Papst: „Nach Wahrheit suchen, nicht nach Macht“

afp6027093_articolo

Studieren darf nicht nur etwas für junge Leute aus reichen Familien sein, die sich damit einen gut dotierten Beruf erschließen. „Wer die Chance erhält, zu studieren, der hat auch eine Verantwortung, dem Wohl der Menschheit zu dienen.“ Das sagte Papst Franziskus an diesem Donnerstag zu einem Vatikankongress für Studentenseelsorger und internationale Studenten. Es sei „wichtig, dass die neuen Generationen sich für die Welt, in der sie leben, verantwortlich fühlen“.

„Der Intellektuelle wird heute gemeinhin als jemand gesehen, der sich selbst verwirklicht und der Ehrungen einsammelt, oft ohne sich für andere zu interessieren. Dem sollte man ein solidarischeres Modell entgegenhalten: ein Intellektueller, der für das Gemeinwohl und für den Frieden arbeitet. Nur so wird die intellektuelle Welt imstande sein, eine gesündere Gesellschaft aufzubauen.“

Der Papst lobte den Studentenaustausch zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen: Das baue „die Angst vor dem Anderen“ ab und mache Studierende „toleranter“.

„Es ist wichtig, dass die Zeit, die jemand im Ausland verbringt, zu einer Gelegenheit wird, um menschlich und kulturell zu wachsen und dann im Herkunftsland einen qualifizierten Beitrag zu leisten. Wir brauchen eine Art der Ausbildung, die kritisches Denken lehrt und ein Reifen in den Werten fördert. So bildet man dann junge Leute heran, die nach Wahrheit suchen und nicht nach Macht. Die dazu bereit sind, Werte zu verteidigen und Barmherzigkeit und Liebe zu leben, die grundlegenden Pfeiler für eine gesündere Gesellschaft.“

Franziskus rief die Gesellschaften auf, gut ausgebildeten jungen Menschen Arbeitsplätze und Chancen zur Verfügung zu stellen; es sei „schmerzlich“, wenn diese ins Ausland ziehen müssten, um einen angemessenen Job zu finden oder sich in ihrem Fach zu spezialisieren.

(rv 01.12.2016 sk)