ENZYKLIKA VON PAPST PIUS XI. – VIGILANTI CURA – ÜBER DIE LICHTSPIELE

ENZYKLIKA
VON PAPST
PIUS 
XI.
VIGILANTI CURA 

ÜBER DIE LICHTSPIELE

Ehrwürdige Brüder und Schwestern, Gruß und Apostolischen Segen, 

es war für uns, die wir mit wachsamem Auge, unserer Hirtenpflicht gemäß, die segensreiche Tätigkeit unserer Mitbrüder im Episkopat und des gläubigen Volkes begleiten, überaus trostreich, die Früchte zu sehen, die schon geerntet sind, und die immer noch anhaltenden Fortschritte jener vorsorglichen Tätigkeit, die vor mehr als zwei Jahren gegen die Missbräuche in den Kinovorstellungen begonnen wurde: Wir meinen jenen heiligen Kreuzzug, der insbesondere der „Legion des Anstandes“ anvertraut war.

Dieser ausgezeichnete Versuch gibt uns die freudig ergriffene Gelegenheit, in umfassender Weise unsere Gedanken über eine Angelegenheit zu äußern, die so nahe das moralische und religiöse Leben des gesamten christlichen Volkes berührt.

Vor allem unsern Dank der Hierarchie der Vereinigten Staaten und ihren treuen Mitarbeitern für die bedeutenden Leistungen, die unter ihrer Leitung und Führung von der „Legion des Anstandes“ vollbracht worden sind. Um so lebhafter ist unser Dank, je mehr wir in Sorge gewesen waren, als wir Tag für Tag den traurigen Fortschritten – „magni passus extra viam“ (große Schritte, aber vom Wege ab) – der Filmkunst und -industrie in der Darstellung von Sünden und Lastern begegneten.

I.

So oft sich Gelegenheit geboten hat, haben wir uns der Pflicht unseres erhabenen Amtes erinnert und auf dieses Gebiet die Aufmerksamkeit nicht nur des Episkopates und des Klerus gelenkt, sondern auch aller jener rechtschaffenen Menschen, denen das öffentliche Wohl am Herzen liegt.

Schon in dem Rundschreiben Divini illius Magistri haben wir darüber geklagt, daß „validissima eiusmodi ad quidvis evulgandum subsidia, quae, si ad sana principia apte regantur, erudititioni magnopere atque educationi prodesse queant, saepe – proh dolor – provehendis vitiorum illicitis sordidisque quaestibus serviunt“(1) (die gewaltigsten Propagandamittel dieser Art, die so sehr dem Unterricht und der Erziehung nützen könnten, wenn sie nach den richtigen Grundsätzen angewandt würden, oft – leider – dem Anreiz der Laster und schmutziger Leidenschaften dienen).

Wir erinnern ferner an unsere Ausführungen vor einer Vertretung der Internationalen Vereinigung der Filmpresse im Jahre 1934. Wir warfen damals einen Blick auf die außerordentliche Bedeutung, die diese Art von Schauspielen in unsern Tagen gewonnen hat, und auf den weitreichenden Einfluß, den sie als Anreiz zum Guten oder zum Bösen ausüben. Schließlich machten wir darauf aufmerksam, wie es notwendig sei, auf das Filmwesen die höchste Norm anzuwenden, die das große Geschenk der Kunst beherrschen und leiten soll, das Gesetz der Moral, wobei wir nicht immer an die christliche Moral denken, sondern einfach an die natürliche gute Sitte.

Es hat eben die Kunst die wesentliche Aufgabe, die aus ihrem eigenen Daseinsgrund schon hervorgeht, dass sie nämlich eine Vervollkommnung des Menschen darstellt, der ein moralisches Wesen ist, dass sie infolgedessen selber moralisch sein muss. Wir schlossen damals unter dem lauten Beifall dieser auserlesenen Persönlichkeiten – noch erinnern wir uns an sie mit herzlicher Freude – mit der Betonung der Notwendigkeit, den Film moralisch zu machen, zu einem „Lehrer der Moral, zu einem Erzieher“.

Und noch jüngst, im April des laufenden Jahres, als wir eine Gruppe des in Rom tagenden Internationalen Kongresses der Filmpresse in einer Audienz willkommen hießen, haben wir von neuem die Schwere dieses Problems betrachtet; mit warmen Worten haben wir alle, die guten Willens sind, im Namen der Religion, aber auch im Namen des wahren moralischen und bürgerlichen Wohles der Völker aufgefordert, all ihr Können, gerade auch das der Presse, aufzubieten, damit die Filmkunst zu einem wertvollen Element der Belehrung und der Erholung werde und nicht mehr zu einem der Zerstörung und des Untergangs der Seelen.

Aber der Gegenstand ist von solcher Bedeutung, nicht bloß seiner selbst wegen, sondern auch wegen der Lebensbedingungen der heutigen Gesellschaft, dass wir es für notwendig erachten, noch einmal darauf zurückzukommen. Und zwar soll das nicht bloß unter besonderen Gesichtspunkten geschehen, wie bei den früheren Gelegenheiten, sondern mit einem umfassenden Blick auf die Erfordernisse nicht nur in Euren Diözesen, Ehrwürdige Brüder und Schwestern, sondern des ganzen Erdkreises.

II.

Es ist in der Tat dringend notwendig, dafür zu wirken, dass auch in dieser Sache die Fortschritte der Kunst, des Wissens und selbst der Technik und Industrie, die wahre Gaben Gottes sind, auf die Ehre Gottes und auf das Heil der Seelen hingerichtet werden; dass sie praktisch der Ausbreitung des Reiches Gottes auf Erden dienen, auf dass alle, wie die Kirche es erflehen lässt, daran in solcher Weise teilhaben, dass sie der ewigen Güter deshalb nicht verlustig gehen: „sic transeamus per bona temporalia, ut non amittamus aeterna“(2) (so sollen wir durch die irdischen Güter hindurchgehen, dass wir die ewigen nicht verlieren).

Nun ist es gewiss und durch allgemeine Erfahrung bestätigt, dass die Fortschritte der Filmkunst und -industrie, je erstaunlicher sie sich entfaltet hatten, um so verderblicher und verhängnisvoller für die Moral und für die Religion wurden, ja für die ganze sittliche Haltung des bürgerlichen Zusammenlebens.

Die Direktoren der Industrie in den Vereinigten Staaten haben das selber zugegeben, als sie sich öffentlich vor der ganzen Welt zu ihrer eigenen Verantwortlichkeit bekannten. Im März 1930 nahmen sie in einem freien Beschluss, der einmütig gefasst, feierlich unterschrieben und von der großen Presse verbreitet wurde, die feierliche Verpflichtung auf sich, in Zukunft die Moral der Besucher ihrer Filmtheater stützen zu wollen.

In ihrem Kodex finden wir das Versprechen, dass kein Film mehr gedreht werden soll, der das moralische Niveau der Besucher niederdrückt, der die natürliche und menschliche Sitte in Misskredit bringt, der Sympathien schafft für ihre Verletzung.

Leider aber zeigten sich trotz der weisen Beschlüsse, die freiwillig gefasst wurden, die Verantwortlichen außerstande, sie durchzuführen, und die Regisseure schienen nicht gewillt zu sein, sich den Prinzipien zu fügen, zu deren Beobachtung sie verpflichtet worden waren.

Da sich nun die besagte Verpflichtung als wenig wirksam erwiesen hatte und man in den Filmtheatern fortfuhr, Laster und Verbrechen zu verherrlichen, schien der Weg zu einer anständigen Unterhaltung im Filmtheater für immer verlegt.

In dieser Krise nun, Ehrwürdige Brüder und Schwestern, wart ihr unter den ersten, die die Frage untersuchten, wie man die Seelen derer stützen könne, die eurer Sorge anvertraut waren, und ihr machtet mit der „Legion des Anstandes“ den Anfang eines Kreuzzuges für die öffentliche Sittlichkeit, um die Ideale einer natürlichen und christlichen Ehrbarkeit neu zu beleben. Jeder Gedanke lag Euch fern, die Filmindustrie schädigen zu wollen; im Gegenteil habt ihr sie indirekt vor dem sicheren Zusammenbruch all jener Formen der Erholung bewahrt, die einer Zersetzung der Kunst zutreiben.

Eure Direktiven weckten die empfängliche und ergebene Anhänglichkeit eurer Gläubigen; Millionen von amerikanischen Katholiken unterschrieben das Gebot der „Legion des Anstandes“ und verpflichteten sich, keiner Filmvorstellung mehr beizuwohnen, die einen Angriff auf die katholische Moral und auf die rechten Lebensnormen enthalte.

So können wir mit Freude feststellen, dass nur wenige Probleme der letzten Zeit Bischöfe und Volk so eng miteinander verbunden haben, wie die hier in Rede stehende Zusammenarbeit bei diesem heiligen Kreuzzug. Nicht bloß Katholiken, sondern auch angesehene Protestanten, Juden und viele andere, sind eurem Vorgehen gefolgt und haben sich Euren Bemühungen angeschlossen, indem nun auch sie dem Film weise Normen in künstlerischer und moralischer Hinsicht zurückgaben.

Es ist von größter Bedeutung, den beachtenswerten Erfolg dieses Kreuzzuges hervorzuheben, da das Filmwesen unter eurer Wachsamkeit und unter dem Druck der aufgerufenen öffentlichen Meinung sich tatsächlich moralisch hob: Verbrechen und Laster erschienen seltener auf der Leinwand; die Sünde wurde nicht so offen gebilligt und verherrlicht; falsche Lebensauffassungen zeigten sich nicht mehr in dieser aufreizenden Art vor den Augen der empfänglichen Jugend.

Wenn man in gewissen Kreisen voraussagte, es würden die künstlerischen Werte des Films durch die Hartnäckigkeit der „Legion des Anstandes“ Schaden nehmen, so scheint gerade das Gegenteil davon eingetroffen zu sein. Sie gab jenen Kräften keinen geringen Antrieb, die den Film zu einer vornehmen künstlerischen Leistung führen möchten, zu einer Nachbildung klassischer Werke und zu einer originalen Gestaltung außergewöhnlicher Werte.

Es traten auch keine finanziellen Verluste ein, wie man leichthin prophezeit hatte;. denn viele, die dem Kinotheater aus moralischen Gründen ferngeblieben waren, kehrten zu ihm zurück, als sie Gelegenheit bekamen, anständige Stücke zu sehen, die nicht die guten Sitten beleidigten und die keine Gefahren für die christliche Tugend waren.

Als Ihr mit eurem Kreuzzug begannet, sagte man, dass das Bemühen von kurzer Dauer und die Erfolge vorübergehender Art sein würden. Nach und nach werde die Wachsamkeit der Bischöfe und der Gläubigen nachlassen, und die Produzenten konnten wieder ungehindert zu ihren alten Gewohnheiten zurückehren. Es ist auch leicht einzusehen, dass einzelne Unternehmer wieder nach der Freiheit für zweideutige Stücke verlangten, die die niedere Begierlichkeit aufreizen, und die von Euch geächtet worden waren. Während die Produktion von wirklich künstlerischen Gestalten und bedeutenden menschlichen Schicksalen geistige Kraft, Arbeit, Fähigkeit und nicht selten auch einen beachtlichen finanziellen Einsatz erfordert, ist es oft verhältnismäßig leicht, den Andrang gewisser Menschen und sozialer Schichten zum Kino zu erreichen mit Vorstellungen, die die Leidenschaften entflammen und die verborgenen niederen Instinkte im menschlichen Herzen aufwecken.

Statt dessen muss nun eine nicht erlahmende und allgemeine Wachsamkeit die Produzenten überzeugen, dass man die „Legion des Anstandes“ nicht gegründet hat für einen Kreuzzug von kurzer Dauer, dass man sie übergehen oder vergessen könne, sondern dass die Bischöfe der Vereinigten Staaten entschlossen sind, die moralisch einwandfreie Unterhaltung des Volkes, koste es, was es wolle, zu jeder Zeit und unter allen Umständen zu schützen.

 III.

Die Erholung in ihren vielfältigen Entwicklungen ist in unserer Zeit um so notwendiger geworden, je mehr sich die Menschen plagen müssen in den Geschäften und Sorgen des Lebens; aber sie muss anständig sein und darum gesund und moralisch, sie muss sich zum Rang eines positiven Faktors und zu edlen Empfindungen erheben. Ein Volk, das sich in den Stunden seiner Ruhe Zerstreuungen hingibt, die das gesunde Gefühl der Schicklichkeit, der Ehre, der Moral verletzen, Zerstreuungen, die Gelegenheit zur Sünde geben, besonders bei der Jugend, befindet sich in großer Gefahr, seine Größe und seine nationale Kraft zu verlieren.

Ohne Zweifel hat unter den Unterhaltungen der neueren Zeit das Kino in den letzten Jahren sich einen Platz von universaler Bedeutung erobert.

Es erübrigt sich, auf die Tatsache hinzuweisen, dass Millionen von Menschen Tag für Tag an Filmvorführungen teilnehmen; dass Räume für solche Schauspiele in stets wachsender Zahl bei zivilisierten und halbzivilisierten Völkern eröffnet werden; dass das Kino die volkstümlichste Form der Unterhaltung geworden ist; dass es in Stunden der Muße nicht nur den Reichen, sondern allen Klassen der Gesellschaft offensteht.

Anderseits gibt es heute kein stärkeres Mittel als das Kino, um die Massen zu beeinflussen, sei es wegen der Natur des Bildes selbst, das auf die Leinwand geworfen wird, sei es wegen der Popularität des Schauspiels oder wegen der Umstände, die es begleiten.

Die Macht des Films beruht auf der Tatsache, dass er durch das Bild spricht, lebendig und anschaulich. Es wird aufgenommen von der Seele mit Lust und ohne Ermüdung, auch von einer ungebildeten und primitiven Seele, die nicht die Fähigkeit hat und nicht einmal das Verlangen spürt, sich mit den Abstraktionen oder Deduktionen des Denkens abzumühen; auch das Lesen und das Zuhören verlangt noch eine gewisse Anstrengung, die dagegen beim Film ersetzt wird durch das ununterbrochene Lustgefühl beim Anblick der einander folgenden und sozusagen lebendigen Bilder. Im Tonfilm verstärkt sich diese Macht, da die Deutung der Geschehnisse noch leichter wird und der Zauber der Musik sich mit dem Schauspiel verbindet. Sodann erhöhen Tänze und Varieté-Spiele, die man mitunter willkürlich in den Zwischenstücken einlegt, die Erregung der Leidenschaften.

Es ist tatsächlich eine Lektüre, die sich einprägt, sei es zum Guten, sei es zum Bösen, die viel wirksamer ist für den größten Teil der Menschen als abstrakte Erörterungen. Es ist darum notwendig, dass sich die Filmkunst zu der Höhe des christlichen Gewissens erhebe und dass sie sich befreie von herabwürdigender und zersetzender Effekthascherei.

Es ist allen bekannt, welch üble Wirkungen unmoralische Filme im Geiste des Menschen hervorbringen. Sie bieten Gelegenheiten zur Sünde; sie führen die Jugend auf schlechte Wege, denn sie sind eine Verherrlichung böser Leidenschaften; sie stellen das Leben. unter eine falsche Beleuchtung; sie trüben die Ideale; sie zerstören die reine Liebe, die Achtung vor der Ehe, die Verehrung für die Familie. Sie können ebenfalls leicht Vorurteile schaffen zwischen einzelnen Menschen und Missverständnisse zwischen den Nationen, den sozialen Klassen und ganzen Rassen.

Auf der anderen Seite können gute Filme aber auch tiefgehenden moralischen Einfluß auf die Zuschauer ausüben. Über die Unterhaltung hinaus können sie hinweisen auf hohe Lebensideale, wertvolle Kenntnisse vermitteln, weiteres Wissen um die Geschichte und die Schönheit des eigenen Landes fördern, Wahrheit und Tugend in anziehender Form darstellen, gegenseitiges Verständnis unter den Nationen, den sozialen Klassen und den Rassen schaffen oder wenigstens begünstigen, die Sache der Gerechtigkeit verteidigen, für die Schönheit und Tugend eintreten und in jeder Weise wirken für eine gerechte soziale Ordnung in der Welt.

Diese Erörterungen erhalten ein noch größeres Gewicht dadurch, dass der Film nicht zu einzelnen, sondern zu den Massen spricht, und das zu einer Zeit, in einem Raum und in einer Umgebung, die wie nie etwas geeignet sind, Begeisterung für das Gute wie für das Böse zu wecken und zu jener Massensuggestion zu führen, die leider, wie die Erfahrung lehrt, geradezu krankhafte Formen annehmen kann.

Die Lichtbilder des Filmstreifens werden ja dem Volk vorgeführt, während es in einem dunklen Theater sitzt und während seine geistigen, physischen und oft auch geistlichen Fähigkeiten herabgesetzt sind. Man braucht nicht weit zu gehen, um ein Kino zu finden; sie stoßen an unsere Häuser, Kirchen und Schulen, sie tragen den Film bis mitten ins Volksleben hinein.

Ferner werden die Bildspiele dargeboten von Männern und Frauen, die etwas Bezauberndes haben durch ihre Kunst, durch ihre natürlichen Gaben und durch die Anwendung jener Mittel, die besonders für die Jugend auch ein Anreiz der Verführung werden können.

Dazu hat der Film meist in seinen Dienst genommen die Musik, luxuriöse Räume, realistische Kraft und jeden Einfall extravaganter Laune. Eben dadurch fasziniert er in ganz besonderer Weise die Jugend, die Halbwüchsigen und selbst die Kinder. Also gerade in dem Alter, in dem sich der moralische Sinn zu bilden pflegt, in dem sich die Begriffe und die Empfindungen von Gerechtigkeit und Rechtlichkeit, von Aufgaben und Pflichten, überhaupt von Lebensidealen entwickeln, nimmt der Film mit seiner unmittelbaren Wirkung eine besondere Stellung ein.

Leider, wie die Dinge heute stehen, häufig zum Bösen. So kommt einem bei dem Gedanken an die schrecklichen Verheerungen in den Seelen der Jugend und der Kinder, an soviel Unschuld, die gerade in den Filmtheatern verloren geht, das schreckliche Wort unseres Meisters über die Verführung der Kleinen in den Sinn: „Qui autem scandalizaverit unum de pusillis istis qui in me credunt, expedit ei, ut suspendatur mola asinaria in collo eius et demergatur in profundum maris“ (Mt 18, 6-7), (Wer aber eines von diesen Kleinen ärgert, die an mich glauben, es wäre für ihn besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde).

IV.

Es gehört also zu den dringlichsten Aufgaben unserer Zeit, zu wachen und zu wirken, dass der Film nicht ferner eine Schule der Verführung sei, sondern dass er sich umgestalte in ein wertvolles Mittel der Erziehung und der Erhebung der Menschheit. Wir erinnern hier auch mit Genugtuung daran, dass manche Regierungen, voll Sorge wegen des Einflusses des Films auf sittlichem und erzieherischem Gebiet, rechtschaffene und ehrenhafte Personen beriefen, insbesondere Familienväter und -mütter, und so Zensurbehörden schufen sowie Ämter zur Regelung der Filmproduktion, mit der Absicht, ihr Anregungen zu geben aus den Werken der großen nationalen Dichter und Schriftsteller.

So war es also im höchsten Grade berechtigt und entsprechend, dass ihr, Ehrwürdige Brüder, eine besondere Wachsamkeit der Filmindustrie Eures Landes gewidmet habt, die besonders große Fortschritte gemacht hat und einen nicht geringen Einfluß auf andere Länder ausübt. Es ist aber auch die Pflicht der Bischöfe der ganzen katholischen Welt, sich dahin zu einigen, dass sie diese allgemeine und einflussreiche Form der Unterhaltung und der Unterweisung überwachen, dass sie als Beweggrund ihrer Verbote geltend machen die Beleidigung des sittlichen und religiösen Empfindens und alles dessen, was dem christlichen Geist und seinen ethischen Prinzipien zuwiderläuft, was dazu beiträgt, den Sinn für gute Sitte und Ehre im Volk zu schwächen.

Es ist eine Pflicht, die nicht nur den Bischöfen zufällt, sondern allen gläubigen Katholiken und allen rechtschaffenen Menschen, denen die Würde und die Gesundheit der Familie, der Nation und der ganzen Menschen Gesellschaft am Herzen liegt.

Worin soll diese Überwachung bestehen?

Das Problem der Produktion moralisch einwandfreier Filme wäre in der Wurzel gelöst, wenn man eine Produktion einrichten könnte, die vollkommen von den Prinzipien des Christentums beherrscht wäre.

Unsere Anerkennung für alle jene kann nicht groß genug sein, die sich der edlen Aufgabe gewidmet haben, die Filmkunst auf die Höhe ihrer erzieherischen Aufgaben zu bringen und sie den Forderungen des christlichen Gewissens gemäß diesem Ziele anzupassen, mit der Kompetenz von Fachleuten natürlich und nicht durch Dilettanten, um jeden Verlust an Kraft und Geld zu vermeiden.

Weil wir aber überzeugt sind, dass es schwer ist, eine solche Industrie zu organisieren, besonders aus finanziellen Gründen, und weil es andererseits doch wünschenswert wäre, einen Einfluss auf die gesamte Produktion zu haben, dass sie nicht in einem das religiöse, moralische und soziale Leben schädigenden Sinne arbeite, so müssen sich die Seelsorger für die Filme interessieren, die heute hergestellt und dem christlichen Volke allenthalben vorgesetzt werden.

Was die Filmindustrie betrifft, so fordern wir die Bischöfe aller Produktionsländer auf, insbesondere euch, Ehrwürdige Brüder in den Vereinigten Staaten, einen Appell an jene Katholiken zu richten, die an dieser Industrie einen bedeutenden Anteil haben. Sie mögen sich ernstlich ihrer Pflichten erinnern und der Verantwortlichkeit, die sie haben, als Kinder der Kirche ihren Einfluß dahin geltend zu machen, dass die Filme, die sie produzieren oder bei deren Produktion sie beteiligt sind, den gesunden Grundsätzen der Moral entsprechen. Die Zahl der Katholiken, die als Unternehmer, Direktoren, als Autoren und Akteure im Filmwesen tätig sind, ist nicht klein; aber leider ist ihre Einflussnahme auf die Produktion selber nicht immer in Übereinstimmung mit ihrem Glauben und mit ihren Idealen gewesen. Ihr, Ehrwürdige Brüder und Schwestern, werdet wohl daran tun, wenn ihr auf sie einwirkt, dass sie ihren Beruf in Übereinstimmung mit ihrem Gewissen als Ehrenpersonen und als Jünger Christi ausüben.

Auch auf diesem Gebiet, wie auf jedem anderen Feld des Apostolats, werden die Seelsorger sicherlich ausgezeichnete Mitarbeiter in den Reihen der katholischen Aktion finden, an die wir in diesem unserem Schreiben einen heißen Appell richten, dass sie doch ihren Beitrag leisten, dass sie nicht ermüden in ihrem Eifer, dass sie nicht nachlassen darin.

Von Zeit zu Zeit werden die Bischöfe gut daran tun, die Filmindustrie darüber zu unterrichten, dass sie kraft ihres seelsorglichen Amtes verpflichtet sind, sind für jede Form einer geziemenden und gesunden Unterhaltung zu interessieren, dass sie Gott verantwortlich sind für die Moral ihres Volkes, auch wenn es sich erholt.

Ihr heiliges Amt verpflichtet sie, es klar und offen auszusprechen, dass eine ungesunde und unsaubere Art des Vergnügens den moralischen Charakter einer Nation zerstört. Sie mögen die Filmindustrie ebenfalls daran erinnern, dass in dieser Hinsicht nicht nur die Katholiken ihre Forderungen stellen, sondern das gesamte Filmpublikum.

Im besonderen könnt ihr, Ehrwürdige Brüder und Schwestern, gerechterweise immer wieder die Tatsache betonen, dass die Filmindustrie Eures Landes selbst ihre Verantwortlichkeit in aller Öffentlichkeit zugegeben hat.

Mögen also die Bischöfe aller Welt die Filmindustriellen dahin aufklären, dass eine so bedeutend‚ und weitverbreitete Macht auf das hohe Ziel individueller und sozialer Reform nützlich geleitet werden kann. Warum soll man in der Tat nur an die Unterdrückung des Bösen denken? Der Film braucht nicht ein bloßes Vergnügen zu sein, er braucht nicht nur nichtige und müßige Stunden auszufüllen, er kann und muss mit seinen positiven Wirkungen Bildungsmittel werden und positiv zum Guten führen.

Wir halten es nunmehr bei der Bedeutung der Frage für nützlich, einige praktische Vorschläge zu machen.

Zunächst sollten, was wir schon angedeutet haben, alle Seelsorger von ihren Gläubigen nach dem Beispiel ihrer amerikanischen Amtsbrüder das Versprechen zu erhalten suchen, niemals einer Kinodarstellung beizuwohnen, die Glaube und Sitte des Christentums beleidigt.

Dieses Pfand oder Versprechen erreicht man auf die wirksamste Weise durch die Pfarrei und durch die Schule und durch die eifrige Mitwirkung der Familienväter und -mütter, die sich ihrer schweren Verantwortung bewusst sind.

Die Bischöfe können sich auch zu diesem Zweck der katholischen Presse bedienen, die die Schönheit und den Wert eines solchen Versprechens darlegen wird.

Die Einlösung dieses Versprechens verlangt, dass das Volk gut darüber unterrichtet wird, welche Filme erlaubt sind für alle, welche nur mit Vorbehalt, welche schädlich oder positiv schlecht sind. Das erfordert die Veröffentlichung von regelmäßigen, häufig erscheinenden und sorgfältig hergestellten Listen, die man allen leicht zugänglich machen muss durch besondere Mitteilungen oder durch andere geeignete Publikationen: natürlich gerade auch durch die katholische Tagespresse.

Es wäre an sich wünschenswert, eine einzige Liste für die ganze Welt aufzustellen, weil überall das gleiche Gesetz der Moral in Geltung ist. Aber da es sich um Darstellungen handelt, die alle Klassen der Gesellschaft interessieren, groß und klein, gelehrt und ungelehrt, so kann das Urteil über einen Film nicht überall das gleiche sein in jedem Fall und unter jeder Rücksicht. In der Tat wechseln Lebensbedingungen, Sitten und Gebräuche in den verschiedenen Ländern; es scheint darum nicht praktisch zu sein, nur eine einzige Liste für die ganze Welt aufzustellen. Wenn aber auch nur in jeder Nation eine Klassifikation, so wie wir sie oben gekennzeichnet haben, vorgenommen wird, so ist schon im Prinzip die verlangte Führung vorhanden.

Es wird deshalb notwendig sein, dass in jedem Land die Bischöfe ein permanentes nationales Revisionsbüro schaffen, das die guten Filme fördern, die übrigen klassifizieren und das Urteil Priestern und Gläubigen zugänglich machen kann. Es wird dieses Büro am besten der Zentralstelle der katholischen Aktion anvertraut, die unmittelbar von den Hochwürdigsten Bischöfen abhängig ist. In jedem Fall muss dieses Büro gut eingerichtet sein: es muss der Aufklärungsdienst, um wirksam und organisch zu sein, auf nationaler Grundlage erfolgen und von einem Zentrum aus. Falls sodann sehr wichtige lokale Gründe es notwendig machen, können die Hochwürdigsten Herren Bischöfe in ihrer eigenen Diözese durch ihre Diözesanzensurkommission selbst in Bezug auf die nationale Liste, die ihre Normen der ganzen Nation anpassen muss, strengere Maßstäbe anlegen, wie es für die Bedürfnisse der Gegend notwendig sein kann, und somit auch Filme zensurieren, die auf der allgemeinen Liste zugelassen wurden.

Dieses Filmamt wird ferner die Organisation der Pfarrkinos betreuen und jene Katholikenausschüsse, die für die Versorgung dieser Kinos mit revidierten Filmen tätig sind. Durch die Organisation solcher Kinos, die für die Industrie oft gute Abnehmer sind, kann sich ein neues Verfahren herausbilden, demgemäß die Industrie selber Filme produziert, die ganz und gar unsern Prinzipien entsprechen; Filme, die man leicht nicht nur in unsern Theatern, sondern auch in allen andern vorführen kann.

Wir geben zu, dass die Errichtung eines solchen bischöflichen Filmamtes ein gewisses Opfer verlangt und eine gewisse Belastung der Katholiken der einzelnen Länder darstellt. Aber die große Bedeutung des Filmtheaters und die Notwendigkeit, die Moralität des christlichen Volkes und ganzer Nationen zu schützen, lässt ein solches Opfer gerechtfertigt erscheinen.

In der Tat war ja die Tätigkeit unserer Schulen, unserer Vereine und auch der Kirche selbst geschmälert und in Gefahr gebracht durch die Landplage eines sittenlosen und verderblichen Filmwesens.

Das Filmamt soll im allgemeinen durch Mitglieder besetzt werden, die mit der Filmtechnik vertraut sind und wohlbefestigt in den Grundsätzen der christlichen Moral und Lehre. Es soll unter der Leitung eines vom Bischof auserwählten Geistlichen stehen, der sich direkt an den Arbeiten beteiligt.

Es empfehlen sich auch Anregungen und Austausch der Qualifikationen und Informationen zwischen den verschiedenen Ländern, um die Arbeit der Filmprüfung wirksamer und harmonischer zu gestalten und um die verschiedenen Bedingungen und Umstände gebührend in Rechnung zu stellen. So wird sich eine einheitliche Richtung in den Urteilen und Qualifikationen in. der gesamten katholischen Weltpresse herausbilden. Auch wird man die Erfahrungen, die nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch in der Filmarbeit der Katholiken in anderen Ländern gemacht wurden, ebenso wie die Ergebnisse der großen Internationalen katholischen Filmkongresse auf diesen Büros sinngemäß ausnützen.

Sollten einmal die Mitglieder des Filmamtes trotz aller guten Absichten und Vorkehrungen sich irren, wie das in allen menschlichen Dingen vorkommen kann, so werden die Bischöfe das in aller Klugheit und Hirtensorge in möglichst wirksamer Weise in Ordnung zu bringen wissen, und zugleich werden sie nach Kräften die Autorität und Wertschätzung des Amtes selbst schützen, z. B. dadurch, dass sie durch eine neue tüchtige Kraft das Ansehen des Amtes erhöhen oder diejenigen entfernen, die sich als weniger geeignet für eine so verantwortungsvolle Aufgabe gezeigt haben.

Wenn die Bischöfe der Welt ihre Verantwortlichkeit anerkennen und eine solche mühsame Überwachung des Filmwesens auf sich nehmen, woran wir bei der Kenntnis ihres Hirteneifers nicht zweifeln, dann können sie eine große Aufgabe zum Schutz der Moralität ihres Volkes für die Stunden seiner Muße und seiner Erholung erfüllen. Sie werden die Billigung und die Mitarbeit aller Wohlgesinnten finden, seien es Katholiken oder Nichtkatholiken. Sie werden den Aufstieg dieser großen internationalen Macht, denn das ist der Film, auf sichere Wege leiten, zu dem hohen Ziel der Förderung ritterlicher Ideale und richtiger Lebensnormen.

Um diesen Vorsätzen und Wünschen, die aus unserem väterlichen Herzen hervorquellen, die rechte Kraft zu verleihen, flehen wir um die Hilfe der göttlichen Gnade; in der Hoffnung auf sie erteilen wir aus ganzer Seele euch, Ehrwürdige Brüder, und dem euch anvertrauten Klerus und Volk den Apostolischen Segen.

 

PAPST PIUS XI.


1) AAS, 1930, vol XXII, p. 82.

2) Kirchengebet, III. Sonntag nach Pfingsten.

_______

Quelle

Die Tagespost: „Ernsthafte: Gefahr“

Bei einer Tagung in Rom herrschte geladene Atmosphäre.

Von Guido Horst

Ist die katholische Kirche an dem Punkt, dass sie ihren obersten Repräsentanten auf Erden, den Nachfolger Petri, öffentlich korrigieren muss? Wenige Tage, bevor Franziskus sein fünftes großes Lehrschreiben – diesmal über den Ruf zur Heiligkeit – veröffentlicht hat, fand in Rom eine Tagung statt, deren Redner und etwa vierhundert Teilnehmer diese Frage wohl eindeutig mit Ja beantworten würden. Auf der einen Seite ein Papst, der zu den hehrsten Idealen des christlichen Lebens aufruft – und auf der anderen Seite ein lautstarker Teil des gläubigen Gottesvolks, der demselben Papst vorhält, seine Autorität missbraucht zu haben. Es geht um „Amoris laetitia“.

Aber nicht nur. Die völlige Neuausrichtung des Institutes Johannes Paul II. für Ehe und Familie sowie der vatikanischen Akademie für das Leben gehören ebenso zu den Steinen des Anstoßes wie die Irritationen, die Franziskus etwa mit seinen Scalfari-Interviews, mit der derzeitigen China-Politik des Vatikans oder zweideutigen Äußerungen auslöst. Seine sehr unpräzise Antwort auf die Frage nach der Kommunionzulassung eines nicht-katholischen, aber getauften Ehepartners beim Besuch einer lutherischen Gemeinde Roms im November 2015 („Sprecht mit dem Herrn und geht voran. Ich wage nicht mehr zu sagen“) hat jetzt angesichts des Streits in der Deutschen Bischofskonferenz über diese Frage wieder hohe Aktualität erhalten.

Die Frage, wie groß nun dieser „lautstarke Teil“ des gegen Franziskus protestierenden Gottesvolks ist, lässt sich in Zeiten des Internets nicht leicht beantworten. Zu der Veranstaltung im römischen Tagungszentrum „The Church Village“ am vergangenen Samstagnachmittag eingeladen hatte ein Kreis der Freunde des verstorbenen Kardinals Carlo Caffarra, die in Italien sehr wahrgenommenen (papstkritischen) Blogger Sandro Magister und Marco Tosatti bewarben das Treffen auf ihren Seiten. Ein Echo auf deren Aussendungen kommt dann meist verstärkt aus den Vereinigten Staaten, aber auch aus Frankreich, Spanien und Deutschland zurück – und schon hat das katholische Rom ein „Thema“.

Viele der Tagungsteilnehmer kamen aus der italienischen Lebensschutzbewegung, unter den Referenten waren die Kardinäle Walter Brandmüller und Raymond Leo Burke. Sonstige Bischöfe oder gar Kardinäle aus dem Vatikan waren natürlich nicht zu sehen. Den Auftakt des Treffens bildete die Videoaufzeichnung eines Interviews mit Kardinal Caffarra über die bleibende Bedeutung von „Humanae vitae“. Aber auch der vierte Kardinal des „dubia“-Briefs an den Papst, Kardinal Joachim Meisner, war in gewisser Weise präsent, weil Burke sich zu Beginn seiner Vortrags auf den Kölner Mitbruder bezog und erzählte, wie ihm Meisner nach dem einleitenden Vortrag von Kardinal Walter Kasper beim Konsistorium im Februar 2014 zu Beginn des synodalen Prozesses zu Ehe und Familie gesagt habe: „Alles das führt ins Schisma“.

Eine Tagung also im Geist der vier „dubia“-Kardinäle – aber inzwischen hat sich die Stimmung deutlich verschärft. Kardinal Burke legte in seinem Vortrag über die Korrektur eines Papstes, der seine Vollmacht missbraucht habe, dar, dass man diesem keinen Prozess machen könne, aber die Situation entsprechend des Naturrechts, des Evangeliums und der kanonischen Tradition in zwei Schritten bereinigen müsse. Als er vom ersten Schritt, der an den römischen Papst direkt gerichteten Aufforderung, den Fehler zu korrigieren, zum zweiten Schritt, der öffentlichen Verurteilung der päpstlichen Häresie, überleitete, explodierte in dem fensterlosen Kellersaal der mit den Händen zu greifende Unmut: eine Gruppe von Frauen – meist jung, einige mit Rosenkränzen in den Händen, keine Nonnen, aber dank züchtiger schwarz-weißer Kleidung einer geistlichen Gemeinschaft zuordenbar – fing an zu schreien: „Macht es“, „Wir kommen in die Hölle“, „Wir stehen hinter euch“, „Er ist häretisch“. Nach einer Pause fuhr Burke fort und zitierte schließlich den heiligen Paulus: Und wenn wir selbst oder ein Engel vom Himmel etwas anderes als das verkünden würden, was euch verkündet worden ist, „anathema sit“. Tobender Applaus.

Bereits vorher hatte Kardinal Brandmüller einen Vortrag über den Glaubenssinn des gläubigen Gottesvolks gehalten – einen Text, den diese Zeitung in ihrer letzten Ausgabe im Wortlaut veröffentlicht hat. Die Botschaft war eindeutig: Wenn ein Irrtum in der Kirche grassiert – früher der Arianismus, heute die Konsequenzen von „Amoris laetitia“ –, der Papst aber nicht antwortet – wie auf die „dubia“ –, ist das gläubige Volk gefordert. Und zwar das gläubige Volk, das das Neue Testament „Heilige“ nennt, nicht aber Verbände oder Gremien, die Umfragen beantworten.

Die Tagung, die sich als Motto den Satz „Nur ein Blinder kann leugnen, dass es in der Kirche eine große Verwirrung gibt“ aus den letzten Lebensmonaten Kardinal Caffarras gewählt hatte unter dem Titel „Kirche, wohin gehst Du?“ stand, endete mit einer Erklärung, die im Wesentlichen die Argumentation der fünf „dubia“ wiedergab. Angesichts einander widersprechender Auslegungen von „Amoris laetitia“ breite sich unter den Gläubigen weltweit wachsende Ratlosigkeit und Verwirrung aus.

„Die dringende Bitte von nahezu einer Million von Gläubigen, von mehr als 250 Gelehrten, ja von Kardinälen um eine klärende Antwort des Heiligen Vaters auf diese Fragen ist bis heute nicht erhört worden.“ Und in dieser so entstandenen „ernsten Gefahr“ für den Glauben und die Einheit der Kirche „wissen wir, getaufte und gefirmte Glieder des Volkes Gottes, uns zum Bekenntnis unseres katholischen Glaubens aufgerufen“. In sechs Punkten werden nochmals die Argumente der Kritiker von „Amoris laetitia“ und des „dubia“-Briefs zusammengefasst, um mit dem Satz zu schließen: „In dieser Zuversicht bekennen wir unseren Glauben vor dem Obersten Hirten und Lehrer der Kirche samt den Bischöfen und bitten sie, uns im Glauben zu stärken.“

_______

Quelle

Paul, Apostle of Christ: Official Trailer

Die Geschichte des Apostels Paulus (James Faulkner): Lukas (Jim Caviezel), ein Arzt und Freund des Apostels, riskiert sein Leben, als er den gefangenen Paulus in Rom besucht. Inhaftiert wurde er von Kaiser Nero, der alle Christen in Rom grausam hinrichten lassen will. Während der Apostel im dunklen Kerker über die vielen erlittenen Leiden sinniert, beschließt Lukas, ein Buch zu verfassen, das wegweisend für die christliche Kirche werden wird…

Passion of the Christ actor: We must be ‘warriors’ ready to risk our lives for the Gospel

Fellowship of Catholic University Students / Facebook

CHICAGO, Illinois, January 4, 2018 (LifeSiteNews) – Catholics must be ready to risk their lives and reputations to defeat evil in the world, Passion of the Christ star Jim Caviezel told a gathering of Catholic college students this week.

Only through the faith and Christ’s wisdom can we be saved, Caviezel said, but it will also take people who are prepared to fight, sacrifice and suffer.

Citing St. Maximilian Kolbe, Caviezel said that indifference was the greatest sin of the 20th century, and still is in the 21st century.

“We must shake off this indifference, this destructive tolerance of evil. But only our faith and the wisdom of Christ can save us,” he said. “But it requires warriors, ready to risk their reputations, their names, even our very lives, to stand for the truth.”

“Set yourselves apart from this corrupt generation,” the actor challenged those in attendance. “Be saints. You weren’t made to fit in. You were born to stand out.”

The Passion of the Christ star and veteran of numerous other film and television productions made a surprise appearance Wednesday evening at the SLS18 (Student Leadership Summit 2018) conference sponsored by The Fellowship of Catholic University Students (FOCUS).

The event is running January 2-6 in Chicago, and geared to form Catholic college students to be missionaries in their lives, in particular on campus.

Caviezel’s message, captured on video and posted to Facebook by Father Brian Buettner, Vocations Director at Archdiocese of Oklahoma City, was enthusiastically received.

He prefaced his talk with his forthcoming movie Paul, Apostle of Christsharing how the filmmaking experience showed him that to be great in the eyes of God, we must first be small and accept Him entirely, allowing Him to guide us.

Caviezel also spoke of the significance of suffering, and decried the prevalent misunderstanding that Christianity is merely about “happy talk.”

It was not by chance that he was called to acting, he said, sharing how earlier roles lead to his being tapped to play Christ in Mel Gibson’s epic film of Christ’s Passion and Resurrection.

Caviezel told those at the FOCUS conference that likewise, their lives were not just comprised of coincidence.

“Some of you may be miserable right now, confused, uncertain of the future, hurting,” he said. “This is not the time to back off or to give in.”

He recounted how completing the role of Christ entailed great trial and suffering for him, including physical aspects of scourging, being crucified, struck by lightning, and open-heart surgery after five-plus months of hypothermia.

Caviezel’s shoulder was also separated while carrying the cross during filming, which he continued to withstand to finish the film. This was like a penance, he said.

“When I was up there on the cross I learned that in His suffering was our redemption,” Caviezel shared. “Remember the servant is no greater than the master.”

“Each of us must carry our own cross,” he continued. “There is a price for our faith, for our freedoms.”

He told the crowd that the suffering made his performance, “just as it makes our lives.”

Caviezel went on to stress that the resurrection, and indeed our salvation, comes at a price.

“Some of us now, you know them, embrace a fake Christianity, where its all happy talk – I call it ‘happy Jesus’ – and glory.”

“Guys, there was a lot of pain and suffering … before the resurrection,” Caviezel stated. “Your path will be no different. So embrace your cross, and race toward your goal.”

Caviezel has spoken openly about his faith and pro-life convictions in the past, and shared how his experience making The Passion of the Christ has affected him spiritually. He has also advocated for adoption, and been open about his and wife Kerri’s experience as adoptive parents.

He challenged those at the Catholic gathering to publicly live their faith.

“I want you to go out to this pagan world,” Caviezel stated, “I want you to have the courage to step into this pagan world and shamelessly express your faith in public.”

“The world needs proud warriors, animated by their faith,” he added. “Warriors like St. Paul, and St. Luke, who risked their names, their reputations, to take their faith, their love for Jesus into the world.”

“God is calling each one of us – each one of you – to do great things,” he said.

We often fail to respond, dismissing God’s call, Caviezel told the Catholic crowd. And it is now time for this generation to accept that call, ourselves entirely to Him, he said, returning to prayer and fasting, scripture and the sacraments.

“But you first must make the commitment to start praying,” Caviezel said, “to fast, to meditate on the Holy Scriptures and to take the holy sacraments seriously.”

We are a culture now in decline, he added, and our whole world is entrenched in sin, freedom has been replaced with license.

“For in our country now we are only too happy to go with the flow,” Caviezel stated. “We have a shrine to freedom now where all choices are equal no matter what the consequences are. Do you honestly think this is true freedom?”

Citing Pope Saint John Paul the Great, Caviezel explained how society cannot exclude moral truth and reasoning. Every generation of Americans needs to know that freedom exists not to do what you like, he said, but having the right to do what you ought.

“That is the freedom that I wish for you,” he told the conference, “freedom from sin, freedom from your weaknesses, freedom from this slavery that sin makes out of all of us. That is the freedom that is worth dying for.”

In closing Caviezel recounted the scene in Gibson’s Braveheart film with William Wallace challenging his men as they faced certain defeat, telling them their enemies may take their lives, but they’ll never take their freedom.

Caviezel quoted the line from the scene that, “Every man dies, not every man truly lives.”

“You, you, you,” he exclaimed – pointing to individuals in the audience, “we all must fight for that authentic freedom and live, my friends.”

“By God, we must live,” Caviezel concluded, “and with the Holy Spirit as your shield and Christ as your sword, may you join St. Michael and all the angels in sending Lucifer and his henchmen straight right back to Hell where they belong!”

_______

Quelle

Silence: Scorseses Film über Glaube, Verfolgung und Treue

Martin Scorsese hat eingeladen, und etwa 350 Jesuiten waren gekommen: Weil es in seinem neuen Film „Silence“ um die Jesuiten in Japan geht, wollte er dem Orden sein Werk zeigen, das Interesse war dementsprechend groß. Ort der Vorführung war das Päpstliche Orientalische Institut, das unter der Leitung des Orden steht. Dabei war auch Pater Marco Hubrig SJ, der für Radio Vatikan seine Eindrücke schildert.

Scorsese erzählt die Geschichte des portugiesischen Missionars Sebastiao Rodrigues (gespielt von Andrew Garfield), der zusammen mit seinem Mitbruder Francisco Garrpe (gespielt von Adam Driver) im 17. Jahrhundert auf der Suche nach dem vermeintlich verschollenen Mitbruder Christovao Ferreira (gespielt von Liam Neeson) ist. Der Film spielt zu einer Zeit, in der Christen in Japan brutal verfolgt wurden.Nach einer anfänglichen Zeit im Untergrund, in der sie den noch verbliebenen Christen geheim die Sakramente spenden können, geraten die beiden durch Verrat durch den Christen Kichijiro (gespielt von Yosuke Kubozuka) in Gefangenschaft.

Den Jesuiten wird vor Augen geführt, wie die Christen gefoltert und getötet werden. Diese Szenen sind sehr eindrücklich und ausnehmend brutal gestaltet. Der Großinquisitor Inoue (brillant gespielt von Issei Ogata), zeigt auf zynische Weise seine Macht und demonstriert, wie er die Christen quälen will, nur um zu erreichen, dass auch die Priester endlich ihrem Glauben entsagen. Die Taktik: „Your glory will be their suffering!“ wird eingesetzt, um Zeichen zu setzen und die Priester dazu zu bringen, selbst aufzugeben um Leiden zu ersparen.

Der Film wird sicherlich für Diskussionen sorgen. Die Brutalität und Härte, mit der gegen die Christen vorgegangen wird, geht unter die Haut. Der Film wirft die Frage auf, was genau denn ein Abfall vom Glauben, wie der verschollene Jesuit ihn begangen hat, bedeutet und wie die Jesuiten damit umgehen. Wie kann man eine Handlung beurteilen, die unter derartigem psychischem Stress entstanden ist und ist es nicht letztlich ein höheres Gut, dem eigenen Glauben nach außen hin zu entsagen, um Menschen vor dem Foltertod zu retten? Eine Frage, die Scorsese im Hinblick auf die Barmherzigkeit im Anschluss im Podium auch stellte. Insgesamt geht es in dem Film um Macht und Ohnmacht, immer mit Bezug auf Glauben und Zeugnis.

afp6037036_articolo

Der Regisseur: Martin Scorsese

(rv 30.11.2016 ord)

Mel Gibson verrät den Titel des Nachfolge-Films von „Die Passion Christi“

234-3-700x438_1473740893

Mel Gibson im Interview. Foto: Pastor Greg Laurie via YouTube

In einem Interview mit dem evangelikalen Pastor Greg Laurie bei einer Veranstaltung in Anaheim, Kalifornien, hat Mel Gibson offenbar verraten, wie der Nachfolge-Film zu „Die Passion Christi“ heißen würde.

„Wir reden darüber“, sagte Gibson in Antwort auf eine Frage nach dem Stand des Projekts, das im Juni zum ersten Mal bekannt wurde. „Natürlich ist es ein gewaltiges Unterfangen, und es ist nicht ‚Die Passion 2‘ – es trägt den Titel ‚Die Auferstehung‘ – the Resurrection„.

Was aus christlicher Sicht logisch wäre.

„Das ist natürlich ein sehr großes Thema“, fuhr er fort. „Und es muss behandelt werden, denn wir wollen es nicht einfach wiedererzählen. Wir können alle lesen, was geschehen ist, aber um es wirklich zu erleben und erforschen, was wohl die tiefere Bedeutung dessen ist, worum es geht – das erfordert einigen Aufwand.“

Der Film „die Passion Christi“ – im Original The Passion of the Christ – wurde von Mel Gibson allein finanziert. Allein Produktion und Marketing kosteten rund 34 Millionen US Dollar. Weltweit spielte der Film jedoch 612 Millionen Dollar ein – was ihn zum erfolgreichsten unabhängig produzierten Film aller Zeiten macht, dem umsatzstärksten religiösen Film aller Zeiten, und dem umsatzstärksten Film, der erst ab 17 Jahren freigegeben ist.

Gibson arbeitet an „Die Auferstehung“ zusammen mit Randall Wallace. Die beiden wurden für ihre gemeinsame Arbeit an Braveheart bekannt, die Wallace eine Nominierung für den Oscar für Bestes Drehbuch einbrachte; Gibson gewann den Oscar für Besten Regisseur und Bester Film. In letzter Zeit hat Wallace als Autor und Regisseur unter anderem an dem christlichen Film „Den Himmel gibt’s echt“ – Heaven is for Real – gearbeitet.

Als im Juni das neue Projekt öffentlich wurde, sagte Wallace, dass es den evangelikalen Christen zu verdanken sei, dass es einen Nachfolger geben werde: „Die evangelikale Gemeinschaft hält ‚Die Passion Christi‘ für den großartigsten Film aller Zeiten aus Hollywood, und sie sagten uns immer wieder, dass sie glaubten, dass ein Nachfolge-Film noch größer werde.“

Noch ist unklar, wann der Film produziert werden oder erscheinen soll.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von www.ChurchPOP.com 

_______

Quelle

Kino für alle – neuer Papstfilm im Vatikan gezeigt

ANSA914817_Articolo

Kino in der Audienzhalle. Die Schweizer Garde spielte anlässlich der Premiere des neuen Papstfilms „Nennt mich Franziskus“ vor Tausenden Zuschauern.

Mehrere Tausend Obdachlose und Bedürftige haben am Dienstagabend im Vatikan die Premiere des Films „Chiamatemi Francesco“ („Nennt mich Franziskus“) über das Leben des Papstes gesehen. Radio Vatikan sprach mit ihnen über ihren ersten Eindruck sowie mit dem Regisseur des Films, Daniele Lucchetti.

Der Spielfilm des italienischen Regisseurs Daniele Luchetti erzählt die Geschichte von Jorge Bergoglio.  Von seiner frühen Jugend in Buenos Aires über seine Erlebnisse während der argentinischen Militärdiktatur bis zu seiner Papstwahl am 13. März 2013. Die Rolle des jungen Jorge spielt der Argentinier Rodrigo De La Serna, den Part des späteren Erzbischofs von Buenos Aires und von Papstes Franziskus der Chilene Sergio Hernandez. Der Film kommt am Donnerstag in die italienischen Kinos. Vorab sprach Radio Vatikan mit Lucchetti über die Dreharbeiten:

„Es war eine große Herausforderung. Am Anfang war ich ziemlich misstrauisch der Idee gegenüber, einen Film über Franziskus zu machen. Das hat mir sehr gestresst, weil ich als Regisseur nicht wusste, ob es genügend Elemente für eine starke, interessante Erzählung gibt. Weil uns letztendlich nicht nur Ideen oder Personen, sondern vor allem Geschichten interessieren. Als ich für meine Recherche nach Buenos Aires ging, fand ich Geschichten und Erzählungen über die Person Bergoglio, denen ich mich ab einem gewissen Punkt nicht mehr entziehen konnte. Es war klar: Dieser Film muss gemacht werden.“

Herausgekommen ist ein Film, der einen zähen Jorge Mario Bergoglio zeigt. Einen Jesuiten, der während der Militärjunta nicht immer unbedingt auf Konfrontationskurs ging, sondern lieber mit Bedacht handelte, um das Wohl seiner Mitbrüder und Freunde nicht zu gefährden – besonders in seiner Zeit als Rektor der Theologischen Fakultät von San Miguel bei Buenos Aires. Entsprechend lang und detailreich wird die Zeit der Diktatur im Film behandelt. Nichts für Zartbesaitete, fand diese Zuschauerin:

„Der Film war wundervoll, aber zugleich sehr schmerzhaft, weil man sieht, wie sehr die Argentinier gelitten haben. Und wie sehr Bergoglio für sein Volk gelitten hat.“

Im Publikum waren am Dienstag auch ehemalige Flüchtlinge aus Afrika. Sie sahen die Bilder aus den argentinischen Gefängnissen noch mal mit anderen Augen:

„Einige Bilder von der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien haben mich an meine eigene Vergangenheit in Eritrea erinnert. Es war gut zu sehen, dass so etwas auch Menschen wie Bergoglio erlebt haben. In den letzten Jahren war er den Menschen, die eben gerade vor Krieg, Folter und Elend geflohen sind, besonders nahe. Etwa den Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea oder Somalia. Dieses Jahr allein sind über 3.500 Menschen im Mittelmeer gestorben. Erst letztes Jahr hat Franziskus einige Überlebende des Schiffsunglücks vom 3. Oktober 2013 vor Lampedusa in Privataudienz empfangen, bei dem über 360 Flüchtlinge ums Leben kamen. Ich weiß nicht wie ich es sagen soll: Franziskus ist ein Teil von uns.“

Über römische Pfarrgemeinden hatte der Vatikan insgesamt 7.000 Tickets gratis an Arme und freiwillige Helfer verteilen lassen. Außerdem wurden aus Spenden an die 2.000 Lebensmittelpakete zusammengestellt, die nach der Uraufführung in der Audienzhalle übergeben wurden. Ganz im Sinne Bergoglios, dessen Engagement für die Menschen an den Rändern auch im Film zum Ausdruck kommt, wie eine Schwester betonte:

„Ich hätte nicht erwartet, dass der Film so tiefgründig ist. Der Film zeigt, dass Christus für Bergoglio im Zentrum steht. Dass er Christus in allem findet, auch im leidenden Bruder. Das ist das Anziehende an Franziskus: Die Liebe für Christus und für den Nächsten. Er bringt Christus in die Welt.“

Auch beim Regisseur hatte die Geschichte Bergoglios letztlich Spuren hinterlassen. Schließlich hatte er vorher mit der katholischen Kirche nicht viel zu tun, wie er Radio Vatikan erzählte:

„In diesen zwei Jahren hat sich meine Sicht auf die Kirche komplett geändert. Ich trat an das Thema heran als Laie, Nicht-Glaubender mit einer sehr banalen Vorstellung von der Kirche. Schließlich haben die Medien oft nur die Skandale und Probleme der Kirche im Auge. In Lateinamerika sah ich dann, was die Kirche an Arbeit auf der Straße, in den Favelas und Armenvierteln leistet. Da verstand ich, was es heißt, Priester der Straße zu sein. In die ärmsten Gegenden das Wort Gottes und des Trostes zu tragen. Das hat meine Sicht auf die Kirche, der Gläubigen komplett geändert. Ich vertraue nun mehr auf diese Gläubigen und einen Teil der katholischen Kirche.“

Nur ein Wunsch blieb den Zuschauern der Premiere an diesem Dienstag verwehrt: Den Papst persönlich zu treffen. Schließlich war er am Montag gerade erst von seiner Afrikareise zurückgekehrt:

„Wir dachten alle, Franziskus kommt persönlich zum Film. Aber wir haben ihn trotzdem gern.“

(rv/kna 2.12.2015 cz)