deswegen sogar hingerichtet. Oder sie werden durch den Islamischen Staat in Syrien und im Irak gekreuzigt. Ihre Geschichten verdienen es, erzählt zu werden.

Es ist schwer zu schätzen, wie viele Christen in den früheren Jahrhunderten für ihren Glauben gestorben sind, aber die absoluten Zahlen sind in unserer Zeit gewiss höher. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. erklärte im Jahr 2010 zu Recht, dass die Christen aktuell die am meisten verfolgte Glaubensgruppe sind, und auch Papst Franziskus erwähnt diese Tatsache häufig.

Dies ist kein neues Phänomen. Im Jahre 1860 griffen Muslime Christen in Damaskus an und töteten Zehntausende von Zivilisten und zerstörten Hunderte von christlichen Dörfern und Kirchen. Der Kirchenstaat und westlichen Konsulate begannen sofort mit Maßnahmen zur Rettung des Christentums in der Levante. Allmählich intervenierten vor allem die westlichen Mächte Frankreich und Großbritannien, aber auch Russland, und drohten dem osmanischen Sultan mit Sanktionen, wenn er nicht sofort die Massaker aufhöre. Kriegsschiffe schossen im östlichen Mittelmeer und die Massaker stoppten innerhalb einer Woche.

Im Gegensatz dazu, als 21 koptische Christen in Libyen voriges Jahr enthauptet wurden, war die Reaktion des Westens beschämend, was jedoch nicht überraschte. Das Weiße Haus und der Élyséepalast verurteilten die Gewalt und die Verbrechen gegen Unschuldige. Aber in den Erklärungen wurde weder explizit erwähnt, dass die Mörder islamistische Extremisten waren, noch dass die Opfer, einfache Arbeiter, schlicht nur getötet wurden, weil sie Christen waren. Die Islamisten haben selbst ein Video herausgegeben, in dem sie unverblümt ihre Gefangenen als koptisch-orthodox identifizierten.

Nach dem Massaker verhängte die ägyptische Regierung drei Tage Staatstrauer und bombardierte die Positionen der Terrorgruppe in Libyen. Ägyptens Präsident versprach, dass eine Kirche in Erinnerung an die Märtyrer im Gouvernement Minya, der Heimat der Opfer, gebaut werden würde.

In Frankreich marschierten 3,5 Millionen Menschen, darunter rund 50 Staatsoberhäupter, aus Solidarität mit den Opfern von Charlie Hebdo, währenddessen kein Massenlauf wegen der libyschen Märtyrer organisiert wurde. Sogar nur wenige politische oder religiöse Führer drückten ihre Solidarität mit den verfolgten Christen aus.

Der weltliche, egalitäre Westen leugnet seine christliche Vergangenheit und sein Erbe und spielt sich selbst vor, dass Freiheit die Freiheit von christlichen Elementen bedeute. Die Zeichen der Entchristlichung sind im Alltag offensichtlich, indem christliche Stimmen aus dem öffentlichen Raum ausgeschlossen und – im Namen der Toleranz – sogar als Hassreden bezeichnet werden. Das kann nicht so weitergehen, wenn der Westen keinen Selbstmord begehen will.Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg brachte Wohlstand in Westeuropa, was zu einem Rückgang der Geburtenraten und einem wachsenden Bedarf an billigen Arbeitskräften führte. Die konsequente Liberalisierung der Einwanderungspolitik und die Bemühungen um die Wiedervereinigung der Familien führten zu einem starken Anstieg der Zahl der muslimischen Zuwanderer in Westeuropa – weit mehr als in Nordamerika. Die aktuelle demographische Entwicklung zeigt, dass Muslime in vielen europäischen Städten innerhalb einiger Jahrzehnte zur Mehrheit der Jugendlichen werden können.

Ölreiche arabische Monarchien liefern die Mittel, um den Einfluss islamischer Interessengruppen in der Bildung und in der Innen- und Außenpolitik der EU-Mitgliedstaaten zu erhöhen. Die Identitätskrise und die Säkularisierung der Christen machen das Thema noch schwieriger.

Europäische Christen reagieren nicht, auch wenn die Wahrheit auf ihrer Seite ist. Wann haben Sie etwa das letzte Mal von den vielen historischen Angriffen der Muslime gegen den Westen gehört?

Dies sind nur einige der vielen Gründe, warum einige der Muslime mit Migrationsgeschichte in der zweiten Generation durch extremistische muslimische Prediger radikalisiert wurden, die – Gegensatz zu Christen – wirklich Hass predigen. Der Westen sollte mehr über die Opfer christenfeindlicher Diktaturen (Nationalsozialismus, Kommunismus) reden, um dem säkularen Narrativ zu begegnen. Gerade christliche Medien sollten beständig die zahlreichen Menschen rund um den Erdkreis in den Fokus rücken, die mit alltäglichen Schwierigkeiten konfrontiert oder mit dem Tode bedroht sind, weil sie Christen bleiben wollen.

Vom Westen, post-christlich wie er hofft zu sein, kann aktuell nicht wirklich gesagt werden, dass er Menschenrechte schütze, wenn er nicht sicherstellt, dass Menschen ihren Glauben frei ausüben können. Wir, die wir in Europa leben, versagen in dieser Hinsicht und auch Staaten in den USA erweisen sich als unfähig, das Recht auf Gewissensfreiheit zu verteidigen. Die Alte und die Neue Welt, beide sollten aufwachen, da Islamisten Enthauptungen wie die in Libyen in den Strassen von London und Paris oder sogar in Nordamerika wiederholen könnten. Wer wird dann übrig sein, um zu den verfolgten Christen im Westen zu stehen?

Youssef Fakhouri (29) ist Ungar, dessen Großeltern aus dem Libanon nach Europa kamen. ZENIT hat den Beitrag, erstmals erschienen in „The Catholic Thing“, aus dem Englischen übersetzt und gekürzt.

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Bericht sieht religiösen Hass in „nie dagewesenem Ausmaß“

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Der Bericht zur Religionsfreiheit warnt vor den globalen Auswirkungen „eines neuen Phänomens religiös-motivierter Gewalt“. Ein „islamistischer Hyper-Extremismus“ töte, zerstöre und mache Menschen heimatlos.

Studie warnt vor Eliminierung religiöser Vielfalt durch „islamistischen Hyper-Extremismus“.

Religiöser Hass in nie dagewesenem Ausmaß bedroht zunehmend den Weltfrieden. Zu diesem Schluss kommt eine am Dienstag, 15. November 2016 in München veröffentlichte Studie des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“. Der Bericht zur Religionsfreiheit warnt vor den globalen Auswirkungen „eines neuen Phänomens religiös-motivierter Gewalt“. Ein „islamistischer Hyper-Extremismus“ töte, zerstöre und mache Menschen heimatlos.

Zu den zentralen Merkmalen dieser neuen Dimension von Extremismus gehörten systematische Versuche, andersdenkende Gruppen zu verjagen, heißt es in der Mitteilung. Dazu kämen beispiellose Grausamkeit, ein globales Agieren und der effiziente Einsatz der sozialen Medien. Diese würden häufig zur Gewaltverherrlichung genutzt. In den vergangenen zwei Jahren hat es laut Studie in jedem fünften Land der Welt Anschläge gegeben, die mit Hyper-Extremismus in Verbindung zu bringen seien. Betroffen gewesen seien Länder von Australien bis Schweden sowie 17 afrikanische Staaten.

 

Verfolgung durch IS als Völkermord einstufen

Die Autoren verlangen, die Verfolgungen religiöser Minderheiten durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) als Völkermord einzustufen. Zugleich warnen sie vor einem breit angelegten Versuch, Pluralismus durch eine religiöse Monokultur zu ersetzen. Die Studie über die Beachtung der Religionsfreiheit in 196 Ländern kommt zu dem Ergebnis, dass der islamistische Hyper-Extremismus in Teilen des Nahen Ostens alle Formen religiöser Vielfalt eliminiere. Die Gefahr sei groß, dass dies auch in Teilen Afrikas und Asiens geschehe.

Der alle zwei Jahre veröffentlichte Bericht stützt sich nach den Angaben von „Kirche in Not“ auf Untersuchungen von Journalisten, Wissenschaftlern und Seelsorgern. Entgegen der weitläufig vertretenen Ansicht liege die Schuld für die Verfolgung religiöser Minderheiten nicht nur bei den Regierungen, hieß es. Stattdessen seien in zwölf der 23 am stärksten betroffenen Ländern zunehmend nicht-staatlich militante Gruppen verantwortlich.

Die Religionsfreiheit wird laut Studie aber auch durch ein „erneutes hartes Durchgreifen“ gegen religiöse Gruppen in Ländern wie China und Turkmenistan bedroht. Dazu komme eine fortwährende Missachtung der Menschenrechte für Gläubige in Nordkorea und Eritrea. Erfreuliches sei indes aus Bhutan, Ägypten und Katar zu berichten. Dort hätten religiöse Minderheiten zuletzt bessere Möglichkeiten bekommen, ihren Glauben zu praktizieren.

 

erstellt von: red/kap

„Wir töten Euch alle“

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IS Graffiti, Batnaya, Iraq / © KiN – KIRCHE IN NOT

IS Graffiti auf Deutsch in wiedererobertem Dorf in Irak gefunden

Verschiedene Fotos, die von Stephen Rasche, einem Anwalt der chaldäisch-katholische Erzdiözese von Erbil, an die internationale Hilfsorganisation KIRCHE IN NOT (ACN) geschickt wurden, dokumentieren die Präsenz von Extremisten aus europäischen Ländern unter der ISIS. Die Fotos zeigen Graffiti in deutscher Sprache und wurden in Batnaya – einer kleinen Stadt in der Ninive-Ebene, 15 km von Mosul entfernt – aufgenommen. Bei der Übernahme durch die Terroristen im August 2014 lebten dort nach Angaben des damals dort tätigen Priesters Fr. Steven Esam ca. 850 christliche Familien.

In den Inschriften werden die Christen als “Kreuzsklaven“ beschimpft und mit dem Tode bedroht. Und weiter steht dort: „Dieses Landes ist islamische Land,  ihr Schmuzigen, das Ihr gehört nicht dahin.“ [Fehler im Original] Und auf einer weiteren Inschrift steht: „Entweder gehst du raus, oder wir töten dich“.

Stephen Rasche schrieb an die päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT zu den Bildern: „Das Wichtigste ist das hohe Maß der Zerstörung zu zeigen, um zu verstehen, was es sich ereignet hat und wie gefährlich es noch ist, zurückzukehren. Außerdem möchte ich durch das Zeigen der Zerstörung und der Entweihung unserer heiligen Plätzen der Welt nahebringen, welche Angst und Furcht unsere eigene Leute gerade empfinden, wenn sie überlegen müssen, ob sie später zurückkehren wollen.“

Weitere Bilder wurden in der benachbarten Stadt Karamles (auch Karemlash, Karamlash, Karemles, Karemlish) rund 29 Kilometer südöstlich von Mosul aufgenommen. Die Bilder zeigen das brutale Vorgehen der Terroristen. Abgesehen von zertrümmerten und entweihten Kirchen, zerbrochenen und verstümmelten Statuen von Heiligen ist KIRCHE IN NOT besonders erschüttert über die Schändung des Grabes eines katholischen Priesters. Stephen  Rasche erklärt dazu: „Das Grab eines unseres Priesters wurde aufgegraben und der Leichnam herausgeholt, wir haben seine Gewänder und den Deckel des Sarges gefunden, aber vom Leichnam war keine Spur zu finden.“  Wie das katholische Hilfswerk erfahren hat, handelt es sich um den 2009 verstorbenen  Priester Salem Ganni, einen Verwandten des 2007 in Mosul erschossenen 34-jährigen Priesters Ragheed Ganni.

Seit 2014 hat KIRCHE IN NOT die Christen im Irak mit mehr als 20 Millionen Euro für Nothilfeprojekte, Schulausbildung, Nahrungsmittel und Lebensunterhalt für die Vertriebenen unterstützt.

(Quelle: Pressemitteilung KiN Österreich)

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Bischof Hanke unterstützt Bürgerinitiative zum Schutz von Ehe und Familie

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Die europäische Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ unterstützt der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke. Das teilt der Pressedienst der Diözese mit.

Mit seiner Unterschrift schließe sich der Bischof der Forderung nach einer EU-Verordnung an, mit der Ehe und Familie geschützt werden sollen.

Bischof Hanke betonte, dass auf dem christlichen Menschenbild auch ein entsprechendes Verständnis von Ehe und Familie aufgebaut ist:

„Heute wird in der Europäischen Union viel über die Förderung von Ehe und Familie geredet, aber jeder versteht darunter etwas anderes. Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter und Kind“ möchte Ehe und Familie europaweit so definieren, dass sie mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt: Ehe als Lebensbund von Mann und Frau, Familie als Gemeinschaft, die auf der Ehe basiert. Ich hoffe, dass viele Gläubige diese wichtige europäische Initiative unterstützen“.

Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ lädt europaweit ein, sich in Unterschriftenlisten einzutragen und so für den Schutz der Ehe und Familie einzutreten.

Neben anderen Bischöfen gehört auch Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, zu den Unterstützern. Die Initative wirbt auch in den Sozialen Medien für Unterschriften und Unterstützung.

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Das internationale Hilfswerk Kirche in Not hat einen Video-Aufruf zur Initiative veröffentlicht:

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EICHSTÄTT , 26 October, 2016 / 5:53 PM (CNA Deutsch).-

Papst wünscht stärkere Präsenz der Frauen in den Gesellschaften des Nahen Ostens

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Irakische Christen, Ankawa / © KiN – KIRCHE IN NOT

Telegramm an den Erzbischof Francesco Cacucci von Bari, anlässlich der 2. Internationalen Konferenz der Frauen im Nahen Osten und im Mittelmeerraum

Papst Franziskus hat erneut für eine stärkere Präsenz der Frauen in der Gesellschaft des Mittleren Ostens plädiert. Seinen Appell sandte er ins italienische Bari an die Zweite Internationale Konferenz der Frauen im Nahen Osten und im Mittelmeerraum, die Mittwoch begonnen hat und bis Sonntag noch andauert. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Frauen stiften Frieden für eine Kultur der Begegnung und des Dialogs“ und wird von der Weltunion der Organisationen katholischer Frauen (WUCWO) und dem Internationalen Forum Katholische Aktion (FIAC) organisiert.

In einem Telegramm an den Erzbischof Francesco Cacucci von Bari, das Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin diesem sandte, spricht sich Franziskus dafür aus,“die Präsenz von Frauen und ihre Wirkung“ in den Regionen des Mittleren Ostens und des Mittelmeers zu intensivieren. Er ermutigt dazu, Gelegenheiten der Begegnung, der Erfahrung und des Dialogs zu suchen.

Der Papst wünscht zudem, dass das gemeinsame Engagement beim Aufbau einer Zukunft des Wohlstands und des Friedens reiche Früchte der menschlichen und sozialen Entwicklung hervorbringe und zur Versöhnung zwischen den Menschen und zu einer neuen Eintracht zwischen den Völkern beitrage.

Im Rahmen des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit erinnerte er alle daran, großzügig die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit zu üben und wünschte der Initiative das Beste. Er begrüße herzlich alle Frauen, vor allem diejenigen, die aus dem Nahen Osten und aus Ländern kommen, die unter sozialen Konflikten, Armut und Diskriminierung leiden.

Schließlich wünschte der Papst ihnen, für ein fruchtbares Nachdenken das Licht des Heiligen Geistes und er gab allen Beteiligten seinen Apostolischen Segen.

Die erste derartige Konferenz wurde im Jahr 2013 in Amman (Jordanien) abgehalten. Der WUCWO-Präsidentin Maria Giovanna Ruggieri zufolge ging es darum, Frauen verschiedener Religionen und Kulturen anzuhören, die sich vielleicht allzu ruhig, täglich für Dialog, gegenseitige Fürsorge, Respekt und Versöhnung engagierten.

Frauen tragen einen Großteil der Verantwortung für die Erziehung der Kinder, betonte sie im Gespräch mit Radio Vatikan. In den kirchlichen Gemeinschaften hätten die Frauen eine große Verantwortung im Hinblick auf die Erziehung der Jugend, denn so könnten sie die Kultur beeinflussen und die nächste Generation zum Zusammenleben in der Vielfalt erziehen.

In diesem Jahr spricht eine jordanische Journalistin über ihren Einsatz für die Achtung der Vielfalt der Kulturen und Religionen. Eine Irakerin stellt ihre Initiative vor, mit der sie für die Menschenrechte kämpft und die Anhänger unterschiedlicher Konfessionen zusammenführt. Während der Konferenz wird es eine Zeit des ökumenischen Gebets für den Frieden in Syrien und im gesamten Nahen Osten in der Krypta der Basilika von San Nicola geben. (mk)

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