Papst in Malmö: „Heilige sind wirklich glücklich“

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Papstmesse in Malmö: Viele katholische Pilger sind angereist, hier eine Ordensschwester aus Dänemark

An Allerheiligen erinnerte der Papst in Schweden daran, was Heilige eigentlich sind: Jene, die „wirklich glücklich sind“. Das sagte er in seiner Predigt bei der Heiligen Messe am Dienstag im Swedbank Stadion von Malmö. Der zweite Reisetag in dem skandinavischen Land hat pastoralen Charakter: Er war der katholischen Minderheit Schwedens gewidmet.Tausende Gläubige waren in das Stadion gekommen, das dennoch lange nicht ganz gefüllt war: Katholiken sind in Schweden eine Minderheit – wie im Übrigen in ganz Skandinavien. Dennoch wächst die katholische Gemeinschaft – vor allem dank der vielen Gastarbeiter, die aus katholischen Ländern des Südens in den Norden gehen. Das bemerkte man an diesem Dienstag auch im Stadion von Malmö, wo etliche Gläubige Fähnchen ihrer Ursprungsländer schwenkten. Der Gast aus Rom, der auf einem Papamobil in das Stadion einfuhr und die Gläubigen am Rande des Spielfelds grüßte, wurde so also herzlich empfangen.

In seiner Predigt ging der Papst auf das Hochfest Allerheiligen ein. Er sprach nicht über die „offiziellen“ Heiligen, die von der Kirche schon zur Ehre der Altäre erhoben worden waren, sondern über jene, die ein „einfaches und verborgenes Dasein“ geführt hätten. Diese stillen Zeugen hätten „aus Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen“ ein heiliges Leben geführt. Grundelement dieser Heiligkeit sei ihre „Selbstvergessenheit“ und die „völlige Hingabe“ an den Nächsten. Franziskus nannte hier Mütter und Väter, „die sich für ihre Familien aufopfern und bereitwillig auf viele Dinge, viele Vorhaben oder persönliche Pläne verzichten“. Ihm sei bewusst, dass dies nicht immer leicht sei.

Was die Heiligen kennzeichne, sei, „dass sie wirklich glücklich sind“, so der Papst weiter. „Sie haben das Geheimnis dieses echten Glücks entdeckt, das auf dem Grund der Seele wohnt und dessen Quelle die Gottesliebe ist. Darum werden die Heiligen seliggepriesen.“ Bei den Seligpreisungen handele sich um den „Weg des Lebens, den der Herr uns lehrt, damit wir seinen Spuren folgen“, erläuterte Franziskus.

Ausgehend vom Tagesevangelium aus dem Matthäusevangelium, in dem es um Jesus auf dem Berg am See von Galiläa geht, wo er vor einer großen Menschenmenge die Seligpreisungen verkündete, erläuterte der Papst: „Die Seligpreisungen sind das Profil Jesu, und darum sind sie das Profil des Christen.“ Insbesondere die Sanftmut sei eine Seins- und Lebensweise, „die uns Jesus näher bringt und uns miteinander vereint sein lässt“, so der Papst. Er erinnerte an das Beispiel der vor Kurzem heiliggesprochenen Maria Elisabeth Hesselblad und an die heilige Birgitta von Schweden, die Mitpatronin Europas. „Sie beteten und arbeiteten, um Bande der Einheit und Gemeinschaft unter den Christen zu knüpfen“, so der Papst – dies könne auch heute Vorbild sein, fuhr er mit Blick auf das Reformationsgedenken fort. Die Seligpreisungen seien „in gewisser Weise der Personalausweis des Christen“ , der den Gläubigen als Anhänger Jesu ausweise. Dazu gehörten die Werke der Barmherzigkeit, wie etwa die Nähe zu ausgegrenzten und an den Rand gedrängten Menschen.

(rv 01.11.2016 mg)