Kardinal Sarah: „Auf dem Weg hin zu einer authentischen Umsetzung von Sacrosanctum Concilium“

sarah_1468536099

Gott im Blick: Kardinal Sarah feiert die heilige Messe, nach Osten gerichtet, in der „normalen“ Form am zweiten Tag der Londoner Konferenz. Foto: Lawrence OP via Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Dokumentiert:
Die komplette Rede von Kardinal Sarah
bei der Konferenz „Sacra Liturgia“

(Original: Englische Version dieser kompletten Rede)

Verehrte Exzellenzen, liebe Geistliche, Diakone und liebe geweihte Männer und Frauen, liebe Brüder und Schwestern in Christus:

Zuerst möchte ich Seiner Eminenz Kardinal Vincent Nichols danken, für seine Begrüßung in der Erzdiözese von Westminster, und für seine freundlichen Worte der Begrüßung. Danken möchte ich auch Seiner Exzellenz, Bischof Dominik Rey, dem Bischof von Fréjus-Toulon, für seine Einladung zu dieser internationalen „Sacra Liturgia“-Konferenz, und die Eröffnungsansprache heute Abend zu halten. Exzellenz, ich gratuliere Ihnen zu dieser internationalen Initiative zur Förderung der Erforschung der Wichtigkeit liturgischer Bildung und Zelebration im Leben und der Mission der Kirche.

Ich bin sehr glücklich, mit Euch allen heute hier zu sein. Ich danke einem jeden von Euch für seine Anwesenheit, mit der er seiner Wertschätzung für jene wichtige Frage Ausdruck verleiht, die Kardinal Ratzinger einst „die Frage der Liturgie“ nannte, heute, am Eingang des 21. Jahrhunderts. Dies ist ein großartiges Hoffnungszeichen für die Kirche.

EINLEITUNG

In seiner Botschaft vom 18. Februar 2014 zum Symposium anlässlich des 50. Jubiläums der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die heilige Liturgie, Sacrosanctum Concilium, bemerkte der Heilige Vater, Papst Franziskus, dass der Zeitpunkt des 50. Jahrestags seit der Ausfertigung der Konstitution uns dazu bewegen sollte, „die Verpflichtung zu erneuern, [die] Lehre [von Sacrosanctium Concilium] in einer noch vollständigeren Weise umzusetzen.“ Der Heilige Vater fuhr fort:

Es ist notwendig, vereint mit erneuerter Bereitschaft den Weg weiter zu gehen, den die Konzilsväter angezeigt haben, da noch viel zu tun ist, was die richtige und vollständige Assimilation der Konstitution der heiligen Liturgie seitens der getauften und kirchlichen Gemeinschaften betrifft. Ich beziehe mich, insbesondere, auf die Verpflichtung zu einer soliden und natürlichen liturgischen Einführung und Bildung, sowohl der gläubigen Laien als auch des Klerus und geweihter Menschen.

Der Heilige Vater hat recht. Wir müssen noch viel erledigen, wenn wir die Vision der Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils für das liturgische Leben der Kirche realisieren wollen. Wir haben sehr viel zu tun, wenn wir heute, gute 50 Jahre nach Abschluss des Konzils „eine rechte und vollständige Assimilierung der Konstitution der heiligen Liturgie“ erreichen wollen.

In diesem Vortrag möchte ich Ihnen einige Erwägungen vorstellen, wie die Kirche des Westens sich einer treueren Umsetzung von Sacrosanctum Concilium annähern kann. Dabei möchte ich die Frage stellen: „Was beabsichtigten die Konzilsväter mit der Liturgiereform?“ Dann möchte ich darauf eingehen, wie ihre Absichten nach dem Konzil umgesetzt wurden. Abschliessend möchte ich Euch einige Vorschläge unterbreiten für das liturgische Leben der Kirche heute, damit unsere liturgische Praxis besser den Absichten der Konzilsväter entspricht.

https://www.instagram.com/p/BH2-GU3gzHL

A. WAS IST DIE HEILIGE LITURGIE?

Zuerst aber müssen wir eine Vorfrage betrachten. Es ist die Frage: „Was ist die heilige Liturgie?“ Denn wenn wir nicht das Wesen der katholischen Liturgie verstehen, im Gegensatz zu den Riten anderer christlicher Gemeinschaften und anderer Religionen, können wir auch nicht erwarten, die Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die heilige Liturgie zu verstehen, oder uns einer gewissenhaften Umsetzung annähern.

In seinem Motu Proprio Tra le sollecitudini vom 22. November 1903 lehrte der heilige Papst Pius X., dass „die hochheiligen Mysterien“ und „das öffentliche, feierliche Gebet der Kirche“, das heißt, die heilige Liturgie, die „erste und unentbehrliche Quelle“ sei für den „wahrhaft christlichen Geist“. Der heilige Pius X. rief somit zu einer echten und fruchtbringenden Teilnahme aller an den liturgischen Riten der Kirche auf. Wie wir wissen, sollte diese Lehre und Exhortation in Artikel 14 von Sacrosanctum Concilium wiederholt werden.

Papst Pius XI. erhob etwa 25 Jahre später aus dem gleichen Grund seine Stimme in seiner Apostolischen Konstitution Divini Cultus (20. Dezember 1928), und lehrte,

„[f]ürwahr, etwas Heiliges ist die Liturgie, denn durch sie werden wir zu Gott erhoben und mit ihm vereinigt, in ihr legen wir Zeugnis ab für unseren Glauben; zu ihr sind wir auch strengsten verpflichtet wegen der Wohltaten und der Hilfe, die wir empfangen haben und deren wir stets bedürfen.“

Papst Pius XII. widmete ein Rundschreiben, Mediator Dei, (20. November 1947) der heiligen Liturgie, in dem er lehrte:

Die heilige Liturgie bildet folglich den öffentlichen Kult, den unser Erlöser, das Haupt der Kirche, dem himmlischen Vater erweist und den die Gemeinschaft der Christgläubigen ihrem Gründer und durch ihn dem Ewigen Vater darbringt; um es zusammenfassend kurz auszudrücken: sie stellt den gesamten öffentlichen Gottesdienst des mystischen Leibes Jesu Christi dar, seines Hauptes nämlich und seiner Glieder. (Nr. 20)

Der Papst lehrte, dass die „Wesen und Sinn der heiligen Liturgie“ sei, dass „die Verbindung unserer Seelen mit Christus [bezweckt], ihre durch den göttlichen Erlöser zu erwirkende Heiligung, auf daß Christus geehrt werde und durch ihn und mit ihm die heiligste Dreifaltigkeit“. (Nr. 171)

Das Zweite Vatikanische Konzil lehrte, dass sich durch die Liturgie „das Werk unserer Erlösung“ vollziehe (Sacrosanctum Concilium, 2) und dass die Liturgie mit Recht:

…als Vollzug des Priesteramtes Jesu Christi [gelte]; durch sinnenfällige Zeichen wird in ihr die Heiligung des Menschen bezeichnet und in je eigener Weise bewirkt und vom mystischen Leib Jesu Christi, d.h. dem Haupt und den Gliedern, der gesamte öffentliche Kult vollzogen.

Infolgedessen ist jede liturgische Feier als Werk Christi, des Priesters, und seines Leibes, der die Kirche ist, in vorzüglichem Sinn heilige Handlung, deren Wirksamkeit kein anderes Tun der Kirche an Rang und Maß erreicht. (Nr. 7)

Vor diesem Hintergrund lehrte Sacrosanctum Concilium, dass die Liturgie:

…der Höhepunkt [ist], dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt. Denn die apostolische Arbeit ist darauf hingeordnet, daß alle, durch Glauben und Taufe Kinder Gottes geworden, sich versammeln, inmitten der Kirche Gott loben, am Opfer teilnehmen und das Herrenmahl genießen. (Nr. 10)

Nun könnte man diese Exposition der Lehre des Magisteriums über die Natur der heiligen Liturgie mit den Lehren der nachkonziliaren Päpste weiterführen, und mit dem Katechismus der Katholischen Kirche. Aber lasst uns fürs erste beim Konzil anhalten. Denn es ist klar, denke ich, dass die Kirche lehrt, dass die katholische Liturgie der einzigartig privilegierte Ort der erlösenden Handlung Christi in unserer Welt von heute ist, durch welche wir, bei echter Teilnahme, Seine Gnade und Kraft empfangen, die so notwendig ist für unser Ausharren und Wachsen im Leben als Christen. Es ist der göttlich begründete Ort, an den wir kommen um unsere Pflicht der Opfergabe für Gott zu leisten, das Eine Wahre Opfer darbringen. Die katholische Liturgie ist etwas Heiliges, etwas, das seinem Wesen nach heilig ist. Katholische Liturgie ist keine gewöhnliche Zusammenkunft von Menschen.

Ich möchte an dieser Stelle eine sehr wichtige Tatsache betonen: Gott, nicht der Mensch, steht im Mittelpunkt der Liturgie. Wir kommen, um Ihn anzubeten. In der Liturgie geht es nicht um Dich oder mich; wir feiern dort nicht unsere eigene Identität oder Leistungen oder verherrlichen oder unterstützen dort unsere eigene Kultur und örtlichen religiösen Bräuche. In der Liturgie geht es zuerst und vor allem um Gott und was Er für uns getan hat. In Seiner Göttlichen Vorsehung hat der Allmächtige Gott die Kirche geschaffen und die Heilige Liturgie begründet, durch die es uns möglich ist, Ihm wahrhaftige Anbetung zu erweisen im Einklang mit dem durch Christus geschaffenen Neuen Bund. Auf diese Weise, indem wir in die Anforderungen der heiligen Riten eintreten, wie sie in der Tradition der Kirche entwickelt wurden, erhalten wir unsere wahre Identität und Bedeutung als Söhne und Töchter des Vaters.

Es ist unerlässlich, dass wir diese Spezifizität katholischer Anbetung verstehen, denn in den vergangenen Jahrzehnten haben wir viele liturgische Feiern erlebt in denen Leute, Persönlichkeiten und menschliche Errungenschaften zu sehr im Vordergrund standen, fast bis zur Exklusion Gottes. Wie Kardinal Ratzinger einst schrieb: Wenn die Liturgie zuallererst wie eine Werkstatt unserer Aktivitäten ist, dann wird vergessen, was wesentlich ist: Gott. Denn die Liturgie dreht sich nicht um uns, sondern um Gott. Gottvergessenheit ist das größte Problem unserer Zeit (vgl. Joseph Ratzinger — Gesammelte Schriften: Theologie der Liturgie: Die sakramentale Begründung christlicher Existenz).

Wir müssen uns über das Wesen katholischer Anbetung völlig klar sein, wenn wir die Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Liturgie richtig lesen wollen und treu umsetzen wollen. Denn die Konzilsväter waren in den lehramtlichen Schreiben der Päpste des 20. Jahrhunderts gebildet, die ich zitiert habe. Der heilige Papst Johannes XIII berief kein Ökumenisches Konzil ein, um diese Lehren zu unterwandern, die er selber unterstützte. Die Konzilsväter kamen nicht nicht im Oktober 1962 nach Rom in der Absicht, eine anthropozentrische Liturgie zu schaffen. Vielmehr suchten der Papst und die Konzilsväter nach Wegen, wie die Christgläubigen immer tiefer aus der „ersten und unentbehrlichen Quelle“ trinken können, um so „den wahrhaft christlichen Geist“ für ihre Erlösung und für alle Männer und Frauen ihrer Zeit.

B. WAS BEABSICHTIGTEN DIE VÄTER
DES ZWEITEN VATIKANISCHEN KONZILS?

Wir müssen die Absichten der Konzilsväter genauer betrachten, besonders wenn wir heute ihren Intentionen gerecht werden wollen. Was wollten sie mit der Konstitution über die heilige Liturgie erreichen?

Beginnen wir mit dem allerersten Artikel von Sacrosanctum Concilium:

Das Heilige Konzil hat sich zum Ziel gesetzt, das christliche Leben unter den Gläubigen mehr und mehr zu vertiefen, die dem Wechsel unterworfenen Einrichtungen den Notwendigkeiten unseres Zeitalters besser anzupassen, zu fördern, was immer zur Einheit aller, die an Christus glauben, beitragen kann, und zu stärken, was immer helfen kann, alle in den Schoß der Kirche zu rufen. (Nr. 1)

Erinnern wir uns daran, dass liturgische Reformen bereits seit einem Jahrzehnt im Gange waren zum Zeitpunkt der Konzilseröffnung, und die Konzilsväter mit diesen Reformen sehr vertraut waren. Sie dachten über diese Fragen nicht theoretisch nach, ohne jedweden Kontext. Sie erwarteten, die bereits begonnene Arbeit fortzusetzen und die „altiora principia“ zu erwägen, die höheren oder fundamentalen Prinizipien liturgischer Reform, von denen der heilige Papst Johannes XXIII. in seinem Motu Proprio Rubricarum Instructum vom 25. Juli 1960 sprach.

Somit beschreibt der erste Artikel der Konstitution vier Gründe für eine liturgische Reform. Der erste, „das christliche Leben unter den Gläubigen mehr und mehr zu vertiefen“, ist das stete Anliegen der Seelsorger der Kirche in jedem Zeitalter.

Der zweite, „die dem Wechsel unterworfenen Einrichtungen den Notwendigkeiten unseres Zeitalters besser anzupassen“, mag uns Anlass geben, innezuhalten und nachzudenken, besonders angesichts des Zeitgeists der 1960er Jahre. Doch in Wahrheit, wenn betrachtet aus der Warte der Hermeneutik der Kontinuität, wie es die Konzilsväter mit größter Wahrscheinlichkeit intendierten, bedeutet dies, dass das Konzil sich liturgische Entwicklungen wünschte, die dem Leben der Christen eine größere Lebendigkeit verleihen sollten. Die Konzilsväter wollten nicht die Dinge einfach um der Änderung willen ändern!

Und so mag auch der dritte Grund, „zu fördern, was immer zur Einheit aller, die an Christus glauben, beitragen kann“, zum Nachdenken bringen, dass wir nicht glauben, dass die Konzilsväter die heilige Liturgie instrumentalisieren wollten als ein ökumenisches Werkzeug, daraus ein Mittel zum Zweck machen. Aber kann dies der Fall sein? Gewiß, nach dem Konzil mögen manche dies versucht haben. Doch die Väter selber wußten, dass dies nicht möglich war. Einheit im Kultus vor dem Opfer-Altar ist das angestrebte Ziel ökumenischer Bemühungen. Die Liturgie ist kein Mittel, mit dem man gute Absichten oder Zusammenarbeit in Werken des Apostolats. Nein, die Konzilsväter sagen hier, dass sie glauben, dass die Liturgiereform Teil einer Dynamik sein kann, die Menschen dabei hilft, die katholische Einheit zu erzielen ohne die eine volle Kommunion im Kultus nicht möglich ist.

Die gleiche Motivation findet sich im vierten angegebenen Grund für die Liturgiereform: „zu stärken, was immer helfen kann, alle in den Schoß der Kirche zu rufen.“ Hier gehen wir aber weiter als unsere getrennten christlichen Brüder und Schwestern und betrachten „die gesamte Menschheit“. Die Mission der Kirche ist an jeden Mann und jede Frau gerichtet! Die Konzilsväter glaubten dies und hofften, dass eine fruchtbarere Teilnahme an der Liturgie eine Erneuerung der missionarischen Tätigkeit der Kirche erleichtern würde.

Lassen Sie mich ein weiteres Beispiel geben. Viele Jahre lang wurde vor dem Konzil eine große Debatte über die Möglichkeit geführt — sowohl in Ländern, in denen missioniert wurde als auch in weiter entwickelten —, in der Liturgie mehr Landessprachen zu verwenden, vor allem in den Lesungen aus der Heiligen Schrift, wie auch für einige andere Teile des ersten Teils der Messe (was wir heute den „Wortgottesdienst“ nennen) sowie für liturgische Gesänge. Der Heilige Stuhl hatte bereits viele Genehmigungen für die Verwendung der Landessprache bei der Spendung von Sakramenten erteilt. Vor diesem Hintergrund sprachen die Konzilsväter über mögliche positive ökumenische oder missionarische Effekte der Liturgiereform. Es ist richtig, dass die Landessprachen einen positiven Platz in der Liturgie haben. Die Väter strebten dies an, ohne die Protestantisierung der heiligen Liturgie zu erlauben oder einer falschen Inkulturation der Liturgie zuzustimmen.

Ich bin Afrikaner. Lassen sie es mich klar sagen: Die Liturgie ist nicht der Ort, an dem ich meine Kultur pflege. Vielmehr ist sie der Ort, an dem meine Kultur getauft wird, an dem meine Kultur ins Göttliche aufgenommen wird. Durch die Liturgie der Kirche (welche Missionare der ganzen Welt gebracht haben) spricht Gott zu uns, Er ändert uns und läßt uns an Seinem göttlichen Leben teilhaben. Wenn jemand zum Christen wird, wenn jemand in die volle Kommunion mit der katholischen Kirche eintritt, dann erhält diese Person etwas, das über sie hinausgeht, etwas das sie verändert. Gewiß, Kulturen und anderen Christen bringen Geschenke in die Kirche ein – die Liturgie des Ordinariates der Anglikaner, die nun in voller Kommunion mit der katholischen Kirche sind: Das ist ein schönes Beispiel dafür. Aber sie bringen diese Geschenke mit Demut, und die Kirche nutzt diese in ihrer mütterlichen Weisheit, wie sie es für angemessen beurteilt.

Nichtsdestotrotz scheint sehr klar sein zu müssen, was wir unter Inkulturation verstehen. Wenn wir diesen Begriff wirklich als eine Einsicht in das Mysterium Jesu Christi verstehen, dann haben wir den Schlüssel zur Inkulturation, die kein Streben nach – oder Anspruch auf – Zulässigkeit einer Afrikanisierung oder Latein-Amerikanisierung oder Asiatisierung als Ersatz für eine Verwestlichung der Kirche ist. Inkulturation ist weder eine Kanonisierung örtlicher Kultur noch ein Niederlassen in dieser Kultur auf die Gefahr hin, diese zu Verabsolutisieren. Inkulturation ist ein Hereinbrechen und eine Manifestation des Herrn in den Tiefen unseres Seins. Und das Hereinbrechen des Herrn in unser Leben bedeutet einen Bruch, ein Ablösen, dass den Zugang zu einem Weg neuer Orientierungen eröffnet welche Teile einer neuen Kultur sind, ein Gefährt der Frohen Botschaft für den Menschen und seiner Würde als Sohn Gottes. Wenn das Evangelium in unser Leben eintritt, dann unterbricht es unser Leben, verändert es. Es gibt ihm eine neue Richtung, eine neue Moral und ethische Orientierungen. Es verwandelt das Herz des Menschen auf Gott und auf seinen Nachbarn hin, sie zu lieben und ihnen zu dienen, absolut und ohne Hintergedanken. Wenn Jesus in ein Leben eintritt, dann verklärt er es, vergöttlicht es durch das strahlende Licht Seines Antlitzes, so wie es dem heiligen Paulus ging auf der Straße nach Damaskus (vgl. Apg 9,5-6).

So wie durch seine Inkarnation das Wort Gottes  in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat (Heb 4,15), so nimmt das Evangelium all menschlichen und kulturellen Werte an, aber weigert sich, Gestalt in den Strukturen der Sünde anzunehmen. Das bedeutet, dass je mehr individuelle wie kollektive Sünden in einer menschlichen oder kirchlichen Gemeinschaft sind, desto weniger Raum gibt es für Inkulturation. Im Gegenteil, je mehr eine christliche Gemeinschaft vor Heiligkeit leuchtet und die Werte des Evangeliums ausstrahlt, umso wahrscheinlicher inkulturiert sie die christliche Botschaft. Die Inkulturation des Glaubens ist die Herausforderung der Heiligkeit. Sie prüft den Grad der Heiligkeit, und den Stand der Durchdringung mit der Frohen Botschaft, und des Glaubens an Jesus Christus als christliche Gemeinschaft. Inkulturation ist daher keine religiöse Folklore.

Sie ist nicht wesentlich im Gebrauch örtlicher Sprachen, Instrumente und latein-amerikanischer Musik, afrikanischer Tänze oder asiatischer Rituale und Symbolen in der Liturgie und den Sakramenten realisiert. Inkulturation ist Gott, der in unser Leben herabkommt, in das moralische Verhalten, in die Kulturen und die Bräuche der Menschen um diese von der Sünde zu befreien und sie in das Leben der Dreifaltigkeit zu bringen. Gewiß bedarf der Glaube einer Kultur um kommuniziert zu werden. Deshalb hat der heilige Papst Johannes Paul II. bekräftigt, dass ein Glaube, der nicht Kultur wird, ein Glaube ist, der stirbt: „Die Inkulturation in ihrem recht verstandenen Prozeß muß sich von zwei Prinzipien der ‚Vereinbarkeit mit dem Evangelium und der Gemeinschaft mit der Gesamtkirche‘ leiten lassen.“ (Enzyklika Redemptoris Missio, 7. Dezember 1990, Nr. 54)

Ich habe einige Zeit der Betrachtung des ersten Abschnitts der Konstitution gewidmet, weil es sehr wichtig ist, dass wir wirklich Sacrosanctum Concilium in diesem Zusammenhang lesen, als ein Dokument, dass beabsichtigte, die rechte Entwicklung (wie etwa die häufigere Verwendung von Landessprachen) zu unterstützen, in Kontinuität mit der Natur, Lehre und Mission der Kirche in der modernen Welt. Wir dürfen aus ihr nicht Dinge herauslesen, die sie gar nicht sagt. Die Konzilsväter beabsichtigten keine Revolution, sondern eine Evolution, eine maßvolle Reform.

Die Absichten der Konzilsväter sind aus anderen Schlüsselpassagen klar herauslesbar. Absatz 14 ist einer der wichtigsten der ganzen Konstitution:

Die Mutter Kirche wünscht sehr, alle Gläubigen möchten zu der vollen, bewußten und tätigen Teilnahme an den liturgischen Feiern geführt werden, wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk, „das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, der heilige Stamm, das Eigentumsvolk“ (1 Petr 2,9; vgl. 2,4-5) kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist.

Diese volle und tätige Teilnahme des ganzen Volkes ist bei der Erneuerung und Förderung der heiligen Liturgie aufs stärkste zu beachten, ist sie doch die erste und unentbehrliche Quelle, aus der die Christen wahrhaft christlichen Geist schöpfen sollen. Darum ist sie in der ganzen seelsorglichen Arbeit durch gebührende Unterweisung von den Seelsorgern gewissenhaft anzustreben.

Es besteht aber keine Hoffnung auf Verwirklichung dieser Forderung, wenn nicht zuerst die Seelsorger vom Geist und von der Kraft der Liturgie tief durchdrungen sind und in ihr Lehrmeister werden. Darum ist es dringend notwendig, daß für die liturgische Bildung des Klerus gründlich gesorgt wird.

Hier hören wir die Stimme der vorkonziliaren Päpste, die eine echte und fruchtbringende Teilnahme an der Liturgie anstreben, und dass – um dies in die Tat umzusetzen – das Bestehen auf gründliche Ausbildung oder Bildung in der Liturgie dringend notwendig ist. Die Väter beweisen hier einen Realitätssinn, der später vielleicht vergessen wurde. Hören wir noch einmal die Worte des Konzils und betrachten wir ihre Wichtigkeit: „Es besteht aber keine Hoffnung auf Verwirklichung dieser Forderung, wenn nicht zuerst die Seelsorger vom Geist und von der Kraft der Liturgie tief durchdrungen sind und in ihr Lehrmeister werden.

Auch am Anfang von Artikel 21 hören wir sehr klar die Absichten der Väter: „Damit das christliche Volk in der heiligen Liturgie die Fülle der Gnaden mit größerer Sicherheit erlange, ist es der Wunsch der heiligen Mutter Kirche, eine allgemeine Erneuerung der Liturgie sorgfältig in die Wege zu leiten.“ „Ut populus christianus in sacra Liturgia abundantiam gratiarum securius assequatur…“ Wenn wir Latein studieren, lernen wir, dass das Wort „ut“ einen klaren Zweck bezeichnet, der im gleichen Satz folgt. Was bezweckten die Konzilsväter? – dass das christliche Volk mit größerer Sicherheit in der heiligen Liturgie die Fülle der Gnaden erlange. Wie sollte dies erreicht werden? – indem mit großer Sorgfalt eine allgemeine Erneuerung der Liturgie in die Wege geleitet werden dass die Väter über eine „Erneuerung“ sprechen, nicht über eine Revolution!

Eine der klarsten und schönsten Ausdrücke der Absichten der Konzilsväter findet sich am Anfang des zweiten Kapitels der Konstitution, die das Mysterium der Allerheiligsten Eucharistie betrachtet. Wir lesen in Artikel 48:

So richtet die Kirche ihre ganze Sorge darauf, daß die Christen diesem Geheimnis des Glaubens nicht wie Außenstehende und stumme Zuschauer beiwohnen; sie sollen vielmehr durch die Riten und Gebete dieses Mysterium wohl verstehen lernen und so die heilige Handlung bewußt, fromm und tätig mitfeiern, sich durch das Wort Gottes formen lassen, am Tisch des Herrenleibes Stärkung finden. Sie sollen Gott danksagen und die unbefleckte Opfergabe darbringen nicht nur durch die Hände des Priesters, sondern auch gemeinsam mit ihm und dadurch sich selber darbringen lernen. So sollen sie durch Christus, den Mittler, von Tag zu Tag zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander gelangen, damit schließlich Gott alles in allem sei.

Meine Brüder und Schwestern, das ist es, was die Konzilsväter beabsichtigten. Ja, gewiß, sie diskutierten und stimmten über spezifische Wege ab, wie sie ihre Absichten erreichen wollten. Aber lasst uns klar feststellen: Die in der Konstitution vorgeschlagenen Ritualreformen, wie die Wiedereinführung des Gebets der Gläubigen bei der Messe (Nr. 53), die Ausdehnung der Konzelebration (Nr. 57) oder einige andere Punkte – wie die in Artikel 34 und 50 angestrebte Einfachheit – unterliegen alle den grundlegenden Absichten der Konzilsväter, die ich soeben skizziert habe. Sie sind Mittel zum Zweck, und es ist dieser Zweck, den wir erfüllen müssen.

Wenn wir uns einer authentischeren Umsetzung von Sacrosanctum Concilium annähern wollen, dann sind es diese Ziele, diese Zwecke, die wir vor allem und zuerst vor Augen haben müssen. Es mag sein, dass wir, wenn wir sie mit einem frischen Blick betrachten und dem Vorteil der Erfahrung der vergangenen fünf Jahrzehnte, manche bestimmte Ritualreformen und gewisse liturgische Regeln in einem neuen Licht sehen. Wenn heute, um „das christliche Leben unter den Gläubigen mehr und mehr zu vertiefen“ und „alle in den Schoß der Kirche zu rufen“, einige dieser Regeln und Reformen neu geprüft werden müssen, lasst uns den Herrn bitten, uns die Liebe und Demut und Weisheit zu geben, dies so zu tun.

C. WAS GESCHAH NACH DER PROMULGATION VON
SACROSANCTUM CONCILIUM?

Ich werfe die Frage einer neuen Prüfung der Konstitution und der Reform, die ihrer Promulgierung folgte, auf weil ich nicht glaube, dass wir auch nur den ersten Artikel von Sacrosanctum Concilium heute ehrlich lesen können und meinen, seine Ziele seien erreicht worden. Meine Brüder und Schwestern, wo sind die Gläubigen, von denen die Konzilsväter sprachen? Viele der Gläubigen sind nun ungläubig: Sie kommen gar nicht zur Liturgie. Um es mit den Worten des heiligen Johannes Paul II. zu sagen: „Das Vergessen Gottes hat zum Niedergang des Menschen geführt. Es wundert daher nicht, daß in diesem Kontext ein großer Freiraum für die Entwicklung des Nihilismus im philosophischen Bereich, des Relativismus im erkenntnistheoretischen und moralischen Bereich, des Pragmatismus und sogar des zynischen Hedonismus in der Gestaltung des Alltagslebens entstanden ist. Die europäische Kultur erweckt den Eindruck einer ’schweigenden Apostasie‘ seitens des satten Menschen, der lebt, als ob es Gott nicht gäbe“. (Nachsynodales Apostolisches Schreiben Ecclesia in Europa, 28. Juni 2003, Nr. 9). Wo ist die Einheit, die das Konzil zu leisten hoffte? Wir haben sie noch nicht erreicht. Haben wir echte Fortschritte beim Bemühen erzielt, alle in den Schoß der Kirche zu rufen? Ich denke nicht. Und doch haben wir mit der Liturgie sehr viel gemacht!

In meinen 47 Jahren als Priester und nach mehr als 36 Jahren bischöflicher Seelsorge kann ich bezeugen, dass viele katholische Gemeinschaften und Individuen mit Eifer und Freude so leben und die Liturgie beten, wie sie nach dem Konzil reformiert wurde, und daraus viele, wenn nicht sogar alle, Dinge beziehen, welche die Konzilsväter beabsichtigten. Dies ist eine große Frucht des Konzils. Aber aus meiner Erfahrung heraus weiß ich auch – nun auch durch meinen Dienst als Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung – dass es viele Verzerrungen der Liturgie in der Kirche heute gibt, und dass es viele Situationen gibt, die verbessert werden könnten damit die Ziele des Konzils auch erreicht werden. Bevor ich einige dieser möglichen Verbesserungen in Betracht ziehe, lasst uns darüber nachdenken, was nach der Promulgation der Konstitution über die heilige Liturgie geschah.

Im sechzehnten Jahrhundert vertraute der Papst die vom Konzil von Trient gewünschte Liturgiereform einer besonderen Kommission an, die sich daran machte, überarbeitete Ausgaben der liturgischen Bücher vorzubereiten, die schließlich vom Papst promulgiert wurden. Dies ist eine völlig normale Vorgehensweise und wurde 1964 vom seligen Paul VI. angewendet, als er das Consilium ad exsequendam constitutionem de sacra liturgia schuf. Wir wissen viel über diese Kommission dank der veröffentlichten Memoiren ihres Sekretärs, Erzbischof Annibale Bugnini („Die Liturgiereform. 1948-1975. Zeugnis und Testament“, Herder Verlag, 1988).

Die Arbeit der Kommission war bei der Umsetzung der Konstitution gewiß Einflüssen, Ideologien und neuen Vorschlägen ausgesetzt, die nicht in Sacrosanctum Concilium anzutreffen sind. So ist es zum Beispiel Tatsache, dass das Konzil nicht vorgeschlagen hat, neue Eucharistische Gebete einzuführen, diese Idee jedoch aufkam und akzeptiert wurde, und dass der Papst diese als Autorität in Kraft setzte. Es ist auch wahr, wie Erzbischof Bugnini selber klarmacht, dass manche Gebete und Riten unter dem Einfluss des damaligen Zeitgeistes konstruiert oder überarbeitet wurden, besonders entsprechend ökumenischer Sensibilitäten. Ob zu viel getan wurde oder nicht, oder ob das, was getan wurde, wirklich dabei half, die Ziele der Konstitution zu erreichen, oder in der Tat diese behinderten, sind Fragen, die wir prüfen müssen. Ich bin sehr froh darüber, dass heute die Gelehrten diese grundlegend prüfen. Nichtsdestotrotz ist es eine wichtige Tatsache, dass der selige Paul VI. die von der Kommission vorgeschlagenen Reformen als angemessen betrachtete und in Kraft setzte. Mit seiner apostolischen Autorität setzte er sie als normgebend ein und stellte ihre Rechtmäßigkeit und Gültigkeit fest.

Doch während die offizielle Reform-Arbeit stattfand, kam es in aller Welt zu einigen sehr schwerwiegende Fehlinterpretationen der Liturgie, die sich etablierten. Diese Missbräuche der heiligen Liturgie wuchsen heran durch ein falsches Verständnis des Konzils, was zu liturgischen Feiern führte, die subjektiv waren und mehr auf die Wünsche individueller Gemeinde fokussiert als auf die sakramentale Anbetung des Allmächtigen Gottes. Mein Vorgänger als Präfekt der Kongregation, Kardinal Franziskus Arinze, nannte das einmal die „Do-It-Yourself Messe“. Sogar der heilige Papst Johannes Paul II. sah sich gezwungen, in seiner Enzyklika Ecclesia de Eucharistica vom 17. April 2003 zu schreiben:

Dieser Verkündigung durch das Lehramt entspricht das innere Wachstum der christlichen Gemeinschaft. Ohne Zweifel war die Liturgiereform des Konzils von großem Gewinn für eine bewußtere, tätigere und fruchtbarere Teilnahme der Gläubigen am heiligen Opfer des Altares. An vielen Orten findet die Anbetung des heiligsten Sakramentes täglich einen weiten Raum und wird so zu einer unerschöpflichen Quelle der Heiligkeit. Die andächtige Teilnahme der Gläubigen an der eucharistischen Prozession am Hochfest des Leibes und Blutes Christi ist eine Gnade des Herrn, welche die teilnehmenden Gläubigen jedes Jahr mit Freude erfüllt.

Man könnte noch andere positive Zeichen des Glaubens und der Liebe zur Eucharistie erwähnen.

Leider fehlt es neben diesen Lichtstrahlen nicht an Schatten. Es gibt Orte, an denen der Kult der eucharistischen Anbetung fast völlig aufgegeben wurde. In dem einen oder anderen Bereich der Kirche kommen Mißbräuche hinzu, die zur Schmälerung des rechten Glaubens und der katholischen Lehre über dieses wunderbare Sakrament beitragen. Bisweilen wird ein stark verkürzendes Verständnis des eucharistischen Mysteriums sichtbar. Es wird seines Opfercharakters beraubt und in einer Weise vollzogen, als ob es den Sinn und den Wert einer brüderlichen Mahlgemeinschaft nicht übersteigen würde. Darüber hinaus wird manchmal die Notwendigkeit des Amtspriestertums, das in der apostolischen Sukzession gründet, verdunkelt, und die Sakramentalität der Eucharistie allein auf die Wirksamkeit in der Verkündigung reduziert. Von da aus gibt es hier und da ökumenische Initiativen, die zwar gut gemeint sind, aber zu eucharistischen Praktiken verleiten, die der Disziplin widersprechen, mit der die Kirche ihren Glauben zum Ausdruck bringt. Wie sollte man nicht über all dies tiefen Schmerz empfinden? Die Eucharistie ist ein zu großes Gut, um Zweideutigkeiten und Verkürzungen zu dulden.

Ich vertraue darauf, daß diese Enzyklika wirksam dazu beitragen kann, die Schatten nicht annehmbarer Lehren und Praktiken zu vertreiben, damit das Mysterium der Eucharistie weiterhin in seinem vollen Glanz erstrahle. (Nr. 10)

Neben den liturgischen Missbräuchen gab es auch Widerstand gegen die offiziell in Kraft gesetzten Reformen. Manche Personen befanden, dass diese zu schnell zu weit gegangen waren, oder verdächtigten die offiziellen Reformen sogar, doktrinär fragwürdig zu sein. Man erinnere sich an die Kontroverse im Jahr 1969, als die Kardinäle Ottaviani und Bacci in einem Brief an Paul VI. sehr schwerwiegende Befürchtungen zum Ausdruck brachten, was zur Folge hatte, dass der Papst es für angemessen sah, bestimmte doktrinelle Klarstellungen zu machen. Auch diese Fragen müssen sorgfältig untersucht werden.

Aber es gab auch eine pastorale Wirklichkeit hier: Ob nun aus guten oder weniger guten Gründen konnten oder wollten manche Gläubige nicht an den reformierten Riten teilnehmen. Sie blieben diesen fern, oder nahmen nur an Liturgien teil, die nicht reformiert blieben, selbst wenn deren Feier nicht autorisiert war. So wurde die Liturgie ein Ausdruck der Unstimmigkeiten innerhalb der Kirche, statt katholischer Einheit. Das Konzil beabsichtigte nicht, dass uns die Liturgie von einander trennt! Der heilige Papst Johannes Paul II. arbeitete daran, diese Trennung zu heilen, unterstützt durch Kardinal Ratzinger, der, als Papst Benedikt XVI., diese innere Versöhnung erleichtern wollte, indem er durch sein Motu Proprio Summorum Pontificum (7. Juli 2007) festsetzte, dass die alte Form des Römischen Ritus ohne Beschränkungen allen Individuen und Gruppen verfügbar sein muss, die sich seiner Reichtümer bedienen wollen. Unter Gottes Vorsehung ist es nun möglich, unsere katholische Einheit zu feiern und gleichzeitig eine legitime Vielfalt ritueller Praxis zu respektieren und sogar ihrer zu erfreuen.

Zuletzt möchte ich anmerken, dass während der Arbeit an Reformen und Übersetzungen, die nach dem Konzil stattfand (und wir wissen, dass manche Arbeit zu schnell gemacht wurde, was bedeutet, dass wir die Übersetzungen überarbeiten müssen, damit sie dem lateinischen Original besser entsprechen), vielleicht aus dem Blick geriet, was den Konzilsvätern zufolge unverzichtbar war, wenn die von ihnen gewünschte fruchtbringende Teilnahme an der Liturgie erreicht werden sollte: Dass Geistlich „vom Geist und von der Kraft der Liturgie tief durchdrungen sind und in ihr Lehrmeister werden“. Wir wissen, dass ein Gebäude mit schwachem Fundament Gefahr läuft, Schaden zu nehmen oder gar einzustürzen.

Wir haben vielleicht eine sehr neue, moderne Liturgie in der jeweiligen Landessprache geschaffen, aber wenn wir nicht die richtigen Fundamente gelegt haben – wenn unsere Seminaristen und Geistlichen nicht „vom Geist und von der Kraft der Liturgie tief durchdrungen sind“ wie es das Konzil vorschrieb – dann können sie selbst nicht die Menschen bilden, die in ihrer Obhut sind. Wir müssen die Worte des Konzils sehr ernst nehmen: Es besteht „keine Hoffnung auf Verwirklichung“ einer liturgischen Erneuerung ohne gründliche liturgische Bildung. Ohne diese unverzichtbare Bildung könnte der Klerus sogar den Glauben der Menschen an das Eucharistische Geheimnis beschädigen.

Ich will nicht als übertrieben pessimistisch wahrgenommen werden, und ich sage noch einmal: es gibt viele, viele gläubige Laien – Männer und Frauen –, viele Geistliche und Ordensleute, für welche die nach dem Konzil reformierte Liturgie eine Quelle viel spiritueller wie apostolischer Frucht ist, und dafür bin ich dem Allmächtigen Gott dankbar. Aber, selbst von meiner eben vollzogenen, kurzen Analyse ausgehend, denke ich, werdet Ihr mir zustimmen, dass wir Besseres leisten können, wenn wir erreichen wollen, dass die heilige Liturgie wirklich Quelle und Gipfel des Lebens und der Mission der Kirche wird, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, wie es die Konzilsväter so aufrichtig ersehnten.

Wie auch immer – Papst Franziskus fordert uns auf: „Es ist notwendig, vereint mit erneuerter Bereitschaft den Weg weiter zu gehen, den die Konzilsväter angezeigt haben, da noch viel zu tun ist, was die richtige und vollständige Assimilation der Konstitution der heiligen Liturgie seitens der getauften und kirchlichen Gemeinschaften betrifft. Ich beziehe mich, insbesondere, auf die Verpflichtung zu einer soliden und natürlichen liturgischen Einführung und Bildung, sowohl der gläubigen Laien als auch des Klerus und geweihter Menschen“.

D. WIE SOLLTEN WIR HEUTE AUF
EINE AUTHENTISCHERE UMSETZUNG VON
SACROSANCTUM CONCILIUM HINARBEITEN?

Angesichts der grundsätzlichen Wünsche der Konzilsväter und der unterschiedlichen Situationen, die nach dem Konzil entstanden sind, würde ich gerne ein paar praktische Erwägungen vorschlagen, wie wir heute Sacrosanctum Concilium treuer umsetzen können.

Auch wenn ich als Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung diene, schlage ich diese in aller Demut als Priester und Bischof vor, in der Hoffnung, dass sie ein gereiftes Nachdenken und Forschung und gute liturgische Praxis in der gesamten Kirche befördern.

Es wird niemanden überraschen wenn ich sage, dass wir zu allererst die Qualität und Tiefe unserer liturgischen Ausbildung untersuchen müssen; wie wir unseren Klerus, unsere Ordensleute und unsere Laiengläubigen durchtränken mit dem Geist und der Macht der Liturgie. Allzu oft gehen wir davon aus, dass unsere Weihekandidaten für das Priesteramt oder das ständige Diakonat genug über die Liturgie „wissen“. Aber das Konzil bestand hier nicht auf Wissen, obwohl natürlich, die Konstitution die Wichtigkeit liturgischer Bildung betont (siehe Artikel Nr. 15-17). Nein, die liturgische Ausbildung, die vorrangig und unverzichtbar ist, besteht vielmehr im Eintauchen in der Liturgie, im tiefen Mysterium Gottes, unseres liebenden Vaters. Es geht darum, die Liturgie zu leben, in ihrem ganzen Reichtum, damit wir, nachdem wir in tiefen Zügen aus ihrer Quelle getrunken haben, immer einen Durst nach ihren Freuden haben, nach ihrer Ordnung und Schönheit, ihrer Stille und Kontemplation, ihrem Jubel und ihrer Anbetung, ihrer Fähigkeit, uns aufs Engste mit Ihm vertraut zu machen, der in uns wirkt und durch die heiligen Riten der Kirche.

Das ist der Grund dafür, dass jene „in Ausbildung“ für pastoraler Arbeit die Liturgie so vollkommen wie möglich in ihren Seminaren und Bildungshäusern leben sollten. Auch Kandidaten für das Ständige Diakonat sollten über einen längeren Zeitraum hinweg tief in ein intensives liturgisches Leben eintauchen. Und, würde ich hinzufügen, dass die vollständige und reichhaltige Feier des Römischen Ritus, des usus antiquior, eine wichtige Rolle spielen sollte in der liturgischen Bildung des Klerus, denn wie können wir sonst auch nur annähernd die reformierten Riten aus einer Hermeneutik der Kontinuität heraus verstehen oder zelebrieren, wenn wir nie die Schönheit der liturgischen Tradition erlebt haben, welche die Konzilsväter selber kannten und welche so viele Heilige im Lauf der Jahrhunderte hervor brachte? Eine weise Offenheit gegenüber dem Mysterium der Kirche und ihrer reichhaltigen, jahrhunderte alten Tradition sowie eine demütige Fügsamkeit dem gegenüber, was der Heilige Geist den Kirchen heute sagt, sind echte Zeichen, dass wir zu Jesus Christus gehören: „Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.“ (Mt 13,52).

Wenn wir uns dessen annehmen, wenn unsere neuen Priester und Diakone wirklich nach der Liturgie dürsten, dann werden sie selber dazu in der Lage sein, die Menschen zu bilden, die in ihrer Obhut sind – selbst wenn die liturgischen Umstände und Möglichkeiten ihrer kirchlichen Mission bescheidener sind als die des Priesterseminars oder einer Kathedrale. Ich kenne viele Priester, die unter solchen Umständen ihre Menschen im Geist und der Macht der Liturgie bilden, und deren Pfarreien Beispiele großer liturgischer Schönheit sind. Wir sollten  nicht vergessen, dass würdevolle Schlichtheit nicht das gleiche ist wie reduktionistischer Minimalismus oder ein nachlässiger und vulgärer Stil. Wie unser Heiliger Vater, Papst Franziskus, in seiner Apostolischen Exhortation Evangelii Gaudium lehrt: „Die Kirche evangelisiert und evangelisiert sich selber mit der Schönheit der Liturgie, die auch Feier der missionarischen Tätigkeit und Quelle eines erneuerten Impulses zur Selbsthingabe ist.“ (Nr. 24)

Zweitens denke ich, dass es sehr wichtig ist, uns über das Wesen liturgischer Teilnahme völlig im Klaren zu sein, über das, was das Konzil die participatio actuosa nannte. Darüber hat es in den vergangenen Jahrzehnten viel Verwirrung gegeben. Artikel 48 der Konstitution besagt: „So richtet die Kirche ihre ganze Sorge darauf, daß die Christen diesem Geheimnis des Glaubens nicht wie Außenstehende und stumme Zuschauer beiwohnen; sie sollen vielmehr durch die Riten und Gebete dieses Mysterium wohl verstehen lernen und so die heilige Handlung bewußt, fromm und tätig mitfeiern“. Das Konzil versteht die Teilnahme als eine vorrangig innerliche, ein „verstehen lernen“ der „Riten und Gebete“. Die Innerlichkeit, das Leben in enger Vertrautheit und Erfüllung durch Gott, ist die unverzichtbare Voraussetzung einer erfolgreichen und fruchtbaren Teilnahme an den Heiligen Mysterien, die wir in der Liturgie feiern. Die Eucharistische Feier muß wesentlich innerlich gelebt werden. Gott will uns in unserem Inneren begegnen. Die Väter riefen die Gläubigen auf, zu singen, dem Priester zu antworten, liturgische Dienste zu übernehmen, die ihnen rechtmäßig zustehen, gewiß, aber die Konstitution besteht darauf, dass alle dies „bewußt, fromm und tätig“ tun.

Wenn wir verstehen, dass die Innerlichkeit unserer liturgischen Teilnahme Priorität hat, dann werden wir auch den lärmenden und gefährlichen liturgischen Aktivismus vermeiden, der in den vergangenen Jahrzehnten allzu sichtbar war. Wir gehen nicht zur Liturgie um etwas zu veranstalten, um Dinge zu tun, die andere dann sehen: Wir gehen, um uns mit Christi Handlung durch eine Verinnerlichung der äußerlichen liturgischen Riten, Gebete, Zeichen und Symbole zu verbinden. Vielleicht müssen wir Priester, deren Berufung es ist, liturgisch zu dienen, dies mehr als andere erinnern! Aber wir müssen auch die anderen ausbilden, besonders unseren Kindern und jungen Menschen müssen wir beibringen, was die wahre Bedeutung liturgischer Teilnahme ist, wie die Liturgie wahrhaftig gebetet wird.

Drittens habe ich über die Tatsache gesprochen, dass einige der Reformen nach dem Konzil entsprechend dem Zeitgeist zusammengestellt wurden, und dass es eine wachsende Zahl kritischer Studien durch treue Söhne und Töchter der Kirche gibt, welche fragen, ob das, was gemacht wurde wirklich die Ziele der Konstitution umsetzte, oder in Wahrheit vielmehr darüber hinaus ging. Dieses Diskussion findet unter der Überschrift einer „Reform der Reform“ statt, und ich bin mir bewußt dass Pfarrer Tomhas Kocik eine gelehrte Untersuchung der Frage auf der Sacra Liturgia-Konferenz in New York vergangenes Jahr vorgestellt hat.

Ich glaube nicht, dass wir die Möglichkeit oder Erwünschtheit einer offiziellen Reform der liturgischen Reform einfach abweisen können, denn ihre Befürworter machen einige wichtige Ansprüche geltend mit Blick darauf, der Forderung von Artikel 23 der Konstitution treu zu bleiben: „Damit die gesunde Überlieferung gewahrt bleibe und dennoch einem berechtigten Fortschritt die Tür aufgetan werde, sollen jeweils gründliche theologische, historische und pastorale Untersuchungen“ unternommen werden, und, „sollen keine Neuerungen eingeführt werden, es sei denn, ein wirklicher und sicher zu erhoffender Nutzen der Kirche verlange es. Dabei ist Sorge zu tragen, daß die neuen Formen aus den schon bestehenden gewissermaßen organisch hervorwachsen. Auch soll nach Möglichkeit verhütet werden, daß sich zwischen den Riten benachbarter Gebiete auffallend starke Unterschiede ergeben“.

In der Tat kann ich sagen, dass mich Papst Franziskus bat, als mich der Heilige Vater im vergangenen April zu einer Audienz empfing, die Frage einer Reform der Reform zu untersuchen, und wie die beiden Formen des Römischen Ritus einander bereichern könnten. Dies wird eine langwierige und delikate Aufgabe, und ich bitte Euch um Eure Geduld und Euer Gebet. Aber wenn wir Sacrosanctum Concilium treuer umsetzen wollen, wenn wir erreichen wollen, was die Absicht des Konzils war, dann muss diese wichtige Frage sorgfältig untersucht werden, und mit der notwendigen Klarheit und Klugheit im Gebet und völliger Unterwerfung vor Gott umgesetzt.

Wir Priester, wir Bischöfe haben eine große Verantwortung. Wie unser gutes Beispiel gute liturgische Praxis aufbaut; wie unsere Nachlässigkeit, unsere Gewohnheiten oder Fehlverhalten doch der Kirche und ihrer heiligen Liturgie schaden!

Wir Priester müssen vor allem und zu allererst Gläubige sein. Unser Volk kann den Unterschied zwischen einem Priester, der gläubig zelebriert und einem, der in Eile feiert sehen, der häufig auf die Uhr schaut, fast als würde er damit sagen wollen, dass er so schnell wie möglich zurück an seine pastorale Arbeit oder anderen Verpflichtungen will, oder um Fernsehen zu schauen! Ihr Priester, wir können nichts wichtigeres tun als die heiligen Mysterien zu feiern: Hüten wir uns vor der Versuchung liturgischer Faulheit oder Lauwärme, denn das ist eine Versuchung des Teufels.

Wir müssen uns daran erinnern, dass wir nicht die Autoren der Liturgie sind, wir sind ihre bescheidenen Diener, nach Maßgabe der Disziplin und der Gesetze. Wir sind auch dafür verantwortlich, jene auszubilden, die uns im liturgischen Dienst unterstützen, sowohl im Geist wie der Macht der Liturgie und auch ihrer Regeln. Manchmal habe ich Priester gesehen, die zurücktreten, damit Kommunionhelfer die heilige Kommunion austeilten kann: Das ist falsch, es ist ein Leugnen des priesterlichen Dienstes und eine Klerikalisierung der Laien. Wenn sowas passiert, ist es ein Zeichen dafür, dass die Ausbildung sehr falsch gelaufen ist, und der Korrektur bedarf. (Siehe Mt 14,18-21). „Darauf nahm er die fünf Brote… gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten…Es waren fünftausend Männer, die von den Broten gegessen hatten. (Mk 6,30-44, Mt 14,18-21).

Ich habe auch Priester gesehen, und Bischöfe, gekleidet zur Zelebration der heiligen Messe, die Mobiltelefone und Kameras herausnahmen und während der heiligen Liturgie verwendeten. Das ist ein schreckliches Zeugnis dessen, was sie glauben, dass ihre Mission ist, wenn sie liturgische Gewänder anziehen, die uns kleiden und verwandeln als einen alter Christus – und viel mehr noch, als ipse Christus, als Christus selbst. Das zu tun ist ein Sakrileg. Kein Bischof, Priester oder Diakon, der für liturgische Dienste gekleidet ist oder in der Sakristei anwesend ist, sollte Photographien machen, selbst bei einer großen Messe mit vielen Konzelebranten. Dass dies Preister leider bei solchen Messen tun, oder miteinander zusammensitzen und reden, ist ein Zeichen dafür, glaube ich, dass wir dringend die Angemessenheit dieser immensen Konzelebrationen überdenken müssen. Besonders wenn sie Priester zu einem solchen skandalösen Verhalten verleiten, das dem Mysterium, das gefeiert wird, unwürdig ist, oder wenn die schiere Menge der Konzelebrationen das Risiko birgt, dass die Eucharistie profaniert wird.

Es ist ebenso skandalös und profanierend, wenn gläubige Laien während der heiligen Messe photographieren. Sie sollten durch Gebete teilnehmen, und nicht ihre Zeit damit verbringen, Bilder zu machen!

Ich möchte einen Appell an alle Priester richten. Ihr habt vielleicht meinen Artikel in L’Osservatore Romano vor einem Jahr gelesen (Ausgabe vom 12. Juni 2015), oder mein Interview mit dem Magazin Famille Chrétienne im Mai dieses Jahres. Bei beiden Gelegenheiten habe ich gesagt, dass ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass wir so bald wie möglich zu einer gemeinsamen Orientierung zurückkehren, dass Priester und Gläubige gemeinsam in die gleiche Richtung blicken – nach Osten oder zumindest Richtung Apsis gewendet – wenn wir uns an Gott wenden. Diese Praxis ist durch die derzeitige liturgische Gesetzgebung erlaubt. Es ist im modernen Ritus völlig legitim, dies zu tun. In der Tat denke ich, dass es ein sehr wichtiger Schritt ist, um sicherzustellen, dass in unseren Feiern der Herr wirklich im Mittelpunkt steht.

Und so, liebe Geistliche, bitte ich Euch demütig und brüderlich, diese Praxis in die Tat umzusetzen, wo immer dies möglich ist, gewiß mit Klugheit und der notwendigen Katechese, aber auch mit der Zuversicht eines Pastors, dass dies etwas Gutes für die Kirche ist, etwas Gutes für unser Volk. Euer eigenes pastorales Urteilsvermögen wird bestimmen, wie und wann das möglich ist, aber vielleicht zum ersten Adventssonntag in diesem Jahr, denn wenn wir beten „der Herr wird kommen und nicht zögern“ (siehe: Eröffnungsvers, Mittwoch der zweiten Adventwoche), könnte dies ein guter Zeitpunkt sein. Liebe Geistliche, wir sollten wieder der Klage des Propheten Jeremia erinnern: „Sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Gesicht; sind sie aber in Not, dann rufen sie: Erheb dich und hilf uns!“ (Jer 2,27) Lasst uns wieder uns Gott zuwenden! Seit dem Tag seiner Taufe kennt der Christ nur eine Richtung: den Osten. „Gen Osten (ad Orientem) wendetest du dich; denn wer dem Teufel widersagt, wendet sich Christus zu, ihm schaut er geraden Blickes ins Auge“ (aus „Über die Mysterien“ des heiligen Ambrosius von Mailand).

Gerne würde ich auch, demütig und brüderlich, einen Appell an meine Brüder Bischöfe richten: Bitte führt Eure Priester und Euer Volk in diese Richtung, besonders bei großen Zelebrationen in Euren Diözesen und Euer Kathedrale. Bitte bildet Eure Seminaristen so aus, dass sie die Wirklichkeit lernen, dass wir nicht zum Priestertum berufen sind um selber im Mittelpunkt der liturgischen Verehrung zu stehen, sondern um Gottes Gläubige zu ihm zu führen, als Mit-Anbetende, vereint im gleichen Akt der Anbetung. Bitte ermöglicht diese einfache aber tiefgehende Reform in Euren Diözesen, Euren Kathedralen, Euren Pfarreien und Euren Seminaren.

Wir Bischöfe haben eine große Verantwortung, und eines Tages werden wir dem Herrn gegenüber Rechenschaft ablegen müssen für unser Verwalteramt. Wir besitzen nichts! Nichts gehört uns! Wie der heilige Paulus lehrt, sind wir nur „Diener Christi“ und „Verwalter von Geheimnissen Gottes. Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich treu erweisen.“ (1 Kor 4,1-2). Es obliegt unserer Verantwortung sicherzustellen, dass sie heiligen Wirklichkeiten der Liturgie in unseren Diözesen geachtet werden und unsere Priester und Diakone nicht nur die liturgischen Gesetze beachten, sondern auch den Geist und die Macht der Liturgie kennen, aus denen sie hervorgehen. Ich war sehr ermutigt von der Lektüre des Vortrags „Der Bischof: Statthalter, Förderer und Beschützer des Liturgischen Lebens der Diözese“, den Erzbischof Alexander Sample von Portland (Oregon, USA) im Jahr 2013 bei der Sacra Liturgia-Konferenz in Rom gehalten hat, und brüderlich ermutige ich meine Brüder Bischöfe, dessen Überlegungen sorgfältig zu studieren.

Alle liturgischen Diener sollten in regelmäßigen Abständen ihr Gewissen prüfen. Dafür empfehle ich Teil II der Apostolischen Exhortation Sacramentum Caritatis von Benedikt XVI. (22. Februar 2007), „Eucharistie, ein Geheimnis, das man feiert.“ Vor bald zehn Jahren wurde dieses Schreiben als die kollegiale Frucht der Bischofssynode von 2005 veröffentlicht. Wie viel Fortschritt haben wir seitdem gemacht? Was müssen wir noch mehr tun? Wir müssen uns diese Fragen vor dem Herrn stellen, jeder nach seiner Verantwortung, und dann alles tun, was wir können und müssen, um diese Vision zu verwirklichen, die Papst Benedikt umrissen hat.

An dieser Stelle wiederhole ich, was ich anderswo schon gesagt habe, dass Papst Franziskus mich gebeten hat, die außergewöhnliche liturgische Arbeit fortzusetzen, die Papst Benedikt begann (siehe: Botschaft zur Sacra Liturgia-Konferenz in New York, 2015). Nur weil wir einen neuen Papst haben, heißt das nicht, dass die Vision seines Vorgängers nun ungültig wäre. Im Gegenteil, wie wir wissen, hat unser Heiliger Vater Franziskus den größten Respekt für die liturgische Vision und Maßnahmen, die Papst emeritus Benedikt XVI. implementierte, in äußerster Treue zu den Absichten und Zielen der Väter des Konzils.

Bevor ich schließe, erlaubt mir ein paar kleine Dinge zu erwähnen, die auch dazu beitragen können, dass Sacrosanctum Concilium treuer umgesetzt wird. Eines wäre, dass wir die Liturgie singen müssen, dabei die liturgischen Traditionen der Kirche achtend und uns erfreuend am Schatz sakraler Musik, der uns gehört, besonders die Musik, die dem Römischen Ritus zu eigen ist, Gregorianischer Gesang. Wir müssen heilige liturgische Musik singen, nicht nur religiöse Musik, oder schlimmer noch, profane Lieder.

Wir müssen eine gute Balance zwischen Landessprachen und Latein hinbekommen. Das Konzil wollte nie andeuten, dass der Römische Ritus ausschließlich in der Landessprache gefeiert werden sollte. Aber es beabsichtigte dessen stärkere Nutzung, vor allem für die Lesungen. Heute sollte es möglich sein, besonders dank der modernen Drucktechniken, das Verständnis aller zu erleichtern, wenn Latein verwendet wird, vielleicht für die Liturgie der Eucharistie, und natürlich ist dies besonders angemessen für internationale Zusammenkünfte, wo die Landessprache von vielen nicht verstanden wird. Und dort, wo die Landessprache verwendet wird, muss sie natürlich eine dem lateinischen Original getreue Übersetzung sein, wie Papst Franziskus mir gegenüber erst kürzlich bekräftigte.

Wir müssen sicherstellen, dass die Anbetung das Herzstück unserer liturgischen Feiern ist. Das Herz unserer Liturgie ist die Anbetung Gottes. Viel zu oft bewegen wir uns nicht von Feier hin zu Anbetung [von Zelebration zu Adoration]. Wenn wir aber dies nicht tun, so meine Sorge, haben wir vielleicht nicht immer an der Liturgie vollumfänglich teilgenommen, innerlich. Zwei körperliche Vorkehrungen sind hier hilfreich, um nicht zu sagen unentbehrlich. Die erste ist Stille. Wenn ich nie still bin, wenn die Liturgie mir keinen Platz läßt für stilles Gebet und Kontemplation, wie kann ich dann Christus anbeten, wie kann ich mich mit ihm im Herzen und der Seele verbinden? Stille ist sehr wichtig, und nicht nur vor und nach der Liturgie. Sie ist das Fundament eines tief spirituellen Lebens.

Ebenfalls unerlässlich ist das Niederknien bei der Wandlung (es sei denn, dass ich krank bin). Im Westen ist dies ein Akt körperlicher Anbetung, der uns vor unserem Herrn und Gott demütigt. Es ist an und für sich eine Gebetshandlung. Dort, wo Knien und Verbeugung aus der Liturgie verschwunden sind, müssen sie wieder hergestellt werden, besonders beim Empfang unseres Gesegneten Herrn in der Heiligen Kommunion. Liebe Geistliche wo auch immer möglich, und mit der gleichen pastoralen Klugheit, von der ich vorher gesprochen habe, bildet Euer Volk in diesem schönen Akt der Verehrung und Liebe aus. Lasst uns in Anbetung und Liebe wieder vor dem Eucharistischen Herrn knien! „Der Mensch ist nicht vollkommen Mensch, es sei denn er geht vor Gott in die Knie um Ihn anzubeten, um seine überwältigende Heiligkeit zu betrachten und sich nach seinem Bild und Gleichnis neu schaffen zu lassen“ (R. Sarah, On the Road to Ninive, Paulines Publications Africa 2012, S. 199).

Mit Blick auf den Empfang der Heiligen Kommunion auf den Knien möchte ich an das Schreiben aus dem Jahr 2002 der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erinnern, dass klarstellt, das „jede Weigerung, die Heilige Kommunion einem Gläubigen zu spenden weil er oder sie kniet ist ein schwerer Verstoß gegen eines der wichtigsten Grundrechte eines Christgläubigen“ (Brief, 1. Juli 2002, Notitiae, n. 436, Nov-Dez 2002, S. 583).

Die richtige Kleidung aller liturgischen Diener im Altarraum, Lektoren inbegriffen, ist ebenfalls sehr wichtig um sicherzustellen, dass solche Dienste als authentisch gesehen werden und mit der Würde begangen werden, die der heiligen Liturgie zusteht – auch damit die Helfer selber die rechte Ehrfurcht vor Gott und die Mysterien, denen sie dienen, erweisen.

Dies sind ein paar Vorschläge: Ich bin mir sicher, dass viele andere gemacht werden könnten. Ich lege sie Euch dar als mögliche Schritte einer „Bewegung zur Liturgie hin und in ihren rechten äußeren und inneren Vollzug hinein“, was natürlich das Anliegen von Kardinal Ratzinger am Anfang seines großen Werkes, Der Geist der Liturgie, war (Benedikt XVI. / Joseph Ratzinger, Der Geist der Liturgie, in Ders., Theologie der Liturgie. Die sakramentale Begründung christlicher Existenz (Gesammelte Schriften, Bd. 11), Freiburg, 2008, S. 31)

Ich ermutige Euch alle, alles zu tun, was Ihr könnt um dieses Ziel zu realisieren, das völlig übereinstimmt mit der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die heilige Liturgie.

ABSCHLUSS

Ich begann diesen Vortrg mit einer Betrachtung der Unterweisungen der Päpste des 20. Jahrhunderts in der heiligen Liturgie. Der erste, der heilige Pius X., hatte das persönliche Motto: instaurare omnia in Christo — Alles in Christus erneuern. Ich schlage vor, dass wir uns dieser Worte annehmen und sie uns zum eigenen Maßstab machen in unserem Trachten, auf eine treuere Umsetzung von Sacrosanctum Concilium hinzuarbeiten. Denn wenn wir zur heiligen Liturgie kommen, dann betreten wir die Mentalität Christi, wenn wir Christus anlegen wie wir unser Taufgewand oder die Paramenten anlegen, die unserem liturgischen Dienst zu eigen sind, dann können wir nicht weit danebenliegen.

Es ist leider wahr, dass in den den Jahrzehnten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil es „neben diesen Lichtstrahlen nicht an Schatten“ fehlt im liturgischen Leben der Kirche, wie es der heilige Papst Johannes Paul II. in Ecclesia de Eucharistia (Nr.10) formulierte. Und es ist unsere Pflicht, die Ursachen dessen anzusprechen. Aber es ist eine Quelle großer Hoffnung und Freude dass heute, im fortschreitenden 21. Jahrhundert, viele gläubige Katholiken von der Wichtigkeit der Liturgie im Leben der Kirche überzeugt sind und sich dem liturgischen Apostolat, breiter gefaßt einer neuen liturgischen Bewegung, widmen.

Meine Brüder und Schwestern, ich danke Euch für Euer Engagement für die heilige Liturgie. Ich ermutige Euch und segne all Eure Bemühungen, große wie kleine, um „den richtigen Weg, die Liturgie zu feiern, innerlich wie äußerlich“. Haltet in diesem Apostolat durch: die Kirche und die Welt braucht Euch!

Ich bitte Euch um Euer Gebet für meinen geistlichen Dienst. Vielen Dank. Gott segne Euch.

Robert Kardinal Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

(Aus dem Englischen übersetzt von Anian Christoph Wimmer. Publiziert mit freundlicher Genehmigung von Kardinal Sarah.)

_______

Quelle

(Priester) Prof. Dr. Winfried Haunerland: Gottesdienst in katholischer Weite – Perspektiven der Vielfalt in der Einheit

Sacrosanctum Concilium – Gottesdienst in katholischer Weite
50 Jahre Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils

Festakt der Deutschen Bischofskonferenz
im Rahmen des Nationalen Eucharistischen Kongresses

am Samstag, 8. Juni 2013, 13.00 Uhr, Maternus-Haus, Köln

Gottesdienst in katholischer Weite — Perspektiven der Vielfalt in der Einheit
Prof Dr. Winfried Haunerland, München

„In den Dingen, die den Glauben und das Allgemeinwohl nicht betreffen, wünscht die Kirche nicht eine starre Einheitlichkeit der Form zur Pflicht zu machen, nicht einmal in ihrem Gottes­dienst“ (SC 37). So erklärten die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren in Artikel 37 der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium. Was heute geradezu selbstver­ständlich klingt, musste alle überraschen, die wie der Bonner Kirchenhistoriker Theodor Klau-ser die Zeit seit dem Konzil von Trient als eine „Periode der ehernen Einheitsliturgie“1 emp­funden hatten. Wie vielleicht zuvor nur 1960 beim Eucharistischen Weltkongress in München2 erfuhr sich die katholische Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil als wirkliche Welt-kirche.3 So kamen die Väter zu der Erkenntnis, dass nicht nur „allen rechtlich anerkannten Riten gleiches Recht und gleiche Ehre“ (SC 4) zukommen, sondern dass unter „Wahrung der Einheit des römischen Ritus im wesentlichen … berechtigter Vielfalt und Anpassung an die verschie­denen Gemeinschaften, Gegenden und Völker … Raum zu belassen [sei], auch bei der Revision der liturgischen Bücher.“ (SC 38)

  1. Vielfalt und Weite als Bedingung der tätigen Teilnahme aller

So steht im Hintergrund der Liturgiekonstitution und der liturgischen Erneuerung zuerst ein erneuertes Bewusstsein der Kirche von sich selbst. Dabei geht es aber nicht nur um die Erkennt­nis, dass die katholische Einheit mit dem Papst keine starre Einheitlichkeit in der Liturgie zur Folge haben muss. Dazu tritt ein gewachsenes Bewusstsein, dass nicht allein der Klerus für die Kirche handelt, sondern dass alle Glieder der Kirche kirchlich und als Kirche handeln können. Für die Liturgie als Gottesdienst der Kirche folgt daraus, dass alle Gläubigen Träger des Got­tesdienstes sind und deshalb auch „zu der vollen, bewußten und tätigen Teilnahme an den litur­gischen Feiern geführt werden [sollen], wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk … kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist.“ (SC 14)

In der bewussten, tätigen und leicht zu vollziehenden Teilnahme der Gläubigen sieht die Litur-giekonstitution — wie es im Blick auf die Sakramentalien ausdrücklich heißt — den obersten Grundsatz — die norma primaria — der Überarbeitung der liturgischen Ordnungen und Bücher (vgl. SC 79).4 Diese vorrangige Norm hat deshalb zu Recht eine Dynamik entfaltet, mit der die Konzilsväter kaum gerechnet haben. Das markanteste Beispiel dafür ist die Frage der Liturgie-sprache. Während das Konzil grundsätzlich den Gebrauch der lateinischen Sprache erhalten sehen und nur zögerlich den Volkssprachen „einen weiteren Raum“ (SC 36) zubilligen wollte, konnte keine vier Jahre später bereits die gesamte Messe in der Volkssprache gefeiert werden und Papst Paul VI. (1963-1978) im Jahr 1969 nicht mehr im Latein, sondern in den Volksspra­chen die kommende Hauptsprache der Messe sehen.5 Bewusste, tätige und leicht vollziehbare Teilnahme an der Liturgie verlangte offensichtlich eine Gottesdienstkultur, die nicht nur von der großen gemeinsamen Tradition bestimmt war, sondern zugleich auch nach den Partizipati­onsmöglichkeiten der Menschen in unterschiedlichen Regionen, Mentalitäten und Lebenswel­ten fragen musste.

Weitgehend unbewusst stand dahinter die Erkenntnis, dass die Einheit im Wesentlichen nicht nur Verschiedenheit in den Ausdrucksformen erlaubt, sondern diese Verschiedenheit geradezu verlangt. Der Ritenstreit in den asiatischen Missionen des 17. und 18. Jahrhunderts ist ja ein Lehrstück dafür, dass die Verweigerung der Verschiedenheit die Einheit verhinderte.6 Die da­mals verteidigte Einheitlichkeit ging auf Kosten der Einheit. Wäre seinerzeit schon jene katho­lische Weite möglich gewesen, die mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zumindest grund­sätzlich in der Kirche Anerkennung gefunden hat, die Geschichte des Katholizismus in Asien wäre anders verlaufen.

Es wäre nun ein Leichtes die Geschichte der liturgischen Erneuerung als eine Geschichte der Förderung und Umsetzung der participatio actuosa, der tätigen Teilnahme aller Gläubigen an den liturgischen Feiern zu schreiben. Und ausdrücklich sei auch angefügt: Diese Geschichte darf nicht zu Ende sein.7 Nach dem Willen des Konzils dient „Tätige Teilnahme“ ja nicht nur als Motto einer kürzeren oder längeren Episode der Liturgiegeschichte, sondern ist vom Wesen der Liturgie her verlangt und insofern die vorrangige Norm, der oberste Grundsatz der liturgi­schen Erneuerung auch in der Zukunft.

  1. Die Sorge um Beliebigkeit

Allerdings: Was im Grundsätzlichen nicht bestritten werden darf, ist in seinen Konkretionen der Kritik nicht entzogen. Die Vielfalt, die sich im Laufe des letzten halben Jahrhunderts ent­wickelt hat, wurde von manchen auch mit Sorge beobachtet. Legitim ist es zu fragen: Woran kann eine gesunde Vielfalt erkannt werden und wie ist diese zu unterscheiden von einer unge­ordneten Beliebigkeit? Anders formuliert: Welche Gestalten des Gottesdienstes sind Ausdruck des authentischen Glaubens der Kirche, welche Gestalten werden zu einer unkatholischen, sek­tenhaften oder auch oberflächlichen Inszenierung einzelner Gruppen?

Schon das Konzil hat an die alleinige Autorität des Papstes, der Ortsbischöfe und der sich da­mals gerade formierenden Bischofskonferenzen zur Ordnung der Liturgie erinnert und aus­drücklich darauf hingewiesen, das „niemand sonst… nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern“ (SC 22) dürfe. Die seinerzeit relative Gleichför­migkeit der römischen Liturgie brachte es aber mit sich, dass die Sorge um die Authentizität der Liturgie auf dem Konzil und in den Konzilstexten kaum eine Rolle spielte. Doch schon bald nach den ersten Reformschritten wuchs die Kritik an Experimenten, Willkür und Banalitäten. Zunehmend ging es jedoch nicht mehr nur um die Normabweichungen einzelner Priester und Gruppen. Die Vorgeschichte des Römischen Messbuches für die Diözesen des Zaires von 1988 zeigt bereits, dass in der konziliaren Offenheit für liturgische Inkulturation zwanzig Jahre nach dem II. Vatikanum eine Gefahr für die Einheit der Kirche und vor allem des römischen Ritus gesehen wurde.8 Darüber hinaus empfanden manche die stark zielsprachenorientierten volks­sprachigen Übersetzungen und Bearbeitungen der liturgischen Bücher als eine Schwächung der Authentizität des katholischen Gottesdienstes. Um diese Entwicklungen zu korrigieren, wurden die Instruktionen Varietates legitimae 1994 und Liturgiam authenticam 2001 veröffentlicht.9 Durch die Instruktion Redemptionis sacramentum wurden im Jahr 2004 Verbesserungen der liturgischen Praxis eingefordert.10

Auch wer über die genannten Instruktionen nicht glücklich ist, muss die hinter diesen Doku­menten stehende Sorge ernst nehmen, dass die Würde des Gottesdienstes der Kirche Schaden genommen habe und die vom Konzil geforderte „Wahrung der Einheit des römischen Ritus im wesentlichen“ (SC 38) gefährdet sei. In der Tat darf katholische Weite nicht dazu führen, dass die Liturgie nicht mehr als Einheitsband erfahren wird. Noch weniger darf die katholische Weite des Gottesdienstes als Beliebigkeit verstanden werden, bei der jeder machen kann, was er will, und subjektivistische gottesdienstliche Inszenierungen die Gemeinschaft der Pfarrge­meinden, der Ortskirchen und schließlich der Kirche insgesamt beschädigen.

Freilich zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass die Bemühungen um eine authenti­sche Feier des Gottesdienstes allein durch strengere formale Regeln kaum gefördert werden. An vielen Stellen werden die hier eingeforderten Wege der Neubesinnung auf das Wesentliche des katholischen Gottesdienstes als formalistisch empfunden und führen so gegen die Intention aller Verantwortlichen zu neuen Spannungen und Verwerfungen.11

Damit ergibt sich umso dringlicher die Frage, wie die Kirchlichkeit einer gottesdienstlichen Vielfalt und Weite gefördert und gesichert werden kann, so dass dies weder zu neoklerikalisti-scher Beliebigkeit noch zu einem unkatholischen Uniformismus führt.

  1. Pascha-Mysterium

Es war niemand geringeres als Joseph Kardinal Ratzinger, der anlässlich des 40-jährigen Jubi­läums der Liturgiekonstitution die Vermutung äußerte, „dass die meisten Probleme in der kon­kreten Ausführung der Liturgiereform damit zusammenhängen, dass der Ansatz des Konzils beim Pascha nicht genügend gegenwärtig gehalten wurde“12. Mit dieser Vermutung macht der nachmalige Papst auf ein Problem aufmerksam, das zehn Jahre später und 50 Jahre nach Ver­abschiedung der Liturgiekonstitution nichts von seiner Aktualität verloren hat. Kardinal Ratzinger meinte seinerzeit, man habe sich bei der konkreten Ausführung der Liturgiereform „allzu sehr ans bloß Praktische gehalten und geriet damit in Gefahr, die Mitte aus dem Blick zu ver-lieren.“13 Aber vielleicht liegt der Kern der Problematik noch etwas tiefer.

Nachdem die Liturgiekonstitution die tätige Teilnahme der Gläubigen als die oberste Norm herausgestellt hatte, die „bei der Erneuerung und Förderung der heiligen Liturgie aufs stärkste zu beachten“ (SC 14) sei, orientierte sich die Liturgiereform maßgeblich an der ekklesiologi-schen Wende und der Subjekthaftigkeit aller in der Liturgie. Insofern sollte die tätige Teilnahme aller aus theologischen Gründen gefördert werden. Die Liturgiekonstitution enthält allerdings neben dem elddesiologischen Formalprinzip der Reform noch ein eher christologisches Mate­rialprinzip der liturgischen Erneuerung, und dieses christologische Prinzip hat in der Vergan­genheit weit weniger Aufmerksamkeit gefunden.

In der theologischen Grundlegung, die in der Liturgiekonstitution sehr bewusst den eher prak­tischen Reformanweisungen vorangestellt ist, wird die Liturgie als Feier des Pascha- Mysteri­ums Christi herausgestellt (vgl. SC 6 u. ö.). So sehr Liturgie immer Selbstvollzug der Kirche ist, so geht es doch in der Liturgie nicht primär um die Kirche, sondern um die Feier des Chris­tusereignisses mit seinem Höhepunkt in Tod und Auferstehung des Herrn. Dabei ist zu beach­ten, dass nach der Überzeugung des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht nur die Eucharistie, sondern alle liturgischen Feiern Vollzug des Pascha-Mysteriums sind.14 Ohne das, was mit die­sem Begriff gemeint ist, verfehlt man das tiefere Reformanliegen des Konzils.

Denn von der christologischen Sinnspitze der Liturgie her ist offensichtlich, dass die Liturgie-reform kein Selbstzweck ist, der sich mit formalen Verbesserungen zufrieden geben könnte. Die Liturgiereform kommt erst dort an ihr Ziel, wo sie zu einer liturgischen Erneuerung beiträgt, die — wie das gesamte Bemühen des Zweiten Vatikanischen Konzils — darauf ausgerichtet ist, „das christliche Leben unter den Gläubigen mehr und mehr zu vertiefen“ (SC 1).

Treffend hat schon die erste Instruktion zur Ausführung der Liturgiekonstitution im Jahr 1964 herausgestellt, dass es nicht darum gehe, „bloß liturgische Formen und Formeln zu ändern.“15 Die Liturgiekonstitution wolle „vielmehr jene Erziehung der Gläubigen und jene Seelsorge för­dern, für welche die heilige Liturgie , Gipfel und Quelle‘ ist“. Dann aber ergänzt die Instruktion einen Satz, der bleibend gültig ist: „Der eigentliche Sinn dieser Seelsorge, welche die Liturgie zur Mitte hat, besteht darin, daß das Leben geprägt wird vom Pascha-Mysterium“16.

Wer sich auf das Zweite Vatikanische Konzil und seine Liturgiekonstitution als einen bleiben­den Maßstab für das gottesdienstliche Leben der Kirche auch am Anfang des 21. Jahrhunderts berufen will, darf tatsächlich nicht nur von der tätigen Teilnahme aller Gläubigen sprechen, sondern findet im Pascha-Mysterium ein inneres Kriterium für den angemessenen Gottesdienst heute. Katholische Liturgie muss sich daran messen lassen, wie sehr sie durchsichtig auf Chris­tus und sein Erlösungsmysterium ist. Lebendige Feier des Gottesdienstes zeigt ihre wahre Fruchtbarkeit weder in einer oberflächlich guten Stimmung, noch in einer formalistischen Ob­jektivität, sondern darin, dass sie zur Prägung des christlichen Lebens durch das Pascha-Mys­terium beiträgt.

Es ist evident, dass damit alle Formen von Gottesdienst problematisch werden, in denen man den Eindruck hat, eine Gemeinde oder eine Gruppe, ein Kleriker oder auch die kirchliche Hie­rarchie feiere sich selbst. Liturgie wird hier für sekundäre Zwecke instrumentalisiert und theo­logisch flach und banal. Problematisch aber sind auch Gottesdienste, in denen alles korrekt vollzogen wird, aber über die Sorge um die richtige Form und die Demonstration der eigenen Rechtgläubigkeit die Christozentrik des Gottesdienstes aus dem Blick verloren wird.

  1. Pascha-Mysterium als Kriterium katholischer Weite der Liturgie

Gottesdienstliche Vielfalt in grundlegender Einheit und erfahrbare Einheit in lebendiger Viel­falt müssen in der kommenden Phase der Erneuerung ein Anliegen aller sein, denen der Glaube und das Glaubensleben der Menschen unserer Zeit wichtig sind. Dazu werden auch weiterhin kirchliche Regelwerke und die Pflege und Weiterentwicklung liturgischer Normen, Ordnungen und Bücher notwendig und hoffentlich hilfreich sein. Ängstliche Enge wird aber genauso wenig weiterhelfen wie oberflächliche Grenzenlosigkeit. Wir müssen spirituell und liturgisch tiefer gründen in dem, was im Gottesdienst gefeiert wird, im Pascha-Mysterium Christi.

Nun gehört es zu den Grenzen unseres menschlichen Handelns, dass wir das Entscheidende oftmals schlecht messen können. Wir können Rechenschaft geben, ob rubrikengemäß gefeiert wird, und haben einen gewissen Eindruck, ob die versammelte Gemeinde aufmerksam und le­bendig teilnimmt. Diese Kriterien beziehen sich allerdings allein auf das Äußere und können deshalb auch äußerlich bleiben. Das entscheidende Kriterium für die Authentizität katholischer Liturgie ist aber nicht die formale Gestalt, sondern ob in dem, was hier sinnenfällig erfahrbar gefeiert wird, das Christusereignis selbst und vor allem sein Tod und seine Auferstehung die Mitte sind. Anders gesagt: Die katholische Weite der Liturgie lebt von ihrer geistlichen Tiefe. Der Grund jeder liturgischen Feier im Pascha-Mysterium muss prägend sein. Das ist eine Her­ausforderung für jeden Einzelnen und jede Feiergemeinschaft. Pascha-Mysterium darf also nicht zum Kampfbegriff werden, um andere zu beurteilen oder gar ihr Tun zu verurteilen. Viel­mehr ist für jede christliche Gruppe und Feiergemeinschaft die entscheidende Frage: Wie müs­sen wir selbst feiern, damit unser Gottesdienst und unser Leben vom Pascha-Mysterium Christi geprägt werden? Wo diese gemeinsame Ausrichtung auf das Pascha-Mysterium bewusst bleibt, da können wir gelassen und dankbar sein, wenn dies in einer großen Gestalt- und Formenvielfalt geschieht. Wo die Ausrichtung auf das Pascha-Mysterium Christi unstrittig ist, kann man sich auch freuen, dass andere Mitchristen andere Ausdrucksformen gefunden haben, auch wenn diese nicht die eigenen Ausdrucksformen sind und vielleicht auch niemals werden.

Solche Variationen in der Feier desselben Pascha-Mysteriums hat es schon immer zwischen den großen katholischen Riten gegeben. Legitime Variationen gibt es heute zwischen der or­dentlichen und außerordentlichen Form des römischen Ritus. Kulturell bedingte Variationen darf es also weiterhin zwischen den liturgischen Ordnungen in den verschiedenen Sprachen geben. Auch Variationen zwischen der Werktagsmesse im kleinen Kreis und dem zentralen Sonntagsgottesdienst einer Pfarrgemeinde, zwischen monastischem Stundengebet und jugend­gemäßer Tagzeitenliturgie, zwischen klassischer Polyphonie und dem deutschen Kirchenlied zerstören nicht die Einheit im Glauben. Alle diese Variationen sind auf ihre Weise ein Beitrag dazu, dass möglichst viele in der Gemeinschaft der Kirche das feiern und erfahren können, was die eigentliche Mitte der Liturgie ist und bleiben muss: die Gegenwart des Herrn mit seiner Hingabe am Kreuz und seinem Sieg in der Auferstehung. Alle diese Variationen ermöglichen eine Einheit, die gerade nicht durch uniforme Einheitlichkeit vorschnell ausgrenzt, sondern die Vielfalt der Mentalitäten und legitimen Glaubensbiographien zusammenhalten kann.

Die inhaltliche Ausrichtung auf das Pascha-Mysterium verleiht der Liturgie auch selbst eine umfassende Weite. Weil Liturgie Feier des Pascha-Mysteriums ist, blendet sie nicht die dunklen Seiten des Lebens aus, sondern kann das Mitleid mit den Leidenden und die Angst vor dem Scheitern, dem Unrecht und dem Tod integrieren. Weil Liturgie Feier des Pascha-Mysteriums ist, verdoppelt sie im Gegenzug aber auch nicht die Trostlosigkeit dieser Welt, sondern schenkt den Ohnmächtigen Hoffnung und eröffnet den Verzweifelnden eine neue Perspektive. Weil Liturgie Feier des Pascha-Mysteriums ist, reduziert sie das Heil nicht auf die Stunde des Got­tesdienstes, sondern umgreift sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wo Liturgie gefeiert wird, geht es deshalb nie nur um etwas, sondern immer um alles. Wo Liturgie gefeiert wird, weitet sich deshalb die kleine Welt unseres Lebens in die Unendlichkeit Gottes. Wo Liturgie gefeiert wird, ist deshalb ein Horizont eröffnet, in dem alles in neuem Licht erscheint.

Nimmt man das ernst, dann meint katholische Weite die beständige Ausrichtung auf das Pa­scha-Mysterium Christi als die Mitte, der sich alles unterzuordnen hat. Darauf hat die Liturgie-konstitution Sacrosanctum Concilium aufmerksam gemacht. Dieser Impuls ist längst nicht aus­geschöpft. Er bleibt aktuell und muss lebendig bleiben, auch in den nächsten 50 Jahren.

___

1 Theodor Klauser, Kleine Abendländische Liturgiegeschichte. Bericht und Besinnung, Bonn 1965, 117.

2 Vgl. dazu Peter Pfister (Hg.), Für das Leben der Welt. Der Eucharistische Weltkongress 1960 in München. Redaktion: Guido Tref fler (Schriften des Archivs des Erzbistums München und Freising 14), Regensburg 2010; Franz Xaver Bischof München als Treffpunkt der Kirche. Der 37. Eucharistische Weltkongress 1960, in: MThZ 62 (2011) 101-118.

3 Vgl. Karl Rahner, Über eine theologische Grundinterpretation des II. Vatikanischen Konzils, in: ZkTh 101 (1979) 290-299, hier zit. nach ders., Schriften zur Theologie. Bd. 14. In Sorge um die Kirche, bearb. von Paul Imhof, Zürich — Einsiedeln — Köln 1980, 287-302.

4 Vgl. mit weiterführender Literatur Winfried Haunerland, Participatio actuosa. Programmwort liturgischer Erneue­rung, in: IKaZ 38 (2009) 585-595.

5 Vgl. Winfried Haunerland, Lingua vernacula. Zur Sprache der Liturgie nach dem II. Vatikanum, in: LJ 42 (1992) 219-238, hier 220.

6 Vgl. Klaus Schatz, Art. „Ritenstreit“, in: LThK3 8 (1999) 1202 f.

7 Vgl. Winfried Haunerland, Tätige Teilnahme aller. Liturgiereform und kirchliche Subjektwerdung, in: StdZ 231 (2013) 381-392.

8 Vgl. Der neue Meßritus im Zaire. Ein Beispiel kontextueller Liturgie (Theologie der Dritten Welt 18), Freiburg — Basel — Wien 1993.

9 Vgl. Instruktion Varietates legitimae vom 25.01.1994 (VApS 114); Instruktion Liturgiam authenticam vom 28.03.2001 (VApS 154).

10 Vgl. Instruktion Redemptionis sacramentum vom 25.03.2004 (VApS 164).

11 Vgl. dazu die Auseinandersetzungen um eine angemessene Liturgiesprache, die sich an der zweiten authenti­schen Ausgabe des Buches „Die kirchliche Begräbnisfeier“ von 2009 entzündete; dazu etwa „… Ohren der Barm­herzigkeit“. Über angemessene Gebetssprache, hg. v. Benedikt Kranemann / Stephan Wahle, Freiburg — Basel —Wien 2011.

12 Joseph Kardinal Ratzinger, 40 Jahre Konstitution über die Heilige Liturgie. Rückblick und Vorblick, in: LJ 53 (2003) 209-221, hier 213.

13 Ebd.

14 Es dürfte signifikant sein, dass erst jetzt — fast 50 Jahren nach Verabschiedung der Liturgiekonstitution — zumin­dest im deutschen Sprachgebiet erstmals monografisch über das Pascha-Mysterium gehandelt wird. Vgl. zur Sache etwa Winfried Haunerland, Mysterium paschale. Schlüsselbegriff liturgietheologischer Erneuerung, in: George Augustin / Kurt Koch (Hg.), Liturgie als Mitte des christlichen Lebens (Theologie im Dialog 7), Freiburg — Basel —Wien 2012, 189-209; ders., Erneuerung aus dem Paschamysterium. Zur heilsgeschichtlichen Leitidee der Liturgie-konstitution, in: IKaZ 41 (2012) 616-625.

15 Instruktion Inter oecumenici vom 26.09.1964, Nr. 5 (EDIL/DEL 203).

16 Instruktion Inter oecumenici, Nr. 6 (EDIL/DEL 204).

_______

Quelle

DIE INSTRUKTION „REDEMPTIONIS SACRAMENTUM“

KONGREGATION FÜR DEN GOTTESDIENST
UND DIE SAKRAMENTENORDNUNG

INSTRUKTION

Redemptionis sacramentum

über einige Dinge bezüglich der heiligsten Eucharistie,
die einzuhalten und zu vermeiden sind

Inhaltsverzeichnis

Vorwort 1-13
Kapitel I

Die Regelung der heiligen Liturgie

14-18
1. Der Diözesanbischof, Hoherpriester seiner Herde 19-25
2. Die Bischofskonferenz 26-28
3. Die Priester 29-33
4. Die Diakone 34-35
Kapitel II

Die Teilnahme der christgläubigen Laien an der Feier der Eucharistie

1. Die tätige und bewußte Teilnahme 36-42
2. Die Aufgaben der christgläubigen Laien bei der Feier der heiligen Messe 43-47
Kapitel III

Die rechte Feier der heiligen Messe

1. Die Materie der heiligsten Eucharistie 48-50
2. Das eucharistische Hochgebet 51-56
3. Die übrigen Teile der Messe 57-74
4. Die Verbindung verschiedener Riten mit der Meßfeier 75-79
Kapitel IV

Die heilige Kommunion

1. Die Disposition für den Empfang der heiligen Kommunion 80-87
2. Die Spendung der heiligen Kommunion 88-96
3. Die Kommunion der Priester 97-99
4. Die Kommunion unter beiden Gestalten 100-107
Kapitel V

Einige weitere Aspekte in Bezug auf die Eucharistie

1. Der Ort für die Feier der heiligen Messe 108-109
2. Verschiedene Elemente bezüglich der heiligen Messe 110-116
3. Die heiligen Gefäße 117-120
4. Die liturgischen Gewänder 121-128
Kapitel VI

Die Aufbewahrung der heiligsten Eucharistie und ihre Verehrung außerhalb der Messe

1. Die Aufbewahrung der heiligsten Eucharistie 129-133
2. Einige Formen der Verehrung der heiligsten Eucharistie außerhalb der Messe 134-141
3. Eucharistische Prozessionen und Kongresse 142-145
Kapitel VII

Die außerordentlichen Aufgaben der gläubigen Laien

146-153
1. Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion 154-160
2. Die Predigt 161
3. Besondere Feiern, die bei Abwesenheit des Priesters stattfinden 162-167
4. Die aus dem Klerikerstand Entlassenen 168
Kapitel VIII

Die Abhilfen

169-171
1. Graviora delicta 172
2. Die schwerwiegenden Angelegenheiten 173
3. Die anderen Mißbräuche 174-175
4. Der Diözesanbischof 176-180
5. Der Apostolische Stuhl 181-182
6. Beschwerden über Mißbräuche in der Liturgie 183-184

Schluß

185-186

Vorwort

1. Das Sakrament der Erlösung[1] wird von der Mutter Kirche in der heiligsten Eucharistie mit festem Glauben anerkannt, freudig angenommen, gefeiert und anbetend verehrt. Dabei verkündet die Kirche den Tod Jesu Christi und preist seine Auferstehung, bis er kommt in Herrlichkeit,[2] um als Herr und unbesiegbarer Gebieter, als ewiger Priester und König der ganzen Welt das Reich der Wahrheit und des Lebens dem allmächtigen Vater in seiner unendlichen Majestät zu übergeben.[3]

2. Die Lehre der Kirche über die heiligste Eucharistie, die das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle, Christus selbst, unser Osterlamm,[4] enthält, die Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens ist[5] und deren ursächlicher Einfluß sich am Ursprung der Kirche selbst zeigt,[6] ist im Laufe der Jahrhunderte in den Schriften der Konzilien und der Päpste mit großer Sorgfalt und hoher Autorität dargelegt worden. Vor kurzem hat Papst Johannes Paul II. in der Enzyklika «Ecclesia de Eucharistia» einige grundlegende Aspekte zu diesem Thema für die kirchliche Situation unserer Zeit von neuem vorgelegt.[7]

Damit die Kirche dieses so große Mysterium auch heute in der Feier der heiligen Liturgie gebührend schütze, hat der Papst der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung aufgetragen,[8] nach gemeinsamer Beratung mit der Kongregation für die Glaubenslehre diese Instruktion zu verfassen, in der einige Fragen bezüglich der Ordnung des Sakramentes der Eucharistie behandelt werden. Was in dieser Instruktion dargelegt wird, ist deshalb in Zusammenhang mit der Enzyklika «Ecclesia de Eucharistia» zu lesen.

Es wird jedoch nicht beabsichtigt, eine Zusammenfassung aller Normen über die heiligste Eucharistie vorzulegen. Um den tiefen Sinn der liturgischen Normen zu bekräftigen,[9] sollen in dieser Instruktion vielmehr einige geltende Regelungen, die bereits verlautbart und festgesetzt sind, aufgegriffen und andere Bestimmungen getroffen werden, welche die geltenden Normen erklären und vervollständigen, sie den Bischöfen, aber auch den Priestern, den Diakonen und allen christgläubigen Laien vorlegen, damit sie jeder gemäß seinem Amt und den eigenen Möglichkeiten umsetze.

3. Die Normen, die in dieser Instruktion enthalten sind, gelten für die Liturgie des römischen Ritus und mit den entsprechenden Anpassungen auch für die Liturgie in den übrigen rechtlich anerkannten Riten der lateinischen Kirche.

4. «Ohne Zweifel war die Liturgiereform des Konzils von großem Gewinn für eine bewußtere, tätigere und fruchtbarere Teilnahme der Gläubigen am heiligen Opfer des Altares».[10] Dennoch «fehlt es nicht an Schatten».[11] So kann man nicht verschweigen, daß es Mißbräuche, auch sehr schwerwiegender Art, gegen das Wesen der Liturgie und der Sakramente sowie gegen die Tradition und die Autorität der Kirche gibt, die den liturgischen Feiern heute in dem einen oder anderen kirchlichen Umfeld nicht selten schaden. An einigen Orten sind mißbräuchliche Praktiken in der Liturgie zur Gewohnheit geworden. Es ist klar, daß dies nicht zugelassen werden kann und aufhören muß.

5. Die Befolgung der von der Autorität der Kirche erlassenen Normen verlangt, daß Denken und Wort, äußere Handlung und Gesinnung des Herzens damit übereinstimmen. Eine bloß äußerliche Beachtung der Normen widerspräche offensichtlich dem Wesen der heiligen Liturgie, in der Christus, der Herr, seine Kirche versammeln will, damit sie mit ihm «ein Leib und ein Geist»[12]werde. Deshalb muß die äußere Handlung vom Glauben und von der Liebe erleuchtet sein, die uns mit Christus und untereinander verbinden und die Liebe zu den Armen und Notleidenden wecken. Die Worte und Riten der Liturgie sind zudem treuer, durch die Jahrhunderte gereifter Ausdruck der Gesinnung Christi, und sie lehren uns, so gesinnt zu sein wie er.[13] Indem wir unseren Geist diesen Worten angleichen, erheben wir unsere Herzen zum Herrn. Was in der vorliegenden Instruktion gesagt wird, möchte zu jener Übereinstimmung unserer Gesinnung mit der Gesinnung Christi hinführen, die in den Worten und Riten der Liturgie zum Ausdruck kommt.

6. Die Mißbräuche tragen «zur Verdunkelung des rechten Glaubens und der katholischen Lehre über dieses wunderbare Sakrament» bei.[14] So wird auch erschwert, daß «die Gläubigen in gewisser Weise die Erfahrung der beiden Emmausjünger machen können: “Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn.”»[15] Weil die Kraft und Gottheit[16] des Herrn und der Glanz seiner Güte besonders im Sakrament der Eucharistie offenbar werden, ist es geziemend, daß alle Gläubigen den Sinn für die anbetungswürdige Majestät Gottes nähren und pflegen, den sie durch das heilbringende Leiden des eingeborenen Sohnes empfangen haben.[17]

7. Die Mißbräuche haben ihre Wurzel nicht selten in einem falschen Begriff von Freiheit. Gott hat uns in Christus aber nicht jene illusorische Freiheit gewährt, in der wir machen, was wir wollen, sondern die Freiheit, in der wir tun können, was würdig und recht ist.[18] Dies gilt gewiß nicht nur für jene Vorschriften, die unmittelbar von Gott kommen, sondern auch für die Gesetze, die von der Kirche promulgiert worden sind, wenn man das Wesen einer jeden Norm entsprechend berücksichtigt. Daher müssen sich alle nach den Anordnungen der rechtmäßigen kirchlichen Autorität richten.

8. Man muß auch mit großer Traurigkeit feststellen, daß «ökumenische Initiativen, die zwar gut gemeint sind, […] zu eucharistischen Praktiken verleiten, die der Disziplin widersprechen, mit der die Kirche ihren Glauben zum Ausdruck bringt». Die Eucharistie ist jedoch «ein zu großes Gut, um Zweideutigkeiten und Verkürzungen zu dulden». Daher ist es angebracht, einige Dinge zu korrigieren und genauer festzulegen, damit auch in diesem Bereich «das Mysterium der Eucharistie weiterhin in seinem vollen Glanz erstrahle».[19]

9. Sehr oft beruhen die Mißbräuche auf Unkenntnis, denn meistens werden jene Dinge abgelehnt, deren tieferen Sinn man nicht erfaßt und um deren Alter man nicht weiß. Denn unter dem «Anhauch und Antrieb» der Heiligen Schrift sind «liturgische Gebete, Orationen und Gesänge geschaffen worden, und aus ihr empfangen Handlungen und Zeichen ihren Sinn».[20] Was die sichtbaren Zeichen betrifft, «welche die heilige Liturgie gebraucht, um die unsichtbaren göttlichen Dinge zu bezeichnen», so sind sie «von Christus oder der Kirche ausgewählt».[21] Die Strukturen und Formen der heiligen Feiern – gemäß der Tradition jedes einzelnen Ritus im Osten und im Westen – stimmen mit der Gesamtkirche schließlich auch in all dem überein, was die aus apostolischer und beständiger Tradition allgemein angenommenen Bräuche betrifft,[22] welche die Kirche den künftigen Generationen treu und sorgsam weitergeben muß. All das wird von den liturgischen Normen weise behütet und bewahrt.

10. Die Kirche selbst hat keine Vollmacht über das, was von Christus festgesetzt worden ist und den unveränderlichen Teil der Liturgie bildet.[23] Wenn nämlich das Band zerrissen würde, das die Sakramente mit Christus verbindet, der sie eingesetzt hat, und mit den Ereignissen, auf denen die Kirche gegründet ist,[24] wäre dies in keiner Weise zum Nutzen der Gläubigen, sondern würde ihnen schweren Schaden zufügen. Die heilige Liturgie ist nämlich engstens mit den Grundsätzen der Lehre verbunden.[25] Folglich führt der Gebrauch von nicht approbierten Texten und Riten dazu, daß das notwendige Band zwischen der lex orandi und der lex credendi geschwächt wird oder verloren geht.[26]

11. Das Mysterium der Eucharistie ist zu groß, «als daß sich irgend jemand erlauben könnte, nach persönlichem Gutdünken damit umzugehen, ohne seinen sakralen Charakter und seine universale Dimension zu achten».[27] Wer daher gegenteilig handelt und eigenen Neigungen folgt – und sei er auch Priester -, greift die substantielle Einheit des römischen Ritus an, die entschieden bewahrt werden muß.[28] Er vollzieht Handlungen, die dem Hunger und Durst nach dem lebendigen Gott, den das Volk unserer Zeit verspürt, in keiner Weise entsprechen. Er verrichtet keinen authentischen pastoralen Dienst und trägt nicht zur rechten liturgischen Erneuerung bei, sondern beraubt vielmehr die Christgläubigen ihres Glaubensgutes und ihres geistlichen Erbes. Willkürliche Handlungen dienen nämlich nicht der wirksamen Erneuerung,[29] sondern verletzen das den Christgläubigen zustehende Recht auf eine liturgische Handlung, die Ausdruck des Lebens der Kirche gemäß ihrer Tradition und Disziplin ist. Sie tragen Elemente der Verunstaltung und Zwietracht in die Feier der Eucharistie hinein, die in hervorragender Weise und aufgrund ihres Wesens darauf ausgerichtet ist, die Gemeinschaft mit dem göttlichen Leben und die Einheit des Gottesvolkes zu bezeichnen und wunderbar zu bewirken.[30] Folgen solcher willkürlicher Handlungen sind Unsicherheit in der Lehre, Zweifel und Ärgernis im Volk Gottes und fast unvermeidlich heftige Gegenreaktionen. In unserer Zeit, in der das christliche Leben oft wegen des Klimas der «Säkularisierung» sehr schwer ist, verwirren und betrüben alle diese Dinge viele Christen in beträchtlichem Maß.[31]

12. Alle Christgläubigen haben das Recht auf eine wahre Liturgie und besonders auf eine Feier der heiligen Messe, wie sie die Kirche gewollt und festgesetzt hat, wie es also in den liturgischen Büchern und durch andere Gesetze und Normen vorgeschrieben ist. In gleicher Weise hat das katholische Volk das Recht, daß das Opfer der heiligen Messe unversehrt und in voller Übereinstimmung mit den Äußerungen des Lehramtes der Kirche gefeiert wird. Schließlich ist es ein Recht der katholischen Gemeinschaft, daß die Feier der heiligsten Eucharistie so vollzogen wird, daß sie wirklich als Sakrament der Einheit erscheint und jede Art von Mängeln und Gesten gänzlich gemieden werden, die Spaltungen und Parteiungen in der Kirche hervorrufen könnten.[32]

13. Alle Normen und Hinweise, die in dieser Instruktion dargelegt werden, stehen in verschiedener Weise mit der Aufgabe der Kirche in Beziehung, auf die rechte und würdige Feier dieses so großen Mysteriums zu achten. Von den verschiedenen Stufen, auf denen die einzelnen Normen mit dem obersten Gesetz des ganzen kirchlichen Rechts verbunden sind, nämlich mit der Sorge um das Heil der Seelen, handelt das letzte Kapitel dieser Instruktion.[33]

Kapitel I

Die Regelung der heiligen Liturgie

14. «Die Regelung der heiligen Liturgie hängt einzig von der Autorität der Kirche ab; und zwar liegt diese beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechts beim Bischof».[34]

15. Der Papst, «Stellvertreter Christi und Hirte der Gesamtkirche hier auf Erden, […] verfügt […] kraft seines Amtes in der Kirche über höchste, volle, unmittelbare und universale ordentliche Gewalt, die er immer frei ausüben kann»,[35] und zwar auch im Kontakt mit den Hirten und den Herden.

16. Sache des Apostolischen Stuhles ist es, die heilige Liturgie der ganzen Kirche zu ordnen, die liturgischen Bücher herauszugeben und ihre Übersetzungen in die Volkssprachen zu rekognoszieren sowie darüber zu wachen, daß die liturgischen Ordnungen, besonders jene, durch welche die Feier des hochheiligen Meßopfers geregelt ist, überall getreu eingehalten werden.[36]

17. Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung «behandelt das, was, unbeschadet der Kompetenz der Kongregation für die Glaubenslehre, dem Apostolischen Stuhl im Hinblick auf die Regelung und die Förderung der heiligen Liturgie, vor allem der Sakramente obliegt. Sie fördert und schützt die Ordnung der Sakramente, besonders was ihre gültige und erlaubte Feier betrifft». Schließlich «achtet sie aufmerksam darauf, daß die liturgischen Regelungen genau eingehalten werden, daß Mißbräuchen zuvorgekommen wird und solche, wo man sie aufdeckt, abgeschafft werden».[37] Gemäß der Tradition der ganzen Kirche ist dabei die Sorge für die Feier der heiligen Messe und für die Verehrung, die der heiligsten Eucharistie auch außerhalb der Messe erwiesen wird, vorrangig.

18. Die Christgläubigen haben das Recht, daß die kirchliche Autorität die heilige Liturgie vollständig und wirksam regelt, damit die Liturgie niemals als «Privatbesitz von irgend jemandem, weder des Zelebranten noch der Gemeinde, in der die Mysterien gefeiert werden»,[38] betrachtet werde.

1. Der Diözesanbischof, Hoherpriester seiner Herde

19. Der Diözesanbischof, erster Ausspender der Mysterien Gottes, ist in der ihm anvertrauten Ortskirche Leiter, Förderer und Wächter des gesamten liturgischen Lebens.[39] Denn «der Bischof ist, mit der Fülle des Weihesakramentes ausgezeichnet, “Verwalter der Gnade des höchsten Priestertums”[40], vorzüglich in der Eucharistie, die er selbst darbringt oder darbringen läßt[41] und aus der die Kirche immerfort lebt und wächst».[42]

20. In besonderer Weise offenbart sich die Kirche jedes Mal, wenn die Messe gefeiert wird, und zwar vor allem in der Kathedralkirche, «bei der vollen und tätigen Teilnahme des ganzen heiligen Volkes Gottes, […] in einem Gebet und an einem Altar, dem der Bischof vorsteht», der von seinem Presbyterium, den Diakonen und den übrigen Dienern umgeben ist.[43] Außerdem wird «jede rechtmäßige Feier der Eucharistie […] vom Bischof geleitet, dem das Amt übertragen ist, den Gottesdienst der christlichen Religion der göttlichen Majestät darzubringen und gemäß den Geboten des Herrn und den Gesetzen der Kirche, die durch seine besondere Entscheidung für die Diözese näher bestimmt werden, zu leiten».[44]

21. «Dem Diözesanbischof steht es zu, in der ihm anvertrauten Kirche innerhalb der Grenzen seiner Zuständigkeit Normen für den Bereich der Liturgie zu erlassen, an die alle gebunden sind».[45]Zugleich soll der Bischof immer darauf achten, daß die von den Normen der liturgischen Bücher vorgesehene Freiheit, die Feier auf kluge Weise dem Kirchengebäude, der Versammlung der Gläubigen und den pastoralen Umständen anzupassen, nicht beeinträchtigt wird, so daß der ganze heilige Ritus wirklich dem Empfinden der Menschen entspricht.[46]

22. Der Bischof leitet die ihm anvertraute Ortskirche.[47] Seine Aufgabe ist es zu regeln, zu führen, zu inspirieren, manchmal auch zu mahnen.[48] So erfüllt er das heilige Amt, das er durch die Bischofsweihe[49] zur Auferbauung seiner Herde in der Wahrheit und in der Heiligkeit empfangen hat.[50] Er soll den eigentlichen Sinn der liturgischen Riten und Texte aufzeigen und in den Priestern, Diakonen und christgläubigen Laien den Geist der heiligen Liturgie nähren,[51] damit alle zu einer tätigen und fruchtbaren Feier der Eucharistie geführt werden.[52] Zugleich soll er dafür sorgen, daß der gesamte Leib der Kirche in der Diözese, im Land und in der ganzen Welt in der Eintracht und in der Einheit der Liebe wachse.[53]

23. Die Gläubigen «müssen dem Bischof anhangen wie die Kirche Jesus Christus und wie Jesus Christus dem Vater, damit alles durch die Einheit zusammenstimme und überströme zum Ruhm Gottes».[54] Alle, auch die Mitglieder der Institute des geweihten Lebens und der Gesellschaften des apostolischen Lebens und aller Vereinigungen oder kirchlichen Bewegungen jedweder Art, sind bezüglich der liturgischen Ordnung in allem der Autorität des Diözesanbischofs unterworfen,[55]unbeschadet der legitim zuerkannten Rechte. Dem Diözesanbischof kommt daher das Recht und die Pflicht zu, die Kirchen und Oratorien seines Gebietes hinsichtlich der liturgischen Ordnung zu beaufsichtigen und zu überwachen, auch jene, die von Mitgliedern der oben genannten Institute errichtet sind oder geleitet werden, wenn sie von den Christgläubigen ständig besucht werden.[56]

24. Das christliche Volk hat seinerseits das Recht, daß der Diözesanbischof darauf achtet, daß sich kein Mißbrauch in die kirchliche Ordnung einschleicht, vor allem in Bezug auf den Dienst am Wort, die Feier der Sakramente und Sakramentalien sowie die Verehrung Gottes und der Heiligen.[57]

25. Die vom Bischof eingesetzten Kommissionen, Räte oder Ausschüsse zur «Förderung der Liturgie sowie der sakralen Musik und Kunst in seiner Diözese» müssen nach der Gesinnung und den Anweisungen des Bischofs handeln und sich auf seine Autorität und Zustimmung stützen, damit sie in angemessener Weise ihre Aufgabe erfüllen[58] und der wirksamen Leitung des Bischofs in seiner Diözese dienen. Wie schon längst notwendig ist, sollen die Bischöfe alle Gremien dieser Art, die übrigen Einrichtungen und alle Initiativen in der Liturgie dahingehend untersuchen, ob ihre bisherige Tätigkeit fruchtbar gewesen ist,[59] und sorgfältig beurteilen, welche Korrekturen oder Verbesserungen in ihrer Zusammensetzung und Arbeitsweise vorzunehmen sind,[60] damit sie zu neuer Kraft kommen. Es soll immer bedacht werden, daß man die Experten aus jenen Personen auswählen muß, deren Festigkeit im katholischen Glauben und deren theologische und kulturelle Bildung anerkannt sind.

2. Die Bischofskonferenz

26. Das gilt auch für jene Kommissionen, die für diesen Bereich zuständig sind und nach dem Wunsch des Konzils[61] von der Bischofskonferenz errichtet wurden. Deren Mitglieder müssen Bischöfe sein, die klar von den Experten, die Hilfsdienste leisten, zu unterscheiden sind. Wo die Zahl der Mitglieder einer Bischofskonferenz nicht ausreicht, damit ohne Schwierigkeit eine Liturgische Kommission gewählt oder errichtet werden kann, soll ein Rat oder Kreis von Experten ernannt werden, der immer unter Vorsitz eines Bischofs soweit wie möglich dieselbe Aufgabe wahrnimmt, jedoch nicht den Namen «Liturgische Kommission» tragen soll.

27. Der Apostolische Stuhl hat seit dem Jahr 1970[62] das Aufhören aller Experimente bezüglich der Feier der heiligen Messe angemahnt und dies im Jahr 1988 von neuem bekräftigt.[63] Daher haben die einzelnen Bischöfe und Bischofskonferenzen keine Befugnis, Experimente bezüglich liturgischer Texte und anderer Dinge, die in den liturgischen Büchern vorgeschrieben sind, zu gestatten. Damit solche Experimente in Zukunft durchgeführt werden können, ist die Erlaubnis der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erforderlich, die schriftlich gegeben und von den Bischofskonferenzen beantragt werden muß. Diese Erlaubnis wird jedoch nur aus einem schwerwiegenden Grund gewährt. Was die Bemühungen um Inkulturation im Bereich der Liturgie betrifft, sind die erlassenen besonderen Normen streng und zur Gänze einzuhalten.[64]

28. Alle Normen im Bereich der Liturgie, die eine Bischofskonferenz nach Maßgabe des Rechts für ihr Gebiet beschlossen hat, sind der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung für die Rekognoszierung vorzulegen, ohne die sie keinen verbindlichen Charakter haben.[65]

3. Die Priester

29. Die Priester, die als tüchtige, sorgsame und notwendige Mitarbeiter des bischöflichen Standes[66] zum Dienst am Volk Gottes gerufen sind, bilden zusammen mit ihrem Bischof ein Presbyterium,[67] auch wenn ihnen unterschiedliche Aufgaben übertragen sind. «In den einzelnen örtlichen Gemeinden der Gläubigen machen sie den Bischof, mit dem sie in vertrauensvoller und hochherziger Gesinnung verbunden sind, gewissermaßen gegenwärtig; sie übernehmen zu ihrem Teil seine Aufgaben und seine Sorge und stellen sich täglich in ihren Dienst. […] Um dieser Teilhabe an Priestertum und Sendung willen sollen die Priester den Bischof wahrhaft als ihren Vater anerkennen und ihm ehrfürchtig gehorchen».[68] «Auf das Wohl der Kinder Gottes immer bedacht, sollen sie darüber hinaus bestrebt sein, ihren Anteil beizutragen zur Hirtenarbeit in der ganzen Diözese, ja in der ganzen Kirche».[69]

30. Groß ist die Verantwortung vor allem der Priester, «denen es zukommt, der Eucharistiefeier in persona Christi vorzustehen. Sie sichern ein Zeugnis und einen Gemeinschaftsdienst nicht nur für die unmittelbar an der Feier teilnehmende Gemeinde, sondern auch für die Gesamtkirche, die mit der Eucharistie immer in Beziehung steht. Leider ist zu beklagen, daß es – vor allem seit den Jahren der Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil – infolge einer falsch verstandenen Auffassung von Kreativität und Anpassung nicht an Mißbräuchen gefehlt hat, die Leiden für viele verursacht haben».[70]

31. In Übereinstimmung mit dem, was sie im Ritus der heiligen Weihe gelobt haben und jedes Jahr während der Chrisammesse erneuern, sollen die Priester «die Mysterien Christi, besonders im Opfer der Eucharistie und im Sakrament der Versöhnung, gemäß der kirchlichen Überlieferung zum Lobe Gottes und zum Heil des christlichen Volkes in gläubiger Ehrfurcht»[71] feiern. Sie dürfen dem eigenen Dienst nicht seine tiefgehende Bedeutung nehmen, indem sie die liturgische Feier durch Änderungen, Kürzungen oder Hinzufügungen willkürlich entstellen.[72] Der heilige Ambrosius hat gesagt: «Nicht in sich, […] sondern in uns wird die Kirche verwundet. Sorgen wir daher dafür, daß unsere Sünde nicht zur Wunde für die Kirche wird».[73] Die Kirche Gottes soll also durch die Priester, die sich so feierlich dem Dienst geweiht haben, nicht verwundet werden. Die Priester sollen vielmehr unter der Autorität des Bischofs treu darauf achten, daß solche Entstellungen auch nicht durch andere vorgenommen werden.

32. «Der Pfarrer hat Sorge dafür zu tragen, daß die heiligste Eucharistie zum Mittelpunkt der pfarrlichen Gemeinschaft der Gläubigen wird; er hat sich darum zu bemühen, die Gläubigen durch eine ehrfürchtige Feier der Sakramente zu weiden, in besonderer Weise aber darum, daß sie häufig die Sakramente der heiligsten Eucharistie und der Buße empfangen; ebenso hat er darauf bedacht zu sein, daß sie auch in den Familien zur Verrichtung des Gebetes geführt werden sowie bewußt und tätig an der heiligen Liturgie teilnehmen, die der Pfarrer unter der Autorität des Diözesanbischofs in seiner Pfarrei leiten und überwachen muß, damit sich kein Mißbrauch einschleicht».[74] Obwohl es angemessen ist, daß er sich zur besseren Vorbereitung der liturgischen Feiern, vor allem der heiligen Messe, von verschiedenen Christgläubigen helfen läßt, darf er ihnen jedoch in keiner Weise jene Vorrechte in der Sache abtreten, die seinem Amt eigen sind.

33. Schließlich sollen alle Priester «die Wissenschaft und die Kunst der Liturgie in rechter Weise pflegen, damit durch ihren liturgischen Dienst von den ihnen anvertrauten Gemeinden Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, immer vollkommeneres Lob werde».[75] Sie sollen vor allem von jenem Bewundern und Staunen durchdrungen sein, das durch die Feier des österlichen Mysteriums in der Eucharistie in den Herzen der Gläubigen geweckt wird.[76]

4. Die Diakone

34. Die Diakone, «denen die Hände nicht zum Priestertum, sondern zum Dienst aufgelegt werden»,[77] müssen Männer guten Rufes sein[78] und mit Gottes Hilfe so handeln, daß sie wahrhaft als Jünger Christi erkannt werden,[79] «der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen»,[80] und der inmitten seiner Jünger gewesen ist «wie einer, der bedient».[81] Von der Gabe des Heiligen Geistes durch Handauflegung gestärkt, sollen sie dem Volk Gottes in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium dienen.[82] Sie sollen deshalb den Bischof wie einen Vater achten und ihm und den Priestern «im Dienst des Wortes, im Dienst am Altar und im Dienst der Liebe» beistehen.[83]

35. Sie sollen nie davon ablassen, «am Geheimnis des Glaubens, wie der Apostel sagt, mit reinem Gewissen festzuhalten[84] und diesen Glauben gemäß dem Evangelium und der Überlieferung der Kirche in Wort und Tat zu verkünden».[85] Aus ganzem Herzen sollen sie der heiligen Liturgie als Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens treu und demütig dienen, damit «alle, durch Glauben und Taufe Kinder Gottes geworden, sich versammeln, inmitten der Kirche Gott loben, am Opfer teilnehmen und das Herrenmahl essen».[86] Daher sollen alle Diakone, soweit sie betroffen sind, sich dafür einsetzen, daß die heilige Liturgie entsprechend den pflichtgemäß approbierten liturgischen Büchern gefeiert wird.

Kapitel II

Die Teilnahme der christgläubigen Laien an der Feier der Eucharistie

1. Die tätige und bewusste Teilnahme

36. Als Handlung Christi und der Kirche ist die Meßfeier der Mittelpunkt des ganzen christlichen Lebens, und zwar für die Gesamtkirche wie auch für die Teilkirche und für die einzelnen Gläubigen,[87] die «“in verschiedener Weise, entsprechend der Verschiedenheit von Stand, Aufgabe und tätiger Teilnahme”[88] daran beteiligt sind. Auf diese Weise drückt das christliche Volk, “ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde”,[89] seine ihm entsprechende und hierarchische Ordnung aus».[90]«Das gemeinsame Priestertum der Gläubigen aber und das amtliche oder hierarchische Priestertum unterscheiden sich zwar dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach, sind jedoch einander zugeordnet: das eine wie das andere nämlich nimmt auf je besondere Weise an dem einen Priestertum Christi teil».[91]

37. Alle Christgläubigen, die durch die Taufe von ihren Sünden befreit und in die Kirche eingegliedert worden sind, werden durch das ihnen eingeprägte Siegel zum Kult der christlichen Religion bestellt,[92] damit sie sich kraft ihres königlichen Priestertums,[93] beharrlich im Gebet und im Lob Gottes,[94] als lebendiges und heiliges Opfer darbringen, das Gott gefällt und sich in allen ihren Taten bewährt,[95] und damit sie überall auf der Erde von Christus Zeugnis ablegen und jedem Rede und Antwort stehen, der nach der Hoffnung auf das ewige Leben fragt, die sie erfüllt.[96] Daher kann die Teilnahme der gläubigen Laien an der Feier der Eucharistie und der anderen Riten der Kirche auch nicht auf eine bloß passive Anwesenheit reduziert werden, sondern ist als wahre Ausübung des Glaubens und der Taufwürde zu betrachten.

38. Die beständige Lehre der Kirche über das Wesen der Eucharistie, die nicht nur ein Gastmahl, sondern auch und vor allem ein Opfer ist, muß mit Recht zu den grundlegenden Kriterien für eine volle Teilnahme aller Gläubigen an diesem so großen Sakrament gezählt werden.[97] «Bisweilen wird ein stark verkürzendes Verständnis des eucharistischen Mysteriums sichtbar. Es wird seines Opfercharakters beraubt und in einer Weise vollzogen, als ob es den Sinn und den Wert einer brüderlichen Mahlgemeinschaft nicht übersteigen würde».[98]

39. Um die tätige Teilnahme zu fördern und zum Ausdruck zu bringen, hat die jüngste Reform der liturgischen Bücher gemäß dem Willen des Konzils den Akklamationen des Volkes, den Antworten, dem Psalmengesang, den Antiphonen, den Liedern sowie den Handlungen und Gesten und den Körperhaltungen Aufmerksamkeit geschenkt, für die Einhaltung des heiligen Schweigens zu gegebener Zeit Sorge getragen und in den Rubriken auch die Teile, die das Volk betreffen, in Betracht gezogen.[99] Außerdem wird für eine angemessene Gestaltung nach dem Grundsatz, daß jede Feier gemäß den durch die liturgischen Normen festgesetzten Befugnissen den Bedürfnissen, dem Fassungsvermögen, der geistigen Vorbereitung und der Wesensart der Teilnehmer entsprechen soll, ein weiter Raum gewährt. In der Auswahl der Gesänge, der Melodien, der Orationen und der biblischen Lesungen, in der Homilie, die zu halten ist, in der Vorbereitung der Fürbitten, in den Hinweisen, die manchmal zu verlesen sind, und im Schmuck der Kirche entsprechend den verschiedenen Zeiten gibt es vielfältige Möglichkeiten, in jede Feier eine gewisse Abwechslung einzufügen, die dazu beiträgt, den Reichtum der liturgischen Tradition deutlicher in Erscheinung treten zu lassen und der Feier mit Sorgfalt unter Beachtung der pastoralen Erfordernisse eine besondere Note zu verleihen, so daß die innere Teilnahme gefördert wird. Es muß jedoch daran erinnert werden, daß die Wirksamkeit der liturgischen Handlungen nicht in der ständigen Änderung der Riten liegt, sondern in der tieferen Besinnung auf das Wort Gottes und das Mysterium, das gefeiert wird.[100]

40. Obwohl die Feier der Liturgie zweifellos das Kennzeichen der tätigen Teilnahme aller Christgläubigen hat, folgt daraus jedoch nicht, daß alle über die Gesten und Körperhaltungen hinaus gleichsam aus Notwendigkeit tatsächlich etwas tun müßten, so als ob jeder zwingend irgendeine besondere liturgische Aufgabe verrichten müßte. In der katechetischen Ausbildung ist gewissenhaft dafür zu sorgen, daß oberflächliche Auffassungen und Gewohnheiten korrigiert werden, die sich in den letzten Jahren mancherorts eingeschlichen haben, und daß bei allen Christgläubigen immer wieder neu der Sinn für das echte Staunen vor der Größe jenes Glaubensmysterium geweckt wird, das die Eucharistie ist, in deren Feier die Kirche immerfort «von der alten in die neue Wirklichkeit» übergeht.[101] Denn in der Feier der Eucharistie wie auch im ganzen christlichen Leben, das aus ihr Kraft schöpft und zu ihr hinstrebt, wirft sich die Kirche, wie der heilige Apostel Thomas, anbetend vor dem Herrn nieder, der gekreuzigt wurde, gestorben ist, begraben wurde und auferstanden ist, und ruft «in der Fülle seines göttlichen Glanzes […] in alle Ewigkeit aus: “Mein Herr und mein Gott!”».[102]

41. Um den inneren Sinn für die liturgische Teilnahme zu wecken, zu fördern und zu nähren, sind die eifrige, ausgedehnte Feier des Stundengebetes, der Gebrauch der Sakramentalien und die Übungen der christlichen Volksfrömmigkeit sehr nützlich. Die Übungen dieser Art, «die, obwohl sie nicht streng zur heiligen Liturgie gehören, gleichwohl von besonderer Bedeutung und Würde sind», müssen in einer gewissen Verbindung mit der liturgischen Ordnung gesehen werden, besonders wenn sie vom Lehramt empfohlen und bestätigt wurden,[103] wie dies besonders beim Gebet des Rosenkranzes der Fall ist.[104] Da diese Formen der Frömmigkeit das christliche Volk zur Mitfeier der Sakramente, vor allem der Eucharistie, «wie auch zur Betrachtung der Mysterien unserer Erlösung und zur Nachahmung der leuchtenden Beispiele der Heiligen im Himmel» führen, «machen sie uns daher nicht ohne heilsamen Nutzen des liturgischen Kultes teilhaftig».[105]

42. Man muß verstehen, daß die Kirche nicht aus menschlichem Willen zusammenkommt, sondern von Gott im Heiligen Geist zusammengerufen wird und im Glauben auf eine ungeschuldete Berufung antwortet (ekklesia ist nämlich eng verbunden mit klesis – Berufung).[106] Das eucharistische Opfer darf ferner nicht als «Konzelebration» des Priesters mit dem anwesenden Volk im strengen Sinn betrachtet werden.[107] Im Gegenteil, die von den Priestern gefeierte Eucharistie ist eine Gabe, «die auf radikale Weise die Vollmacht der Gemeinde überragt. […] Die Gemeinde, die zur Feier der Eucharistie zusammenkommt, bedarf unbedingt eines geweihten Priesters, der ihr vorsteht, um wirklich eucharistische Versammlung sein zu können. Die Gemeinde kann sich aber nicht selbst einen geweihten Amtsträger geben».[108] Es bedarf dringend des gemeinsamen Willens, daß in dieser Sache jede Zweideutigkeit vermieden und für die Schwierigkeiten der letzten Jahre eine Abhilfe geschaffen wird. Daher sollen Ausdrücke wie «zelebrierende Gemeinde» oder «zelebrierende Versammlung» – oder in anderen modernen Sprachen «celebrating assembly», «asamblea celebrante», «assemblée célébrante», «assemblea celebrante» – und ähnliche Redewendungen nur behutsam gebraucht werden.

2. Die Aufgaben der christgläubigen Laien bei der Feier der heiligen Messe

43. Es ist richtig und lobenswert, daß einige gläubige Laien gemäß der Tradition zum Wohl der Gemeinde und der ganzen Kirche Gottes gewisse Aufgaben bei der Feier der heiligen Liturgie übernehmen.[109] Es ist angebracht, daß mehrere Gläubige die verschiedenen Aufgaben oder die verschiedenen Teile derselben Aufgabe unter sich aufteilen und verrichten.[110]

44. Neben den Diensten des rechtmäßig beauftragten Akolythen und Lektors[111] gibt es unter den genannten besonderen Aufgaben jene des Akolythen[112] und des Lektors[113] mit einer zeitlich begrenzten Beauftragung und, damit verbunden, andere Dienste, die im Römischen Meßbuch beschrieben sind,[114] sowie die Aufgaben, die Hostien vorzubereiten, die liturgischen Tücher zu reinigen und ähnliche Dinge. Alle, «sowohl Amtsträger als auch christgläubige Laien, sollen in der Ausübung ihres Amtes oder ihrer Aufgabe nur das und all das tun, was ihnen zukommt»,[115] und bei der liturgischen Feier wie auch bei ihrer Vorbereitung dafür sorgen, daß die Liturgie der Kirche würdig und schön vollzogen wird.

45. Man muß die Gefahr vermeiden, das komplementäre Verhältnis zwischen dem Tun der Kleriker und dem der Laien in der Weise zu verdunkeln, daß die Rolle der Laien einer gewissen «Klerikalisierung» unterzogen wird, wie man zu sagen pflegt, während die geistlichen Amtsträger ungebührend Aufgaben übernehmen, die dem Leben und Tun der christgläubigen Laien eigen sind.[116]

46. Der christgläubige Laie, der zu einem Hilfsdienst bei den liturgischen Feiern gerufen wird, soll in angemessener Weise vorbereitet sein und sich durch christliches Leben, Glauben, Sitten und Treue zum Lehramt der Kirche auszeichnen. Es ist gut, wenn er entsprechend dem Alter, den Verhältnissen, der Lebensweise und der religiösen Bildung eine liturgische Unterweisung erhalten hat.[117] Man soll niemanden annehmen, dessen Beauftragung bei den Gläubigen Verwunderung erregen könnte.[118]

47. Es ist sehr zu begrüßen, wenn der bekannte Brauch erhalten bleibt, daß Kinder oder Jugendliche anwesend sind, die gewöhnlich Ministranten genannt werden und nach Art des Akolythen am Altar dienen. Sie sollen eine ihrem Fassungsvermögen angemessene Katechese über ihre Aufgabe erhalten.[119] Man darf nicht vergessen, daß aus der Zahl dieser Kinder im Laufe der Jahrhunderte eine große Schar geistlicher Amtsträger hervorgegangen ist.[120] Um die pastorale Sorge für die Ministranten wirksamer zu gestalten, sollen für sie Vereinigungen errichtet und gefördert werden, bei denen auch die Eltern teilnehmen und mithelfen können. Wenn solche Vereinigungen einen internationalen Charakter haben, obliegt es der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, sie zu errichten oder ihre Statuten zu überprüfen und zu approbieren.[121] Nach dem Urteil des Diözesanbischofs und unter Beachtung der festgesetzten Normen können zu diesem Altardienst Mädchen oder Frauen zugelassen werden.[122]

Kapitel III

Die rechte Feier der heiligen Messe

1. Die Materie der heiligsten Eucharistie

48. Das Brot, das für die Feier des hochheiligen eucharistischen Opfers verwendet wird, muß ungesäuert, aus reinem Weizenmehl bereitet und noch frisch sein, so daß keine Gefahr der Verderbnis besteht.[123] Daraus folgt, daß Brot, das aus einer anderen Substanz, wenn auch aus Getreide, bereitet ist, oder Brot, dem eine vom Weizen verschiedene Materie in so großer Menge beigemischt ist, daß es gemäß dem allgemeinen Empfinden nicht mehr als Weizenbrot bezeichnet werden kann, keine gültige Materie für den Vollzug des eucharistischen Opfers und Sakramentes darstellt.[124] Es ist ein schwerer Mißbrauch, bei der Zubereitung des für die Eucharistie bestimmten Brotes andere Substanzen, wie zum Beispiel Früchte, Zucker oder Honig, beizufügen. Es ist klar, daß die Hostien von Personen herzustellen sind, die sich nicht nur durch Rechtschaffenheit auszeichnen, sondern auch in der Zubereitung der Hostien erfahren und mit geeigneten Werkzeugen ausgerüstet sind.[125]

49. Es ist der Zeichenhaftigkeit angemessen, daß einige Teile des eucharistischen Brotes, die aus der Brechung hervorgehen, wenigstens einigen Gläubigen bei der Kommunion ausgeteilt werden. «Die kleinen Hostien sind jedoch keineswegs ausgeschlossen, falls die Zahl der Kommunikanten oder andere seelsorgliche Überlegungen sie erforderlich machen».[126] Ja, für gewöhnlich sollen weitgehend kleine Hostien verwendet werden, die keiner weiteren Brechung bedürfen.

50. Der Wein, der für die Feier des hochheiligen eucharistischen Opfers verwendet wird, muß naturrein, aus Weintrauben gewonnen und echt sein, er darf nicht verdorben und nicht mit anderen Substanzen vermischt sein.[127] Bei der Meßfeier muß ihm ein wenig Wasser beigemischt werden. Es ist sorgfältig darauf zu achten, daß der für die Eucharistie bestimmte Wein in einwandfreiem Zustand aufbewahrt und nicht zu Essig wird.[128] Es ist streng verboten, Wein zu benützen, über dessen Echtheit und Herkunft Zweifel bestehen: Denn bezüglich der notwendigen Bedingungen für die Gültigkeit der Sakramente fordert die Kirche Gewißheit. Es darf kein Vorwand zugunsten anderer Getränke jedweder Art zugelassen werden, die keine gültige Materie darstellen.

2. Das eucharistische Hochgebet

51. Nur jene eucharistischen Hochgebete dürfen verwendet werden, die im Römischen Meßbuch stehen oder rechtmäßig vom Apostolischen Stuhl approbiert worden sind, und zwar gemäß den Möglichkeiten und Grenzen, die der Apostolische Stuhl festgelegt hat. «Man kann es nicht hinnehmen, daß einige Priester sich das Recht anmaßen, eucharistische Hochgebete zusammenzustellen»[129] oder die von der Kirche approbierten Texte zu ändern oder andere von Privatpersonen verfaßte Hochgebete zu verwenden.[130]

52. Das Sprechen des eucharistischen Hochgebetes, das von seinem Wesen her gleichsam den Höhepunkt der ganzen Feier bildet, ist dem Priester kraft seiner Weihe eigen. Daher ist es ein Mißbrauch, wenn einige Teile des eucharistischen Hochgebetes von einem Diakon, einem dienenden Laien, einem einzelnen oder allen Gläubigen zusammen vorgetragen werden. Das eucharistische Hochgebet muß zur Gänze vom Priester allein gesprochen werden.[131]

53. Während der zelebrierende Priester das eucharistische Hochgebet spricht, «soll gleichzeitig nichts anderes gebetet oder gesungen werden; auch Orgel und andere Musikinstrumente sollen schweigen»,[132] außer zu den pflichtgemäß approbierten Akklamationen des Volkes, über die weiter unten gesprochen wird.

54. Das Volk nimmt dennoch immer aktiv und nie rein passiv teil: Es soll sich mit dem Priester vereinen «im Glauben und in Stille wie auch durch die im Laufe des eucharistischen Hochgebetes festgesetzten Einschübe, das sind die Antworten im Eröffnungsdialog der Präfation, das Sanctus, die Akklamation nach der Wandlung und die Akklamation des Amen nach der Schlußdoxologie sowie andere von der Bischofskonferenz approbierte und vom Heiligen Stuhl rekognoszierte Akklamationen».[133]

55. An einigen Orten hat sich der Mißbrauch verbreitet, daß der Priester bei der Feier der heiligen Messe die Hostie während der Wandlung bricht. Dieser Mißbrauch widerspricht der Tradition der Kirche. Er ist zu verwerfen und dringend zu korrigieren.

56. Die Erwähnung des Namens des Papstes und des Diözesanbischofs im eucharistischen Hochgebet darf nicht weggelassen werden, damit eine ganz alte Tradition bewahrt und die kirchliche Gemeinschaft zum Ausdruck gebracht wird. Denn «die kirchliche Gemeinschaft der eucharistischen Versammlung ist Gemeinschaft mit dem eigenen Bischof und mit dem Papst».[134]

3. Die übrigen Teile der Messe

57. Die Versammlung der Christgläubigen hat das Recht, daß vor allem bei der sonntäglichen Feier in der Regel eine geeignete und echte sakrale Musik und immer ein Altar, Paramente und sakrale Tücher da sind, die entsprechend den Normen in Würde, Schönheit und Sauberkeit erstrahlen sollen.

58. Alle Christgläubigen haben gleichermaßen das Recht, daß die Feier der Eucharistie in allen ihren Teilen gewissenhaft vorbereitet wird, so daß in ihr das Wort Gottes würdig und kraftvoll verkündet und ausgelegt, die Befugnis zur Auswahl der liturgischen Texte und Riten gemäß den Normen sorgfältig wahrgenommen und ihr Glaube durch die Texte der Gesänge bei der Feier der Liturgie gebührend geschützt und genährt wird.

59. Aufhören muß die verwerfliche Gewohnheit, daß Priester, Diakone oder Christgläubige hier und da Texte der heiligen Liturgie, die ihnen zum Vortragen anvertraut sind, nach eigenem Gutdünken ändern oder entstellen. Wenn sie dies tun, nehmen sie der Feier der Liturgie ihre Festigkeit und verfälschen nicht selten den authentischen Sinn der Liturgie.

60. In der Meßfeier sind Wortgottesdienst und Eucharistiefeier eng miteinander verbunden, sie bilden eine einzige Kulthandlung. Deswegen ist es nicht erlaubt, die beiden Teile voneinander zu trennen oder sie zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten zu feiern.[135] Es ist auch nicht gestattet, daß einzelne Teile der heiligen Messe zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein und desselben Tages vollzogen werden.

61. Bei der Auswahl der biblischen Lesungen, die in der Meßfeier vorzutragen sind, müssen die Normen befolgt werden, die sich in den liturgischen Büchern finden,[136] damit «den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet» und «die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan»[137]werde.

62. Es ist nicht erlaubt, die vorgeschriebenen biblischen Lesungen aus eigenem Gutdünken wegzulassen oder zu ersetzen oder gar «die Lesungen und den Antwortpsalm, die das Wort Gottes enthalten, mit anderen nichtbiblischen Texten»[138] auszutauschen.

63. Die Lesung des Evangeliums, die «den Höhepunkt des Wortgottesdienstes bildet»,[139] ist gemäß der Tradition der Kirche in der Feier der heiligen Liturgie dem geweihten Amtsträger vorbehalten.[140] Daher ist es einem Laien, auch einem Ordenschristen, nicht gestattet, das Evangelium während der Feier der heiligen Messe zu verkünden, auch nicht in den anderen Fällen, in denen die Normen es nicht ausdrücklich erlauben.[141]

64. Die Homilie, die während der Feier der heiligen Messe gehalten wird und Teil der Liturgie selbst ist,[142] «wird in der Regel vom zelebrierenden Priester gehalten oder von ihm einem konzelebrierenden Priester oder manchmal, wenn dies angebracht erscheint, auch einem Diakon übertragen, niemals aber einem Laien.[143] In besonderen Fällen kann die Homilie aus einem gerechten Grund auch von einem Bischof oder einem Priester gehalten werden, der an der Feier teilnimmt, ohne konzelebrieren zu können».[144]

65. Es muß daran erinnert werden, daß jedwede frühere Norm, die nichtgeweihten Gläubigen die Homilie innerhalb der Meßfeier gestattet hatte, aufgrund der Vorschrift von can. 767 § 1 als aufgehoben anzusehen ist.[145] Diese Praxis ist verworfen und kann deshalb nicht aufgrund irgendeiner Gewohnheit gestattet werden.

66. Das Verbot der Zulassung von Laien zur Predigt innerhalb der Meßfeier gilt auch für die Alumnen der Seminare, für Studenten der theologischen Disziplinen und für jene, die als sogenannte «Pastoralassistenten» eingesetzt sind, sowie für jedwede Art, Gruppe, Gemeinschaft oder Vereinigung von Laien.[146]

67. Man muß besonders dafür Sorge tragen, daß die Homilie streng auf die Heilsmysterien Bezug nimmt, während des liturgischen Jahres die Geheimnisse des Glaubens und die Grundsätze des christlichen Lebens aus den biblischen Lesungen und den liturgischen Texten darlegt und die Texte des Ordinarium und des Proprium der Messe oder eines anderen Ritus der Kirche erklärt.[147]Es ist klar, daß alle Auslegungen der Heiligen Schrift auf Christus als dem höchsten Angelpunkt der Heilsökonomie bezogen werden müssen; dabei soll aber auch der besondere Kontext der liturgischen Feier beachtet werden. In der Homilie ist dafür Sorge zu tragen, daß das Licht Christi auf die Ereignisse des Lebens strahle. Dies soll aber in der Weise geschehen, daß der authentische und wahre Sinn des Wortes Gottes nicht entleert wird, indem zum Beispiel nur über Themen des politischen oder weltlichen Lebens gesprochen oder aus Kenntnissen wie aus einer Quelle geschöpft wird, die von pseudoreligiösen Bewegungen unserer Zeit herkommen.[148]

68. Der Diözesanbischof soll gewissenhaft über die Homilie wachen,[149] auch indem er unter den geistlichen Amtsträgern Normen, Hinweise und Arbeitshilfen verbreitet und Zusammenkünfte und andere Initiativen fördert, damit sie oft Gelegenheit haben, sich näher mit der Eigenart der Homilie zu befassen und Hilfe für ihre Vorbereitung finden.

69. Bei der heiligen Messe sowie bei anderen Feiern der heiligen Liturgie darf kein Glaubensbekenntnis zugelassen werden, das nicht in den rechtmäßig approbierten liturgischen Büchern enthalten ist.

70. Die Opfergaben, welche die Christgläubigen in der heiligen Messe für die eucharistische Liturgie darzubringen pflegen, beschränken sich nicht zwingend auf Brot und Wein zur Feier der Eucharistie, sondern können auch andere Gaben umfassen, die von den Gläubigen in Form von Geld oder anderen nützlichen Gütern aus Liebe zu den Armen gegeben werden. Die äußeren Gaben müssen aber immer sichtbarer Ausdruck jener wahren Hingabe sein, die der Herr von uns erwartet, nämlich eines reumütigen Herzens und der Liebe zu Gott und dem Nächsten; dadurch werden wir dem Opfer Christi gleichgestaltet, der sich selbst für uns hingegeben hat. In der Eucharistie leuchtet nämlich in höchstem Maß jenes Mysterium der Liebe auf, das Jesus Christus während des Letzten Abendmahles offenbarte, als er den Jüngern die Füße gewachsen hat. Um die Würde der heiligen Liturgie zu wahren, sollen die äußeren Opfergaben jedoch auf geeignete Weise dargebracht werden. Geld wie auch andere Gaben für die Armen sind an einem geeigneten Ort, nicht aber am Altar, niederzugelegen.[150] Mit Ausnahme des Geldes und gegebenenfalls – wegen des Zeichencharakters – eines kleinen Teiles der anderen Gaben, ist es vorzuziehen, wenn solche Opfergaben außerhalb der Meßfeier gegeben werden.

71. Der Brauch des römischen Ritus, sich kurz vor der heiligen Kommunion den Friedensgruß zu geben, soll bewahrt werden, wie er im Ordo der Messe festgesetzt ist. Gemäß der Tradition des römischen Ritus hat dieser Brauch nicht den Charakter der Versöhnung oder der Sündenvergebung, er ist vielmehr Ausdruck des Friedens, der Gemeinschaft und der Liebe vor dem Empfang der heiligsten Eucharistie.[151] Dagegen hat der Bußakt, der am Beginn der Messe zu vollziehen ist, besonders in seiner ersten Form, den Charakter der brüderlichen Versöhnung.

72. Es ist angebracht, «daß jeder in schlichter Weise nur seinen Nachbarn den Friedensgruß gibt». «Der Priester kann den Friedensgruß den Dienern geben, bleibt aber immer innerhalb des Presbyteriums, um die Feier nicht zu stören. Dies soll er auch beachten, wenn er aus einem gerechten Grund einigen wenigen Gläubigen den Friedensgruß entbieten will». «Die Art des Friedensgrußes soll von den Bischofskonferenzen», deren Beschluß vom Apostolischen Stuhl rekognosziert werden muß, «entsprechend der Eigenart und den Bräuchen der Völker bestimmt werden».[152]

73. In der Feier der heiligen Messe beginnt die Brechung des eucharistischen Brotes, die nur vom zelebrierenden Priester und gegebenenfalls unter Mithilfe eines Diakons oder eines Konzelebranten, nicht aber eines Laien zu vollziehen ist, nach dem Ende des Friedensgrußes, während das Agnus Dei vorgetragen wird. Die Geste des Brotbrechens wurde nämlich «von Christus beim Letzten Abendmahl vollzogen, gab seit apostolischer Zeit der ganzen Eucharistiefeier den Namen und zeigt, daß die vielen Gläubigen in der Kommunion aus dem einen Brot des Lebens, das Christus ist, der für das Heil der Welt gestorben und auferstanden ist, zu einem Leib werden (1 Kor 10, 17)».[153]Deshalb muß der Ritus mit großer Ehrfurcht vollzogen werden.[154] Er soll aber kurz sein. Dringend zu korrigieren ist der mancherorts verbreitete Mißbrauch, diesen Ritus ohne Notwendigkeit auszudehnen, auch unter Mitwirkung von Laien im Widerspruch zu den Normen, und ihm eine übertriebene Bedeutung beizumessen.[155]

74. Falls es nötig ist, daß von einem Laien in der Kirche vor den versammelten Christgläubigen Unterweisungen oder ein Zeugnis über das christliche Leben gegeben werden, ist allgemein vorzuziehen, daß dies außerhalb der Messe geschieht. Aus schwerwiegenden Gründen ist es aber erlaubt, solche Unterweisungen oder Zeugnisse zu geben, nachdem der Priester das Schlußgebet gesprochen hat. Dieser Brauch darf jedoch nicht zur Gewohnheit werden. Im Übrigen sollen diese Unterweisungen und Zeugnisse keine Merkmale aufweisen, die zu Verwechslungen mit der Homilie führen könnten,[156] und es ist nicht gestattet, ihretwegen die Homilie ganz zu unterlassen.

4. Die Verbindung verschiedener Riten mit der Messfeier

75. Wegen des theologischen Sinns, welcher der Eucharistiefeier oder einem bestimmten Ritus eigen ist, verordnen oder erlauben die liturgischen Bücher bisweilen, die Feier der heiligen Messe mit einem anderen Ritus, vor allem der Sakramente, zu verbinden.[157] In anderen Fällen läßt die Kirche eine solche Verbindung jedoch nicht zu, besonders wo es sich um Umstände handelt, die einen eher oberflächlichen und unnützen Charakter haben.

76. Außerdem ist es nach ältester Tradition der römischen Kirche nicht erlaubt, das Bußsakrament mit der heiligen Messe so zu verbinden, daß sie zu einer einzigen liturgischen Handlung werden. Dies hindert aber nicht daran, daß die Priester mit Ausnahme jener, die die heilige Messe zelebrieren oder konzelebrieren, die Beichten der Gläubigen hören, die dies wünschen, auch wenn am gleichen Ort die Messe gefeiert wird, um so den Bedürfnissen dieser Gläubigen entgegenzukommen.[158]Dies soll aber in passender Weise geschehen.

77. Die Feier der heiligen Messe darf in keiner Weise in den Kontext eines gemeinsamen Mahles eingefügt oder mit einem solchen Mahl in Beziehung gebracht werden. Von einer schweren Notlage abgesehen, darf die Messe nicht an einem Eßtisch[159] oder in einem Speisesaal oder an einem Ort, an dem die Mahlzeiten eingenommen werden, und auch nicht in einem Raum, in dem sich Speisen befinden, gefeiert werden. Diejenigen, die an einer Messe teilnehmen, dürfen während der Feier nicht an Tischen sitzen. Wenn die Messe aufgrund einer schweren Notlage am gleichen Ort gefeiert werden muß, wo nachher die Mahlzeit eingenommen wird, soll zwischen dem Abschluß der Messe und dem Beginn des Mahles ein deutlicher zeitlicher Abstand eingeschoben werden; während der Meßfeier darf die gewöhnliche Speise für die Gläubigen nicht sichtbar sein.

78. Es ist nicht erlaubt, die Meßfeier mit politischen oder weltlichen Ereignissen oder mit Umständen in Verbindung zu bringen, die dem Lehramt der katholischen Kirche nicht voll entsprechen. Damit die authentische Bedeutung der Eucharistie nicht entleert wird, muß gänzlich vermieden werden, daß die Meßfeier aus bloßer Prunksucht begangen oder im Stil anderer Zeremonien, auch profaner Art, vollzogen wird.

79. Schließlich ist der Mißbrauch streng zu verurteilen, in die Feier der heiligen Messe Elemente einzufügen, die entgegen den Vorschriften der liturgischen Bücher Riten anderer Religionen entnommen sind.

Kapitel IV

Die heilige Kommunion

1. Die Disposition für den Empfang der heiligen Kommunion

80. Die Eucharistie soll den Gläubigen gereicht werden auch «als Gegenmittel, durch das wir von der täglichen Schuld befreit und vor Todsünden bewahrt werden»,[160] wie in verschiedenen Teilen der Messe hervorgehoben wird. Der an den Anfang der Messe gesetzte Bußakt hat zum Ziel, alle darauf vorzubereiten, die heiligen Mysterien in rechter Weise zu feiern;[161] er hat jedoch «nicht die Wirkung des Bußsakramentes»[162] und kann nicht als Ersatz für das Bußsakrament im Hinblick auf die Vergebung schwerer Sünden betrachtet werden. Die Seelsorger müssen bei der katechetischen Unterweisung sorgfältig darauf achten, daß den Gläubigen die christliche Lehre zu dieser Frage vermittelt wird.

81. Nach kirchlicher Gewohnheit ist es darüber hinaus notwendig, daß sich jeder sehr gründlich prüfe,[163] damit keiner, der sich einer schweren Sünde bewußt ist, ohne vorherige sakramentale Beichte die Messe feiert oder den Leib des Herrn empfängt, außer es liegt ein schwerwiegender Grund vor und es besteht keine Gelegenheit zur Beichte; in diesem Fall muß er sich der Verpflichtung bewußt sein, einen Akt der vollkommenen Reue zu erwecken, der den Vorsatz mit ein schließt, sobald wie möglich zu beichten.[164]

82. Außerdem hat die Kirche «Normen erlassen, die den häufigen und fruchtbaren Zutritt der Gläubigen zum Tisch des Herrn fördern und die objektiven Bedingungen festlegen, unter denen von der Spendung der Kommunion abgesehen werden muß».[165]

83. Es ist sicherlich am besten, wenn alle, die an der Feier der heiligen Messe teilnehmen und die notwendigen Bedingungen erfüllen, die heilige Kommunion empfangen. Es kommt aber bisweilen vor, daß die Christgläubigen massenweise und ohne Unterscheidung zum heiligen Tisch hinzutreten. Es ist Aufgabe der Hirten, diesen Mißbrauch mit Klugheit und Festigkeit zu korrigieren.

84. Wenn die heilige Messe für eine große Menge gefeiert wird, beispielsweise in Großstädten, muß man darauf achten, daß nicht aus Unwissenheit auch Nichtkatholiken oder sogar Nichtchristen zur heiligen Kommunion hinzutreten, ohne daß dem Lehramt der Kirche in Bezug auf Lehre und Disziplin Rechnung getragen wird. Es obliegt den Hirten, die Anwesenden zu gegebener Zeit darauf hinzuweisen, daß Wahrheit und Ordnung streng zu beachten sind.

85. Katholische Spender spenden die Sakramente erlaubt nur katholischen Gläubigen; ebenso empfangen diese die Sakramente erlaubt nur von katholischen Spendern; zu beachten sind aber die Bestimmungen von can. 844 §§ 2, 3 und 4 sowie von can. 861 § 2.[166] Die Bedingungen, die von can. 844 § 4 festgesetzt sind und die in keiner Weise aufgehoben werden können,[167] können ferner nicht voneinander getrennt werden; deshalb ist es notwendig, daß sie immer alle zugleich verlangt werden.

86. Die Gläubigen sollen dringend dazu angehalten werden, außerhalb der Messe, vor allem zu den festgesetzten Zeiten, zum Bußsakrament hinzutreten, so daß sie es mit Ruhe und wirklichem Nutzen empfangen können und nicht von der tätigen Teilnahme an der Messe abgehalten werden. Jene, die täglich oder sehr oft kommunizieren, sollen angeleitet werden, ihren Möglichkeiten entsprechend in angemessenen Zeitabständen das Bußsakrament zu empfangen.[168]

87. Der Erstkommunion der Kinder muß immer eine sakramentale Beichte und Lossprechung vorausgehen.[169] Außerdem soll die Erstkommunion immer von einem Priester gereicht werden, und zwar nie außerhalb der Meßfeier. Von Ausnahmefällen abgesehen, ist es wenig passend, die Erstkommunion bei der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag zu spenden. Man soll vielmehr einen anderen Tag wählen, wie etwa den 2. – 6. Sonntag in der Osterzeit oder das Hochfest des Leibes und Blutes Christi oder einen Sonntag im Jahreskreis, denn der Sonntag wird mit Recht als Tag der Eucharistie betrachtet.[170] Zum Empfang der heiligen Eucharistie sollen keine Kinder hinzutreten, «die den Vernunftgebrauch noch nicht erlangt haben» oder nach dem Urteil des Pfarrers «nicht ausreichend darauf vorbereitet sind».[171] Wenn es aber vorkommt, daß ein Kind in einer Ausnahmesituation bezüglich seines Alters für den Empfang des Sakramentes als reif erachtet wird, soll ihm die Erstkommunion nicht verwehrt werden, wenn es nur hinreichend vorbereitet ist.

2. Die Spendung der heiligen Kommunion

88. Die Gläubigen sollen die sakramentale eucharistische Kommunion gewöhnlich während der Messe und zu dem im Ritus der Feier vorgeschriebenen Zeitpunkt empfangen, also direkt nach der Kommunion des zelebrierenden Priesters.[172] Es obliegt dem zelebrierenden Priester, eventuell unter Mithilfe anderer Priester oder Diakone, die Kommunion auszuteilen; er darf die Messe nicht fortsetzen, bevor die Kommunion der Gläubigen beendet ist. Nur dort, wo eine Notlage es erfordert, können außerordentliche Spender dem zelebrierenden Priester nach Maßgabe des Rechts helfen.[173]

89. Damit «die Kommunion auch dem Zeichen nach klarer als Teilnahme am Opfer erscheint, das gefeiert wird»,[174] ist es wünschenswert, daß die Gläubigen sie in Hostien empfangen, die in derselben Messe konsekriert wurden.[175]

90. «Die Gläubigen empfangen die Kommunion kniend oder stehend, wie es die Bischofskonferenz festgelegt hat», deren Beschluß vom Apostolischen Stuhl rekognosziert werden muß. «Wenn sie stehend kommunizieren, wird empfohlen, daß sie vor dem Empfang des Sakramentes eine angemessene Ehrerbietung erweisen, die von denselben Normen festzulegen ist».[176]

91. Bezüglich der Austeilung der heiligen Kommunion ist daran zu erinnern, daß «die geistlichen Amtsträger […] die Sakramente denen nicht verweigern» dürfen, «die zu gelegener Zeit darum bitten, in rechter Weise disponiert und rechtlich an ihrem Empfang nicht gehindert sind».[177] Jeder getaufte Katholik, der rechtlich nicht gehindert ist, muß deshalb zur heiligen Kommunion zugelassen werden. Es ist also nicht gestattet, einem Christgläubigen die heilige Kommunion beispielsweise nur deshalb zu verweigern, weil er die Eucharistie kniend oder stehend empfangen möchte.

92. Obwohl jeder Gläubige immer das Recht hat, nach seiner Wahl die heilige Kommunion mit dem Mund zu empfangen,[178] soll in den Gebieten, wo es die Bischofskonferenz erlaubt und der Apostolische Stuhl rekognosziert hat, auch demjenigen die heilige Hostie ausgeteilt werden, der das Sakrament mit der Hand empfangen möchte. Man soll aber sorgfältig darauf achten, daß der Kommunikant die Hostie sofort vor dem Spender konsumiert, damit niemand mit den eucharistischen Gestalten in der Hand weggeht. Wenn eine Gefahr der Profanierung besteht, darf die heilige Kommunion den Gläubigen nicht auf die Hand gegeben werden.[179]

93. Es ist notwendig, die kleine Patene für die Kommunion der Gläubigen beizuhalten, um die Gefahr zu vermeiden, daß die heilige Hostie oder einzelne Fragmente auf den Boden fallen.[180]

94. Es ist den Gläubigen nicht gestattet, die heilige Hostie oder den heiligen Kelch «selbst zu nehmen und noch weniger von Hand zu Hand unter sich weiterzugeben».[181] Außerdem ist in diesem Zusammenhang der Mißbrauch zu beseitigen, daß die Brautleute bei der Trauungsmesse sich gegenseitig die heilige Kommunion spenden.

95. Ein christgläubiger Laie, der «die heiligste Eucharistie schon empfangen hat, darf sie am selben Tag nur innerhalb einer Feier der Eucharistie, an der er teilnimmt, ein zweites Mal empfangen, unbeschadet der Vorschrift des can. 921 § 2».[182]

96. Zu verwerfen ist der Brauch, daß entgegen den Vorschriften der liturgischen Bücher während oder vor der Meßfeier nicht konsekrierte Hostien oder andere eßbare oder nicht eßbare Dinge nach Art der Kommunion ausgeteilt werden. Dieser Brauch entspricht nicht der Tradition des römischen Ritus und bringt die Gefahr mit sich, bei den Christgläubigen Verwirrung zu stiften bezüglich der Lehre der Kirche über die Eucharistie. Wenn an einigen Orten aufgrund einer Konzession die besondere Gewohnheit besteht, Brot zu segnen und nach der Messe auszuteilen, soll dieser Brauch durch eine gute Katechese sorgfältig erklärt werden. Es dürfen aber keine anderen ähnlichen Praktiken eingeführt und für den genannten Brauch auf keinen Fall nicht konsekrierte Hostien verwendet werden.

3. Die Kommunion der Priester

97. Sooft der Priester die heilige Messe zelebriert, muß er am Altar zu dem vom Meßbuch festgesetzten Zeitpunkt kommunizieren, die Konzelebranten aber, bevor sie zur Kommunionausteilung gehen. Niemals darf der zelebrierende oder konzelebrierende Priester bis zum Ende der Kommunion des Volkes warten, bevor er selbst kommuniziert.[183]

98. Die Kommunion der konzelebrierenden Priester hat gemäß den in den liturgischen Büchern vorgeschriebenen Normen zu erfolgen, wobei immer Hostien zu verwenden sind, die in derselben Messe konsekriert wurden,[184] und alle Konzelebranten die Kommunion stets unter beiden Gestalten empfangen müssen. Wenn ein Priester oder ein Diakon den Konzelebranten die heilige Hostie oder den Kelch reicht, ist darauf zu achten, daß er nichts sagt, also nicht die Worte ausspricht: «Der Leib Christi» oder «Das Blut Christi».

99. Die Kommunion unter beiden Gestalten ist «den Priestern, die selbst das Meßopfer nicht zelebrieren oder konzelebrieren können»,[185] immer gestattet.

4. Die Kommunion unter beiden Gestalten

100. Um den Gläubigen die Fülle der Zeichenhaftigkeit im eucharistischen Gastmahl klarer bewußt zu machen, werden in den Fällen, die in den liturgischen Büchern erwähnt sind, auch die christgläubigen Laien zur Kommunion unter beiden Gestalten zugelassen, wobei eine entsprechende Katechese über die dogmatischen Grundsätze, die vom Ökumenischen Konzil von Trient festgelegt wurden, vorausgehen und beständig weitergeführt werden muß.[186]

101. Damit den christgläubigen Laien die heilige Kommunion unter beiden Gestalten gespendet werden kann, sind die Umstände entsprechend zu berücksichtigen, über die in erster Linie die Diözesanbischöfe zu urteilen haben. Diese Art der Kommunionspendung ist gänzlich auszuschließen, wenn auch nur die geringste Gefahr der Profanierung der heiligen Gestalten besteht.[187] Für eine eingehendere Regelung haben die Bischofskonferenzen Normen zu erlassen, die vom Apostolischen Stuhl durch die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung rekognosziert werden müssen, vor allem im Hinblick auf «die Art, den Gläubigen die heilige Kommunion unter beiden Gestalten auszuteilen, sowie die Ausweitung dieser Befugnis».[188]

102. Der Kelch soll den christgläubigen Laien nicht gereicht werden, wo die Zahl der Kommunikanten so groß ist,[189] daß es schwierig wird, die für die Eucharistie notwendige Menge an Wein abzuschätzen und die Gefahr besteht, daß «am Ende der Feier eine Menge des Blutes Christi übrigbleibt, die über das rechte Maß hinausgeht, das konsumiert werden kann»;[190]ebenso nicht, wo der Zugang zum Kelch nur schwer geregelt werden kann oder wo eine entsprechende Menge an Wein erforderlich wird, deren sichere Herkunft und Qualität nur schwer festgestellt werden kann, oder wo keine angemessene Zahl an geistlichen Amtsträgern oder außerordentlichen Spendern der heiligen Kommunion mit geeigneter Ausbildung vorhanden ist, oder wo ein beträchtlicher Teil des Volkes aus verschiedenen Gründen beharrlich nicht zum Kelch hinzutreten will, so daß das Zeichen der Einheit in gewisser Weise verloren geht.

103. Die Normen des Römischen Meßbuches kennen die Regelung, daß in den Fällen, in denen die Kommunion unter beiden Gestalten ausgeteilt wird, «das Blut Christi direkt aus dem Kelch oder durch Eintauchen der Hostie oder mit einem Röhrchen oder mit einem Löffel getrunken werden kann».[191] Was die Kommunionspendung für die christgläubigen Laien betrifft, können die Bischöfe die Kommunion mit einem Röhrchen oder einem Löffel ausschließen, wo dies nicht örtlicher Brauch ist, wobei aber immer die Möglichkeit der Kommunionspendung durch Eintauchen der Hostie bestehen bleibt. Wenn diese Form zur Anwendung kommt, sollen allerdings Hostien verwendet werden, die nicht zu dünn und nicht zu klein sind, und der Kommunikant darf das Sakrament vom Priester nur mit dem Mund empfangen.[192]

104. Es ist dem Kommunikanten nicht erlaubt, selbst die Hostie in den Kelch einzutauchen oder die eingetauchte Hostie mit der Hand zu empfangen. Die Hostie, die eingetaucht wird, muß aus gültiger Materie bereitet und konsekriert sein; streng verboten ist die Verwendung von nicht konsekriertem Brot oder anderer Materie.

105. Wenn ein einziger Kelch zur Spendung der Kommunion unter beiden Gestalten an konzelebrierende Priester oder Christgläubige nicht ausreicht, steht dem nichts entgegen, daß der zelebrierende Priester mehrere Kelche verwendet.[193] Es ist nämlich daran zu erinnern, daß alle Priester, die die heilige Messe zelebrieren, zur Kommunion unter beiden Gestalten verpflichtet sind. Der Zeichenhaftigkeit wegen ist es zu begrüßen, daß ein größerer Kelch zusammen mit anderen kleineren Kelchen verwendet wird.

106. Es ist jedoch gänzlich zu vermeiden, daß das Blut Christi nach der Wandlung aus einem Gefäß in ein anderes gegossen wird, damit nichts passiert, was diesem so großen Mysterium unangemessen ist. Um das Blut des Herrn aufzunehmen, dürfen niemals Flaschen, Krüge oder andere Gefäße verwendet werden, die den festgesetzten Normen nicht voll entsprechen.

107. «Wer die eucharistischen Gestalten wegwirft oder in sakrilegischer Absicht entwendet oder zurückbehält, zieht sich» gemäß der von den Canones festgesetzten Norm «die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu; ein Kleriker kann außerdem mit einer weiteren Strafe belegt werden, die Entlassung aus dem Klerikerstand nicht ausgenommen».[194]Jedwede Handlung, durch welche die heiligen Gestalten mutwillig und schwerwiegend entehrt werden, muß diesem Fall zugerechnet werden. Wenn daher jemand gegen die genannten Normen handelt, indem er zum Beispiel die heiligen Gestalten in das Sacrarium oder an einen unwürdigen Ort oder auf den Boden wirft, zieht er sich die festgesetzten Strafen zu.[195] Darüber hinaus sollen alle daran denken, daß nach Abschluß der Spendung der heiligen Kommunion innerhalb der Meßfeier die Vorschriften des Römischen Meßbuches zu befolgen sind; was eventuell vom Blut Christi noch übrig ist, muß vom Priester oder, gemäß den Normen, von einem anderen Diener sofort gänzlich konsumiert werden; die konsekrierten Hostien, die übriggeblieben sind, müssen entweder am Altar vom Priester konsumiert oder an den für die Aufbewahrung der Eucharistie bestimmten Ort gebracht werden.[196]

Kapitel V

Einige weitere Aspekte in Bezug auf die Eucharistie

1. Der Ort für die Feier der heiligen Messe

108. «Die Feier der Eucharistie ist an einem geheiligten Ort zu vollziehen, wenn nicht in einem besonderen Fall zwingende Umstände etwas anderes erfordern; in diesem Fall muß die Feier an einem geziemenden Ort stattfinden».[197] Ob solche zwingende Umstände gegeben sind, wird in der Regel der Diözesanbischof von Fall zu Fall für seine Diözese beurteilen.

109. Es ist einem Priester niemals erlaubt, die Eucharistie in einem Tempel oder geheiligten Ort einer nichtchristlichen Religion zu feiern.

2. Verschiedene Elemente bezüglich der heiligen Messe

110. «Immer dessen eingedenk, daß sich im Mysterium des eucharistischen Opfers das Werk der Erlösung fortwährend vollzieht, haben die Priester häufig zu zelebrieren; ja die tägliche Zelebration wird eindringlich empfohlen, die, auch wenn eine Teilnahme von Gläubigen nicht möglich ist, eine Handlung Christi und der Kirche ist, durch deren Vollzug die Priester ihre vornehmste Aufgabe erfüllen».[198]

111. Ein Priester ist zur Zelebration oder Konzelebration der Eucharistie «zuzulassen, auch wenn er dem Rektor der Kirche nicht bekannt ist, sofern er ein Empfehlungsschreiben» des Apostolischen Stuhles oder seines Ordinarius oder seines Oberen vorlegt, das höchstens vor einem Jahr ausgestellt wurde, «oder wenn vernünftigerweise anzunehmen ist, daß er bezüglich der Zelebration keinem Hindernis unterliegt».[199] Die Bischöfe haben dafür Sorge zu tragen, daß gegenteilige Gewohnheiten beseitigt werden.

112. Die Messe wird in lateinischer Sprache oder in einer anderen Sprache gefeiert, sofern nur die liturgischen Texte verwendet werden, die nach Maßgabe des Rechts approbiert worden sind. Abgesehen von den Meßfeiern, die an den von der kirchlichen Autorität festgelegten Zeiten in der Volkssprache zu vollziehen sind, ist es den Priestern immer und überall erlaubt, in Latein zu feiern.[200]

113. Wenn mehrere Priester bei der Messe konzelebrieren, soll für den Vortrag des eucharistischen Hochgebetes eine Sprache verwendet werden, die allen konzelebrierenden Priestern und dem versammelten Volk bekannt ist. Wo es vorkommt, daß einige Priester dabei sind, die die Zelebrationssprache nicht kennen, so daß sie die ihnen zukommenden Teile des eucharistischen Hochgebetes nicht geziemend vortragen können, sollen sie nicht konzelebrieren, sondern gemäß den Normen in Chorkleidung an der Feier teilnehmen.[201]

114. «Es ist normal, daß sich zu den Sonntagsmessen der Pfarrgemeinde als “eucharistischer Gemeinschaft” die in ihr vorhandenen Gruppen, Bewegungen, Vereinigungen und auch kleine Ordensgemeinschaften einfinden».[202] Auch wenn es erlaubt ist, die Messe nach Maßgabe des Rechts für bestimmte Gruppen zu feiern,[203] sind diese Gruppen dennoch nicht von der treuen Befolgung der liturgischen Normen ausgenommen.

115. Zu verwerfen ist der Mißbrauch, daß die Feier der heiligen Messe für das Volk entgegen den Normen des Römischen Meßbuches und der gesunden Tradition des römischen Ritus unter dem Vorwand, das «eucharistische Fasten» zu fördern, in willkürlicher Weise unterlassen wird.

116. Die Messen dürfen nicht gegen die Maßgabe des Rechts vermehrt werden; bezüglich des Meßstipendiums müssen alle Vorschriften befolgt werden, die von Rechts wegen einzuhalten sind.[204]

3. Die sakralen Gefäße

117. Die sakralen Gefäße, die zur Aufnahme des Leibes und Blutes des Herrn bestimmt sind, müssen streng gemäß der Norm der Tradition und der liturgischen Bücher hergestellt werden.[205]Den Bischofskonferenzen ist die Befugnis gegeben, darüber zu entscheiden, ob es angebracht ist, daß die sakralen Gefäße auch aus anderen festen Materialien angefertigt werden. Diese Entscheidung bedarf der Rekognoszierung durch den Apostolischen Stuhl. Es wird jedoch streng erfordert, daß diese Materialien gemäß dem allgemeinen Empfinden des jeweiligen Gebietes wirklich edel sind,[206] so daß durch ihre Verwendung dem Herrn Ehre erwiesen und gegenüber den Gläubigen jede Gefahr vermieden wird, die Lehre über die wirkliche Gegenwart Christi in den eucharistischen Gestalten abzuschwächen. Daher ist jedweder Brauch zu verwerfen, zur Meßfeier gewöhnliche Gefäße, Gefäße mit schlechter Qualität, Gefäße ohne jeden künstlerischen Wert, einfache Körbe oder andere Gefäße aus Glas, Ton, Lehm oder anderen leicht zerbrechlichen Materialien zu verwenden. Dies gilt auch für Metalle und andere Materialien, die leicht unbrauchbar werden.[207]

118. Bevor die sakralen Gefäße in Gebrauch kommen, müssen sie gemäß den in den liturgischen Büchern vorgeschriebenen Riten von einem Priester gesegnet werden.[208] Sehr zu begrüßen ist die Segnung durch den Diözesanbischof, der beurteilen wird, ob sich die Gefäße für den Gebrauch eignen, zu dem sie bestimmt sind.

119. Nach der Kommunionausteilung kehrt der Priester zum Altar zurück, reinigt am Altar oder am Kredenztisch über dem Kelch die Patene oder die Hostienschale, reinigt dann den Kelch gemäß den Vorschriften des Meßbuches und trocknet ihn mit dem Kelchtüchlein. Wenn ein Diakon anwesend ist, kehrt er mit dem Priester zum Altar zurück und reinigt die Gefäße. Es ist aber erlaubt, daß der Priester oder der Diakon die zu reinigenden Gefäße, vor allem wenn es viele sind, auf dem Altar oder dem Kredenztisch, angemessen bedeckt, auf einem Korporale stehen läßt und sofort nach der Messe, nachdem das Volk entlassen wurde, reinigt. Auch der rechtmäßig beauftragte Akolyth hilft dem Priester oder dem Diakon beim Reinigen und Zusammenstellen der sakralen Gefäße am Altar oder am Kredenztisch. Wenn kein Diakon anwesend ist, bringt der rechtmäßig beauftragte Akolyth die sakralen Gefäße zum Kredenztisch, wo er sie auf gewohnte Weise reinigt, trocknet und zusammenstellt.[209]

120. Die Hirten sollen dafür Sorge tragen, daß die Altartücher, besonders jene, auf die die heiligen Gestalten gelegt werden, immer sauber bleiben und gemäß überliefertem Brauch häufig gewaschen werden. Es ist zu begrüßen, daß das Wasser der ersten Reinigung, die mit der Hand vorzunehmen ist, in das Sacrarium der Kirche oder an einen geziemenden Ort auf die Erde gegossen wird. Danach kann auf gewohnte Weise eine weitere Säuberung vorgenommen werden.

4. Die liturgischen Gewänder

121. «Die verschiedenen Farben der sakralen Gewänder sollen den besonderen Charakter der jeweils gefeierten Glaubensmysterien und den Weg des christlichen Lebens im Verlauf des liturgischen Jahres auch äußerlich wirksam verdeutlichen».[210] Die Verschiedenheit «der Dienste wird in der Feier der Eucharistie äußerlich durch verschiedene sakrale Gewänder verdeutlicht». Diese sakralen Gewänder «sollen zugleich den festlichen Charakter der heiligen Handlung hervorheben».[211]

122. «Die Albe ist mit einem Zingulum an die Hüften zu binden, es sei denn, sie ist so angefertigt, daß sie auch ohne Zingulum am Körper sitzt. Bevor die Albe angezogen wird, soll man, falls sie das gewöhnliche Gewand am Hals nicht bedeckt, ein Schultertuch verwenden».[212]

123. «Zur Messe und zu anderen heiligen Handlungen, die unmittelbar mit der Messe verbunden sind, ist das Meßgewand (Kasel), das über Albe und Stola zu tragen ist, das dem zelebrierenden Priester eigene Gewand, sofern nichts anderes vorgesehen ist».[213] Der Priester, der das Meßgewand den Rubriken entsprechend anzieht, soll es auch nicht unterlassen, die Stola zu tragen. Alle Ordinarien haben darauf zu achten, daß jede gegenteilige Gewohnheit beseitigt wird.

124. Im Römischen Meßbuch wird die Befugnis gegeben, daß die konzelebrierenden Priester mit Ausnahme des Hauptzelebranten, der immer das Meßgewand in der vorgeschriebenen Farbe tragen soll, aus einem gerechten Grund, wie zum Beispiel eine größere Zahl von Konzelebranten oder das Fehlen von Paramenten, das Meßgewand weglassen und «über der Albe die Stola tragen».[214]Wo man eine Situation dieser Art voraussehen kann, soll man ihr jedoch soweit wie möglich zuvorkommen. Außer dem Hauptzelebranten können die Konzelebranten zur Not auch ein weißes Meßgewand anziehen. Im Übrigen sind die Normen der liturgischen Bücher einzuhalten.

125. Das dem Diakon eigene Gewand ist die Dalmatik, die über Albe und Stola zu tragen ist. Damit eine schöne Tradition der Kirche bewahrt wird, ist es zu begrüßen, daß von der Befugnis, die Dalmatik wegzulassen, kein Gebrauch gemacht wird.[215]

126. Zu verwerfen ist der Mißbrauch, daß geistliche Amtsträger entgegen den Vorschriften der liturgischen Bücher die heilige Messe, auch wenn nur ein Amtsträger daran teilnimmt, ohne sakrale Gewänder feiern oder nur die Stola über der monastischen Kukulle oder dem allgemeinen Ordensgewand oder der gewöhnlichen Kleidung tragen.[216] Die Ordinarien haben dafür Sorge zu tragen, daß Mißbräuche dieser Art so schnell wie möglich korrigiert werden und in allen Kirchen und Oratorien ihres Jurisdiktionsbereiches eine angemessene Anzahl liturgischer Gewänder, die gemäß den Normen hergestellt sind, vorhanden ist.

127. In den liturgischen Büchern wird die besondere Befugnis gegeben, an den höchsten Feiertagen besonders festliche und prunkvolle sakrale Gewänder zu verwenden, auch wenn sie nicht der Tagesfarbe entsprechen.[217] Diese Befugnis, die sich auf Gewänder bezieht, welche vor vielen Jahren hergestellt wurden und zum Gut der Kirche gehören, das bewahrt werden muß, wird aber in unangebrachter Weise auf neue Gewohnheiten ausgeweitet, so daß die überlieferten Bräuche abgelegt werden, Formen und Farben nach eigenem Geschmack zur Anwendung kommen und der Sinn dieser Norm zum Schaden der Tradition entstellt wird. Wenn es angebracht ist, können an einem Festtag goldene oder silberne sakrale Gewänder jene mit einer anderen Farbe ersetzen, nicht aber solche, die violett oder schwarz sind.

128. Die heilige Messe und andere liturgische Feiern, die eine Handlung Christi und des hierarchisch verfaßten Gottesvolkes sind, sollen so gestaltet sein, daß die geistlichen Amtsträger und die gläubigen Laien deutlich gemäß ihrem jeweiligen Stand daran teilnehmen können. Es ist daher vorzuziehen, daß «die Priester, die an der Eucharistiefeier teilnehmen und nicht aus einem gerechten Grund entschuldigt sind, gewöhnlich die ihrem Weihegrad entsprechende Aufgabe wahrnehmen und folglich, mit sakralen Gewändern bekleidet, als Konzelebranten teilnehmen. Andernfalls sollen sie die eigene Chorkleidung oder den Chorrock über dem Talar tragen».[218] Von begründeten Ausnahmen abgesehen, ist es nicht angebracht, daß sie äußerlich wie gläubige Laien an der Messe teilnehmen.

Kapitel VI

Die Aufbewahrung der heiligsten Eucharistie
und ihre Verehrung außerhalb der Messe

1. Die Aufbewahrung der heiligsten Eucharistie

129. «Die Feier der Eucharistie im Meßopfer ist in Wahrheit Ursprung und Ziel der Verehrung, die dem Altarsakrament außerhalb der Messe erwiesen wird. Die eucharistischen Gestalten werden nach der Messe vor allem deshalb aufbewahrt, damit die Gläubigen, die der Messe nicht beiwohnen können, besonders die Kranken und die Betagten, durch die sakramentale Kommunion mit Christus und seinem Opfer, das in der Messe dargebracht wird, vereinigt werden».[219] Diese Aufbewahrung gestattet außerdem auch den Brauch, dieses so große Sakrament zu verehren und ihm jenen Kult der Anbetung zu erweisen, der Gott gebührt. Daher sollen bestimmte Formen der Anbetung nicht nur privater, sondern auch öffentlicher und gemeinschaftlicher Art, die von der Kirche eingeführt oder approbiert worden sind, sehr gefördert werden.[220]

130. «Entsprechend den Gegebenheiten des Kirchenraumes und den rechtmäßigen örtlichen Gewohnheiten soll das heiligste Sakrament in einem Tabernakel aufbewahrt werden, und zwar an einem ehrenvollen, hervorragenden, gut sichtbaren und kunstvoll ausgestatteten Platz der Kirche», der auch wegen der Ruhe am Ort, wegen des Raumes vor dem Tabernakel und wegen der vorhandenen Kniebänke oder Sitze und Knieschemel «zum Gebet geeignet»[221] ist. Ferner sollen alle Vorschriften der liturgischen Bücher und die Normen des Rechts sorgfältig beachtet werden,[222] besonders um die Gefahr der Profanierung zu vermeiden. [223]

131. Über die Vorschriften von can. 934 § 1 hinaus ist es verboten, das heiligste Sakrament an einem Ort aufzubewahren, der nicht der sicheren Autorität des Diözesanbischofs unterstellt ist oder wo die Gefahr der Profanierung besteht. Ist dies der Fall, muß der Diözesanbischof die bereits gewährte Befugnis zur Aufbewahrung der Eucharistie sofort widerrufen.[224]

132. Niemand darf die heiligste Eucharistie entgegen der Rechtsnorm nach Hause oder an einen anderen Ort mitnehmen. Außerdem muß man sich vor Augen halten, daß das Entwenden oder Zurückbehalten zu sakrilegischem Zweck oder das Wegwerfen der konsekrierten Gestalten zu dengraviora delicta gehören; es ist der Kongregation für die Glaubenslehre vorbehalten, davon loszusprechen.[225]

133. Ein Priester oder ein Diakon oder ein außerordentlicher Spender, der bei Abwesenheit oder Verhinderung des ordentlichen Amtsträgers die heiligste Eucharistie zu einem Kranken für die Kommunionspendung bringt, soll von dem Ort, an dem das Sakrament aufbewahrt wird, auf möglichst direktem Weg zur Wohnung des Kranken gehen und von allen profanen Aufgaben absehen, damit jede Gefahr der Profanierung vermieden und dem Leib Christi die größtmögliche Ehrfurcht erwiesen wird. Außerdem ist immer der Ritus der Krankenkommunion zu befolgen, wie er im Römischen Rituale vorgeschrieben wird.[226]

2. Einige Formen der Verehrung der heiligsten Eucharistie außerhalb der Messe

134. «Der Kult, welcher der Eucharistie außerhalb der Messe erwiesen wird, hat einen unschätzbaren Wert im Leben der Kirche. Dieser Kult ist eng mit der Feier des eucharistischen Opfers verbunden».[227] Die öffentliche und private Verehrung der heiligsten Eucharistie auch außerhalb der Messe soll deshalb mit Nachdruck gefördert werden, damit von den Gläubigen der Kult der Anbetung Christus erwiesen wird, der wahrhaft und wirklich gegenwärtig ist,[228] der der «Hohepriester der künftigen Güter»[229] und der Erlöser der ganzen Welt ist. «Es obliegt den Hirten, zur Pflege des eucharistischen Kultes zu ermutigen, auch durch ihr persönliches Zeugnis, insbesondere zur Aussetzung des Allerheiligsten sowie zum anbetenden Verweilen vor Christus, der unter den eucharistischen Gestalten gegenwärtig ist».[230]

135. Die Gläubigen «sollen […] es nicht unterlassen, das heiligste Sakrament […] tagsüber zu besuchen; ein solcher Besuch ist ein Beweis der Dankbarkeit und ein Zeichen der Liebe wie der schuldigen Verehrung gegenüber Christus dem Herrn, der hier gegenwärtig ist».[231] Die Betrachtung Jesu, der im heiligsten Sakrament zugegen ist, vereinigt den Gläubigen nämlich, weil es sich um eine Begierdekommunion handelt, mit Christus, wie aus dem Beispiel so vieler Heiliger aufleuchtet.[232] «Wenn kein schwerwiegender Grund dem entgegensteht, ist eine Kirche, in der die heiligste Eucharistie aufbewahrt wird, täglich wenigstens einige Stunden für die Gläubigen offenzuhalten, damit sie vor dem heiligsten Sakrament dem Gebet obliegen können».[233]

136. Der Ordinarius soll die kürzere oder längere oder ständige eucharistische Anbetung, zu der das Volk zusammenkommt, nachdrücklich empfehlen. In den letzten Jahren findet nämlich an so «vielen Orten […] die Anbetung des heiligsten Sakramentes täglich einen weiten Raum und wird so zu einer unerschöpflichen Quelle der Heiligkeit», obwohl es auch Orte gibt, «an denen der Kult der eucharistischen Anbetung fast völlig aufgegeben wurde».[234]

137. Die Aussetzung der heiligsten Eucharistie soll immer gemäß den Vorschriften der liturgischen Bücher erfolgen.[235] Vor dem aufbewahrten oder ausgesetzten Allerheiligsten soll auch das Rosenkranzgebet nicht ausgeschlossen werden, das wunderbar ist «in seiner Schlichtheit und seiner Tiefe».[236] Vor allem wenn eine Aussetzung erfolgt, soll jedoch die Besonderheit dieses Gebetes als Betrachtung der Mysterien des Lebens Christi, des Erlösers, und des Heilsplanes des allmächtigen Vaters, besonders unter Heranziehung von Lesungen aus der Heiligen Schrift, ins Licht gestellt werden.[237]

138. Das heiligste Sakrament darf jedoch niemals, auch nicht für ganz kurze Zeit, ohne hinreichende Gebetswache ausgesetzt bleiben. Es sollen deshalb gemäß den festgesetzten Zeiten immer einige Christgläubige, wenigstens abwechselnd, anwesend sein.

139. Wo der Diözesanbischof geistliche Amtsträger oder andere Personen hat, die dazu beauftragt werden können, ist es das Recht der Gläubigen, das heiligste Sakrament der Eucharistie häufig zur Anbetung zu besuchen und wenigstens einige Male im Laufe eines jeden Jahres an einer Anbetung vor der ausgesetzten heiligsten Eucharistie teilzunehmen.

140. Es ist sehr zu empfehlen, daß der Diözesanbischof in den Städten oder wenigstens in den größeren Gemeinden ein Kirchengebäude zur ewigen Anbetung bestimmt, in dem aber häufig, wenn möglich auch täglich die heilige Messe gefeiert wird; die Aussetzung ist während der Meßfeier unbedingt zu unterbrechen.[238] Es ist angemessen, daß bei der Messe, die der Anbetungszeit unmittelbar vorausgeht, die Hostie für die Aussetzung konsekriert und nach der Kommunion in die Monstranz über dem Altar gesetzt wird.[239]

141. Der Diözesanbischof soll das Recht der Christgläubigen anerkennen und nach Möglichkeit fördern, Bruderschaften oder Vereinigungen zur – auch ständigen – Anbetung zu bilden. Sooft Vereinigungen dieser Art internationalen Charakter haben, obliegt es der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, sie zu errichten oder ihre Statuten zu approbieren.[240]

3. Eucharistische Prozessionen und Kongresse

142. «Dem Diözesanbischof kommt es zu, Ordnungen für die Prozessionen zu erlassen; durch diese ist für die Teilnahme an ihnen und ihre würdige Durchführung Vorsorge zu treffen»[241] und die Anbetung der Gläubigen zu fördern.

143. «Wo es nach dem Urteil des Diözesanbischofs möglich ist, soll zum öffentlichen Zeugnis der Verehrung gegenüber der heiligsten Eucharistie, vor allem am Hochfest Fronleichnam, eine Prozession stattfinden, die durch die öffentlichen Straßen führt»,[242] weil «die andächtige Teilnahme der Gläubigen an der eucharistischen Prozession am Hochfest des Leibes und Blutes Christi […] eine Gnade des Herrn» ist, «welche die teilnehmenden Gläubigen jedes Jahr mit Freude erfüllt».[243]

144. Obwohl dies an einigen Orten nicht möglich ist, soll die Tradition der Abhaltung eucharistischer Prozessionen dennoch nicht aufhören. Es sollen vielmehr neue Möglichkeiten gesucht werden, sie gemäß den heutigen Umständen durchzuführen, wie zum Beispiel an Wallfahrtsorten, auf Grundstücken, die der Kirche gehören, oder, mit Zustimmung der zivilen Autorität, in öffentlichen Gärten.

145. Sehr geschätzt werden soll der pastorale Nutzen eucharistischer Kongresse, die «wahrhafte Zeichen des Glaubens und der Liebe»[244] sein müssen. Sie sollen gemäß den Vorschriften sorgfältig vorbereitet und durchgeführt werden,[245] damit die Christgläubigen die heiligen Mysterien des Leibes und Blutes des Sohnes Gottes würdig verehren und die Frucht der Erlösung immerfort in sich verspüren.[246]

Kapitel VII

Die außerordentlichen Aufgaben der gläubigen Laien

146. Das amtliche Priestertum kann in keiner Weise ersetzt werden. Wenn nämlich eine Gemeinschaft keinen Priester hat, fehlt ihr der Dienst der sakramentalen Funktion Christi, des Hauptes und Hirten, der wesentlich zum Leben der Gemeinschaft gehört.[247] Denn «Zelebrant, der in persona Christi das Sakrament der Eucharistie zu vollziehen vermag, ist nur der gültig geweihte Priester».[248]

147. Wo es aber eine Notlage der Kirche erfordert, können, falls geistliche Amtsträger fehlen, christgläubige Laien nach Maßgabe des Rechts gewisse liturgische Aufgaben erfüllen.[249] Diese Gläubigen werden gerufen und beauftragt, bestimmte Aufgaben von größerer oder kleinerer Bedeutung, gestärkt durch die Gnade des Herrn, zu verrichten. Schon viele christgläubige Laien haben diesen Dienst hingebungsvoll erfüllt und erfüllen ihn weiterhin, vor allem in den Missionsgebieten, dort wo die Kirche noch wenig verwurzelt ist oder wo sie sich in Situationen der Verfolgung befindet,[250] aber auch in anderen Gebieten, die vom Mangel an Priestern und Diakonen betroffen sind.

148. Von besonderer Bedeutung ist die Einrichtung der Katechisten, die mit großem Einsatz einen einzigartigen und unbedingt notwendigen Beitrag zur Ausbreitung des Glaubens und der Kirche geleistet haben und leisten.[251]

149. In einigen Diözesen antiker Evangelisierung sind in jüngster Zeit christgläubige Laien zu sogenannten «Pastoralassistenten» beauftragt worden, unter denen sehr viele zweifellos dem Wohl der Kirche dienen, indem sie die pastorale Tätigkeit des Bischofs, der Priester und der Diakone unterstützen. Man soll sich jedoch davor hüten, das Profil dieser Aufgabe zu sehr der Gestalt des pastoralen Dienstes der Kleriker anzugleichen. Es ist deshalb dafür Sorge zu tragen, daß die «Pastoralassistenten» sich nicht die Aufgaben aneignen, die zum eigentlichen Dienst der geistlichen Amtsträger gehören.

150. Die Tätigkeit des Pastoralassistenten soll darauf ausgerichtet sein, den Dienst der Priester und der Diakone zu unterstützen, Berufungen zum Priestertum und zum Diakonat zu wecken und die christgläubigen Laien nach Maßgabe des Rechts in jeder Gemeinschaft auf die vielfältigen liturgischen Aufgaben gemäß der Vielfalt der Charismen gewissenhaft vorzubereiten.

151. Nur im Fall einer echten Notlage darf in der Feier der Liturgie auf die Hilfe außerordentlicher Diener zurückgegriffen werden. Diese Hilfe ist nämlich nicht vorgesehen, um eine vollere Teilnahme der Laien zu gewähren, sondern sie ist von ihrem Wesen her eine ergänzende und vorläufige Hilfe.[252] Wo man also wegen einer Notlage auf die Aufgaben außerordentlicher Diener zurückgreift, soll man die besonderen, beharrlichen Bitten vermehren, daß der Herr bald einen Priester zum Dienst in der Gemeinde sende und reichlich Berufungen zu den heiligen Weihen wecke.[253]

152. Diese nur ergänzenden Aufgaben dürfen aber nicht zum Anlaß einer Verfälschung des priesterlichen Dienstamtes werden, so daß die Priester die heilige Messe für das ihnen anvertraute Volk, den Einsatz für die Kranken und die Sorge, Kinder zu taufen, den Eheschließungen zu assistieren und christliche Beerdigungen zu halten, vernachlässigen; diese Aufgaben kommen nämlich in erster Linie den Priestern zu, denen die Diakone helfen. Daher darf es nicht geschehen, daß die Priester in den Pfarreien unterschiedslos die Aufgaben im pastoralen Dienst mit Diakonen oder Laien austauschen und so die Eigentümlichkeit jedes einzelnen durcheinanderbringen.

153. Außerdem ist es den Laien nicht erlaubt, Aufgaben oder Gewänder des Diakons oder des Priesters oder andere diesen ähnliche Gewänder zu übernehmen.

1. Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion

154. «Zelebrant, der in persona Christi das Sakrament der Eucharistie zu vollziehen vermag, ist», wie schon erwähnt, «nur der gültig geweihte Priester».[254] Daher kommt die Bezeichnung «Diener der Eucharistie» im eigentlichen Sinn nur dem Priester zu. Aufgrund der heiligen Weihe sind Bischof, Priester und Diakon die ordentlichen Spender der heiligen Kommunion,[255] denen es deshalb zukommt, bei der Feier der heiligen Messe den christgläubigen Laien die Kommunion auszuteilen. So soll ihr Dienstamt in der Kirche richtig und voll zum Ausdruck gebracht werden und das sakramentale Zeichen seine Erfüllung finden.

155. Über die ordentlichen Amtsträger hinaus gibt es den rechtmäßig beauftragten Akolythen, der kraft seiner Beauftragung außerordentlicher Spender der heiligen Kommunion auch außerhalb der Meßfeier ist. Wenn es ferner echte Notsituationen erfordern, kann nach Maßgabe des Rechts[256]vom Diözesanbischof auch ein anderer christgläubiger Laie ad actum oder ad tempus als außerordentlicher Spender beauftragt werden; dazu ist die für diesen Fall vorgesehene Segensformel anzuwenden. Dieser Akt der Beauftragung hat aber nicht notwendig eine liturgische Gestalt, und wenn er eine solche hat, darf er in keiner Weise der heiligen Weihe angeglichen werden. Nur in besonderen, unvorhergesehenen Fällen kann eine Erlaubnis ad actum vom Priester gewährt werden, der der Eucharistiefeier vorsteht.[257]

156. Diese Aufgabe ist streng im Sinn ihrer Bezeichnung zu verstehen, es geht also um außerordentliche Spender der heiligen Kommunion, nicht aber um «besondere Spender der heiligen Kommunion» oder um «außerordentliche Diener der Eucharistie» oder um «besondere Diener der Eucharistie»; durch solche Bezeichnungen wird ihre Bedeutung in ungebührlicher und falscher Weise ausgeweitet.

157. Wenn gewöhnlich eine Anzahl geistlicher Amtsträger anwesend ist, die auch für die Austeilung der heiligen Kommunion ausreicht, können keine außerordentlichen Spender der heiligen Kommunion beauftragt werden. In Situationen dieser Art dürfen jene, die zu einem solchen Dienst beauftragt worden sind, ihn nicht ausüben. Zu verwerfen ist das Verhalten jener Priester, die an der Zelebration teilnehmen, sich aber nicht an der Kommunionausteilung beteiligen und diese Aufgabe den Laien überlassen.[258]

158. Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion darf die Kommunion nur dann austeilen, wenn Priester oder Diakon fehlen, wenn der Priester durch Krankheit, wegen fortgeschrittenen Alters oder aus einem anderen ernsten Grund verhindert ist, oder wenn die Gläubigen, die zur Kommunion hinzutreten, so zahlreich sind, daß sich die Meßfeier allzusehr in die Länge ziehen würde.[259] Dies muß aber so verstanden werden, daß eine gemäß den örtlichen Gewohnheiten und Bräuchen kurze Verlängerung ein völlig unzureichender Grund ist.

159. Einem außerordentlichen Spender der heiligen Kommunion ist es niemals erlaubt, jemand anderen zur Spendung der Eucharistie zu beauftragen, wie zum Beispiel einen Elternteil, den Ehepartner oder das Kind eines Kranken, der kommunizieren möchte.

160. Der Diözesanbischof soll die Praxis der letzten Jahre in dieser Sache von neuem überdenken und gegebenenfalls korrigieren oder genauer festlegen. Wo aus einer echten Notlage heraus viele solche außerordentliche Spender beauftragt werden, hat der Diözesanbischof besondere Normen zu erlassen, mit denen er unter Berücksichtigung der Tradition der Kirche über die Ausübung dieser Aufgabe nach Maßgabe des Rechts Anordnungen trifft.

2. Die Predigt

161. Wie schon gesagt, ist die Homilie innerhalb der Messe wegen ihrer Bedeutung und Eigenart dem Priester oder Diakon vorbehalten.[260] Was andere Formen der Predigt betrifft, können christgläubige Laien, wenn es aufgrund einer Notlage in bestimmten Umständen erforderlich oder in besonderen Fällen nützlich ist, nach Maßgabe des Rechts zur Predigt in einer Kirche oder in einem Oratorium außerhalb der Messe zugelassen werden.[261] Dies darf aber nur geschehen aufgrund eines Mangels an geistlichen Amtsträgern in bestimmten Gebieten und um diese ersatzweise zu vertreten; man kann aber nicht einen absoluten Ausnahmefall zur Regel machen und man darf dies nicht als authentische Förderung der Laien verstehen.[262] Zudem sollen alle bedenken, daß die Befugnis, dies zu erlauben, und zwar immer ad actum, den Ortsordinarien zukommt, nicht aber anderen, auch nicht den Priestern oder den Diakonen.

3. Besondere Feiern, die bei Abwesenheit des Priesters stattfinden

162. An dem Tag, der «Sonntag» genannt wird, kommt die Kirche in Treue zusammen, um vor allem durch die Meßfeier der Auferstehung des Herrn und des ganzen Ostermysteriums zu gedenken.[263] Tatsächlich wird «die christliche Gemeinde […] nur auferbaut, wenn sie Wurzel und Angelpunkt in der Feier der heiligsten Eucharistie hat».[264] Das christliche Volk hat darum das Recht, daß am Sonntag, an gebotenen Feiertagen und an anderen höheren Festtagen sowie nach Möglichkeit auch täglich zu seinem Nutzen die Eucharistie gefeiert wird. Wo am Sonntag in einer Pfarrkirche oder in einer anderen Gemeinde von Christgläubigen die Meßfeier nur schwer möglich ist, soll der Diözesanbischof zusammen mit seinem Presbyterium über geeignete Abhilfen nachdenken.[265] Die wichtigsten Lösungen werden darin bestehen, daß andere Priester zu diesem Zweck herbeigerufen werden oder die Gläubigen eine in der Nachbarschaft gelegene Kirche aufsuchen, um dort an der Feier der Eucharistie teilzunehmen.[266]

163. Alle Priester, denen das Priestertum und die Eucharistie «für» die anderen anvertraut wurde,[267] sollen daran denken, daß es ihre Pflicht ist, allen Gläubigen die Möglichkeit zu bieten, dem Gebot der Teilnahme an der Sonntagsmesse nachzukommen.[268] Die gläubigen Laien haben ihrerseits das Recht, daß kein Priester, außer es ist wirklich nicht möglich, sich jemals weigert, die Messe für das Volk zu feiern oder sie von einem anderen feiern zu lassen, wenn das Gebot, am Sonntag und an den anderen festgesetzten Tagen an der Messe teilzunehmen, anders nicht erfüllt werden kann.

164. «Wenn wegen Fehlens eines geistlichen Amtsträgers oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund die Teilnahme an einer Eucharistiefeier unmöglich ist»,[269] hat das christliche Volk das Recht, daß der Diözesanbischof nach Möglichkeit für die Abhaltung einer bestimmten Feier für diese Gemeinde am Sonntag unter seiner Autorität und gemäß den Vorschriften der Kirche sorgt. Sonntägliche Feiern dieser Art sind aber immer als ganz und gar außerordentlich zu betrachten. Daher sollen alle, sowohl die Diakone wie auch die christgläubigen Laien, denen vom Diözesanbischof eine Aufgabe in solchen Feiern zugewiesen wird, dafür Sorge tragen, «daß in der Gemeinde ein wahrer “Hunger” nach der Eucharistie lebendig bleibt. Dieser “Hunger” soll dazu führen, keine Gelegenheit zur Meßfeier zu versäumen und auch die gelegentliche Anwesenheit eines Priesters zu nützen, der vom Kirchenrecht nicht an der Meßfeier gehindert ist».[270]

165. Jede Verwechslung von Versammlungen dieser Art mit der Eucharistiefeier ist sorgfältig zu vermeiden.[271] Die Diözesanbischöfe sollen daher klug prüfen, ob bei solchen Zusammenkünften die heilige Kommunion ausgeteilt werden soll. Es ist angemessen, daß die Sache zum Zweck einer eingehenderen Regelung von der Bischofskonferenz behandelt wird, um zu einer Regelung in der Praxis zu kommen, die vom Apostolischen Stuhl durch die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung rekognosziert werden muß. Außerdem wird es bei Fehlen eines Priesters und eines Diakons vorzuziehen sein, daß die verschiedenen Teile unter mehreren Gläubigen aufgeteilt werden und nicht ein einziger gläubiger Laie die ganze Feier leitet. In keinem Fall ist es angebracht, von einem gläubigen Laien zu sagen, daß er der Feier «vorsteht».

166. Ebenso soll der Diözesanbischof, der allein für die Sache zuständig ist, nicht leichtfertig erlauben, daß Feiern dieser Art, vor allem wenn in ihnen auch die heilige Kommunion ausgeteilt wird, an Wochentagen stattfinden, besonders an Orten, wo die Messe am vorausgehenden Sonntag gefeiert werden konnte oder am nachfolgenden Sonntag gefeiert werden kann. Die Priester werden dringend gebeten, nach Möglichkeit täglich die heilige Messe in einer der ihnen anvertrauten Kirchen für das Volk zu feiern.

167. «Es ist auch nicht gestattet, die sonntägliche heilige Messe durch ökumenische Wortgottesdienste, durch gemeinsame Gebetstreffen mit Christen, die den […] kirchlichen Gemeinschaften angehören, oder durch die Teilnahme an ihren liturgischen Feiern zu ersetzen».[272] Falls der Diözesanbischof in einer drängenden Notlage die Teilnahme von Katholiken ad actum erlaubt, müssen die Hirten dafür Sorge tragen, daß bei den katholischen Gläubigen keine Verwirrung bezüglich der Notwendigkeit entsteht, auch unter solchen Umständen zu einer anderen Tageszeit an einer Messe teilzunehmen, wie es geboten ist.[273]

4. Die aus dem Klerikerstand Entlassenen

168. Einem «Kleriker, der nach Maßgabe des Rechts den klerikalen Stand verliert, […] ist verboten, die Weihegewalt auszuüben».[274] Daher ist es ihm, mit Ausnahme nur des im Recht festgelegten Falles,[275] unter keinem Vorwand erlaubt, Sakramente zu feiern, und den Christgläubigen ist es nicht gestattet, wegen einer Zelebration auf ihn zurückzukommen, wenn kein gerechter Grund vorliegt, der dies gemäß der Norm von can. 1335 erlaubt.[276] Außerdem dürfen diese Männer weder die Homilie halten[277] noch irgendein Amt oder irgendeine Aufgabe in der Feier der heiligen Liturgie übernehmen, damit unter den Christgläubigen keine Verwirrung entsteht und die Wahrheit nicht verdunkelt wird.

Kapitel VIII

Die Abhilfen

169. Wo in der Feier der heiligen Liturgie ein Mißbrauch begangen wird, handelt es sich um eine wirkliche Verfälschung der katholischen Liturgie. Schon der heilige Thomas hat geschrieben: «In das Laster der Falschheit fällt, wer seitens der Kirche Gott Verehrung erweist entgegen der von der Kirche kraft göttlicher Autorität festgesetzten und in der Kirche üblichen Art».[278]

170. Um solchen Mißbräuchen abzuhelfen, ist «die dringendste Aufgabe […] die biblische und liturgische Bildung des Volkes Gottes, der Hirten und der Gläubigen»,[279] so daß der Glaube und die Ordnung der Kirche bezüglich der heiligen Liturgie richtig dargestellt und verstanden werden. Wo die Mißbräuche dennoch weiterbestehen, muß zum Schutz des geistlichen Gutes und der Rechte der Kirche nach Maßgabe des Rechts unter Anwendung aller rechtmäßigen Mittel vorgegangen werden.

171. Unter den verschiedenen Mißbräuchen ragen jene hervor, die objektiv graviora delicta bzw. schwerwiegende Angelegenheiten darstellen, sowie andere Missbräuche, die ebenso gewissenhaft zu vermeiden und zu korrigieren sind. In Anbetracht aller Aspekte, die vor allem in Kapitel I dieser Instruktion behandelt werden, sind folgende Dinge sorgfältig zu beachten.

1. Graviora Delicta

172. Die graviora delicta gegen die Heiligkeit des hochheiligen Opfers und Sakramentes der Eucharistie sind gemäß den «Normen über die graviora delicta, die der Kongregation für die Glaubenslehre vorbehalten sind»,[280] zu behandeln. Diese sind:

a) Das Entwenden oder Zurückbehalten der eucharistischen Gestalten in sakrilegischer Absicht oder das Wegwerfen derselben;[281]

b) Der Versuch oder die Vortäuschung der liturgischen Handlung des eucharistischen Opfers;[282]

c) Die verbotene Konzelebration des eucharistischen Opfers zusammen mit Dienern kirchlicher Gemeinschaften, die nicht in der apostolischen Sukzession stehen und die sakramentale Würde der Priesterweihe nicht anerkennen;[283]

d) Die Konsekration der einen Gestalt ohne die andere in der Eucharistiefeier in sakrilegischer Absicht oder auch von beiden Gestalten außerhalb der Eucharistiefeier.[284]

2. Die schwerwiegenden Angelegenheiten

173. Auch wenn das Urteil über die Schwere einer Sache gemäß der allgemeinen Lehre der Kirche und der von ihr festgesetzten Normen zu treffen ist, sind zu den schwerwiegenden Angelegenheiten objektiv immer jene zu rechnen, die die Gültigkeit und die Würde der heiligsten Eucharistie in Gefahr bringen, die also gegen die Regelungen verstoßen, die oben in den Nummern 48-52, 56, 76-77, 79, 91-92, 94, 96, 101-102, 104, 106, 109, 111, 115, 117, 126, 131-133, 138, 153 und 168 erläutert worden sind. Außerdem sind die anderen Vorschriften des Kodex des kanonischen Rechtes zu beachten, besonders die Vorschriften der Canones 1364, 1369, 1373, 1376, 1380, 1384, 1385, 1386 und 1398.

3. Die anderen Missbräuche

174. Darüber hinaus sind jene Handlungen, die gegen andere Normen verstoßen, die an anderen Stellen dieser Instruktion oder in den vom Recht festgesetzten Normen behandelt werden, nicht als geringfügig einzustufen, sondern zu den anderen Mißbräuchen zu rechnen, die gewissenhaft vermieden und korrigiert werden müssen.

175. Es ist klar, daß diese Instruktion nicht auf alle Verstöße gegen die Kirche und ihre Ordnung eingeht, die in den Canones, in den liturgischen Gesetzen und in den anderen Normen der Kirche in Übereinstimmung mit den Äußerungen des Lehramtes und der gesunden Tradition festgelegt sind. Wo irgendein Vergehen begangen wird, muß es nach Maßgabe des Rechts korrigiert werden.

4. Der Diözesanbischof

176. Da der Diözesanbischof «der vornehmliche Ausspender der Mysterien Gottes ist, hat er ständig darauf hinzuarbeiten, daß die seiner Sorge anvertrauten Gläubigen durch die Feier der Sakramente in der Gnade wachsen und so das österliche Mysterium erkennen und leben».[285]Ihm kommt es zu, «innerhalb der Grenzen seiner Zuständigkeit Normen für den Bereich der Liturgie zu erlassen, an die alle gebunden sind».[286]

177. «Da er die Einheit der Gesamtkirche wahren muß, ist der Bischof gehalten, die gemeinsame Ordnung der ganzen Kirche zu fördern und deshalb auf die Befolgung aller kirchlichen Gesetze zu drängen. Er hat darauf zu achten, daß sich kein Mißbrauch in die kirchliche Ordnung einschleicht, vor allem in Bezug auf den Dienst am Wort, die Feier der Sakramente und Sakramentalien, die Verehrung Gottes und der Heiligen».[287]

178. Sooft daher der Ordinarius des Ortes oder eines Ordensinstituts oder einer Gesellschaft des apostolischen Lebens auch nur von der Wahrscheinlichkeit einer Straftat oder eines Mißbrauchs bezüglich der heiligsten Eucharistie erfährt, muß er entweder selbst oder durch einen anderen geeigneten Kleriker behutsam den Tatbestand, die Umstände und die Anrechenbarkeit untersuchen.

179. Die Straftaten gegen den Glauben und die bei der Feier der Eucharistie und der anderen Sakramente begangenen graviora delicta sind unverzüglich der Kongregation für die Glaubenslehre zur Kenntnis zu bringen, die sie «untersucht und, wo nötig, nach Maßgabe des allgemeinen oder des Eigenrechts zur Feststellung oder Verhängung der kanonischen Strafen schreitet».[288]

180. Andernfalls soll der Ordinarius nach Maßgabe der heiligen Canones vorgehen, gegebenenfalls die kanonischen Strafen anwenden und sich besonders die Vorschrift von can. 1326 vor Augen halten. Handelt es sich um schwerwiegende Angelegenheiten, soll er die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung benachrichtigen.

5. Der Apostolische Stuhl

181. Sooft die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung auch nur von der Wahrscheinlichkeit einer Straftat oder eines Mißbrauchs bezüglich der heiligsten Eucharistie erfährt, benachrichtigt sie den Ordinarius, damit er die Sache untersuche. Wo es um eine schwerwiegende Angelegenheit geht, soll der Ordinarius demselben Dikasterium so bald wie möglich ein Exemplar der Akten bezüglich der Untersuchung und gegebenenfalls der verhängten Strafe übermitteln.

182. Um des Wohls der Gesamtkirche willen, an dessen Sorge der Bischof kraft der heiligen Weihe teilhat, darf er es bei schwierigeren Fällen nicht unterlassen, die Sache nach vorausgehender Beratung mit der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung zu behandeln. Diese Kongregation wird ihrerseits, kraft der ihr vom Papst zugewiesenen Befugnis, dem Ordinarius in einer dem Fall entsprechenden Weise beistehen, ihm die notwendigen Dispensen gewähren[289]oder Anweisungen und Vorschriften mitteilen, denen er gewissenhaft nachzukommen hat.

6. Beschwerden über Missbräuche in der Liturgie

183. Alle haben entsprechend den Möglichkeiten in ganz besonderer Weise dafür zu sorgen, daß das heiligste Sakrament der Eucharistie vor jeder Art von Ehrfurchtslosigkeit und Mißachtung bewahrt wird und alle Mißbräuche vollständig korrigiert werden. Dies ist für alle und für jeden einzelnen eine sehr wichtige Aufgabe, und alle sind ungeachtet der Person zur Verwirklichung dieser Aufgabe gehalten.

184. Jeder Katholik, ob Priester, Diakon oder christgläubiger Laie, hat das Recht, über einen liturgischen Mißbrauch beim Diözesanbischof oder beim zuständigen Ordinarius, der ihm rechtlich gleichgestellt ist, oder beim Apostolischen Stuhl aufgrund des Primats des Papstes Klage einzureichen.[290] Es ist aber angemessen, daß die Beschwerde oder Klage nach Möglichkeit zuerst dem Diözesanbischof vorgelegt wird. Dies soll immer im Geist der Wahrheit und der Liebe geschehen.

Schluss

185. «Den Keimen der Entzweiung unter den Menschen, die – wie die tägliche Erfahrung zeigt – aufgrund der Sünde tief in die Menschheit eingegraben sind, stellt sich die schöpferische Kraft der Einheit des Leibes Christi entgegen. Die Eucharistie, die die Kirche auferbaut, schafft gerade dadurch Gemeinschaft unter den Menschen».[291] Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung hat den Wunsch, daß auch durch die sorgfältige Anwendung der Vorschriften, die in dieser Instruktion in Erinnerung gerufen werden, die menschliche Schwachheit das Wirken des heiligsten Sakramentes der Eucharistie weniger behindere und nach der Beseitigung jeden Mißbrauchs und dem Aufhören jeder verwerflichen Gewohnheit die heilshafte Gegenwart Christi im Sakrament seines Leibes und Blutes aufgrund der Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, der «eucharistischen Frau»,[292] allen Menschen erstrahle.

186. Alle Christgläubigen sollen nach Möglichkeit voll, bewußt und aktiv an der heiligsten Eucharistie teilnehmen[293] und sie aus ganzem Herzen in Frömmigkeit und Lebensführung verehren. Bei der Ausübung des heiligen Dienstes sollen sich die Bischöfe, die Priester und die Diakone im Gewissen über die Wahrhaftigkeit und die Treue der Handlungen befragen, die sie im Namen Christi und der Kirche in der Feier der heiligen Liturgie vollziehen. Jeder geistliche Amtsträger prüfe sich auch ernsthaft, ob er die Rechte der christgläubigen Laien beachtet hat, die sich selbst und ihre Kinder ihm mit Zuversicht anvertrauen in der Überzeugung, daß jene Aufgaben, welche die Kirche im Auftrag Christi in der Feier der heiligen Liturgie erfüllen möchte, von allen in rechter Weise für die Gläubigen erfüllt werden.[294] Jeder soll immer daran denken, daß er Diener der heiligen Liturgie ist.[295]

Etwaige entgegenstehende Anordnungen sind widerrufen.

Diese Instruktion, die im Auftrag von Papst Johannes Paul II. von der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung nach gemeinsamer Beratung mit der Kongregation für die Glaubenslehre ausgearbeitet worden ist, wurde am 19. März 2004, dem Hochfest des heiligen Josef, vom Papst approbiert, der ihre Veröffentlichung und sofortige Befolgung durch alle, die es betrifft, angeordnet hat.

Rom, am Sitz der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, am 25. März 2004, dem Hochfest der Verkündigung des Herrn.

Francis Kard. Arinze
Präfekt

Domenico Sorrentino
Erzbischof Sekretär


[1] Vgl. Missale Romanum, ex decreto sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, auctoritate Pauli Pp. VI promulgatum, Ioannis Pauli Pp. II cura recognitum, editio typica tertia (20. April 2000), Typis Vaticanis 2002, Missa votiva de Dei misericordia, oratio super oblata, 1159.
[2] Vgl. 1 Kor 11, 26; Missale Romanum, Prex Eucharistica, acclamatio post consecrationem, 576; Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia (17. April 2003), Nrn. 5, 11, 14, 18: AAS 95 (2003) 436, 440-441, 442, 445.
[3] Vgl. Jes 10, 33; 51, 22; Missale Romanum, In sollemnitate Domini nostri Iesu Christi, universorum Regis, Praefatio, 499.
[4] Vgl. 1 Kor 5, 7; II. Vat. Ökum. Konzil, Dekr. über Dienst und Leben der PriesterPresbyterorum ordinis (7. Dezember 1965), Nr. 5; Papst Johannes Paul II., Apost. SchreibenEcclesia in Europa (28. Juni 2003), Nr. 75: AAS 95 (2003) 649-719, hier 693.
[5] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium (21. November 1964), Nr. 11.
[6] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 21: AAS 95 (2003) 447.
[7] Vgl. ebd.: AAS 95 (2003) 433-475.
[8] Vgl. ebd., Nr. 52: AAS 95 (2003) 468.
[9] Vgl. ebd.
[10] Ebd., Nr. 10: AAS 95 (2003) 439.
[11] Ebd.; vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Vicesimus quintus annus (4. Dezember 1988), Nrn. 12-13: AAS 81 (1989) 909-910; vgl. auch II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium (4. Dezember 1963), Nr. 48.
[12] Missale Romanum, Prex Eucharistica III, 588; vgl. 1 Kor 12, 12-13; Eph 4, 4.
[13] Vgl. Phil 2, 5.
[14] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 10: AAS 95 (2003) 439.
[15] Ebd., Nr. 6: AAS 95 (2003), 437; vgl. Lk 24, 31.
[16] Vgl. Röm 1, 20.
[17] Vgl. Missale Romanum, Praefatio I de Passione Domini, 528.
[18] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Veritatis splendor (6. August 1993), Nr. 35: AAS 85 (1993) 1161-1162; Homilie in Camden Yards (9. Oktober 1995), Nr. 7: Insegnamenti di Giovanni Paolo II, XVII, 2 (1995), Libreria Editrice Vaticana 1998, 788.
[19] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 10: AAS 95 (2003) 439.
[20] II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 24; vgl. Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instr. Varietates legitimae (25. Januar 1994), Nrn. 19 u. 23: AAS 87 (1995) 295-296, 297.
[21] II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 33.
[22] Vgl. hl. Irenäus, Adversus Haereses, III, 2: SCh., 211, 24-31; hl. Augustinus, Epistula ad Ianuarium, 54, I: PL 33, 200: «Illa autem quae non scripta, sed tradita custodimus, quae quidem toto terrarum orbe servantur, datur intellegi vel ab ipsis Apostolis, vel plenariis conciliis, quorum est in Ecclesia saluberrima auctoritas, commendata atque statuta retineri»; Papst Johannes Paul II., Enzykl. Redemptoris missio (7. Dezember 1990), Nrn. 53-54: AAS 83 (1991) 300-302; Kongr. für die Glaubenslehre, Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über einige Aspekte der Kirche als Communio Communionis notio (28. Mai 1992), Nrn. 7-10: AAS 85 (1993) 842-844; Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instr. Varietates legitimae, Nr. 26: AAS 87 (1995) 298-299.
[23] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 21.
[24] Vgl. Papst Pius XII., Apost. Konst. Sacramentum Ordinis (30. November 1947): AAS 40 (1948) 5; Kongr. für die Glaubenslehre, Erklärung Inter insigniores (15. Oktober 1976), Teil IV: AAS 69 (1977) 107-108; Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instr.Varietates legitimae, Nr. 25: AAS 87 (1995) 298.
[25] Vgl. Papst Pius XII., Enzykl. Mediator Dei (20. November 1947): AAS 39 (1947) 540.
[26] Vgl. Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst, Instr. Inaestimabile donum (3. April 1980): AAS 72 (1980) 333.
[27] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 52: AAS 95 (2003) 468.
[28] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nrn. 4, 38; Dekr. über die katholischen Ostkirchen Orientalium Ecclesiarum (21. November 1964), Nrn. 1, 2, 6; Papst Paul VI., Apost. Konst. Missale Romanum: AAS 61 (1969) 217-222; Missale Romanum: Institutio Generalis, Nr. 399; Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instr. Liturgiam authenticam (28. März 2001), Nr. 4: AAS 93 (2001) 685-726, hier 686.
[29] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Ecclesia in Europa, Nr. 72: AAS 95 (2003) 692.
[30] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 23: AAS 95 (2003) 448-449; Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium (25. Mai 1967), Nr. 6: AAS 59 (1967) 545.
[31] Vgl. Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst, Instr. Inaestimabile donum: AAS 72 (1980) 332-333.
[32] Vgl. 1 Kor 11, 17-34; Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 52: AAS 95 (2003) 467-468.
[33] Vgl. Codex Iuris Canonici (25. Januar 1983), can. 1752.
[34] II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 22 § 1; vgl.Codex Iuris Canonici, can. 838 § 1.
[35] Codex Iuris Canonici, can. 331; vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die KircheLumen gentium, Nr. 22.
[36] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 838 § 2.
[37]Papst Johannes Paul II., Apost. Konst. Pastor bonus (28. Juni 1988): AAS 80 (1988) 841-924; hier Artt. 62, 63 und 66: 876-877.
[38]Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 52: AAS 95 (2003) 468.
[39] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dekr. über die Hirtenaufgabe der Bischöfe Christus Dominus(28. Oktober 1965), Nr. 15; vgl. auch Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 41; Codex Iuris Canonici, can. 387.
[40] Gebet zur Bischofsweihe im byzantinischen Ritus: Euchologion to mega, Rom 1873, 139.
[41] Vgl. hl. Ignatius von Antiochien, Brief an die Gemeinde von Smyrna, Nr. 8, 1: ed. F.X. Funk, I, 282.
[42] II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 26; vgl. Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 7: AAS 59 (1967) 545; vgl. auch Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Pastores gregis (16. Oktober 2003), Nrn. 32-41:L’Osservatore Romano (17. Oktober 2003) 6-8.
[43] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 41; vgl. hl. Ignatius von Antiochien, Brief an die Gemeinde von Magnesia, Nr. 7; An die Gemeinde von Philadelphia, Nr. 4; An die Gemeinde von Smyrna, Nr. 8: ed. F.X. Funk, I, 236, 266, 281; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 22; vgl. auch Codex Iuris Canonici, can. 389.
[44] II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 26.
[45] Codex Iuris Canonici, can. 838 § 4.
[46] Vgl. Cons. ad esequ. Const. Lit., Dubium: Notitiae 1 (1965) 254.
[47] Vgl. Apg 20, 28; II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nrn. 21 u. 27; Dekr. über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche Christus Dominus, Nr. 3.
[48] Vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae instaurationes (5. September 1970): AAS 62 (1970) 694.
[49] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 21; Dekr. über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche Christus Dominus, Nr. 3.
[50] Vgl. Caeremoniale Episcoporum ex decreto sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, auctoritate Ioannis Pauli Pp. II promulgatum, editio typica (14. September 1984), Typis Polyglottis Vaticanis 1985, Nr. 10.
[51] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 387.
[52] Vgl. ebd., Nr. 22.
[53] Vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae instaurationes: AAS 62 (1970) 694.
[54] II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 27; vgl. 2 Kor 4, 15.
[55] Vgl. Codex Iuris Canonici, cann. 397 § 1; 678 § 1.
[56] Vgl. ebd., can. 683 § 1.
[57] Vgl. ebd., can. 392.
[58] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Vicesimus quintus annus, Nr. 21: AAS 81 (1989) 917; II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nrn. 45-46; Papst Pius XII., Enzykl. Mediator Dei: AAS 39 (1947) 562.
[59] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Vicesimus quintus annus, Nr. 20: AAS 81 (1989) 916.
[60] Vgl. ebd.
[61] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 44; Kongr. für die Bischöfe, Ep. Praesidibus Episcoporum Conferentiarum missa nomine quoque Congr. pro Gentium Evangelizatione (21. Juni 1999), Nr. 9: AAS 91 (1999) 999.
[62] Vgl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae Instaurationes, Nr. 12: AAS 62 (1970) 692-704, hier 703.
[63] Vgl. Kongr. für den Gottesdienst, Declaratio circa Preces eucharisticae et experimenta liturgica (21. März 1988): Notitiae 24 (1988) 234-236.
[64] Vgl. Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instr. Varietates legitimae: AAS 87 (1995) 288-314.
[65] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 838 § 3; Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Inter Oecumenici(26. September 1964), Nr. 31: AAS 56 (1964) 883; Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instr. Liturgiam authenticam, Nrn. 79-80: AAS 93 (2001) 711-713.
[66] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dekr. über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis(7. Dezember 1965), Nr. 7; Pontificale Romanum, ed. 1962: Ordo consecrationis sacerdotalis, in Praefatione; Pontificale Romanum ex decreto sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II renovatum, auctoritate Pauli Pp. VI editum, Ioannis Pauli Pp. II cura recognitum: De Ordinatione Episcopi, presbyterorum et diaconorum, editio typica altera (29. Juni 1989), Typis Polyglottis Vaticanis 1990, cap. II, De Ordin. presbyterorum, Praenotanda, Nr. 101.
[67] Vgl. hl. Ignatius von Antiochien, Ad Philad., Nr. 4: ed. F.X. Funk, I, 266; hl. Papst Cornelius I., zitiert vom hl. Cyprian, Epist. 48, 2: ed. G. Hartel, III, 2, 610.
[68] II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 28.
[69] Ebd.
[70] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia die Eucharistia, Nr. 52; vgl. Nr. 29: AAS 95 (2003) 467-468; 452-453.
[71] Pontificale Romanum, De Ordinatione Episcopi, presbyterorum et diaconorum, editio typica altera: De Ordinatione presbyterorum, Nr. 124; vgl. Missale Romanum, Feria V in Hebdomada Sancta: Ad Missam chrismatis, Renovatio promissionum sacerdotalium, 292.
[72] Vgl. Ökum. Konzil v. Trient, Sessio VII (3. März 1547), Dekr. über die Sakramente, can. 13: DS 1613; II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 22; Papst Pius XII., Enzykl. Mediator Dei: AAS 39 (1947) 544, 546-547, 562; Codex Iuris Canonici, can. 846 § 1; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 24.
[73] Hl. Ambrosius, De Virginitate, Nr. 48: PL 16, 278.
[74] Codex Iuris Canonici, can. 528 § 2.
[75] II. Vat. Ökum. Konzil, Dekr. über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis, Nr. 5.
[76] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 5: AAS 95 (2003) 436.
[77] II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 29; vgl.Constitutiones Ecclesiae Aegypticae, III, 2: ed. F.X. Funk, Didascalia, II, 103; Statuta Ecclesiae Ant., 37-41: ed. D. Mansi 3, 954.
[78] Vgl. Apg 6,3.
[79] Vgl. Joh 13, 35.
[80] Mt 20,28.
[81] Lk 22,27.
[82] Vgl. Caeremoniale Episcoporum, Nrn. 9, 23; Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 29.
[83] Vgl. Pontificale Romanum, De Ordinatione Episcopi, presbyterorum et diaconorum, editio typica altera, cap. III, De Ordin. diaconorum, Nr. 199.
[84] Vgl. 1 Tim 3,9.
[85] Pontificale Romanum, De Ordinatione Episcopi, presbyterorum et diaconorum, editio typica altera, cap. III, De Ordin. diaconorum, Nr. 200.
[86] II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 10.
[87] Vgl. ebd., Nr. 41; II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 11; Dekr. über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis, Nrn. 2, 5, 6; Dekr. über den Hirtendienst der Bischöfe in der Kirche Christus Dominus, Nr. 30; Dekr. über den Ökumenismus Unitatis redintegratio (21. November 1964), Nr. 15; Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nrn. 3 u. 6: AAS 59 (1967) 542, 544-545; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 16.
[88] II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 26; vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 91.
[89] 1 Petr 2, 9; vgl. 2, 4-5.
[90] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 91; vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 14.
[91] II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 10.
[92] Vgl. hl. Thomas von Aquin, Summa Theol., III, q. 63, a. 2.
[93] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 10; vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 28: AAS 95 (2003) 452.
[94] Vgl. Apg 2, 42-47.
[95] Vgl. Röm 12, 1.
[96] Vgl. 1 Petr 3, 15; 2, 4-10.
[97] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nrn. 12-18: AAS 95 (2003) 441-445; Ders., Schreiben Dominicae Cenae (24. Februar 1980), Nr. 9: AAS 72 (1980) 129-133.
[98] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 10: AAS 95 (2003) 439.
[99] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nrn. 30-31.
[100] Vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae instaurationes, Nr. 1: AAS 62 (1970) 695.
[101] Vgl. Missale Romanum, Feria secunda post Dominica V in Quadragesima, Collecta, 258.
[102] Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Novo Millennio ineunte (6. Januar 2001), Nr. 21: AAS 93 (2001) 280; vgl. Joh 20, 28.
[103] Vgl. Papst Pius XII., Enzykl. Mediator Dei: AAS 39 (1947) 586; vgl. auch II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 67; Papst Paul VI., Apost. SchreibenMarialis cultus (11. Februar 1974), Nr. 24: AAS 66 (1974) 113-168, hier 134; Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Direktorium über die Volksfrömmigkeit und die Liturgie (17. Dezember 2001).
[104] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Rosarium Virginis Mariae (16. Oktober 2002): AAS 95 (2003) 5-36.
[105] Papst Pius XII., Enzykl. Mediator Dei: AAS 39 (1947) 586-587.
[106] Vgl. Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instr. Varietates legitimae, Nr. 22: AAS 87 (1995) 297.
[107] Vgl. Papst Pius XII., Enzyklika Mediator Dei: AAS 39 (1947) 553.
[108] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 29: AAS 95 (2003) 453; vgl. IV. Ökum. Laterankonzil (11.-30. November 1215), Kap. 1: DS 802; Ökum. Konzil v. Trient, Sessio XXIII (15. Juli 1563), Lehre und Kanones über das Sakrament der Weihe, Kap. 4: DS 1767-1770; Papst Pius XII., Enzykl. Mediator Dei: AAS 39 (1947) 553.
[109] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 230 § 2; vgl. auch Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 97.
[110] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 109.
[111] Vgl. Papst Paul VI., Motu proprio Ministeria quaedam (15. August 1972), Nrn. VI-XII: Pontificale Romanum ex decreto sacrosancti oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, auctoritate Pauli Pp. VI prumulgatum, De institutione lectorum et acolythorum, de admissione inter candidatos ad diaconatum et presbyteratum, de sacro caelibatu amplectendo, editio typica (3. Dezember 1973), Typis Polyglottis Vaticanis 1973, 10: AAS 64 (1972) 529-534, hier 532-533;Codex Iuris Canonici, can. 230 § 1; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 98-99, 187-193.
[112] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 187-190, 193; Codex Iuris Canonici, can. 230 §§ 2-3.
[113] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 24; Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst, Instr. Inaestimabile donum, Nrn. 2 u. 18: AAS 72 (1980) 334, 338; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 101, 194-198; Codex Iuris Canonici, can. 230 § 2-3.
[114] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 100-107.
[115] Ebd., Nr. 91; vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 28.
[116] Vgl. Papst Johannes Paul II., Ansprache an die Bischofskonferenz der Antillen (7. Mai 2002), Nr. 2: AAS 94 (2002) 575-577; Nachsynodales Apost. Schreiben Christifideles laici (30. Dezember 1988), Nr. 23: AAS 81 (1989) 393-521, hier 429-431; Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio (15. August 1997), Theologische Prinzipien, Nr. 4: AAS 89 (1997) 860-861.
[117] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 19.
[118] Vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Immensae caritatis (29. Januar 1973): AAS 65 (1973) 266.
[119] Vgl. Hl. Kongr. für die Riten, Instr. De Musica sacra (3. September 1958), Nr. 93c: AAS 50 (1958) 656.
[120] Vgl. Päpstl. Rat für die Auslegung der Gesetzestexte, Responsio ad propositum dubium (11. Juli 1992): AAS 86 (1994) 541-542; Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Litterae ad Praesides Conferentiarum Episcoporum de servitio liturgico laicorum (15. März 1994):Notitiae 30 (1994) 333-335, 347-348.
[121] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Konst. Pastor bonus, Art. 65: AAS 80 (1988) 877.
[122] Vgl. Päpstl. Rat für die Auslegung der Gesetzestexte, Responsio ad propositum dubium (11. Juli 1992): AAS 86 (1994) 541-542; Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Litterae ad Praesides Conferentiarum Episcoporum de servitio liturgico laicorum (15. März 1994):Notitiae 30 (1994) 333-335, 347-348; Litterae ad quemdam Episcopum (27. Juli 2001): Notitiae38 (2002) 46-54.
[123] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 924 § 2; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 320.
[124] Vgl. Hl. Kongr. für die Sakramentenordnung, Instr. Dominus Salvator noster (26. März 1929), Nr. 1: AAS 21 (1929) 631-642, hier 632.
[125] Vgl. ebd., Nr. II: AAS 21 (1929) 635.
[126] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 321.
[127] Vgl. Lk 22, 18; Codex Iuris Canonici, can. 924 §§ 1, 3; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 322.
[128] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 323.
[129] Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Vicesimus quintus annus, Nr. 13: AAS 81 (1989) 910.
[130] Vgl. Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst, Instr. Inaestimabile donum, Nr. 5: AAS 72 (1980) 335.
[131] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 28: AAS 95 (2003) 452; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 147; Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae Instaurationes, Nr. 4: AAS 62 (1970) 698; Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst, Instr. Inaestimabile donum, Nr. 4: AAS 72 (1980) 334.
[132] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 32.
[133] Ebd., Nr. 147; vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 28: AAS 95 (2003) 452; vgl. auch Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst, Instr. Inaestimabile donum, Nr. 4: AAS 72 (1980) 334-335.
[134] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 39: AAS 95 (2003) 459.
[135] Vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae instaurationes, Nr. 2b: AAS 62 (1970) 696.
[136] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 356-362.
[137] II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 51.
[138] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 57; vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Vicesimus quintus annus, Nr. 13: AAS 81 (1989) 910; Kongr. für die Glaubenslehre, Erklärung über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche Dominus Iesus(6. August 2000): AAS 92 (2000) 742-765.
[139] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 60.
[140] Vgl. ebd., Nrn. 59-60.
[141] Vgl. z.B. Rituale Romanum, ex decreto sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II renovatum, auctoritate Pauli Pp. VI editum Ioannis Pauli Pp. II cura recognitum: Ordo celebrandi Matrimonium, editio typica altera (19. März 1990), Typis Polyglottis Vaticanis 1991, Nr. 125; Rituale Romanum, ex decreto sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, auctoritate Pauli Pp. VI promulgatum: Ordo Unctionis infirmorum eorumque pastoralis curae, editio typica (7. Dezember 1972), Typis Polyglottis Vaticanis 1972, Nr. 72.
[142] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 767 § 1.
[143] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 66; vgl. auch Codex Iuris Canonici, can. 6 §§ 1, 2; can. 767 § 1; zu beachten sind diesbezüglich auch die Vorschriften in: Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 3 § 1: AAS 89 (1997) 865.
[144] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 66; vgl. auch Codex Iuris Canonici, can. 767 § 1.
[145] Vgl. Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 3 § 1: AAS 89 (1997) 865; vgl. auch Codex Iuris Canonici, can. 6 §§ 1, 2; Päpstl. Kommission für die authentische Auslegung des Kodex des kanonischen Rechtes, Responsio ad propositum dubium (20. Juni 1987): AAS 79 (1987) 1249.
[146] Vgl. Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 3 § 1: AAS 89 (1997) 864-865.
[147] Vgl. Ökum. Konzil v. Trient, Sessio XXII (17. September 1562), Über das heilige Meßopfer, Kap. 8: DS 1749; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 65.
[148] Vgl. Papst Johannes Paul II., Ansprache an einige Bischöfe der USA anläßlich des «Ad limina»-Besuches (28. Mai 1993), Nr. 2: AAS 86 (1994) 330.
[149] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 386 § 1.
[150] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 73.
[151] Vgl. ebd., Nr. 154.
[152] Ebd., Nrn. 82, 154.
[153] Ebd., Nr. 83.
[154] Vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae instaurationes, Nr. 5: AAS 62 (1970) 699.
[155] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 83, 240, 321.
[156] Vgl. Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 3 § 2: AAS 89 (1997) 865.
[157] Vgl. v.a. Institutio generalis de Liturgia Horarum, Nrn. 93-98; Rituale Romanum, ex decreto sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, auctoritate Ioannis Pauli Pp. II promulgatum: De Benedictionibus, editio typica (31. Mai 1984), Typis Polyglottis Vaticanis 1984, Praenotanda, Nr. 28; Ordo coronandi imaginem beatae Mariae Virginis, editio typica (25. März 1981), Typis Polyglottis Vaticanis 1981, Nrn. 10 u. 14, S. 10-11; Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. über die Messen mit Sondergruppen Actio pastoralis (15. Mai 1969): AAS 61 (1969) 806-811; Direktorium über die Messen mit Kindern Pueros baptizatos (1. November 1973): AAS 66 (1974) 30-46; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 21.
[158] Vgl. Papst Johannes Paul II., Motu proprio Misericordia Dei (7. April 2002), Nr. 2: AAS 94 (2002) 455; vgl. Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Responsa ad dubia proposita: Notitiae 37 (2001) 259-260.
[159] Vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae Instaurationes, Nr. 9: AAS 62 (1970) 702.
[160] Ökum. Konzil v. Trient, Sessio XIII (11. Oktober 1551), Dekr. über das Sakrament der Eucharistie, Kap. 2: DS 1638; vgl. Sessio XXII (17. September 1562), Über das Meßopfer, Kap. 1-2: DS 1740, 1743; Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 35: AAS 59 (1967) 560.
[161] Vgl. Missale Romanum, Ordo Missae, Nr. 4, 505.
[162] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 51.
[163] Vgl. 1 Kor 11, 28.
[164] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 916; Ökum. Konzil v. Trient, Sessio XIII (11. Oktober 1551), Dekr. über das Sakrament der Eucharistie, Kap. 7: DS 1646-1647; Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 36: AAS 95 (2003) 457-458; Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 35: AAS 59 (1967) 561.
[165] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 42: AAS 95 (2003) 461.
[166] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 844 § 1; Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nrn. 45-46: AAS 95 (2003) 463-464; vgl. auch Päpstl. Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus (25. März 1993), Nrn. 130-131: AAS 85 (1993) 1039-1119, hier 1089.
[167] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 46: AAS 95 (2003) 463-464.
[168] Vgl. Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 35: AAS 59 (1967) 561.
[169] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 914; Hl. Kongr. für die Sakramentenordnung, ErklärungSanctus Pontifex (24. Mai 1973): AAS 65 (1973) 410; Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst und Hl. Kongr. für den Klerus, Litt. ad Praesides Conf. Episcoporum In quibusdam(31. Mai 1977): Enchiridion Documentorum Instaurationis Liturgicae, II, Rom 1988, 142-144; Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst und Hl. Kongr. für den Klerus, Responsum ad propositum dubium (20. Mai 1977): AAS 69 (1977) 427.
[170] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apostol. Schreiben Dies Domini (31. Mai 1998), Nrn. 31-34: AAS 90 (1998) 713-766, hier 731-734.
[171] Codex Iuris Canonici, can. 914.
[172] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 55.
[173] Vgl. Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 31: AAS 59 (1967) 558; Päpstl. Kommission für die authentische Auslegung des Codex Iuris Canonici, Responsio ad propositum dubium (1. Juni 1988): AAS 80 (1988) 1373.
[174] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 85.
[175] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 55; Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 31: AAS 59 (1967) 558; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 85, 157, 243.
[176] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 160.
[177] Codex Iuris Canonici, can. 843 § 1; vgl. can. 915.
[178] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 161.
[179] Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Dubium: Notitiae 35 (1999) 160-161.
[180] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 118.
[181] Ebd., Nr. 160.
[182] Codex Iuris Canonici, can. 917; vgl. Päpstl. Kommission für die authentische Auslegung des Codex Iuris Canonici, Responsio ad propositum dubium (11. Juli 1984): AAS 76 (1984) 746.
[183] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 55; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 158-160; 243-244; 246.
[184] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 237-249; vgl. auch Nrn. 85, 157.
[185] Ebd., Nr. 283a.
[186] Vgl. Ökum. Konzil v. Trient, Sessio XXI (16. Juli 1562), Dekr. über die Kommunion, Kap. 1-3: DS 1725-1729; II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 55; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 282-283.
[187] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 283.
[188] Ebd.
[189] Vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Sacramentali Communione (29. Juni 1970): AAS 62 (1970) 665; Instr. Liturgicae Instaurationes, Nr. 6a: AAS 62 (1970) 699.
[190] Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 285a.
[191] Ebd., Nr. 245.
[192] Vgl. ebd., Nrn. 285b u. 287.
[193] Vgl. ebd., Nrn. 207 u. 285a.
[194] Codex Iuris Canonici, can. 1367.
[195] Vgl. Päpstl. Rat für die Auslegung der Gesetzestexte, Responsio ad propositum dubium (3. Juli 1999): AAS 91 (1999) 918.
[196] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 163, 284.
[197] Codex Iuris Canonici, can. 932 § 1; vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae Instaurationes, Nr. 9: AAS 62 (1970) 701.
[198] Codex Iuris Canonici, can. 904; vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dogm. Konst. über die KircheLumen gentium, Nr. 3; Dekr. über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis, Nr. 13; vgl. auch Ökum. Konzil v. Trient, Sessio XXII (17. September 1562), Dekr. über das Meßopfer, Kap. 6: DS 1747; Papst Paul VI., Enzykl. Mysterium fidei (3. September 1965): AAS 57 (1965) 753-774, hier 761-762; vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 11: AAS 95 (2003) 440-441, Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 44: AAS 59 (1967) 564; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 19.
[199] Codex Iuris Canonici, can. 903; vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 200.
[200] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 36 § 1; Codex Iuris Canonici, can. 928.
[201] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 114.
[202] Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Dies Domini, Nr. 36: AAS 90 (1998) 735; vgl. auch Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 27: AAS 59 (1967) 556.
[203] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Dies Domini, v.a. Nr. 36: AAS 90 (1998) 735-736, Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Actio pastoralis: AAS 61 (1969) 806-811.
[204] Vgl. Codex Iuris Canonici, cann. 905, 945-958; Kongr. für den Klerus, Dekr. Mos iugiter(22. Februar 1991): AAS 83 (1991) 443-446.
[205] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 327-333.
[206] Vgl. ebd., Nr. 332.
[207] Vgl. ebd., Nr. 332; Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst, Instr.Inaestimabile donum, Nr. 16: AAS 72 (1980) 338.
[208] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 333; Appendix IV: Ordo benedictionis calicis et patenae intra Missam adhibendus, 1255-1257; Pontificale Romanum ex decreto sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, auctoritate Pauli Pp. VI promulgatum, Ordo Dedicationis ecclesiae et altaris, editio typica (29. Mai 1977), Typis Polyglottis Vaticanis 1977, Kap. VII, 125-132.
[209] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 163, 183, 192.
[210] Ebd., Nr. 345.
[211] Ebd., Nr. 335.
[212] Ebd., Nr. 336.
[213] Ebd., Nr. 337.
[214] Ebd., Nr. 209.
[215] Vgl. ebd., Nr. 338.
[216] Vgl. Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Instr. Liturgicae Instaurationes, Nr. 8c: AAS 62 (1970) 701.
[217] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 346g.
[218] Ebd., Nr. 114; vgl. Nrn. 16-17.
[219] Hl. Kongr. für den Gottesdienst, Dekr. Eucharistiae sacramentum (21. Juni 1973): AAS 65 (1973) 610.
[220] Vgl. ebd.
[221] Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 54: AAS 59 (1967) 568; Instr. Inter Oecumenici (26. September 1964), Nr. 95: AAS 56 (1964) 877-900, hier 898; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 314.
[222] Vgl. Papst Johannes Paul II., Schreiben Dominicae Cenae, Nr. 3: AAS 72 (1980) 117-119; Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 53: AAS 59 (1967) 568;Codex Iuris Canonici, can. 938 § 2; Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu Mysterii eucharistici extra Missam, Praenotanda, Nr. 9; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nrn. 314-317.
[223] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 938 §§ 3-5.
[224] Vgl. Hl. Kongr. für die Sakramentenordnung, Instr. Nullo umquam (26. Mai 1938), Nr. 10d: AAS 30 (1938) 198-207, hier 206.
[225] Vgl. Papst Johannes Paul II., Motu proprio Sacramentorum sanctitatis tutela (30. April 2001): AAS 93 (2001) 737-739; Kongr. für die Glaubenslehre, Ep. ad totius Catholicae Ecclesiae Episcopos aliosque Ordinarios et Hierarchas quorum interest: de delictis gravioribus eidem Congregationi pro Doctrina Fidei reservatis: AAS 93 (2001) 786.
[226] Vgl. Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu Mysterii eucharistici extra Missam, Nrn. 26-78.
[227] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 25: AAS 95 (2003) 449-450.
[228] Vgl. Ökum. Konzil v. Trient, Sessio XIII (11. Oktober 1551), Dekr. über die heilige Eucharistie, Kap. 5: DS 1643; Papst Pius XII., Enzykl. Mediator Dei: AAS 39 (1947) 569; Papst Paul VI., Enzykl. Mysterium fidei (3. September 1965): AAS 57 (1965) 751-774, hier 769-770; Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 3f: AAS 59 (1967) 543; Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst, Instr. Inaestimabile donum, Nr. 20: AAS 72 (1980) 339; Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 25: AAS 95 (2003) 449-450.
[229] Hebr 9, 11; vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 3: AAS 95 (2003) 435.
[230] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 25: AAS 95 (2003) 450.
[231] Papst Paul VI., Enzykl. Mysterium fidei: AAS 57 (1965) 771.
[232] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 25: AAS 95 (2003) 449-450.
[233] Codex Iuris Canonici, can. 937.
[234] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 10: AAS 95 (2003) 439.
[235] Vgl. Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu Mysterii eucharistici extra Missam, Nrn. 82-100; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 317; Codex Iuris Canonici, can. 941 § 2.
[236] Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Rosarium Virginis Mariae (16. Oktober 2002): AAS 95 (2003) 5-36, hier Nr. 2, S. 6.
[237] Vgl. Kongr. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Litterae Congregationis (15. Januar 1997): Notitiae 34 (1998) 506-510; Apost. Poenitentierie, Litterae ad quemdam sacerdotem (8. März 1996): Notitiae 34 (1998) 511.
[238] Vgl. Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 61: AAS 59 (1967) 571; Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu Mysterii eucharistici extra Missam, Nr. 83; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 317; Codex Iuris Canonici, can. 941 § 2.
[239] Vgl. Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu Mysterii eucharistici extra Missam, Nr. 94.
[240] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Konst. Pastor bonus, Art. 65: AAS 80 (1988) 877.
[241] Codex Iuris Canonici, can. 944 § 2; vgl. Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu Mysterii eucharistici extra Missam, Praenotanda, Nr. 102; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 317.
[242] Codex Iuris Canonici, can. 944 § 1; vgl. Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu Mysterii eucharistici extra Missam, Praenotanda, Nrn. 101-102; Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 317.
[243] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 10: AAS 95 (2003) 439.
[244] Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu Mysterii eucharistici extra Missam, Praenotanda, Nr. 109.
[245] Vgl. ebd., Nrn. 109-112.
[246] Vgl. Missale Romanum, In sollemnitate sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi, Collecta, 489.
[247] Vgl. Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Theologische Prinzipien, Nr. 3: AAS 89 (1997) 859.
[248] Codex Iuris Canonici, can. 900 § 1; vgl. IV. Ökum. Laterankonzil (11.-30. November 1215), Kap. 1: DS 802, Papst Klemens VI., Ep. ad Mekhitar, Catholicon Armeniorum Super quibusdam (29. September 1351): DS 1084; Ökum. Konzil v. Trient, Sessio XXIII (15. Juli 1563), Lehre und Kanones über das Sakrament der Weihe, Kap. 4: DS 1767-1770; Papst Pius XII., Enzykl. Mediator Dei: AAS 39 (1947) 553.
[249] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 230 § 3; Papst Johannes Paul II., Ansprache beim Symposium «über die Mitarbeit der Laien am pastoralen Dienst der Priester » (22. April 1994), Nr. 2: L’Osservatore Romano (23. April 1994); Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Vorwort: AAS 89 (1997) 852-856.
[250] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Redemptoris missio, Nrn. 53-54: AAS 83 (1991) 300-302; Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Vorwort: AAS 89 (1997) 852-856.
[251] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Dekr. über die Missionstätigkeit der Kirche Ad gentes (7. Dezember 1965), Nr. 17; Papst Johannes Paul II., Enzykl. Redemptoris missio, Nr. 73: AAS 83 (1991) 321.
[252] Vgl. Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 8 § 2: AAS 89 (1997) 872.
[253] Vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 32: AAS 95 (2003) 455.
[254] Codex Iuris Canonici, can. 900 § 1.
[255] Vgl. ebd., can 910 § 1; vgl. auch Papst Johannes Paul II., Schreiben Dominicae Cenae, Nr. 11: AAS 72 (1980) 142; Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 8 § 1: AAS 89 (1997) 870-871.
[256] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 230 § 3.
[257] Vgl. Hl. Kongr. für die Disziplin der Sakramente, Instr. Immensae caritatis, Vorwort: AAS 65 (1973) 264; Papst Paul VI., Motu proprio Ministeria quaedam (15. August 1972): AAS 64 (1972) 532; Missale Romanum, Appendix III: Ritus ad deputandum ministrum sacrae Communionis ad actum distribuendae, S. 1253; Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 8 § 1: AAS 89 (1997) 871.
[258] Vgl. Hl. Kongr. für die Sakramente und den Gottesdienst, Instr. Inaestimabile donum, Nr. 10: AAS 72 (1980) 336; Päpstl. Kommission für die authentische Auslegung des Codex Iuris Canonici, Responsio ad propositum dubium (11. Juli 1984): AAS 76 (1984) 746.
[259] Vgl. Hl. Kongr. für die Disziplin der Sakramente, Instr. Immensae caritatis, Nr. 1: AAS 65 (1973) 264-271, hier 265-266; Päpstl. Kommission für die authentische Auslegung des Codex Iuris Canonici, Responsio ad propositum dubium (1. Juni 1988): AAS 80 (1988) 1373; Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 8 § 2: AAS 89 (1997) 871.
[260] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 767 § 1.
[261] Vgl. ebd., can. 766.
[262] Vgl. Kongr. für den Klerus und andere, Instr. Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 2 §§ 3-4: AAS 89 (1997) 865.
[263] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Dies Domini, v.a. Nrn. 31-51: AAS 90 (1998) 713-766, hier 731-746; Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Novo Millennio ineunte (6. Januar 2001), Nrn. 35-36: AAS 93 (2001) 290-292; Papst Johannes Paul II., Enzykl.Ecclesia de Eucharistia, Nr. 41: AAS 95 (2003) 460-461.
[264] II. Vat. Ökum. Konzil, Dekr. über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis, Nr. 6; vgl. Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nrn. 22, 33: AAS 95 (2003) 448, 455-456.
[265] Vgl. Hl. Kongr. für die Riten, Instr. Eucharisticum mysterium, Nr. 26: AAS 59 (1967) 555-556; Kongr. für den Gottesdienst, Direktorium «Sonntäglicher Gemeindegottesdienst ohne Priester» Christi Ecclesia (2. Juni 1988), Nrn. 5 u. 25: Notitiae 24 (1988) 366-378, hier 367, 372.
[266] Vgl. Kongr. für den Gottesdienst, Direktorium «Sonntäglicher Gemeindegottesdienst ohne Priester» Christi Ecclesia, Nr. 18: Notitiae 24 (1988) 370.
[267] Vgl. Papst Johannes Paul II., Schreiben Dominicae Cenae, Nr. 2: AAS 72 (1980) 116.
[268] Vgl. Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Dies Domini, Nr. 49: AAS 90 (1998) 744; Ders., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 41: AAS 95 (2003) 460-461; Codex Iuris Canonici, cann. 1246-1247.
[269] Codex Iuris Canonici, can. 1248 § 2; vgl. Kongr. für den Gottesdienst, Direktorium «Sonntäglicher Gemeindegottesdienst ohne Priester» Christi Ecclesia, Nrn. 1-2: Notitiae 24 (1988) 366.
[270] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 33: AAS 95 (2003) 455-456.
[271] Vgl. Kongr. für den Gottesdienst, Direktorium «Sonntäglicher Gemeindegottesdienst ohne Priester» Christi Ecclesia, Nr. 22: Notitiae 24 (1988) 371.
[272] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 30: AAS 95 (2003) 453-454; vgl. auch Päpstl. Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus, Nr. 115: AAS 85 (1993) 1039-1119, hier 1085.
[273] Vgl. Päpstl. Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus, Nr. 115: AAS 85 (1993) 1085.
[274] Codex Iuris Canonici, can. 292; vgl. Päpstl. Rat für die Auslegung der Gesetzestexte, Declaratio de recta interpretatione can. 1335, secundae partis, C.I.C. (15. Mai 1997), Nr. 3: AAS 90 (1998) 64.
[275] Vgl. Codex Iuris Canonici, cann. 976; 986 § 2.
[276] Vgl. Päpstl. Rat für die Auslegung der Gesetzestexte, Declaratio de recta interpretatione can. 1335, secundae partis, C.I.C. (15. Mai 1997), Nrn. 1-2: AAS 90 (1998) 63-64.
[277] In Bezug auf Priester, die eine Dispens vom Zölibat erhalten haben, vgl. Hl. Kongr. für die Glaubenslehre, Normae de dispensatione a sacerdotali caelibatu ad instantiam partis Normae substantiales (14. Oktober 1980), Art. 5; vgl. auch Kongr. für den Klerus und andere, Instr.Ecclesiae de mysterio, Praktische Verfügungen, Art. 3 § 5: AAS 89 (1997) 865.
[278] Hl. Thomas von Aquin, Summa Theol. II, 2, q. 93, a. 1.
[279] Papst Johannes Paul II., Apost. Schreiben Vicesimus quintus annus, Nr. 15: AAS 81 (1989) 911; vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nrn. 15-19.
[280] Papst Johannes Paul II., Motu proprio Sacramentorum sanctitatis tutela: AAS 93 (2001) 737-739; Kongr. für die Glaubenslehre, Ep. ad totius Catholicae Ecclesiae Episcopos aliosque Ordinarios et Hierarchas quorum interest: de delictis gravioribus eidem Congregationi pro Doctrina Fidei reservatis: AAS 93 (2001) 786.
[281] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 1367; Päpstl. Rat für die Auslegung der Gesetzestexte, Responsio ad propositum dubium (3. Juli 1999): AAS 91 (1999) 918; Kongr. für die Glaubenslehre, Ep. ad totius Catholicae Ecclesiae Episcopos aliosque Ordinarios et Hierarchas quorum interest: de delictis gravioribus eidem Congregationi pro Doctrina Fidei reservatis: AAS 93 (2001) 786.
[282] Vgl. Codex Iuris Canonici, cann. 1378 § 2 1°, 1379; Kongr. für die Glaubenslehre, Ep. ad totius Catholicae Ecclesiae Episcopos aliosque Ordinarios et Hierarchas quorum interest: de delictis gravioribus eidem Congregationi pro Doctrina Fidei reservatis: AAS 93 (2001) 786.
[283] Vgl. Codex Iuris Canonici, cann. 908, 1365; Kongr. für die Glaubenslehre, Ep. ad totius Catholicae Ecclesiae Episcopos aliosque Ordinarios et Hierarchas quorum interest: de delictis gravioribus eidem Congregationi pro Doctrina Fidei reservatis: AAS 93 (2001) 786.
[284] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 927; Kongr. für die Glaubenslehre, Ep. ad totius Catholicae Ecclesiae Episcopos aliosque Ordinarios et Hierarchas quorum interest: de delictis gravioribus eidem Congregationi pro Doctrina Fidei reservatis: AAS 93 (2001) 786.
[285] Codex Iuris Canonici, can. 387.
[286] Ebd., can. 838 § 4.
[287] Ebd., can. 392.
[288] Papst Johannes Paul II., Apost. Konst. Pastor bonus, Art. 52: AAS 80 (1988) 874.
[289] Vgl. ebd., Nr. 63: AAS 80 (1988) 876.
[290] Vgl. Codex Iuris Canonici, can. 1417 § 1.
[291] Papst Johannes Paul II., Enzykl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 24: AAS 95 (2003) 449.
[292] Vgl. ebd., Nrn. 53-58: AAS 95 (2003) 469-472.
[293] Vgl. II. Vat. Ökum. Konzil, Konst. über die hl. Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 14; vgl. auch Nrn. 11, 41 u. 48.
[294] Vgl. hl. Thomas von Aquin, Summa Theol., III, q. 64, a. 9 ad primum.
[295] Vgl. Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 24.


Quelle

DIE WIEDERHERSTELLUNG DER TRADITIONELLEN LITURGIE

Von Jean Vaquiè, Ile-Barbe, LYON IX (Rhône)

(Aus dem Französischen übersetzt von Dr. Walter Quessel, Oberkirn)

I.

Betrachten wir zuerst, unter welchen Bedingungen die traditionelle Liturgie zerstört wurde. Zwei fundamentale Texte haben ihre Zerstörung hervorgerufen:

— Die Konzilskonstitution „De sacra liturgia“ vom 3. Dezember 1963, vom Vaticanum II in einer quasi-Ein­mütigkeit angenommen.

— Die apostolische Konstitution „Missa­le Romanum“ vom 6. April 1969, durch die der Papst den neuen Ordo und seinen Kommentar, die „Institu­tio generalis“, promulgiert.

Diese zwei Texte sind das Werk der progressistischen Intelligentsia, die, das Konzil ausnutzend, die Macht in der Kirche ergriffen hat. Zu ihr gehört Paul VI selbst. Der progressistische Klüngel hat den ganzen katholischen Klerus unter seine Herrschaft gebracht. Indessen ist seine Lehre nicht ganz homogen. Es macht keine Mühe, zwei Tendenzen zu unterscheiden:

— Die erste ist von freimaurerischem Typ und betreibt den ÖKUMENISMUS als erste Phase eines Synkretismus, der in einer ALLERWELTSRELIGION münden soll. Sie fußt auf der eklekti­schen Theosophie der Gnosis und des Rosenkreuzertums. — Die liberalen Prälaten, die diese Tendenz vertreten, möchten, daß die religiöse Revolution bei dieser gemäßigten Phase bleibt. ­Paul VI gehört zu ihnen. Er glaubt an die Verträglichkeit von Religion und Fortschritt und praktiziert die seiner­zeit von Pius IX in dem Syllabus verurteilte Devise: „Der Römische Oberhirte soll sich mit dem Fortschritt, dem Liberalismus und der modernen Zivilisation versöhnen und sich ihnen anbequemen.“ (80. Satz)

— Die neuere ist der marxistische Typ. Die Verfechter dieser zweiten Richtung wollen die Religion zuerst ausnutzen und sie schließlich zerstören. — Sie entstellen die Dogmen (zum Beispiel die von der „christlichen Liebe“ und der „Gemeinschaft der Heiligen“), um die Katholiken, ohne daß sie sich wehren, einen echten spirituellen Sozialismus annehmen zu lassen. — Aber sie wollen schließlich alle Institutionen der Kirche zerstören, vor allem in der Liturgie, weil sie sich mit dem Materia­lismus nicht vertragen, auf dem alle marxistischen Lehren beruhen. — Es ist diese Richtung, die den Geist der sogenannten „GEMEINSCHAFTLICH­KEIT“ ersonnen hat.

Diese zwei Richtungen des Progressis­mus gehen zusammen, um über ihren gemeinsamen Feind zu triumphieren, die traditionelle Orthodoxie. Die Konzilskon­stitution von 1963 und die apostolische Konstitution von 1969 schaffen eine Neo-Liturgie, die genau übereinstimmt mit dieser doppelten Strömung, der öku­menischen und der kollektivistischen.

***

Die neuen Bestimmungen bringen eine neue Definition der Liturgie. Sie machen sie didaktisch, der Evolution unterwor­fen, gemeinschaftsträchtig und schwärme­risch.

DIDAKTISCH: Die Unterweisung wird über den Kult gestellt. Die Katechese wird bewusst übertrieben. Der Kult hört auf, theo­zentrisch zu sein, um anthropozentrisch zu werden.

EVOLUTIV: Die Liturgie wird sich in Zukunft ständig weiter entwickeln, um sich der Welt anzupassen. Sie gibt ihre frühere Beständigkeit auf.

GEMEINSCHAFTSTRÄCHTIG: Das Priestertum der Gläubigen wird erhöht, das des Priesters gemindert. Beide vereinigen sich in einem kollekti­ven Priestertum.

SCHWÄRMERISCH: Unter dem Vorwand, den Elan der Aufrichtigkeit zu fördern, öffnen die neuen Bestimmungen die Tore dem alten Rosenkreuzertum, wonach Gott sich seitens der Gläubigen mit einem privaten Kult begnügen kann.

Es ist durchaus verständlich, daß die progressistischen Gesetzgeber der Neo-Li­turgie diese vier Merkmale eingeprägt haben. Um die alten Institutionen zu zerstören, musste man sie dem Prinzip der ständigen Veränderung unterwerfen. ­Um einen auf die nichtchristlichen Reli­gionen ausgedehnten Ökumenismus zu ermöglichen, musste man die Liturgie entsakralisieren, also die Unterweisung an die erste Stelle rücken. — Um den Kult für das Eindringen des Sozialismus brauchbar zu machen, musste man ihn gemein­schaftsträchtig gestalten. Um den Keim der Zerstörung in die liturgischen Institu­tionen zu tragen, war es erforderlich, daß, im Verein mit den drei anderen Merkma­len, die Schwärmerei schließlich dem privaten Kult die erste Stelle einräumte, (die Hausmessen gehen aus diesem Prinzip hervor.)

***

Um die alte Liturgie zu zerstören, ohne heftigen Widerstand hervorzurufen, sahen sich die progressistischen Redakteure der beiden fundamentalen Dokumente wohl genötigt, traditionelle Grundsätze zum Ausdruck zu bringen. Aber sie achteten darauf, daß sie nicht angewendet werden. Was sie dagegen angewendet haben, aller­dings ohne es ausdrücklich zu schreiben, ist die modernistische Theologie.

Die beiden Konstitutionen sind also im höchsten Grade ZWEIDEUTIG. Sie ver­künden abwechselnd traditionelle Thesen, welche die Integristen beruhigen sollen, aber toter Buchstabe bleiben, und pro­gressistische Thesen, die üppig entwickelt werden. Zum Beispiel ist das Prinzip des Latein erhalten, aber nur in der Theorie, denn, was in allen Einzelheiten geregelt ist, ist die Generalisierung der Anwen­dung der Volkssprachen.

***

Alle treuen Katholiken haben eine zweifache Feststellung gemacht: die Hier­archie ist verblendet, aber sie bleibt legitim.

— Die VERBLENDUNG der Hierarchie ist offensichtlich geworden seit dem Kon­zil, aus dem nichts Klares hervorgegangen ist. Ihm fehlte nicht nur die Kraft, die latente Krise zu meistern, sondern es machte sie offen, allgemein und tief. Die Glaubenstreue verbietet uns, die in die­sem Zustand der Verblendung erlassenen liturgischen Bestimmungen endgültig an­zunehmen, insbesondere die neue Mess­ordnung.

— DIE LEGITIMITÄT der Hierarchie. — Indem sie den Gläubigen die hetero­doxen Lehren des Progressismus auferle­gen, mißbrauchen der Episkopat und der Heilige Stuhl die geistliche Autorität, die sie von Gott haben. Aber diese Autorität bleibt legitim in ihrem Ursprung und im Wesentlichen ihrer Ausübung. Niemand kann sich an die Stelle der Hierarchie setzen, auch wenn sie verdunkelt und mißbräuchlich ist. Man muß sie ERDUL­DEN, solange der göttliche Meister sie nicht gewandelt hat.

ERLEIDEN OHNE ANZUNEHMEN, das ist die Haltung, die sich aus diesem Konflikt ergibt. — Man soll die Neo-Litur­gie erleiden wegen der Legitimität des Klerus. Es wäre nicht richtig, sich selbst zu exkommunizieren. Man muß in der Kirche bleiben, die von Gott gegründet ist. — Aber man darf weder Geist, noch Buchstaben dieser zweideutigen Liturgie akzeptieren, um nicht durch Gehorsam Progressist zu werden, wie sehr viele.

Diese Haltung wird keineswegs von allen Traditionalisten eingenommen. Sie scheint ihnen zur Regelung der Krise nicht geeignet. Betrachten wir das näher.

— Die einen sagen: „Lasst uns die Religion durch Disziplin retten.“ Und sie nehmen nach und nach alle Refor­men an, zuerst dem Buchstaben nach, um nicht ungehorsam zu sein, und dann auch im Geiste.

— Die anderen sagen: „Lasst uns die Religion durch die Rechtgläubigkeit retten.“ Und wegen der Gefahr der Ansteckung verzichten sie auf die Teil­nahme an häretischen oder auch nur häretisierenden Gottesdiensten und or­ganisieren eine private Liturgie.

Sie schleudern, die einen wie die an­dern, furchtbare Anathemas gegeneinan­der. Die Orthodoxen beschuldigen die Gehorsamen der Häresie. Die Gehorsamen beschuldigen die Orthodoxen des Schis­mas.

Wir dürfen uns über diese Meinungsver­schiedenheiten nicht wundern und dürfen nicht daran Anstoss nehmen. Sie sind in einer derartigen Situation normal. Wenn die geistliche Autorität so zweideutige, seltsame, beunruhigende Verlautbarungen von sich gibt, ist es unvermeidlich, daß die Gläubigen, sich selbst überlassen, ihrem Temperament entsprechend reagie-. ren bei dem Versuch, die Zweideutigkeit der Anordnungen durch eine eindeutige Stellungnahme zu kompensieren. Es ist entschuldbar, daß sie, wie eben jeder kann, Mittel gegen eine Krise suchen, die von der verworrenen Lehre der kirchli­chen Autorität herrührt.

Die einen wie die anderen werden bald feststellen, daß die Situation grundsätz­lich UNLÖSBAR ist und nur durch einen wunderbaren Eingriff der Heiligsten Drei­faltigkeit geregelt werden kann. Die Stun­den der Verzweiflung sind die Stunden Gottes.

Bis dahin muß man sich mit einer Einstellung zufrieden zu geben wissen, deren Unsicherheit nicht von uns ab­hängt. „Erleiden ohne anzunehmen“ ist schwer. Man kann es nur erreichen, wenn man zwei Bedingungen erfüllt.

— Man muß eine Grenze festsetzen, weil die Neo-Liturgie grundsätzlich ver­änderlich ist, und es wird eine Zeit kommen, da man an ihr nicht mehr teilnehmen kann. Diese Grenze ist gezogen durch die Realität der sakra­mentalen Gegenwart. Wenn man sicher ist, daß der Priester gültig konsekriert, kann man der Messe beiwohnen, die er zelebriert, wie auch immer sonst seine Unvollkommenheiten sein mögen. ­Wenn der Priester aber nicht gültig konsekriert, wird man nicht teilnehmen dürfen, um nicht zum Komplizen einer sakrilegischen Heuchelei zu werden. ­Leider wird es meistens Zweifel geben. Die Grenze wird also nicht klar sein. Wir können daran nichts ändern, es ist die Folge der Zweideutigkeit der Be­stimmungen.

— Man muß fähig sein, dem unmerk­lichen Abgleiten in die Häresie zu widerstehen, das durch die neuen Maß­nahmen bezweckt wird. Die Gefahr dieses Soges ist besonders groß bei den Kindern, die keine Vergleichsmöglich­keiten haben, da sie die alten Riten nicht kennen. Sie ist aber auch bei den Erwachsenen nicht unbedeutend. Um die Kraft zu haben, zu „erleiden, ohne anzunehmen“, muß man sich um die Kenntnis und das Verständnis der tradi­tionellen Liturgie bemühen. Darum er­schien es uns nützlich, ihre Hauptcha­rakteristika in Erinnerung zu rufen.

II

KULT UND PÄDAGOGIK

Es ist vollkommen unzweifelhaft, daß die Liturgie nicht geschaffen wurde, um der Katechese ein Asyl zu verschaffen. Der Kult und die Unterweisung stören sich gegenseitig. Man kann nicht beide zugleich einwandfrei ausüben. Man muß sie trennen.

Allerdings ist es notwendig, die Gele­genheit, daß die Gläubigen in der Kirche sind, zu ihrer Unterweisung zu benutzen, weil die Sonntagsmesse Pflicht ist, Reli­gionsunterricht dagegen nicht. Die Litur­gie liefert also eine Gelegenheit der Unterweisung, ist aber in ihrem Wesen nicht pädagogisch. Die Väter haben schon vor sehr langer Zeit eine äusserst einfache Lösung für das empfindliche Verhältnis zwischen Kult und Katechese gefunden:

— im Chor zelebriert man die heiligen Geheimnisse lateinisch,

— von der Kanzel erteilt man Unterwei­sung in der Landessprache.

Die Predigt ist geschaffen, um alles in der Landessprache zu erklären, was erklä­rungsbedürftig ist. Und wenn die Erklä­rungen beendet sind, setzt man die heilige Handlung fort, ohne sich weiter um etwas zu kümmern als um den Kult, der Gott darzubringen ist.

Die Frucht der Liturgie ist nicht die Unterweisung, sondern die ERBAUUNG. Der Kult regt in den Seelen der Anwesen­den religiöse Gedanken und Empfindun­gen nicht nur durch die Wirkung der Worte, die sie hören, sondern durch alles, was sie sehen und erkennen, an. Diese Erbauung ist umso intensiver, je reiner der Kult ist, das heisst, je weniger Katechese er enthält. Wir zögern nicht zu behaupten, daß die Kraft der Erbauung der Liturgie eben auf dem Fehlen jeder pädagogischen Absicht beruht.

Sie muß auch der Seele die Musse lassen, in die Ferne zu schweifen. Die Zeiten der AKTIVEN Teilnahme müssen unterbrochen werden durch längere Zei­ten der bloß PASSIVEN Anwesenheit, in denen der Geist die geheimnisvollen Sätze des Messbuches gleichsam wiederkäuen kann, um daraus einen noch unbekannten Sinn hervorzubringen.

Nehmen wir ein Beispiel. Der Text des Graduale bringt: „… um ihm sein Mass Weizen zu geben zur rechten Zeit.“

Die Seele ist, an diesem Tage, erfasst durch das Wort „zur rechten Zeit“ und sie fragt sich, welche Bedeutung das haben kann. Sie entdeckt schliesslich, daß Gott sie dadurch belehrt, man müsse zuerst im Gebet bitten und dann in Geduld warten. Man muss darauf warten, daß die Vorsehung die günstige Zeit ergreift. — Und der Rest des Gottesdien­stes wird vergehen, indem man still psalmodiert: „… um ihm sein Mass Weizen zu geben zur rechten Zeit.“ Das wird die Nahrung sein für diesen Tag.

An einem anderen Tag wird man verweilen bei jener Stelle der Kollekte: „… damit eure Freude vollkommen sei.“ Und man wird sich vergegenwärtigen, daß es auf dieser Erde in der Tat geistige Freuden gibt, die wirklich von Gott geschickt sind, daß sie aber dennoch nicht vollkommen sind, weil die Seele schwer ist und sich weder ausweiten, noch erheben kann. Und man wird daran denken, daß im Hause des Vaters jede Härte und Bitterkeit verschwunden sein wird, und die Freuden dann vollkommen sein werden.

Diese kleinen aber so kostbaren Funken werden nicht hervorbrechen, wenn ein Dauersprecher durch sein Mikrophon al­len eine gemeinschaftsfördernde Erläute­rung aufdrängt, die notwendigerweise von einer widerwärtigen Fadigkeit sein wird.

— Indem sie unterweisen will zu einer Zeit, die nicht gut ist, stört die liturgische Katechese nicht nur die Zeremonie und verunreinigt den Kult, sondern hemmt auch die Erbauung der Gläubigen, statt sie, wie sie vorgibt, zu fördern.

DIE LITURGISCHEN SPRACHEN

„Lasst uns Gott einen wohlgefälligen Kult darbringen in Frömmigkeit und Furcht, denn unser Gott ist auch ein verzehrendes Feuer.“ (Hebr. XII — 29)

Um Gott einen wohlgefälligen Kult darzubringen, muss man das vor allem in einer Sprache tun, die ihm gefällt. Nun hat Er selbst die Sprachen bezeichnet, die ihm gefallen. Das sind die drei Sprachen der Kreuzesinschrift, das Kreuz aber ist der vollkommenste Altar.

„Diese Inschrift lasen viele Juden, denn die Kreuzigungsstätte war nahe bei der Stadt; sie war geschrieben hebräisch, griechisch und lateinisch.“ Joh. XIX ­20

Das sind die drei liturgischen Sprachen, die Gott gefallen. Er hätte sie nicht deutlicher bezeichnen können. Der latei­nische Ritus verwendet auch Griechisch und Hebräisch:

—  Griechisch in Ausdrücken wie: Kyrie eleison, Agios 0 Theos; Hebräisch in einer Reihe von Wor­ten, die so oft wiederholt werden wie: Amen, Alleluja, Hosanna.

Das ist das beste Argument zugunsten des Latein in der Liturgie. Und doch wird es oft vergessen. Man führt vor allem zwei andere an:

—  seine UNIVERSALITÄT, die eine wertvolle Stütze der Katholizität der Kirche bildet,

—  seine BESTÄNDIGKEIT, die es zum besten Werkzeug einer unwandelbaren Doktrin macht. „Man braucht eine tote Sprache, um ewige Wahrheiten auszu­drücken.“

Diese zwei Argumente haben sicher ihren Wert. Aber sie sind aus dem Bereich des Praktischen und des Menschlichen und kommen nicht an den Wert desjeni­gen heran, das aus der Kreuzesinschrift abgeleitet ist und die göttliche Wahl offenbart. „Lasst uns Gott einen wohlge­fälligen Kult darbringen.“ Der Kult muss gottgefällig sein, das geht vor dem Nutzen für die Menschen.

Im Zusammenhang mit der liturgischen Sprache möchten wir darauf hinweisen, daß das DUZEN in den französischen Übersetzungen absolut unzulässig ist. Die Neo-Modernisten finden darin einen drei­fachen Vorteil:

  1. Das Duzen verstärkt die Ähnlichkeit der katholischen Liturgie mit dem protestantischen Gottesdienst. Es fördert den Zusammenschluß der Kir­chen.
  2. Verständlicherweise ist es beliebt bei Leuten, nach deren Meinung Gott vom Menschen keinen öffentlichen Kult verlangt und sich mit einem privaten Kult begnügt. Das Duzen ist in der Tat eine Ausdrucksweise, die unwillkürlich angewendet wird bei mystischer Begeisterung und Stossge­beten, wenn Jesus für einen kurzen Augenblick sich zum innigen Freund der Seele macht.
  3. Die katholischen Krypto-Kommuni­sten predigen auch das Duzen, und zwar aus folgenden Gründen: die menschliche Sprache ist so beschaf­fen, daß sie im allgemeinen eine emphatische Form benutzt, um Hochachtung auszudrücken; wenn man einer bedeutenden Persönlich­keit Ehre erweisen will, geschieht es instinktiv, daß man sie noch vergrös­sert und, um sie zu vergrössern, sie gewissermassen vervielfältigt, indem man entweder die Mehrzahl oder das Superlativ verwendet. Das Duzen, in unserer Sprache wenigstens (Franzö­sisch, Anm. d. Übers.), bedingt umge­kehrt einen Reflex der Vertraulich­keit. Es ist ein ausgezeichnetes Mittel, uns an einen vertraulichen Umgang mit Gott zu gewöhnen und uns den Sinn für die göttliche Majestät verlie­ren zu lassen.

Aus diesen Gründen schämen wir uns des Duzens, das in den neuen Gottes­dienst eine Albernheit und eine wahrhaft unerträgliche Vulgarität hereinbringt. (Den Leser, der die französische Sprache nicht kennt, möchten wir auf die Tatsa­che aufmerksam machen, daß die Höflich­keitsform „vous“ (entspricht unserem „Sie“) gegenüber dem einfachen „tu“ (entspricht unserem „du“) einen viel grösseren Raum einnimmt als unser „Sie“ gegenüber dem „du“. Beispielsweise ist es in Frankreich üblich, daß Eheleute sich siezen. Auch bei Kindern gegenüber den Eltern ist die Höflichkeitsform vorherr­schend. Dementsprechend drückt die ein­fache Anrede entweder sehr grosse Intimität oder Mißachtung aus. Daher wurde beim Gebet immer die Höflich­keitsform verwendet.)

DIE GEHEILIGTE UMFRIEDUNG

Die Liturgie soll in einer GEHEILIG­TEN UMFRIEDUNG gefeiert werden. Wir haben genug gelitten unter den Messen im Freien oder in profanen Hallen, auf Podien, ähnlich Boxringen, gestaltet nicht von heiligen Mystikern in Gottesnähe, sondern von einer Art Schau­stellern und Standkrämern.

Die Texte der Kirchweihe und die der Messe „Terribilis“ zeigen wohl die Bedeu­tung, die seinerzeit der Einweihung der Kirchen beigelegt wurde. Heute scheint der Klerus zu glauben, daß man die Liturgie ungestraft feiern kann, egal wo. Das ist ein großer Irrtum, denn „wir haben nicht nur gegen das Fleisch und das Blut zu kämpfen, sondern auch gegen jene GEISTER DER BOSHEIT, die in der Luft ausgebreitet sind.“ Nicht geweihte Räume bieten keinerlei Schutz. Dagegen ist die Atmosphäre gereinigt in einer Einfriedung, die Gott in Besitz genom­men hat für die Zeit und für die Ewigkeit:

„Furchtbar ist dieser Ort. Das ist FÜRWAHR das Haus Gottes und die Pforte des Himmels, und man wird ihn die Wohnung Gottes heissen. Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Herr der Heer­scharen. Meine Seele seufzte und verzehr­te sich nach den Vorhöfen des Herrn.“ (Introitus der Messe „Terribilis“)

DIE LITURGISCHE STABILITÄT

Die traditionelle Liturgie ist BESTÄN­DIG, aber gleichzeitig aufgeschlossen für die Eingebungen des Heiligen Geistes. Wie sind diese zwei Eigenschaften gleichzeitig möglich?

Es ist notwendig, daß die Liturgie durch ihre Beständigkeit an die göttliche Unwandelbarkeit erinnert. Eine evolutive Liturgie beweist, eben durch ihre Evolu­tion, daß sie nicht von Gott kommt:

„Der Vater des Lichtes, bei dem es keinen Wechsel und keinen Schatten von Veränderung gibt.“ (Jak. I-17)

— Übrigens ist unser Geist so beschaffen, daß ein Ritus, bei dessen Ausarbeitung wir zugegen waren, für uns immer von prekärer Art sein wird, beinahe eine heuchlerische Ziererei. Wenn wir ihn dagegen in der Überlieferung vorgefunden haben, wird er mit dem Prestige des Herkommens bekleidet und unbestritten sein.

Zugleich muß die Liturgie sich für die aufeinanderfolgenden Eingebungen des Heiligen Geistes aufnahmefähig erweisen, die sie bereichern, ohne ihre Stabilität zu erschüttern. Sie verleibt sich zur rechten Zeit alles ein, was wahrhaft von Gott kommt. So wird sie ständig gestaltreicher, indem sie sich mit Geschichte anreichert. Die Seiten der alten Kathedrale erhalten immer neue Anbauten verschiedenen Stils, die ihre Seele bereichern.

Die Partei des Fortschritts verabscheut sowohl die Stabilität der Liturgie, als auch die schrittweise Bereicherung. Sie will sie in ständiger Evolution sehen, damit sie sich an die sich ständig ändern­de Welt anpasst. Sie gibt diesem Willen nach permanenter Mutation zwei Arten von Rechtfertigung, deren mangelnde Be­rechtigung wir nachweisen werden.

Sie setzen als Axiom, daß jedes Sein sich notwendig ändern muß, um sich am Leben zu erhalten. EVOLUTION und LEBEN sind zwei völlig gleichbe­deutende Worte geworden. Man identi­fiziert sie. Man muß sich ändern, um zu leben, meint man. Und umgekehrt, alles, was sich ändert, lebt. Man macht aus dem Leben ein Äquivalent der Evolution.

Indessen ist das nicht die Wahrheit. Das Leben beruht auf der REGELMÄSSIG­KEIT DER PULSATION. Wenn diese Regelmässigkeit fehlt, kommt der Tod. Wir sterben, sobald wir anfangen, diese Regelmässigkeit zu verlieren und folglich uns zu ändern. Umgekehrt erhalten wir uns am Leben in dem Masse, wie unsere verschiedenen Pulsationen konstant blei­ben.

Indem die Neo-Modernisten der Litur­gie die Evolution aufzwingen, unter dem Vorwand, ihr Leben zu verschaffen, berei­ten sie in Wirklichkeit ihren Ruin, denn, anstatt ihr die Konstanz ihrer regelmässi­gen Pulsationen zu lassen, unterwerfen sie sie dem Zyklus Geburt, Höhepunkt, Tod. — Und in der Tat, das ist es, was wir beobachten. Die Mutation bringt der Liturgie nicht das Leben, sondern das FIEBER. Das Fieber aber führt zum Tod.

Man wiederholt uns ohne Unterlass den schönen Spruch: NOVA ET VETERA, dessen Anwendung so aussieht. — Die Liturgie müsse eine Mischung von Neu­em und Altem sein; das Alte findet man in der Tradition (das konzediert man uns), aber das Neue in der Welt.

Diese Interpretation ist sehr schlecht. Der vollständige Text in der Schrift heißt:

„Jeder Schriftgelehrte, der ein Schüler des Himmelreiches geworden ist, gleicht einem Familienvater, der Neues und Altes aus seinem Schatz hervorholt.“

Man sieht klar, daß auch das Neue (und nicht nur das Alte), um dem Willen Gottes zu entsprechen, aus dem Schatz der Familie geholt werden muss, und das läuft darauf hinaus, zu sagen, aus der Tradition.

DIE FÜNF TEILE DES OPFERS

Die Messe bildet eine UNZERSTÖR­BARE Gesamtheit wie ein Block. Die Neo-Modernisten wollen unterscheiden ei­ne Liturgie des Wortes und eine Liturgie des Opfers, weil diese Unterscheidung die Umwandlung der Lesungen in eine Kate­chese gestattet. Was ist aber der Wert dieser Unterscheidung? Wir gestehen, von dem Prinzip dieser zwei aufeinanderfol­genden Liturgien nicht überzeugt worden zu sein.

Die Messe ist das Erlösungsopfer, von den Gebeten an den Stufen des Altares an bis zum Schlußsegen. Sie enthält fünf Teile wie das mosaische Opfer, dessen Vollendung sie ist:

— die Heiligung,

— die Darbringung, — die Opferung,

— die Verzehrung und — die Annahme.

Man muß die Opfergaben heiligen, bevor man sie darbringt, weil nichts Unvollkom­menes vor Gott erscheinen darf. Man muß das Opfer seinem wahren Empfänger darbringen, bevor man es opfert. Man muß es aufopfern, bevor man es verzehrt. Schließlich soll es angenommen werden von dem, dem es dargebracht worden ist. — Das sind die fünf Teile des gleichen Opfers. Wenn man einen davon ausschei­det oder verändert, bricht das Ganze zusammen. Das ist der Zusammenbruch, dessen Zeugen wir sind.

Ein Beispiel wird uns zeigen, daß unsere Väter die Unzerstörbarkeit des Heiligen Opfers verstanden haben. Als das tridenti­nische Konzil beschloss, das Evangelium in der Vulgärsprache zu verkünden, wagte man nicht, an seine Verkündung in Latein zu rühren, die im Chor geschah, aus Furcht, daß diese Änderung andere nach sich ziehen würde und die ganze Liturgie in Frage gestellt wäre. Man wiederholte das Evangelium in der Vulgärsprache von der Kanzel, nachdem man es lateinisch im Chor verkündet hatte. Diese charakteristi­sche Episode in der Geschichte der Liturgie beweist, daß die „Lesungen“ damals nicht als ein Lehrstück betrachtet wurden, sondern als Bestandteil der Opferhandlung, an der man nicht rühren darf. Die Lesungen sind FEIERLICHE VERKÜNDIGUNGEN und nicht ein Stück Katechese. Das ist sehr wichtig, denn, wie man sich erinnern wird, war es die Vulgarisierung der Lesungen, mit der die Aushöhlung der Liturgie einsetzte. Damit hat man den Finger in das Räder­werk gelegt.

Der Begriff „Liturgie des Wortes“ ist von den Progressisten erfunden worden, um die Lesungen der Opferhandlung aus den Angeln zu heben und damit auch den Kanon verwundbar zu machen. Es wäre logisch, wenn die Wiederherstellung der Liturgie eine neue Latinisierung der Le­sungen mit sich bringen würde.

ALTAR UND TABERNAKEL

Es ist unzulässig, den Altar zu verset­zen, um die Zelebrierung VERSUS POPU­LUM zu ermöglichen. Der ganze traditio­nelle Symbolismus wird dadurch durch­einander gebracht! Diese Anordnung be­inhaltet für sich allein die ganze revolutio­näre Religion.

— Die Aufgabe des Priesters ist die Mittlerschaft zwischen Gott und den Menschen. In der klassischen Anordnung ist seine Aufgabe durch seinen Platz zwischen der Hostie und den Gläubigen zum Ausdruck gebracht.

— Die moderne Anordnung macht aus der Hostie einen Mittler zwischen Priester und Volk. Die Rollen sind vertauscht. Und das geschieht in der Tat auch in der Wirklichkeit. Wir fahren fort, die Kirchen zu besuchen, nur mit Rücksicht auf unseren Herrn. Die Hostie ist es, die uns noch an den Klerus bindet.

— Der Tabernakel, Gottes Wohnung unter den Menschen, ist vom Ehrenplatz vertrieben worden, den er in der Mitte des großen Altars hatte, von wo er ohne offensichtliche Herabsetzung nicht ent­fernt werden konnte. Er irrt jetzt nach der Phantasie der Priester in der Erwar­tung, zu verschwinden, wenn man uns eröffnet haben wird, daß er nichts mehr enthält, weil die Realpräsenz, den letzten Äusserungen gemäss, von kurzer Dauer ist.

— Der Heilige Tisch ist ebenfalls ver­schwunden im Gegenstoss der Umwäl­zung des Altars, der zum Tisch des Liebesmahles geworden ist. Man wird ihn wiederherstellen müssen.

— Das Kruzifix, das sich auf dem Altar aufrichten sollte, fängt an, den Platz zu ändern, denn es ist in der Tat sehr störend. Es verliert seine symbolische Bedeutung und wird zu einem Instrument der Ausstattung. Man sieht es jetzt dem Priester den Rücken kehren, providentiell die Mißbilligung der neuen Riten offenba­rend.

DIE SCHÖNHEIT DES KULTES

Lassen wir zunächst ein Kriterium fallen, das oft angewendet wird, obwohl es in Wirklichkeit sehr unvollkommen ist. Viele erkennen die gute Liturgie an ihrer Schönheit, die schlechte an ihrer Hässlich­keit. — Diese Art der Unterscheidung ist sehr unvollkommen, weil der Teufel und seine Engel einen Teil ihrer ursprüngli­chen Schönheit bewahrt haben, und wenn wir nach der Schönheit urteilen würden, müssten wir die Werke des Teufels bewun­dern und als gut annehmen. Den heidni­schen Zeremonien, die doch einen Kult der bösen Geister darstellen, fehlte es nicht an Schönheit.

Viele Gegenstände der Andacht, from­me Worte und Gesten, die sicher von Gott eingegeben und gesegnet sind, erscheinen uns dagegen zunächst von einer Künstlich­keit, die Menschen mit einem exklusiven Formsinn manchmal mißfällt.

In der Liturgie muß man mehr auf den Grund als auf die Form sehen. Das in dieser Beziehung leitende Kriterium ist die EXAKTHEIT DER SYMBOLE. Sind diese exakt, dann erhalten die Zeremo­nien, sowohl geistlich, als auch sinnlich, eine Vollkommenheit von unaussprechli­cher Schönheit.

Man muß sich vergegenwärtigen, daß der echte Symbolismus notwendigerweise komplex ist, weil die Schöpfung ein Schlachtfeld ist, wo Gutes und Böses vermischt ist. Das gleiche Zeichen hat mehrere Bedeutungen. Zum Beispiel be­deutet der Löwe „die Stimme des Rufen­den in der Wüste“, aber auch die Raubgier dessen, der „sucht, wen er verschlinge“ (quaerens quem devoret). — Der übermäs­sig vereinfachte Symbolismus, wie er heute Mode ist, hat keinerlei religiösen Wert. Seine Aufgabe ist die Rationalisie­rung und Entsakralisierung der Riten.

DER GREGORIANISCHE GESANG

Man wird wohl eines Tages die GÖTTLICHE INSPIRATION des traditio­nellen Kirchengesanges erkennen müssen. Es ist ein himmlischer Gesang. Freilich ist es schwierig, eine strenge Grenze zwi­schen religiöser und profaner Musik zu ziehen. Und doch ist es sicher, daß der Gregorianische Gesang im menschlichen Empfinden einen Bereich einnimmt, den man als PNEUMATISCH bezeichnen kann. Dieser steht in Beziehung zur Funktion der Atmung, das heisst zur Funktion einer subtilen Nahrung.

Die profane Musik ruft mächtigere, aber ohne Zweifel weniger hohe und weniger edle Gefühle hervor.

Indessen gibt es auch eine Musik von UNZWEIFELHAFT RELIGIÖSEM Cha­rakter, aber geschaffen, um die Religion des Unten zu suggerieren und zu beglei­ten, die Religion der Götzen, der üblen Instinkte, der bösen Geister. Sie erzeugt einen Widerhall, den man ABDOMINAL nennen muß.

Da die Progressisten den Gregoriani­schen Gesang aufgegeben haben und diese elementaren Unterscheidungen ablehnen, sind sie bestrebt, und zwar mit Erfolg, in unsere Kirchen eine Musik einzuführen, die sicher bewegend ist, aber von einer PROFANEN Bewegung. Sie hat nichts mehr Himmlisches.

Sie gehen sogar noch weiter, indem sie uns an HEIDNISCHE Klänge gewöhnen wollen, die nichts anderes sind als die Musik der Götzen, also einer Religion des Unten.

DIE FIXIERUNG DES OSTERFESTES

Die Fixierung des Osterfestes ist unan­nehmbar. Dafür lassen sich nur Gründe wirtschaftlicher und praktischer Art an­führen, die auf dem Gebiet der Religion keinen Wert haben. Und doch schliesst die Konzilskonstitution vom 4. Dezember 1963 mit jener verblüffenden Erklärung:

„Das Heilige Konzil widersetzt sich nicht einer Fixierung des Osterfestes auf einen bestimmten Sonntag des Gregorianischen Kalenders.“

Die Kirchenregeln zur Bestimmung des Osterfestes sind durch das Konzil von Nizäa festgesetzt worden. Dieses hat beschlossen, daß Ostern am Sonntag nach dem Vollmond, der nach dem 21. März, das heisst nach dem Frühlings-Äquinok­tium, eintritt, gefeiert werden soll. Dieses Datum, das dem Mondzyklus angehört, ist im Kalender beweglich. Es ist im höchsten Grade angebracht, ja unerläss­lich, das Rechenverfahren der Juden beizubehalten, weil Jesus selbst es respek­tiert hat, indem er an dem so bestimmten Datum die Passion erlitt.

Die Beweglichkeit dieses Datums ergibt eine notwendige Pulsation zwischen den beweglichen und den unbeweglichen Fe­sten. Man muß sich an dieses traditionelle Rechenverfahren halten. Alle beweglichen Feste richten sich nach Ostern. Es steht geschrieben:

„A LUNA SIGNUM DIEI FESTI“ (Ekk. XLIII — 7 „Vom Monde kommt das Zeichen des Festtages“.

Der Mond ist das Zeichen der Heiligen Jungfrau. Ebenso wie Maria in Kana das Signal für das öffentliche Leben unseres Herrn gab, gibt der Mond das Signal für die Feste der Liturgie, die das öffentliche Leben des mystischen Leibes unseres Herrn ist. Die vitale Pulsation des Oster­festes aufgeben, heisst den Festzyklus zu einer tödlichen Verkalkung verdammen.

Übrigens ist der ganze liturgische Jah­reszyklus in großer Gefahr. Er ist dem Wettbewerb mit dem neuen DREIJÄH­RIGEN Zyklus ausgesetzt. Der Vorwand ist wie immer die bessere Unterweisung der Gläubigen. Doch schon seit langem ist es nicht mehr möglich, an die guten Absichten der reformatorischen Prälaten zu glauben. In Wirklichkeit wollen sie nach und nach zu zwei für ihre Absichten wesentlichen Wandlungen gelangen.

Die erste Wandlung zielt auf den Öku­menismus. Die durch den dreijährigen Zyklus bedingten Umarbeiten begünsti­gen die Vermehrung der Texte „ad libitum“. Im Verein mit dem neuen Ordo werden sie es ermöglichen, eine vollkommene Verschwommenheit der Liturgie zu erreichen. Der Zelebrant wird schließlich die Texte seiner Wahl lesen. Das wird eine „Normativmesse“ sein, die nur in einer Reihe von Kapitelüberschriften besteht, unter die der Diener des Wortes die Texte seiner Religion einführt.

Die zweite Wandlung zielt auf die Zerstörung des Jahres-Zyklus, der eine der wichtigsten Institutionen der tradi­tionellen Liturgie ist. Der dreijährige Zyklus, zuerst im Wettbewerb mit dem jährlichen Zyklus, wird schließlich über ihn die Oberhand gewinnen und ihn aus den Angeln heben. Man wird eine neue Rückkehr zu den Quellen vorgeben, indem man darauf hinweist, daß das öffentliche Leben unseres Herrn in einem Zyklus von drei Jahren verlief.

DAS WAHRE PRIESTERTUM DER GLÄUBIGEN

Viele liturgische Neuerungen werden mit der Existenz eines gewissen PRIE­STERTUMS der Gläubigen begründet. Dieses ist in den offiziellen Dokumenten nicht klar definiert, man macht aber daraus einen Teil des Amtspriestertums. Es soll unter anderem die Ausübung eines liturgischen Dienstes durch die Gläubigen rechtfertigen, der unbestreitbar Eingriffe in den des Priesters mit sich bringt. Man sieht sogar den Begriff eines kollektiven Priestertums entstehen.

Kein Zweifel, daß jeder Getaufte Inha­ber jenes „königlichen Priestertums“ ist, das ihm die berühmte Stelle aus dem heiligen Petrus zuschreibt. Aber dieses Priestertum entspringt in Wirklichkeit dem von Maria und nicht dem von Jesus. Und zwar so: unser Herr hat die Passion physisch erlitten. Die allerseligste Jung­frau Maria hat die Passion mystisch erlitten und ein ebenfalls mystisches, das heisst nicht amtliches, Priestertum ausge­übt. Sie wurde weder belästigt, noch beschimpft. Sie hat in das Priestertum Jesu nicht eingegriffen. Ihre Passion war innerlich.

Nach ihrem Vorbild erleidet die Kir­che, die der mystische Leib Christi ist, die Passion nur mystisch, denn die Pforten der Hölle dürfen sie nicht überwältigen und sie darf nicht von der Oberfläche der Erde verschwinden. Das Priestertum, zu dem die Zugehörigkeit zur Kirche durch die Taufe berechtigt, ist ein mystisches Priestertum von derselben Art wie das Marias.

Die gesunde Theologie lehrt, wie wir gesehen haben, daß das Priestertum der Gläubigen sich von dem der Priester nicht nur nach dem Grade unterscheidet, son­dern auch nach dem Wesen. Nun war das Amtspriestertum schon seit langem Ge­genstand notwendiger Präzisierungen im Hinblick auf seine Natur. Jetzt müsste das der Gläubigen an die Reihe kommen. Uns scheint, daß das Priestertum der Gläubi­gen, definiert als Fortsetzung des Priester­tums Marias, seine Grenzen achten würde und, da nicht amtlich sondern mystisch, das heisst verborgen, in das der geweihten Priester nicht mehr eingreifen würde. Keinerlei Verwirrung wäre dann möglich.

DAS MESSBUCH

Das PERSÖNLICHE ZWEISPRACHI­GE MESSBUCH ist absolut notwendig. Sein Verschwinden verhindert, wie uns die Erfahrung zeigt, eine verständige Teilnahme der Gläubigen am Gottes­dienst. Der progressistische Klerus hat gegen dieses Messbuch mit Verbissenheit gekämpft, weil es der Änderung der Liturgie im Wege war. Es war der feste Punkt, der alles zusammenhielt. Man hat es durch gemeinschaftliche und veränder­liche Bücher ersetzt, die nichts Persönli­ches und daher nichts Lebendiges an sich haben.

Wenn der Aufbau der Ruinen kommt, möchte man wünschen, dass das individuelle Messbuch, die geistige Nahrung fürs ganze Leben, wieder zu Ehren kommt und sogar amtlich wird wie das Brevier für jeden Priester, wenn auch auf einer niedrigeren Stufe.

Die traditionelle Liturgie war HIERATISCH, das heißt sakral und nicht lehrhaft. Der Opfernde stieg zum Altar empor, um dem Ewigen Vater das geschlachtete Lamm darzubringen, das Erlösungsopfer zum Loskauf von den Sünden. Sie manifestierte die aus der Tiefe der Zeiten hervorgegangene Religion, eingesetzt durch das Opfer Abels und geheiligt auf Golgotha, die einzige wahre Religion des einzigen wahren Gottes, ebenso unzerstörbar wie „das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt.“ Sie wird immer wiedererstehen, geheimnisvoll, feierlich, symbolisch, gesichert durch ihren Formalismus und ihre Beständigkeit, aber gleichzeitig empfänglich für den Heiligen Geist und widerspenstig gegen den Geist der Welt, der da ist des Bösen. — Wenn die Ruhe wiedergekehrt sein wird, wird man diese Erbschaft wiederherstellen und preisen, denn der Eifer der Seelen trägt nicht den Sieg davon über den Eifer Gottes, auch diesmal nicht.

Jean Vaquiè / Dr. Walter Quessel

Der französische Originaltext trägt den Titel: „Restauration de la liturgie traditionelle“

Das größte Seminar der Welt (1.200 Seminaristen) ist in Guadalajara. Es hat die Tore aufgeschlossen für die alte Liturgie

Das Seminar der Erzdiözese Guadalajara, dem Heiligen Josef geweiht, ist das größte der Welt.  Es umfasst mehr als 1.200 Seminaristen, die meisten davon Jung-Seminaristen. Ein kleines großes Volk verteilt auf sechs Häuser.

Am 2. Juni wurde in seinen Lokalitäten zum ersten Mal seit 40 Jahren eine Messe im alten Ritus gefeiert, vor 300 Jungmännern in Ausbildung. Deren Zelebrant war Pater Jonathan Romanoski der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP), auch sie in exponentiellem Wachstum (Il Timone hat ihr einen Dienst gewidmet in der Nummer vom Juni 2012), die in verschiedenen Ländern die Liebe zur gregorianischen Liturgie verbreitet. Die Bruderschaft ist leider am Mittwoch von einer Tragödie heimgesucht worden: in Phoenix, in den USA, ist ein junger Priester von 28 Jahren ermordet worden im Verlaufe eines Raubüberfalls in der Pfarrei, und einer seiner Mitbrüder ist schwer verletzt worden.

Des jungen getöteten Priesters wurde gestern [12.6.] am Schluss des Römischen Symposiums über die Schönheit der Liturgie gedacht – ein argentinischer Priester, der anwesend war bei der Zusammenkunft, und der ziemlich verbunden ist mit Papst Franziskus, hat das Requiem aeternam angestimmt. (Anmerkung der Redaktion von Messa in Latino)

 

Quelle IL TIMONE

Joseph Shaw*: Der Tod der „Reform der Reform“ (der Liturgie)

1. Zwei Riten, zwei Spiritualitäten

Hw. Thomas Kocik, Hw. Mark Kirby und Hw. Hugh Sommerville-Knapman, die sich lange für das große Projekt einer „Reform der Reform“ (RdR) eingesetzt haben, stimmen in ihrem Schluß überein, daß daraus nichts werden wird. Der Novus Ordo hat grundlegende Probleme, die das unmöglich machen.

Zur Klärung vorweg: Was ist die RdR und was wollten sie erreichen? Sie hofften, dadurch, daß man den Novus Ordo so ehrfürchtig wie möglich und mit den traditionellsten darin angelegten Optionen – auf Latein, ad Orientem usw. – zelebriert, der Liturgie größere Gemeinsamkeit mit der überlieferten Messe zu verleihen. Wie sie in einer langen Reihe von Publikationen vortrugen, setzten sie ihre Hoffnung auf Veränderungen des Missales, die noch weitere traditionelle Optionen (wie etwa die alten Offertoriumsgebete) eröffnen und sogar einige entschieden nicht-traditionelle Optionen (etwa einige der neuen Präfationen) abschaffen sollten. Teilweise setzten sie sogar auf eine Verschmelzung der beiden Riten in einer Art Kompromiss-Missale. Das Ziel ihrer Anstrengungen sahen sie darin, der Zelebration etwas von dem zurückzubringen, was im Novus Ordo allzu oft fehlt und was Papst Benedikt als ein Charakteristikum des Vetus Ordo ausgemacht hatte: Sakralität, den Sinn für das Heilige.

Ich empfehle den Lesern, sich die Argumente und die sehr interessanten Zuschriften auf New Liturgical Movement anzusehen – ich möchte das, was dort gesagt worden ist, nicht wiederholen.

Ich habe bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, daß eine RdR praktische und pastorale Probleme aufwirft: Während ihre Befürworter ständig beanspruchen, diese sei in einer Pfarrei leichter durchzusetzen als eine herkömmliche heilige Messe, ist das in Wirklichkeit schwieriger. Der Grund ist ganz einfach: Wenn ein Priester sich von den Messdienerinnen verabschiedet, den Altar zur Feier ad orientem umdreht und etwas Latein einführt, wird er in der typischen Novus-Ordo-Pfarrei einen Bürgerkrieg auslösen, den er mit großer Sicherheit verlieren wird. Wenn er in einer bisher freien Zeit eine Messe im alten Ritus einführt, bekommt er bei einem feindselig eingestellten Dekan oder Bischof vielleicht einen schwarzen Punkt in seiner Personalakte, aber kurz- und mittelfristig wird er damit wahrscheinlich durchkommen. (Langfristig handelt er sich damit vielleicht eine Versetzung ein.) Das hat sich so in vielen Fällen bestätigt. Die RdR ist nicht der leichtere Weg.

Aber ich will auf etwas anderes hinaus. Ich bin zwar sehr für Latein, für die Feier ad orientem und so ziemlich alles, was die RdR propagiert, aber ich bin mir darüber im klaren, daß ihrer Umsetzung im Novus Ordo nicht nur die Gewohnheiten in den Pfarreien entgegenstehen. Wenn man eine Annäherung an die überlieferte Messe anstrebt, stellt sich nicht nur ein Problem der Texte und Zeremonien und wieviele Veränderungen man daran vornehmen müsste. Das Problem ist vielmehr, daß der Novus Ordo sein eigenes Ethos, seinen eigenen Begründungszusammenhang und seine eigene Spiritualität aufweist. Er enthält sein eigenes und sehr spezifisches Verständnis davon, was liturgische Teilnahme bedeutet. Seine Texte und Zeremonien sind so, wie sie sind, um diese Art von Teilnahme zu befördern. Wenn man das auf Latein und ad orientem macht und insbesondere wenn man Dinge einführt, die gegenwärtig nicht zulässig sind wie die Kanonstille, dann untergräbt man genau die Art von Teilnahme, für die der Novus Ordo entwickelt worden ist.

Das heißt, wenn man etwas anstrebt, das auf einen Kompromiss zwischen den beiden Missales hinausläuft, besteht die Gefahr, sich zwischen zwei Stühle zu setzen. Ich werde darauf im weiteren Verlauf näher eingehen.

2. Das Verkennen der non-verbalen Kommunikation

Die Erkenntnis, daß der Novus Ordo und der Vetus Ordo zwei unterschiedliche Vorstellungen von gottesdienstlicher Teilnahme zum Ausdruck bringen, hat schwindelerregende Auswirkungen für die künftige liturgische Entwicklung der Kirche, darauf wird noch zurückzukommen sein.

Während der Liturgischen Bewegung begeisterten sich die Liebhaber an den wunderbaren Reichtümern der katholischen Liturgie und setzten alles daran, diese Reichtümer in all ihrer Pracht den Gläubigen näher zu bringen. Da sie Liturgiehistoriker waren, orientierten sie sich in erster Linie an den Texten, und so schrieben sie Mengen von sehr guten Büchern über die heilige Messe und von Kommentaren zum Kirchenjahr. Diese Bücher hatten auch großen Erfolg, aber sie wurden naturgemäß nur von einer kleinen Minderheit der Katholiken gelesen.

Im Lauf der Zeit stellten sich die Mitglieder dieser Bewegung die Frage, wie man diese Reichtümer in größerem Umfang für die Gläubigen zugänglich machen könne. Das Schreiben von Büchern hat schließlich nur begrenzte Auswirkungen – man muß etwas mit der Liturgie selbst machen. Sie versuchten eine ganze Reihe von Dingen. Es gab eine große Bewegung zur Wiederbelebung der Gregorianik, daher ermutigten sie die Gläubigen zum Gesang der soeben neu edierten Choräle des Ordinariums. Sie versuchten mit den zweisprachigen Missales die Leute dazu zu bringen, während der Messe den Text der Gebete zu lesen – schließlich konnte inzwischen jedermann lesen. In der Stillen Messe setzten sie sich dafür ein, daß die Leute die Antworten des Messdieners sprechen sollten.

Das sind im Grunde keine schlechten Ideen. Aber sie gehen alle in eine Richtung: Weil für die Liturgiker dieser Epoche – des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts – die Texte im Mittelpunkt standen, wollten sie, daß sich auch die Gläubigen auf die Texte konzentrieren sollten. Sie kamen zu der Überzeugung, daß die Gläubigen nur dann wirklich an der Messe teilnehmen, wenn sie sie auf der Ebene der Texte verfolgen und verstehen. Dieser Gedanke fand seinen Weg in offizielle Dokumente. Pius X. sprach beispielsweise von ‚aktiver Teilnahme‛ im Zusammenhang mit seinem Bestreben, die Leute ans Singen zu bringen. Später war in einer Instruktion die Rede davon, die Übernahme der Antworten der Ministranten durch die Gemeinde stellten „eine vollkommenere Form“ der Teilnahme dar. Und seitens der Liturgiker wurde eine Kritik über die Art der Teilnahme der gewöhnlichen Katholiken an der Messe laut, da diese nicht gut genug geschult seien. Man bezeichnete sie als „stumme Zuschauer“. Es dauerte nicht lange, bis sie dahinter kamen, daß diese liebenswürdige Bezeichnung eigentlich auf alle Laien von – mindestens – dem 8. Jahrhundert bis 1930 und auf die große Mehrheit derer von 1930 bis 1964 zutraf. Diese Epoche der Liturgiegeschichte, in der die Messe wie wir sie kennen in vielfacher Weise Gestalt annahm, war nur eine tote Zone. Sie war spirituell wertlos.

Einige Liturgiker unternahmen eine letzte Anstrengung, um die wunderbaren Texte der liturgischen Tradition den Gläubigen näher zu bringen: Sie stellten Versuche mit der Zelebrationsrichtung zum Volk hin an, damit jedermann sehen konnte, was stattfand. Dann kamen sie dahinter, daß man die Texte, wenn die Leute sie verstehen sollten, auf jeden Fall besser laut und in der Umgangssprache vortragen müsse. Das leuchtet ein. Aber die Entwicklung ging weiter. Selbst laut gelesen und auf Englisch waren die Texte zu lang und zu kompliziert. Ihre Übersetzung in die Umgangssprache machte deutlich, daß sie für den ständigen Gebrauch in der Muttersprache der Gemeinde unbrauchbar waren. Außerdem erwies sich die Reihenfolge der Abläufe als verwirrend und (anscheinend) unlogisch. Und dann gab es noch die anderen theologischen Moden mit ihrer Abneigung gegen jede Betonung von Sünde, Buße oder die Heiligen. Das alles mußte weg.

An dessen Stelle bekamen wir ein Missale, dem die Gläubigen Wort für Wort folgen konnten, nach einiger Zeit auch ohne den Schott. Die Gebete waren einfach, die Riten kurz und auf das Notwendigste reduziert und (anscheinend) logisch. Das alles war in der Muttersprache, es war auf das Volk hin ausgerichtet, die Übersetzungen verwandten die kürzest möglichen Worte. Alles passte zusammen.

Ich habe schon früher einmal ein Wort des katholischen Soziologen Anthony Archer zitiert, das die Absurdität dieser ganzen Entwicklung auf den Punkt bringt:

Es war ein unfreundlicher Zug des Schicksals, der die neue Messe gerade dann zur Vollendung führte, als – anderswo – die Bedeutung der nicht-verbalen Kommunikation wiederentdeckt wurde.

Und das ist es, was der liturgischen Bewegung fehlte. Die Hochschätzung der nicht-verbalen Kommunikation ist durchaus vereinbar mit den Schriften ihrer früheren Befürworter wie z.B. Gueranger, der den Wert des Verstehens durchaus betonte. Aber während die Bewegung sich entwickelte und zu der Bewegung wurde, die dann den Novus Ordo hervorbrachte, wird deren Blindheit gegenüber nicht-verbaler Kommunikation (und ein damit einhergehendes Desinteresse an Gesten und sichtbaren Riten) immer deutlicher sichtbar und immer problematischer.

Aber was war denn eigentlich in alle den Jahren zwischen 700 und 1930 gewesen? Wie kam es, daß die vielen Heiligen von der Liturgie geprägt wurden? Im Gegensatz zu den arroganten Annahmen von Wissenschaftlern wie Jungmann, nahmen sie an der Messe teil, obwohl sie die Worte des Canons nicht hörten, obwohl sie das Latein, selbst wenn sie es hörten, nicht verstanden. Sie verstanden alles auf einer tieferen, kontemplativen Ebene. Diese Art der Beteiligung an der Liturgie war tatsächlich besonders intensiv, weil sie nicht nur intellektuell war. Sie brauchen das nicht mir zu glauben – glauben sie es dem Katechismus der Katholischen Kirche von 1992, der zusammengestellt wurde, als das Konzept der nicht-verbalen Kommunikation langsam wieder in die Theologie zurückkehrte:

2711 Der Eintritt in das innere Gebet ist der Eröffnung der Eucharistiefeier vergleichbar: Unter dem Antrieb des Heiligen Geistes „sammeln“ wir unser Herz und unser ganzes Wesen, leben wir bewußt in der Wohnung des Herrn, die wir selbst sind, und beleben wir den Glauben, um in die Gegenwart dessen einzutreten, der uns erwartet. Wir lassen unsere Masken fallen und wenden unser Herz wieder dem uns liebenden Herrn zu, um uns ihm als eine Opfergabe, die gereinigt und verwandelt werden soll, zu übergeben.

2716 Das innere Gebet ist Hören auf das Wort Gottes. Dieses Hören ist keineswegs untätig, sondern ist ein Gehorchen des Glaubens, ein bedingungsloses Empfangen des Knechtes und liebendes Einwilligen des Kindes. Es nimmt teil am „Ja“ des Sohnes, der Knecht geworden ist, und am „Fiat“ der demütigen Magd des Herrn.

2718 Insofern das innere Gebet am Mysterium Christi teilhaben läßt, ist es Vereinigung mit dem Beten Jesu. Das Mysterium Christi wird von der Kirche in der Eucharistie gefeiert; im inneren Gebet läßt es der Heilige Geist aufleben, damit es durch die tätige Liebe offenbar werde.

Ist das nicht erstaunlich? Hier wird doch tatsächlich das Gebet ohne Worte als Vorbild für die Teilnahme an der Liturgie dargestellt.

Allerdings ist das kein gutes Vorbild für die Teilnahme im Novus Ordo. Um es brutal zu sagen: Kontemplative Teilnahme ist hier nicht zulässig. Da gibt es zuviel Bewegung auf und ab, Hände schütteln, Antworten geben. Der Priester versucht, Ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Texte verlangen nach Ihrer Aufmerksamkeit. Dei Leute verhalten sich spontan. Die Lesungen sind nicht vertraut und vielfach schwer verständlich. All diese Mittel wurden absichtlich in die Liturgie eingeführt um die Wort-für-Wort-Beteiligung zu unterstützen, die der Vorstellung seiner Schöpfer von „Teilnahme“ entspricht.

Das hat – folgt man den Befürwortern der Reform der Reform – natürlich auch seine Probleme. Der Messe fehlt etwas: Die Sakralität ist verschwunden. Daher wollen sie etwas Sakralität zurückholen. Sie richten ihre Aufmerksamkeit auf die Elemente der überlieferten Liturgie, die am meisten Sakralität auszudrücken scheinen, und wollen sie wieder einführen. Daher fordern und praktizieren sie den Gebrauch der lateinischen Sprache, die Zelebration ad Orientem, die Gregorianik usw. Das alles ist nicht schlecht. Aber als die Reformer erklärten, daß man all das zugunsten der Verständlichkeit opfern müsse, hatten sie nicht ganz unrecht. Aus der Sicht eines wörtlichen Verständnisses, der verbalen Kommunikation, liegt es auf der Hand, daß man dem Kanon auf Latein nicht so leicht folgen kann wie in der Muttersprache. Und wenn man nicht lippenlesen kann, ist das beim still gesprochenen Kanon noch schwieriger. Und nochmals schwieriger, wenn der Priester einem den Rücken zuwendet – wenn man nicht gerade Röntgenaugen hat.

Berühmt ist der Ausspruch von Papst Paul VI, der sich dabei auf Jungmann stützte, daß das Lateinische einen Vorhang bilde, der die Liturgie verschleiere – der müsse zurückgezogen werden. Ja, wenn man ein verengtes Verständnis von Teilnahme hat. Aber genau auf diesem Verständnis von Teilnahme, beruhte die ganze Reform.

Meine Schlußfolgerung daraus: Selbst wenn man die Texte und Rubriken der Ordentlichen Form mit allem Glanz und Gloria der Tradition anreichert, wird man doch nicht vollständig die Atmosphäre und die Dramatik hervorbringen, die uns in die alte Messe hineinzieht und eine tiefe Form der Teilnahme mit Herz und Geist ermöglicht. Aber man wird – vom Standpunkt der verbalen Kommunikation aus gesehen – einen Vorhang vor die Texte ziehen. Im Ergebnis können die Texte dabei unverständlich werden – gerade so, wenn man sie auf Latein vorträgt.

Das Problem ist also, daß man letztlich zwischen zwei Stühle zu stehen kommt. Der Novus Ordo verfolgt hinsichtlich der Form der Teilnahme einen völlig anderen Ansatz als die überlieferte Messe. So, wie der Versuch, die Gläubigen vor 1970 mit zweisprachigen Missales zu einem Wort-für-Wort-Verständnis der Messe zu führen, wenig überzeugende Ergebnisse brachte, wird auch der Versuch, sie auf der Basis des Missales von 1970 zu einer kontemplativen Teilnahme zu bringen, keine zufriedenstellenden Ergebnisse haben. Kontemplation kann man nicht einfach an- und abstellen.

Lesen Sie die weiteren Abschnitte 3, 4 und 5 auf „Summorum Pontificum“!

_______

Die deutsche Version (aus „Summorum Pontificum“) ist eine Übersetzung des Textes von Joseph Shaw. Das Original finden Sie auf seinem Blog „LMS Chairman“!

_______

*) JOSEPH SHAW ist Präsident/Vorsitzender der LATIN MASS SOCIETY von England und Wales