DER UNO-MIGRATIONSPAKT IST EINE MOGELPACKUNG

Kommentar von Weihbischof Andreas Laun

Die meisten Menschen haben schon etwas davon gehört, was dieser Pakt genau beinhaltet, weiß allerdings fast niemand. Ein emotional „begründetes Urteil“ kommt bei den Meisten etwa so zustande: Man ist sich einig, dass die massenhafte Immigration ein Problem ist. Man wünscht sich eine Lösung, weiß aber nicht, worin sie bestehen könnte und sollte. Vor allem Christen sagen, man müsse doch helfen.Ja, aber die Frage ist, ob die Kirche nicht auch für ganz andere Pläne missbraucht wird, wie Bischof Athanasius meint! „Hinter der Migration steht ein Plan, die europäischen Völker auszutauschen“ Das sollte man ernst nehmen und nicht leichthin als lächerliche „Verschwörungstheorie“ abtun. Als ob es nicht schon oft grauenhafte und erfolgreiche Pläne in der Politik gegeben hätte wie beispielsweise die Zerstörung vor allem Österreich-Ungarns, weil katholisches Land!

Aber viele denken harmlos: Wenn die UN jetzt überlegt und plant, wird es wohl gut sein, und dann wird man ja schon sehen. Eigentlich kann es nur besser werden. Es solle doch damit eine geordnete Migration geschaffen werden.

Wirklich? Man hört, dass die Grenzen „porös“ sein müssten, und dass der Vertrag ein Recht auf Migration schaffen und die Migration damit zugleich fördern würde. Also ein Recht auf Einwanderung.

Inzwischen hört man, dass viele Länder den Vertrag nicht unterschreiben werden. Die Visegrád-Gruppe, Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien, Kroatien und auch Österreich, ebenso Dänemark, die USA und Australien das Abkommen ablehnen. Vor allem jene Länder, die in Geschichte und Gegenwart intensive Erfahrungen mit der islamischen Einwanderung machen mussten, stellen sich aus gutem Grund gegen solche Einwanderung. Zu diesen Ländern gehören besonders die Länder der Visegrád-Gruppe und natürlich auch Österreich, das zwei Türkenbelagerungen erfolgreich abwehren konnte. Die Front der Ablehnung sollte zu denken geben. Dagegen zählt nur wenig, dass der Österreichische Bundespräsident die Regierung wegen ihrer Ablehnung des Paktes kritisiert hat und ähnlich auch Kardinal Schönborn.

Alles in allem, irgendwie erwartet man sich die Lösung für die wichtigsten gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart und der Zukunft, so oder so, auch, obwohl viele andere den Vertrag für eine Katastrophe halten.

Eine treibende Kraft für den Vertrag war und ist Angela Merkel, die mit ihrem berüchtigten Satz: „Wir schaffen das!“ die große Migration tausender Menschen nach Europa ohne Grenzkontrollen ausgelöst hatte. Dem Pakt-Vertrag voraus ging eine Initiative des seinerzeitigen US-Präsidenten Barack Obama. Von ihm betrieben wurden ab 2016 von den Vereinten Nationen Vorarbeiten für einen “Globalen Migrationspakt“ der UNO in Angriff genommen. Diese schlossen an eine Studie des Jahres 2000 mit dem Thema: Ersetzen der Bevölkerung durch Einwanderung. Diese sollte eine Lösung für den Bevölkerungsschwund und für die Überalterung der Menschen in vielen Ländern Europas werden.

Der nunmehrige Text wurde auf Beamtenebene verhandelt und erhielt Mitte Juni 2018 von den UN-Diplomaten der Mitgliedsstaaten per Akklamation die Zustimmung. Eigenartig ist: Der Text und dessen darin enthaltenen Ziele wurden zu keinem Zeitpunkt in den Parlamenten der Mitgliedsstaaten diskutiert oder in den Medien kritisch analysiert. Er besitzt also keine demokratische Legitimation. Dazu passt: Er ist sogar im Internet schwer zu finden.

Und: Wichtiger ist zu sehen, dass der Pakt jede Migration für gut hält. Die entwickelte Welt sollte alle Grenzen öffnen, ebenso die Arbeitsmärkte und den Ankömmlingen alle Sozialleistungen anbieten und die nötigen Dokumente ausstellen. Die Regierungen könnten nicht mehr bestimmen, wer in das Land kommen kann und wer nicht. Man spricht zwar von einer „sicheren, geordneten und regulierten Migration“ unter Oberhoheit der Vereinten Nationen, aber Kritiker sagen, damit werde „das Selbstbestimmungsrecht und die Souveränität der einzelnen Staaten ausgehebelt.“ Begriffe bedeuten nicht viel: Auch eine Diktatur kann man „sicher“ und „geordnet“ sein. Besorgniserregend ist auch, dass man jede Kritik am Vertrag unterbinden will, durch Kappung von Geldmitteln und sogar Bestrafen der Kritiker.

Vor der Unterschrift sollte von allen noch genau überprüft werden, wer die Betreiber und Ideengeber des Paktes waren und sind. Man hört immer wieder, neben Merkel wäre auch G. Soros gestanden und auch dieser Name sollte misstrauisch machen. Kritische Stimmen sollten ernst genommen werden. Thema der Kritik sollten auch die Themen sein, die fehlen: in dem UN-Papier werden vor allem die Rechte von Migranten angesprochen, kaum deren Pflichten. Übrigens sind auch der Islam und seine Scharia kein Thema, und zwar trotz all der bekannten Vorkommnisse mit Muslimen in Europa. Ein kritischer deutscher Beobachter meinte, die Abgeordneten seien so blauäugig wie die Selfis von Frau Merkel mit jungen muslimischen Männern im Jahr 2015.

Und Klaus Hildebrandt schrieb: „Wer sich beim alles überschattenden Migrationsthema politisch derart verkalkuliert hat wie unsere Kanzlerin, … sollte vor allem darauf achten, dass nicht noch mehr Muslime ins Land gelassen werden. Ich habe den Eindruck, dass sich unsere Politiker einfach zu wenig Zeit nehmen, sich mit den Komplex „Islam“ zu befassen.“ Es ist damit zu rechnen, dass der Migrationspakt ein „Freibrief für weitere Invasionen aus islamischen Ländern wird.“ Ja er meint: „Sollten Vertreter dieser Regierung am 10./11. Dezember tatsächlich den „Global Compact for Migration“ unterzeichnen, dann wäre dies wohl das Ende unseres Deutschlands, wofür wir alle arbeiteten und worauf wir bisher so stolz sein konnten. Ich werde das Gefühl nicht los, dass diese irrationale, ja dumme Politik viel mit dem Gendertum und der insbesondere durch die linken Parteien einschließlich der Merkel-CDU forcierten und m.E. schon krankhaften Verweiblichung, – auch der Bundeswehr -, zu tun hat. Wenn in einer Demokratie „Minderheiten“ das Sagen haben, wird es gefährlich und wir geben uns als Volk auf.“

Und: „die Bundesregierung schreckt nicht davor zurück, die Bevölkerung bezüglich der Inhalte und Verbindlichkeit des Paktes zu belügen und zu täuschen. Dass die ganz wesentlich von Merkel voran getriebene Spaltung Europas durch den Migrationspakt erneut enorm befeuert wird, scheint das System Merkel nicht im Geringsten zu stören.“

Ch. Zeitz vom Wiener Akademikerbund schreibt genau wie die anderen Kritiker: „Der Pakt stellt kontinentalübergreifende Massenmigration als Lösung für die wichtigsten gesellschaftlichen Probleme der Zukunft dar. Per definitionem gibt es künftig keine illegale Migration mehr. Die Länder der entwickelten Welt hätten alle Tore aufzumachen, die Arbeitsmärkte zu öffnen und den Neuankömmlingen Sozialleistungen zu offerieren sowie alle „Diskriminierungen“ sowie „Fremdenfeindlichkeit“ zu beseitigen. Der Bevölkerungsaustausch soll auf globaler Ebene umgesetzt werden. Das Grenzmanagement hätte sich diesem Vorgang unterzuordnen. Kein Zweifel: Dies wäre gleichbedeutend mit völligem Kontrollverlust über das eigene Staatsterritorium.“ Und es klingt bedrohlich, wenn es im Pakt heißt:
Die Staaten sollen „objektive und hochwertige Berichterstattung“ darüber fördern.“

Martin Lohmann nennt den Pakt unverblümt eine Mogelpackung, die das Selbstbestimmungsrecht und die Souveränität der einzelnen Staaten aushebele. Ziel sei nur, eine gesteuerte, legale Migration weltweit als ein „für alle Beteiligten angeblich vorteilhaftes Geschehen“ in „sichere, geordnete und reguläre“ Bahnen zu lenken und Einflussfaktoren zu reduzieren, die Menschen daran hindern, in andere Gegenden und Staaten auszuwandern, die ihnen ein erstrebenswertes Leben bieten. Es soll eine Absichtserklärung sein, mehr nicht.“

Mehr nicht? Wirklich nicht? Kritiker warnen, dass der angeblich unverbindliche UN-Migrationspakt vermutlich sehr wohl mehr als nur unverbindliche Folgen haben werde. Noch im Februar 2017 hatte der UN-Sonderbeauftragte für Migrationsfragen darauf hingewiesen, dass Europas Bevölkerung bis zum Jahr 2050 um rund 30 Millionen Menschen kleiner werden wird, während in dieser Zeit die Bevölkerung Afrikas um 1,2 Milliarden Menschen wachsen werde. Es wird also zu einem mehr oder weniger dauerhaften Einwanderungsdruck allein aus Afrika auf Europa kommen. Eine Flut von Menschen anderer Völker und Kulturen würden Europa in Besitz nehmen und die Einheimischen geradezu erdrücken. Und wenn das abzusehen ist, muss man die Frage stellen dürfen: Wollen wir Europäer das wirklich?

Aber es gibt auch Gutes zu vermerken, was allerdings nicht für den Pakt spricht: Die Politiker, die sich diese Förderung der möglichst ungehemmten, möglichst leicht gemachten, ungehemmten Immigration ausgedacht haben, scheinen zwei gewaltige Probleme des alten Europas endlich erkannt zu haben: den demographischen Winter und die Überalterung der Gesellschaft. Ihre Antwort, die die Lösung sein sollte, lautet: totale Freizügigkeit der Immigration. Aber, und das ist die Tragik, man erkennt die Gefahren und Übel, aber man gibt nicht zu, dass man diese Übel seit Jahren als Fortschritte gefördert und beworben hat und anderen Völkern aufdrängen wollte. Denn während man Kinderlosigkeit beklagt, hat man intensiv die Verhütung schon den Kindern in der Schule empfohlen und gelehrt. Und man sagte ihnen, eine Verhütungspanne könne man mit Abtreibung gleichsam rückgängig machen. Von den Leiden der Frauen darf nicht geredet werden.

Zugleich lernen schon die Jugendlichen, wie normal und schön es sei, homosexuell zu leben und seit kurzem hat man sogar die Homoehe (?) in vielen Ländern eingeführt oder versucht, sie ihnen aufzudrängen, und den Partnern Adoptivkinder anvertraut, wobei man die gesicherten Erkenntnisse der Psychologie missachtete. Die normale Familie von Mann und Frau wird dadurch mehr als relativiert, eheliche Treue verhöhnt, Untreue und Zweitehen oder anderes neues, zeitbegrenztes Zusammenleben werden in Talkshows und Filmen als das Normalste des Lebens vorgeführt. Woher sollen die „neuen“, eben die jungen Menschen in einer solchen Gesellschaft kommen? Papst Johannes Paul II. hat für sie den Begriff „Kultur des Todes“ geprägt. Und er hat Recht: Völker, die sich selbst und ihr eigenes Leben nicht ihrer Art und Kultur entsprechen „halten“, nicht „artgerecht“, nicht gerecht der Kultur welchen Volkes auch immer, werden nicht überleben und die Leere, die sie hinterlassen, werden andere Menschen füllen und deren Länder in Besitz nehmen – geplant und gefördert von den Behörden und Gesetzen der UNO.

Woher könnten und sollten die Jungen, die den Platz der Älteren übernehmen, denn sonst noch kommen? Antwort Einwanderung? Nein, die Therapie müsste auf die genannten, selbst gemachten Krankheiten antworten mit einem kraftvollen Nein zur Abtreibung, Nein zur Pille, deren schädliche Wirkungen längst bekannt sind und bis hin zur „Vergiftung“ des Wassers durch Pillenrückstände reichen, das Männer zeugungsunfähig macht. Auch ein Nein zur Stimmungsmache für Homosexualität wäre nötig, Nein zur künstlichen Befruchtung und stattdessen ein Nachdenken, wie man Ehe und Familie wieder attraktiv und ohne Armut lebbar mach kann.

Immigration als Lösung der Probleme der Kultur des Todes erinnert an das Märchen von den Schildbürgern: Sie bauten ein neues Rathaus ohne Fenster. Dann versuchten sie das Licht in Kübeln hineinzutragen, aber das ging nicht. Dann deckte sie das Dach ab, Aber der Regen machte das Rathaus auf seine Weise unbrauchbar.

Europa ist dunkel geworden, aber statt Fenster einzubauen, deckt man das Dach ab. Fremde Völker bringen nicht Europa zurück, sondern machen aus Europa ein anderes Land, in dem dann höchstens noch schöne Gebäude und funktionierende Autobahnen an das alte Europa erinnern, und vielleicht Enklaven, in denen noch Ureinwohner überleben, die alte Sprachen noch sprechen aber die neue Landessprache nicht verstehen.

Europa muss den Mut finden, die Realität wirklich anzuschauen und sich zur Umkehr entschließen: Beginnend mit der Analyse der Übel, die man geduldet, gefördert, eingeführt hat, Programme entwickeln, um sie zu bekämpfen und auf diese Weise neu anzufangen. Zur Erneuerung müsste auch gehören, den Glauben der Christen nicht mehr zu verspotten oder totzuschweigen, wie das gerade viele „Promis“ zu tun pflegen, weil es ihnen politisch korrekt erscheint. Ja, man sollte sich wieder dem lebendigen Gott der Bibel zuwenden, sein Gesetz als Programm einer lebensfreundlichen Humanökologie verstehen, wie sie Papst Benedikt skizziert hat. Dann hätten wir auch wirklich das Recht, von Europäischen Werten und unserer Rechtsstaatlichkeit zu sprechen statt die perverse Idee eines Menschenrechtes auf Abtreibung auch nur im Vollrausch zu erwähnen. Unsere Wetterprognosen können wir zuverlässig erstellen, aber dieses Programm der Umkehr und Reform verstehen wir angeblich nicht?

Wir müssen die zugemauerten Fenster unseres europäischen Hauses endlich wieder aufmachen und aufhören die Dunkelheit als wunderbares Licht schönzureden, vergleichbar den Vasallen des nackten Königs die seine schöne Kleidung rühmen. Oder auch: Die Schildbürger lassen grüßen. Die unbegrenzte Immigration öffnet keine Fenster und bringt das Licht nicht zurück nach Europa, das Licht der Kinder, das Licht der Jugend, das Licht der Vernunft und noch wichtiger das Licht des Glaubens.

Bis jetzt haben vor allem die Christen die Zuwanderer aufgenommen, und ihnen Hilfe aller Art zuteilwerden lassen, Wohnungsraum, Sprachhilfen und Arbeitsangeboten. Viele haben und wollen sich integrieren, das darf nicht geleugnet werden. Aber es gibt auch ein Aber: Auch wenn es nur Gutwillige Einwanderer gäbe, sie wären nur ein Tropfen auf den heißen Stein und zudem zeigt die Statistik, dass viele auch mit ganz anderen Motiven kommen: Sie wollen Europa islamisieren und sich kulturell aneignen und dies nicht nur mit friedlichen Mitteln der Überzeugung.

Weihbischof Athanasius Schneider aus Kasachstan brachte im Gespräch mit der italienischen Zeitschrift Il Giornale die Sache auf den Punkt:
Das Phänomen der sogenannten „Einwanderung“ ist ein gelenkter und von den internationalen Mächten seit langem vorbereiteter Plan, um die christliche und nationale Identität der europäischen Völker zu verändern. Diese Mächte benutzen das enorme, moralische Potential der Kirche und ihre Strukturen, um ihr anti-christliches und anti-europäisches Ziel noch effizienter zu erreichen. Zu diesem Zweck werden das wahre Verständnis von Humanität und sogar das christliche Gebot der Nächstenliebe missbraucht.

An zentralen Plätzen Wiens dagegen darf und soll sich Europa wehren. Ein erster Schritt wäre ein Ende der Selbstzensur in der Berichterstattung und der bereits nötige Schutz für diejenigen, die offen reden. Aufgabe der Christen wäre bei all dem, den Dialog in Gerechtigkeit und Liebe nicht abzubrechen. Marko d`Aviano oder auch J. Capistrano, mit ihrer Botschaft für Kirche und Welt. müssten wir neu entdecken und „niemals vergessen“. Ihre Denkmäler stehen Gott sei Dank immer noch an zentralen Plätzen Wiens.
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Weihbischof Andreas Laun (Salzburg): Hinter der Gender-Ideologie steht die Lüge des Teufels!

Weihbischof Andreas Laun (Salzburg) auf der DEMO FÜR ALLE am 28.2.16 in Stuttgart

Ein Hirtenbrief an meine Diözese Libertina: Im Namen Gottes, um der bedrohten Menschen willen warne ich mit größter Eindringlichkeit vor der Gender-Ideologie! Ein kath.net-Klartext von Bischof Andreas Laun, Salzburg.

Aus dem Internet erfährt man: Die „Titularbistümer“ in der katholischen Kirche und Bischöfe, die ihnen zugeordnet werden, sollen „die Erinnerung an historische, aber verlorene Bistümer wachhalten“. Nun, mir wurde eine solche Diözese namens „Libertina“, im nördlichen Tunesien (oder in Libyen) gelegen, zugeteilt. Sie gehörte zur Kirchenprovinz von Karthago und ging wohl im 7. Jahrhundert, im muslimischen Eroberungssturm, zugrunde. Diese Art von Diözesen, die erloschen sind, gibt es, weil die katholische Kirche ihre „Verstorbenen“ nicht vergisst, auch nicht eine verstorbene Diözese. Zur Erinnerung an Libertina hat mir die Kirche den Titel eines „Titularbischofs von Libertina“ verliehen. Libertina liegt in Tunesien oder Libyen, ganz sicher scheint das nicht zu sein.

Liebe Christen, ich weiß, in „meiner Diözese“ gibt es vermutlich mehr Skorpione und Kamele als Christen und natürlich viele Muslime, die Jesus Christus leider noch nicht kennen. Wie komme ich dazu, einen „Hirtenbrief“ für Euch zu schreiben? Ich kann nichts für die dortigen Menschen tun, außer für sie zu beten! Aber heute schreibe ich diesen „Hirtenbrief“ in der Hoffnung, dass ihn auch „Nicht-Libertiner“ lesen werden. Damit möchte ich die warnende Stimme des Papstes, vieler Kardinäle (etwa Kardinal Sarah) und Bischöfe in der Weltkirche verstärken. Sollte diese „Stimme“ auch „echte Libertiner“ erreichen, umso besser.

Natürlich möchte ich beginnen mit der für jeden Menschen bestimmten Botschaft, dass Gott sich angesichts unserer Ausweglosigkeit „selbst überboten“ hat, indem Er selbst sich unter uns gemischt hat, um uns zu helfen. Er ist, wie die heilige Katarina von Siena zu sagen wagte, geradezu „verrückt“ geworden aus Sehnsucht nach und Liebe zu uns. Was da geschehen ist, konnte sich niemand vorstellen, hat sich keine Religion zu denken gewagt, aber es ist einfach wirklich geschehen! Das zu sagen, war der Grund auch für mich, Bischof zu werden. Ein Indianer, der einem Stamm im Brasilianischen Urwald angehörte und dem erst in unserer Zeit ein Missionar diese Geschichte erzählte, soll geantwortet haben: „Das war vor 2000 Jahren und ihr kommt erst jetzt, uns das zu erzählen?“

Na ja, dazu gäbe es viel zu sagen, aber heute möchte ich etwas ganz Wichtiges hinzufügen: Gott, könnte man sagen, ist nicht allein da, unter uns wirkt, im Grunde zwar unterlegen, aber viel Böses bewirkend, auch sein Gegenspieler, der Teufel, der zäh und grausam nicht aufhört, Menschen auf seine Seite zu ziehen, hinein in den Abgrund des Leidens und sogar ewigen Unglücks.

Gott hat uns zwar versichert, dass letztlich ER, Gott, den Kampf gewinnen wird, und das weiß auch der Teufel. Aber bis dahin geht der Kampf weiter, und wir Menschen müssen, ob wir Lust dazu haben oder auch nicht, uns entscheiden, mitkämpfen, mit den Waffen, die Gott uns gibt. Mit diesen sind wir unbesiegbar, aber nicht unverwundbar.

Auch darüber müsste ich länger sprechen, doch für heute nur dies: In unserer Zeit gab es bereits zwei besonders teuflische Auseinandersetzungen zwischen Gott und Seinem und unserem Feind gegeben, den Nationalsozialismus und den Kommunismus, die unendlich viel Leid über die Menschen brachten. Beide gründeten in gewaltigen Lügen über Gott und die Menschen.

Man hätte es bis vor einigen Jahren nicht geglaubt, aber heute ist wieder eine grauenhafte Lüge groß und mächtig geworden. Sie nennt sich Gender, sie greift die Menschen in ihrer Intimsphäre an. Papst Franziskus nannte diese Theorie „dämonisch“ und das ist sie auch! Sie greift vor allem auch nach den Kindern und zerstört die Liebe zwischen Mann und Frau, die Familie, die Gott sich als besonderes Geschenk für uns Menschen ausgedacht und erschaffen hat, vor allem auch, damit wir Menschen uns Seine Liebe zu uns besser vorstellen können!

Der Teufel ist ein Meister des Lügens und er hat durch seine Erfahrung mit uns längst begriffen, wie leicht und erfolgreich er uns Menschen belügen kann. Es gibt fast keine seiner Lügen, auf die die Menschen nicht schon hereingefallen wären. Im Reich Hitlers hat er behauptet, es gäbe Menschen-Rassen, die besser sind als andere Rassen. Vor allem die Juden hat er gehasst und sie als minderwertig hinstellen wollen und zwar nur, weil Gott die Juden besonders geliebt hat. Bei den Kommunisten hat er mit einer anderen Lüge gearbeitet, nämlich dass der Staat alle Menschen enteignen sollte, dass dadurch alle gleich werden und Gerechtigkeit entstehen werde. Aber die Folgen waren in beiden Systemen Diktatur und Ströme von Blut.

Jetzt, mit Gender, lautet die Lüge: Es gibt nicht wirklich Mann und Frau, sondern: Dass die Menschen Frauen oder Männer sind, ist nur Einbildung, in Wirklichkeit sei dieser Unterschied eine Erfindung der Menschen selbst. Daher könne jeder Mensch selbst entscheiden, was er sein will, Mann oder Frau, und nur deswegen gibt es Männer und Frauen. Zu sagen, es gäbe sie wirklich, nennen die Ideologen abschätzig „Zwangsheterosexualität“. Besonders gefällt dem Teufel bei dieser Lüge, dass es irgendwie gestörte Männer und Frauen gibt, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren und damit seine Lüge zu bestätigen scheinen.

Nimmt man seine Lüge ernst, gäbe es eine menschliche Gesellschaft ohne den Unterschied von Mann und Frau, weil dieser ja nur gemacht (konstruiert) worden wäre, und daher sozusagen auch wieder „abgerissen“ (dekonstruiert) werden könnte wie ein illegal gebautes Haus. Darüber, dass nur Frauen Kinder gebären können, schweigen sie, aber sie behaupten immerhin, dass Männer genauso gut wie Frauen für Kinder sorgen können und dass daher auch Homosexuellen erlaubt sein müsse, Kinder zu adoptieren. In dieser Lüge steckt auch eine uralte Verachtung des Leibes, der angeblich keine wirkliche, keine bestimmende Bedeutung habe, nur Material wäre, mit dem Menschen machen können, was immer sie wollen und können.

Die Menschen sind zu dieser „Religion des Teufels“ bereits scharenweise verführt worden. Das gelang unter anderem deswegen, weil die Lüge mit einem harmlosen, sogar guten Werbeslogan auftrat: Es gehe nur um Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die Gleichberechtigung ist längst ein anerkanntes Prinzip, gerade auch für Christen. Aber bei Gender geht es eben um viel, viel mehr. Der „harte Kern“ der Ideologie wird oft nicht erkannt, wird nicht ernst genommen. Viele sind nur beunruhigt, denken aber: Nicht so schlimm, man werde schon durchtauchen. Natürlich hat auch diese Lüge ihr Ablaufdatum, die Frage aber bleibt: Wann – und was wird sie bis zu diesem Datum angerichtet haben?

Die Menschen durchschauen die Lüge auch deswegen nicht so leicht, weil der Kerngedanke so verrückt ist, dass die Menschen es eigentlich nicht für möglich halten, dass „das“ gemeint sein könnte, nämlich die Selbstbestimmung des Menschen, ob er Mann oder Frau sein wolle. Die Gender- Ideologie führt dann zu skurrilen Dummheiten wie die Ersetzung von Begriffen wie Vater und Mutter durch „Elter 1“ oder „Elter 2“. Oder, um noch ein Beispiel zu nennen, die Umrüstung von Verkehrszeichen auf männliche und weibliche Figürchen!

Etliche Regierungen haben beschlossen, diese Ideologie als „Gendermainstreaming“ zu unterstützen: Man hat Lehrstühle dafür errichtet, man zwingt Studenten und Schüler, Kurse zu machen und nur „gegenderte“ Prüfungsarbeiten abzugeben, man passt Formulare an, man passt die Sprache an, soweit dies geht. Auch die Anerkennung einer homosexuellen Beziehung als Ehe oder wenigstens als anerkannte Partnerschaft gehört dazu. Auch die massive Förderung der Kinderkrippen (Kitas) liegt auf dieser Linie, weil diese Einrichtung – für Notfälle wichtig –, zum Instrument einer Art Verstaatlichung der Kinder gemacht wird. Diese Maßnahmen setzen sich fort in einer „Sexualpädagogik der Vielfalt“, die den Kindern in der Schule aufgezwungen wird gegen den Willen der Eltern! Kinder sollen lernen, alle sexuelle Beziehungen und verschiedene Formen des Zusammenlebens als gleichwertig anzuerkennen! Das heißt dann logisch noch mehr: Während man Pädophilie angeblich ablehnt und bestraft, halten besonders radikale Ideologen wie J. Butler sogar inzestuöse Verbindungen für möglich und auch sonst jede Abweichung von bisher gültigen Normen. In Personalausweisen soll das Geschlecht nicht mehr genannt werden, Transvestismus und Geschlechtsumwandlungen gelten als denkbar und sogar wünschenswert.

Leider ist die Genderideologie auch in christliche Kreise eingedrungen; vor allem in die protestantischen Gemeinschaften (z. B. mit Studienzentren für feministische, geschlechterbewusste Theologie). Das ist wahr auch in bestimmten, angeblich katholischen Organisationen, die sich eine „geschlechtergerechte Kirche“ im Sinne von Gender fordern!

Aber katholische Kirche wehrt sich wie niemand sonst:

Papst Franziskus hat Gender verurteilt, ebenso Papst Benedikt XVI., der hl. Papst Johannes Paul II. kannte diese Irrlehre noch nicht, aber in seinem Lehren steckt schon alle Begründung für das Nein zu Gender! Inzwischen haben schon mehrere Bischofskonferenzen Stellung bezogen, auch afrikanische! Besonders klar gegen Gender ist auch die Stimme Kardinal Sarahs in seinem Buch „Gott oder nichts!“

Liebe Gläubige, hinter der Gender-Ideologie steht die Lüge des Teufels, und auch diese Lüge bringt Unglück über die Menschen, wie alle seine Lügen im Lauf der Geschichte.

Zu Eurer Hilfe setze ich noch einen Text über die Familie hinzu:

Familie

Was ist Ehe, was ist eine Familie? Bis vor kurzem hätte jeder Mensch diese Frage nicht für eine Frage gehalten, weil er sich der Antwort sicher gewesen wäre. Für Christen ist die Antwort zudem biblisch abgesichert und sie können mit Leichtigkeit antworten: „Gott schuf den Menschen als Mann und Frau, ihre Verbindung nennt man Ehe und daraus wird in den meisten Fällen durch die Kinder eine ‚Familie‘!“ Heute scheint das vielen Menschen das alles nicht mehr so klar zu sein, vor allem diejenigen, die in der Tradition des Marxismus stehen, bekämpfen die Familie sogar und wollen sie durch andere „Formen des Zusammenlebens“ ersetzt wissen. Spöttisch und abwertend sprechen sie von der „traditionellen“ Familie und wollen diese nur noch als eine eigentlich überholte Lebensform gelten lassen. Entsprechend schauen die neuen „Angebote“ aus, die an die Menschen herangetragen werden. Ganz allgemein wird die dauerhafte und treue eheliche Bindung von Mann und Frau hinausgeschoben, gelockert, angezweifelt, für unmöglich und unnötig gehalten.

Papst Johannes Paul II. (FC Nr. 4) hat diese Entwicklungen vorausgeahnt. Sie werden, sagte er schon 1981, „von mächtigen und weitverzweigten Organisation der Medien gestützt, welche die Freiheit und die Fähigkeit zur objektiven Beurteilung unterschwellig gefährden.“ Papst Johannes Paul II. (FC 6) sieht „Anzeichen einer „besorgniserregenden Verkümmerung fundamentaler Werte“ und die Gefahr „irriger theoretischer und praktische Auffassungen“ über Ehe und Familie. Darum müssen sich die Gläubigen, also die ganze Kirche, als kritisches Gewissen einer „Familienkultur“ (FC 7) erweisen und an dieser arbeiten.

Was die Kirche über Ehe und Familie sagt, hat Papst Johannes Paul II. so ausgedrückt:

„Gott ist Liebe… Indem er den Menschen nach seinem Bild erschafft, prägt Gott der Menschennatur des Mannes und der Frau die Berufung und daher auch die Fähigkeit und die Verantwortung zu Liebe und Gemeinschaft ein. Die Liebe ist demnach die grundlegende und naturgemäße Berufung jedes Menschen. Als Geist im Fleisch, das heißt als Seele, die sich im Leib ausdrückt, und als Leib, der von einem unsterblichen Geist durchlebt wird, ist der Mensch … zur Liebe berufen. Die Liebe schließt auch den menschlichen Leib ein, und der Leib nimmt an der geistigen Liebe teil.“

Daraus ergeben sich folgerichtig die Wesenselemente von Ehe und Familie: Die Treue, die Unauflöslichkeit, die Offenheit für Kinder, die Verbindung dieses Bundes mit Gott selbst!

Die genannte Bedrohung von Ehe und Familie sahen auch die nachfolgenden Päpste und in unseren Tagen motivierte sie Papst Franziskus, eine Synode dem Thema Familie zu widmen.

Worin besteht die Bedrohung konkret? Heute vor allem in der Gender-Bewegung, die Papst Franziskus in Gegenwart der Österreichischen Bischöfe „dämonisch“ genannt hat.

Bis vor nicht langer Zeit kannte die Öffentlichkeit diese Theorie noch nicht. Das englische Wort Gender heißt eigentlich nur „Geschlecht“. Die Gender-Theorie schaffte ihren Durchbruch auf der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995. Viele Menschen glauben, es ginge dabei nur um „Gleichberechtigung von Mann und Frau“. Dagegen wäre nichts einzuwenden. Aber der Bewegung geht es um Anderes.

Jetzt wiederhole ich das schon Gesagte. Die „Genderbewegung“ behauptet: Es gibt nicht Männer und Frauen, wie man bisher glaubte! Nach einem Wort von Simone de Beauvoir kommt niemand als Mann oder Frau zur Welt, sondern wird erst im Lauf seines Lebens dazu „gemacht“ durch seine Eltern, durch die Umwelt, in der er aufwächst, durch die Gesellschaft und ihre Normen. Heute geht man noch einen großen Schritt weiter: Jeder Mensch, sagt man, könnte sein Geschlecht selbst bestimmen und habe darum auch das Recht dazu. Also gibt es kein von dem Leib vorgegebenes Geschlecht, sondern das Geschlecht bestimmt der Einzelne sich selbst mit seinem freien Willen. Darin enthalten ist logisch zwingend die Behauptung: Der Leib ist unwichtig, störend, ein Gefängnis, dessen Riegel unsere souveräne, gottgleiche Freiheit über alles und jedes aufbrechen muss!

Die Theologie des Leibes und der Liebe, wie sie vor allem der hl. Papst Johannes Paul II. entfaltet hat, will man nicht dulden, man stellt ihr die Theorie absoluter Freiheit entgegen. Es handelt sich bei diesem Menschenbild der Gendertheorie um die radikalste Leibfeindlichkeit, die es in der Geschichte gab: Der Leib ist nichts, die Selbstbestimmung alles!

Dieses „neue“ Menschenbild – Papst Benedikt sprach von einer „anthropologischen Revolution“ – will man nicht nur vertreten oder diskutieren, sondern allen Anders-Denkenden aufdrängen.

Um das durchzusetzen, entwickeln die Vertreter dieser „Meinung“ Pläne, um die Kinder möglichst früh in ihrem Sinn zu erziehen. Schon ab dem Kindergarten, spätestens aber in der Schule sollen sie lernen: Alle möglichen Praktiken der Sexualität sind gleichwertig und für normal zu halten. In diesem Sinn gilt die „sexuelle Vielfalt“ als Voraussetzung und Lernziel in der Schule und das gilt für alle Fächer. Zu all dem brauche es auf der einen Seite einen Sexualkunde-Unterricht für Kinder und Jugendliche, der sie auch zu sexuellem Experimentieren ermutigt, und auf der anderen Seite die weitgehende Abschaffung der Eltern-Rechte über ihre Kinder.

Dazu passt: Vom Religions-Unterricht können Eltern ihre Kinder abmelden, nicht aber von der Indoktrination durch Gender-Ideologen!

Der Staat zeigt totalitäre Züge, indem er bis ins Privatleben und ins Denken der Menschen hinein alles zu bestimmen und durch seine Gesetze durchzusetzen versucht. Auch die Religions-Gemeinschaften sollen oder müssen, wenn es nach dem Willen der Gender-Ideologen geht, dazu gebracht werden, diese Theorie anzuerkennen. Dazu setzt man nicht nur Dialoge ein, sondern erste Formen des Zwangs: Diejenigen, die sich widersetzen, sollen keine Unterstützungen mehr bekommen. Zugleich sollen sie der Lächerlichkeit preisgegeben werden, so eine Forderung auf der Weltfrauenkonferenz in Peking. Auch die „Antidiskriminierungsgesetze“ erweisen sich als hilfreich in diesem Kampf gegen die Denkfreiheit, indem man behauptet: Anders zu denken sei eine Diskriminierung derer, die die staatlich vorgeschriebene Gender-Theorie vertreten.

Wenn es in vielen Länder auch noch nicht so weit ist: Aber es gibt bereits Länder, in denen der Lehrer seine Stellung verliert, wenn er sich z. B. wehrt zu „lehren“, dass eine homosexuelle Partnerschaft „genauso gut und richtig“ sei wie eine Ehe von Mann und Frau. Und es gibt auch Länder, in denen man „Mutter“ und „Vater“ ersetzt durch „Elter 1“ und „Elter 2“. Es ist leicht zu verstehen: Wenn es nicht Männer und Frauen im üblichen Sinn gibt, dann gibt es auch keine Familie in dem Sinn, wie sie bis heute verstanden und auch in den Gesetzen vorausgesetzt wird.

Es gehört folgerichtig zur Ideologie der sexuellen Vielfalt, dass es, abgesehen von Pädophilie und sexueller Gewalt, im Bereich der Sexualität keine moralischen Grenzen geben kann. Aber wie sollte die Kirche dann noch von ihrer biblisch begründeten Auslegung der göttlichen Gebote bezüglich der ehelichen Liebe sprechen können?

Antwort der Kirche:

Im „Kompendium der Soziallehre der Kirche“ wird sie sachlich und knapp so beschrieben und zugleich der katholischen Lehre gegenübergestellt:

„Gegenüber denjenigen Theorien, die die Geschlechteridentität lediglich als ein kulturelles und soziales Produkt der Interaktion zwischen Gemeinschaft und Individuum betrachten, ohne die personale sexuelle Identität zu berücksichtigen oder die wahre Bedeutung der Sexualität in irgendeiner Weise in Betracht zu ziehen, wird die Kirche es nicht müde, ihre eigene Lehre immer wieder deutlich zu formulieren: Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, muss seine Geschlechtlichkeit anerkennen und annehmen. Die leibliche, moralische und geistige Verschiedenheit und gegenseitige Ergänzung sind auf die Güter der Ehe und auf die Entfaltung des Familienlebens hingeordnet. Die Harmonie des Paares und der Gesellschaft hängt zum Teil davon ab, wie Gegenseitigkeit, Bedürftigkeit und wechselseitige Hilfe von Mann und Frau gelebt werden. Aus dieser Sicht ergibt sich die Verpflichtung, das positive Recht dem Naturgesetz anzugleichen, dem zufolge die sexuelle Identität als objektive Voraussetzung dafür, in der Ehe ein Paar zu bilden, nicht beliebig ist.“

Bei all dem ist zu beachten: Die Kirche erfindet nicht irgendeine eigene Gebote, sondern sie weiß sich dem Wort Gottes verpflichtet und der Vernunft! Die so abgesicherte Wahrheit kann und darf die Kirche nicht ändern wie dies eine Partei mit ihrem Programm tun kann. Sie hat das Wort Gottes zu bewahren und zu bezeugen vor der ganzen Welt, gelegen oder ungelegen! Eigentlich würde sogar der Hausverstand genügen, aber wenn er es nicht täte: In der Bibel steht, was der Mensch ist: Gott schuf den Menschen nicht als Einzelwesen, das aus sich selbst machen kann, was es sein will, sondern als Mann und Frau, berufen dazu, in ehelicher Liebe eins zu werden, Kindern das Leben zu schenken oder nach dem Plan Gottes die Liebe in anderer Form zu leben! Wenn nur die Verbindung von Mann und Frau Ehe ist und Ehe mit Kindern zur Familie wird, ist klar, dass eine wie immer genannte Gemeinschaft von zwei Männern oder zwei Frauen keine Ehe ist und dass dies auch die absolute Mehrheit einer Regierung nicht zu ändern vermag. Wenn man den Mond auch „Sonne“ nennen wollte, würde er doch bleiben, was er ist: Mond mit dem Licht des Mondes!

Im Lauf ihrer Geschichte hatte die Kirche schon oft mit Irrlehren zu kämpfen, aber noch nie mit einem solch absurden Angriff auf ihr jüdisch-christliches Menschenbild, wie er heute im Namen der Gender-Theorie vorgetragen wird.

Dabei geht es nicht nur um einen akademischen Streit um eine Theorie, es geht um das Wohl der Menschen, der Kinder vor allem, und um das Wohl aller Völker! Darum darf die Kirche nicht schweigen – wenn sie schweigt, sündigt sie! Gott wird Rechenschaft von jedem Menschen fordern für all sein Tun oder sein Nicht-Tun, vor allem für ein sündhaftes Schweigen derer, die berufen sind, Wächter zu sein. Nicht nur, aber vor allem den Bischöfen ist ein solches Wächteramt anvertraut.

Für alle Bischöfe, daher auch für mich heißt all das: Im Namen Gottes, um der bedrohten Menschen willen warne ich mit größter Eindringlichkeit vor der Gender-Ideologie!

Ich rufe alle Christen und alle vernünftigen Menschen auf, vor allem jene in politischer Verantwortung, sich zu wehren: im Privatleben, in öffentlichen Kundgebungen, in Leserbriefen und Internet Botschaften und vor allem als Eltern in den Schulen ihrer Kinder. Jeder Mann und jede Frau sollen nach ihren Möglichkeiten, je nach Umständen, mit Liebe und mit der Kraft ihres Verstandes mithelfen! Dazu müssen wir die Grundstruktur der irrigen Ideologie kennen. Und wir brauchen den Mut, um nicht zu schweigen, sondern um uns zu wehren!

Folgende Geschichte berichtet der Slowake Vladimir Palko: Präsident Obama sagte zu Kardinal Timothy Dolan, dem Vorsitzenden der US-amerikanischen katholischen Bischofskonferenz, auch die katholische Kirche müsse sich anpassen und in ihren Krankenhäusern Abtreibung ermöglichen. Dazu habe sie nur noch wenig Zeit. Der Kardinal antwortete: „Herr Präsident, wir brauchen keine Zeit, weil wir uns nicht anpassen werden!“

Diese Geschichte gilt auch für den Kampf gegen Gender. Der Kampf wird noch heftiger werden. Ich bitte euch alle mitzuhelfen. Wir müssen uns das mutige Wort der Apostel vor Augen halten: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ (Apg 5,29). Wir erinnern an die Worte von Papst Benedikt XVI., der schon 2012 sagte: „Wo die Freiheit des Machens zur Freiheit des Sich-selbst-Machens wird, wird notwendigerweise der Schöpfer selbst geleugnet und damit am Ende auch der Mensch als göttliche Schöpfung, als Ebenbild Gottes im Eigentlichen seines Seins entwürdigt. Im Kampf um die Familie geht es um den Menschen selbst. Und es wird sichtbar, dass dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen“. Ebenso Papst Franziskus: Im Anschluss an die Naturrechts-Tradition der Katholischen Kirche und an einen markanten Begriff von Papst Benedikt XVI. schreibt Papst Franziskus (in seinem Lehrschreiben „Laudato si“ Nr. 155): „Humanökologie beinhaltet auch einen sehr tiefgründigen Aspekt: die notwendige Beziehung des Lebens des Menschen zu dem moralischen Gesetz, das in seine eigene Natur eingeschrieben ist… Papst Benedikt XVI. sagte, dass es eine „Ökologie des Menschen“ gibt, denn „auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann.“ … Das Akzeptieren des eigenen Körpers als Gabe Gottes ist notwendig, um die ganze Welt als Geschenk des himmlischen Vaters und als gemeinsames Haus zu empfangen und zu akzeptieren… Ebenso ist die Wertschätzung des eigenen Körpers in seiner Weiblichkeit oder Männlichkeit notwendig, um in der Begegnung mit dem anderen Geschlecht sich selbst zu erkennen.“

Wir Christen müssen mit allen Menschen guten Willens und klaren Verstandes zusammenarbeiten, damit Ehe und Familie, wie Gott sie geschaffen hat, wieder erkannt und anerkannt werden!

Ein homosexuell orientierter Mensch schrieb mir neulich voll Wut: „Die Bibel wurde auch nur von Menschen geschrieben. Wir werden eine neue Weltordnung schaffen, die komplette Gleichstellung ist nahe!“ Man mag lächeln, aber in einem Punkt ist der Satz zutreffend: Das ist die Absicht, und „man“ will sie mit allen Mitteln durchsetzen. Der „Marsch durch die Institutionen hat schon begonnen! Wir müssen ihn stoppen. Es geht diesen Leuten um die Schaffung eines neuen Menschen, wir Christen bleiben vereint mit der großen Mehrheit der Menschheit bei dem Menschen, als den uns Gott erschaffen hat.

Und noch ein Zeugnis: „Die letzte Schlacht zwischen dem Herrn und der Herrschaft Satans wird um die Ehe und die Familie geschlagen.“ Dieser Satz steht in einem Brief, den Sr. Lucia dos Santos, eine der Seherinnen von Fatima, an Kardinal Carlo Caffarra, den emeritierten Erzbischof von Bologna, geschrieben hat. Ja, es gibt einen Kampf, aber wir katholische Christen wissen auch: Sie, Maria, wird auch in dieser Schlacht, der Schlange den Kopf zertreten!

Liebe Gläubige von Libertina und alle Andere, auch Muslime, die die Warnung hören, hier gilt ein oft wiederholtes biblisches Wort: fürchtet euch nicht!

Weiterführende Links:
– Papst Franziskus bezeichnet die Gendertheorie in „Amoris laetitia“ explizit als „Ideologie“

– Papst Franziskus: „Der große Feind der Ehe ist die Gendertheorie. Es gibt heute einen Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören. Er wird nicht mit Waffen geführt, sondern durch ideologische Kolonisierung. Darum ist es wichtig, die Ehe vor diesen Kolonisierungen zu verteidigen!“

– Papst Franziskus: Gender-Ideologie für Kinder „ist schrecklich“

– Papst Franziskus sagt der polnischen Bischofskonferenz: Gender ist eine Form der „ideologischen Kolonialisierung“

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Quelle

Weihbischof Andreas Laun: Luther-Jubiläum — Seit wann feiert man eine Scheidung?

„Mir fällt ein Widerspruch auf: In einem Konsenspapier zu diesem Gedenken heißt es, man sehne sich nach der Einheit – aber zugleich feiert man mit großem Aufwand die Trennung?“  – kath.net-Klartext von Bischof Andreas Laun

Salzburg (kath.net) Liebe evangelische Freunde, verzeiht mir, dass ich angesichts Eurer Feierlichkeiten und Jubelstimmung nur traurig war. Das möchte ich euch erklären und hoffe, dass Ihr meine Trauer sogar teilen lernt:

Der Titel der Salzburger Kronenzeitung lautete groß und fett gedruckt: „Salzburg feiert ein großes Fest“, darüber hieß es erklärend 500 Jahre „nach Luthers Reformation“. Ich feierte nicht und verstehe auch nicht meine katholischen Mitbrüder, Bischöfe und Priester, die bei entsprechenden Gottesdiensten sogar Festpredigten hielten.

Ich frage mich bei solchen Meldungen: Seit wann feiert man eine Scheidung? Noch dazu eine, die viel mehr Elend in die Welt brachte als eine zwischen Mann und Frau, die Kinder mitgerechnet. Die Scheidung, die durch Luther entstand, auch wenn er das nicht wollte, führte zu grauenhaften Religionskriegen.

Auch verstehe ich nicht, warum in Salzburg von beiden Seiten ständig und schon wieder vor allem von der Vertreibung der Protestanten geredet wurde, obwohl dies doch längst besprochen worden ist und damals in ganz Europa der dumme und schlimme Satz galt: Der Landesfürst bestimmt die Religion der Untertanen. Damit will ich sagen: Der damalige Erzbischof hat gemacht, was man überall und auch von beiden Seiten her mehr oder weniger rigoros tat. Das macht es nicht besser, aber den geklärten Punkt könnte man endlich ruhen lassen und sich dem Heute zuwenden.

Und da fällt mir ein Widerspruch auf: In einem Konsenspapier zu diesem Gedenken heißt es, man sehne sich nach der Einheit – aber zugleich feiert man mit großem Aufwand die Trennung?

Und wenn man Einheit will – müsste man dann nicht Gräben zuschütten und nicht neue aufmachen durch Annahme von Positionen, die der katholischen Lehre radikal widersprechen? Positionen, die der öffentlichen Meinung schmeicheln, aber der doch gerühmten Bibel als absolutem Maßstab widersprechen?

Und, ich muss es sagen, ich habe von der angeblich so brennenden Sehnsucht nach Einheit noch wenig gespürt. Eine Merkwürdigkeit ist auch die behauptete Sehnsucht nach gemeinsamer Eucharistie: Wenn man bedenkt wie negativ und verächtlich Luther über die katholische Messe sprach, verstehe ich nicht, wie man sich zugleich nach ihr sehnen kann, ohne klar zu sagen, dass man sich von Luther trennt.

Und überhaupt, in der Berichterstattung habe ich eigentlich so gut wie nichts gehört von der unmenschlichen Stellungnahme Luthers gegen die nicht ohne Grund aufständischen Bauern und auch nichts von seinen bösartigen und ordinären Ausführungen gegen die Juden, die auch die Nazis noch für ihre anti-jüdische Propaganda nützen konnten. Wäre der Jahrestag nicht auch Gelegenheit gewesen, zu diesen „anderen“ Seiten Luthers klare Worte zu sagen?

Auch die Behauptung, dass Protestanten fester im Glauben seien, habe ich gelesen, aber wer solches sagt, weiß nichts von der heutigen Situation der evangelischen Christen, in der sogar manche evangelische Bischöfe und Pastoren elementare Inhalte der Bibel nicht mehr glauben und zum Beispiel behaupten, dass Jesus der Sohn von Josef gewesen und im Grab verwest sei, wie eben alle Toten verwesen.

Auch wäre es vernünftig gewesen, den historisch als Mythos erwiesenen Thesenanschlag Luthers dem Publikum nicht ständig als Tatsache zu präsentieren.

Unklar bleibt auch, wie ein prominenter Redner behaupten konnte, den „Rechtsstaat“ und die individuelle Menschenwürde hätten wir Luther zu verdanken. Natürlich ist so eine Zeit des Gedenkens nicht ein wissenschaftliches Symposion, und es ist richtig, Punkte zu nennen und zu würdigen, bezüglich derer Luther recht hatte und wo er Gutes tat. Aber dennoch sollte man Luther nicht gegen alle historische Wahrheit als einen Heiligen, Wohltäter der Welt und als Zeugen des Glaubens präsentieren, den er zugleich zerstörte.

Nach 500 Jahren Protest wäre es an der Zeit, den Protest endlich ruhen zu lassen, die Vergangenheit mit nüchterner Redlichkeit anzuschauen und wirklich aufeinander zuzugehen ohne der anderen Seite ständig alte Rechnungen hinzuhalten und zu streiten, wer damals mehr Unrecht tat. Das wäre passend, weil heute – schon wieder – vieles in der katholischen Kirche in Krise ist und es auch in der lutherischen Gemeinschaft wahrhaftig nicht besser ausschaut – wie damals, könnte man sagen, wo es unter den Christen viele Missstände gab, die man nicht der einen oder an anderen Seite zuordnen konnte, weil es diese Unterscheidung noch nicht gab.

Heute sollten wir alle getrieben von einer leidenschaftlichen, paulinischen Sehnsucht nach Einheit leben und denken, weil Jesus nicht Kirchen in der Mehrzahl gegründet hat und Ihm „versöhnte Verschiedenheit“ nicht genügt, sondern ER Seine Eine, Einzige Kirche auf dem Felsen Petri gebaut hat.

Angesichts der Menschlichkeit dieses Mannes und auch seiner Nachfolger, den Jesus trotzdem Petrus nannte, könnte man sagen: Nur Jesus konnte es gelingen, auf einem so brüchigem „Felsen“ eine unzerstörbare Kirche zu bauen. An uns liegt es, in dieser Kirche eins zu sein bzw. wieder zu werden und als Geeinte der Welt Zeugnis zu geben.

Wie sehr die Spaltung diesem Zeugnis geschadet hat und schadet, ist bis heute ein Grund zum Weinen, nicht zum Feiern!

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